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Rolf

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"Posaune Gottes" in Pension?




UL erklärt: Gabriele Wittek gibt Verantwortung in jüngere Hände ab

würzburg/greussenheim Seit Jahren lebt die Prophetin des Universellen Lebens (UL) zurückgezogen und gut bewacht auf Gut Greußenheim (Lkr. Würzburg). Nun lässt die 72-jährige Gabriele Wittek erklären, es sei an der Zeit, die Verantwortung für ihr "Werk" einigen "vor allem jüngeren Urchristen" zu übertragen.

Als "Posaune Gottes" machte Gabriele Wittek Karriere. 1975 sattelte die 1933 in Wertingen bei Augsburg geborene gelernte Buchhalterin um und wurde "Prophetin". Die von ihr in drei Jahrzehnten verkündeten angeblich "göttlichen" Gesetzmäßigkeiten haben dafür gesorgt, dass beim "Heimholungswerk Jesu Christi" und ab 1984 beim "Universellen Leben" der Glaube Berge von Geld versetzt hat.

Nun hat das UL im Internet eine Erklärung veröffentlicht, die 72-Jährige Wittek habe 30 Jahre unermüdlich im Dienst des Herrn gestanden und wolle die Verantwortung in die Hände einiger "vor allem jüngerer" Urchristen abgeben. Dazu habe sich auf ihren Wunsch hin ein Gremium von "gegenwärtig" 15 Personen gebildet.

Die Erklärung ist von exakt 15 Personen unterzeichnet. Neben eher unbekannten "Christusfreunden" sind die Namen dreier Männer aus dem Führungskreis des UL gelistet, die den Willen Witteks von jeher durchgesetzt haben: Witteks langjähriger Gefährte Harald Dohle, ihre rechte Hand Gert-Joachim Hetzel und der UL-Jurist Christian Sailer. Daraus folgern Kenner, dass das "Werkzeug Gottes" über ihre Getreuen die Fäden im Glaubens- und Wirtschaftskonzern nach wie vor fest in der Hand behalten will.

Der letzte Satz der Erklärung legt den Schluss nahe, dass die "Posaune" nicht verstummt, höchstens pausiert. Dort heißt es nämlich: Wittek werde ihre "unermessliche" Lebensleistung fortsetzen, "soweit sie dies für richtig hält". Ein Kenner der internen Strukturen des UL ist sich daher sicher: "Wittek kann nicht von der Macht lassen, die sie als Verkünderin ,göttlicher Gesetzmäßigkeiten' hat. Und sie braucht die Huldigungen ihrer Anhänger."

Personen, die einmal beim UL beteten und arbeiteten, sehen in der Erklärung ohnehin eher den Willen eines absoluten Herrschers verwirklicht als die vom UL propagierte Urdemokratie. "Die Fürstin hat ihre Nachfolger eigenmächtig bestimmt", sagt ein UL-Aussteiger.

Seit Monaten kursieren widersprüchliche Aussagen über die streng abgeschottete UL-Prophetin. Sie sei krank, sie lebe nicht mehr auf Gut Greußenheim, denn das Essen für sie werde nicht mehr in der "Christusklinik" in Michelrieth (Lkr. Main-Spessart) zubereitet. Sie sei "munter und quietschfidel" einem VW-Phaeton entstiegen, wollen andere gesehen haben. UL-Sprecher Dr. Christian Sailer wollte am Montag keine Stellungnahme abgeben, die über die Erklärung hinausgegangen wäre.

(Quelle: Main-Post vom 28.06.05)



Sektenchefin in Pension?



Interneterklärung des Universellen Lebens löst Spekulationen aus

Würzburg. Auf Skepsis stoßen bei kirchlichen Beobachtern Medienberichte über eine angebliche »Pensionierung« der Würzburger Sektenchefin Gabriele Wittek (71). Eine entsprechende Internet-Mitteilung ihrer Glaubensgemeinschaft »Universelles Leben« (UL) werfe mehr Fragen auf als sie beantworte, erklärte der evangelische Pfarrer Michael Fragner (Reichenberg) am Mittwoch auf epd-Anfrage.

Fragner beschäftigt sich seit über fünf Jahren Jahren mit dem »UL«, das nach höchstrichterlicher Entscheidung als »totalitäre Organisation« bezeichnet werden darf. Auch die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) sieht bislang keine Anzeichen für einen echten Führungswechsel in der klagefreudigen Organisation, die bislang weit über 100 Prozesse gegen Kritiker in Kirchen, Kommunen und Medien geführt hat. Nach der UL-Erklärung stand »Gabriele, die Gott Seine Prophetin nennt« und die ein weltweites urchristliches Offenbarungswerk entstehen ließ, »30 Jahre unermüdlich im Dienst des Herrn«. Nun habe sie ihre Verantwortung an ein Gremium aus 15 Personen übertragen. Ihm gehören auch die Rechtsanwälte Christian Sailer und Gert Hetzel an, die in der Vergangenheit die meisten der Prozesse gegen Kritiker und Aussteiger der Sekte führten. Gabriele Wittek, geborene Maden, stammt aus Wertingen bei Augsburg. Ihr Aufstieg zur »Prophetin« begann eigenen Veröffentlichungen zufolge am 6. Januar 1975, als sie nach dem Tod ihrer Mutter und schweren »Seelenkämpfen« den »Durchbruch des Inneren Wortes« erlebte. Fünf Tage später bereits will sie erstmals die Stimme Jesu Christi vernommen haben. Doch auch andere Wesen meldeten sich bei ihr: Ein »Geistbruder Emanuel« etwa, ein »Schutzgeist Hielya« sowie ein »Bruder aus dem All« namens »Mairadi«. Die Offenbarungen der gelernten Kontoristin führten in Nürnberg und Würzburg zur Gründung so genannter Christuszellen, die sich 1977 zu einem »Heimholungswerk Jesu Christi« zusammenschlossen. Laut EZW wurde die Ideologie dieses Werkes in der Folgezeit deutlich mit esoterischen Elementen angereichert.

Gemeinwohl vor Eigenwohl

1984 erfolgte die - angeblich von »Christus« geforderte - Umbenennung in »Universelles Leben«. Damit, so das EZW, begann auch eine zunehmende Kommerzialisierung der Organisation. In Würzburg und Umgebung gründeten aus dem In- und Ausland zugezogene Anhänger der »Posaune des Herrn« so genannte Christusbetriebe. Das Spektrum reicht dabei von der Agrarproduktion über Handwerks- und Dienstleistungsfirmen bis zu einer Klinik, einem Sanatorium, und einer staatlich geförderten Grund- und Hauptschule samt Kindergarten im Kreis Main-Spessart. Von den teilweise hochqualifizierten Mitarbeitenden wird erwartet, dass sie das »Gemeinwohl« des UL stets vor ihr Eigenwohl stellen. Zahlen über die Anhänger Witteks gehen weit auseinander. Aussteiger berichten von einer erheblichen Fluktuation. Vor dem Oberlandesgericht Bamberg sprachen UL-Anwälte zuletzt von mehren Zehntausend in Deutschland. In Mainfranken leben etwa 2000 bis 3000. Dem inneren Zirkel »Bundgemeinde«, der 1995 schon einmal Führungsaufgaben Witteks übernehmen sollte, gehören etwa 500 Personen an. Fragner geht davon aus, dass die Zahl der Wittek-Gläubigen überschätzt, die Konfliktträchtigkeit der Sekte jedoch unterschätzt werde. »Geistschwester Gabriele« wird seit vielen Jahren von einer eigenen Schutztruppe vor den Medien abgeschirmt. Aktuelle Fotos und Interviews aus den letzten 20 Jahren von ihr sind nicht bekannt. Ihre eigenen Veröffentlichungen und Offenbarungen erscheinen in einem hauseigenen Verlag. Er unterhält auch eine angeblich weltweit sendende Radiostation. Aussagen ehemaliger Anhänger über den Gesundheitszustand und den Einfluss Witteks auf das Geschehen in der Sekte sind widersprüchlich. UL-Pressesprecher und Hausanwalt Sailer verweigert Stellungnahmen, die über die Internet-Erklärung hinausgehen.

(Autor: Gerhard Lenz. Quelle: Main-Echo vom 30.6.05)
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