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Wozu musste Jesus sterben?


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Rolf

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Wozu musste Jesus sterben?





Über den Autor
Micha(ela) Kemper, verheiratet mir Chris, gebürtige Mittelfränkin. Ausbildung zur Jugendreferentin und Erzieherin am Marburger Bibelseminar. Zur Zeit als Jugendreferentin im Elbingeröder EC-Verband tätig. Ihr Herz schlägt für Gemeinde, junge Menschen, Familien und an kniffligen theologischen Fragen beißt sie sich gern mal die Zähne aus.


Frage von N.N.:
"Wo steht in der Bibel, dass Gott gesagt haben soll, dass er Jesus als sündenfreies Sühneopfer brauche, um sich mit der sündigen Welt gnädig stimmen zu lassen? Wieso soll sich jeder schuldig fühlen an Jesu Leiden und Tod am Kreuz - und nur dadurch Sündenvergebung mit Gott erlangen?"

Betrachtet man die Frage genauer, so ist sie eigentlich dreigeteilt: 1) Wie kommt die christliche Lehre darauf, dass Jesus als sündenfreies Sühneopfer für die Rettung der Menschheit notwendig war? 2) Was hat Jesu Leiden und Tod am Kreuz mit dem Einzelnen zu tun? 3) Ist Jesu Tod am Kreuz wirklich notwendig, um Sündenvergebung und damit eine Verbindung bzw. Beziehung zu Gott dem Vater zu erlangen? Um die Frage als Ganzes zu beantworten, ist es erst einmal notwendig zu klären, was Sünde an sich ist.



Der Begriff Sünde


Im Hebräischen und im Griechischen, also in den Sprachen, in denen die Bibel ursprünglich geschrieben ist, gibt es verschiedene Worte, die im Deutschen mit „Sünde“ bzw. „sündigen“ übersetzt wurden:

Das am häufigsten verwendete Wort entspricht dem Begriff „Verfehlung“. Es ist in dem Sinn gemeint, dass man sich auf ein falsches Ziel oder in eine falsche Richtung bewegt.

„Auflehnung“ oder „Ungehorsam“ meinen das Gegenteil von Gehorsam. Der Mensch lehnt sich gegen Gott auf, so wie Adam und Eva es getan haben.
„Verkrümmung“, wird oft mit „Schuld“ übersetzt. Der Mensch ist falsch gesinnt, so dass er sich schuldhaft verhält.

„Gesetzlosigkeit“ meint die Form der Sünde, in der sich der Mensch selbst zum Mittelpunkt macht und sich um das Gesetz Gottes nicht mehr kümmert.

Im Alten Testament ist Sünde kein abstrakter Begriff, sondern vielmehr ein Fehler in der Gottesbeziehung, der sich im täglichen Leben zeigt:

Gegen dich habe ich gesündigt – gegen dich allein! Was du als böse ansiehst, das habe ich getan. Darum bist du im Recht, wenn du mich verurteilst, dein Urteil wird sich als wahr erweisen.
Psalm 51,6

Sünde ist im Alten Testament immer Sünde gegen Gott.

Das Neue Testament vertritt die gleiche Ansicht zur Sünde wie das Alte. Jesus konkretisiert so manche Aussagen des Alten Testaments, z.B. in seiner Bergpredigt (Mt 5-7):
Wie ihr wisst, heißt es im Gesetz: "Du sollst nicht die Ehe brechen!". Ich sage euch aber: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.
Matthäus 5,27-28


Paulus setzt sich vor allem in seinem Brief an die Römer systematisch mit der Sündenfrage auseinander. Dort findet man eine Reihe an ausführlichen Antworten - die manchmal aber nicht ganz einfach zu verstehen sind.


Sündenfreier Jesus

Gott selbst spricht im Neuen Testament, meines Wissens, nur einmal für die Menschen hörbar, nämlich nachdem sich Jesus von Johannes dem Täufer taufen lässt. Dass Jesus selbst ohne Sünde war, stammt dennoch aus der Bibel. Zum einen lässt es sich aus verschiedenen Bibelstellen erschließen, zum anderen findet man es auch wortwörtlich, wie in
Wer sündigt, lehnt sich gegen Gott und seine Gebote auf, denn sündigen heißt: Gottes Gebote mißachten. Doch ihr wisst ja, dass Gottes Sohn Mensch wurde, damit er – der ohne jede Sünde ist – uns von unseren Sünden befreit.
1.Johannes 3,5

Zum einen liest man hier ganz eindeutig, dass Jesus selbst ohne jeden Sünde war, zum anderen ergibt sich aus dieser Bibelstelle, dass Jesus nur durch seine eigene „Unschuld“ uns von unseren Sünden befreien konnte. Man könnte auch fragen: Welchen Grund hätte Gott gehabt, Menschen wegen ihrer Sünde zu verurteilen, sie dann aber durch einen sündigen Jesus zu erretten?! Wie hätte dies auch geschehen können, denn als Schuldiger hätte auch Jesus den Tod selbst verdient gehabt? Einen stellvertretenden Tod für andere hätte es nicht geben können.


Jesus als Sühneopfer

Dass Jesus das Sühneopfer für uns Menschen war, lässt sich v.a. aus unzähligen Bibelstellen im Neuen Testament herauslesen. Wie oben erklärt, kann Jesus nur das Sühneopfer darstellen, da er stellvertretend – selbst ohne Sünde – die Strafe aufnimmt, die eigentlich jeder einzelne Mensch hätte tragen müssen. Die Bibel gebraucht für diese Stellvertretung die unterschiedlichsten Bilder bzw. Vergleiche: z.B. die Familie (Epheser 1,5-6), der Sklavenmarkt (Markus 10,45) und das Schlachtfeld (1.Korinther 15,55-57).

Dass Gott Jesus gebrauchte, ja dass es sogar nötig war, lässt sich z.B. aus dem Römerbrief herauslesen:

Jetzt aber hat Gott eingegriffen und uns gezeigt, wie seine Gerechtigkeit aussieht, das heißt wie wir – unabhängig vom Gesetz – vor ihm bestehen können. So bezeugt es die Heilige Schrift. Gott spricht nämlich jeden von seiner Schuld frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. Denn darin sind die Menschen gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte. Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz für uns verbluten lassen. Das erkennen wir im Glauben, und darin zeigt sich, wie Gottes Gerechtigkeit aussieht.
Römer 3,21-25


Ob es notwendig war oder ob Gott sich den Weg aussuchte, um die Welt mit sich zu versöhnen, ist in der Bibel nicht beschrieben. Jedoch entschloss sich Gott diesen einen Weg zu gehen, um die Welt mit sich zu versöhnen - nämlich den Weg mit Jesus und dessen Tod am Kreuz. Das Jesus stellvertretend für alle Menschen – die vor Gott so nicht bestehen können – am Kreuz starb, wird in dieser und auch vielen anderen Bibelstellen eindeutig beschrieben. Nur durch den Glauben an Jesus kann der Mensch gerettet werden – so wollte Gott es.


Jesu Tod und der Einzelne

Das, was in der Frage umschrieben wird mit „Wieso soll sich jeder schuldig fühlen?“, würde Paulus wohl mit Sündenerkenntnis gleichsetzen. Es geht im Glauben an Jesus nicht darum, sich schuldig vor Gott zu fühlen - sondern darum, dass der Mensch erkennt, dass er Sünder ist. Paulus führt in mehreren Kapiteln des Römerbriefs aus, was es heißt, Sünder zu sein:

Denn kein Mensch wird jemals vor Gott bestehen, daß er die Gebote so erfüllt, wie das Gesetz es erfordert. Die Aufgabe des Gesetzes ist es, daß wir die Sünde erkennen.
Römer 3,20


Kein Mensch kann ohne den stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz bestehen. Denn jeder Einzelne sündigt in irgendeiner Art und Weise gegen die Gebote Gottes. Legt man die unterschiedlichen Sündenbegriffe (siehe oben) an das eigene Leben als Maßstab an, so erkennt man: Es gibt immer Momente, in denen ich Gott nicht gehorche, in denen ich mich nur um meinen eigenen Willen drehe statt um den Gottes. So muss ich eingestehen: Ich bin Sünder.

Das Schuldgefühl vor Gott ist nicht primär das Ziel, das Gott mit uns Menschen hat. Dennoch finde ich es wichtig, dass wir uns immer wieder neu bewusst machen, dass jeder einzelne von uns seinen Teil dazu beigetragen hat, dass Jesus, der Sohn Gottes, am Kreuz starb. Nämlich die eigene Sünde.


Vergebung durch Jesus Christus

Ganz eng damit verbunden ist die Tatsache, dass ich durch mein Sündigen fern ab von Gott stehe. Durch meine Sünde bin ich verurteilt. Nur durch Jesu stellvertretenden Tod am Kreuz und durch meinen Glauben an ihn als meinen Retter, nimmt mich Gott an, kann ich in eine Verbindung zu ihm treten (Eph1,5-6). Paulus schreibt im Römerbrief die treffenden Worte:
Wer nun zu Jesus Christus gehört, wird der Verurteilung durch Gott entgehen; er wird leben.
Römer 8,1

Der Umkehrschluss ist: Ein Mensch ist ohne den Glauben an den Kreuzestod Jesu durch seine eigene Schuld und Sünde von Gott zum Tod verurteilt.

Fazit
Der christliche Glaube lehrt, dass jeder Mensch ohne Ausnahme Sünder ist. Diese Schuld und Sünde trennt den Menschen von Gott. Die Bibel spricht in unterschiedlichen Bildern davon, was dieses Getrenntsein ausmacht: Tod, zerstörte Beziehung, kaputte Familien,... Der Mensch kann sich zwar bemühen, so zu leben, wie es Gott gefällt und so diesem Getrenntsein zu entgehen, er wird es aber nicht schaffen. Jeder Mensch muss erkennen: Ich bin Sünder und vor Gott verloren! Doch Gott ließ die Menschen nicht in ihrer Verzweiflung alleine, sondern schickte seinen Sohn Jesus Christus auf die Welt, der am Kreuz stellvertretend als sündfreies Opfer für die Menschen starb. Er nahm damit die Strafe auf sich, die eigentlich jeder einzelne tragen muss. So verspricht die Bibel, wird jeder, der an Jesus Christus glaubt, von Gott freigesprochen wird. Ein Aspekt des Freispruchs Gottes ist, dass der gläubige Mensch ewiges Leben haben wird.


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