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Sage es der Gemeinde


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Rolf

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Sage es der Gemeinde





Von Ray C. Stedman, 30. September 1984
(Englisches Original:

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)



Text: Matthäus 18,15-18
Heute müssen wir tun, was wir erst drei frühere Male in der 36jährigen Geschichte der Peninsula Bible Church tun mussten. Das ist, dem in Matthäus 18 gegebenen Wort unseres Herrn Jesus zu gehorchen, betreffend eines ernsten moralischen Vergehens eines Mitglieds unserer Gemeinde. Der Abschnitt beginnt mit Vers 15:

"Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein." (Mt 18,15-18)

Wir wollen uns, während wir diese Worte betrachten, daran erinnern, dass es die Worte Jesu sind, und als solche nicht ignoriert werden können. Er ist der Herr der Gemeinde, das Haupt des Leibes, und als solches behandelt er hier das Vorgehen, um mit ungesühnter Sünde in unserer Mitte umzugehen.

Es ist klar, dass unser Herr in diesem Abschnitt eine Situation behandelt, in der Sünde nicht als solche zugegeben wurde. Da wir alle sündigen, ist der normale Weg, mit Sünde im Leben eines Christen umzugehen, es selber zu beurteilen, sich durch die Gemeinde oder Gottes Wort oder vielleicht durch die Beobachtung des Lebens eines anderen bewusst zu werden, dass etwas, das wir tun, eindeutig, unverkennbar falsch ist, und es zu verurteilen und damit aufzuhören. Diese Art von Urteilen muss während unseres ganzen Lebens weiter gehen. Wo das geschieht, braucht man keine Disziplinarmaßnahmen. Aber unser Herr behandelt hier diejenigen Fälle, wo wir aus dem einen oder anderen Grund nicht selber über uns urteilen. Er beschreibt hier die Vorgehensweise, der wir folgen sollen. Dies ist keine einzelne Handlung, sondern ein Verfahren, das vier Schritte umfasst, die über einen Zeitraum hinweg stattfinden sollen.

Der erste Schritt ist ein privates Treffen: "Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein" (die Worte "an dir" finden sich nicht in einigen der besseren Handschriften, und viele Texte lassen sie aus). Das bedeutet eigentlich "wenn dein Bruder sündigt, Punkt", d.h. wenn dein Bruder (oder deine Schwester) durch sein Handeln eindeutig etwas verletzt, wovon Gottes Wort sagt, dass es falsch ist, und nichts deswegen tut, müssen wir zu ihm gehen und ihm seinen Fehler zwischen uns beiden sagen.

Das ist natürlich ziemlich entgegen dem Zeitgeist. Die Welt um uns sagt uns ständig, dass das persönliche Privatleben von jemandem niemand anderen etwas angeht. In diesem Wahljahr wird uns erzählt, dass das Privatleben eines Politikers niemanden etwas angeht außer ihn (oder sie) selbst, und wir nicht darüber urteilen oder überhaupt in Betracht ziehen sollen, was für ein Leben er führt, wenn wir wählen. Aber dies ist in der Gemeinde nicht richtig. Die Gemeinde ist ein Leib, und die Glieder des Leibes gehören einander an. Vielleicht taucht kein anderes Wort so häufig in der Schrift auf wie dieses Wort "einander". Wir sollen viele Dinge einander tun, und eins davon ist, einander zu helfen, wenn wir nicht erkennen oder sehen, dass das, was wir tun, falsch ist.

Beachten Sie, dass unser Herr ausdrücklich sagt, dass dabei eine Frage der Sünde beteiligt ist - und Sünde ist durch das Wort Gottes definiert. Jesus sagt nicht: "Wenn dein Bruder dich reizt, oder kränkt, oder ignoriert, sollst du deswegen zu ihm gehen." Es gibt ein anderes großes Wort im Christenleben, das Verärgerungen abdeckt: Es ist das Wort Duldsamkeit. Wir müssen einander ertragen. Wir alle verärgern einander, und kränken einander, und wenn wir das tun, müssen wir einander ertragen, wir müssen es hinnehmen, es vergeben, ohne der beteiligten Person etwas darüber zu sagen. Aber dieser Abschnitt handelt über Sünde, und Sünden sind für uns in der Schrift definiert.

Im Brief an die Epheser legt Paulus einige der eindeutig sündigen Dinge klar, die Christen neigen, anderen anzutun.
Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, und gebt nicht Raum dem Teufel. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung (Eph 4,25-5,4)

Das ist eine typische Liste einiger Dinge, die Gottes Wort als Sünde definiert.
Das erste Treffen sollen wir, wie Paulus im Buch Galater lehrt, mit "sanftmütigem Geist" halten, nicht selbstgerecht, unfreundlich oder mit Verdammung. Unserer eigenen Verletzlichkeit bewusst, müssen wir zu einer Person gehen und sagen: "Die Schrift sagt, dass das, was du tust, falsch ist. Wie denkst du darüber? Du liest die Bibel. Was sagt sie?" Auf diese Weise sollen wir versuchen, das Gewissen der Person zu berühren und sie zu einem Geist der Buße zurückzuführen.
Beachten Sie, dass dieses Wort in Matthäus 18 an alle Christen gerichtet ist, nicht nur Gemeindeleiter, Älteste oder Pastoren. Dies muss die ganze Zeit über zwischen Gläubigen stattfinden, wann immer wir jemanden sehen, der (oder die) über eine falsche Sache in seinem (oder ihrem) Leben nicht urteilt.

Ich möchte sagen, dass dies hier bei PBC (Peninsula Bible Church) passiert. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass jemand in dieser Gemeinde das nicht mit jemand anderem macht. Das zeigt eine Sorge und Liebe für jemand anderen und den Wunsch zu helfen. Aber nur, wenn wir das in dem Geist des Bewusstseins der eigenen Sünde tun, ist das eine zulässige Vorgehensweise.

Jesus fährt fort: "Hört er auf dich...", d.h. wenn er das, worauf Sie ihn hingewiesen haben, akzeptiert, und mit seiner Sünde aufhört, soll es keine weitere Maßnahme geben. Niemand sonst soll davon erfahren; wir sollen mit niemandem darüber reden. Es gibt keinen Handlungsbedarf mehr für irgend jemanden. Wenn dein Bruder dich nicht hört, dann werden andere mit hinzugezogen.

Unser Herr fährt fort mit dem zweiten Schritt: "Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde." Das Hereinbringen von anderen in die Situation geschieht wohlbedacht, um dem irrenden Bruder oder der Schwester die Ernsthaftigkeit der Sünde einzuprägen.
Dieser zweite Schritt weist darauf hin, dass Sünde nicht ignoriert werden kann. Wir können nicht mit den Schultern zucken und sagen: "Na gut, das ist deine Sache. Vergiss es." Andere müssen hinzugezogen werden. Dies kann mehrmals geschehen, in einem liebenden Versuch, jemandes Gewissen zu berühren und ihn für die geistliche Gefahr zu wecken, in der er sich befindet, und die Schmerzen, die er anderen zufügt. Die Zeugen müssen natürlich dazu dienen, die Gemüter ruhig zu halten und die Berichte über das Treffen richtig zu halten, für den Fall, dass weitere Maßnahmen getroffen werden müssen. Wenn dies funktioniert, wenn der irrende Bruder oder die Schwester, konfrontiert mit Zweien oder Dreien, hört und mit seinem sündigen Verhalten aufhört, dann muss nichts weiter unternommen werden. Die Disziplinierung hat ihr Ziel erreicht und die Vergebung kommt ins Spiel.

Aber Jesus erklärt, wenn es immer noch keine Buße gibt, dann muss ein dritter Schritt gemacht werden: "Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde." Das ist der Schritt, zu dem wir heute Morgen in einer bestimmten Situation in unserer Mitte gekommen sind: Wir müssen es der Gemeinde sagen.

Der Grund dafür ist, dass die ganze Gemeinde in einem Versuch hinzugezogen werden kann, den Missetäter zu erreichen. Wir erzählen es nicht der Gemeinde, damit sie den Personen ihren Rücken kehren kann oder sich weigern, irgend etwas mit ihnen zu tun zu haben. Wir sollen nicht als "Ich-bin-heiliger-als-du-Richter" oder "Mit-dem-Finger-zeige-Verdammer" kommen, sondern als freundschaftliche Verteidiger für eine Herzensänderung, wobei wir die fragliche Person dringend bitten, mit den betreffenden sündigen Handlungen dauerhaft aufzuhören.

Es gibt verschiedene Wege, dies zu tun. Wenn Sie fragen: "Was kann eine Gemeinde eigentlich in dieser Phase tun?", würde ich sagen, erstens, beten Sie für den Missetäter. Gebet wird überall in der Schrift angemahnt als eine mächtige Waffe, um die Denkweise und Haltung von Menschen zu ändern. Beten Sie, dass Gott dem Missetäter Buße schenkt, dass Gott es so fügt, dass er umkehrt und sich selbst aus der Schlinge des Teufels entfernt. Und beten Sie für diejenigen, die durch die Sünde verletzt wurde. Andere Unschuldige sind immer beteiligt und sie sind beeinträchtigt und verletzt; wir müssen sie unterstützen und im Gebet lieben. Wenn Sie also nichts anderes tun können, beten Sie für so jemanden.
In unserer Bekanntmachung heute Morgen gibt es eine Mitteilung über eine Sonder-Gebetsversammlung, die diese Woche für ein Gebet wegen dieser Situation, und möglichen anderen unter uns, abgehalten werden soll. Wir laden Sie ein, zu diesem Zweck zu kommen.

Die zweite Sache, die eine Gemeinde dann tun kann, ist, Liebe und Besorgnis gegenüber der beteiligten Person auszudrücken. Bitten Sie ihn dringend, Buße zu tun, die Sünde aufzugeben, und dem Flehen des Leibs und des Heiligen Geistes nachzugeben. Dies trifft besonders auf die Leute zu, die mit der Person befreundet sind oder ihn für längere Zeit gekannt haben. Die zusammenarbeitende Mühe von vielen, um dem Betroffenen zu helfen, dass er sieht, was er oder sie getan hat, ist eine sehr mächtige Waffe, ihn vom Bösen abzukehren.

Drittens können einzelne Leute in der Gemeinde mit dieser Person Erfahrungen austauschen, die sie vielleicht selbst gehabt haben, um herauszufinden, dass Gottes Gnade in ihrem eigenen Leben genügt um dem Bösen zu widerstehen oder sich davon abzukehren, sobald es entdeckt wurde oder zugelassen wurde. Das wird die Person ermutigen zu erkennen, dass es der einzige Weg aus dieser Lage heraus ist, zum Herrn zurückzukehren, der vergeben wird.

Wenn dies funktioniert (und es muss etwas Zeit zugelassen werden, damit es funktionieren kann), dann braucht nichts weiter getan zu werden. Die Person braucht nicht vor die ganze Gemeinde gebracht zu werden, wobei gefordert wird, dass sie die ganze Geschichte erzählen soll usw. Sie braucht nicht in Verlegenheit gebracht zu werden, es ist keine öffentliche Demütigung erforderlich. Das Ziel einer jeden Disziplinierung ist Wiederherstellung, Erneuerung, Buße.

Aber wenn der Missetäter fortfährt zu sündigen, und allen Appellen widersteht, sieht Jesus einen vierten Schritt vor, der getan werden muss: "Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner." In der Kultur jener Tage war das gleichbedeutend damit zu sagen, dass er ein Ungläubiger war, überhaupt kein Christ; dass er sich durch seine Taten, selbst als jemand erklärt hat, der kein wirklicher Gläubiger ist, ein echter, sich dem Herrn verschriebener Gläubiger. Was hier angeordnet wird, ist, dass die ganze Gemeinde die Person anders betrachten soll. Das erfordert nicht irgendeine Art von Bestrafung. Es sind keine Strafen angesetzt. Es gibt keinen Versuch, die Person zu demütigen. Die Gemeinde fängt an, ihn als Ungläubigen zu betrachten.

In seinem Brief an Titus bezieht sich Paulus auf gewisse Leute, von denen er sagt:
"... unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen. Sie sagen, sie kennen Gott, aber mit den Werken verleugnen sie ihn; ..." (Tit 1,15a.16b)

Wenn jemand den Versuchen von Vielen widerstanden hat, ihn zu einem Verständnis der Wahrheit zu bringen, dann ist das die Lage, in die er sich selbst erlaubt hat zu fallen. Er muss deshalb so behandelt werden, wie wir jeden Ungläubigen in unserer Mitte behandeln - mit Höflichkeit, doch mit Sorge wegen seiner Sünde und des Schadens, den er sich selbst antut, aber mit Hoffnung für seine endgültige Erlösung.

Er darf keine Rolle in der Leitung der Gemeinde einnehmen, oder irgendein Lehramt in ihr. Er darf nicht als Gläubiger anerkannt werden; seine Taten zeigen, dass er nicht das ist, was er vorgibt zu sein.

An diesem Punkt müssen wir Vers 18 sehr ernst nehmen. Unser Herr unterstreicht das mit einem einleitenden Wort, "Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein." Was bedeutet das? Nun, es bedeutet, dass Gott handeln wird, wann und wo die Gemeinde nicht länger handeln kann. Wenn eine Gemeinde sorgfältig und liebevoll diesem ganzen hier beschriebenen Plan gefolgt ist und beim vierten Schritt angekommen ist, dann ist das alles, was die Gemeinde tun kann. Die menschliche Bemühung, eine Person wiederherzustellen, kann nicht weiter führen. Aber Gott kann weiter gehen, das ist die Aussage. Was die Gemeinde getan hat, indem sie treu ihrem Herrn gehorcht hat, wird Gott in seinem eigenen souveränen Weg fortführen, indem er Ereignisse und Umstände hineinbringt, die das Gewissen jener Person ansprechen, um sie erkennen zu lassen, wie falsch sie liegt. Wenn der Missetäter wirklich ein Christ ist - was wohl sein kann, trotz der Tatsache, dass seine Taten nicht seinen Anspruch unterstützen - dann wird er von einem liebenden Vater gezüchtigt.

Es gibt viele Abschnitte in der Schrift, allen voran zum Beispiel Hebräer 12 und 13, die davon reden. Diese Züchtigung kann rücksichtslos sein. Ein liebender Vater kann zuweilen sehr hart zu jemandem sein, den er versucht, von einem bösen Weg abzubringen. Darauf bezieht sich der Apostel Paulus in 1. Korinter mit "... soll dieser Mensch dem Satan übergeben werden zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn." (1.Kor 5,5) Gott tut das, und es kann sehr schmerzhaft sein. Eines unserer Mitglieder, das vor einigen Jahren genau diesen Prozess der Züchtigung durchlief und uns wiederhergestellt und durch Gottes Gnade erneuert wurde, sagte mir, dass in den Jahren, als er von der Gemeinde weg ging, weg vom Leib Christi und unter der Züchtigung in diesem Abschnitt, er durch eine buchstäbliche Hölle auf Erden lief. Er fand sich selbst schrecklich verzweifelt - er hatte psychotische Erfahrungen, die ihn zu Tode erschreckten. Gott kann mit einem der Seinen sehr rücksichtslos umgehen.

Nun kann es sein, dass der Missetäter nie ein Christ war. In diesem Fall könnte Gott es ihm erlauben, seine Tage auf Erden ziemlich friedlich zu verleben, und schließlich vor das Gericht zu kommen, das ihn erwartet, wie jeden, der ans Ende seines Lebens gelangt. In jedem Fall liegt es in Gottes Händen. Die Gemeinde braucht keine weitere Maßnahme zu ergreifen.
Nun kommen wir zu der Stelle, die mir großes Unbehagen bereitet. Wie Sie sicher erkannt haben, war das keine akademische Studie. Wir haben einen konkreten Fall vor uns, der diese Maßnahmen erfordert. Deshalb muss ich mit großer Sorge und persönlichem Schmerz Ihnen den Namen und die Sünde des Missetäters enthüllen, von dem wir an diesem Morgen gesprochen haben. Lassen Sie mich sagen, dass es eine Qual für uns alle bedeutete, aufgrund der Tatsache, dass dieser Mann seit über 10 Jahren ein Ältester in unserer Gemeinde war, er war ein Bibellehrer und ein Ratgeber unter uns. Ich rede von unserem Bruder John Watkins (der Name wurde geändert um die beteiligten Personen zu schützen). Vor ungefähr acht Monaten erhielten wir die Information, dass er in einer außerehelichen Affäre beteiligt war. Einer unserer Pastoren traf sich mit ihm wegen dieser Situation und der Mann gab dies zu. Er gestand es nicht nur diesem Pastor bei diesem ersten Treffen, sondern anschließend mehrmals uns allen. Beim Gespräch mit ihm kam es ans Licht, dass dies schon seit einer Anzahl von Jahren vor sich ging. Weil dies eine finanzielle Belastung für ihn war, benutzte er außerdem seine Position als Ältester, um von mehreren Leuten in dieser Gemeinde erhebliche Beträge auszuleihen, und er hat auf diese Weise eine schwere Schuld unter eindeutig falschen Vorgaben zusammengetragen.

Obwohl er beim ersten Treffen geständig war, sich dem Ältestenrat unterwarf, von seiner Frau Vergebung suchte und begann, seine Schulden zurückzuzahlen, haben wir in den letzten Tagen erfahren, dass er immer noch eine Beziehung mit der anderen Frau hat und nicht bereit ist, diese Affäre abzubrechen. Daher kommen wir widerstrebend, schmerzvoll und sorgenvoll dahin, die Beteiligung der Gemeinde zu suchen, alle diejenigen, die ihn kennen, zu bitten, ihn zur Umkehr zu bewegen, sein Gewissen zu erreichen und ihn zu befreien.

Der Apostel Paulus belehrt uns in 1. Timotheus bezüglich eines Ältesten:
"Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an ohne zwei oder drei Zeugen. Die da sündigen, die weise zurecht vor allen, damit sich auch die andern fürchten." (1.Tim 5,19-20)
Heute versuchen wir einfach, diesen Worten gehorsam zu sein. Wir tun dies aus einem tiefen Bewusstsein unserer eigenen Angreifbarkeit. Es gibt keinen unter uns, der nicht in die gleiche Lage geraten sein könnte, wenn wir nicht die Mittel eingesetzt hätten, die allen durch das Wort und den Geist zur Verfügung gestellt werden.

Ich bin sicher, dass viele von Ihnen Fragen hierzu haben. Vielleicht sagt jemand: "Wie kann das passieren? Wie kann ein Mann, dem Leiterschaft anvertraut wurde, der die Schrift versteht und sogar lehrt, der persönlich berät, wie kann er es sich erlauben, in solche eine Sache wie die verwickelt zu werden?" Die Antwort, die überall in der Schrift gegeben wird, ist natürlich die Hinterlistigkeit der Sünde. Die Sünde hat eine seltsame Macht, uns zu betrügen und uns das rechtfertigen zu lassen, was wir tun.

Neulich stieß ich auf einen von Dr. Erwin Lutzer, den Pastor der Moody Memorial Gemeinde in Chicago, geschriebenen Artikel. In ihm weist er auf einige heutzutage populäre Lügen hin, die wir häufig verwenden, um Sünde zu rechtfertigen. Hier ist eine von ihnen:

Wir gestatten es uns oft selbst zu denken, dass Gott unfair ist, wenn er uns Leidenschaften gibt und dann ihre Erfüllung einschränkt. Wir sagen: "Ich habe einen starken Geschlechtstrieb. Ich werde nicht angemessen befriedigt und ich fühle, dass ich dies tun muss." Das ist eine Lüge. Das sagt aus, dass unsere Stimmungen und Gefühle und beherrschen müssen. Nirgendwo in der Schrift finden wir, dass uns erlaubt wird, unsere Gefühle über unser Gewissen bestimmen zu lassen. Es ist umgekehrt. Gott stellt uns Kraft bereit, wenn wir wählen, sie zu benutzen.

Eine andere weitverbreitete Lüge heute ist, dass wir durch sorgfältiges Planen schadlos heimlich sündigen können. Das missachtet natürlich das Wort der Schrift, dass sich Gott nicht spotten lässt. Er weiß, was wir tun. Es kann vor ihm nicht verborgen werden. Er hat bestimmt, dass, "wer auf sein Fleisch sät, von dem Fleisch das Verderben ernten wird" (Gal 6,8a). Nichts kann das ändern. Nichts kann dem entgehen. Es ist aber gleichfalls wahr, dass "wer auf den Geist sät, von dem Geist das ewige Leben ernten wird" (Gal 6,8b). Nichts kann das ändern. Zu glauben, dass wir heimlich ohne Strafe sündigen können, ist eine satanische Lüge, die es uns ermöglicht, in böse und gefährliche Verstrickungen zu geraten, die extrem schädlich sind. Wir werden uns selbst unter der züchtigen Hand Gottes finden.

Eine dritte Lüge ist, dass ein genügend großes Vergnügen jede Züchtigung wert ist, die Gott als Resultat auferlegen könnte. Aber was für ein schrecklicher Betrug ist das! Sie würden zustimmen, wenn Sie, wie es einige von uns gesehen haben, den furchtbaren Schaden sehen könnten, der in ein Leben kommt, das versucht, ganz bewusst das Wort Gottes zu missachten. Niemand kann sich vorstellen, wie viel es nicht nur die Einzelperson, sondern genauso auch Andere zerteilen, verletzen und schmerzen kann. Das Ausmaß, in dem das geschieht, ist oft unglaublich. Wenn es wahr sein sollte, wie die Schrift sagt, dass wir einen Samen säen, dann ist die Ernte immer größer als die Saat. Deshalb können wir uns nur selbst betrügen, wenn wir denken, es wäre das Vergnügen wert, das wir erleben.

Eine andere Lüge ist, dass wir in einer Welt von Phantasien leben und doch entschiedene Christen sein können. Viele von uns, befürchte ich, geben sich Phantasien hin, Gedanken-Sünden, Spiele mit dem Bösen, wobei sie denken, dass niemand dadurch geschadet wird, weil niemand sonst es sehen kann. Aber unser Herr Jesus teilt uns sehr klar mit, dass wir, auch wenn wir Begierde in unserem Herzen haben, schon Ehebruch begangen haben, und dass auch dies ans Licht gebracht werden wird. Das bedeutet nun nicht, dass ein flüchtiger Gedanke schon selbst eine sündige Tat ist. Aber wenn wir damit spielen, wenn wir es bewusst in unseren Sinn bringen, wenn wir danach suchen, und ihn mit Pornografie und erotischer Literatur füttern, setzen wir uns selbst dem Gericht Gottes aus. Wir müssen diese Lügen entschlossen ablehnen, und mit dem Leben in der Wahrheit fortfahren, wie Gott uns berufen hat.

Jemand anderes könnte sagen: "Warum behandeln wir dies so ernst? Das ist heute in der Welt üblich. Es ist heute sogar in der Gemeinde üblich. Warum nehmen wir es so ernst?" Die Antwort ist natürlich, weil das Wort Gottes es ernst nimmt. Der Grund, warum es das tut, ist, weil jedes Ausmaß von sexuellem Fehlverhalten direkt die fundamentalste Institution in der Menschheit angreift, und das ist die Ehe. Gott nimmt das sehr ernst, weil die Ehe an der Wurzel des richtigen sozialen Verhaltens ist. Die Ehe stellt das Grundgerüst der Gesellschaftsstruktur dar. Wenn die Ehen anfangen, auseinander zu fallen, wie sie es zu einem beträchtlichen Ausmaß in den letzten Jahrzehnten getan haben, fängt die ganze Gesellschaft an, auseinander zu bröseln. Dies ist die Erklärung für die in die Höhe schnellenden Anstiege in Drogenabhängigkeit, Homosexualität, moralischem Zerfall, Korruption in der Politik, usw. auf jeder Seite. Die zugrundeliegende Struktur, die Fundamente des Zusammenlebens in unserem Land, verschwinden. Darum geht Gott sehr ernst hiermit um, und wir müssen das ebenfalls tun.

Dies zu tun, ist nicht leicht. Ich persönlich mag es extrem ungern, was ich jetzt tue. Aber es muss getan werden, wenn wir Gottes Wort gehorsam sein wollen. Im Auftrag der Ältesten dieser Gemeinde möchte ich Sie daher alle bitten, sich uns bei dem Versuch anzuschließen, unseren Bruder zu erreichen, ihm helfen zu sehen, wie schwerwiegend dies ist, und ihm helfen, wiederhergestellt zu werden.

Wir wollen sehen, wie ihm vergeben und er erneuert wird, die ungebührliche Beziehung beendet wird, und er zurück zu seinen Brüdern und Schwestern in Christus kommt. Zu diesem Ziel erbitten wir Ihre Beteiligung und Ihr Gebet.
Dies war eine ernüchternde Versammlung. Ich kann mir zum Abschluss nichts passenderes denken, als still zusammen zu stehen und diese Angelegenheit im Gebet dem Herrn zu übergeben.
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