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Eklat nach Hostiendiebstahl


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Rolf

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Eklat nach Hostiendiebstahl




Ein Gottesdienstbesucher hat in der Wiesbadener Bonifatiuskirche die geweihte Hostie in die Tasche gesteckt, statt sie zu essen. Der Pfarrer und Gläubige sollen daraufhin handgreiflich geworden sein. Nun prüft die Staatsanwaltschaft ein Verfahren.

Mehrere Gläubige hätten ihm die Arme auseinandergezogen und festgehalten. Der Pfarrer habe an seinen Schultern gerüttelt und gerufen: "Wo ist die Oblate, wo ist die Oblate", sagt der Wiesbadener Thomas R. Stadtdekan Johannes zu Eltz, 49, beschreibt die Szene anders: "Als er mit der Hostie die Kirche verlassen wollte, habe ich ihn am Arm festgehalten." Danach habe der Gottesdienstbesucher nach ihm getreten. Aus Notwehr, sagt der Geistliche, habe er sich dann hinter ihn gestellt und seine Hände festgehalten.

Wie sich die Szene tatsächlich abgespielt hat, muss die Staatsanwaltschaft Wiesbaden klären. Sie prüft ein Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Störung der Religionsausübung.

Am Mittwochabend war Thomas R. in den Eucharistie-Gottesdienst in die Bonifatiuskirche gegangen. Eher aus Zufall, wie er sagt. Er ist protestantisch getauft, aber mit 18 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Eucharistie ist das katholische Abendmahl. Als zu Eltz die Hostie ausgab, ließ auch R. sich eine der geweihten Oblaten geben. Schon das ist ein Sakrileg. Statt sie zu essen, knabberte der 55-Jährige sie nur an und steckte sie in seine Innentasche. "Ich wollte sie mir zu Hause mal näher angucken", sagt er.

"Im katholischen Kirchenrecht ist das die schwerste Straftat, die man begehen kann", sagt Thomas Schüller, Kirchenrechtler der Diözese Limburg. In dem geweihten Brot aus Weizen und Wasser ist für gläubige Katholiken der Leib Christi real gegenwärtig. "Das ist, als würde man vor gläubigen Muslimen den Koran zerschneiden", erläutert Schüller. Von kirchenrechtlicher Seite sei zu Eltz' Eingreifen notwendig gewesen. Der Geistliche habe die Pflicht, einem Hostienraub nachzugehen, betont Schüller - wenn auch nicht mit körperlichem Kontakt.

"Ich habe mehrmals angeboten, mich dafür zu entschuldigen", sagt Stadtdekan zu Eltz, der 2006 die Nachfolge von Ernst-Ewald Roth, Bürgermeister-Kandidat der SPD, antrat. Thomas R. sieht seine Bürgerrechte verletzt und bleibt bei seiner Anklage. Wo die Hostie ist und was damit geschieht, möchte er nicht sagen. Zu Eltz bittet um die Rückgabe.

Quelle: Frankfurter Rundschau
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