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Erdbestattung ist nicht christlicher als Feuerbestattung


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Rolf

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Gnadauer Verband
05. März 2020
 

Erdbestattung ist nicht christlicher als Feuerbestattung

 

 

 

 

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Aus biblischer Sicht sollen für Christen Erd-, Feuer- und Seebestattung gleichermaßen möglich sein. Foto: pixabay.com

Kassel (idea) – Die Bibel macht keine allgemeingültigen Vorgaben hinsichtlich der Beisetzungsform. Insofern sind für Christen Erd-, Feuer- und Seebestattung gleichermaßen möglich.

 

Zu diesem Ergebnis kommt eine „Biblisch-Theologische Orientierung“, die der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften) am 4. März in Kassel veröffentlicht hat. „Unsere leibliche Auferweckung ist nicht abhängig von der Art und Weise der Bestattung“, heißt es in dem vierseitigen Papier mit dem Titel „Bestattungskultur im Wandel“.

 

Es wurde vom Theologischen Arbeitskreis der pietistischen Dachorganisation erarbeitet und vom Gnadauer Vorstand beschlossen.

 

Immer mehr Feuerbestattungen

 

Den Angaben zufolge entscheidet sich heute eine wachsende Mehrheit der Menschen für eine Feuerbestattung. Traditionell habe man in vielen christlichen Kreisen die Ansicht vertreten, dass nur die Erdbestattung mit einem namentlichen Grab christlich zu verantworten sei. Im Alten Testament gebe es aber keine „biblische Bestattungspraxis“, an die man heute direkt anknüpfen könnte. Im Neuen Testament spiegele sich „etwa in der Beerdigung Jesu die (gehobene) jüdische Kultur dieser Zeit wider, ohne dass es in neutestamentlichen Texten konkrete Anweisungen zur Art und Weise christlicher Beisetzungen gibt“. Die verschiedenen Bestattungsformen teilten alle die Idee, den Leib des Verstorbenen an die Grundelemente dieser Welt zurückzugeben, an Erde, Feuer oder Wasser.

 

Allerdings gebe es „sehr gute Gründe, die christliche Tradition der Erdbestattung fortführen zu wollen“. Der Abschied vom Menschen in seiner Leiblichkeit mache den Tod anschaulich und begreiflich. Andere Gläubige fühlten sich an eine solche Tradition nicht gebunden. Dem Papier zufolge sind verschiedene Beisetzungsformen „nicht mehr oder weniger christlich“.

 

Gegen anonyme Bestattungen

 

Der Gnadauer Gemeinschaftsverband wendet sich aber gegen anonyme Bestattungen, also solchen auf Grabfeldern ohne Hinweis auf den Namen des Verstorbenen. Eine „völlige Anonymisierung“ der Beisetzung sei kritisch zu sehen: „Denn sie nimmt den Angehörigen die Möglichkeit, an einem konkreten Ort dieser Welt Abschied zu nehmen und zu trauern. Und sie wird dem leiblichen Charakter unseres irdischen Lebens in Raum und Zeit nicht gerecht.“ Friedwälder und andere alternative Orte letzter Ruhe müssten anhand dieses Kriteriums differenziert beurteilt werden.

 

Die Ehrerbietung vor dem Toten bedeute auch, seine Wünsche für die Beisetzung zu respektieren, „auch wenn ich sie selbst nicht nachvollziehen kann“. Daher sei es gut, in Familien und Gemeinden beizeiten darüber zu sprechen, „wie wir voneinander Abschied nehmen wollen“. Das umfasse auch die Pflege bzw. Wiederentdeckung christlicher Rituale, die seit Generationen Trost spendeten und Trauer ermöglichten. Dazu gehörten etwa die Aussegnungsfeier am Sterbebett, Gedenkgottesdienste bzw. -andachten, sei es im kleinen Rahmen einige Monate nach der Beerdigungsfeier oder im gemeindlichen Totengedenken am Ewigkeitssontag.

 

Laut Umfragen der Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen lag der Anteil der Bestattungen in der Urne 2018 in Deutschland bei 73 Prozent und im Sarg bei 27 Prozent. 2014 hatte das Verhältnis 67 zu 33 Prozent betragen.


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