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Untergrabung der biblischen Missionsarbeit


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Rolf

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„Kontextualisierung“ und „Insiderbewegungen“: Untergrabung der biblischen Missionsarbeit






17.04.2012

Immer wieder hören bibeltreue Gläubige in dieser Zeit beunruhigende Nachrichten über neue Entwicklungen auf gewissen Missionsfeldern. Da ist die Rede von „muslimischen Jesusnachfolgern“, die angeblich an Jesus Christus gläubig geworden sind, aber dennoch Muslime bleiben, in die Moschee gehen, das muslimische Glaubensbekenntnis sprechen usw. Man kann auch von „messianischen Hindus“ hören, die ebenfalls im Rahmen ihrer Religion bleiben und dennoch angeblich an Jesus Christus glauben, und ähnliches gilt auch für andere Religionen. Die Befürworter dieser neuen Missionsmethoden sprechen begeistert davon, welche ungeahnten Möglichkeiten diese Strategie biete, Millionen Menschen zu erreichen. Sie verweisen auf das anscheinend phantastische Wachstum von „Jesus-Gemeinschaften“ und „Jesus-Bewegungen“ im Rahmen gewisser Weltreligionen.

Weil die dort gewonnenen „Gläubigen“ angehalten werden, weiterhin in ihrer bisherigen Religion zu verbleiben, spricht man auch von „Insiderbewegungen“. Der große Vorteil dieser Bewegungen sei, daß die „Gläubigen“ nicht von ihrer Familie und ihrer Umgebung als Christen erkannt und deswegen verfolgt und ausgestoßen würden. Auf diese Weise könne sich die Botschaft von Jesus ungehindert ausbreiten, und ganze Familien, Clans und Stämme, ganze Moscheen und Dörfer könnten zum „Glauben“ kommen.

Das Ziel sind große Massenbewegungen, wie es sie in Afrika in den „Unabhängigen Afrikanischen Kirchen“ schon seit längerem gibt – Kirchen, die allerdings in übelster Weise „christliche“ Elemente mit charismatischen Erscheinungen (Propheten, Visionen, Wunderzeichen) sowie mit heidnisch-okkulten Praktiken ihrer alten Religion verbinden und deshalb jahrzehntelang als religionsvermischende Sekten gemieden wurden. Inzwischen werden sie, nicht zuletzt wegen ihres gewaltigen Massenwachstums, vom Ökumenischen Weltrat der Kirchen wie von vielen Evangelikalen als ernstzunehmende Vorbilder gelungener Kontextualisierung des christlichen Glaubens gewürdigt.

Nun wurden viele Evangelikale schon seit längerem daran gewöhnt, alles ungeprüft willkommen zu heißen, was eine Ausbreitung des „Christentums“ in irgendeiner Form bewirkt und Massen anzieht. Der Zweck heiligt die Mittel, und immerhin kommen doch dadurch Menschen „zum Glauben“ … oder etwa nicht? Was ist das für ein Glaube, bei dem die Menschen eine angeblich „glühende Liebe zu Jesus“ haben und doch weiterhin „Allah“ anbeten oder dem Krischna opfern und ihren Glauben nicht offen und auf biblische Weise bekennen? Wer sich näher mit der Literatur der Befürworter dieser Bewegungen beschäftigt, erkennt zunehmend, daß diese phänomenalen Erfolge mit schwerwiegenden Verfälschungen der biblischen Botschaft und einem Bruch mit der biblischen Lehre über die Gemeinde erkauft sind.




Neuartige „missionale“ Missionslehren der „Kontextualisierung“

Grundlage dieser verwirrenden und erschreckenden Erscheinungen ist eine radikal andersartige Vorstellung von Mission und Evangelisation, die seit etwa 40 Jahren die missionarischen Aktivitäten der Evangelikalen zunehmend beeinflußt und umprogrammiert. Dieses andersartige Verständnis wird oft durch die Stichworte „missionale“ und „kontextualisierte“ Mission ausgedrückt. Es geht im Prinzip um eine tiefgreifende Ausrichtung auf die Denkweise und Sitten der Zielkultur, unter der man arbeiten will. Um möglichst viele Menschen für den „christlichen Glauben“ zu gewinnen, müsse dieser an die jeweilige Umgebung, die einheimische Kultur und Religion angepaßt werden. Die christliche Botschaft müsse Elemente der anderen Kultur und Religion in sich aufnehmen, damit sie als wirklich „einheimisch“ erlebt und von den Massen der jeweiligen Volksgruppe auch akzeptiert würde.

Diese neuen Lehren bedeuten eine deutliche Abkehr von der früheren bibeltreu-evangelikalen Missionsarbeit und Evangeliumsverkündigung. Die Verbreiter der neuen Missionslehren reden von einem „neuen Paradigma“ (einem neuen Grundsatz oder Denkansatz), das dringend nötig sei. Die klassische Missionsarbeit voriger Jahrhunderte sei in vielem falsch und ungenügend gewesen; sie sei zuwenig auf die Kultur der Völker eingegangen, sei zu „fremdartig“ gewesen. Die alten Missionare hätten die Religion der Völker, unter denen sie arbeiteten, zu negativ gesehen; sie hätten viele Sitten abgelehnt, die mit dieser Religion im Zusammenhang standen, und hätten deshalb nur wenige Menschen gewinnen können. Sie hätten das Evangelium auf eine kulturell unsensible und unangepaßte Weise verkündigt, und davon müsse man dringend abkommen, wenn man „alle Völker zu Jüngern machen“ wolle.

Deshalb sei eine „kontextualisierte“ (an die Kultur/Religion angepaßte) Botschaft ebenso wichtig wie „kontextualisierte“ Gemeindeformen. Es sei für das Wachstum förderlich, wenn die „Gläubigen“ sich von der Christenheit absetzen und sich weiterhin als Moslems oder Hindus bekennen. Zu diesem Konzept gehören „kontextualisierte“ Bibeln, in denen z.B. unter Moslems nicht mehr zu lesen ist, daß Jesus Christus der Sohn Gottes und Gott sein und unser Vater ist (vgl. die Meldung der Aktuellen Notizen: „Muslimfreundliche“ Bibelübertragungen verfälschen das Zeugnis von Jesus Christus als dem Sohn Gottes). Es wird ein kulturell angepaßtes, verfälschtes Evangelium verkündet, und statt biblischer Gemeinden werden rasch sich teilende Zellgruppen oder Hausgemeinden gegründet, in denen Lehre und geistliche Reifung und Gründung der Verantwortlichen im biblischen Sinn nicht mehr möglich und auch nicht erwünscht sind. Über diese Praktiken habe ich ein neues Buch geschrieben, aus dem Auszüge zusammen mit diesen Meldungen vorab auf dieser Webseite veröffentlicht werden.



Die Wurzel der falschen Missionslehren in der liberalen ökumenischen Bewegung

Diese neue Missionslehren haben ihre Wurzeln in den Irrlehren der ökumenischen Weltbewegung. Nach der Weltmissionskonferenz von 1910 in Edinburgh entwickelte sich im Internationalen Missionsrat eine einflußreiche Strömung, die ein neues, auf der bibelkritischen liberalen Theologie beruhendes Verständnis von „Mission“ propagierte. „Mission“ sollte darin bestehen, daß ganze Völker durch ein liberal verwässertes falsches Evangelium zum „Christentum“ gebracht werden sollten, wobei dieses „Christentum“ dabei auch „wahre“ und „gute“ Elemente der früheren Religionen aufnehmen und integrieren sollte. Das beruhte auf falschen Lehren über ein angeblich schon heute in der Welt existierendes „Reich Gottes“, das die Kirche bauen solle. Dieses „gegenwärtige Reich Gottes“ müsse von der Kirche gemeinsam mit Ungläubigen gebaut werden (vgl. dazu meinen Artikel Das Reich Gottes – gegenwärtig oder zukünftig? Die biblische Lehre vom Reich Gottes und heutige Irrtümer).

Später wurden diese liberal-ökumenischen Lehren mithilfe der irreführenden Theologie Karl Barths noch verfeinert. Man entwickelte die „missionale“ Irrlehre von der „Missio Dei“. Gott wirke angeblich schon heute erlösend und heilend unter den Heidenvölkern, durch andere Religionen, durch Kultur und Wissenschaft usw. Damit wurde, ähnlich wie in der katholischen Kirche, die Anpassung an diese heidnischen Religionen Teil der unbiblischen „Missionsstrategie“. Im Zusammenhang damit entwickelte sich auch die Irrlehre von der „Kontextualisierung“. Theologie und Mission müsse sich jeweils an den „Kontext“ (das Umfeld) der verschiedenen Kulturen anpassen und Elemente dieser Kulturen und Religionen aufnehmen, damit das jeweilige Christentum auch „einheimisch“ sei und damit von den Völkern leichter angenommen werden könnte. Damit wurde auch die Aufnahme des liberalen „sozialen Evangeliums“ in das Missionsverständnis verbunden. Mission bedeute nicht nur Evangeliumsverkündigung, sondern auch gesellschaftspolitisches Engagement, Kampf um politische und soziale Besserstellung der Menschen hier und jetzt.

Diese Irrlehren sickerten bald in die Reihen der Evangelikalen ein. Viele Gläubige wissen gar nicht, daß sich über all die Jahre zahlreiche führende evangelikale Theologen, Professoren und Missionspraktiker an den Tagungen des Internationalen Missionsrates und des Ökumenischen Weltrates der Kirchen beteiligten (u.a. auch Billy Graham). Sie trugen das verdorbene Gedankengut dieser Kreise in die Reihen der Evangelikalen. Allerdings war dort aufgrund der vordringenden Bibelkritik und ökumenischen Dialogbereitschaft ohnehin eine Offenheit für solche Gedanken vorhanden. Die Stichworte „missionale Gemeinde“, „Missio Dei“, „kontextualisierte Mission“ wurden immer häufiger erwähnt und prägten zunehmend die Lehre und die Arbeit vieler evangelikaler Missionen und Missionare. Diese Zusammenhänge werden etwas ausführlicher in den unten angeführten Auszügen aus meinem demnächst erscheinenden Buch Zerstörerisches Wachstum erläutert und auch belegt.



Die verführerische Methode der „Insiderbewegungen“

Eine Vorreiterrolle bei der gezielten Auslösung von massenhaften Gemeindegründungsbewegungen, die keine biblische Bekehrung und keine Ablösung von der alten Religion mehr erforderten, spielten charismatische Gruppierungen wie „Jugend mit einer Mission“ und „Frontiers“. Die „Insiderbewegungen“ tragen praktisch alle das Gepräge irrgeistiger Verführungsbewegungen, mit einem starken Akzent auf Visionen und Träume, auf charismatische „geistliche Kriegsführung“ und Wunderzeichen, Heilungen usw. Der betrügerische Geist der Charismatiker, verbunden mit den ohnehin vorhandenen okkulten Vorprägungen der Menschen in diesen Ländern, erklärt auch das ungewöhnliche Massenwachstum, mit dem die Strategen dieser Bewegungen als Argument und Aushängeschild für ihr unbiblisches Konzept Werbung machen.

Die Bekehrung des Einzelnen wird als etwas Schädliches verworfen und stattdessen eine „Gruppenbekehrung“ ganzer Familien, Dörfer und Stämme angestrebt, die die Bibel so nicht kennt. Man solle die „Gläubigen“ nicht aus ihrem sozialen und religiösen Umfeld „herausziehen“, sondern bewußt darin belassen. Doch wenn wir in die Bibel sehen, dann hat der Apostel Paulus genau das Gegenteil gelehrt und praktiziert. Seine Lehre, nach der Juden und Heiden zusammen in einer einzigen Gemeinde dem Herrn dienten, war das genaue Gegenteil der „Insiderbewegungen“; nach diesen Irrlehren hätte Paulus sorgfältig getrennte Gemeinden für Juden und für Heiden gründen müssen, mit jeweils unterschiedlicher, angepaßter Botschaft. Stattdessen sonderte er die Gläubigen sowohl von der Synagoge (vgl. Apg 19,9) als auch von den Heiden ab und lehrte sie, was für ihre Volksgruppen jeweils ein Greuel war, die eine Gemeinde, in der nicht Jude noch Grieche war, nicht Sklave oder Freier (Kol 3,11) – ein eindeutiges „Hindernis für massenhaftes Wachstum“! Es gab zwar auch die Bekehrung ganzer Häuser, aber das war keineswegs die Regel oder eine gezielte Methode (vgl. als Gegensatz z.B. Apg 17,34). Die Bekehrung ganzer Sippen oder Stämme aber wird nirgends im NT erwähnt.

Im Grunde haben diese „Insiderbewegungen“ unter Hindus und Muslimen eine sehr enge Verwandtschaft mit den heutigen „kontextualisierten“ Gemeindewachstums-Bewegungen in den USA und Europa, besonders mit der Emerging Church-Richtung und mit den „organischen Gemeinden“ bzw. „Hausgemeinden“, wie sie von Neil Cole, Wolfgang Simson, Alan Hirsch oder Christian Schwarz verkündet werden. Ein Bindeglied sind Missionare wie David Garrison oder David Watson, die in Asien und Afrika kontextualisierte Gemeindebewegungen nach dem Insiderkonzept organisierten und in den USA und Europa für ähnliche Konzepte werben. Diese Lehren klingen erst einmal recht einleuchtend, aber sie untergraben wirklich biblische Gemeinden und die mühsame Arbeit echter biblischer Evangelisation und Gemeindegründung. Darauf wollen wir in einem späteren Beitrag ausführlicher eingehen.


Quellen: Siehe untenstehende Schriften auf dieser Webseite


www.das-wort-der-wahrheit.de Rudolf Ebertshäuser 17. 4. 2012


Zu diesem Beitrag können Sie auf unserer Webseite lesen:

„Kontextualisierung“: Die tödliche Anpassung an die Kulturen und Religionen der Welt (neu veröffentlicht)

Kontextualisierung am Beispiel der Missionsarbeit unter Moslems (neu veröffentlicht)





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