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Anpassung an die Welt ?


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Rolf

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Anpassung an die Welt ?



Geschrieben von C.H. Spurgeon


Sophronius hatte eine schöne Tochter namens Eulalia. Diese bat ihn eines
Tags um die Erlaubnis, einem Schauspiel beiwohnen zu dürfen. ,,Das kann ich
dir nicht gestatten, mein Kind," sagte der griechische Vater. ,,Du mußt mich
doch für außerordentlich schwach halten," sagte das Mädchen sehr gereizt.
Sophronius nahm eine kalt gewordene Kohle vom Herd und reichte sie der
Tochter dar. Sie weigerte sich, dieselbe in die Hand zu nehmen. ,,Nimm sie,
mein Kind, sie brennt nicht und wird dir nicht schaden." Eulalia gehorchte,
und sofort wurden ihre Finger schmutzig, und es fiel auch ein wenig von der
Kohle auf ihr Kleid. ,,Vater," sagte die betrübte Tochter, ,,wenn man Kohlen in
die Hand nimmt, kann man sich gar nicht genug vorsehen." ,,Das ist so,"
antwortete Sophronius feierlich; ,,denn selbst, wenn sie nicht brennen,
schwärzen und beflecken sie."

O ihr, die ihr zuweilen lüstern nach den Freuden der Welt hinüberschauen
mögt, es mag sein, daß die Weltlust euch nicht brennt; aber selbst, wenn sie
das nicht tut, so verunreinigt sie euch doch, und darum flieht sie!
Die vergiftete Atmosphäre. Ich erinnere mich, einst die Grotto del Cane in der
Nähe von Neapel besucht zu haben. Es ist eine ganz natürliche Höhle, welche
aber zum Teil mit einer sehr giftigen Atmosphäre gefüllt ist. Da das
Kohlenstoffgas schwerer ist als die gewöhnliche Luft, so lagert sich diese nach
unten bis zu einer Höhe von drei bis vier Fuß. Wenngleich nun ein Mann in
aufrechter Stellung ohne Nachteil für sich hindurchgehen kann, so können
ihm doch wenige Sekunden ungemein verhängnisvoll werden, sobald es ihm
einfallen sollte, sich ein wenig niederzusetzen, oder gar hinzulegen.

Wenn wir unser Haupt dem Himmel zugewandt und oberhalb der giftigen
Ausdünstung, die uns überall hier unten umgibt, behalten, so können wir
ungefährdet durch diese Welt hindurchkommen. Sobald es uns aber einfallen
sollte, hier unsere Ruhe zu suchen und die vergiftete Atmosphäre einzuatmen,
ist unser Leben in der größten Gefahr.

Die Gefahr der Vergnügungen. Man sagt uns, daß da, wo die schönsten
Kakteen wachsen, an der Wurzel jeder Pflanze die giftigste Schlange zu finden
ist. So ist es mit der Sünde. Eure schönsten Vergnügungen beherbergen eure
größten Gefahren. Gebt acht auf eure Vergnügungen, gebt acht! In Kleopatras
Blumenkorb lag die todbringende Natter verborgen, und so schlummern in
den Blumen weltlicher Freuden eure Sünden.

Franz von Sales hat sehr schön gesagt, daß wie die Perlmuschel im Meer lebt,
ohne auch nur einen Tropfen Salzwasser in sich aufzunehmen, und wie die
Feuerfliege in die Flammen fliegt, ohne ihre Schwingen zu verbrennen, auch
ein gottseliger Mensch sehr wohl in der Welt leben kann, ohne sich mit der
Welt zu verbinden, und durch die Flammen irdischer Begierden und Lüste
hindurcheilen kann, ohne daß er sich die Schwingen der glühenden
himmlischen Wünsche und eines gottseligen Lebens versengt.

C.H.Spurgeon
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