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Verliebt, verlobt. . . voreheliche Partnerschaften


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Rolf

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Verliebt, verlobt. . . voreheliche Partnerschaften


von Michael Götz


1.Warum überhaupt Ehe


Vom Ziel her denken und leben heißt die Devise, um Fragen der Gegenwart weitsichtig anzugehen. Nur aus der momentan, oben aufliegenden Stimmungslage zu entscheiden, greift zu kurz. Ebenso ist es nicht hinlänglich, althergebrachte Formeln gedankenlos wiederzukäuen, um gegenwärtig brennende Fragen zu beantworten.

Vom Ziel her denken - vom Ziel? Was heißt hier eigentlich Ziel bei vorehelichen Partnerschaften? Mit „vorehelich“ wird schon vorausgesetzt, dass Partnerschaften im Hafen der Ehe einlaufen sollen. Das Ziel scheint schon vorgegeben. Doch ist das Ziel „Ehe“ für eine Freundschaft noch allgemeine Übereinstimmung?

„Ich lass mich doch nicht lebenslang verknacken - Beziehung ja - Ehe lieber nicht. Wozu die Quälerei?“ Die lebenslange Gemeinschaft zwischen einer Frau und einem Mann im Rahmen einer Ehe ist schon seit einigen Jahren kein Konsens mehr. In einer Zeit, wo das Individuum mit seinen Bedürfnissen und mit dem Ziel der Selbstverwirklichung im Mittelpunkt steht, müssen zwangsweise alle öffentlichen Einrichtungen ins Wanken geraten - siehe Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und somit auch die Ehe.

Die Individualisierung hat sich in den letzten drei Jahrzehnten häufig dorthin entwickelt, dass die immerwährende Spannung zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft zugunsten des Einzelnen aufgelöst worden ist. Und somit ist es vielerorts undenkbar geworden, dass eine Gemeinsamkeit in Form einer Ehe gewichtiger und für das Leben fördernder sein kann als eine isolierte Selbstbestimmung.

Undenkbar weil ich in einer Ehe nicht mehr der alleinige Architekt meines Lebenslaufes bin, sondern ihn mit dem anderen Partner gemeinsam gestalten muss - notwendigerweise mit Kompromissen auf beiden Seiten. „Wozu die Quälerei?“

Maßgeblich unterstützt wird diese ganze Entwicklung auch durch die häufig nicht glaubwürdig vorgelebten Ehen. Misslungene Verständigung, diktatorisches Verhalten eines Partners, Lieblosigkeit im Umgang miteinander, Treulosigkeit in Form von außerehelichen Beziehungen, schmerzvolle Ehezerbrüche - um nur einige augenscheinliche Missstände innerhalb von Ehen zu benennen. Positive Vorbilder sind rar, dafür werden negative in den Medien breitgetreten. Die Ehe - jedenfalls als lebenslange Bindung - scheint nicht erstrebenswert. Auch wenn einige Zeitströmungen das Gegenteil vermuten lassen , sprechen die Eheschließungs- und Scheidungszahlen für sich . Daher müssen wir, wenn wir miteinander über die Zeit vor der Ehe sprechen wollen, uns erst über die Ehe als Ziel an sich klar werden.

2.Wann beginnt Ehe?

Mit dem Freund oder der Freundin zusammenzuleben im umfassenden Sinn ist in den letzten Jahren Gang und Gebe geworden. Entweder als Testzeit, um in vielerlei Hinsicht (miteinander wohnen, schlafen, essen etc.) zu prüfen, ob man zueinander passt oder gar als alternative freie Form der Zweierschaft, die sich ohne lästige gerichtliche Verhandlungen rasch wieder beenden lässt. Die Form des Zusammenlebens entspricht der einer Ehe. Doch rechtlich gilt die Beziehung ohne amtlich beglaubigtes Treueversprechen nicht als Ehe und erhält damit auch nicht den gesetzlichen Schutzraum. Innerhalb der christlichen Gemeinde fehlt auch der Gottesdienst zu einer Eheschließung. Da heraus ergibt sich die Frage, wann denn Ehe überhaupt beginnt? Wann denn eine voreheliche Beziehung zu einer ehelichen wird?

3.Wie gestalte ich voreheliche Partnerschaften?

Die Jugendzeit als eigener Lebensabschnitt ist ein Konstrukt des letzten Jahrhunderts, die gegenwärtig in Bezug auf ihre zeitliche Ausdehnung maximale Länge erreicht hat. Die Shell-Studie versteht unter Jugendlichen die 13 bis 29-jährigen. Nicht mehr Kind und noch nicht Erwachsener sein - diese spannungsvolle Phase dehnt sich beständig aus. Noch nie klaffte der Spalt zwischen der Geschlechtsreife als körperliche Voraussetzung für eine intime Beziehung zu einem Partner (10.-15. Lebensjahr) und die finanziell-wirtschaftliche Unabhängigkeit als äußere Voraussetzung für eine selbst bestimmte Gestaltung des eigenen Lebens (20.-30.Lebensjahr) so weit auseinander. Das Heiratsalter steigt fortwährend und somit dehnt sich die Zeit aus, in der voreheliche Partnerschaften geführt werden. Fünf und zehn Jahre befreundet sein bzw. einige feste und intime Freundschaften schon hinter sich zu haben, bevor man heiratet, ist inzwischen die Regel. Da heraus ergibt sich die Frage nach der Gestaltung dieser Zeit vorehelicher Partnerschaften.


II. Biblische Grundlagen zum Nachforschen

1. Warum überhaupt Ehe?

Der Sinn der Ehe besteht in der dauerhaften liebenden Ergänzung (s.1.), in dem liebenden Einswerden von Frau und Mann (s.2.) und der Öffnung der geschenkten Gemeinschaft für andere (s.3.).

1.1.Weil die Ehe uns Menschen von Gott als eine gute Gabe geschenkt ist (1Mo 2,18)

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei...“ Wie viel Erfahrung liegt diesem Satz verdichtet zu Grunde! Einsamkeit gehört mit zu den fürchterlichsten Qualen menschlichen Erlebens. „Vollendet ist das Paradies erst, wo der Mensch dem Leben nicht mehr einsam gegenübertritt.“ Denn der Mensch ist als ein Gemeinschaftswesen geschaffen. So selbstverständlich das klingt, so umstritten ist dies immer gewesen.

Im griechischen Mythos, in welchem die Schaffung der Frau als Bestrafung des Menschen geschildert wird, oder auch in der indisch-asiatischen Denkweise, in welcher der Mensch der Welt absagt und sich in sich selbst versenkt, um aus dem ewigen Rad des Leidens herauszukommen, herrscht das Ideal des unabhängigen Menschen. Auch in unserer Zeit wird nicht selten der in sich, ausschließlich nach seinen eigenen Gesetzen lebende Mensch beschworen. Dagegen hat die Bibel eine andere Einsicht. Der Mensch braucht das Du. Als Ebenbild und Gegenüber eines sprechenden Gottes (1Mo 1,26) ist er auf Kontakt und Beziehung grundlegend veranlagt. Einsamkeit ist nicht gut für den Menschen. Dies weiß Gott und spricht:

„...ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“ So übersetzt Luther und kommt damit in ein Fahrwasser, welches die Frau zur Dienerin des Mannes erniedrigt. Dagegen meint der hebräische Satz „... ich will ihm ein Gegenüber (eine Hilfe, einen Beistand) machen, die ihm entspricht (und damit absolut gleichwertig ist).“ Also keine Rede von einem am Manne hängenden Sklaven. Nein, „ Hilfe, Korrektur, Ermutigung und Freude“ sollen sie sich gegenseitig sein. Unterstrichen wird dies in 1Mo 1,27, wo Gott den Menschen gleichzeitig als Frau und Mann schafft. Mensch ist nicht alleine Frau oder alleine Mann. Sondern nur gemeinsam sind sie Mensch und Ebenbild Gottes. Und als Ebenbilder sind sie Gott gleich zur Liebe und Fürsorge füreinander berufen (1Mo 2,15).

Die Ehe als gute Stiftung Gottes ist nicht nur eine unter vielen Gaben Gottes für die Menschen, sondern ihre besondere Wertschätzung wird durch die biblischen Vergleiche der Ehe mit der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk (AT z.B. Jer 2,2) und der Beziehung zwischen Jesus und seiner Gemeinde (NT z.B. Eph 5,22-33) bekräftigt. Die Treue Gottes wird bruchstückhaft sichtbar in einer dauerhaften und verlässlichen Beziehung. Darin liegt das Besondere der theologischen Deutung einer Ehe.

1.2.Weil die Ehe Lebensraum für das Wachsen und Reifen einer Beziehung zwischen Frau und Mann bietet. (1Mo 2,24)

Mit der Ehe wird ein neuer Lebensraum betreten und ein alter verlassen: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen und werden ein Fleisch sein.“ Zwingend notwendig wird es sein, den alten Raum des Elternhauses (nicht nur geographisch, sondern vor allem geistig-seelisch) ganz zu verlassen, um den neuen Raum mit ganzem Herzen betreten zu können. Dieser Raum ist eine totale Lebens- und Liebesgemeinschaft, die im Personenkern, im Herz (griechisch „kardia“ Mt 5,27f; 19,8) der Partner verankert ist. Diese Gemeinschaft ist Gott wichtig und deswegen schützt er sie. Zusammenfassend wird dieser Lebensraum der Ehe durch drei von Gott gestifteten „Schutzwänden“ umschlossen.

a) Die Ehe ist ausschließlich (exklusiv) und wird zwischen einer Frau und einem Mann geschlossen. Andere Personen haben innerhalb dieser Beziehung keinen Platz. Die Gemeinschaft in der Ehe ist vorrangig vor jeder anderen Beziehung. Das „Ja“ zu dem Partner schließt tausende „Neins“ gegenüber anderen Menschen ein und schützt so vor Wirrungen in Dreiecks- oder Mehrecksbeziehungen. Indem Adam eine Frau - und nicht mehrere - als sein Gegenüber bekommt, ist die Ehe als Partnerschaft zwischen einer Frau und einem Mann gedacht. Die Vielehe - auch der israelischen Könige - ist nicht gottgewollt, sondern nach alttestamentarlicher Überlieferung durch Lamech eigenmächtig eingeführt worden (1Mo 4,19).

B) Die Ehe ist lebenslang, denn „EIN Fleisch sein“, drückt die Unauflöslichkeit einer „unzerreißbaren organischen Lebenseinheit“ aus (ebenso wie das hebr. Wort für „anhangen“), die Jesus im NT nochmals dick unterstreicht: „Was nun Gott zusammengeführt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Mk 10,9). Dies schützt die Partnerschaft vor der dauernden Angst, den Partner wegen jemand anderem oder einem Beziehungsproblem zu verlieren. Die Unauflöslichkeit wird somit nicht als Drohung verstanden, sondern als Hilfe für ein Paar, Krisenzeiten miteinander durchzustehen, um daran gemeinsam zu reifen.

c) Die Ehe ist öffentlich und keine reine Privatangelegenheit. Deutlich wird der öffentliche Rechtsakt der Ehe durch das Verlassen der Eltern, dem Treueversprechen („anhangen“) und dem Eingehen einer ganzheitlichen Beziehung. Das hebr. Wort für „Anhangen“ meint wörtlich „kleben“ und drückt den Akt der Treueverpflichtung aus. Allen anderen wird damit signalisiert: Diese beiden gehören zusammen und ihre Gemeinschaft gilt es für alle zu schützen.

Die Ehe als Lebens- und Schutzraum für eine Beziehung wird in der Bibel nicht „rosarot“ verklärt, sondern wird auch mit all den Gefährdungen aufgezeigt (z.B. Jakob, David). Als erste Folge des Sündenfalls verlieren Adam und Eva die Unbefangenheit ihres grenzenlosen Vertrauens, indem sie entdecken, dass sie „nackt“, sprich bloßgestellt und damit verletzlich, voreinander stehen (1Mo 3,7). Doch trotz und gerade wegen der Gefährdung durch die Gottlosigkeit des Menschen und der damit verbundenen gestörten Beziehung zu seinem Nächsten, hält Gott an der gut gedachten Zuordnung von Frau und Mann in einer Ehe fest.

1.3.Weil Frau und Mann in einer Ehe mit vereinten Kräften sich für andere öffnen und somit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können.

Der Auftrag an die Menschen sich zu vermehren, hat seinen Platz in der Ehe (1Mo 1,28) und bedeutet eine Bereicherung und ein Segen für die ihnen anvertraute Welt. Die Kinder als die nächste Generation der Menschheit und damit die Gestalter der Welt von morgen sollen eingebettet in eine partnerschaftlich gelebte Ehe eine gute Startposition für ihr Leben erhalten (Vertrauen, Selbstständigkeit, soziale Verantwortung etc einüben, Grundfähigkeiten und -kenntnisse wie Sprache etc. lernen).

Die Haustafeln im NT (Eph 6,1-4; Kol 3,20-22) gewinnen Eltern und Kinder für eine Sicht der Familie, in der die Generationen in Liebe zueinander geordnet werden. Wichtig ist hier, die Kinder nicht als Zweck und Sinn der Ehe zu missbrauchen und damit zu überlasten. Zum einen wäre die Ehe nach dem Weggang der Kinder dann ohne Sinn und zum anderen würde das lebensnotwendige Loslösen und Mündigwerden der Kinder behindert.

Doch weit über die Kinder hinaus kann und soll die Ehe als Keimzelle für eine Gesellschaft im Größeren dienen. Gastfreundschaft und ein offenes Haus sind Kennzeichen für einen von der Nachfolge geprägten Lebensstil (Jes 58,7). So wie Gott uns in seine Familie einlädt, sollen unsere Familien offen sein für andere Menschen - für die Schwestern und Brüder in der Familie Gottes (Gebot der Bruderliebe, z.B. 1Joh 3,16-18) genauso wie für die Menschen außerhalb der Gemeinde Gottes (Nächstenliebe, z.B. Mk 12,31) - beides getreu nach dem Vorbild Jesu. Wer solch ein offenes Haus lebt wird auch schnell merken, dass nicht nur er der Gebende ist, sondern dadurch selbst reich beschenkt wird. Als Ebenbilder Gottes sind alle Menschen auch über ihr Haus hinaus in 1Mo 2,15 zur Liebe und Bewahrung der gesamten Schöpfung berufen.

Über die Ehe als eine Gabe Gottes redet die Bibel mit deutlichen Worten und lässt keinen Zweifel, dass sie DIE öffentlich-verbindliche Form einer gelebten ganzheitlichen Partnerschaft zwischen Frau und Mann ist. In der Schöpfung begründet zieht sich die Wertschätzung der Ehe durch das gesamte AT bis hin zu Jesus, der die Ehe radikal in Schutz nimmt. Deutlich wird bei ihm, dass er zu einem gelingenden Leben verhelfen will, denn obwohl er die Ehe z.B. in der Bergpredigt (Mt 5,27-32) drastisch schützt, geht er in einer ungewohnt barmherzigen Art und Weise mit Menschen um, die in einer Ehe gescheitert sind (Joh 8,1-11). Und somit bleibt als letztes nur zusammenzufassen, dass die Ehe trotz all ihrer Gefährdungen, um die die Bibel weiß, eine von Gott gewollte und damit gute Ordnung ist. Die Ehe als Ziel jeglicher vorehelicher Partnerschaft ist somit unumwerflich.

2. Wann beginnt Ehe?

Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus der oben gegebenen Charakterisierung der Ehe.

2.1. Folgende Merkmale der Ehe nochmals in Kürze:

Selbstständigkeit der Partner (Reife) - vor allem seelisch-geistig („Verlassen der Eltern“)
eine Frau und ein Mann („ein Mann...seiner Frau anhangen...“)
öffentliches Treueversprechen als feste Absichtserklärung beider Partner („anhangen“)
verbindlich bis zum Tode eines Partners („...soll der Mensch nicht scheiden.“)
totale Lebens- und Liebesgemeinschaft, die das Einswerden der Partner in geistig-seelischer und körperlicher Hinsicht meint („ein Fleisch werden“)
Zur totalen Lebens- und Liebesgemeinschaft gehören folgende Aspekte partnerschaftliches Verhalten (Kommunikation, Vertrauen, gegenseitige Höherachtung, Hingabe an den anderen, Sexualität als Ausdrucksform der gegenseitigen Liebe)
gemeinsamer Haushalt (Räume, Aufgabenverteilung, Finanzen)
Öffnung der Ehe für andere (Kinder, Gemeinde, Menschen allgemein)

2.2. Aus diesen Merkmalen ergeben sich folgende Konsequenzen:

Die Vorraussetzung für eine Ehe ist die Selbstständigkeit beider Partner und ihr Willen eine verbindliche und partnerschaftliche Beziehung einzugehen.

Der Beginn einer Ehe ist ein öffentliches und verbindliches Treueversprechen kombiniert mit dem Eingehen einer totalen Lebens- und Liebesgemeinschaft.

Die lebenslangen Aufgaben einer Ehe sind zum einen nach innen: das partnerschaftliche Miteinanderleben, welches im Kern sich durch eine gelungene Verständigung auszeichnet.
nach außen: die Wahrnehmung der Verantwortung und die damit verbundene Öffnung der Ehe für Kinder und für die Gesellschaft in ihren verschiedenen Facetten (christliche Gemeinde, Nachbarschaft, Vereine, Politik etc.)
[Bearbeiten]2.3. Der Beginn einer Ehe
wird markiert als deutliches Betreten eines neuen verbindlich, unbefristeten Lebensraumes. Denn was ist eine Liebe, die nur befristet gewährt wird? „Oder eine Liebe, in der schon gar kein Versprechen mehr liegt, schon gar nicht mehr beabsichtigt und gegeben wird?“ Liebe ist nicht nur eine augenblickliche Emotionslage, sondern ein sich Verbünden mit jemandem über den Moment hinaus in die Zukunft. „Die konkrete und nicht sentimental-schwärmerische Liebe braucht“ eine dauerhafte Gestaltung über den Moment hinaus. Und aus dieser Verlässlichkeit und Treue heraus drängt die Liebe auf eine öffentliche und rechtliche Gestaltung.

Hilfreich für solch eine öffentliche Gestaltung sind Rituale, die das innere Geschehen (des sich in der Ehe Verbündens) nach außen hin deutlich machen und es somit real werden lassen. Rituale helfen dem Menschen gegen eine Überforderung, seinem Leben dauernd zu neu eine äußere Gestalt zu geben (z.B. Händeschütteln beim Begrüßen). Da das Verbinden von Frau und Mann in einer Ehe ein freudiges Ereignis ist, wird die Hochzeit von jeher schon gefeiert. Es sollen alle Menschen, die zu den Partnern gehören, die ihnen lieb und wert geworden sind, Anteil haben und sich mitfreuen können. Dies ist durch alle Zeiten hindurch gleich geblieben (Ri 14,10ff; Joh 2,1ff). In alttestamentarlichen Zeiten, wie auch noch heute in vielen Ländern, war mit dem Hochzeitsfest das öffentlich-rechtliche (Vertrag zwischen den Vätern) und das religiöse Ausmaß (Segen) verbunden. Dies hat sich in unseren kulturellen und rechtlichen Verhältnissen durch die Trennung von Kirche und Staat dorthin entwickelt, dass der rechtliche Akt des sich gegenseitigen Versprechens (der Vertrag, der heute zwischen den Ehepartnern geschlossen wird) auf dem Standesamt besiegelt wird.

Die öffentliche Miteinbeziehung der Gemeinde geschieht für Christen dann im gemeinsamen Gottesdienst. Dieser fasst folgende vier Aspekte zusammen:

Dem Paar wird der Segen Gottes zugesprochen.
Sie werden auf das Bekenntnis zu dem dreieinigen Gott hin vermählt (Lesung von biblischen Worten zur Ehe, Glaubensbekenntnis)
In der Predigt wird das Wort Gottes als Zuspruch und Anspruch gehört.
Die Gemeinde hält Fürbitte für das Paar und macht dadurch deutlich, dass sie der Ehe Schutzraum innerhalb der Gemeinde bieten will.
Abschließend ist wieder deutlich zu machen, dass dieses Mutmachen von Gottes Seite zu einer klaren und deutlichen Entscheidung für einen Partner, keine Gängelei Gottes ist. Es geht nicht um ein unbarmherziges Vorschreiben von Dingen, `die halt zu tun sind`. Gebote sind Hilfestellungen, die dem Mensch zum Leben verhelfen wollen. Und weil Gott die Beziehung zweier Menschen so hoch schätzt, gibt er dieser einen eindeutigen Rahmen mit einem deutlichen Beginn. Denn dieser öffentliche Beginn einer Lebens- und Liebesgemeinschaft dient als Hilfe für die beiden Partner, sich klar zu werden und dies dem anderen in aller Verbindlichkeit deutlich zu machen, dass man zu dem anderen steht - in guten wie in schlechten Zeiten. Es schützt davor, eine totale Lebensgemeinschaft einzugehen und sich trotzdem nicht verbindlich gegenseitig zu versprechen, was wiederum unauflöslich zu einer solchen gehört.

3. Wie gestalte ich die Partnerschaft vor der Ehe?

Eine voreheliche Partnerschaft mit dem Ziel der Ehe soll den späteren gemeinsamen Weg vorbereiten und fördern. Daher ergibt sich auch diese Antwort aus der in 1. gegebenen Charakterisierung der Ehe. Denn der Umgang von Paaren vor der Ehe wird nicht besonders in der Bibel behandelt, da er in dem Maße wie heute (s.I.3.) nicht aktuell war. D.h. aber nicht, dass keine Aussagen darüber getroffen werden können, sondern wir werden nach biblischen Grundorientierungen suchen, die die Partnerschaft vor der Ehe betreffen.

Ganz allgemein trifft das Gebot der Nächstenliebe („Den anderen lieben wie sich selbst.“ - Mk 12,31) auf jeden Nächsten und somit auch auf den Freund oder die Freundin zu. Von daher lassen sich einige hilfreiche Leitlinien ableiten, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

3.1. Zentrum einer von der Liebe zum Nächsten geprägten Beziehung ist die Verständigung (Kommunikation).

Aufeinander hören, sich in den anderen einfühlen, sich gegenseitig informieren, miteinander diskutieren, Gefühle äußern, Konflikte benennen und austragen, Erwartungen an den anderen formulieren ... sind für eine Beziehung unbedingt nötig. Daher ergibt sich für die Gestaltung der vorehelichen Partnerschaft ein großes Übungs- und Lernfeld. Dort wo die Kommunikation später in einer Ehe stirbt, stirbt auch die Ehe selbst. Daher ist es äußerst hilfreich, ein gesundes Miteinander schon vor der Ehe einzuüben, um in der Ehe lebenslang daran weiterzuarbeiten.

3.2. Die Achtung und Wertschätzung des vorehelichen Partners als eigene Person, mit eigenen Zielen, Wünschen, noch sich im Fluss befindenden Zukunftsplänen... stehen im Mittelpunkt einer Freundschaft von Christen. Der Freund oder die Freundin ist nicht der Erfüller meiner Bedürfnisse. Zu hohe Erwartungen (z.B. totale Lebens- und Liebesgemeinschaft) an den anderen in der vorehelichen Freundschaft überfordern den anderen und insgesamt die Beziehung (insbesondere bei Teenagerfreundschaften).

3.3.Ich binde den befreundeten Partner nicht an mich, sondern lasse ihm viel Freiheit, sein eigenes Leben und sich selbst zu entdecken. Hier gibt es ein ´zu jung´, wenn durch die frühe Bindung einer der Partner unmündig gemacht wird, nicht genug Zeit hat, sein ´Selbst´ zu entwickeln. Entgegen einer festen Bindung gleich einer Ehe, muss der Raum in einer Freundschaft sein, diese wieder auflösen zu können.

3.4. Hierzu gehört auch die Offenheit einer Freundschaft (Freundeskreis, Gemeinde, soziales Engagement, Freizeitaktivitäten), die sich nicht in sich selbst abkapselt. Solche symbiotischen Beziehungen - erwachsen aus einem hohen Anlehnungsbedürfnis - stehen in der Gefahr, die Entwicklung der Partner zu selbstständigen und gleichwertigen Partnern enorm zu behindern.

3.5. Aus der treuen und verlässlichen Liebe Jesu Christi zu mir, bin ich dem anderen auch treu. Treu jedoch noch nicht in dem Sinn einer lebenslänglich verbindlichen Ehe, sondern indem, dass ich zu dem anderen als Freund oder Freundin stehe und keine anderen partnerschaftlichen Beziehungen neben dieser führe (z.B. Urlaubsfreundschaften). Außerdem nehme ich die Freundschaft ernst und löse sie nicht nach Lust und Laune, sondern versuche auch hier Konflikte zu bewältigen, in einer Beziehung zu reifen. Ein ständiges Wechseln der Partner drückt eine oberflächliche und damit einer Beziehung unwürdige Grundhaltung gegenüber dem Nächsten aus. Das ständige Wegwerfen eines Partners, erniedrigt diesen zu einem funktionalisierten und instrumentalisierten Objekt. Dies ist in unserem technischen Zeitalter einer der bedrohendsten Entwicklungen, die alle Lebensbereiche treffen.

3.6. Eine besondere Herausforderung ist der verantwortliche und liebevolle Umgang mit der Sexualität in einer vorehelichen Partnerschaft.
Gegen eine aus der griechischen Philosophie stammenden Leibfeindlichkeit, die sich in der Kirchengeschichte häufig durchgesetzt hat (z.B. Augustin) , beschreibt die Bibel die Sexualität als eine gute Gabe Gottes. Der Mensch ist als geschlechtliches Wesen geschaffen und das ist gut so.

Mehr noch: dass eine Frau und ein Mann eine feste Beziehung eingehen, dass sie ihre Familien verlassen und eine das ganze Wesen umfassende Gemeinschaft eingehen, ist von Gott gewollt: (s.o. 1Mo 2,24) Das „ein Fleisch“ sein, bedeutet das ganze Wesen umfassend eine Gemeinschaft eingehen. Dass Mann und Frau in einer festen und exklusiven Beziehung miteinander Geschlechtsverkehr haben ist gottgewollt. „Dass wir Zärtlichkeit nicht gottlos nennen.“

Aber dies ist nur die eine Seite, die von Gott gut gedachte und gut gemachte Seite. Die andere Seite ist, dass der Mensch durch den Sündenfall aus dem guten Geschenk der Sexualität ein Chaos gemacht hat. Das gute Geschenk Gottes, die Sexualität, das Füreinander von Frau und Mann, wurde preisgegeben, verschenkt. Der Geschlechtsverkehr wurde aus der Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann herausgelöst - die Liebe wurde entpersonalisiert, von der Person gelöst. Dagegen ist in der Bibel geschlechtliche Gemeinschaft immer eingeschlossen in eine umfassende, vom liebenden Herzen her bestimmte Beziehung. Dass in der Bibel ein Liebesbrief aufgenommen wurde wie das Hohelied ist kein Zufall.

Halten wir fest:

a) Der Mensch ist als sexuelles Wesen von Gott geschaffen. Sexualität, im umfassenden Sinn und nicht nur der Akt des Geschlechtsverkehrs, ist somit ein Geschenk Gottes.
B) Als Schutzraum und gute Schöpfungsordnung für eine totale Lebens- und Liebesgemeinschaft incl. gegenseitiger sexueller Hingabe zwischen Frau und Mann hat Gott die Ehe geschaffen.
c) Der Geschlechtsverkehr ist eine auf die andere Person bezogene Hingabe, die zwei Ziele innehat, die nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen: Zum einen ist der Geschlechtsverkehr und überhaupt jede sexuelle Handlung ein Ausdrucksmittel, dem anderen zu sagen, wie man ihn liebt. Zum anderen dient der Geschlechtsverkehr der Zeugung von Kindern.

III. Statement


1. Warum überhaupt Ehe?

In einer Zeit grenzenloser Selbstverwirklichung möchte ich dankbar festhalten an den guten Ordnungen Gottes, weil ich weiß, dass er als Schöpfer des Lebens mir gegenüber einen Wissensvorsprung hat. Und so erachte ich es für unser gesamtes Gesellschaftsgefüge als lebenszerstörerisch, die Ehe als überholt abzutun. Verstehen kann ich Menschen, die in ihrem Elternhaus verletzt worden sind durch gescheiterte Ehen (ob geschieden oder nicht) und dadurch als „gebrannte Kinder“ auf Abstand zur Ehe gehen. Doch gehört m.E. zu einer Reifung dazu, als Erwachsener dann rational zwischen dieser durch menschliches Fehlverhalten gescheiterten Ehe und der guten Stiftung Gottes unterscheiden zu können. Emotional können solche Verletzungen in der Kindheit, die z.B. Bindungsängste auslösen, je nach Stärke durch Seelsorge oder durch eine Therapie angegangen werden.

Trotz und gerade wegen all der menschlichen Unzulänglichkeiten, bin ich der Überzeugung, dass die Ehe die geeigneteste Form der Beziehung zwischen Frau und Mann ist. Daher bleibt mir das Lachen im Hals stecken bei solch oberflächlichen Autoaufklebersprüchen wie „Warum heiraten? Leasen ist doch so einfach.“, die die Unverbindlichkeit unserer Zeit in Beziehungen auf einen Punkt bringen, denn aus ihnen spricht eine egozentrische Menschenverachtung sondersgleichen.

2. Wann beginnt Ehe?

Viel Zündstoff hängt an dieser Frage vielerorts in Gemeinden und CVJMs. Schnell wird an manchen Orten das „Ausschließen aus der Mitarbeiterschaft“ gedroht. In anderen Orten wiederum, wird man mit einer vorsichtigen Äußerung, ob denn das Zusammenziehen vor der Ehe denn so O.K. wäre, sofort als Oberpharisäer gesteinigt. Solche Emotionen und Vorverurteilungen helfen nicht. Einzig und alleine das miteinander offen geführte Gespräch hat Sinn.

Die „seitwärts“ gerichteten Fragen wie „Was ist erlaubt? Was ist verboten?“ empfinde ich als nicht hilfreich. M.E. muss die Frage nach unserem Lebensstil „vorwärts“ orientiert sein „Was ist hilfreich für eine Partnerschaft vom Ziel der Ehe her gedacht?“. Ich möchte grundsätzlich zwei Arten von vorehelicher Gemeinschaft unterscheiden: die unverbindliche („Ehe auf Probe“, „Ehe light “) und die verbindliche (mit der festen Perspektive zu heiraten)

2.1. Das „sich gegenseitig testen“ in einer „Ehe auf Probe“ ist für das Einüben einer lebenslänglichen und verbindlichen Beziehung untauglich.

Denn in solch einer Beziehung, die zwar der Form nach eine totale Lebensgemeinschaft entspricht, wird der andere als Probant missbraucht. „Hier wird das innerste Wesen der Ehe, die Agape, verfehlt, die unbedingt liebt und die Liebe nicht von Bedingungen abhängig macht,..., die dem anderen dient und nicht sich seiner bedient,..., die sich bindet und nicht im Unverbindlichen bleibt.“ Das sich dem anderen Partner „selbstlos“ hingeben nach Christi Vorbild (Eph 5,25), schließt eine Probeehe aus.

Auf den ersten Blick klingt es logisch, sich gegenseitig zu testen, bevor man sich endgültig bindet. Doch genauer hingeschaut, hat man sich schon durch eine totale Lebensgemeinschaft (gemeinsame Wohnung etc.) aneinander gebunden - dies jedoch auf Abruf. Doch dies widerspricht einer Beziehung, die auf Vertrauen und Treue in und zu dem anderen Partner gründet. Dieses Vertrauen kann ich in den anderen nicht haben, wenn ich bei jeder Krise oder bei jedem anderen Menschen, den der andere attraktiv findet, um die sogenannte Beziehung Angst haben muss.

Außerdem widerspricht es zutiefst einer lebendigen Beziehung, in der sich hoffentlich die beiden Partner in ihrem Leben weiterentwickeln und verändern werden. Solch eine lebendige Partnerschaft ist nicht zu „testen“, da sie immer offen ist und immer wieder neu gestaltet werden muss. Auch sind die wichtigsten Bereiche des Miteinanderlebens lebenslange Lernfelder, die daher ebenfalls nicht zu „testen“ sind (z.B. Verständigung, Sexualität, gegenseitige Rücksichtnahme und Achtung).

Und was ist bei einer nicht bestandenen „Probe“? Ich frage mich nur, wer heilt die entstandenen Verletzungen, wenn der eine den anderen nach „missratenem Test“ den Laufpass gibt. Ich wage gar nicht an das Selbstwertgefühl derjenigen zu denken, die in mehreren „Tests“ als ungeeignet auf ein Abstellgleis geschoben worden sind. „Ehe (verwandt mit dem Wortstamm ´Ewigkeit´) auf Probe“ ist somit in sich ein Widerspruch.

Auch die so genannte „Ehe light“ oder die Einführung von „Lebensabschnittspartnerschaften“ geht in die gleiche Richtung und ist m.E. ein Zeugnis von einem unreifen Egozentrismus.

Unreif deswegen, weil die Partner sich in einer Beziehung durch gemeinsam bewältigte Krisen in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln und somit reifen. Es zeugt von Unreife, bei jedem handfesteren Konflikt zu ´kneifen´ („Warum die Quälerei?“) und sich jemanden anderen suchen, mit dem man mit ziemlich hoher Sicherheit wieder an den gleichen Problemen scheitert: an der eigenen Beziehungs-, Bindungs- und Konfliktunfähigkeit.

Egozentrismus deswegen, weil ich mein eigenes Glück als oberste Lebensmaxime konsequent lebe und dabei übersehe, dass ich meine so genannte „Selbstverwirklichung“ zu einer „Selbstvergöttlichung“ mache, die mich letztendlich nur einsam werden lässt. „In dieser Glücksphilosophie besteht vielleicht die wesentlichste, von den Lebenseinstellungen ausgehende Herausforderung an ein christliches Verständnis von Ehe.“ Besonders leiden darunter Partner, die entweder durch Alter oder Krankheit für den anderen zur „Last“ werden und dann wie eine wertlose Aktie abgestoßen werden. Ganz abgesehen von eventuell vorhandenen Kindern, die dann ebenso mitverlassen werden. Eine Schädigung des Urvertrauens von Kindern ist unumgänglich.

2.2. Eine feste Lebensgemeinschaft mit der eindeutigen Perspektive der Eheschließung muss deutlich unterschieden werden von den Probeehen“ oder dem „Ehe light“ - Modell.

Solchen verbindlichen „Ehen ohne Trauschein“ ist nicht vorzuwerfen, dass sie an einem unreifen Egozentrismus leiden, der das christliche Verständnis von Ehe als feste, auf Lebensdauer angelegte, totale Lebens- und Liebesgemeinschaft mit den Füßen tritt. „Sie haben ihr Zuhause aufgegeben, um zusammen zu leben; sie bereiten ihre öffentliche Eheschließung vor, gerade weil sie wissen, dass Gott ihre Beziehung gesegnet hat und weil sie wollen, dass Gott sie weiter segnet.“ Gründe für die Art, so zusammenzuleben, sind oft wirtschaftlich- oder ausbildungsbedingt. Sicherlich können sie im Hinblick auf die ernsthaft geführte Beziehung auch als Mitarbeiter in der Jugendarbeit Gruppenteilnehmern zum Vorbild werden.

Doch trotz alledem und vieler geführter Gespräche, kann ich diese Art der „Ehen ohne Trauschein“ nicht verstehen. Wenn doch alle Voraussetzungen für eine Eheschließung gegeben sind, warum gibt man dann nicht dieser Ehe auch den öffentlich-rechtlichen Rahmen, der biblisch gesehen auch zum Beginn einer Ehe gehört? D.h. in unserer Zeit zum Standesamt zu gehen und einen Gottesdienst mit der Gemeinde zu feiern. Warum gibt man dem „Inhalt“ nicht dann auch die „Form“? Warum lässt man lebensfördernde Rituale ungenutzt?

Meine kritische Anfrage möchte ich in zwei Richtungen benennen. Ich möchte sie aber bitte nur als Anfragen und nicht als Vorverurteilungen verstanden wissen:

a) Steckt hinter dem Nichteingehen einer öffentlich-rechtlichen Beziehung, doch die Angst vor einer Bindung und entgleitet einem unter der Hand und damit nicht gewollt die verbindliche „Ehe ohne Trauschein“ zu einer „Ehe auf Probe“?
B) Verbirgt sich hinter der momentanen Verweigerung zu heiraten, die Ablehnung oder der Vorbehalt gegenüber jeglicher öffentlichen Einrichtung bzw. überindividueller gesellschaftlicher Verbindlichkeit?
Wer den Mut aufbringt und sich für reif hält, eine verbindliche Beziehung zu einem Partner einzugehen (zusammenziehen, partnerschaftlich miteinander leben), der hat auch den Mut, dies öffentlich zu bekunden und zu versprechen. Er legt damit ein öffentliches Bekenntnis ab, wie wichtig Gott und in der Nachfolge man selbst die feste Beziehung zwischen Frau und Mann nimmt. An der Treue zu meinem Partner, die durch deren festen Bekundung in der Öffentlichkeit eine äußere Gestalt erhält, wird bruchstückhaft die Treue Gottes zu uns Menschen deutlich, die in der Geschichte Gottes mit uns und vor allem im Kommen seines Sohnes Jesus Christus auch eine äußere Gestalt erhalten hat. In der Hinsicht ist ein klarer Beginn mit einer klaren Willensäußerung ein Bekenntnis vor einer Welt, die in der Unverbindlichkeit immer nur das eigene Glück, aber nicht das des anderen, sucht.

Und ich habe es vor meiner eigenen Hochzeit nicht glauben können, was es doch für ein Unterschied von der Gewichtigkeit der Bedeutung ist, ob ich im ´stillen Kämmerlein´ (was ich schon einige Male bis dorthin getan habe) oder vor allen Gemeindegeschwistern, Verwandten, Freunden und Bekannten meine lebenslange Treue meiner Frau verspreche.

Außerdem fände ich es im Nachhinein bitter schade, wenn wir so einen einschneidenden Lebensabschnitt - im Gegensatz zu so manchen Geburtstagen - nicht gefeiert hätten. Eine Feier mit einem festlichen Gottesdienst ist ein angemessener Beginn eines solchen Lebensabschnittes. Und wenn finanzielle Gründe dagegen sprechen, ein 5-Sterne-Hotel anzumieten, um dort eine TV-Traumhochzeit zu feiern, dann kann ich garantieren, dass das Gelingen eines schönen Festes alles andere als davon abhängt, wie viel Geld dafür investiert wird. Denn wir hatten trotz knapper Kasse, da ich noch in der Ausbildung war, eine sehr schöne Hochzeit und das dank der vielen lieben Gäste. Ich möchte sie als Startpunkt für unsere feste Lebensgemeinschaft mein Leben lang nicht vermissen.

3. Wie bereite ich mich auf eine Ehe vor?

Ein Thema mit dem ohne weiteres Bücher zu füllen sind: Entwicklung der eigenen Persönlich- und Selbstständigkeit, Loslösung von den Eltern, Wahl des Partners... - von all den wichtigen Themen greife ich einige mir besonders wichtige oder besonders stark diskutierte heraus, die auch den Rahmen einer Orientierungshilfe nicht sprengen:

3.1. Kommunikation

Um sich kennenzulernen, d.h. den Freund oder die Freundin mit dem jeweils eigenen Lebenslauf, den Zielen und Wünschen, den Ängsten und Verletzungen wahrzunehmen, ist es unbedingt wichtig, sich zu unterhalten. Das bezieht sich nicht nur auf das Kennenlernen, sondern eine gelungene Kommunikation ist die Mitte jeder Beziehung. Deswegen ist es hilfreich, darauf zu achten. „Aufeinander hören - miteinander reden“ will gelernt sein. Daher ist es nur zu empfehlen, sich grundlegend mit dem Thema „Kommunikation“ zu beschäftigen (Was läuft da ab? Welche Schwierigkeiten gibt es? Wie kann man die angehen?) oder gleich am besten an einem Training in einem Kommunikations- oder Ehevorbereitungseminar teilnehmen. Da m.E. die meisten Ehen nicht unter Konflikten sondern unter purer Langeweile leiden („Bis das Gähnen sie scheidet.“ ), ist es schon in einer Freundschaft wichtig, miteinander abwechslungsreich die gemeinsame Zeit zu gestalten, um z.B. nicht vor ´Kommunikationskillern´ wie den Fernseher die Beziehung sanft einschlafen zu lassen.

3.2. Achtung

Jeder Mensch ist anders. Das ist gottgewollt. Das bereichert jede Beziehung, bringt aber auch Konflikte mit sich. Hier ist es wichtig, sich um eine den anderen achtende Gleichwertigkeit zu bemühen. Denn Gleichwertigkeit trägt dazu bei, dass in der Ehe nicht „Rivalität, krankmachendes Konkurrenzdenken und Leistungsdruck“ im Miteinander bestimmend sind.

3.3. Freiheit

Die Jugendzeit ist von der Entwicklungspsychologie die Zeit, in der der Mensch nach der Ablösung von seinen Eltern, sein eigenes Bild vom Leben zusammenbaut. Die Entwicklungsaufgabe heißt in dieser Zeit, eine eigene Person zu werden. Dies wird behindert, wenn man sich hier schon frühzeitig sehr eng aneinander bindet. Das Eingehen einer tiefen eheähnlichen Lebensgemeinschaft birgt so und so nicht zu umschiffbare Probleme:

a) eine solche Lebensgemeinschaft wandelt sich schnell unter der Hand in eine „Ehe auf Probe“, die um Gottes Willen und darum um des Menschen Wohle abgelehnt werden muss (s.o.);
B) eine zu enge Bindung in einer Freundschaft macht eine vielleicht notwendige Trennung viel schwieriger.
c) das Eingehen einer Ehe als fester Entschluss wird entwertet und es wirkt nicht selten komisch, wenn ein Paar nach einigen Jahren des Zusammenlebens, dann noch heiratet. „Geheiratet“ im Sinne des Eingehens einer Lebensgemeinschaft, haben sie schon lange zuvor.
Gut gemeint sind viele Aktionen, die die Beziehung vertiefen sollen: gemeinsamer Urlaub zu zweit, gemeinsame Wohnung etc. Doch entspricht diese hohe Bindung, die man da miteinander eingeht, einer noch nicht engültig-verbindlichen Partnerschaft? Ich meine nicht.

3.4. Sexualität

Findest du „Sex vor der Ehe“ richtig? lautet eine oft gestellte Frage. Ich antworte darauf immer: „Ohne Sex vor der Ehe geht es gar nicht.“ Denn Sex ist die Kurzform von Sexualität und Sexualität heißt übersetzt ganz einfach Geschlechtlichkeit. Und jeder Mensch wird doch nicht verleugnen können, dass er von Geburt an ein Geschlecht hat. Hinter dem Wort „Sex“ versteckt sich natürlich oft nur der „Sexualverkehr“. Doch was wäre es schlimm, wenn Sex nur auf den Geschlechtsverkehr reduziert werden würde. Sexualität bedeutet mehr: ich BIN ein sexuelles Wesen. Nicht: ich HABE Sexualität wie irgendein Gepäckstück, welches ich mit mir herumtrage. Nein, ich bin von Geburt an ein sexuelles Wesen und sehr wohl haben auch Babys und Kinder sexuelle Empfindungen. Sexualität setzt nicht erst mit dem Samenerguss oder der Regelblutung an, sondern ich bin von Geburt an geschlechtlich - und dies ist von Gott so gewollt.

Viele Jahrhunderte hindurch hat sich in der Christenheit eine von der Bibel her nicht haltbare Leibfeindlichkeit durchgesetzt (s.o.). Und das nicht nur in der katholischen Kirche, sondern vor allem auch in den Erweckungsbewegungen wurde, wenn über Sexualität geredet wurde, nur im Zusammenhang mit Sünde geredet.

Daher halte ich dagegen von Gottes guter Schöpfung Zärtlichkeit und Sexualität für ein Geschenk Gottes. Daher muss damit sehr sorgfältig umgegangen werden, um keine „Perlen unter die Säue zu werfen“. Sie sind Mittel einer festen Beziehung einen körperlichen Ausdruck zu verleihen und Chance, neues Leben zu zeugen.

Ohne Beziehung wird die Gabe Gottes zum Konsumgut und zur bloßen Drüsenfunktion degradiert. Die Sprache macht das oft schon mit verächtlichen Worten wie „bumsen“ oder „ficken“ deutlich.

Da sexuelle Erlebnisse und vor allem der Geschlechtsverkehr in einer Beziehung die seelischen Tiefenschichten einer Person stärker als andere Lebenserfahrungen ansprechen, gehören sie für mich in eine totale Lebens- und Liebesgemeinschaft, die für mich die Ehe ist. Ich weiß wie schwer das in Zeiten der Verliebtheit ist. Und je nach Menschentyp fällt es schwerer oder leichter (ob stärker emotional oder rational geprägt). Doch trotz alledem halte ich es für eine Beziehung klüger, nur dann auch im Bereich des Sexuellen eine volle Gemeinschaft einzugehen, wenn es der Gemeinschaft entspricht. Und dies ist für mich die Ehe.

Absolut abzuraten ist einer vollen sexuellen Zuwendung im Teenageralter, da intensive Erfahrungen verwundbar machen. Wird ein Jugendlicher „in einer Phase der vollen Zuwendung allein gelassen oder merkt er, daß er für den anderen Spielzeug war, trägt er seelische Schäden davon.“ Daher halte ich die Aufklärungsseiten in namhaften Jugendzeitschriften für häufig pädagogisch unklug und es ist wichtig, mit Teenagern offen über solche Artikel, die sie als Leser beeinflussen, zu sprechen.

Wenn sich Paare jedoch anders entschieden haben und in totaler sexueller Gemeinschaft leben, dann ist ihnen nur zu empfehlen, daß dies in verantwortlicher Treue und Rücksicht aufeinander gelebt wird - mit der klaren Perspektive der Ehe.

Nochmals zusammenfassend: Nicht aus einer verklemmten und falschen Sexualfeindlichkeit, sondern aus der Wertschätzung der guten Gabe Gottes heraus, gehört für mich der Geschlechtsverkehr in eine auch ansonsten totale Liebes- und Lebensgemeinschaft. Diese hat für mich die äußere Form der Ehe. Doch aufpassen. Geschlechtsverkehr ist umgedreht nicht das, was eine Ehe in ihrem Wesen ausmacht. Dieser Überfrachtung („Wir heben uns den Geschlechtsverkehr für die Ehe auf, weil das ja das Besondere in der Ehe ist.“) ist eindeutig zu widersprechen, da eine Ehe auch nicht beendet ist, wenn kein Geschlechtsverkehr mehr möglich ist (Krankheit, Alter).

Wieweit andere sexuelle Ausdrucksformen (streicheln, küssen, umarmen etc.) der Beziehung angemessen sind, muss das Paar gemeinsam beurteilen. Maßstab ist dann immer der Partner, der zurückhaltender in Bezug auf den körperlichen Kontakt ist. Eine Übersexualisierung einer Beziehung, aber auch eine Leibfeindlichkeit schädigen das Wachsen einer gesunden Partnerschaft. Das erstere ist in einer sex-überreizten Gesellschaft (Medien, Werbung etc.), das zweitere in einer engen religiösen oder bügerlich-moralischen Gemeinschaft die Gefahr.

Abschließend:

Eine voreheliche Partnerschaft gestalten ist in einer Gesellschaft, wo mit Beziehungen oft leichtfertig umgegangen wird und alles „locker“ gesehen wird, nicht einfach. Schnell ist man von „gestern“. Doch dies darf nicht bestimmend sein. Als Christen in einer Gesellschaft der egozentrischen „Glücksritter“ sind wir herausgefordert, unsere Beziehungen und vor allem den uns darin begegnenden Gegenüber einer verbindlichen Liebe und Treue gemäß zu leben. Das Gelingen und Scheitern in Bezug auf solch eine Liebe dazugehören, muss um der Ehrlich- und Barmherzigkeit willen immer mitbedacht werden. Schuldbekenntnis, Buße und Vergebung in einer gemeinsamen Partnerschaft und innerhalb der Gemeinde Christi nehmen hier ihren Platz ein. Beides - Liebe und Vergebung - gehen in ihrem Maß weit über die Kräfte des Menschen. Daher: „Zu den Bergen erhebe ich meine Augen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe ist von IHM, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Ps 121). Lasst uns lieben mit der Kraft und der Hilfe durch den Gott, der sich rücksichtslos in Bezug auf seine eigene Person, in unsere Welt gestürzt hat. Mit dem einzigen Ziel uns zurückzulieben. Aus dieser Liebe lasst uns schöpfen!


Literaturverzeichnis

Baumann, Arnulf H. (Hrsg.): Was jeder vom Judentum wissen muß, 5.Aufl., Gütersloh, 1990.
Bayer, Oswald (Hrsg.): Ehe. Zeit zur Antwort, Neukirchen, 1988.
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Burkhardt, Helmut; Swarat, Uwe (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde (ELThG) Band 1-3, Wuppertal, Zürich, 1992.
CVJM-Ostwerk (Hrsg.): CVJM-Life, Berlin, 1993/4.
Dickerhoff, Heinrich: Daß wir Zärtlichkeit nicht gottlos nennen. Zur Versöhnung von Christentum und Sexualtiät, 2.Aufl., Würzburg, 1989.
Drosdowski, Günther; Köster, Rudolf; Müller, Wolfgang; Scholze-Stubenrecht, Werner (Hrsg.): Duden. Etymologie. Herkunfswörterbuch der deutschen Sprache. Band 7, Mannheim, 1963.
Dieterich, Michael; Dieterich, Jörg: Wörterbuch Psychologie & Seelsorge, Wuppertal, 1989.
Eibach, Ulrich: Liebe, lück und Partnerschaft. Sexualität und Familie im Wertewandel, Wuppertal, 1996.
Fischer, Arthur; Zinnecker, Jürgen (Koordination der Studie): Jugend 92, Jugendwerk der Deutschen Shell, Opladen, 1992.
Rad, Gerhard v.: Das erste Buch Mose, Genesis. Das Alte Testament Deutsch 2-4, 12.Aufl., Göttingen,, 1987.
Schrage, Wolfgang: Ethik des Neuen Testaments. Grundrisse zum Neuen Testament, NTD Ergänzungsreihe 4, 5.Aufl., Göttingen, 1989.
Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation, Reinbek, 1991.


IV. Anstöße für ein konstruktives Gespräch
Das folgende Modell von Heinz Eduart Tödt soll dazu dienen, gemeinsam in einem CVJM oder einer anderen christlichen Gemeinschaft, eine ethische Urteilsfindung zu ermöglichen.

Problembeschreibung oder: Um was geht es überhaupt?

Es geht darum, das Problem möglichst eindeutig abzugrenzen, damit nicht andere Problemfelder in der Diskussion mithineinschwappen und eine Lösung verhindern.
Wichtig: klare Abgrenzung und Aufdecken von anderen Konfliktfällen ´hinter´ dem eigentlichen Konflikt (Generationenproblem, Schichtzugehörigkeit, Frömmigkeitsstil, Erziehungsunterschiede etc.)
Situationsbeschreibung oder: Wie sieht die Situation aus?
Miteinander anhand von selbstgemachten Erfahrungen, Zeitungsartikeln, aktuellen Büchern, Liedern etc. herausfinden, wie dieses ethische Thema heute verhandelt wird. * Es ist sicherlich hilfreich, auch nochmals Unterscheidungen zu machen zwischen der Situation im CVJM und der Situation im allgemeinen.
Wichtig: Nicht nur oberflächliche Empfindungen sammeln, sondern eine tiefgehende Situationsbeschreibung bedeutet, sich vorher gut zu informieren.
Verhaltensmöglichkeiten prüfen oder: Wie unterschiedlich kann ich mich verhalten?
Ohne jetzt die einzelnen Verhaltensmöglichkeiten zu beurteilen, soll nur gesammelt werden.
Wichtig: Noch keine Diskussion über die Wertigkeit der Wege!
Normenprüfung oder: Was würde Jesus jetzt tun?
Jetzt geht es ans Bibelstudium. Nötig dazu sind Hilfsmittel wie Bibellexikas, Kommentare, Handbücher, spezielle theologische Literatur, Konkordanzen, Orientierungshilfen. Gemeinsam gilt es nun, ´tief zu schürfen´, um nicht an der Oberfläche zu bleiben. Wichtig ist es nicht nur einzelne Bibelstellen herauszusuchen, sondern Grundorientierungen der Bibel zu entdecken und auf das vorliegende Problem anwenden.
Wichtig: Dies braucht Zeit!
Prüfung der Konsensfähigkeit oder: Auf was können wir uns einigen?
Dazu benötigt es eine anständige Pro- und Contradiskussion der einzelnen Unterpunkte des Problemes. Als erstes gilt es aufzuschreiben: Auf was können wir uns einigen? Und dann erst: Auf was nicht?
Wichtig: ein neutraler Diskussionleiter ist hilfreich!
Urteilsentscheid oder: Was legen wir jetzt fest?
Es soll versucht werden aus dem vorher Diskutierten, eine gemeinsame Entscheidung festzuhalten. Der Entscheid sollte möglichst bei schwerwiegenden ethischen Fragen nicht mit einfacher demokratischer Mehrheit durchgeboxt werden. Wenn möglich, ist eine einmütige Entscheidung das höchste Ziel.
Wichtig: Der Urteilsentscheid ist keine „Munition“, um andere damit mundtot zu machen, sondern als Hilfe zur Orientierung im eigenen Leben zu verstehen.
Rückblickende Kontrolle oder: Was ist aus der Entscheidung geworden?
Nach dem Urteilsentscheid gleich eine Zeit festlegen, nach der man miteinander den Urteilsentscheid durchgeht und fragt, ob er sich im Alltag bewährt hat.

Zu 1., 2. und 3. ist aus der Orientierungshilfe „I. Fragestellung“ zu lesen Zu 3. und 4. ist aus der Orientierunshilfe „II.Biblische Grundlagen zum Nachforschen“ zu lesen Zu 5. ist aus der Orientierungshilfe „III. Statement“ zu lesen

Von "http://www.cvjm.de/18plus/wiki/w/Voreheliche_Partnerschaften_%28Michael_G%C3%B6tz%29"
Einordnung: Thema:Liebe/Sex | Lebensweltdimension:Partnerschaft

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