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Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen


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Rolf

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Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen

 

23.11.2021

 

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg. 5,29).

 

 

Es macht mich wirklich sehr traurig festzustellen, dass so viele Christen sich ohne groß nachzudenken von der Politik und den Medien vorschreiben lassen, wie sie über bestimmte Themen zu denken haben. Viele nehmen dabei offensichtlich gar nicht wahr, dass der Denkrahmen, in dem man sich bewegen darf immer mehr eingeengt wird. Wer zu gewissen gesellschaftlichen Themen eine abweichende Meinung hat, wird regelrecht mundtot gemacht. Davon dürfen wir uns auf keinen Fall anstecken lassen. Ebenso sollten wir uns auch nicht zu einer Impfung drängen lassen, wenn wir persönliche Bedenken haben. Es wird zwar erwartet und der Druck gegen Ungeimpfte wird von Tag zu Tag größer, aber wer ehrlich mit dem Thema umgeht, muss zugeben, dass es auch Argumente gibt, die gegen die Impfung sprechen. Hier gilt es, die Meinung eines jeden zu respektieren, anstatt sich durch die aufgeheizte Stimmung anstecken zu lassen. Wenn die Regierung nun alles daransetzt, das Leben der Ungeimpften zu erschweren, wäre es fatal, wenn sich Christen im vorauseilenden Gehorsam daran beteiligen.  

 

Natürlich fordert uns die Heilige Schrift dazu auf, der Regierung untertan zu sein, doch es ist niemals von einer bedingungslosen Unterordnung die Rede. Allein Gott sind wir bedingungslosen Gehorsam schuldig, Menschen hingegen nur bedingt. Deshalb müssen wir die beiden neutestamentlichen Bibelstellen, die uns gebieten, der Regierung untertan zu sein, im Licht der gesamten Lehre, der Heiligen Schrift betrachten. Denn eines ist doch offensichtlich, wenn Gottes Wort uns sagt, dass wir IHM mehr gehorchen müssen als den Menschen, dann schließt dies auch die Regierung mit ein. 

 

Davon abgesehen sollte uns auch bewusst sein, nur weil jemand angesehen ist oder in Amt und Würden steht, muss es sich noch lange nicht um eine absolut vertrauenswürdige Person handeln, der wir bedingungslos folgen können. Wäre dies der Fall, dann hätten sich die Apostel damals demütig vor dem Gebot, nicht mehr im Name Jesu zu reden (Apg. 5,40), gebeugt. Denn ausgesprochen wurde es vom Hohen Rat. Dennoch beharrten Petrus und die anderen Apostel darauf, dass man Gott mehr gehorchen müsse als den Menschen. Beachtenswert dabei ist auch die Tatsache, dass es derselbe Petrus war, der die Gläubigen dazu auffordert, sich der Regierung unterzuordnen (vgl. 1. Pt 2,13) der an diesem Punkt zivilen Ungehorsam leistete. Nicht einmal weitere Androhungen und Schläge konnten ihn und die anderen Apostel davon abhalten, das Evangelium zu verkündigen. 

 

Die Lektion, die wir daraus lernen könnten, lautet wie folgt: Wenn Machthaber, Autoritätspersonen oder eine Regierung ihre Kompetenzen übersteigt, indem sie uns etwas verbieten, wozu uns Gottes Wort ausdrücklich auffordert oder umgekehrt, uns zu etwas auffordern, das uns durch das Wort Gottes eindeutig untersagt wird, dann steht der Grundsatz von Apostelgeschichte 5,29 über dem Gebot, sich der Regierung unterzuordnen. Genau dies gilt es auch hinsichtlich der aktuellen Corona-Maßnahmen immer wieder abzuwägen und zu beurteilen. Doch gerade, weil sich so viele Christen regelrecht davor scheuen, Regierungsmaßnahmen kritisch zu hinterfragen, möchte ich noch weitere Beispiele aus dem Wort Gottes erwähnen, die uns zeigen, dass es eindeutig Gottes Erwartung ist, dass wir IHN an die erste Stelle setzen, denn genau darin unterscheidet sich wahre Gottesfurcht vor Menschenfurcht. Wir müssen uns selbst prüfen, wem wir den Vorrang geben, Gott oder den Menschen? Und wie können wir das besser erkennen als daran, welche Gebote wir höher achten, menschliche oder göttliche? Daher ist klar, wahre Gottesfurcht zeichnet sich gerade darin aus, dass wir Gottes Gebote selbst dann befolgen, wenn es uns von menschlichen Machthabern untersagt wird. 

 

Um diesen Punkt biblisch zu untermauern, wollen wir uns, wie gesagt, einige Beispiele aus der Geschichte Israels ansehen. Als erstes möchte ich die beiden mutigen Hebammen erwähnen, die sich zurzeit Mose dem Gebot des Pharaos widersetzt haben, alle männlichen Babys nach der Geburt zu töten (vgl. 2.Mo 1,16). Warum haben sie dem Pharao den Gehorsam verweigert? Ganz einfach, weil sie Gott mehr fürchteten als einen menschlichen Machthaber. 

Oder denken wir eine weitere Situation aus dieser Zeit Epoche als die Israeliten als Sklavenvolk in Ägypten lebten. Gott hatte ihnen geboten, in die Wüste zu ziehen, um Ihn anzubeten, doch der Pharao weigerte sich, sie ziehen zu lassen (vgl. 2.Mo 3,18-19). Warum haben sie dennoch darauf beharrt, Gott zu gehorchen, anstatt sich an die Verordnung des Pharaos zu halten? Die Antwort ist, dass sie jenen Grundsatz beherzigt haben, der in Apostelgeschichte 5,29 zu finden ist, sie haben Gott mehr gehorcht als den Menschen

 

Dieselbe Haltung finden wir auch bei Daniel und seinen 3 Freunden und zwar schon gleich zu Beginn des Prophetenbuches, in ihrer strickten Weigerung, von der Tafel des Königs zu essen. Das war nicht nur eine unverbindliche Empfehlung, sondern ein Gebot des Königs (Dan 1). Sowohl Daniel als auch seine 3 Freunde haben sich nicht darangehalten, weil sie sich nicht verunreinigen wollten. Natürlich ist es viel bequemer, sich einfach anzupassen um nirgendwo anzuecken, doch ihnen war bewusst, dass Gott mehr zu fürchten ist.

Wie sehr sie dies verinnerlicht hatten, zweigen die beiden folgenden Ereignisse, die uns ebenfalls im Buch Daniel geschildert werden. Da sehen wir zunächst einmal, dass Daniels Freunde die königliche Anordnung, zur Anbetung des goldenen Standbildes, missachtetet haben, obwohl ihnen damit das sichere Todesurteil im Feuerofen drohte. Bibelleser wissen, sie wurden durch Gottes Eingreifen bewahrt, doch das war nicht ihre Bedingung, nein, ihre Haltung war folgende: Siehe, unser Gott, den wir verehren, kann uns erretten aus dem glühenden Feuerofen, und auch aus deiner Hand, o König, kann er erretten. Und wenn er's nicht tut, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild, das du hast aufrichten lassen, nicht anbeten werden (Dan 3,17-18). Nichts braucht diese Welt mehr, als Christen, die auch dann aufrecht stehen, wenn sich alle anderen niederwerfen. Und je dunkler die Zeiten, je heller werden wir leuchten, wenn wir nicht alles mitmachen, was der Zeitgeist vorgibt. Beachten wir hierbei auch die Tatsache, dass wahre Gottesverehrung dann am deutlichsten sichtbar wird, wenn es uns etwas kostet. 

 

Dies sehen wir auch im Leben Daniels, der Standhaft bliebt, als das Gebot erging, dass jeder, der in dreißig Tagen etwas bitten wird von irgendeinem Gott oder Menschen außer von dir, dem König, allein, zu den Löwen in die Grube geworfen werden soll (Dan 6,8). Daniel ließ sich das Beten zu seinem Gott nicht verbieten, obwohl er mit dem sicheren Tod rechnen musste. Beachtenswert hierbei ist auch, dass er nicht einmal in Erwägung zog, heimlich zu beten, sondern laut und vor offenem Fenster betete, weil dies seiner Gewohnheit entsprach (vgl. Dan 6, 11). Seine Beziehung zu Gott stand unverkennbar über seiner Treue zum Staat und genau das sollten wir uns zum Beispiel nehmen. Denn aufgezeichnet wurde es nicht, damit wir Daniel bewundern, sondern ihn als ein Vorbild im Glauben sehen.

 

Ob es nun Daniel oder seine drei Freunde betrifft, sie hätten sich viele Unannehmlichkeiten ersparen können, wenn sie einfach nur gemacht hätten, was alle anderen auch taten. Einfach nur den Befehl ausführen und alle wären zufrieden gewesen. Doch gerade, weil sie es nicht taten, wurden sie für ihre Zeitgenossen zu einem leuchtenden Beispiel, was letztlich sogar dazu führte, dass der Pharao Gott die Ehre gab. (vgl. Dan 6, 26-28). Nehmen wir es doch als eine Gelegenheit war, uns eindeutig auf die Seite Gottes zu stellen anstatt aus Furcht vor Ausgrenzung immer nur klein beizugeben. 

 

Es steht außer Frage, dass es immer einfacher ist, mit dem Strom zu schwimmen, doch wie kann ein Christ Salz der Erde sein, wenn er ständig mit dem Zeitgeist geht und alles für Wahrheit hält, das von Politik und Medien gesagt wird? Warnt das Neue Testament etwa umsonst vor Verführung, mahnt es uns umsonst zur Wachsamkeit? Wachsam zu sein bedeutet, nicht allen Führern nur aufgrund ihrer Stellung oder Autorität blind zu folgen, denn dies würde bedeuten, dass wir auch dem Antichristen, wenn er in Erscheinung tritt, blind nachlaufen. Die Bibel warnt ausdrücklich, dass sich Satan als Engel des Lichtes verstellt und wir uns daher nicht wundern sollen, wenn dies auch bei seinen Dienern der Fall ist (vgl. 2.Kor 11,13-14). Wir müssen es lernen, uns selbst eine Meinung zu bilden, anstatt nur die Meinung zu übernehmen, die von den sogenannten Qualitäts-Medien vorgegeben wird. Damit will ich nicht sagen, dass deren Berichterstattung grundsätzlich falsch sei, aber dass wir genauso wenig davon ausgehen können, dass alles zu 100% der Wahrheit entspricht. 

Abschließend möchte ich diese biblische Lehre, die besagt, „Gott mehr zu gehorchen, als den Menschen" auf die aktuelle Situation anwenden, indem ich 2 Fragen stellen möchte:

 

1. Verhalten wir uns wie die in den Beispielen erwähnten Glaubensväter, wenn wir uns von der Regierung das Singen in den Gottesdiensten verbieten lassen? Gottes Wort fordert uns auf: "Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott (Psalm 147,7), die Regierung hat dies zeitweise verboten und wer weiß, ob es nicht in Kürze wieder ein Gesangsverbot geben wird. Ich weiß, es ist keine einfache Frage, aber wir sollten Gott um Weisheit und Mut bitten, die richtige Entscheidung zu treffen. 

 

2. Wie ist Jesu Einladung: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid (Mt 11,28)“, mit 3G-oder 2G-Regeln zu vereinbaren? Können sich Christen wirklich guten Gewissens auf eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Gemeinde einlassen und nur noch Geimpften, Getesteten oder Genesenen den Zutritt gewähren? Stellt sich nicht gerade hier die Frage, wem wir mehr gehorchen sollen, Gott oder den Menschen? Können wir die Welt nicht gerade an diesem Punkt zeigen, dass uns die Gebote Gottes wichtiger sind, indem wir uns weigern, eine gewisse Gesellschaftsgruppe kategorisch auszuschließen? 

 


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