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Emerging Church - eine Kritik


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Emerging Church - eine Kritik






Beitragvon Joeni » 8. Februar 2012 10:06


Da ich hier gefragt wurde und auch zuvor bereits dachte, man sollte hier das Thema mal angehen, versuche ich hier mal eine Kurz-Zusammenfassung der wichtigsten kritischen Punkte zu geben. Die Liste und Erklärungen dazu könnten natürlich um ein Vielfaches verlängert werden, aber ich möchte, dass es auch gelesen werden kann.

1. Die EmCh-Bewegung ist eine Protest-Bewegung

Das ist an und für sich ja nichts Schlechtes, allerdings ist der Protest immer gegen die "bösen Evangelikalen" gerichtet, die in ihren Beschreibungen so dargestellt werden, wie die strengsten unter allen strengen evangelikalen Denominationen. Es werden also alle über den schlimmsten Kamm geschert. Die EmCh sieht sich als Vertreter des postmodernen Gedankenguts, wo alle Strukturen und Traditionen nicht nur hinterfragt, sondern direkt abgeschafft werden sollen, ebenso der Gedanke, dass es absolute Wahrheit gebe bzw. der Mensch imstande sei, jene zu erfassen. Von der Sprachphilosophie herkommend (alles ist in Sprache gekleidet und deshalb biographisch bedingt) kann alles hinterfragt, ja, sogar ersetzt durch eigene biographisch bedingte Wahrheiten ("das, was ich als wahr erkannt habe") werden. Dies führt auch zugleich zu Kritikpunkt Nr. 2:

2. Die Bibel ist nur noch ein Gesprächspartner

In zunehmend mehr Gemeinden (besonders in den USA, aber auch hierzulande) hat dies dazu geführt, dass Predigten durch lockere Gesprächsrunden ersetzt werden. Hierbei ist die Bibel nur noch einer von vielen Gesprächspartnern (zu welchen auch Bücher anderer Religionen / Philosophien und besonders auch all die anwesenden Gemeindeglieder zählen). Das ist eine absolute Abwertung der Autorität der Bibel. Was noch zählt, ist, wie der Bibeltext auf den einzelnen Menschen "wirkt" (stößt er mich ab? Dann muss ich ihn ablehnen. Finde ich ihn weise? Dann darf ich ihn zu meiner Wahrheit machen). Während so also die Kritik am Evangelikalismus und an der Denkweise der Moderne laut wird, vergisst man, dass auch die Postmoderne eine weltliche Philosophie ist und lässt sich von dieser einnehmen, anstatt auch sie von der Schrift herkommend kritisch zu begutachten.

3. EmCh und Esotherik

Brian McLaren, einer der führenden Leiter der EmCh-Bewegung (dessen Bücher auch hierzulande weit verbreitet sind) und andere pflegen gute Freundschaft mit dem Autor Ken Wilber, dessen "Integrale Philosophie" in mehreren Büchern von EmCh-Leitern aufgenommen wird. Ausgehend von fernöstlichen Philosophien und antikem griechischem Denken versucht Wilber, alle Widersprüche und Dualismen der Welt zu vereinen. Er sieht in der Mystik und Meditation die richtige Möglichkeit dazu. (Achtung: Esotherik!) Da die EmCh alle Dualismen hinter sich lassen will ("wir sind Post-Reduktionisten"), wird dies natürlich gerne miteinbezogen. So kommt es zunehmend in immer mehr Gemeinden zu Meditationsübungen, Atemtechniken (die Gott besser verständlich machen sollen) und manches mehr.

Wer mehr dazu wissen möchte, mag sich informieren oder hier nachbohren.

LG
Jonas
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