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So wird mit der Apokalypse abkassiert


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Rolf

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So wird mit der Apokalypse abkassiert





Von news.de-Redakteur Jan Grundmann

Artikel vom 01.01.2012 Am 21. Dezember 2012 endet der Maya-Kalender. Für viele Menschen ein untrügliches Zeichen: Die Welt wird an diesem Tag untergehen. Doch die Angst vor der Apokalypse wird zum Gewinn. Buchautoren freuen sich, genauso wie Mexikos Tourismusindustrie.


Das vergangene Jahr hatte es in sich. Tsunami und Erdbeben erschüttern Japan, Revolutionen die arabische Welt und die Krise des Euro könnte die gesamte EU in den Abgrund reißen. Für Apokalyptiker steht fest: Das sind Vorboten des drohenden Weltuntergangs.

Schon seit mehreren Jahren läuft das Geschäft mit der Apokalypse, spätestens seit Roland Emmerichs Katastrophenfilm 2012, der 2009 in die Kinos kam. Die Weltuntergangs-These basiert auf dem Glauben, dass eine rund 1300 Jahre alte Inschrift auf einem Stein in Mexiko stimmt. Der Maya-Kalender basiert auf Zyklen. Und der aktuelle Großzyklus umfasst 5125 Jahre. Alles beginnt mehr als 3000 Jahre vor Christi Geburt. Und alles endet demnach am 21. Dezember 2012.

Stuttgart 21 als Vorbote für das Ende des Maya-Kalenders

Wir sollten uns also gut vorbereiten, auf was-auch-immer uns dann erwartet, meinen die Apokalyptiker. Klar, im Internet kann man abstimmen, ob die Welt untergehen wird, die Nasa erklärt, warum die Welt nicht untergehen wird und und allerlei Tipps zum Überleben finden sich natürlich auch.

Doch auch im harten realen Leben gibt es allerlei esoterische Ratgeberliteratur zum Untergang, die gegen nicht weniger harte Währung erworben werden kann: Neben der Ausdeutung der Maya-Inschrift sind Verhaltensratgeber im Angebot sowie Voraussagen, wie das Erwachen der sogenannten «Neuen Menschheit» ab 2013 so ablaufen wird. Wobei, vielleicht geht die Welt auch gar nicht im Sinne von Roland Emmerich unter. Vielleicht, so meinen die Esoteriker, erwartet uns ein Bewusstseinssprung für die Menschen, eine irgendwie geartete Weiterentwicklung.

In Deutschland gilt der selbst ernannte «Bio-Physiker» Dieter Broers als prominentester 2012-Anhänger. Seit er im Jahr 2008 der TV-Illustrierten Hörzu ein Interview gab, füllt er mit seinen Vorträgen und Seminaren über die Apokalypse große Hallen und seinen Geldbeutel. Ob Stuttgart 21 oder der Tahirplatz in Kairo: Bürgerbewegungen kämpfen überall auf der Welt für mehr Rechte. Dies, so Broers, sei ein Indikator für den anstehenden Wandel, den Bewusstseinssprung der Menschheit, der am Ende des Maya-Kalenders bevorstehe.

Schutzamulett und Countdown

Wer es etwas preiswerter mag, kann zu einem der zahlreichen 2012-Magazine aus der nächsten Bahnhofs-Buchhandlung greifen. Doch so richtig sicher ist der angstgeplagte Apokalyptiker nur durch ein Accessoire: das Maya-Schutzamulett von Astro-TV für 99,95 Euro. «Mit diesem exklusiven Schutzamulett erhalten Sie magische Lichtkraft, inspiriert von den Prophezeiungen der Mayas», heißt es in der Beschreibung. Und weiter: «Finden Sie das Licht, das aus der Quelle unserer Galaxie herausströmt, und bekommen Sie Zugang zur Kraft der Transformation: In eine neue Ära des Lichts ab 2012!»

Auch das Heimatland der Maya freut sich auf den Geldregen durch die Apokalypse: Der mexikanische Präsident Felipe Calderon kündigte 500 Ereignisse mit Maya-Bezug während des kommenden Jahres im Süden des Landes an, einschließlich Workshops, Tanz- und Musikfestivals. Zudem entstünden neue Hotels und ein Maya-Museum. Kürzlich in Betrieb gegangen ist im südmexikanischen Tapachula eine gewaltige Uhr, die die Stunden bis zum vermeintlichen Weltuntergang zählt. Es ist nicht mehr lang - schnallen Sie sich an und bereiten Sie sich vor. Falls Sie allerdings nicht an den Untergang glauben sollten, können Sie das Jahr entspannt angehen.


beu/cvd/news.de/dapd
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