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2. Korinther 5, 17.


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9 Antworten in diesem Thema

#1
Guest_Matthes_*

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Dieser Thread bezieht sich auf:

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Zitat Steffen unter "Die Person Helmut Bauer"

Hey Leute!

Eine Anmerkung:
Das griechische Wort für "vergehen" (παρέρχομαι) steht im 2.Korinther 517.gif zwar im Indikativ (Wirklichkeitsform), ist aber gleichzeitig KEINE VOLLENDETE TATSACHE sondern, man könnte sagen, eine dynamisch andauernde Zeitform, die sich gleichzeitig auf eine Tatsache gründet (sowas gibts im Deutschen nicht) - das bezeugt die AKTIVE "Aorist-Zeitform" in der das Wort zusätzlich steht. Das bedeutet also, dass man von der griech. Überlieferung her nicht schreiben kann, dass alles Alte bereits in vollendeter Tatsache vergangen wäre auch wenn es Tatsache ist, dass das Alte vergeht.
Natürlich ist es wichtig den Bibellesern den Sinn der Originalsprache möglichst auf ihre Sprache zu projizieren. Verschiedene Zeitformen des Griechischen können, wenn überhaupt, aber nur in ganz holpriger Form exakt ins Deutsche (und auch andere Sprachen) übertragen werden - dafür ist deutsch schlichtweg nicht komplex genug und kreiert deshalb auf deutscher Ebene in vielen Fällen Widersprüche würde man das versuchen in dieser Exaktheit so handzuhaben. Deswegen fehlen mir auch die Mittel hier genau das völlig exakt verständlich deutlich zu machen.
Man könnte, um dies trotzdem etwas zu verdeutlichen, in etwa mit: "Das Alte fing an vorüberzugehen" übersetzen. Das heißt, es fing an vorüberzugehen - um es klar und deutlich zu sagen Christus fing an das Alte, nicht nur faktisch auf Golgatha (was eben Fakt ist!) sondern auch praktisch bei Dir persönlich in Deinem Alltag durch Seine Kraft vorübergehen zu lassen. Vertraue Ihm und Du wirst in Deinem Leben noch Befreiung erleben!

Es gibt von den Stellen, die sich nur schwer bis gar nicht ins Deutsche übersetzen lassen ne Menge. Wenn Du in Christus bleibst, wirst Du auch für unüberbrückbare Sprachdifferenzen zwischen Deutsch und Griechisch Offenbarung erlangen, was denn Gott mit der jeweiligen Stelle meint wo vermeintlich etwas bspw. in vollendeter Tatsachenform im deutschen übersetzt wurde, weil es keine anderen sprachl. Mittel gibt um dies besser zu verdeutlichen.

Wollte dies nur anführen um deutlich zu machen, dass es keineswegs biblisch ist, wie W+G oftmals behauptet, dass alles Alte bereits völlig ausgelöscht wurde und somit komplett vergangen wäre - das ist schlicht und ergreifend Blödsinn und hat mit der Überlieferung des bis zum jetzigen Zeitpunkt rekonstruierten Urtextes nach wissenschaftlichen Stand nichts gemein, sondern kommt lediglich der Oberflächlichkeit der deutschen Sprache zu Schulden. Empfehlenswert wäre daher, wenn man sich nicht sicher ist, ob die jeweilige Bibelstelle exakt übersetzt wurde (vielleicht wegen des persönl. bibl. Verständnisses) einen Kenner der jeweiligen biblischen Sprache zu konsultieren, der Dir das Übersetzte bestätigen bzw. erhellen kann.

Hoffe das war etwas hilfreich...

Seid herzlich gegrüßt
Steffen


Lieber Steffen,

Du bist ja gut!
Du hast auch die griechische Schrift in den Text hinein bekommen. Ich wusste gar nicht, ob das geht.
Ich würde aber die Frage stellen, ob der Aorist wirklich anzeigt, dass Paulus nicht sagen wollte, dass das "vergehen" abgeschlossen ist. Es gibt unterschiedliche Gebrauchsweisen des Aorists. Eine dieser Gebrauchsweisen ist der "gnomische" Aorist, bei dem eine für alle Zeiten gültige, zeitlich unbestimmte Handlung ausgedrückt wird.
Eine solche Gebrauchsweise ist aber in 2. Kor. 5, 17 kaum anzunehmen. Die Bedeutungsstruktur der Worte und des Satzes legt nahe, dass Paulus sagen möchte: Das Alte ist weg. Das Neue ist da.
Das, was W+G sich daraus heraus nimmt, ist trotzdem überzogen. Paulus hatte sicherlich das nicht im Sinn.

Gruß.
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#2
Guest_Matthes_*

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Steffen, Dein Vorschlag wählt den "ingressiven" Aorist aus. Schon klar. Aber warum sollte der ingressive oder der gnomische der Aorist sein, der hier verwendet wird?
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#3
Guest_Matthes_*

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Ich bitte um Entschuldigung. Ich war und bin in Eile. Ich hätte lieber etwas ausführlicher in einem einem einzigen Posting schreiben sollen.

Also noch als Ergänzung zu dem vorher Geschriebenen: (Wir sprechen hier immer vom Aorist Indikativ!) Der "ingressive" Aorist kann ja den Anfangspunkt einer Handlung bezeichnen. Er bezeichnet aber wohl weniger einen fortschreitenden Prozess. Er bezeichnet auch nicht unbedingt den Anfangspunkt einer Handlung, die als zum Zeitpunkt des Sprechens immer noch andauernd gedacht wird.

Aber, wie gesagt: Die Bedeutungsstruktur der Worte und des Satzes legt weder den gnomischen noch den ingressiven ... nahe ...
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#4
Steffen

Steffen

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Hey Matthes.

Du bist ja gut!

lol!
Nun, Bibleworks hilft mir beim Lernen der grammatischen Feinheiten im Griechischen - auf das Programm bin ich komplett angewiesen und da ich mich nur in Fällen wo ich griechisch wirklich brauch, damit beschäftige, kann ich mich nicht als Kenner der griechischen Sprache bezeichnen. Ich kann einiges noch nicht hundertprozentig zuordnen

Du hast auch die griechische Schrift in den Text hinein bekommen. Ich wusste gar nicht, ob das geht.


Jop, wusst ich auch nich - muss man halt probiern. Wenn Du die Buchstaben tippst oder kopierst, wirst du, nachdem Du auf Vorschau geklickt hast nen komischen Code in Deinem Post anstelle des griechischen Wortes finden. Auch wusste ich nicht wie ich das ".gif" nach der Bibelstelle wieder wegbekomme; scheint so als kam das von dem griechisch Geschriebenen einfach dahin.

Ich würde aber die Frage stellen, ob der Aorist wirklich anzeigt, dass Paulus nicht sagen wollte, dass das "vergehen" abgeschlossen ist. Es gibt unterschiedliche Gebrauchsweisen des Aorists. Eine dieser Gebrauchsweisen ist der "gnomische" Aorist, bei dem eine für alle Zeiten gültige, zeitlich unbestimmte Handlung ausgedrückt wird.
Eine solche Gebrauchsweise ist aber in 2. Kor. 5, 17 kaum anzunehmen. Die Bedeutungsstruktur der Worte und des Satzes legt nahe, dass Paulus sagen möchte: Das Alte ist weg. Das Neue ist da.
Das, was W+G sich daraus heraus nimmt, ist trotzdem überzogen. Paulus hatte sicherlich das nicht im Sinn.


Nun, ich vermute, Du redest hier vom komplexiven Aorist, der die Handlung auf einen Punkt zusammengefasst ausdrückt. Sicherlich kannst Du allein anhand der unzähligen deutschen Übersetzungen das annehmen. Ich frage mich das nur, da ich glaube, dass eine solche Stelle, so übersetzt, die Realität des Gläubigen völlig verzerren lässt. So gut wie jeder Christ redet davon, dass das Alte in seinem Leben in gewisser Weise noch vorhanden ist. Selbst Wort+Geist haben früher noch vom Alten geredet, weil es einfach Fakt in ihrem Leben war. Irgendwann hat sie genau die Stelle, so übersetzt, dazu ermutigt an den Punkt zu gelangen wo sie heute sind - nämlich in der völligen Realitätsverleugnung. Nun, die Stelle mit

Das Alte ist weg. Das Neue ist da.

macht mir insofern Bauchschmerzen, da wir alle wissen wieviel "Schindluder" (nicht nur W+G!) damit bisher getrieben wurde. Deine Stelle untermauert das Ganze bzw. lässt den Leser somit ermutigen genau das anzunehmen. Die Stelle, mit einer abgeschlossenen Handlung (angenommen, auch hier auf Erden) übersetzt, lässt für mich die nötige Demut vermissen, die notwendig ist um uns immer wieder von Gott durch Jesus "von aller Ungerechtigkeit reinigen zu lassen." Es ist wichtig, die Dinge, die sich in Deinem persönlichen Leben abspielen und nicht ok sind nicht zu verleugnen. Ich will Dir das in keinster Weise unterstellen und auch nicht sagen, dass jeder Christ, der die Stelle, nach komplexivem Aorist übersetzt, liest, aus der Demut in den Hochmut getrieben wird - das wärs ja noch. Ich will nur sagen, dass die Möglichkeit, dass genau das passiert, offensichtlich besteht. Ich versteh Deine Sichtweise ganz gut und die Übersetzung ist rein sprachlich nicht falsch. Das Problem ist, dass es meine auch nicht ist. Das ist das leidige bzw. stets hochinteressante Thema mit den Aoristen was ja in vielen Fällen anhand des Kontextes bzw. wie Du sagst, anhand der Wort- und Satzstruktur zu übersetzen ist d.h., dass man für meine Begriffe an genau dem Punkt den Aorist eher ingressiv statt komplexiv auffassen sollte. Du musst wissen: Ich versuche nur Antworten auf Dinge zu finden, die immer so groß propagiert und von unaufrichtigen Menschen regelrecht missbraucht, malträtiert und schließlich gänzlich kaputtgemacht werden - man denke nur an den riesigen Vers an der Wand des W+G-Saals - 2. Korinther 5,17! Ob meine Motivation, deswegen viele Übersetzungen als falsch bzw. mit Irreführungspotential hinzustellen, richtig ist, kann ich nicht sagen, aber solche Gedanken müssen ja erlaubt sein, da rein sprachlich die Variante möglich ist.
Unabhängig davon denke ich, dass, da γέγονεν καινά (also: "neu geworden") im Indikativ und Perfekt steht dies eine faktische Tatsache ist - ohne weiterhin dauernden Zeitprozess. Das ist ja für mich genau das Wunderbare: dass wir EINE neue Schöpfung sind in Christus sprich, dass damit für mich die Basis des Triumphzuges in Christus über meine fleischl. Begierden und was weiß ich noch alles - Gott weiß es - geschaffen wurde und ich in Christus darüber Sieger bin. Ich glaube, man darf das Alte und das Neue nicht so absolutistisch gegenüber stellen. So nach dem Motto: "Gibts das eine noch, kann das andere noch nicht da sein." Wenn diese Sicht eintritt, wird das eine das andere ausschließen (wortwörtlich!) und wir glauben wie W+G, dass das Leben nur noch im unsichtbaren stattfindet - in der neuen Schöpfung, die ICH jetzt bin. Die neue Schöpfung und das Leben darin ist aber das Zusammenspielen der einzelnen Glieder dieser Schöpfung (Christus alles in allen) hier auf der Erde wofür wir auch den scheinbar "alten Menschen" benötigen mit Seele und Leib - das ist wichtig, so stehen wir stets in Demut vor unserem großen Gott und können stets nur staunend annehmen was für uns oft so schwer zu fassen ist, dass wir Anteilhaber daran sind.
Diese Sicht, dass es viele neue Schöpfungen gibt, aus dem Zusammenhang, dass das alte vergangen ist und schließlich wir alle unabhängig (jeder für sich) neu geworden sind, hat W+G in den Götterstand erhoben, da sie daraus schlossen, dass sie jetzt jeder für sich eine neue Schöpfung sind, d.h. eigenständige, in ihrem Herzen von Christus Jesus unabhängig operierende Söhne Gottes.

Steffen, Dein Vorschlag wählt den "ingressiven" Aorist aus. Schon klar. Aber warum sollte der ingressive oder der gnomische der Aorist sein, der hier verwendet wird?



Nun, meine Erklärung siehst Du oben - sie ist zwar nicht "die Griechischste" - lol, um nicht zu sagen so gut wie kein bisschen griechisch, aber sie ist aus meiner Sicht plausibel d.h. die Möglichkeit ist m.E. nicht auszuschließen.

Der "ingressive" Aorist kann ja den Anfangspunkt einer Handlung bezeichnen. Er bezeichnet aber wohl weniger einen fortschreitenden Prozess. Er bezeichnet auch nicht unbedingt den Anfangspunkt einer Handlung, die als zum Zeitpunkt des Sprechens immer noch andauernd gedacht wird.


? Du widersprichst Dich hier. Entweder der ingressive Aorist drückt den Anfangspunkt einer Handlung aus oder er tuts nicht?! Wenn er das tut und ich kenne keine andere Verwendungsform des ingressiven Aoristen als dass er den Anfangspunkt einer von Natur aus länger andauernden Handlung bezeichnet. Wenn Du eine andere Verwendungsform kennst, kannst Du mir diese ja mitteilen - mir ist jedenfalls keine andere bekannt. Wenn die Handlung fortdauernd ist und somit nur der Anfangspunkt beschrieben wird, wieso sollte die Handlung zum Zeitpunkt des Sprechers wieder vorbei sein? Das finde ich etwas aus der Luft gegriffen.

Bin sehr interessiert an Deinem Gedankengut - auch am Griechisch selbstverständlich, da ich kein Experte bin.

...Meine Güte, war jetz ganz schön viel und lang. Muss mal heute noch was schaffen :). Hoffe, das stimmt alles so zusammen...sagt Bescheid wenns Beanstandungen gibt

Ganz herzliche Grüße an alle
Steffen
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#5
Hebräer83

Hebräer83

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So gut wie jeder Christ redet davon, dass das Alte in seinem Leben in gewisser Weise noch vorhanden ist. Selbst Wort+Geist haben früher noch vom Alten geredet, weil es einfach Fakt in ihrem Leben war. Irgendwann hat sie genau die Stelle, so übersetzt, dazu ermutigt an den Punkt zu gelangen wo sie heute sind - nämlich in der völligen Realitätsverleugnung.


Wenn man sich die Praxis von W+G anschaut, dann entspricht sie sogar der Form des Aorist den Steffen hier dargelegt hat. Sie gehen davon aus, daß "das Alte" in ihrem Geist vergangen ist (da jetzt ALLES neu sei, sündlos etc.), nicht aber "das Alte" an Seele und Körper.
In einem weiteren Schritt, und das hat Bauer immer wieder gepredigt, würde dann dieses "Geistleben" auf Seele und Körper übergreifen (überfließen) und diese in ähnlicher Weise verwandeln. Deshalb sagte Bauer einmal: "Du alterst nicht - oder kaum." und Thomsen meinte, er würde nur noch essen und trinken weil's ihm Spaß macht und nicht mehr weil er noch brauchen würde (von wegen himmlischen Speise und so).
Und da sind wir dann bei der Realitätsverleugung und Bibelverdrehung. Man beachte, was Paulus in Röm 8, 19-23 dazu sagt, oder auch in 1. Kor 15.

Ich habe mich mit den Bedeutungsmöglichkeiten des Aorist nich intensiv genug befaßt, um etwas dazu sagen zu können. In jedem Fall kann keiner behaupten, daß alles Alte vorbei wäre. Bauer schreibt auch in seinem Buch irgendwo, daß man salopp gesagt sich nicht wundern solle, wenn man nach einem Übergabegebet immer noch in seinem Körper wiederfinde und sich scheinbar nichts verändert habe - aber der eigene Geist sei ja jetzt "AUS GOTT", sündlos, außerirdisch etc. Es wird also klar eingeräumt, daß bei weitem nicht alles alte vergangen ist. Aber ist denn "alles alte" im eigenen Geist vergangen?

Hier hängt bei diesem Vers doch auch einiges an der zweiten Satzhälfte. Wenn man nun sagt, dieses "neu sein" bezieht sich lediglich auf den inneren Menschen, dann ist es schon ein unterschied ob man in der Übersetzung ein "alles neu" findet, oder ob man "nur" "(etwas) neues" entdeckt.
Bei W+G wollen sie eben ein "ALLES!!!" lesen, was sich dann auch rückbeziehen läßt auf "das Alte" (Wie kann schließlich alles neu werden und trotzdem noch etwas von dem alten da sein?)
Wo aber kein "alles neu" steht, da ist auch nicht alles neu - und diese Geisttransformationsideologie, wie von eyecatcher dargelegt, hat einfach - auch an zahlreichen anderen Stellen gezeigt - keinen biblischen Boden.

W+G jedenfalls ist in dieser Hinsicht längst entlarvt.
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#6
Guest_Matthes_*

Guest_Matthes_*
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Hallo Steffen,

danke für Deine ausführliche Antwort! Ich schaffe es im Moment gar nicht, in angemessener Weise zu antworten. Ganz kurz:

1 Ja, ich meinte den "komplexiven" Aorist.

2 Der "ingressive" Aorist bezeichnet den Anfangspunkt einer Handlung, die andauert. Aber die Frage ist doch, wie lange sie andauert. Matthäus 17, 6: "... sie fingen an, sich sehr zu fürchten." Sie fürchteten sich bestimmt nicht mehr sehr, als Matthäus das aufschrieb. Sie hatten vielleicht schon zwei Wochen später aufgehört, sich sehr zu fürchten! Das ist nur ein wahllos heraus gegriffenes Beispiel und es wird der Sache natürlich nicht ganz gerecht, sofern es um die Stelle in 2. Korinther 5, 17 geht, da es ja noch andere Aspekte bei der Interpretation als den der Verwendung eines Tempus gibt. Aber eben diesen Aspekt (den der Verwendung des Tempus) können wir uns hier und an anderen Beispielen vor Augen führen.

3 Ich kann Deine Überlegungen gut verstehen, die Du anführst, um zu zeigen, dass man lieber annehmen sollte, dass Paulus nicht von einer abgeschlossenen Handlung gesprochen habe. Aber ich sehe das so: Es gibt in der Heiligen Schrift Stellen, die missverstanden werden können, und die Menschen mit einem unausgewogenen Geist auch regelrecht dazu verführen, sie misszuverstehen und falsch auszulegen und in der Folge möglicherweise allein oder gemeinsam mit anderen auf falschen Wegen zu gehen. So ist das einfach. Dem kann wohl am Besten durch gesunde und ausgewogene Lehre und ein in gesunder Weise geistliches erziehendes Gemeinschaftsleben entgegen gewirkt werden.

Mit herzlichen Grüßen,

Matthes.
  • 0

#7
Steffen

Steffen

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So gut wie jeder Christ redet davon, dass das Alte in seinem Leben in gewisser Weise noch vorhanden ist. Selbst Wort+Geist haben früher noch vom Alten geredet, weil es einfach Fakt in ihrem Leben war. Irgendwann hat sie genau die Stelle, so übersetzt, dazu ermutigt an den Punkt zu gelangen wo sie heute sind - nämlich in der völligen Realitätsverleugnung.


Wenn man sich die Praxis von W+G anschaut, dann entspricht sie sogar der Form des Aorist den Steffen hier dargelegt hat. Sie gehen davon aus, daß "das Alte" in ihrem Geist vergangen ist (da jetzt ALLES neu sei, sündlos etc.), nicht aber "das Alte" an Seele und Körper.
In einem weiteren Schritt, und das hat Bauer immer wieder gepredigt, würde dann dieses "Geistleben" auf Seele und Körper übergreifen (überfließen) und diese in ähnlicher Weise verwandeln. Deshalb sagte Bauer einmal: "Du alterst nicht - oder kaum." und Thomsen meinte, er würde nur noch essen und trinken weil's ihm Spaß macht und nicht mehr weil er noch brauchen würde (von wegen himmlischen Speise und so).
Und da sind wir dann bei der Realitätsverleugung und Bibelverdrehung. Man beachte, was Paulus in Röm 8, 19-23 dazu sagt, oder auch in 1. Kor 15.

Ich habe mich mit den Bedeutungsmöglichkeiten des Aorist nich intensiv genug befaßt, um etwas dazu sagen zu können. In jedem Fall kann keiner behaupten, daß alles Alte vorbei wäre. Bauer schreibt auch in seinem Buch irgendwo, daß man salopp gesagt sich nicht wundern solle, wenn man nach einem Übergabegebet immer noch in seinem Körper wiederfinde und sich scheinbar nichts verändert habe - aber der eigene Geist sei ja jetzt "AUS GOTT", sündlos, außerirdisch etc. Es wird also klar eingeräumt, daß bei weitem nicht alles alte vergangen ist. Aber ist denn "alles alte" im eigenen Geist vergangen?


Hey Florian!
Das kann man so sehen und der Blickwinkel ist auch sehr interessant, den ich bis dato nicht hatte. Ich meinte aber damit nicht, dass dieses "Alte", welches "anfänglich" verging, durch den komplett neuen menschlichen Geist beginnt, d.h. fortan von diesem Geist gesteuert wird und so auf Seele und Leib übergreift und diese erneuert. Heiligung ist stets an Körper, Seele UND Geist notwendig (um auf Deine Frage ganz unten im Zitat zu antworten) und tritt NICHT bei einem der drei Teile in vollständiger Weise auf, so dass fortan dafür keine Heiligung mehr notwendig sei. Aber ich seh schon - und das ist höchst interessant - je nachdem welchen Blickwinkel man anlegt, wird man stets sein Treiben bzw. seine Lehre aus dem jeweiligen Bibeltext rauslesen können - ganz egal wie offensichtlich eigentlich die Verirrung im Vergleich zum Text ist. Ich wär auf die Sicht nicht gekommen. Danke für die Gedanken also...

Unabhängig davon, dass ich den ingressiven Aorist hier trotzdem für sehr nachdenkenswert halte (und zwar "das alte fing an vorüberzugehen" - NICHT durch die einmalige Transformierung des Geistes, die jetzt auf Seele und Leib zugreift...lol, sondern in einer harmonischen Erneuerung von allen drei Teilen, wo nicht der angeblich menschlich neugewordene Geist operiert sondern der heilige!), ist wohl die beste und gesündeste Schlussfolgerung hierbei:

Es gibt in der Heiligen Schrift Stellen, die missverstanden werden können, und die Menschen mit einem unausgewogenen Geist auch regelrecht dazu verführen, sie misszuverstehen und falsch auszulegen und in der Folge möglicherweise allein oder gemeinsam mit anderen auf falschen Wegen zu gehen. So ist das einfach. Dem kann wohl am Besten durch gesunde und ausgewogene Lehre und ein in gesunder Weise geistliches erziehendes Gemeinschaftsleben entgegen gewirkt werden.


Bei W+G wollen sie eben ein "ALLES!!!" lesen, was sich dann auch rückbeziehen läßt auf "das Alte" (Wie kann schließlich alles neu werden und trotzdem noch etwas von dem alten da sein?)


Speziell diesen völlig willkürlichen Schluss, der da getroffen wird, meinte ich. Ich denke auch, dass Du das von mir verstanden hast.

Der "ingressive" Aorist bezeichnet den Anfangspunkt einer Handlung, die andauert. Aber die Frage ist doch, wie lange sie andauert.


Nun, Matthes, um es auf diese Stelle bezogen zu sagen: das ganze Leben. Ich würde mir aber, angenommen man fasst den Aorist ingressiv auf, die Frage nicht stellen. Der ingressive Aorist soll Dir ja zeigen, dass Du in einer Sache noch drinsteckst bzw. diese noch andauert, nicht wie lange genau dieser Zeitpunkt noch andauert. In all dem sollte die Freude am Herrn unsre Stärke sein und nicht die Sicht auf die Unvollkommenheit überwiegen d.h. ich halte es, was die Freude an meinem Herrn, sprich mein Leben mit ihm betrifft, für unwesentlich, ob ich darin ernüchtert werde oder völlige Ermutigung bekomme, ob ich darin erfahre, dass ich vollkommen bin oder unvollkommen - die Freude überwiegt - und das nur anhand der Tatsache, dass er mich liebt -bedingungslos-, nicht weil ich vollkommen oder unvollkommen, neu oder alt bin. So ist es bei 2.Kor 5,17 mit dem ingressiven und komplexiven Aoristen - egal welchen Aorist man anwendet, die Freude überwiegt bei mir. Denkt nicht, dass ich mich in der Stelle nur auf den ingressiven Aoristen beschränke. Ich finde die allgemein gültigen Übersetzungen völlig nachvollziehbar - die Frage ist nur, wie Matthes schon sagte, der Kontext und die Lehre, die daran angelegt wird. Ich hielt und halte nur den ingressiven Aoristen für besser um den UNKUNDIGEN Leser sofort in die Demut dem Herrn gegenüber zu treiben, denn diese ist, zusammen mit Ehrfurcht, wichtig um Irrlehren in seinem Leben abzuweisen. Nun sehe ich zwar den ingressiven Aoristen nach wie vor etwas vorn gegenüber dem komplexiven, bin aber überzeugt geworden, dass das auf Dauer nicht ausschlaggebend sein kann, sondern eine gesunde Lehre und die sich daraus entwickelnde liebevolle Gemeinschaft mit den Brüdern, nämlich die, in dem Fall, gegenseitige Unterweisung und Ermahnung wegen der einzelnen Unvollkommenheit, die Tatsachen deutlich macht und die Brüder vor Blindheit und folgender Irreführung am besten bewahrt.

Seid herzlich gegrüßt
Steffen
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#8
Hasbro

Hasbro

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Das ist alles sehr wissenschaftlich.
Kann mans nicht ganz einfach mit anderen Bibelstellen erklären - wo es auch um dieses Alte und Neue geht ?

Ich denke diese 2 Bibelstellen sagen ziemlich genau aus was gemeint ist:

Joh. 3 , 30 wo der Täufer Johannes über sich selbt und Jesus sagt: " Er muss wachsen - ich aber muss abnehmen " ...

und das paulinische Wort
1.Ko. 15 , 31 " ... Ich sterbe täglich "

Diese Abnehmen und Sterben des alten Menchens , des eigenen ICHs und dem Wachsen Christi in uns ....

mit einem Wort

HEILIGUNG
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#9
Guest_Matthes_*

Guest_Matthes_*
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Danke, lieber Bruder Steffen, für Deine Antwort! Kann nur ganz kurz schreiben. Ich kann alles gut nachvollziehen. Mein Punkt war ja nur der, dass ich sagen wollte, dass wir die richtige Lehre nicht unbedingt durch eine grammatische Analyse - so viel Spaß diese auch macht. lach - hinkriegen! Matthes.
  • 0

#10
Steffen

Steffen

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Danke, lieber Bruder Steffen, für Deine Antwort!


Hey Matthes.

Es ist immer wieder schön, das Zeugnis der gemeinsamen Bruderschaft in sich zu spüren.

Mein Punkt war ja nur der, dass ich sagen wollte, dass wir die richtige Lehre nicht unbedingt durch eine grammatische Analyse - so viel Spaß diese auch macht. lach - hinkriegen! Matthes.

Sicherlich kann das kein Hauptfixpunkt sein - bedingt allerdings (und damit meine ich, im rechten Maß) kann es sicherlich hilfreich sein.

Sei gesegnet, Bruder und auch alle anderen, die das Vorrecht genießen sich in Christus so nennen zu dürfen.
Steffen
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