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"Wie begegnet man der Angst?


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#1
Rolf

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Sieg über die Angst





Über den Autor
Matthias ist Jahrgang 1983 und studiert Theologie , Geografie und Sportwissenschaft in Tübingen. In seiner Freizeit rennt er gerne durch den Wald, spielt Fußball oder sucht mit seiner Pfadfindergruppe das Abenteuer.



Frage von NN:
"Wie begegnet man der Angst? Was ist, wenn Angst zum täglichen Kampf wird? Wenn ich Gott im Herzen habe - müßte ich dann nicht frei sein von Angst?"


Angst ohne Zukunft

Angst nimmt gefangen. Angst isoliert das Herz. Angst verhindert geliebt
werden zu wollen und zu lieben. Angst macht einsam. Angst lügt.

Doch sehr oft fallen wir Menschen auf die Lügen der Angst herein und lassen
unser Denken und unsere Entscheidungen von der Angst lähmen. Deshalb empfinden wir Angst oft als einen „Feind“, mit dem wir im Kampf stehen.

Gott will nicht, dass wir Angst haben. In seiner Zielvorstellung vom menschlichen Leben hat Angst keinen Platz. Ist die Vorstellung von einem völlig angstfreien Leben nicht die größte Vision von Freiheit die wir uns denken können?

Keine Angst mehr vor den Herausforderungen, die das Leben mir stellt; Keine Angst mehr vor dem eigenen Scheitern; Keine Angst mehr vor persönlichen Verletzungen; Keine Menschenfurcht und Beziehungsangst mehr: Solche Vorstellungen wecken eine tiefe Sehnsucht nach Erlösung.

Es ist keine schwärmerische Utopie, als Christen solchen Sehnsüchten in unserem Denken Raum zu geben, denn diese Sehnsüchte entwachsen Gottes Absichten für unser Leben: An der Tatsache, dass wir Menschen eine größere Freiheit und Angstfreiheit denken können, entgegen unserem alltäglichem Erleben der Angst, erkennen wir, dass wir Menschen für genau diese vollkommene Freiheit geschaffen sind.

Diese Hoffnung wird in der Ewigkeit Wirklichkeit sein, die wir erleben
werden, die wir heute schon erahnen, und auf die wir uns freuen können.

Vorhanden aber Überwunden

Die Bibel ist voller Versprechen und Friedensvisionen Gottes, die in uns diesen Traum wachhalten. Aber die Bibel ist auch voller Realismus für unser
Leben in dieser gefallenen Welt. Jesus hat einmal gesagt:


In der Welt habt ihr Angst
Johannes 16,33



Das ist die nüchterne Wirklichkeit, die wir erleben. Es wäre aber ein großes Missverständnis aus dem Erleben der Angst uns selbst Kleinglauben einzureden. Oft neigen wir Christen dazu in Leistungsdenken zu verfallen: „Wenn ich meine Angst nicht besiege, ist Gott nicht mehr bei mir.“ Oder: „Als Christ darf ich keine Angst spüren, denn das wäre eine Beweis für mein Zweifeln an Gottes Größe.“ Oder: „Je mehr Angst in meinem Leben ist, desto weniger Glauben habe ich.“

Solche Gedanken schleichen sich schnell ein, sie sind aber grundfalsch, denn Jesus sagt die Worte zu seinem innersten Kreis, ohne Vorwurf, als nüchterne Feststellung: „In der Welt habt ihr Angst.“ Und solange wir in dieser Welt leben, wird Angst ein Teil unseres Lebens sein.

Aber Christen sind ihr nicht länger ausgeliefert. Die Angst ist nicht weg, aber in uns lebt der Herr über Himmel und Erde, und er hilft uns, sie zu tragen und zu überwinden. Jesus beläßt es nicht bei einer nüchternen Analyse:


In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden
Johannes 16,33



Jesus Christus hat jede Angst dieser Welt ans Kreuz getragen und
besiegt, er hat die Welt überwunden.

Diese geistliche Realität ist für unser Denken ein Widerspruch: Zwar erleben wir die Angst und andere bösen Mächte noch in unserem Leben, doch gleichzeitig sind sie schon besiegt durch den Sieg Jesu am Kreuz. Wir erleben die Mächte der Welt zwar, doch trennen sie uns nicht von Gott.

An diesem Sieg haben Christen als Kinder Gottes Anteil, schon in diesem Leben. Wir können die Angst nicht aus eigener Kraft überwinden, wir lernen, uns in der Vollmacht Jesu mit unseren Ängsten an unseren Vater im Himmel zu wenden, der "weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet." (Matthäus 6,8).

Auch wenn wir immer wieder auf die Lügen der Angst hereinfallen, ist
doch eines sicher: Die Liebe Gottes geht immer mit uns durch unser Leben, unabhängig von unseren Gefühlen:

Römer 8,35-37Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung, oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? [...] In all dem überwinden wir weit durch den, der
uns geliebt hat.

Dieses "Überwinden" bewirkt Jesus in uns, es kommt daher nicht aus eigener Leistung, fällt aber auch nicht einfach so vom Himmel: Jeder Mensch, der Jesus nachfolgt, hat die Verantwortung, sich nicht mit seinen Ängsten treiben zu lassen sondern sich an Jesus zu wenden und ihm seine Ängste anzuvertrauen - und loszulassen.

Was mir hilft

Meiner persönlichen Erfahrung nach ist dieser Kampf gegen die Angst viel
effektiver zu führen, wenn er zusammen mit anderen geführt wird.

Die Angst will uns isolieren und einsam machen und uns, einreden wir müssten unser Leben alleine bewältigen. Doch wenn wir unsere Ängste mit Menschen unseres Vertrauens teilen, verlieren sie schon allein durch das
Aussprechen viel von ihrer „erdrückenden“ Macht.

Wer stark mit Ängsten zu kämpfen hat, kann auch gemeinsam mit einem Seelsorger einmal nach der Ursache für diese Ängste suchen. Wer der Angst auf den Grund geht, ist ihr meistens nicht mehr hilflos ausgesetzt. Er versteht, woher sie kommt und kann dann besser sehen, ob sie begründet ist oder nicht.

Wenn die Angst an das Licht der Wahrheit kommt wird sie als Lüge entlarvt. Auch das Beten mit anderen zusammen ist eine große Hilfe, vorallem dann, wenn die Angst in uns so groß ist, dass wir selbst mehr zweifeln als vertrauen.

Ein Lied von Brian Doerksen hilft mir in diesem Zusammenhang immer
wieder, denn auch ich bin ein oft ängstlicher Mensch. Es kann wie ein Gebet gesprochen werden:

Why should I fear man, when you made the heavens?
Why should I be afraid, when you put the stars in place?
Why should I lose heart, when I know how great you are?
Why should I give up, when your plans are full of love?

In this world we will have trouble, but you have overcome the world.

You shine, brighter than the brightest star!
Your love, purer than the purest heart.
You shine, filling us with courage and strength,
to follow you.

Warum sollte ich Menschen fürchten, wenn Du den Himmel gemacht hast?
Warum sollte ich ängstlich sein, wenn Du die Sterne an ihren Ort gesetzt hast?
Warum sollte ich mutlos werden, wenn ich weiß, wie groß Du bist?
Warum sollte ich aufgeben, wenn ich weiß, dass Deine Pläne voller Liebe sind?

In der Welt werdet Ihr Angst haben, aber ich habe die Welt überwunden.

Du scheinst heller als der hellste Stern!
Deine Liebe - reiner als das reinste Herz.
Du scheinst - und füllst uns mit Mut und Kraft, um Dir zu folgen.

(freie deutsche Übersetzung)


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