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Landkreis kontra Sekte: Ein Video wird zum Streitobjekt


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#1
Rolf

Rolf

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  • 27199 Beiträge
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Der untenstehende Fall ist im Blick auf "Das Seelenkartell" nicht singulär.
Von Sektenseite wird derzeit auch andernorts versucht, diesen Film aus dem Verleih zu entfernen.
Viele Grüße!

Pfarrer Michael Fragner
Schulweg 2
97256 Geroldshausen
Tel.: 0 93 66 - 4 30
www.michelrieth.de

Quelle: Passauer Neue Presse vom 4.12.09

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Landkreis kontra Sekte: Ein Video wird zum Streitobjekt




„Universelles Leben“ fordert Entfernung eines Films aus dem Fundus des Landkreis-Medienzentrums - Verwaltungsgerichtsurteil erwartet

Das „Corpus Delicti“ hält Josef Harlander, Leiter des Landkreis-Medienzentrums, in die Kamera. Der 16 Jahre alte Beitrag sei laut „Universelles Leben“ ein „Hetzfilm“. (Foto: Willmerdinger)

Altötting. Ein 44-minütiger Filmbeitrag mit dem Titel „Das Seelenkartell - Geheime Machenschaften einer Sekte“ sorgt momentan für Furore am Landratsamt: „Universelles Leben“, eine selbst ernannte Religionsbewegung mit Hauptsitz in Würzburg, spielt in dem Film die „Hauptrolle“ - und fühlt sich darin verunglimpft. Ihre Forderung: Der „Hetzfilm“ muss aus dem Fundus des Landkreis-Medienzentrums entfernt werden - weshalb sie nun einen einstweiligen Eilantrag beim Verwaltungsgericht München eingereicht hat, um die weitere Verbreitung des Videos zu unterbinden.

„Voller Hetze und Verleumdungen“ - so bezeichnet Rechtsanwalt Dr. Christian Sailer aus Marktheidenfeld, der die Sekte in Rechtsangelegenheiten vertritt, den 16 Jahre alten Beitrag. Die darin gezeigten Sachverhalte seien „längst gegenstandslos, unwahr und veraltet“. Sailer weiter: „Ein Hetzfilm, der gegen das Neutralitätsgebot des Staates verstößt!“

Der Staat sei dazu verpflichtet, „weltanschaulich-religiös neutral zu sein“ - er ergreife hier jedoch eindeutig Partei, behauptet der Rechtsanwalt. „Es geht schlichtweg darum, ob es dem Staat erlaubt ist, einen Film willkürlich zu verbreiten, der dermaßen tendenziös ist wie dieser“, bringt Sailer die Bedenken seines Mandanten vor.


„Völlig unzutreffend“

Als „völlig unzutreffend“ bezeichnet Rechtsanwalt Gerhard Michel von der Altöttinger Kanzlei „Jehle & Kollegen“ jene Vorwürfe. Er vertritt die Gegenseite, den Landkreis. Bei dem Video handle es sich nur um eine Dokumentation, ein Zeitdokument - nicht um die „persönliche Meinung“ des Landkreises. „Es gibt auch Dokumentationen mit kritischen Beiträgen zu Franz-Josef Strauß oder der katholischen Kirche im Medienzentrum.“ Und „willkürlich“ werde das Video schon gar nicht verbreitet, so Michel weiter. „Niemand hat Anspruch darauf, den Artikel zu löschen - es ist nichts da, was in die Rechte des ,Universellen Lebens’ eingreifen könnte.“

Unmittelbar nach der Erstveröffentlichung 1993 klagte die Sekte schon einmal gegen den vom Hessischen Rundfunk erstellten Film. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main wies dies jedoch ab, mit der Begründung: Weder die Ehre noch das persönliche Ansehen des Antragstellers seien verletzt worden.

Michel erachtet das aktuelle Bestreben der Sekte als eine Art Wiederaufnahmeverfahren: „Die wollen alles, was ihnen gegenüber kritisch ist, aus der Welt schaffen.“ Er selbst sieht die Sekte auf einer Stufe mit Scientology. „Sie nützt die Not anderer Menschen aus.“

Laut Medienzentrumsleiter Josef Harlander ist der Film seit 2000 neun Mal von Schulen im Landkreis ausgeliehen worden. Ob auch andere Kreisbildstellen betroffen sind, ist bisher nicht bekannt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts wird in Kürze erwartet. - hos
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