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Habe ich die Gabe der Ehelosigkeit?


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Rolf

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Single aus Begabung





Über den Autor
Susanne ist Jahrgang 1980, verheiratet mit Mario aus Ecuador, wohnhaft in Stoke-on-Trent / England. Sie arbeitet für United Christian Broadcasters, einer christl. Fernseh- und Radiostation, in der Logistikabteilung. In ihrer Freizeit fotografiert sie gerne, liest viel, hört Musik und reist gern wann immer es möglich ist. Ihr größter Lebenswunsch und mein Ziel ist es, Gott zu kennen und bekannt zu machen!


Frage von AW:
"Wie kann ich erkennen, ob ich die Gabe der Ehelosigkeit habe? Gibt es bestimmte Eigenschaften, die darauf hinweisen und die Verheiratete nicht haben? Ich weiß nur, dass es relativ wenige Menschen mit dieser Gabe gibt. In der Regel sind Christen verheiratet. Mich würde sehr interessieren, wie man diese Gabe feststellt, bzw. woran man sie festmacht"


Ehe: Ein Blick ohne rosarote Brille

Zum Thema Ehelosigkeit möchte ich auf das eingehen, was der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief, Kapitel 7, dazu sagt:

Für die Unverheirateten hat der Herr keine ausdrückliche Anweisung gegeben. Aber ich bin vom Herrn in seiner Gnade dazu bestimmt worden, vertrauenswürdig zu sein. Darum möchte ich euch meine Meinung sagen.
1.Korinther 7,24

Hier sehen wir, dass Paulus im Bezug auf diese Frage seine Meinung zum Besten gibt und das Folgende nicht als direkte Offenbarung oder Anweisung Gottes erhalten hat. Seine Meinung hat sich wahrscheinlich durch Lebenserfahrung und Beobachtung geformt. Sie war jedoch offensichtlich wichtig genug, in der Bibel erfasst zu werden. Deswegen lohnt es sich, darüber nachzudenken und zu überlegen, ob das Gesagte für das eigene Leben von Bedeutung ist:

Wenn ich daran denke, welch schwere Zeiten uns bevorstehen, scheint es mir das Beste zu sein, wenn man unverheiratet bleibt. Hast du dich allerdings schon an eine Frau gebunden, dann sollst du diese Bindung nicht lösen. Bist du aber noch frei, dann bleibe es auch und suche nicht überall nach einer Frau. Wenn du heiratest, begehst du jedoch keine Sünde. Das gilt in gleicher Weise für Männer wie für Frauen. Nur werdet ihr als Verheiratete besonderen Belastungen ausgesetzt sein, und das würde ich euch gern ersparen.
1.Korinther 7,25-28

Paulus ging vermutlich davon aus, dass Jesus Christus bald wieder sichtbar zur Erde kommt und dass zuvor für die Christen eine schwere Zeit anbrechen würde. Auch die Christen in Korinth gingen davon aus und fragten sich, ob es unter diesen Umständen überhaupt noch Sinn hat, zu heiraten. Das ist der Hintergrund für diese Textstelle.

Paulus geht auf diese Frage der Korinther ein und gibt ihnen seine Einschätzung dazu. Sein Rat ist seelsorgerlich motiviert: Er weiß, welche zusätzliche Belastung es sein kann, wenn man in einer politisch oder gesellschaftlich schwierigen Situation nicht nur für sich selbst, sondern auch noch für den Ehepartner oder die Kinder sorgen muss. Auch heute ist dieser Punkt nicht ohne Bedeutung, da keiner weiß, ob er in solche Umstände hineinkommen wird. Christliche Ehepaare, die in Ländern leben, in denen sie aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, können diese Aussage wahrscheinlich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Eines gilt aber unabhängig von den äußeren Umständen: Damals wie heute ist die Ehe eine große Herausforderung. Wer verheiratet ist, muss ständig an der Beziehung zu seinem Partner arbeiten. Das bedeutet, dass er seine Bedürfnisse, Wünsche und Schwächen berücksichtigen und sich selbst in Vielem zurücknehmen muss. Er kann seine eigenen Pläne, seien sie beruflicher Art oder auch auf die Gemeinde bezogen, nicht so ausleben wie eine alleinstehende Person. Wer heiraten möchte, sollte das berücksichtigen.

Single mit Profil

Trotz dieser Einschränkungen ist die Ehe Gottes Idee und sein grundsätzlicher Wille für den Menschen, und zwar von Anfang an:

Gott, der Herr, dachte sich: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein lebt. Er soll eine Gefährtin bekommen, die zu ihm passt!
1.Mose 2,18

Gott hat uns Menschen geschaffen, damit wir in Beziehungen leben. Das schließt die verschiedensten Formen von Beziehungen ein: Von der losen Bekanntschaft über regelmäßige Kontakte bis hin zu tiefen, verbindlichen Freundschaften und der Ehe. Die Ehe ist die kleinste Einheit, bzw. Zelle in der Familie Gottes. Sie soll auch ein Ebenbild sein für die Beziehung zwischen Jesus und seiner „Braut“ – der Gemeinde.

Jedoch gibt es Menschen, die Gott aus besonderen Gründen für die Ehelosigkeit bestimmt hat oder die sich selbst bewusst für ein Leben ohne Ehe entschieden haben. Biblische Beispiele sind unter anderem der Prophet Jeremia, Johannes der Täufer, Paulus und letztlich sogar Jesus selbst. Er kommentiert diese Tatsache so:


Manche sind von Geburt an zeugungsunfähig; andere werden es durch menschlichen Eingriff. Und es gibt Menschen, die verzichten auf die Ehe, um Gott besser dienen zu können. Wer es versteht, der richte sich danach!"
Matthäus 19,12

Der letzte Satz von Jesus deutet an, dass der bewusste Verzicht auf eine Ehe eine Entscheidung ist, die einen gewissen Denkprozess voraussetzt – und damit oft auch schon ein Stück gegangenen Lebensweg. Am Ende dieses Prozesses steht dann der Entschluss, ohne Ehe zu bleiben, weil man sich verstärkt für Gott in der Gemeinde, der Mission oder der Gesellschaft einsetzen möchte.

Christliche Gemeinden und auch die Gesellschaft insgesamt tendieren dazu, Sinlges nur als "halbe Menschen" zu betrachten. Nach dem Motto: Die haben es nicht geschafft oder sind irgendwie unfähig, einen Partner zu finden. Das ist schade und entspricht in keinem Fall dem Blickwinkel der Bibel.

Die genannten biblischen Personen sind das beste Beispiel dafür. Auch viele missionarische und sozial-diakonische Tätigkeiten wären in der Vergangenheit und Gegenwart nicht möglich gewesen, wenn Männer und Frauen nicht bereit gewesen wären, ehelos zu bleiben. Die Arbeit der Diakonissen sei stellvertretend für alle anderen als Beispiel genannt. Wenn diese Tatsache bewusster wahr genommen werden würde, würde mancher Single vielleicht auch ein leichteres Ja zu seiner Lebenssituation finden.

Single aus Überzeugung

Die Gabe der Ehelosigkeit – wie andere Gaben auch – ist meiner Meinung nach etwas, dass Gott selbst in das Herz eines Menschen legt. Menschen mit dieser Gabe haben die Fähigkeit, alleinstehend glücklich zu sein. Sie kennen zwar auch Zeiten, in denen sie sich nach einem Partner sehnen, aber sie leiden nicht extrem darunter, dass sie keinen haben. Daneben können sie auch den Umstand bejahen, dass sie ihre körperliche Sexualität nicht ausleben können.

Darauf weisen folgende Verse von Paulus hin. Wieder ist zu bedenken, dass er hier in die konkrete Situation der Korinther hineinspricht. Grundsätzliches lässt sich aber auch heute aus dieser Bibelstelle ableiten:

Wenn aber jemand meint, es sei Unrecht, seine Braut allzu lange auf die Ehe warten zu lassen, so soll er tun, was er für richtig hält. Er soll ruhig heiraten. Damit begeht er keine Sünde. Wer aber die innere Bereitschaft und Kraft zur Ehelosigkeit aufbringt und nicht durch ein Eheversprechen gebunden ist, der ist gut beraten, wenn er nicht heiratet. Wer also heiratet, der handelt richtig. Besser ist es allerdings, nicht zu heiraten.
1.Korinther 7,36-38

Diese Verse zeigen, dass der Sinn der Ehelosigkeit der ist, sich selbst und seine Zeit stärker in den Dienst in der Gemeinde Jesu bzw. dem Leib Jesu (alle Christen) investieren zu können.

So wie ich diese Bibelstellen verstehe, wird Gott einen Menschen, der sich stark nach einer Beziehung und der Ehe sehnt, nicht dazu berufen, ein Leben der Ehelosigkeit zu leben. Wenn Menschen lange auf einen Partner warten, nach dem sie sich so sehr sehnen, fragen sie sich oft, ob die lange Wartezeit bedeutet, dass Gott möchte, dass man ehelos bleibt. Ich denke, dass es grundsätzlich nicht Gottes Willen entspricht, dass jemand, der sich nach einem Partner fürs Leben sehnt, ehelos und in der ständigen Sehnsucht danach bleibt.

Und wenn kein Partner in Sicht ist?

Warum bleiben dann aber doch so viele Singles ehelos, obwohl sie die Gabe der Ehelosigkeit allem Anschein nicht haben und sich ernsthaft um eine gesunde Beziehung zu einem Partner bemüht haben?

Ein Grund dafür ist, dass wir in einer Welt leben, die nicht mehr so ist, wie es dem ursprünglichen Willen Gottes entspricht. Vieles läuft nicht so, wie es sollte. Das gilt auch für den Bereich der Ehe und Partnerschaft. Die Erfahrung zeigt, dass viele Singles ein Leben lang solo bleiben, auch wenn sie sich einen Partner gewünscht haben. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Vielleicht hat es in der näheren Umgebung keinen Menschen gegeben, der für eine Partnerschaft in Frage gekommen wäre. Oder eine Krankheit oder der Beruf stehen der Partnersuche und einer Ehe erschwerend im Weg.

Manchmal lässt Gott es zu, dass ein Mann oder eine Frau, die sich einen Partner wünschen, diesen Weg gehen müssen. Hier ist es wichtig zu sehen, dass Gott uns kein Recht auf eine Ehe zugesagt hat. Genau so wenig, wie wir von ihm zum Beispiel einfordern können, immer gesund zu sein.

In einer solchen Situation ist es erfahrungsgemäß das Beste, wenn man Gott auf der einen Seite immer wieder sagt, wie schwer einem das Leben als Single fällt und ihn gleichzeitig auch bittet, dass er einem dabei hilft, ein Ja zu diesem Lebensweg zu finden. Dieser Weg ist nicht einfach. Die meisten Singles haben an diesem Punkt zu kämpfen und leiden immer wieder an ihrem Alleinsein. Es ist hilfreich, wenn man sich diesem Prozess bewusst stellt und nicht versucht, ihn zu verdrängen oder auszuweichen. Viele machen dann auch die Erfahrung, dass Gott einen inneren Frieden schenkt und auch die Bereitschaft, die partnerlose Situation so anzunehmen, wie sie ist – sei es vorübergehend oder auf Dauer. Der Wunsch nach einem Partner wird dadurch nicht unbedingt kleiner, aber man wird innerlich ruhiger und kann das Leben als Single wieder annehmen, genießen und gestalten lernen.

Im heutigen Zeitalter scheint es auch immer schwieriger zu werden, einen passenden Lebenspartner zu finden. Gründe dafür können zum Beispiel die langen Ausbildungszeiten, der häufige Wohnortwechsel oder die veränderten sozialen Strukturen sein. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass Gott mit unseren von ihm gegebenen Wünschen und Fähigkeiten arbeitet und nicht dagegen - natürlich im Rahmen seiner Liebe und Gesetze für uns Menschen, die uns zum Besten dienen sollen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es nur einen einzigen Ehekandidaten gibt, den Gott für uns vorgesehen hat. Prinzipiell gibt es meistens mehrere Personen, mit denen vom Charakter und von der Persönlichkeit her eine von Gott gesegnete Ehe möglich wäre. Mancher steht sich hier auch selbst im Weg, indem er zu hohe Erwartungen hat oder falsche Vorstellungen davon, wie eine Partnerschaft sein sollte. In diesem Fall gilt es, die eigenen Motive und Erwartungen einmal zu hinterfragen und zu überprüfen.

Fazit

Einer der wichtigsten Hinweise im Leben eines Menschen auf die vorhandene Gabe der Ehelosigkeit ist der Wunsch und das innere Verlangen, alleinstehend zu bleiben mit dem Ziel, sich noch intensiver in die Arbeit, die Gott für den jeweiligen Menschen vorgesehen hat, investieren zu können. Manchmal braucht es eine gewisse Zeit, bis man das erkennt und auch die Bereitschaft findet, diesen Weg zu gehen.

Wer diese Gabe hat, ist im Großen und Ganzen zufrieden damit, ein Single zu sein. Er findet in den freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Menschen die nötigen sozialen Kontakte und erlebt dort auch Gemeinschaft. Das Bedürfnis, Single zu sein und zu bleiben, resultiert in diesem Fall jedoch nicht aus der Enttäuschung missglückter Beziehungen und einer daraus wachsenden Frustration, sondern aus einem klaren Bedürfnis, Gott völlig und ganz zu dienen.
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