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Mobbing unter Christen


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Rolf

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Mobbing unter Christen?



Über den Autor
Frank Schulz arbeitet als Buchhalter in der Lebensmittelindustrie. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören Altes Testament, Heilsgeschichte, Bibelauslegung und Fragen zur Beziehung von Gott zu den Menschen und den Menschen untereinander. Frank ist verheiratet und hat drei Kinder. Er wohnt mit seiner Familie in Schleswig-Holstein.


Frage von KH:
"Was sagt die Bibel dazu, wenn Christen andere Christen mobben [engl. mobbing = anpöbelnd]? Wenn ein Christ durch Mobbing aus gesundheitlichen Gründen seinen Arbeitsplatz kündigen muss, der christliche Arbeitgeber alles leugnet, wie soll sich dann der Geschädigte verhalten - darf er bei einem Anwalt Hilfe suchen oder vor ein Arbeitsgericht gehen?"
Das Wort "Mobbing" in der Bibel zu finden, dürfte schwer fallen. Mose kannte dieses Wort ebenso wenig wie Abraham, David, Jesus oder die Apostel. Hat Gott also nichts zu diesem "Volkssport" zu sagen? Läßt er die Betroffenen alleine stehen und die Täter ungeschoren davongekommen, weil es in der Bibel keinen entsprechenden Eintrag im "Sündenregister" gibt?


Was die Bibel zu Gerüchten und Halbwahrheiten sagt

Obwohl es das Wort "Mobbing" zur Zeit der Entstehung der Bibel nicht gegeben hat, ist das dahinter stehende Verhalten nichts neues. Gerüchte und Halbwahrheiten zu verbreiten ist keine Erfindung der Neuzeit. Anderen Menschen mit Misstrauen und Zorn zu begegnen ist genauso bekannt wie mangelnde Vergebungsbereitschaft und Selbstgerechtigkeit. Mag der Begriff neu sein, die Taten, die damit umschrieben werden sind es nicht.

Mobbing hat viele Erscheinungsformen. Nicht jedes Fehlverhalten zwischen Menschen ist jedoch damit gleichzusetzen. Wichtig ist, dass man sich in seiner Grundhaltung anderen Menschen gegenüber nicht vom Bösen überwinden lässt. Paulus ermahnt die Gemeinde in Philippi:

Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.
Philipper 2,3-4


Wie jeder Verstoß gegen dieses göttliche Prinzip ist auch Mobbing - so neu der Begriff auch sein mag - nichts anderes als Sünde.


Verhalten gegenüber dem "Mobbenden"

Die Lügen des Arbeitgebers, sei er Christ oder nicht, müssen wir uns natürlich nicht gefallen lassen. Es kommt tatsächlich nicht selten vor, dass andere Christen einem Böses wollen und tun. Manchmal kommt es dabei auch zu gesundheitlichen Schäden. Manche Mitchristen werden also regelrecht zu unseren Feinden.

Gott gibt uns in der Bibel nun klare Auskunft, wie wir mit Feinden umgehen sollen. Wir sollen sie lieben, für sie beten und bereit, sein ihnen zu vergeben (Matthäus 5,44, Lukas 6,27). In Matthäus 18 erklärt Jesus, wie das in der Praxis konstruktiv ablaufen kann:

Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.
Matthäus 18,14-16


Der Ort der Konfliktlösung ist die Gemeinde Jesu. Der erste Schritt der getan werden soll ist der, dass der, an dem gesündigt worden ist, zu dem hingeht, der an ihm schuldig wurde. Sieht dieser es ein, tut Buße und bittet um Vergebung, ist die Angelegenheit erledigt. Beharrt er auf seiner Sünde, soll man noch ein oder zwei Christen hinzunehmen. Dies hat den Zweck, dass man Zeugen hat und dass von unbeteiligter Seite festgestellt werden kann, ob der Betroffene nicht auch Sünde auf sich geladen hat. Hilft dies alles nicht, so müssen wir es vor die Gemeinde bringen und - in diesem Rahmen - öffentlich machen. Wie wir in Matthäus 18 sehen, steht bei dieser Art der Konfliktlösung der Versuch im Vordergrund , gestörte Beziehungen zwischen Christen zu heilen - nicht die Rache.


Die Rolle der Justiz

Paulus hält den Korinthern in 1.Korinther 6 vor, dass sie sich gegenseitig vor Gericht ziehen (1.Korinther 6,1-8). Schlimm genug, dass es überhaupt so weit kommt - die Betroffenen stritten sich öffentlich vor Richtern und Gerichten, die nicht Teil der Gemeinde Jesu waren (und daher geistliche Aspekte der Probleme gar nicht beurteilen konnten).

Ich denke, dass dies als eine Richtlinie für die Gemeinde Jesu zu allen Zeiten gedacht ist, und dass wir wegen innerchristlicher Angelegenheiten keine richterliche Hilfe von außen rufen sollen. Sicherlich gibt es auch Christen, die Anwälte und Richter sind. Diese kann man natürlich um Rat fragen. Aber auch Gemeindeälteste und andere Christen, die im Glauben gereift sind, können in einem solchen Konflikt weiterhelfen.

Hier geht es nicht darum, eine "fromme Parallelstruktur" zu unserem Rechtsstaat aufzubauen, sondern darum, dass Christen bemüht sein sollten, mit Konflikten untereinander wie Geschwister umzugehen und nicht wie Leute, die "nur noch über ihre Anwälte miteinander reden".


Der Arbeitsplatz

Wie sieht es jetzt aber mit dem Arbeitsplatz aus? Soll man auf jeden Fall darauf bestehen, ihn zu behalten und solange warten, bis der "Mobber" um Entschuldigung bittet?

Wir sollen wie unser Gott zum Vergeben bereit sein (Psalm 85,5). Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir uns des sündigen Verhaltens unseres Chefs nicht entziehen dürfen. Bereitschaft zur Vergebung sollte jedoch immer vorhanden sein. Bevor es zu weiteren gesundheitlichen Schäden kommt, würde ich allerdings den Arbeitsplatz wechseln.


Fazit

Wie dies alles in deiner konkreten Situation aussieht, kann ich natürlich nicht sagen. In jedem Fall möchte ich Mut machen, den biblischen Anweisungen zu folgen. Gott möchte gestörte Beziehungen zwischen Christen heilen, und er wird uns helfen, uns um eine Konfliktlösung in diesem Sinne zu bemühen. Ich bete, dass jeder Gemobbte mit Gott einen Weg aus dieser schwierigen Lage findet.

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