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Was ist der Heilige Geist?


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Rolf

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Was ist der Heilige Geist?




Über den Autor
Matthias (Jahrgang 1966) arbeitet als Informatiker in der medizintechnischen Software-Entwicklung. Er lebt mit seiner Familie in Wien und engagiert sich dort stark in der Bibelschule seiner Gemeinde.


Frage von NN:
"Was ist der Heilige Geist? Wie kann ich ihn verstehen? Ist er eine Person? Bekommt ihn jeder Christ und bin ich für ihn gut genug?"


(1) Wer ist der Heilige Geist?

Die Bibel lehrt, dass der Heilige Geist nicht bloß eine Kraft oder ein Einfluss ist, sondern eine Person. Das kann man aus Folgendem schließen:

Er hat die Eigenschaften einer Person, z.B.:

Intellekt (1.Korinther 2,10-13)

Wille (1.Korinther 12,11)

Gefühle (Epheser 4,30; Jakobus 4,5)


Er handelt als Person, denn er:

redet (1.Timotheus 4,1)

lehrt (Johannes 14,26)

bezeugt (Johannes 15,26)

überführt (Johannes 16,8)

befiehlt (Apostelgeschichte 8,29)

verbietet (Apostelgeschichte 16,7)

verhindert (Apostelgeschichte 16,6)

leitet (Römer 8,14)

hilft beim Beten (Römer 8,26)

tut Wunder (Apostelgeschichte 8,39)


Außerdem lehrt die Bibel, daß der Heilige Geist Gott ist, denn sie beschreibt:

aus dem Geist geboren = aus Gott geboren (Johannes 3,8; Johannes 1,13)

den Geist belügen = Gott belügen (Apostelgeschichte 5,3-4)

Tempel des Geistes = Tempel Gottes (1.Korinther 3,16-17)

der Geist spricht = Gott spricht (Jeremia 31,31-34; Hebräer 10,15-17)

er hat Macht, die nur Gott hat (Lukas 1,35; Römer 15,19)

er ist allwissend, da er die Gedanken des allwissenden Gottes kennt (1.Korinther 2,10-11)

er ist allgegenwärtig (Psalm 139,7-10)

er ist ewig (Hebräer 9,14)


Dass der Heilige Geist Gott ist, heißt aber nicht, dass er austauschbar mit dem Vater oder dem Sohn ist. Er hat eine bestimmte Rolle in der Dreieinigkeit, und diese bringt mit sich, dass er sich nicht anbeten lässt, sondern die Anbetung auf den Vater und den Sohn hin lenkt (siehe unten). Christen haben Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater und mit Jesus Christus (1.Johannes 1,3), aber nicht mit dem Heiligen Geist, sondern durch den Heiligen Geist.


(2) Das Ziel des Heiligen Geistes

Jesu Ausführungen über den Heiligen Geist in Johannes 14-16 zeigen sehr deutlich, dass es das Ziel des Heiligen Geistes ist, auf Jesus Christus hinzuweisen, ihn zu verherrlichen, groß zu machen, ins Rampenlicht zu stellen. In seinem Wirken geht es nicht um ihn selbst sondern um Jesus Christus, denn er:

ist auf Jesu Bitte hin und in seinem Namen gesandt (Johannes 14,6+26)

bringt in Erinnerung, was Jesus die Jünger gelehrt hat (14,26)

zeugt von Jesus (15,26)

redet nicht aus sich selbst (16,13)

verherrlicht Jesus (16,14)

nimmt von dem, was Jesus gehört, und offenbart es den Jüngern (16,14)

Somit kann man sagen, dass dort, wo der Heilige Geist am Wirken ist, der Blick nicht auf Menschen gelenkt wird, auch nicht auf den Heiligen Geist selbst, sondern auf Jesus Christus.


(3) Wie wirkt der Heilige Geist?

Ich werde an dieser Stelle nicht auf sein Wirken im Alten Testament eingehen, sondern mich auf sein Wirken seit Pfingsten beschränken.

Der Heilige Geist öffnet den Menschen die Augen über ihre Sünde des Unglaubens, über Gottes Gerechtigkeit in Jesus Christus und über sein Gericht über den Herrscher dieser Welt (Johannes 16,8-11). Er zieht Menschen zu Jesus Christus (Offenbarung 22,17).

Der Heilige Geist bewirkt bei einem Menschen, der sich im Glauben Jesus Christus anvertraut, die Wesenserneuerung und Erweckung zum geistlichem Leben, die in der Bibel auch als Neu- oder Wiedergeburt bezeichnet wird (Johannes 3,3; Titus 3,5). Dazu gehört auch das Abwaschen der Sünde, so dass der Mensch vor Gott rein und gerecht dasteht (1.Korinther 6,11).

Der Heilige Geist nimmt bei der Neugeburt Wohnung im Gläubigen und zieht nie wieder aus (Johannes 14,16-17).
Durch ihn sind zu Pfingsten die Jünger zu "einem Leib getauft" (d.h. zu einer engen geistlichen Gemeinschaft verbunden) worden. Sie sind alle mit dem Heiligen Geist "getränkt" (d.h. durchdrungen) (1.Korinther 12,13).
Diese Taufe im Heiligen Geist erfährt jeder Gläubige bei seiner Wiedergeburt.

Weil es so wichtig ist, sei noch einmal hervorgehoben:

Die notwendige und hinreichende Bedingung für den Empfang des Heiligen Geistes ist Gehorsam zum Glauben (Apostelgeschichte 5,32, Johannes 7,39; Galater 3,2).

Man kann es auch so ausdrücken: Wenn ein Mensch das Evangelium von Jesus Christus hört und Gottes Aufforderung zur Umkehr und zum Glauben gehorcht, wird er geistlich neugeboren und empfängt den Heiligen Geist, der bleibend in ihm Wohnung nimmt.

Ein Mensch kann nicht zu schlecht, d.h. zu sündig sein für den Heiligen Geist, höchstens ungläubig, denn durch den Glauben will ihn der Heilige Geist ja von den Sünden (und seien sie noch so schlimm) reinwaschen und ihm die Gerechtigkeit Jesu zusprechen, der für seine Schuld am Kreuz bezahlt hat.

Und dann beginnt seine Arbeit, das Leben des Menschen zu verändern, d.h. es Jesus ähnlich zu machen. Die Grundlage dieser Arbeit des Heilige Geistes an Christen ist, dass er bei ihnen "eingezogen" ist und nun von innen heraus wirkt.

Was er für sie ist und tut, wird in der Bibel durch folgende Symbole ausgedrückt:

Siegel (2.Korinther 1,21-22):
Christen sind als Gottes Eigentum versiegelt. Er steht hinter ihnen und beschützt sie.

Salbung (1. Johannes 2,20+27):
Christen sind von Gott abgesondert (d.h. aus der Welt herausgenommen) und zu einem besonderen Zweck bzw. Dienst für ihn bestimmt und ausgerüstet.

Pfand/Anzahlung (2.Korinther 1,21-22):
Christen sind auf Hoffnung hin erlöst. Sie erleben einen Teil von Gottes Rettung schon jetzt, aber die vollkommene Rettung kommt erst. Gott hat ihnen in Form des Heiligen Geistes ein Pfand gegeben, eine Anzahlung, damit sie gewiss sein können, dass er sein Versprechen, ihnen ewiges Leben in seiner Herrlichkeit zu geben, einlösen wird.

Helfer/Beistand (Johannes 14,16+26)
Mit der Bezeichnung "Helfer" bzw. "Beistand" wird sein Wirken in den Gläubigen zusammengefasst. Dadurch befähigt er die Kinder Gottes zu einem Leben, das Gott gefällt.

Dieses Wirken an den Gläubigen äußert sich in einer Menge von ganz praktischen Details:


Er lehrt sie alles, erinnert sie an alles, was Jesus gesagt hat (Johannes 14,26), rückt ihn ins Zentrum (Johannes 15,26; 16,14) und leitet sie in die ganze Wahrheit und verkündigt ihnen Zukünftiges (Johannes 16,13).

Er führt und befähigt sie zur wirksamen Verkündigung des Evangeliums (Apostelgeschichte 1,8).

Er bewirkt Freimütigkeit, um im Auftrag Gottes zu reden (Apostelgeschichte 4,31).

Er gibt der Gemeinde Wachstum (Apostelgeschichte 9,31).

Er vermittelt den Gläubigen die Liebe Gottes (Römer 5,5).

Er leitet die Kinder Gottes (Römer 8,14).

Er vermittelt ihnen die Gewissheit, dass sie Gottes Kinder sind. Durch ihn treten sie in eine vertrauliche Beziehung mit dem Vater im Himmel (Römer 8,15-16).

Er hilft ihnen in ihrer Schwachheit aus, besonders beim Beten (Römer 8,26).

Er zeigt ihnen, was ihnen von Gott geschenkt ist (1.Korinther 2,12).

Er bewirkt die Umgestaltung der Gläubigen in das Vorbild Jesu, indem er ihren Blick auf ihn lenkt (2.Korinther 3,18).

Er bringt gute, Gott wohlgefällige Frucht hervor, wenn ihm die Gläubigen Raum zum Wirken geben (Galater 5,22): Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Selbstdisziplin.

Er bringt Gottes Wort wirksam zur Anwendung (Epheser 6,17).

Er überwindet die Furcht und gibt die notwendige Kraft, Liebe und Selbstdisziplin, um Jesus zu verkündigen und für ihn zu leiden (2.Timotheus 1,6-8).

Er teilt nach seinem Gutdünken Gaben an die Gläubigen aus, damit sie befähigt sind, ihre Glaubensgeschwister auf zu erbauen, d.h. sie in ihrem geistlichen Wachstum zu fördern (1.Korinther 12,11; Epheser 4,12).


(4) Was sind Geistesgaben?

Wir haben im Neuen Testament vier Abschnitte zu den besonderen Gaben, die der Heilige Geist schenkt:
Römer 12,6-8; 1.Korinther 12-14; Epheser 4,7-16; 1.Petrus 4,10-11

Diese Abschnitte dürfen nicht als vollständige Aufzählung oder gar Definition verstanden werden. Vielmehr werden jeweils in den Zusammenhang passende, bestimmte Gaben aufgezählt, aber nicht exakt definiert. Die meisten Details finden wir in 1.Korinther 12­-14, und zwar vor allem über die Sprachenrede und die Weissagung. Es geht dort hauptsächlich um den falschen, nämlich egoistisch-kindischen Umgang mit den Gaben, besonders um den Missbrauch des Sprachenredens.

Ohne hier im Detail auf die Gaben einzugehen, möchte ich etwas sehr Wesentliches herausgreifen: Christen erhalten Gaben

von Gott

durch den Heiligen Geist

nach dem Willen des Heiligen Geistes

zum Dienst für Gott

zur Erbauung der Andere

Nicht aber:

durch Manipulation oder Gruppendynamik

nach ihrem eigenen Willen

um sich selbst zu verwirklichen

um die Sensationsgier von Menschen zu befriedigen

Die Gaben in den Vordergrund zu stellen, zeugt von Unreife. Paulus zeigt einen weit besseren Weg (1.Korinther 12,31): Ein Leben der Selbstverleugnung und Liebe nach dem Vorbild Jesu, im Glauben an ihn und in der Hoffnung auf ihn. Wer so lebt und sich Gott zum Dienst zur Verfügung stellt, dem wird der Heilige Geist genau die Gaben geben, die er dazu braucht.


(5) Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist

Es gibt im Neuen Testament zwei positive und zwei negative Aufforderungen im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist:

"Wandelt im Geist" (Galater 5,16)

"Werdet erfüllt mit dem Heiligen Geist" (Epheser 5,18)

"Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes" (Epheser 4,30)

"Dämpft/löscht nicht den Geist" (1.Thessalonicher 5,19)

Diese Aufforderungen hängen in folgender Weise zusammen: In welchem Ausmaß der Heilige Geist die oben aufgezählten Dinge in einem Gläubigen wirkt, hängt auch sehr davon ab, wie weit dieser ihm Raum in seinem Leben gibt. Gibt er ihm viel Raum, ist er also mit dem Heiligen Geist erfüllt, so kann dieser die Frucht des Geistes zum Gedeihen bringen (Galater 5,22). Dem Heiligen Geist Wirkungsraum zu geben, nennt die Bibel auch "im Geist wandeln" (Galater 5,16).

Betrübt, beleidigt der Gläubige statt dessen den Heiligen Geist, indem er seine Stimme ignoriert, kein Interesse an dem zeigt, worauf er ihn hinweist, das gering schätzt, was dem Geist heilig ist und dem nachgeht, was der Geist verabscheut, dann hemmt und dämpft er ihn in seinem Wirken. Das alte, gottlose Wesen wuchert dann wie Unkraut in einem ungepflegten Garten, aus dem man den Gärtner vertrieben hat.

Ein Vergleich hilft vielleicht weiter: Eine Schwangere trägt werdendes Leben in sich. Sie kann dessen Wachstum fördern oder hemmen. Normalerweise nehmen werdende Mütter Rücksicht auf ihr Baby. Sie schonen sich um seinetwillen, meiden Dinge, die sie gerne tun würden und tun Dinge, die sonst meiden würden, um dem Baby die besten Voraussetzungen zur Entwicklung zu geben.

Ähnlich ist es mit einem Gläubigen, der seit seiner Neugeburt geistliches Leben in sich trägt. Dieses kann man mit einem Embryo vergleichen, denn noch ist es verborgen. Eines Tages, wenn Jesus Christus erscheinen wird, wird es sichtbar und herrlich hervortreten (Kolosser 3,3-4). Diesen Tag sehnt er herbei, wie eine Hochschwangere den Tag der Geburt (Römer 8,22-23). Der Heilige Geist ist derjenige, der dieses Leben fördern, die Frucht zum Gedeihen bringen will, so wie in der Natur alles dazu angelegt und vorprogrammiert ist, dass der Embryo wächst. Doch wenn man der Natur durch traumatische Einwirkungen, Gifte, Unterernährung, usw. entgegenwirkt, hemmt man das Wachstum. Ebenso hemmt ein Christ sein geistliches Wachstum, wenn er demjenigen entgegenwirkt, der es vorantreibt.

Nach 1.Korinther 6,12 soll sich ein Kind Gottes nicht mehr fragen: "Was ist mir erlaubt und was verboten?", sondern vielmehr:

Was ist nützlich, damit der Heilige Geist ungehindert wirken kann?
Was soll ich meiden, damit ich nicht wieder in die Gefangenschaft der Sünde zurückfalle?

Beim "Erfüllt werden" mit dem Heiligen Geist geht es also darum, im Bewusstsein des innewohnenden Heiligen Geistes zu leben. Es gilt, sensibel zu werden in Bezug auf seine oft leise Stimme, ihn bei seiner Arbeit zu fördern und mitzuarbeiten, statt ihn - mehr oder weniger bewusst - zu verletzen und an seiner Arbeit zu hindern.

Christen werden aufgefordert, sich füllen zu lassen. Einerseits heißt dies, dass sie etwas dazu beitragen müssen, andererseits, dass sie sich nicht selbst füllen, sondern gefüllt werden. Der Heilige Geist wird jeden Christen erfüllen - er wartet nur darauf, dass wir ihn lassen.



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