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Was bedeutet "Gute Frucht bringen?"


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#1
Rolf

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Gott mag gute Früchte





Über den Autor
Sebastian Schill ist verheiratet und lebt zusammen mit seiner Frau in Mühlacker. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen in Stuttgart studiert und arbeitet nun als Vertriebsingenieur im Anlagenbau. Seinen Glauben stärkt er insbesondere in der Landeskirche, bei der er auch ehrenamtlich mitarbeitet. Sebastian macht gerne Reisen und verbringt viel Zeit mit seiner Frau.


Frage von WB:
"Die Bibel spricht immer wieder davon, dass ein Christ „Frucht bringen“ soll. Was bedeutet das konkret und wie soll man sich das vorstellen? Was muss ich tun, wenn ich Frucht bringen will?"


Von den Wurzeln her gedacht

In Gottesdiensten und Bibelarbeiten wird oft vom „Frucht bringen“ gesprochen. Da sollte man sich ruhig mal genauer ansehen, was damit gemeint ist. Deswegen finde ich deine Frage gut.

Bevor ich auf die Frage eingehe, möchte ich kurz erklären, in welchem Zusammenhang es für einen Menschen möglich wird, Frucht zu bringen:

Gott möchte, dass wir Menschen mit ihm in einer Beziehung leben. Das Problem ist, dass diese Beziehung durch Schuld und Versagen jedes Menschen gestört ist. Oft wissen wir auch gar nicht mehr, was Gott eigentlich von uns möchte und wie wir überhaupt in einer Beziehung zu ihm leben können.

Um diesen Zustand zu verändern, hat Gott Jesus auf diese Erde geschickt hat. Jesus hat durch sein Handeln und seine Worte gezeigt, wie eine Beziehung zu Gott aussehen kann. Er hat aber noch mehr getan: Nach christlicher Überzeugung ist Jesus aus Liebe zu den Menschen am Kreuz gestorben. Er bietet jedem Menschen, der ihn darum bittet, die Vergebung für jede Schuld und alles Versagen an. Auf diese Art und Weise, ist es wieder möglich, in einer ungestörten Beziehung zu Gott zu leben.

Diese geheilte Beziehung ist die entscheidende Vorraussetzung dafür, dass ein Mensch Frucht bringen kann.


Faules Obst und gute Früchte

Mit dem Begriff „Frucht“ wird in der Bibel ein Ertrag, ein Erfolg oder ein Ergebnis bezeichnet. Die Bildsprache ist klar: Ein Apfelbaum bringt als Ertrag Äpfel hervor. Frucht im Leben eines Menschen ist im Vergleich dazu das Ergebnis, das durch ein bestimmtes Verhalten oder eine innere Einstellung erreicht wird.

Das können sowohl positive als auch negative Auswirkungen sein. Der Prophet Hosea spricht im Alten Testament zum Beispiel von der Frucht der Lüge (Hosea 10,13). Hier haben Menschen etwas Falsches geglaubt und sich in Folge dessen falsch verhalten.

Meist ist mit der Frucht jedoch etwas Positives und Erstrebenswertes gemeint. Gott wünscht sich, dass genau diese Früchte im Leben eines Menschen wachsen. Sein Ziel ist, dass Menschen sich verändern und es lernen, sich selbst, ihre Mitmenschen und Gott zu lieben.

Diese Früchte sind ganz unterschiedlich. So gibt es zum Beispiel die Frucht der Buße. Sie entsteht, wenn ein Mensch anfängt nach Gott zu fragen und sein Leben entsprechend verändert (Matthäus 3,8).
Oder die Frucht des Lichtes. Sie umschreibt, was passiert, wenn ein Mensch in einer engen Verbindung mit Gott lebt. Diese Verbindung bewirkt ein Verhalten, dass durch Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit gekennzeichnet ist (Epheser 5,9).

Der Apostel Paulus gibt im Neuen Testament eine gute Zusammenfassung dafür, welche Frucht für einen Christen erstrebenswert ist. Er spricht dabei von der Frucht des Heiligen Geistes. Diese Frucht umfasst alle positiven Ergebnisse, die Gottes Geist im Leben eines Christen entstehen lässt:


Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung.
Galater 5,22-23


Bunte Vielfalt

Frucht bringen ist etwas Schaffendes: Etwas verändert sich oder entsteht neu. Wie bei richtigen Fürchten auch, hat dieser Prozess etwas mit Wachsen zu tun. So kann sich zum Beispiel eine innere Einstellungen wie Friede oder ein Verhalten wie Freundlichkeit im Leben eines Menschen immer mehr durchsetzen.

Dabei geht es nicht nur um große Veränderungen. Ein nettes Wort zum Nachbarn kann schon ein Ergebnis von Gottes Handeln im Leben eines Menschen sein. Geduldig mit den eigenen Kindern umzugehen, fällt genauso unter den Begriff Frucht bringen.

Gottes Reich wird gebaut, indem Christen Frucht bringen. Das passiert auf die unterschiedlichsten Weisen.

Für den Apostel Paulus war es zum Beispiel wichtig, durch seine Reisetätigkeit etwas zu verändern. Es wollte durch seine Arbeit die christliche Gemeinde in Rom unterstützen und den Nichtchristen erklären, was es mit diesem Jesus auf sich hat. Diese Tätigkeit bezeichnet er als „Frucht bringen“ (Römer 1,13).


Gartenarbeit

Jesus selbst zeigt in einem Vergleich, wie das mit dem Frucht bringen geht. Im entsprechenden Text in Johannes 15 wird Grundlegendes zum Thema deutlich:


Jesus sagt: »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weinbauer. Er entfernt jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt; aber die fruchttragenden Reben reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringen. Ihr seid schon rein geworden durch das Wort, das ich euch verkündet habe. Bleibt mit mir vereint, dann werde auch ich mit euch vereint bleiben. Nur wenn ihr mit mir vereint bleibt, könnt ihr Frucht bringen, genauso wie eine Rebe nur Frucht bringen kann, wenn sie am Weinstock bleibt. Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.
Johannes 15,1-5



Hier wird sehr gut beschrieben, wie Frucht im Leben eines Menschen entsteht: Eine Traube kann nicht aus sich selbst heraus wachsen. Sie braucht den Weinstock, der sie trägt und mit Nährstoffen versorgt. Genau so ist es auch, wenn man als Christ Frucht bringen möchte. Das funktioniert nicht aus eigener Kraft sondern durch die Verbindung zu Jesus. Jesus macht das deutlich: „Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.“

Du hast gefragt, was man tun muss, um Frucht zu bringen. Diese Aussage von Jesus ist die Antwort: Bleibe mit ihm verbunden. Das heißt: Pflege die Beziehung zu ihm, bleibe in Kontakt zu ihm. Wie das konkret aussieht, bleibt dir überlassen. Der Text sagt nicht: Lies täglich die Bibel und gehe jeden Sonntag in den Gottesdienst, dann wirst du Frucht bringen. Aber Frucht zu bringen, umfasst auch diese Dinge, denn sie tragen zu einer tieferen Beziehung zu Jesus bei.

Was für dich die entscheidenden Dinge sind, um die Beziehung zu Jesus zu vertiefen, dass solltest du selbst herausfinden. Das Zusammensein mit anderen Christen kann dir dabei helfen. Dass diese Beziehung überhaupt möglich ist, dafür hat Jesus bereits gesorgt (s.o.).


Erntezeit

Wenn ein Christ Frucht bringt, ist das nicht in allererster Linie sein eigener Verdienst. So wie ein Weinbauer sich um den Weinberg kümmert und dafür sorgt, dass die Trauben wachsen und gesund sind, so schafft auch Gott die Voraussetzungen dafür, dass ein Menschen Frucht bringt. Aber so, wie ein Weinbauer sich freut, wenn die Ernte gut ist, so freut sich auch Gott über die Ergebnisse, die ein Mensch erzielt, wenn er in einer engen Beziehung mit Jesus lebt.


Fazit

Es geht beim Frucht bringen darum, dass sich das Leben eines Christen verändert. Sein Verhalten und seine Einstellung sollen sich im Laufe dieses Prozesses immer mehr an Gottes Vorstellungen für ein erfolgreiches Leben orientieren. Gott selbst stößt diesen Wachstumsprozess an und schafft die Rahmenbedingungen dafür. Ein Christ kann diesen Prozess entscheidend fördern, indem er in einer engen Beziehung mit Jesus Christus lebt.



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