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Lutheraner zu Jesus Freaks und W+G


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3 Antworten in diesem Thema

#1
Hebräer83

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Herausgegeben vom Dozentenkollegium des
Lutherischen Theologischen Seminars Leipzig
24. Jahrgang • September 2006 • Nr. 3

"5. Lehre der Jesus Freaks

Bisher haben wir uns das Leben und damit die äußere Organisation der Jesus Freaks angeschaut. Um die Jesus Freaks aber wirklich beurteilen zu können, ist es unumgänglich sich der Lehre dieser Bewegung zuzuwenden. Wer die Lehre der Jesus Freaks beurteilen will, steht erst ein mal vor einem Problem. So bunt die Jesus Freaks in ihrer äußeren Erscheinung sind, so sind sie auch in ihrer Lehre. Die theologische Breite innerhalb der Jesus Freaks ist gewollt. Es gibt ein Bekenntnis zu den Grundfesten des Glaubens. Es beinhaltet den Glauben an den dreieinigen Gott aus Vater, Sohn und Heiliger Geist. Auch die Bibel wird als Gottes Wort gesehen und geglaubt, jedoch in der Praxis vom Heiligen Geist getrennt:

„Das Zentrum: Grundlage unseres gesamten Glaubens ist die Bibel. Für uns gilt: die ultimative Wahrheit über Gott und das Leben steht in greifbarer Form da drin. Daran und an nichts anderem messen wir alles (Hebräer 4,12-13). Aber: Nicht das Buch ist unser Gegenüber, sondern der, der es in Auftrag gegeben hat. Wir suchen die Realität dessen, von dem die Bibel der Niederschlag ist (2Timotheus 3,16).”

Schwieriger wird es deshalb, wenn man ins Detail geht und verbindliche Aussagen haben will. Hier ist eine große Bandbreite innerhalb der Jesus Freaks zu beobachten. Besonders problematisch sind all die Dinge, die mit der Taufe, dem Heiligen Geist und dem Leben in der Heiligung zu tun haben. Hier gibt es gravierende Unterschiede zum lutherischen Bekenntnis und damit zum biblischen Glauben. Auf einige Punkte möchte ich eingehen:

Wie theologische Fragen und Probleme innerhalb der Jesus Freaks behandelt werden, zeigt ein Rundschreiben des Ä-Rates vom 24. Januar 2006. In diesem Schreiben geht es um den Umgang mit theologischen Fragen und der Abgrenzung zu anderen christlichen Bewegungen und Kirchen. Anlass für dieses Rundschreiben war eine bestimmte Frage, die innerhalb der Jesus Freaks aufgekommen ist (Umgang mit „Wort und Geist”– Zentrum in Röhrnbach). Statt aber eine klare Antwort zu geben, wurde durch den Ä-Rat eine allgemeine Erklärung zum Umgang mit theologischen Richtungen und Strömungen gegeben. Unter anderem wird auf eine Prophetie(!) hingewiesen, die 2005 auf einem Seminar gegeben wurde:

„Ich habe mich gefragt, warum ihr keine feste Lehrmeinung rausgebt und was das wohl bedeutet. Und dann hat Gott angefangen, darüber mit mir zu reden... Zuerst hat Gott mir eine Pfeilspitze gezeigt und gesagt, dass diese Spitze das Ergebnis fester Lehrmeinungen wäre. Dann sah ich einen Spatenspitze, die war ebenfalls sehr scharf, aber halt richtig breit, und das war das Bild für die Bewegung (JFI), so mit dem breiten Spektrum an vorstehenden Lehrmeinungen. Gott hat ganz doll betont, dass es in eurer (Ä-Kreis) Entscheidung liegt, die Bewegung auch zu formen und ihr das Bild zu geben, für das ihr euch entscheidet! – Ich habe dann versucht, von Gott noch mehr über diese Bilder zu erfahren, weil es mich verwunderte, dass es so unterschiedliche Geräte waren.
Also eine Kriegswaffe und ein Gerät für den Ackerbau, habe aber nur noch die Geräte im ‚Einsatz’ gesehen, also wie der Speer hoch durch die Luft flog, und wie der Spaten in die Erde reingestampft wurde, und voll mit Erde und Schlamm wieder raus kam.“ „Bei der Interpretation dieses Eindrucks hatten wir keine Mühe. Sehr klar kommt heraus, dass Gott uns Jesus Freaks vor die Wahl stellt, ob wir uns in eine denominationell punktgenaue Nische begeben oder Paulus folgend der gesamten Bandbreite geistlicher Erkenntnis gerecht werden wollen. Interessant ist die Unterschiedlichkeit der Geräte, eine Kriegswaffe und ein
Werkzeug. Ein Spaten bewegt weitaus mehr Material als ein Speer. Theologie kann zur Waffe werden, aber sie kann auch eine Gesellschaft flächendeckend umwälzen. – Die Jesus Freaks haben den Ruf, Fischer zu sein und keine Theologen. Mit breiten Netzen werden wir Menschen auf unterschiedlichsten Erfahrungs- und Erkenntnisstufen antreffen. Allein die Vielfalt an Zugängen zu Gott, die wir selbst repräsentieren, lässt erahnen, wie viel (oder besser wie wenig) Stückwerk an Erkenntnis jeder Einzelne von uns beanspruchen kann. – Die Theologie, auf die es uns ankommt und auf deren Basis JFI steht, ist unser Glaubensbekenntnis. Daneben lassen wir eine große Breite an Schriftverständnis zu. Wir glauben, dass Gott unsere Bewegung prägen will, aber nicht durch
Ausgrenzung theologischer Ansichten, sondern dadurch, dass immer wieder Aspekte seines Wortes gepredigt werden, die uns wichtig sind. So ist es sicher möglich, bei den Jesus Freaks anzufangen und nicht an Geistesgaben zu glauben, aber es wird nicht lange dauern, bis Gott seinen Geist offenbart. Oder man kann denken, dass Frauen nicht predigen dürfen, aber diese Ansicht wird schnell verschwinden, wenn man in Gottes Strom ist. – Die Prophetie enthält aber nicht nur eine Erklärung, sondern auch eine Aufforderung: Bitte benutze deine Erkenntnis nicht als Waffe gegen andere. Es reicht, zu predigen und zu beten. – In diesem Sinne: Schwerter zu Pflugscharen, damit wir gemeinsam Gottes Acker bebauen können.”

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#2
Hebräer83

Hebräer83

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Hier der Link zur Charta der Jesus Freaks Deutschland von 2007. Diese wurde 2007 in Zusammenhang mit dem Konzil formuliert. Besprechung folgt, wenn erwünscht.

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#3
Rolf

Rolf

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Ich denke, es ist wichtig, diese Charta zu lesen, hier werden auf jeden Fall einige Vorurteile abgebaut, die so herumschwirren. Zum Beispiel ist es keineswegs so, dass die JFD kein konkretes Glaubensbekenntis hätten, wie man in manchen Veröffentlichungen lesen kann.

Es kann hier ohnehin und speziell auch nicht in diesem Thread darum gehen, die JF irgendwie zu verunglimpfen. Sie sind aus meiner Sicht mit die Hauptopfer von W+G, sicher auch, weil einige Ihrer Führungskräfte Loyalität und Integrität haben vermissen ließen.

Nach wie vor bezieht sich unsere Kritik auf ein völlig irregeleitetes und sektiererisches Evangelium von Wort und Geist. Das dabei einzelne Personen, die früher einmal zu den JF gehörten, berechtigterweise in den Focus geraten, liegt in der Natur der Sache. Das ist aber selbstverständlich von der immer noch bestehenden Struktur der JF konsequent zu trennen.

Ich habe schon früher geschrieben, dass einige Einzelpersonen, die heute bei W+G gelandet sind, schon zu JF - Zeiten aus meiner Sicht ein Stück den geraden Weg verlassen hatten und aus diesem Grund verführbar waren. Das ist meine private Überzeugung.

Herzliche Grüße

Rolf
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#4
Hebräer83

Hebräer83

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Was mir am Artikel des Lutheraners aufgefallen war, daß die lutherische Lesart des Evangeliums mit dem wahren biblischen Glauben gleichgesetzt wurde. Eine solche Verabsolutierung ist man eigentlich von ihnen nicht gewohnt. Selbstverständlich mußte daher so manche Position der Jesus Freak von vornherein als heterodox beurteilt werden, bzw. kritisiert werden.

Die Jesus Freaks haben durch W+G eine Chance erhalten sich über das Sein und das Werden ihrer Gemeindebewegung klar zu werden, wenngleich ihnen dabei einige Verluste hinzugefügt wurden, und menschlich viel kaputt gegangen ist.
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