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Ein missionales Leben ist ein sehr bewusst gelebtes Leben«


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Rolf

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Floyd McClung: »Ein missionales Leben ist ein sehr bewusst gelebtes Leben«





Von Floyd McClung



»Aber wenn wir nicht einen Traum haben, der größer ist als der der Materialisten, Zyniker und Hedonisten um uns herum, dann werden wir in ihren Träumen untergehen.«


19.10.2008


Seit geraumer Zeit hat der Begriff der „missionalen Gemeinde“ christliche Diskurse erreicht. Was mich angeht, bin ich vielmehr an einem missionalen Lebenstil interessiert. Wenn wir über Kirche reden, ist es zu einfach, auf die Fehler und die Irrelevanz der Kirche hinzuweisen - vor allem dann, wenn wir uns selbst aus dieser Kritik ausklammern. Es ist soviel einfacher die Fehler der Kirche anzuprangern, als sich klar zu machen, dass wir die Kirche sind.

Wenn Jesus uns auffordert „gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“, dann trifft das den Kern von Kirche. Das ist missionales Leben! Wenn ich dabei an das “machen“ neuer Jünger denke, dann meine ich das in einem ganzheitlichen Sinne, also am ganzen Leben eines Menschen teilzuhaben.

Missionales Leben bedeutet, in das Leben anderer zu investieren. Es ist kein Programm. Und es ist sicherlich mehr als organisierte Evangelisations- oder Dienstveranstaltungen. Eine missionale Person zu sein bedeutet viel mehr, bewusst Brücken zu anderen Menschen zu schlagen - damit sie Jesus kennenlernen und eine Ahnung davon bekommen, wie man in ihm das volle Leben und echte Freiheit findet. Es bedeutet den Menschen mit einer Einstellung zu begegnen, sich mit dem eigenen Leben ganz in andere investieren zu wollen, um Jesu Willen. Und das an jeden Tag, in jedem Bereich meines Lebens.

Vor ein paar Jahren traf ich einen jungen Mann. Sein Name war Charles und er war ein begeisterter Nachfolger Jesu, der es verstand, missional zu leben und Jünger Jesu auszubilden. Ich hatte seine Gemeinde besucht und als er mich zurück zum Flughafen fuhr, fragte ich ihn, ob er einen bestimmten Traum für sein Leben habe. Er ließ sich nicht lange bitten und berichtete mir, er wünsche sich acht Generationen an Nachfolgern. Ich war erstaunt das zu hören. Auch wenn ich nicht richtig verstand, was er meinte, wollte ich unbedingt mehr darüber erfahren.

Er erklärte mir: „Es ist mein Traum acht Generationen meiner eigenen Nachfolger zu sehen. Vielleicht sogar mehr. Wie ein Schneeballsystem möchte ich das Leben anderer Menschen berühren und verändern. Ich investiere in einen Menschen und der in den Nächsten und der in den Nächsten und so weiter ...“. „Aber warum genau acht Generationen?“, fragte ich ihn. „Weil ich die achte Generation der Nachfolger von Pieter bin“, antwortete er.

Und Charles lebte seinen Traum. Er war geschäftig dabei, ein kleine missionale Gemeinschaft zu bauen, in der Menschen ihr Leben in das anderer investieren. Sehr einfach, klein und vielleicht ein bisschen zerbrechlich, aber diese Menschen gingen darin auf, ihr Leben anderen zur Verfügung zu stellen.

In jahrelanger Erfahrung habe ich festgestellt, dass man missionale Gemeinden bauen kann, indem man ein paar engagierte Menschen vereint. Und genau das hatte auch Charles herausgefunden. Nur dachte er nicht mehr nur an eine Gemeinde, sondern träumte schon von einer ganzen Bewegung.

Wenn Europa in Bewegung gesetzt werden soll, dann brauchen wir einen Traum. Einen Traum, wie es sein könnte, wenn wir das Leben anderer um Jesu Willen berühren. Nein, in Europa ist es nicht gerade „in“ zu träumen, schon gar nicht so groß. Aber wenn wir nicht einen Traum haben, der größer ist als der der Materialisten, Zyniker und Hedonisten um uns herum, dann werden wir in ihren Träumen untergehen.

Letztenendes brauchen wir sogar mehr als nur Träume, wir brauchen auch den Mut diese Hoffnung in die Realität umzusetzen. Mut bedeutet, unseren Visionen zu folgen, egal was andere dazu sagen oder von uns halten. Es heißt auch falsche Kompromisse oder Entscheidungen auszuschlagen, die uns von unserem Ziel wegführen. Mut bedeutet die Bereitschaft Risiken einzugehen, mit Kritik und Zurückweisung umzugehen und dabei weiter an Gottes Plan zu glauben.

Eine dritte Eigenschaft für nachhaltiges missionales Leben ist die Bereitschaft, kontinuierlich die Effektivität unserer Worte und unseres Lebens zu überprüfen. Schließlich soll beides von Jesus erzählen. Diese Bereitschaft ist der Ausdruck tiefer Demut. Missionale Menschen machen sich bewusst, dass sie immer Lernende bleiben. Wir brauchen diese Art von Demut, um unsere Kultur zu verstehen. Erst dann begreifen wir, was es bedeutet die Frohe Botschaft für die Menschen in dieser Kultur zugänglich zu machen.

Wenn wir Menschen berühren wollen, dürfen wir nicht länger warten, bis Leute zu uns kommen. Wir müssen den ersten Schritt machen -über die Türschwelle hinein in das Leben der anderen. Ich habe mehrere „Türschwellen“ beobachtet, die postmoderne Europäer von Jesus trennen. Wenn wir diese Schwellen erkennen, überwinden und den Menschen Respekt und Wertschätzung entgegenbringen, dann ermöglichen wir ihnen auch einen Schritt nach vorne, auf Jesus zu. Und mindestens genauso wichtig: Wir ermöglichen ihnen, sich in unseren Gemeinden willkommen zu fühlen.

Schwellen zu überwinden kann Menschen verändern. Ich durfte miterleben, wie aus Misstrauen Vertrauen, aus spiritueller Gleichgültigkeit Neugier und aus ziellosem Herumirren ernsthaftes Suchen wurde. Mancher Zynismus wurde so zu Glaube, wo verbitterte Herzen erkannten, dass sie Vergebung brauchen.

Während meiner achtzehn Jahre in Amsterdam habe ich festgestellt, dass Menschen sehr unterschiedliche spiritueller Sehnsüchte besitzen. Das sind die Türschwellen, von denen ich eben sprach. Wenn wir anerkennen und respektieren, wo Menschen im Moment stehen, und sie gleichzeitig mit der Einladung Jesu herausfordern, ermöglichen wir ihnen eine neue Perspektive. Wo Menschen ihren alten Standpunkt verlassen, steigen sie über die Schwelle.

Jesus hat das missionale Leben mit dem Aussäen der Saat verglichen. In Markus 4,3-29 erzählt Jesus das Gleichnis vom Sämann. Dort vergleicht er die Herzen der Menschen mit verschiedenen Arten von Erde: Manche sind hart, manche dünn, manche übersäet von Dornen, die den Keim ersticken und andere sind offen und bringen Frucht.

Unsere Rolle in dieser Geschichte ist es also, unser Leben in den Säeprozess zu investieren , egal wie der Boden darauf reagiert. Wir verkaufen Jesus nicht und zwängen ihn den Menschen auch nicht auf, sondern wir geben ihn. Wir geben ihn mit offenem Herzen, mit Großzügigkeit, Authentizität, Freundlichkeit und Mut. Wir säen seine Liebe mit unseren Worten und unseren Taten, indem wir uns für das Wohl unserer Gesellschaft einsetzen und leidenschaftliche Gemeinschaft leben.

Ich möchte dazu ermutigen, den Traum zu wagen, andere Menschen mit dem Evangelium zu berühren, ohne den Glauben als Massenware zu verschleudern. Das Königreich Gottes ist eine kraftvolle Macht der Veränderung, aber keine Ware, die an den Mann (oder die Frau) gebracht werden muss. Wenn wir loslassen und Gott erlauben in unserem Leben zu wirken, werden wir erleben, wie Gott andere durch unser Leben ansteckt und verändert.

Missionales Leben ist ein sehr bewusst gelebtes Leben. Es bedeutet mehr als nur abzuhängen und zu hoffen, dass andere die Fragen stellen. Es bedeutet zu hören, sich zu sorgen, Freundschaften zu pflegen, ehrlich zu sein über die eigenen Ängste und Schwächen und teilzuhaben an Freud und Leid der anderen. Vor allem bedeutet es, Jesus mit in die Beziehungen zu bringen.

Gott hat uns geschaffen und auf Reproduktion angelegt. Paul fordert die Korinther auf, sein Beispiel zu imitieren und nachzufolgen (1. Kor.11,1). An einer anderen Stelle schreibt er:„Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen. Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt [...] sodass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja“ (1. Thess.5,1ff). Ein missionales Leben zu leben bedeutet, andere einzuladen es uns gleichzutun: Jesus nachzufolgen und ihn zu suchen.

Wenn wir Jesus mit in jeden Aspekt unserer Beziehungen bringen und unser Umfeld segnen, sollten wir auf die achten, die offen sind und auf uns eingehen. Diese Menschen sollten wir einladen, mehr von Jesus und seinem Königreich zu erfahren.

Ich bete und hoffe, dass du den Mut findest, dich für Gottes Reich einzusetzen. Du wirst nicht alleine sein. Das hat Gott versprochen.
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