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Charismatische Geistestaufe


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25 Antworten in diesem Thema

#21
Alwin

Alwin

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Hallo Prochrist,

ich glaube nicht, dass du den Geist des Anti-Sohnes erhalten hast, aber eher, dass du einen anderen Jesus kennst...2. Kor 11:4...? Lass dich nicht verführen!

Lieben Gruß
Alwin
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#22
Thomas

Thomas

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Liebe Geschwister,

es wäre schön, wenn wir diese Diskussion zum Thema "Geistestaufe" frei von Polemik und Übertreibungen beiderseits des Weges führen könnten. Zunächst ist anzumerken, daß es einen zweiten Empfang des Geistes Gottes an sich nicht gibt. Wir werden nur einmal in den Leib durch diesen Geist hineingetauft (1Kor 12. 12 - 13), und wir werden zugleich auch nur einmal mit dem Geist versiegelt (2Kor 1. 22, Eph 1. 13 - 14) was mit der Wiedergeburt geschieht bzw. geschehen ist. Das Problem, das sich hier stellt, ist nicht eine über die Wiedergeburt hinausgehende Geisterfahrung an sich, sondern besteht darin, daß man diverse Erfahrungen, die man gemacht hat (ich will das gar nicht in Abrede stellen) quasi "dogmatisiert" hat und nun wie ein "Sakrament" in die Gemeinde installieren will, so daß jeder, dieselbe Erfahrung in derselben Form nicht auch gemacht hat, sozusagen als "unvollständiger Christ" da steht. Das ist die eigentliche Wurzel der Gesetzlichkeit, die in diesen Fragen häufig anzutreffen ist.

Dabei ist die Vorstellung eines "unvollständigen" Christentums gar nicht mal so abwegig. Man muß diese Dinge nur richtig einordnen und vor allem richtig, d. h. biblisch definieren. Denn wir müssen in der Tat eine Lehre als wenigstens "unvollständig" bezeichnen, die uns erklären wollte, daß mit der Wiedergeburt "alles geschehen" sei, so daß es über diese grundlegende Erkenntnis und Erfahrung hinaus keine weiteren Erfahrungen mehr geben dürfe oder gar, daß diese dann "rundheraus von Satan" seien. Paulus lehrt sehr deutlich über die Erfüllung mit dem Geist Gottes, die etwas anderes ist als der Empfang dieses Geistes (das "Getauftwerden" mit diesem Geist) in der Wiedergeburt. In dem Zusammenhang ist es dann auch legitim, um die Erfüllung mit dem Geiste Gottes zu bitten. Diese Erfüllung mit dem Geist Gottes ist jedoch keine feststehende "zweite Erfahrung", die man einmal machen und danach sozusagen "abhaken" muß, wie einige lehren, sondern ein normalerweise immer wiederkehrendes Ereignis im Leben eines Kindes Gottes:

Berauschet euch nicht mit Wein, was zur Liederlichkeit führt, sondern werdet mit Geist erfüllt, zueinander in Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern sprechend und dem Herrn in euren Herzen lobsingend und saitenspielend, für alles dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankend, euch einander unterordnend in der Furcht Christi. (oder: indem ihr..., Eph 5. 18 - 21)


Hier wird deutlich, daß man das ganze Thema "Geistestaufe" im Grunde umgedeutet, aus falschen zusammenhängen hergeleitet und auch aus den eigentlichen Zusammenhang des Erfülltwerdens mit dem Geist Gottes (zu dem all die oben angedeuteten Punkte nicht nur des Verherrlichens des Namens Gottes, sondern auch der Demut und Unterordnung untereinander gehören!) immer wieder herausgerissen hat. Es gibt dieses Wort im NT - als Substantiv - überhaupt nicht!

Dazu muß auch die Frage des Verhältnisses des Geistes Gottes zu Seinen Gaben geklärt werden. Ein väterlicher Freund aus der charismatischen Bewegung, in der ich noch geistlich aufgewachsen bin, prägte vor vielen Jahren den Satz: "Die Gaben des Geistes sind die Gaben des Geistes". Will sagen, daß die Gaben mit dem Geist unlösbar miteinander verbunden sind; sie gehören uns nicht, so daß wir etwa "ein für allemal" darüber "verfügen" und sagen könnten "Schaut her, was ich habe!". (Darum sind auch die "Gabentests" irreführend, die in solchen Kreisen immer wieder veranstaltet werden.) Wir "empfangen" in dem Sinne auch nicht einzelne Gaben, sondern wir haben den Geist Gottes empfangen, der Seine Liebe ausgegossen hat in unseren Herzen (Rö 5. 5), der nun Seine Gaben in uns und durch uns offenbart, wie Er will (1Kor 12. 6 - 11), so daß es im Grunde lediglich eine Frage des Gehorsams ist, ob wir dies jeweils aussprechen bzw. ausüben wollen oder nicht (s. Rö 12. 1ff). So genannte "Gaben", die "von ganz alleine ablaufen", so daß wir durch sie "überwältigt" würden, gibt es bei Gott jedenfalls nicht, wohl aber im Okkultismus (s. 1Kor 12. 1 - 2). Wer so etwas erwartet, der unterstellt dem Geist Gottes fälschlicherweise ein "okkultes" Wirken und muß sich nicht wundern, wenn er dann auch tatsächlich dort landet.

Die große Problematik der derzeitigen charismatischen Bewegung und natürlich auch der Pfingstbewegung (wenigstens großer Teile davon) ist das Vollziehenwollen dieser Dinge in Eigenregie, vermittelst willkürlicher Praktiken des "Ansichreißens des Reiches Gottes", die uns fälschlicherweise als "Glaubensvollzug" verkauft werden. Damit ist es dann zu jenen seltsamen Entgleisungen und Exzessen gekommen, die jenen Praktiken gleichen, die wir auch aus anderen Religionen und auch aus dem Schamanismus kennen. Man hat einfach verkannt, daß der Geist Gottes nicht berauscht, sondern nüchtern macht, und ist so bei jenem "berauschendem Wein" gelandet, vor dem Paulus oben warnt, da sein Genuß "in Liederlichkeit" und damit in Unordnung und großes Durcheinander hineinführt, in genau jene (heidnischen) Dinge also, die wir heute zu beklagen haben.

Herzliche Grüße
Thomas
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#23
Alwin

Alwin

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Hallo Thomas,

vielen Dank für diesen Beitrag dem ich vollkommen zustimme. Was brauchen wir denn was nicht in der Bibel offenbart wurde?

Herzlichst
Thomas
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#24
Thomas

Thomas

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Was brauchen wir denn was nicht in der Bibel offenbart wurde?


Wir müssen achtgeben, daß wir zum einen "Offenbarung" richtig definieren, und zum anderen auf Den achten, Der der Offenbarende ist. Es geht nur über die intakte Beziehung zu Gott, anderenfalls wird uns die Bibel zur Wahrheitsfindung wenig nützen, wie Jesu Diskussionen mit den Pharisäern zeigen. Natürlich ist alles das, was die Schrift sagt, dem Wesen nach schriftlich niedergelegte Offenbarung. Diese Offenbarung aber (und da kann ich jede Bibel in jeder noch so guten Übersetzung haben) bleibt mir so lange verschlossen, wie ich den Geist Gottes nicht habe. Aber auch dann, wenn ich den Geist Gottes betrübe, wird mir die Erkenntnis verdunkelt, solange ich nicht bereit bin darüber Buße zu tun. Fortgesetzte Lieblosigkeit z. B. führt direkt in Finsternis und geistliche Blindheit hinein (1Jo 2. 10, 11). Sünde, mit der ich nicht bereit bin aufzuräumen, betrübt den Herrn und trübt demnach auch das geistliche Urteilsvermögen. Dasselbe gilt bei der Bezauberung durch Irrlehren (vgl. Ga 3. 1) sowie Hochmut, der sich selbst als sehend bezeichnet, ohne sehend zu sein (Jo 9. 40, 14, s. d. ganze Kapitel). Wir bedürfen allezeit des Herrn, um sehen zu können!

"Gott kann Sich sogar noch aus Seinem Wort herausschälen, daß ihr nur noch die Hülsen nachbehaltet" (ein Luther nachgesagtes Zitat). Offenbarung ist das Werk des Geistes; Erkenntnis ist das, was auf meiner Seite geschieht und auch geschenkt wird, wenn ich mich dieser Offenbarung Gottes (demnach also Gott Selber) nicht verschließe oder dieser keine Hindernisse bereitet habe (vgl. Jes 40. 3 - 5; Mt 3. 2ff usw). Nur dem, der sich einen vorurteilsfreien und kindlichen Geist bewahrt, wird Gott Dinge offenbaren können, bleibt schließlich auch die Bibel kein verschlossenes Buch (Mt 18. 2ff, Mk 10. 14 usw). In dem Sinne brauchen wir eigentlich alles, was Gott uns durch die Schrift zu offenbaren hat, natürlich gemäß ihren Zusammenhängen. Denn:

Alle Schrift ist gottgehaucht (von Gott eingegeben) und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes zubereitet sei, ausgerüstet zu jedem guten Werk. (2Tim 3. 16, 17)



Es ist jedoch ein Trugschluß, daß wir auch nur irgend etwas verstehen würden ohne den Beistand des Heiligen Geistes, der sich in dessen vielerlei Gaben erzeigt (vgl. 1Kor 2. 6 - 16). Auch erkennt oder hat keiner alles, sondern jeder hat nur einen Teil, weswegen das Zueinanderfügen alles dessen, was Christus durch die Glieder Seines Leibes jeweils darbietet, so wichtig ist (s. Eph 4. 15, 16). Darum steht bezüglich der Gemeindeversammlung geschrieben, daß einem jeglichen die Offenbarung des Geistes gegeben ist zu gemeinem Nutzen (1Kor 12. 7f). Bei alledem gilt dann aber auch:

Nicht über das hinaus, was geschrieben steht... (1Kor 4. 6)


Demnach wäre es einmal sinnvoll, die obenstehende Frage umzustellen: Bräuchten wir etwas von dem nicht, was uns in der Bibel offenbart wurde bzw. richtiger: was Gott uns in derselben offenbaren will?

Thomas
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#25
Rolf

Rolf

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Ich denke, wir brauchen alles, was in der Bibel niedergelegt ist. Die Bibel ist in sich vollkommen, und alles was wir wegtäten, würde sie unvollkommen machen. Unser Problem scheint mir zu sein, dass wir einfach nicht alles verstehen, was uns in Gottes Wort geoffenbart ist. Das ist auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir nach wie vor in Unvollkommenheit sind.

In Bezug auf die charismatische Geistestaufe kam eine große Irritation mit der Frage : "Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, da ihr gläubig wurdet?" - in das Denken vieler Christen. Man hat offenbar daraus die Vorstellung entwickelt, es gäbe weitergehende und tiefergehende Ausgießungen mit dem Heiligen Geist, die über den Heiligen Geist, den es zu Bekehrung Wiedergebrurt braucht, hinausgeht.

Tatsächlich ist es aber doch so, dass uns der eine und gleiche Heilige Geist, der einmal ausgegossen ist, in alle Wahrheit leitet und zwar in dem Maße, wie wir gehorsam sind und im Glauben leben und handeln. Dadurch werden wir immer neue Erfahrungen machen die auch mehr und mehr in die Tiefe gehen, aber der Irrtum scheint mir zu sein, dass hier geschlossen wird, es gäbe weitere spezielle Ausgiessungen des Heiligen Geistes.

Herzliche Grüße

Rolf
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#26
Locke

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WORTSTUDIUM: SALBUNG

In einer Zeitschrift, die dem persönlichen Leben des Pastors gewidmet ist, ist es angebracht, eine Gruppe verwandter Wörter anzuschauen, die im Neuen Testament für Salbung stehen. Dazu ist es hilfreich, zuvor nochmals kurz die Prinzipien für ein Wortstudium zu betrachten:Erstens: Ein Wort hat jeweils in einem bestimmten Zusammenhang nur eine Bedeutung (mit der seltenen Ausnahme eines Wortspiels, welches genau deshalb amüsant ist, weil es außerhalb des normalen Gebrauchs des Wortes eingesetzt wird). Jedes Wort hat eine Anzahl von Bedeutungen, wovon jeweils nur eine für den vorgegebenen Gebrauch aktiviert wird. Zweitens: Ein Wortstudium ist nicht das Gleiche wie das Studium eines Konzepts. Ein Konzept kann ohne den Einsatz eines bestimmten Wortes kommuniziert werden. Daher ist es möglich, dass ein Wort mit einem bestimmten Konzept in Verbindung gebracht wird, jedoch nicht in jedem Fall dieses Konzept vermittelt wird. Drittens: Ein Wort kann niemals in einer Anwendung sämtliche möglichen Bedeutungen dieses Wortes vermitteln. Daher ist es unsachgemäs zu sagen: «Dieses Wort bedeutet…», und einen systematischtheologischen Vortrag darauf aufzubauen. Für dieses Studium ist es daher notwendig, den Fokus der Untersuchung dieses Wortes zu reduzieren. Es wäre unmöglich, jede Nuance des Bedeutungsspektrums von chriõ und den damit verwandten
Wörtern in einem kurzen Aufsatz zu vermitteln. Unser Wunsch ist ferner, das Konzept zweier Arten der Salbung zu betrachten, welche hin und wieder ohne den Gebrauch von chriõ und den damit verwandten Wörtern beschrieben werden, obschon diese Wörter in Schlüsselstellen gebraucht werden.Mit Hilfe dieser Leitlinien für Auslegung behandelt dieser Aufsatz zwei Anwendungen für das Wort Salbung:

(1) den Gebrauch, um eine bestimmte Salbung für vollmächtige Predigt zu beschreiben.
(2) den Gebrauch in Bezug auf «Wahrheit» im Dienst.

Beides ist entscheidend im persönlichen Leben des Dieners Gottes.Der beliebte walisische Presbyterianerprediger Dr. Martyn Lloyd-Jones glaubte, dass es eine Taufe im Heiligen Geist gibt, eine Ausstattung mit Kraft zusätzlich zur Bekehrung, welche die Quelle der Salbung im Predigtdienst ist. Diese Salbung war für seinen Predigtdienst so ausschlaggebend, dass er anderen Predigern den folgenden Rat gab: «Man kann für diesen Dienst die bestmöglichste Ausbildung haben, aber ohne diese Kraft wird sie nutzlos sein. Jemand kann wunderbare Referate halten, etwas fundiert erklären und viele andere
Dinge tun, aber wenn diese Kraft nicht da ist, wird es lediglich unterhaltsam sein. Suchen Sie diese Kraft, erwarten Sie diese Kraft, sehnen Sie sich nach dieser Kraft, und wenn sie kommt, dann ordnen
Sie sich ihr unter. Widerstehen Sie nicht. Lassen Sie Ihn (den Geist Gottes) Seine Kraft in und durch Sie offenbaren.» 1 Dr. Lloyd-Jones zeigt mit dieser Ermahnung die Bedeutsamkeit von Salbung bei der Predigt auf. Wenn der Prediger und die Zuhörer vom Geist Gottes gesalbt sind, geschieht mehr als nur das Weitergeben von Information, und der Prediger ist meist das Gefäss, mit dem Gott diesen Prozess beginnt.
Für diese Salbung sind Prediger der Assemblies of God seit Jahrzehnten bekannt, sie kam jedoch schon weitaus früher auf verschiedene Diener Gottes. Diese Salbung erschien nicht zuerst an der Azusa Street und auch nicht am ersten Pfingsten, sondern sie ist sehr viel älter. Im Alten Testament waren diese Salbungen mit dem Geist und der Kraft meist Propheten, Priestern und Königen vorbehalten. 2 Die Salbung des Königs ist der bekannteste Hinweis auf Salbung im Alten Testament, und von den Königen ist David der berühmteste. Die erstmalige Salbung Davids ist ein Beispiel für unseren Zweck und ein Musterbeispiel für die Salbungen im Alten Testament. Gottes Wort ist stets auch ohne Zeichen und Wunder
ausreichend und bedarf keiner äußerlichen Gültigkeitsbestätigung.
Als Samuel David mit Öl salbte (mashach) «geriet der Geist des HERRN über David von diesem Tag an und darüber hinaus» (1. Samuel 16, 13). Ähnlich war es mit den alttestamentlichen Propheten, die besonders mit dem Geist Gottes und Kraft ausgestattet wurden, um Gottes Wort zu verkünden (z.B. 1. Samuel 10, 1, 5–7, 10; 19, 20, 23, 24; 2. Samuel 23, 2; 1. Könige 19, 16; 1. Chronik 12, 18;2. Chronik 20, 14–17; 24, 20; Jesaja 61, 1, zitiert in Lukas 4, 18, 19). Den ersten alttestamentlichen Hinweis, dass diese Salbung eines Tages auf alle, die zu Gottes Volk gehören, kommen würde, findet man in 4. Mose 11, 16–30. Gott salbte (der Ausdruck hier ist legte auf sie) 70 Älteste mit dem Geist zu prophezeien und um Mose bei der Erfüllung seines Dienstes zu helfen. Als Eldad und Medad, die zwar Älteste, aber nicht unter den 70 waren, begannen, im Lager zu prophezeien, beschwerte sich Josua. Mose drückte in seiner Antwort (Vers 29) aus, dass er wünschte, dass «alle im Volk des Herrn Propheten seien, dass der Herr seinen Geist auf sie lege». So begann die biblische Hoffnung, dass Gott eines Tages Sein ganzes Volk mit Seinem Geist ausrüsten würde, eine Hoffnung, die erneut in Joel 2, 28–32 Ausdruck findet und am ersten Pfingsten (Apostelgeschichte 2) in Erfüllung ging. Unser Fokus in Bezug auf diese Salbung ist im Zusammenhang mit der Verkündigung. Jesus, der Spross Davids, empfing die königliche/prophetische Salbung bei Seiner Taufe (vgl. Lukas 3, 21–22). Gemäss Petrus, «salbte [eine Form von chriõ] Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und mit Kraft» (Apostelgeschichte 10, 38). Im gleichen Vers fasst Petrus das Resultat der Salbung Jesu zusammen: «…der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren» (vgl. Lukas 4, 1, 14–37).Ein weiteres Ergebnis der Salbung Jesu war, dass Er mit einer Autorität predigte, die Seine Zuhörer in Staunen versetzte (vgl. Lukas 4, 32).In Seiner Kapazität als regierender davidischer König (Apostelgeschichte 2,25–36), hat Jesus den Geist und die Kraft, welche Er vom Vater erhalten hat (Vers 33), auf Seine Gemeinde ausgegossen. Zweck dieser Ausgiessung in den letzten Tagen, die uns als Pfingsten bekannt ist, ist die Ausrüstung der Gemeinde mit Kraft, um Ihn zu bezeugen. Ein Kennzeichen des dynamischen Werks des Heiligen Geistes ist die Auswirkung, die wir schon im Dienst von Jesus gesehen haben: gesalbte Predigt. Schauen wir die Predigten der Apostel und Evangelisten im Neuen Testament an: Petrus, erfüllt vom Heiligen Geist, predigte mit Kühnheit (Apostelgeschichte 4, 8) 4. Die
Gläubigen, die sich nach der Festnahme von Petrus zum Gebet versammelt hatten «wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit » (Apostelgeschichte 4, 31).
Ebenfalls könnten wir Stephanus (Apostelgeschichte 6, 8), Philippus (Apostelgeschichte
8, 6), Barnabas (Apostelgeschichte 11, 22–26) oder Agabus (Apostelgeschichte 11, 27–30) nennen.
Dann ist da selbstverständlich noch Paulus, der, erfüllt mit dem Heiligen Geist, prophezeite und lehrte (vgl. Apostelgeschichte 13, 8–12) und mit Kühnheit und nachfolgenden Zeichen sein Leben lang
predigte, wie wir sowohl in der Apostelgeschichte (vgl. Apostelgeschichte 19, 8–12), als auch in den Episteln (vgl. Römer 15, 18–19; 2. Korinther 12, 11–13) lesen können.
Tatsächlich war diese Salbung für Paulus das grundlegende Prinzip seines Dienstes. Es war für ihn von äusserster Wichtigkeit, dass sein Dienst niemals von weltlichem Denken und weltlicher Weisheit
geprägt sein würde, «sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft» (1. Korinther 2, 1–5), damit der Glaube seiner Zuhörer nicht auf menschlicher Weisheit, sondern auf der Kraft Gottes beruhen würde.

Dies ist Salbung mit dem Geist und der Kraft, ohne die man es nicht wagen sollte, auf die Kanzel zu steigen. Wie mit den meisten Aspekten von Spiritualität gibt es auch für diese Salbung eine satanische Fälschung. Satan verleiht falschen Aposteln und falschen Lehrern dämonische Salbungen mit mächtigen Zeichen, die so verblendend sind, dass dadurch sogar die Auserwählten getäuscht werden könnten, wenn dies möglich wäre (vgl. Markus 13, 22; 2. Korinther 11, 13–15; 2. Thessalonicher 2, 9–11; Offenbarung 13,3–4). Deshalb sind Macht an sich und die Fähigkeit, erstaunliche Wunder zu vollbringen, kein stichhaltiger Beweis, dass jemand von Gott gesalbt ist. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, einen sicheren Nachweis der Legitimität zu erhalten. Für diese Probe kommt ein weiterer Gebrauch des Wortes Salbung zum Einsatz. In 1. Johannes 2, 18–27 finden wir die Polemik des Johannes gegen die Antichristen (vgl. Verse 18, 19 und den Gebrauch der verwandten Wörter chriõ und antichristos).
Diese Antichristen hatten eine gefälschte Salbung (Vers 27), die dazu führte, dass sie die Wahrheit ablehnten und falsche Lehre annahmen (Vers 22), was schlussendlich dazu führte, dass sie die
Gemeinschaft, der Johannes angehörte, verliessen (Verse 18+19). Im Gegensatz zur satanischen Fälschung haben die Gläubigen eine echte Salbung (Vers 27, chrisma, ein weiteres verwandtes Wort), deren primäre Manifestation Wahrheit ist. Die echte Salbung führt dazu, dass sie die Wahrheit annehmen und sie lehren (z.B. Vers 20, chrisma und durchweg in substantivischer Form). Dieser Gebrauch von chrisma ist parallel zu dem Werk des Heiligen Geistes in Johannes 14, 15–31; 16, 5–16. Dies hat zur Folge, dass einige Gelehrte der Meinung sind, dass chrisma in 1. Johannes 1 ein Synonym für den Heiligen Geist ist. 5
Auf jeden Fall ist der Gebrauch des Wortes in diesem Zusammenhang ein Hinweis auf die Salbung des Heiligen Geistes, die zu einer Annahme und zur Befolgung der Wahrheit führt, statt nur zu einem Lippenbekenntnis. Dies also ist der Nachweis für echte Salbung. Wenn die Salbung eines Menschen
tatsächlich von Gott kommt, dann wird diese Person die biblischen Wahrheiten praktizieren und predigen. Es ist die Wahrheit des Wortes Gottes, die als Massstab der Legitimität von Zeichen und
Wundern und Behauptungen, gesalbt zu sein, dient, und nicht umgekehrt. Gottes Wort ist stets auch ohne Zeichen und Wunder ausreichend und bedarf keiner äusserlichen Gültigkeitsbestätigung. Eine
übernatürliche Manifestation allein ist kein schlüssiger Beweis der Gegenwart des Heiligen Geistes und könnte sehr wohl auch das Zeichen eines anderen Geistes sein. Echte Salbung wird immer
die Verkündigung biblischer Wahrheit zur Folge haben, niemals aber falscher Lehre. Nur dadurch können wir tatsächlich erkennen, ob die Salbung vom Heiligen Geist kommt. Diese beiden Aspekte des Gebrauchs von chriõ und den damit im Neuen Testament verwandten Wörtern sind unentbehrlich im persönlichen Leben eines Dieners Gottes. Dieser Aufsatz hat die Notwendigkeit der Salbung für kraftvolles Predigen herausgestrichen und ebenfalls die Notwendigkeit der ganzheitlichen Verpflichtung eines Wortverkündigers an biblische Wahrheit. Dies gilt nicht nur für sein öffentliches Leben, sondern auch für sein Privatleben. Wir alle müssen uns verpflichten, die Fülle des Heiligen Geistes in Kraft und in der Wahrheit anzustreben.
FUSSNOTEN:
1 Es handelt sich hier um eine Kombination zweier Aussagen aus den Schriften von Martyn Lloyd-Jones. Es ist
jedoch eine faire Repräsentation seiner Perspektive. Zitiert in Tony Sargents The Sacred Anointing: The Preaching
of Dr. Martyn Lloyd-Jones (Wheaton: Crossway, 1994),57, 72–73.
2 Das hebräische Verb für salben ist mashach. LXX gebraucht chriõ, um mashach zu übersetzen.
3 Siehe Walter Grundman, chriõ, (hier transliteriert) in TDNT, Vol. IX, Hrsg. G. Kittel und G. Friedrich, trans.
G. Bromiley (Grand Rapids: Eerdmans, 1974) 498.
4 Dies bestätigt das Prinzip, wie es in der Einführung festgelegt wurde. Bei dieser und weiteren Schriftstellen
ist zwar das Konzept vorhanden, aber der spezifische Ausdruck Salbung ist nicht vorhanden. Wie wir gesehen
haben, wird das Wort chriõ in einigen Schlüsseltexten gebraucht, um dieses Konzept zu vermitteln,
jedoch nicht in allen. Zu diesem Zweck werden auch andere Ausdrücke, einschliesslich füllen, auf jemanden
kommen, auf jemanden legen, und auf jemanden fallen gebraucht.5 Vgl. R.E. Brown, The Epistles of John: A New Translation
with Introduction and Commentary (London:Geoffrey Chapman, 1982), 341–9; 359–61.

Autor Douglas A. Oss,Ph.D. ist Vorsitzender des Central Bible College in Springfield, Missouri.
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