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Wann erlaubt die Bibel die Ehescheidung?


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3 Antworten in diesem Thema

#1
Rolf

Rolf

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Wann erlaubt die Bibel die Ehescheidung?




Wenn man bibeltreue Christen nach diesem Thema befragt, dann bekommt man oft folgendes Zitat Jesu aus Matthäus 5, 31+32 zu hören: "Es ist auch gesagt (5.Mose 24,1): »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe."
Wenn eine Frau von ihrem Mann geschlagen wird oder wenn das Kind verprügelt wird, dann lassen konservative Christen keine Ausnahme zu - selbst wenn die Frau oder das Kind psychisch krank wird.

Ich möchte betonen, daß ich niemand bin, der leichtfertig Menschen zu einer Scheidung rät. Eine Scheidung ist fast immer mit schweren seelischen Problemen verbunden, insbesondere, wenn man Kinder hat. Doch manchmal geht es nicht anders. Ich möchte hier auf biblischer Grundlage zeigen, daß es noch mehr Ausnahmen gibt, als man zunächst denkt!

Es gibt, wie gesagt, konservative Christen, die keine Ausnahme zulassen. Doch was ist, wenn der Mann sein Kind sexuell mißbraucht? Dann, so wird argumentiert, sei das auch ein Ehebruch und somit Scheidung erlaubt.

Doch wenn der Mann das Kind tötet? Oder wenn er die Frau gegen ihren Willen zu einer Abtreibung zwingen will?

Auf einmal lassen selbst ansonsten bibeltreue Christen eine Ausnahme zu. Ja, wenn der Mann eine Abtreibung will, dann geht das Leben des Kindes vor. Doch: Dieser Fall wird nicht in der Bibel erwähnt! Wer der Frau hier die Scheidung erlaubt, handelt gegen den Buchstaben der Bibel!!!

Und was ist, wenn der Mann das Kind verprügelt? Oder die Frau? Oder wenn er mit Drogen- oder Spielsucht die Familie ruiniert?

Ich meine, daß die Frau auch in diesem Falle das Recht auf Scheidung hat, wenn sie spürt, daß Versöhnung nicht möglich ist. Es ist besser, daß man getrennte Wege geht als daß die Frau oder gar die Kinder daran zerbrechen. Das Wohl des Kindes ist wichtiger als das Wohl des Mannes!



Nochmal: Man sollte jede Möglichkeit prüfen, die Ehe zu retten. Scheidung ist immer nur das letzte Mittel. Aber manchmal mißbraucht ein Ehepartner (meistens der Mann) seine Macht so dermaßen, daß es nicht anders geht.
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#2
Hoffnungsstrahl

Hoffnungsstrahl

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hm... ist der Mann ein wiedergeborener Christ?
Ist die Frau eine wiedergeborene Christin?
Wenn dies so ist, ist es eine andere Ausgangslage als wenn es nicht so ist.

Auch gibt es das Mittel der Gemeindezucht, bevor eine Scheidung her muß (d. h. wenn die Vergebung nicht wirkt und der Mensch sich nicht ändern will!). Also, ich glaube, wir Christen haben doch viele Möglichkeiten, damit umzugehen, was uns dann doch von der Welt unterscheiden soll.
Gebet, Gebet, und nochmals Gebet, Seelsorge und Gemeindeausschluß wären Möglichkeiten, wenn beide Christen sind.
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#3
Hebräer83

Hebräer83

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Die Diskussion klingt ja schon fast nach Scharia-Recht: Wenn er das tut, dann darf sie... Wenn er das tut, dann wird es so interpretiert damit...
Ich finde es dann auch ziemlich kurz gegriffen über diesen Vers zu meditieren.
Man sollte die Sache umgekehrt aufziehen: Was sagt die Bibel, was sagt Jesus zur Liebe und zur Ehe als solche? Fehlt die Grundvoraussetzung, Liebe, kann's nicht gutgehen. Angesichts der Tatsache, daß die Episteln voll von Ratschlägen und Anweisungen für einen Lebenswandel im Geiste Jesu Christi sind, sieht man doch ganz eindeutig, daß man nicht erst auf Ehebruch warten muß oder diesen gar begehen muß, um eine Ehe zu scheiden. Nötigung, häusliche Gewalt, Mißbrauch etc. sind doch wirklich das Gegenteil all dessen, was zwischen mir und meinem Nächsten - um wieviel mehr noch in der Ehe - vorzukommen hat.
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#4
1Joh1V9

1Joh1V9

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Das Nichtvorhandensein von Liebe kann man als Außenstehender leider nur schwer ermessen, daher lohnt sich auch die Formulierung von Extremfällen, in denen eine Ehescheidung indiziert ist.

Das bedeutet ja nicht, daß eine Scheidung nur in diesen Fällen möglich wäre, sondern eher, daß sie in diesen Fällen quasi lebensnotwendig wäre.

So wie Ehebruch in Gedanken beginnt. Hierzu siehe das berühmte Jesus-Zitat: "Ich aber sage euch, daß jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen."

Ich finde die obige Stelle aus Matthäus 5 sehr gut interessant, weil sie tatsächlich noch einmal im selben(!) Evangelium auftaucht, nämlich in Matthäus 19, 8-9.

Es empfiehlt sich dort den ganzen Abschnitt ab Vers 1 zu lesen. Es ist nämlich die Antwort auf eine Frage der Pharisäer, ob denn ein Mann eine Frau aus beliebigem Grund "entlassen" kann. Jesus tritt hier nicht etwa gegen jegliche Scheidung, sondern für die Ehefrauen ein, die eben auch ein Recht darauf haben, eine Ehefrau zu bleiben, auch wenn ihr Mann sich gerade mal eben in eine andere verguckt hat. Jesus sagt im Grunde: Der Mann sündigt, wenn er einfach so die Frau wegschickt, weil sie ihm nicht mehr paßt und er eine neue Kandidatin gefunden hat. Schließlich sind sie ja Eins geworden und der Mann hängt seinem Weibe an.

"Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden."
Jedenfalls nicht bei der nächstbesten Ehekrise oder bloß weil der Mann plötzlich nach einer anderen Frau schielt.

In diesem Sinne läßt sich auch 1.Kor. 7,10-11 interpretieren.

Mit Gewaltverbrechen haben obige Bibelzitate wenig zu tun. Da muß man andere Sachen zitieren. "Entlassene" bekamen wahrscheinlich damals keinen Unterhalt und im AT wird Leuten, die ihre Frau hassen und sie verleumden sogar u.A. als Strafe auferlegt, sie nicht mehr "entlassen" zu dürfen (4.Mose 22). Das bedeutet auch, sie dürfen keine andere mehr heiraten und müssen zeitlebens für ihre Frau sorgen, ob sie sie nun mögen oder nicht.

Heute ist das so nicht mehr anwendbar, weil wir erstens keine Juden sind und zweitens die Ehe nicht mehr "die" soziale Institution schlechthin ist.
Aber Unterhaltszahlungen kennen wir ja auch in unserer Rechtsprechung.
Und Jesus macht ganz klar, daß Männer ihren Frauen nicht einfach so wie die Wäsche wechseln sollten, denn dadurch werden sie, selbst wenn der Ablauf der Scheidung juristisch korrekt ist, in ihren Herzen zu Ehebrechern.
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