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Der perfekte Christ


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Rolf

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Der perfekte Christ

Über den Autor
Ralf Müller ist Qualitätsmanager in einem Entwicklungsunternehmen und arbeitet primär im Bereich Eisenbahnsignaltechnik. Er ist seit 1982 Christ. Er lebt in Braunschweig, ist verheiratet und hat ein Kind. Schwerpunkt seines Interesses sind Zeitgeist- und Religionsfragen, Wissenschaften und Theologie. Wenn noch Freizeit bleibt, interessiert er sich für Fußball, American Football und spielt selbst Badminton.




Frage von CL:
"Ich habe seit etwa einem Jahr eine Essstörung und denke immer wieder darüber nach, dass doch ein Christ so etwas nicht haben "kann", weil er/sie Gott nahe ist und sich selbst so akzeptieren kann wie er/sie ist und keine Figurkomplexe haben soll/"kann". Außerdem kann doch ein Christ mit allen Problemen zu Jesus kommen und braucht diese nicht durch Essen / Nichtessen zu kompensieren. Bin ich deshalb kein "richtiger" Christ, weil ich das nicht auf die Reihe bekomme?"
Der perfekte Christ?
Es gibt viele, die der Auffassung sind, dass Christsein und Figurkomplexe haben, nicht zusammenpassen. Nach dem Motto ein Christ muss doch so etwas "auf die Reihe bekommen". In Kirchen und Gemeinden hört man oft, dass nach der Bekehrung ein automatischer Veränderungsprozess eintritt und Probleme, egal welcher Art, zwangsläufig gelöst werden. Und manch einer fragt sich nach einiger Zeit, warum denn die erwarteten Dinge nicht passieren und wird traurig, mutlos, ja nicht selten sogar schwermütig.



Durch Jesus ist Veränderung möglich

Ich möchte ermutigen, in der Bibel nachzuforschen, was sich wirklich ändert und wie der Prozess des Heilwerdens vonstatten geht. Um konkret auf das Beispiel mit den Figurkomplexen und Essstörungen einzugehen: ein Christ braucht keine Figurkomplexe zu haben, aber er kann sie haben. Und trotzdem gilt, dass Jesus verändert: radikal und unwiderruflich.


Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2.Korinther 5,17





Das "alte Ich"

Unser eigentliches Inneres ist erneuert zum ewigen Leben. Es ist gerechtfertigt und versöhnt mit dem himmlischen Vater (Römer 5,1). Dennoch bleibt etwas Altes zurück: der „alte Mensch“, der Leib oder das Fleisch, wie Paulus es nennt. Paulus beschreibt unser Leben so: Das Fleisch ist ein irdisches Gefäß, in das ein unendlich wertvoller himmlischer Schatz (Gottes ewiges Leben) hineingefüllt wurde. Das Gefäß bleibt weiter schwach, verletzlich, vergänglich, schmerzbe-haftet, birgt aber einen herrlichen und unvergänglichen Schatz (vgl. 2.Korinther 4,7).

So leben Christen in dieser Welt, immer noch konfrontiert mit Schwachheiten, Spannungen, Störungen, Krisen, Sünde, Krankheit und Tod. Der Herr wirkt hier und da Wunder, aber er heilt nicht generell (siehe Paulus in 2.Korinther 12,7-10), er schafft nicht generell Probleme und Spannungen ab (siehe den Streit zwischen Paulus und Barnabas in Apostelgeschichte 15 oder das Martyrium des Stephanus in Apostelgeschichte 7), er gibt nicht generell Gelingen – es bleibt durchaus auch Schmerz und Leid (siehe 2.Korinther 5,1-4 oder 1.Petrus 1,6-7).



Wie Veränderung durch Gott aussieht

Gott möchte eine umfassende Veränderung bzw. Heiligung (bibel 1. Thessalonicher 5,23>), aber nicht, indem er alle Spannungen und Probleme wegnimmt, sondern uns hindurchträgt, sozusagen hindurchwachsen lässt. So soll und kann sich der Glaube bewähren und unsere Beziehung zu Gott reifen.

Gottes Heiligung geschieht unter unserer Mitwirkung. Es ist ein göttliches Geben und ein menschliches Nehmen – kein Automatismus, bei dem wir nur passive Zuschauer sind. Doch das heißt, dass wir mitten drin stecken in der Problembewältigung, durch die hindurch wir Vertrauen lernen sollen und dürfen. Und hier gelten Jesu Verheißungen, z.B. dass er Ruhe für unsere Seelen und Erquickung schenken möchte.


Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Matthäus 11,28-30



Sünde und Versagen gibt es bei jedem. Gott hat mit jedem seine eigene Geschichte, Gottes Problemlösung ist durchaus individuell. Aber für alle, die ihr Leben ihm anvertraut haben gilt, dass Christus in ihnen wohnt (Galater 2,20), sie gestaltet und mit ihnen zum Ziel kommt (1.Johannes 3,2). Der Weg dahin und die persönlichen Erfahrungen können jedoch von Christ zu Christ sehr unterschiedlich sein.

Wir brauchen Krisen nicht mehr von der Ursache her betrachten, wir dürfen Krisen nunmehr vom Ziel her sehen. D.h. wir brauchen nicht auf Störungen und Sünde schauen, sondern auf die Verheißung Gottes, dass uns alles zum Besten dient. Durch Christus in uns können wir uns unverkrampft annehmen und akzeptieren.

Stehe zu deinen Essstörungen und habe keine Angst vor Versagen. Christus hat dich genau so angenommen und möchte auf dem Wege, den er für dich für richtig hält, Auferbauung und Wachstum schenken. Gerade als Christ darfst du zu Gott kommen - uneingeschränkt hast du durch Jesus Zutritt zu dem, der dich geschaffen und erlöst hat. Besonders die Erkenntnis, "etwas nicht auf die Reihe zu bekommen", ist eine Basis, dich vertrauensvoll an Jesus zu wenden. Genau das macht einen Christen und dessen Glauben aus!


Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1.Johannes 1,7-9



Der Pharisäer in Lukas 18 brauchte vermeintlich keine Hilfe, der Zöllner hingegen vertraute sich Gott, seinem Erlöser an. Jesus selbst hat gesagt, dass der Gesunde des Arztes nicht bedarf, aber der Kranke soll kommen (Lukas 5,31-32). Jesus ist der Arzt, zu dem wir immer und immer wieder kommen dürfen. Keiner soll uns davon abhalten, zu ihm zu kommen.

Zusammenfassend möchte ich sagen:



Spannungen, Krisen und Störungen gehören auch im Leben der Erlösten dazu.

Krisenbewältigung ist ein Weg Gottes zum Wachstum.

Gottes Gegenwart, Liebe und Heil sind feste Gewissheit.

Krisen zu haben ist kein Zeichen von Sünde oder Ungeistlichkeit.

Erkenntnis von Schwachheit und Störungen soll zur Hinwendung an Christus und zu einer zunehmenden Erkenntnis unseres Herrn führen.




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