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Die Lehre der Allversöhung


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91 Antworten in diesem Thema

#1
Rolf

Rolf

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Die Lehre der Allversöhung





Andreas Ebert


1. Worum geht es? - Eine kurze Darstellung der Lehre

Beginnen wir mit Begriffen, die Synonyme für dieses Gedankengut sind. Die Lehre der Allversöhnung wird
auch als "Apokatastasis" oder "Lehre von der Wiederbringung" bezeichnet.
Im dogmatischen Sprachgebrauch versteht man darunter die "Wiederbringung" aller Kreaturen, die durch die
Sünde von Gott entfremdet und dem Gericht verfallen sind. "Wiedergebracht" wird, so meint man, die
ursprüngliche Harmonie der Welt in sich und die des Menschen mit Gott. Mit der Wiederherstellung aller
Dinge ist die Weltentwicklung abgeschlossen und der Zustand der Vollendung angebrochen.
Ausgangspunkt dieser Gedanken und Lieferant des Begriffes "Wiederherstellung" ist Apg. 3,21 "Den muß
freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den
Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat".

Während die herkömmliche Auffassung, auch die der Reformatoren, im letzten Gericht eine endgültige Trennung
zwischen den Geretteten und Verlorenen sah, verstehen die Vertreter der Allversöhnungslehre diese
Trennung nicht als endgültig. Der Retterwille Gottes, der am Kreuz die Welt mit sich versöhnte, wird schließlich
über allen Widerstand siegen, so dass am Ende jeder, mancher allerdings erst durch das Gericht, selig wird.

2. Geschichte der Allversöhnungslehre

Vielleicht war ORIGENES (gest. 254) der Erste, der die Lehre der Allversöhnung in der Schrift zu finden
meinte. Für ihn war die Formulierung "Wiederherstellung aller Dinge" in Ap.3,21 der entscheidende Anstoß
zu dieser Überzeugung. Für ihn stand fest, dass die gefallenen, vernünftigen Geister, soweit sie nicht in diesem
Leben Buße getan haben, in künftigen Äonen durch Züchtigung und durch Belehrung von seiten höherstehender
Geister früher oder später zu Gott zurückgeführt werden. Natürlich unter schwierigeren Umständen
und schwereren Leiden, als wenn sie es in diesem Leben getan hätten. Aber schließlich muß alles mit Gott,
dem vollkommen Guten, wieder Eins werden, damit, wie Ps.110,1 und 1Kor.15,27+28 bezeugen, Gott "alles
und in allem" sein kann.

Mit welchem Erfolg trug ORIGENES diese Lehre vor? Er selbst sagt, es "war nicht für alle heilsam, sie zu
hören". Trotzdem wurde er zweifellos so etwas wie eine Leitfigur für dieses Denkmodell. Viele nach ihm
gingen auf den Wegen, die er vorgedacht hatte.

GREGOR von NAZIANS, GREGOR von NYSSA, DIODOR von TARSUS und wohl auch CHRYSOSTOMUS
gingen in seinen Spuren. Im Abendland fand diese Lehre zunächst weniger Anhänger. Da AUGUSTINUS
sie ablehnte, ruhte die Allversöhnungslehre weithin auch in der Theologie, die sich an ihn anschloss.
Ganz erstarb sie allerdings nie. Im 6. und 7. Jahrhundert gibt es ein Aufflackern, im 13. Jahrhundert. belebt ein
gewisser ALMARICH von BENA diese Ideen, im 14. Jahrhundert. gehört die Apokatastasis zur Theologie von
Duns SCOTUS. Über diese Stationen dürfte der Brückenschlag ins Mittelalter erfolgt sein, wo diese Lehre
wieder eine breitere Basis gewann. Dort findet sie sich in schwärmerischen Gruppen. Aus den Niederlanden
erreicht 1525 LUTHER der Satz: "Es ist keine Hölle oder Verdammnis...; eine jegliche Seele wird das ewige
Leben haben". Aber auch in den Kreisen der Wiedertäufer ist die Lehre weit verbreitet und selbst auf der
Grundlage der Reformation gedeiht die Allversöhnungslehre.

Besonders Johann DENK verficht eifrig seine Anschauung, dass alle Gottlosen, ja auch der Teufel sich
schließlich bekehren und selig werden. Was ihn gegenüber manchen seiner Vorgänger auszeichnet, ist, dass er
sich wieder stärker auf Bibelstellen stützt, namentlich Rö.5,18; 11,32; 1Kor15,22 ff.; Eph.1,10; Kol.1,20;
1Tim.2,4. Sein Satz, dass nur Lieben und Erbarmen das eigentliche Werk Gottes, Zürnen und Strafen dagegen
ein ihm fremdes Werk sei (Jes.28,21) erinnert stark an LUTHER. Dieser aber und die anderen Reformatoren
verwahrten sich gegen den Schluß, den DENK aus dieser Beobachtung zog. 1530 nimmt im Artikel 17 der
Augsburger Konfession dieser Wiederstand sehr konkrete Formen an. Verworfen werden "die Widertäufer, so
lehren, dass der Teufel und verdammte Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden".

Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhebt sich die Lehre der Allversöhnung aufs Neue, um dann relativ
kontinuierlich am Leben zu bleiben. Einflussreich war eine gewisse Jeane LEADE (1623-1704) in England.
Nach dem Tod ihres Mannes blieb sie bewusst im Witwenstand, und gründete mit Gleichgesinnten die
"philadelphische Gesellschaft". In ihren Schriften legt sie die Lehre von der endlichen Versöhnung aller Dinge
dar, und zwar gründet sie sich nicht allein auf die Schrift, sondern auf besondere Offenbarungen. Im Jahr 1686
hatte sie eine Vision, in der sie Adam und Eva auf einem Thron neben den Thronen Christis und Marias sitzen
sah. Scharen von Ungläubigen - nach ihrem Erdenleben durch Christus im Totenreich erlöst - strömten zu
diesen Thronen als „Gotteskinder“ und wurden von Adam und Eva freudig begrüßt. Neben anderen waren es
auch ihre Schriften, die auf dem europäischen Festland viele beeinflussten. Zu diesen zählten eine zeitlang
ZINZENDORF der es bei aller Zuneigung für richtig hielt, darüber nicht zu sprechen und sich überhaupt nicht
um diese Lehre zu kümmern. Seine Erfahrung war: Ihre Verbreiter sind "mausetote fürwitzige Leute".

Von bedeutendem Einfluß für die Verbreitung der Allversöhnungslehre aber war der schwäbische Theologe
F.C.OETINGER. Neben Schriftgründen war es der Einfluß von Frau LEADES Schriften sowie der Einfluß
seines Freundes, Rektor Schill von CALW. Diesem erschienen Verstorbene, die ihn in jener Lehre unterrichteten.
Auch J.A.BENGEL vertrat wahrscheinlich die Lehre von der Apokatastasis. Aus seinem Freundeskreis
ist der ihm zugeschriebene Ausspruch als Notiz bekannt: "Wer von der Apokatastasis Einsicht hat und
sagt es aus, der schwätzt Gott aus der Schule".-Der Einfluß jener Männer hat zweifellos dazu beigetragen, dass
die Allversöhnungslehre im pietistischen Raum weite Anerkennung gefunden und behalten hat.

SCHLEIERMACHER trat ebenfalls sehr bestimmt für diese Lehre ein. "Er möchte, was ihn betreffe, gerne nur
einen Unterschied zwischen früherer und späterer Aufnahme in das Reich Christi annehmen. Es ist ein
unauflöslicher Missklang, wenn unter Voraussetzung einer Fortdauer nach dem Tod ein Teil der Menschen von
der Erlösung ganz ausgeschlossen gedacht werden sollte". Ähnlich äußert sich Albert SCHWEITZER. Da Gott
alle Menschen zur Kindschaft bestimmt habe, müsse "am Ende sich das endliche Geschöpf von der unendlichen
Gnade gewinnen lassen".

3. Welche Schriftstellen bzw. Gedankengänge tragen die Lehre der Allversöhnung?

3.1. Die Denkvoraussetzung: Strafe diene immer der Besserung
Schon ORIGENES vertrat diese Ansicht, dass Strafe nach seiner Beobachtung immer das Ziel der Besserung
hat. Folglich hat auch die Strafe der Verdammnis das Ziel, für ein folgendes Zeitalter Besserung zu bewirken.
Es trifft sicher weithin zu, dass Strafe der Besserung dient, ist aber nicht grundsätzlich zu verallgemeinern. Im
alten wie neuen Testament finden wir Strafen, bei denen dieses Motiv nicht erkennbar ist, zum Beispiel
2.Sam.12,10 (David), Apg.5.1-11 (Ananias und Saphira), Hebr. 12,16+17 (Esau). Trotz Besserung (im Fall von
David) und ohne die Möglichkeit der Besserung (Ananias und Saphira) wird die Strafe vollzogen. Dass auch
die ewige Verdammnis grundsätzlich Strafe mit Besserungsabsicht sein soll, ist aus der Schrift nicht geradlinig
zu begründen.

Abgesehen von der Frage, was - fern von Gott und ohne Wirksamkeit göttlicher Kräfte - Umkehr zu Gott
bewirken soll, wäre eine "Bekehrung" in der Verdammnis eine Art der Hinwendung zu Gott, die die Schrift so
nicht lehrt. Nach der Schrift haben Buße und Glaube die Verheißung ewigen Lebens, und nicht Einsicht auf
Grund unausweichlichen Druckes.

3.2. Kann man vom Sieg Jesu reden, wenn 90% der Menschheit verlorengehen?
JUNG-STILLING bringt diese Überlegung mit einer kurzen Frage auf den Punkt: "Ich frage: Ist das Versöhnungswerk
gelungen, wenn nur ein Zehntel der Menschheit selig wird? Ich sage: Nein! Es wäre ihm misslungen".
Es sollte zunächst angemerkt werden, dass es Fragestellungen gibt, die der Wahrheitsfindung nicht zwingend
dienlich sind. JUNG-STILLINGs Frage gehört dazu. Sie fordert geradezu 100%. Alles andere ist misslungen. Es ist
eine Frage, die sich zuerst an das Empfinden richtet, erst als zweites an die Schrift. In der gleichen Reihenfolge
entsteht dann auch die Antwort.

Ob das Versöhnungswerk gelungen oder misslungen ist, wurde schon vor knapp 2000 Jahren beantwortet: "Es ist
vollbracht", sagte der Herr am Kreuz. Unabhängig von der Zahl der Menschen, die die Rettung annehmen, ist das
Werk perfekt. Vielleicht muß man sich auch von dem Gedanken lösen, dass nicht nur dann etwas gut ist, wenn es
zugleich angenehm scheint. Ist es nicht auch ein Sieg, wenn Feinde den Sieger als solchen anerkennen müssen? Die
Bibel spricht vielfach von dem Ziel, dass die Feinde zu Füßen Gottes liegen müssen: Ps.110,1; Luk.20,43; Ap.2,35,
Hebr.1,13; 10,13, oder auch Phil.2: Jedes Knie muß sich beugen. Gerne würden Vertreter der Allversöhnungslehre
in den besiegten Feinden, die dem Fuß als Schemel dienen, solche sehen, die doch noch zur Umkehr gekommen
sind, das verwendete Bild und die Sprache reden aber immer noch von Feinden. Besiegten, nicht bekehrten Feinden.

3.3. Können Eltern und Verwandte selig sein, wenn sie ihre Verwandten und Freunde in der Verdammnis wissen?
Der Stil der Fragestellung richtet sich wieder an das Gefühl. Natürlich, wer immer Ungläubige in seiner näheren
Verwandtschaft und zugleich eine Ahnung vom Schrecken der Gottesferne hat, ist geneigt zu antworten: "Nein".
Die Ewigkeit hätte einen Schatten. Und er wird leicht zu überreden sein, nach einer Lösung Ausschau halten, die
diesem schlimmen Gedanken den Stachel nimmt. Hat da die Lehre, dass ganz am Ende doch niemand verloren geht,
nicht etwas tröstliches an sich?

Man muß nicht zur Allversöhnunglehre Zuflucht nehmen, um trotz der oben formulierten Frage zuversichtlich in
die Zukunft schauen zu können. Im Himmel werden nicht mehr die menschlichen Beziehungen, wie wir sie kennen,
bestimmend sein (Mt.12.48-50; 22,30). Wir können sicher davon ausgehen, dass unser Fühlen in der Herrlichkeit mit
Gottes Empfinden übereinstimmt. Deshalb wird es keinen Gegensatz geben zwischen dem eigenen Erlöstsein und
Urteilen, die mit Gottes Gerechtigkeit zu tun haben.

3.4. Der überbewertete Begriff "alle"
Zu den tragenden Schriftstellen der Allversöhnungslehre gehören Schriftworte, in denen des Wort "alle" vorkommt
und in universalem, ausnahmefreiem Zustand verstanden wird. "...bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller
Dinge" (Apg.3,21); "Denn Gott hat alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er alle begnadige"
(Röm.11,32) u.a.. Wenn "alle" aber bedeutet: "Alle ohne jede Ausnahme", dann wäre der Schluß einer Allversöhnung
berechtigt, ja selbst der Teufel und sein Anhang wären eingeschlossen. Ob das so zu verstehen ist, darf
bezweifelt werden.

In der Regel meint "alle" die Gesamtheit einer bestimmten Gruppe, die erst durch eine nähere Bestimmung definiert
wird. Dabei ist nicht einmal erforderlich, dass diese nähere Bestimmung im jeweiligen Zusammenhang genannt
wird.

Einige Beispiele:
* in Lk.2,1 wird berichtet, dass "alle Welt" geschätzt werden soll. Auch wenn das im Zusammenhang nicht näher
erklärt wird, ist klar, dass "alle Welt" lediglich die römische Welt beinhaltet.
* 1.Tim.4,4 wird in der Abwehr gewisser Speisevorschriften formuliert: "Denn jedes Geschöpf ist gut und nichts
verwerflich...". "Jedes" Geschöpf? Natürlich jedes, aber manche sind automatisch ausgeschlossen - Menschen,
Engel, manche Pilze.... Obwohl sie alle Geschöpfe sind, gehören sie aus verschiedenen Gründen nicht in diese
Aufzählung. Und wieder ist bemerkenswert, das die Einschränkung nicht erwähnt wird.
* 1.Kor 15,22 "Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden". Auch
hier ist "alle" nicht so weit zu fassen, wie es die Allversöhnung gerne hätte. Es geht um alle in Adam Sterbenden,
bleibt also auf das Menschengeschlecht beschränkt. Alle Menschen werden in Christus lebendig gemacht werden,
was aber nicht automatisch als ewiges Leben für alle zu verstehen ist, sondern, wie Joh. 5,28+29 darlegen, gibt es
auch ein Lebendigwerden zum Gericht.

Fazit: In tragenden Bibelstellen der Allversöhnungslehre wird "alle" in einem zu absoluten und automatischen Sinn
verstanden. Die Frage nach der Einschränkung, wer mit "alle" gemeint ist, wird nicht gründlich genug bedacht.
Damit brechen viele Stellen als Stütze der Allversöhnungslehre weg.

Eine der schwierigeren (und für die Allversöhnungslehre grundlegenden) Stellen, die noch übrigbleiben, ist Röm.
5,18: "Wie es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis kam, so auch durch eine Gerechtigkeit
für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens". Dass diese Übertretung für alle, ausnahmslos alle, zur Verdammnis
gereicht, ist unbestritten. Wenn in der ersten Satzhälfte "alle" ausnahmslos alle bedeutet, dann muß es in der
zweiten Satzhälfte auch so sein - alle, ausnahmslos alle, gelangen zur Rechtfertigung des Lebens.
So schön das auch wäre - es bleibt die Frage, wie man mit dieser Annahme angesichts der vielen Stellen leben kann,
die solchem Heilsautomatismus widerstreben.

Theodor ZAHN bringt eine gut verständliche Erklärung, wenn er schreibt, dass diese Verse "nur die Abzielung der
von Christus ausgehenden Wirkung, die beabsichtigte Richtung, in welcher sie vor sich geht, angeben, womit
keineswegs gesagt ist, dass sie bei allen ihr Ziel erreicht. Gesagt ist nur, dass die in dem gerechten Erdenwandel des
Menschen Jesus ausgesprochene gnädige Absicht Gottes, den Menschen zu einer Rechtfertigung und damit zum
Leben zu verhelfen, ebenso auf alles, was Mensch heißt, abziele, als die von Adams Sünde ausgegangene Wirkung
auf die Menschheit sich erstreckt. Dass diese Heilsabsicht an den Einzelnen ihr Ziel nur unter der Bedingung
erreicht, dass ihnen das Evangelium gepredigt und von ihnen im Glauben aufgenommen wird, ..., braucht nach
allem, was seit 1,16f. und besonders seit 3,22 darüber gesagt war, hier nicht wiederholt zu werden."
3.5. Der verniedlichte Begriff "ewig"

Um die Lehre der endgültigen Versöhnung aller Menschen, Mächte und Dinge überhaupt zu ermöglichen bzw.
denken zu können, ist eine einschränkende Deutung des Wortes "ewig" erforderlich. Das schon deshalb, um den
Schriftstellen, die von "ewiger Verdammnis" reden, das Endlose zu nehmen. Ewig wird deshalb von den Vertretern
der Allversöhnungslehre gerne mit "zeitalterhaft", "unabsehbar lang" oder "äonenlang" übersetzt.
Tatsache ist, dass der Begriff "ewig" nicht zwingend endlos bedeuten muß. Beispiele dafür wären 2.Mo21,6 (ein
Knecht soll auf ewig dienen - hier begrenzt die Endlichkeit des Lebens das "ewig"), Jes.32,14+15 (Ein Zustand wird
beschrieben als ewig, aber mit der Einschränkung: "bis" zu einem bestimmten Ereignis), Mt.21,19 ("ewig" wird
begrenzt durch die Lebensdauer des Feigenbaumes). Es ist also durchaus korrekt, dass "ewig" nicht zwingend
"endlos" bedeuten muß. Wann aber, so die Frage, bedeutet ewig endlos und wann nicht?

Heinz SCHUMACHER, ein Vertreter der Allversöhnungslehre, zieht aus der Beobachtung, dass es Schriftstellen mit
zeitlicher Begrenzung des Wortes "ewig" gibt, den fragwürdigen Schluß: "So ist auch die "äonische Pein" eine
zeitalterlange, unabsehbar lange Pein; wie lange sie im einzelnen dauert, steht bei Gott; jedenfalls zwingt das Wort
"ewig" oder "Ewigkeit" uns keineswegs zur Annahme einer endlosen Dauer, wie die genannten Beispiele zeigen.
Gottes Gerichte sind ernst und schwer; dass sie aber endlos sind, ergibt sich aus der Gesamtaussage der Schrift
gerade nicht! Sie sind Weg und Durchgang, machen einzelne Völker rettungsreif und durchkreuzen die Liebesziele
Gottes keineswegs."

Diese Schlussfolgerung ist zu kühn, und außerdem tut sich ein neues Problem auf: Zu kühn ist sie deshalb, weil hier
von innerweltlichen Zusammenhängen ganz locker auf die vermeintlichen Prinzipien der ewigen, jenseitigen Welt
geschlossen wir. Anschließend werden diese Schlüsse als Basis einer Lehre angesehen, von der viel abhängt. Dieses
Fundament ist zu unsicher.

Das neue Problem ist dieses: Wenn "ewige Verdammnis" endlich ist, ist dann nicht auch "ewiges Leben" ebenfalls
endlich? Die Hilfe für manche Vertreter der Allversöhnungslehre liegt in dem Gedanken, dass ewiges Leben seiner
Natur nach ewig sei, während der Sündenfall und dessen Folgen im Bereich des Zeitlichen und Begrenzten läge und
damit endlich sei. Zwei Überlegungen sollen zeigen, dass es so nicht geht:

1. Es gibt eine Anzahl von Schriftstellen, in denen in einem Atemzug vom ewigen Leben der Erlösten und der
ewigen Strafe der Verdammten gesprochen wird (Dan.12,2; Mt.25,46 u.a.) . Dass in einem Satz "ewig" zwei
grundverschiedenen Bedeutungen haben soll, nämlich einmal "endlos" und einmal "endlich", ist eine sehr
willkürliche Annahme und völlig untauglich als Basis einer Lehre.

2. Off.20,10 spricht von dem Feuersee und seinen Qualen als eindeutig endlos: "...in alle Ewigkeit" oder "in die
Zeitalter der Zeitalter". Wenn das nicht Ausdruck von Endlosigkeit sein soll, was dann? Angesichts solcher
Worte ist es unangebracht, schließlich selbst noch die Errettung des Teufels annehmen zu wollen.
Die Frage bleibt, wann ewig endlos ist und wann nicht. Vielleicht ist das eine Lösung: "Ewig" ist nur da als
"begrenzt" zu verstehen, wo der behandelte Gegenstand oder die Dinge, von denen gerade die Rede ist, ihrer Natur
nach irdisch und damit begrenzt und endlich sind. Sonst ist stets unter Ewigkeit auch Endlosigkeit zu verstehen.
Dass dieses Verständnis gerade im Blick auf die Verdammnis eine schreckliche Konsequenz in sich trägt, ist wider
unsere Natur. Wir werden aber niemand einen Gefallen tun und auch den Lauf der Dinge nicht ändern, wenn wir sie
entschärft glauben und verkündigen.

4. Beurteilung: Der eindeutige Schriftbeweis fehlt

Erich SAUER schreibt: "Es ist ein Haupterfordernis jeder biblischen Glaubenslehre, zum mindesten an einer Stelle
der Schrift mit unzweideutigen Worten ausgesprochen zu sein. Das aber ist bei der Allversöhnungslehre nicht der
Fall. Vielmehr ist diese Lehre auf dem Fundament mehr oder weniger logischer Schlussfolgerungen des Verstandes
aufgebaut. Also fehlt ihr das Merkmal jeder eigentlichen biblischen Glaubenslehre."

Das Fehlen eines zweifelsfreien Schriftbeweises wird auch von manchen Vertretern der Allversöhnungslehre selbst
empfunden. STRÖTER schreibt: "Es gibt eine durch den Geist Gottes selbst gewirkte Weise, auf dem Weg
einfacher, geheiligter Schlussfolgerungen aus bereits vorhandenen Gottesworten Wahrheiten herzuleiten und
weiterzugeben, die nirgendwo sonst in besonderer Fassung oder Form oder Unterweisung niedergelegt sind,... für
deren Inhalt in der Schrift nicht immer der feste formelle Ausdruck gegeben zu sein braucht."
Es klingt bescheiden und christlich, wie Lehraussagen der Allversöhnungslehre gefunden wurden. Aber dieses
Parkett ist zu glatt. Auf lediglich "einfachen und geheiligten Schlussfolgerungen" kann und darf eine christliche
Lehre nicht stehen. Dieser Weg ist für Irrtümer zu anfällig.

Es bleibt gewiss, dass unsere Kenntnisse vom künftigen Tun Gottes sehr begrenzt sind. Und von dem Wenigen, das
wir zu wissen meinen (und vielleicht auch verkündigen), wird auch noch manches ganz anders kommen. Dabei
kann man aber unterscheiden zwischen Ereignissen, für die uns eine breite biblische Basis Gewissheit gibt, und
anderen, die man eher nur denken oder vermuten, nicht aber als Lehre in die Öffentlichkeit entlassen sollte. Wenn
überhaupt, dann gehört die Lehre der Allversöhnung in diese zweite Gruppe, und man tut gut daran, von den
Erfahrungen Origenes' zu lernen, der meinte, es "war nicht für alle heilsam, sie zu hören".

Literatur

- Evangelisches Gemeindelexikon, Wuppertal: Brockaus, 1986,
- PRE, zweite Auflage 1877
- Lange, J.P. Lange, Der Brief Pauli an die Römer, Theologisch-homiletisches Bibelwerk, Bielefeld und Leipzig: Verlag von Velhagen
und Klasing, 1880, 3. Auflage
- Schumacher, Heinz, Fragen gläubiger Christen, Stuttgart: Paulus-Verlag Karl Geyer, 1. Auflage 1969
- Schumacher, Heinz, ...und Gott wird sein alles in allen, Heilbronn: Paulus-Verlag Karl Geyer, 1977
- Schacke, Martin, Der Römerbrief, Lahr-Dinglingen: SJD, 1983
- Zahn, Theodor, Der Brief des Paulus an die Römer, Kommentar zum Neuen Testament, Leipzig: A.Deichert'sche Verlagsbuchhandlung,
1910, 2. Auflage
- Sonderheft der "Handreichungen aus dem Worte Gottes" zu "Fragen über die Allversöhnungslehre"
- Topic 9/2003
  • 0

#2
heiner

heiner

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Paulus benutzt, wenn es um Erkenntnisfragen geht, einen Spiegel, lateinisch "speculum". Das bedeutet soviel wie spekulieren, vermuten oder annehmen. Der Betrachter blickt hinein, er inspiziert oder kontrolliert. Obwohl Paulus zu den Füßen des großen Gelehrten Gamaliel saß. die Thora studiert hatte und Jesus ihm die Botschaft des Evangeliums persönlich offenbarte, spricht er in aller Demut von Stückwerk.
Er will damit sagen, daß kein Mensch Gottes großartiges Wesen und Handeln je zu ergründen vermag. Jeder lebt nur von kleinen Reflexen aus der unermeßlichen Liebe und Herrlichkeit Gottes. Diese aber reichten für Paulus aus, um sein Leben zu verändern. Das Licht, das er einfangen konnte, reichte aus, um für seinen Meister zu leben und zu sterben.
Auch wir werdwen die Größe Gottes, seine unermeßliche Gnade und seine Liebe, die niemals aufhört (1. Kor. 13) niemals erfassen können. Soweit wir Gott aber in seinem Wort erkennen können, wissen wir, daß er niemals etwas Sinnloses tut. Er verfolgt immer seine Ziele. Auch wird niemand aus dem Wort Gottes her begründen können, daß Gott ein Sadist ist.
Die Verheißung im Wort Gottes, daß er alles wieder unter ein Haupt bringen wird, alles was im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ist, sollte nicht als Sonder- oder Irrlehre verteufelt werden, und ist als Hetze in diesem Forum nicht geeignet.
Erst wenn die gesamte Schöpfung ihre Knie vor Gott beugen wird (PHil. 2,10), und zwar freiwillig, denn Gott hat keine Marionetten, erst dann wird Jesus die ihm übertragene Macht wieder an seinen Vater zurückgeben, und Gott wir alles in allem sein.
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#3
Morgenrot

Morgenrot

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@ heiner:

Ich verstehe Deinen Beitrag nicht so ganz: Bist Du nun Pro- oder Kontra-Allversöhner?

Früher Gruß vom
Morgenrot
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#4
Hebräer83

Hebräer83

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Die Verheißung im Wort Gottes, daß er alles wieder unter ein Haupt bringen wird, alles was im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ist, sollte nicht als Sonder- oder Irrlehre verteufelt werden, und ist als Hetze in diesem Forum nicht geeignet.
Erst wenn die gesamte Schöpfung ihre Knie vor Gott beugen wird (PHil. 2,10), und zwar freiwillig, denn Gott hat keine Marionetten, erst dann wird Jesus die ihm übertragene Macht wieder an seinen Vater zurückgeben, und Gott wir alles in allem sein.


Nach meiner Erfahrung mit der Argumentation: "Pro"
Der Beitrag von Rolf ist mal wieder, wie so vieles hier, von außen zitiert. Soweit ich es aber von der Administration sagen kann, stimmt sie dem Beitrag zu.
Stellen wie 1. Kor 15,22ff. oder Philpp 2,10, die klassische Argumentationsorte der Allversöhner sind, werden ja nur leider aus dem Zusammenhang genommen oder gerne überinterpretiert.
ZU Phil 2,10f. zitiere ich mal aus einem Beitrag der Idea Dokumentation 3/98: "Kommen alle in den Himmel?":

3.5. Ein kurzer Blick auf Philipper: Alle beknen Jesus als den Herrn
Ganz im Sinne dessen, was wir bei Paulus nun schon in 1. Kor 15, in Kol 1+2 sowie Eph 1 gesehen haben, läßt sich auch - ich kann das aus Zeitgründen jetzt wirklich nur andeuten - die großartige Aussage in Phil 2,10+11 verstehen. In diesem berühmten Christushymnus wird uns geschildert, wie Christus, der Gott gleich ist, sich zunächst erniedrigt bis zum Tod am Kreuz. Und dann heißt es:
"Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm seinen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich alle Knie beugen im Himmel und auf Erden und unter der Erde und alle Zungen bekennen "Kyrios ist Jesus Christus""
Was hier in Phil 2,10+11 steht, läßt sich sehr gut im Kontext dessen verstehen, was wir gerade eben sahen aus 1. Kor 15, Kol 1+2 und Eph 1. Hier im Philipperhymnus ist ja auch nicht die Rede davon, daß alle gerettet sind, alle zur Schar der jubelnden Anbeter und Kinder Gottes gehören. Es wird andererseits aber sehr deutlich, daß am Ende auch kein Dualismus steht. Christus allein ist Herr, Gott allein ist Gott!
Ich meine, man würde zuviel hineinlegen in Phil 2, wenn man die hier angekündigte universale Homologie [= Einheitlichkeit] durch KOmbination mit 1. Kor 12,3 "Keiner kann Jesus den Kyrios nennen, außer durch den Heiligen Geist" bedeuten lassen will, daß am Ende alle himmlischen, irdischen und unterirdischen Wesen durch den Geist Gottes erneuerte Kreaturen und Bekenner Jesu geworden sein werden.
Wer weiß denn, ob das, was hier und heute nur durch den Heiligen Geist im Glauben gesagt werden kann angesichts der künftigen Herrschaft Christi nicht einfach auch von denen anerkannt werden muß, die sich jetzt im Unglauben und in offener Rebellion der Anerkennung des Kyrios Jesus entzogen haben? Wird es nicht arg spekulativ, wenn man unter Berufung auf 1. Kor 12 quasi die eschatologische Wiedergeburt aller irdischen und überirdischen Wesen in Phil 2 hineininterpretiert?
Fest steht nur: Dann werden auch die unterworfenen Kreaturen anerkennen. Es gibt nur einen Kyrios im ganzen Universum, das ist Christus. Die Mächte haben ausrebelliert zu dieser Zeit. Irgendwie klingt dieser großartige Aussage aber doch noch etwas anders als die visionäre Spekulation des württemberger Pietisten Michael Hahn, der ankündigte, daß am Ende der Feuersee sich immer mehr leeren würde, bis auch - so drückt er es aus - der letzte, Luzifer, in die Arme der ewigen Liebe sinkt. Ganz diese Art von Schilderung finde ich in Phil 2 und anderen paulinischen Stellen dann eben doch nicht. Man müßte sie in die Bibel erst hineinlesen.


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#5
heiner

heiner

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Ich möchte mich hier nicht über Erkenntnisfragen rumstreiten. Ich habe bereits in einem vorherigen Beitrag verdeutlicht, daß unsere Erkenntnisse Stückwerk sind. Niemand sieht alle Puzzleteile.
Ich habe Jahre dafür gebraucht, durch Bibelstudium und Gebet herauszufinden, ob Gott seine Geschöpfe, die von ihm kommen, für immer gnadenlos quälen wird, oder nicht.
Gläubige, die sich damit noch nie ausführlich beschäftigt haben, stempeln Andersgesinnte als "Allversöhner" ab, obwohl kein Mensch "Allversöhner" sein kann. Das kann nur Gott.
Gottes Liebe zu seinen Geschöpfen hört niemals auf (1. Kor. 13,8), und hier würde sie aufhören. Ebenso werden Glaube und die Hoffnung nicht aufhören (1. Kor. 13, 13).
Sie werden nicht aufhören. Hier ist von der Ewigkeit die Rede, und Gott ist kein Lügner.
Das Geheimnis, daß von Ewigkeit zu Ewigkeit verborgen war, ist offenbart worden (Kol. 1,26). Es gibt Geheimnisse. Jesus redete fast immer in Gleichnissen, sonst würden die Menschen es nicht verstehen.
So bestand Gottes Erlösungsplan für die Menschen schon, bevor die Engel zunächst ihren Plan durchsetzen konnten (Aufstellung von Gesetzen, die sich hinterher als schwach und nutzlos erwiesen haben).
Von Gott selbst aber kommt niemals etwas Schwaches und Nutzloses. Der Versuch, Gott als schwach und nutzlos darzustellen, genau das wäre eine Hölle ohne Gnade und ohne Ende, muß scheitern. Gott würde seine Geschöpfe, die lebendige Seelen sind, nicht nur aufgeben, sondern auch noch nutzlos quälen und sich nicht mehr um sie kümmern.
Der Mensch ist oft hartherzig und gnadenlos, und würde, wenn er Gott wäre, wahrscheinlich so verfahren. Aber er kennt die Hintergründe nicht.
Wir lesen in 1.Samuel 2:
Gott führt in die Hölle und führt auch wieder heraus.
Es ist schrecklich, beim Gericht in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen, aber sein Wesen wird Gott niemals aufgeben. Er ist unveränderbar, und macht nichts ohne Sinn und Ziel.
Das Wort Gottes sagt uns, daß Gott ein verzehrendes Feuer ist (5. Mose 4,24). Jeder Mensch, jeder, und seine Werke werden in seinem Feuer geprüft werden (1. Kor.3,13). Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, steht in seinem Wort (Offb. 3,18). Man lese selbst nach, was alles in seinem Feuer verbrannt werden wird, nämlich alles, was nicht durch den Heiligen Geist gewirkt wurde. Viel Gläubige werden wie durch das Feuer hindurch gerettet werden. Das ist eine sehr ernste Warnung. Glaubst du, lieber Leser, daß du mit deinen schlechten Eigenschaften im Himmel plötzlich ein Superheiliger bist ? In dem Zustand, in dem wir unsere sterbliche Hülle verlassen, werden wir auch als Geistleib in der Ewigkeit erscheinen. Dort gibt es keinen Stillstand, denn bei Gott ist immer Veränderung.. Wohl dem aber, der sich jetzt schon so weit wie möglich in das Bild Jesu umgestalten läßt, und bei der Entrückung dabei ist.
Versuche niemals Gott zu spielen. Das ist noch nie gut gegeangen.
Vielmehr rufe Gott an, solange er sich finden läßt. Rufe ihn an, solange er nahe ist.
Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Frevler seine Pläne. Er kehre zu Gott zurück (ich wiederhole: zurück), daß er sich seiner erbarme, denn unser Gott ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jahwe.
Vielmehr so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch sind meine Wege über euren Wegen, und meine Gedanken über den euren (Jesaja 55, 6 - 9).
Mit diesen Worten Gottes selbst sollte die Diskussion hier beendet werden.
Es gibt eine Reihe dicker Bücher, in denen sich mit diesem Thema ausführlich beschäftigt wird, gegen das Thema ein paar mehr oder weniger dünne Heftchen mit sinnlosen Warnungen.
Ein jeder aber sei sich seiner Meinung gewiß (Römer 14,5).
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#6
Guest_Klaus_*

Guest_Klaus_*
  • Guests
Hi ihr Lieben,

wenn ich das hier richtig verstanden habe, dann geht es darum, dass irgendwann alle in den Himmel kommen, im Prinzip auf der Grundlage,
weil Gott ja alle liebt. Und er will, dass alle errettet werden, und er hat ja bereits die ganze Welt mich sich versöhnt.

Meines Erachtens werden da allerdings ein paar Aussagen aus der Bibel ignoriert, die sagen, dass es nicht so ist.
Wenn eh alle in den Himmel kommen (weil Gott das so festgelegt hat), wozu dann Jesus und seine Erlösung, wozu
der Missionsauftrag?

Um das mal auf den Alltag zu münzen.
Wir leben in einem Sozialstaat. Und jeder, der nicht für sich selber sorgen kann, für den sorgt der Staat, nennt man HARTZ IV.
Jetzt entdecke ich, während ich mit einem Beamten der Sozialbehörde durch die Gegend laufe, unter einer Brücke einen "Penner",
der mal wieder um etwas Geld bettelt. Ich behaupte: "der braucht kein Geld, weil der ja HARTZ IV bekommt".
"Ne ne" sagt der Beamter, "der bekommt kein HARTZ IV".
"Doch" sage ich, "unser Gesetz sieht das so vor. Und weil da steht, das jeder das bekommt muß er das ja auch bekommen".
"Nein, so sagt es unser Gesetz nicht. Es besagt, dass es jedem Bedürftigen zusteht. Wenn allerdings jemand nicht einsieht, dass
er bedürftig ist und nicht zu uns kommt und das in Anspruch nimmt, dann nützt es ihm überhaupt nichts, dass es im zusteht.
Unsere Tür ist immer auf, aber wenn er nicht kommt, dann gibt es nichts. Denn unsere Gesetz sagen auch aus, dass sich jeder
selber zu melden hat. Es steht nicht darin, dass wir losgehen und jedem, der etwas braucht Geld überweisen!"

Und so sagt es auch Gottes Wort: Die Errettung gilt jedem, aber annehmen muss jeder sie selber. Und wer das nicht tut,
dem nützt es gar nichts, dass Gott ihn liebt und ihn unter den Erretteten haben will. Gott läßt sich finden, aber wer nicht
sucht, der wird den Himmel nicht sehen. Auch nicht in der Ewigkeit.

Gruß, Klaus
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#7
Hebräer83

Hebräer83

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Moin Klaus,
schön mal wieder von dir zu lesen.

wozu dann Jesus und seine Erlösung, wozu der Missionsauftrag?

Die Allversöhner glauben, daß es eine nachtodliche Strafe von Gott gibt, aber keine ewige. Nach Äonen von Äonen (Zeitaltern), in denen die Verdammten "schmoren" werden sich dann doch noch alle bekehren, weil Gottes "Liebe" sie dann doch in seine Arme treibt (fies gesagt). Natürlich ist Mission dann trotzdem sinnvoll, weil sie diese zeitlichen Strafen vermeiden hilft.
Alles Gute
Florian
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#8
Rolf

Rolf

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Hallo Klaus,

danke für den Einwand, dem ich absolut zustimme. Leider kann ich in Anbetracht eines vollen Terminkalenders nicht immer alles mitlesen.
Das Erkenntnis Stückwerk ist, hat heiner ja richtig geschrieben. Interessanter Weise war die Frage nach der Allversöhnung 1974 meine erste Auseinandersetzung mit Lehrunterschieden. aus diesem Grund beschäftigt mich das Thema von Anfang an und immer wieder.

Insofern darf man nicht unterstellen, dass derjenige der dem Allversöhnungsgedanken nicht zustimmen kann, an Erkenntnis Mangel hat.
Wie Du richtig schreibst, wiederspricht die Bibel dem Allversöhnungsgedanken eindeutig und an vielen Stellen, und auch Dein Beispiel macht das sehr gut deutlich. Da hilft es auch niucht weiter, das man ganz neue Bibelübersetzungen (DaBHar etc.) herausbringt, um eine Überzeugung zu stützen.

Leider führen solche Lehren häufig dazu, die "Verlorenheit des Menschen" auszublenden. Natürlich sind wir alle nicht diejenigen, die zu richten haben, sondern Gott selbst sieht in das Herz des Menschen. Aber grundsätzlich ist schon mal festzuhalten, dass die Sünde den Tod gebiert. Von dieser biblischen Regel gibt es nur einen Ausweg, das Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha, und das bedarf der persönlichen Annahme.

Wie Menschen in Ihrem Herzen sind und ob sie ihrem Gewissen gefolgt sind, dass können wir mit großer Gelassenheit dem lebendigen Gott überlassen, der das mit absoluter Gerechtigkeit beurteilen wird.

Aber wir sollten uns vor selbstkreierten Hintertürchen hüten, die uns Sonderregeln verkaufen, um uns mit einem faschen Sicherheitsgedanken zu verführen.

Herzliche Grüße

Rolf
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#9
heiner

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…… bist du den letzten Heller bezahlt hast ! ...wetere biblische Beweise für die Richtigkeit der Allversöhnung.


1. Im Himmel gibt es solange Bedürfnisse, bis Jesus die Herrschaft wieder an seinen Vater zurückgegeben haben wird

Wir müssen im Wort Gottes immer klar unterscheiden, in welches Zeitalter bzw. Äon
eine Bibelstelle passt, die herangezogen wird. So gilt zum Beispiel die Bibelstelle: Es wird im Himmel keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei, keine Mühsal (Offb. 21,4) erst für das Ende der Zeiten (Joel 4,17, Sach. 2,14), wenn Jesus die Herrschaft wieder an Gott zurückgegeben haben wird, daß heißt, daß All wieder unter ein Haupt gebracht wurde.. Bis dahin gibt es im Himmel noch Bedürfnisse, so wird z. Bsp. bei aller Art von Problemen noch zu Gott gebetet (Offb. 6, 9 u 10). Denen, die sich Gott nahen, wird er es immer belohnen (Hebr. 11,6).

2. Wie ist das mit den Zwischenleib und dem Auferstehungsleib ?

Wir wissen, dass, wenn unser irdisches Wohnzelt abgebrochen wird, wir einen Bau von Gott empfangen, ein nicht mit Händen errichtetes, ewiges Haus im Himmel (2.Kor. 5,1).
Wir wissen, dass alle Leiber der Menschen schon fertiggestellt waren, ehe sie überhaupt geboren wurden. Denn schon vor Grundlegung der Welt kannte Gott uns (Apg. 17,25) und
hat alle Tage unseres Lebens schon im voraus festgelegt (Ps. 139,16). Die Zahl der gesamten Menschheit ist Gott bekannt und von ihm schon im voraus bestimmt worden.
Wo im Wort Gottes von Verstorbenen die Rede ist, die erschienen, hatten sie einen Leib und
waren wiederzuerkennen (Samuel erscheint Saul, Mose und Elia erscheinen Jesus, Petrus,
Jakobus und Johannes –Matth. 17,3).
In Math. 10,28 lesen wir: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib zwar töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen. Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib zu verderben vermag in der Hölle.
1.Der irdische Leib wird getötet.
2.Die Seele bleibt dabei unbeschädigt
3.Der andere Leib wird in die Hölle gestürzt.
Wir wissen, dass der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht.Der irdische Leib besteht aus der äußeren, grobmateriellen Hülle, darunter befindet sich ein feinerer, innerer Geistleib, welcher der Träger des Seelenlebens ist. Die Wissenschaft hat festgestellt, daß sich unser Nervensystem aus dem Blut heraus ständig erneuert.
Der sich unter dem natürlichen Leib befindliche Geistleib enthält also auch das sich ständig aus dem Blut verjüngende Nervensystem, welches seinen Ausgang von Gehirn und Rückenmark nimmt. Diesen Geistleib kann man auch Nervenleib nennen, welcher der eigentliche Leib unseres Ich ist.
Die anderen Teile bilden nur die Hülle dieses Leibes.
Wir wissen aus dem Wort Gottes, dass dieser Geistleib in uns Freude oder Schmerzen empfinden kann. Wie in der Geschichte vom reichen Mann und Lazarus, die beide verstorben waren, erkennbar (Luk. 16,24) haben die Menschen im Zwischenleib oder Nervenleib ein Schmerzbewusstsein.
Der reiche Mann im Hades bzw. Zwischenreich besaß Speicheldrüsen und Nerven, denn es
dürstete ihn. Auch Lazarus hat hier noch keinen Auferstehungsleib, sondern einen Zwischen- leib mit Mangel. So muß er getröstet werden (Luk. 16,25). Trost braucht nur jemand, dem es nicht gut geht. Mit der Tröstung wird er auf bessere Zeiten hingewiesen (sei getrost, du wirst noch gesund werden). Außerdem ist er so krank, dass er in Abrahams Schoß liegt. Er bedarf also der Pflege und wird von Abraham gepflegt. Warum sonst sollte er im Schoß eines anderen liegen ?
Die Wissenschaft hat festgestellt, dass der chemische Bestandteil von Gehirn und Nerven ein mit Wasser vermischtes, halb geronnenes Eiweiß ist, ein Stoff, der in der Natur nicht einen Zustand der Vollendung darstellt, sondern des Werdens und der Bildungsfähigkeit. Aus diesem Stoff zum Beispiel entwickeln sich Samenkörner.
Wenn Tote in ihrem Geistleib erscheinen, kann man sie erkennen. Denn der Nerven- oder Geistleib erstreckt sich durch die ganze Leiblichkeit bis in die feinsten Gewebeteile und erscheint stets als ganzer Mensch gestaltet.
Daraus ergibt sich, dass z. Bsp. ein Mensch, der zu Lebzeiten immer nur weltliches Wesen und sinnliche Genüsse suchte, auch nach Verlassen dieses Leibes an diese Lüste gebunden
bleibt. Dieses sich nicht Losmachen können ist eine furchtbare Qual, weil zum Genuß des Irdischen jetzt die Körperlichkeit fehlt. Hat der Betreffende sich viel in hasserfüllten, begehrlichen oder sinnlichen Gedanken bewegt, so nimmt sein Nervenleib diese Formen an.
Mit Wegfall der körperlichen Hülle wird jeder Scheinheilige, Heuchler, Boshafte, Lügner usw. sofort entdeckt, denn alle Neigungen und Eigenschaften bleiben und formen den Geistleib, so wie zu Lebzeiten die Gedankenwelt den Gesichtsausdruck eines Menschen gestaltet, so dass jeder Kundige erkennen kann, mit wem er es zu tun hat.
Das gleiche gilt auch für den Wiedergeborenen, der mit seinen noch bösen Eigenschaften
im Zwischenreich erscheint, und Besserung erfahren muß. Darum muß jeder Wiedergeborene
nach einem heiligen Leben streben, was allerdings nur durch den Heiligen Geist möglich ist.
Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen, so wie ja auch Säufer, Ehebrecher, Hurer usw. das Reich Gottes nicht ererben werden (Gal. 5).
Der Nerven- oder Zwischenleib ist noch nicht der endgültige Leib des Menschen, sondern
erst der Auferstehungsleib. So werden bei der Entrückung die Toten aus ihren Gräbern bzw. ihrem Reich geholt und mit den würdigen Gläubigen zusammen entrückt.
Der Ungläubige, der keinen Teil an Jesus hat, hat einen Seelenleib, der mit den Kräften der Sünde und Finsternis durchdrungen ist. In seinem Zwischenzustand ist er nun in seinem Zwischenleib nackt und bloß, was ihm nach dem Tod zu großer Pein gereicht. So haben auch die gefallenen Engel keine Behausung (Jud. 6), und irren umher, mit Banden der Finsternis gebunden, um letztlich in die Hölle verstoßen zu werden. Die Menschen erhalten einen Zwischenleib, man kann sie darin erkennen, und sie leiden im Hades Pein und Qual im Feuer mit diesem Leib (Joh. 20,27). Dieser Zwischenleib besteht bis zum Endgericht. Jesus sagt
in Joh, 5, 28 u, 29: Es kommt eine Stunde, in welcher alle in den Gräbern die Stimme des Sohnes Gottes hören und herauskommen werden. Die da Gutes getan haben, werden zum Leben auferstehen; die aber Böses getan haben, werden auferstehen zum Gericht.
Am Besten haben es die Menschen, die an der ersten Auferstehung teilhaben oder bei der
Wiederkunft Jesu dabei sind. Jesus wird den Leib ihrer Niedrigkeit gleichförmig machen dem Leib seiner Herrlichkeit (Phil. 3,21). Die erste Auferstehung ist eine fortlaufende, denn wir
wissen, dass schon Henoch (1.Mose 5,21), Mose (5. Mose 34,5), Elia (2. Kön. 2,9) und
Esra (Esra 6, 26-28) entrückt wurden und somit einen Auferstehungsleib erhielten.
Selige und Heilige erhalten diesen Auferstehungsleib (Offb. 20,6), während Millionen anderer Menschen noch im alten Leib, auch als Krüppel bzw. verunstaltet, im ähnlichen Zwischenleib zu verharren haben, bis sie gerichtet werden.

3. Das Kausalgesetz

Im Leben der Menschen wirkt immer das Kausalgesetz, in den allerwenigsten Fällen hat Gott seine Hand im Spiel. Fast alles ist selbst verursacht, denn was der Mensch sät, das wird er ernten (Gal. 6,7), ein guter Baum bringt gute Früchte, ein schlechter Baum schlechte Früchte
(Matth. 7, 17 -19). Paulus sagt zum Beispiel: Ablegen sollt ihr den alten Menschen eures früheren Wandels, denn er richtet sich seiner trügerischen Lüste wegen zugrunde. Auch Kriege rühren nicht von Gott her. Nur gelegentlich greift er ein, ansonsten ist alles kausal bedingt. Auch die Verunstaltungen menschlicher Körper oder andere Leiden sind fast immer kausal bedingt, seien es Erbfolgen von Geburt her oder die Folgen späterer Sünden oder von Unglücksfällen.


4. Die verschiedene Stufen

So wie es in Hades und Hölle verschiedene Stufen der Qual gibt (das höchste Strafmaß erhält, wer gegen den Heiligen Geist, obwohl er genau weiß, was er tut, lästert –Hebr. 10,28 u. 6,4),
gibt es auch im Himmel verschiedene Stufen. Es gibt „Kleine“ und „Große“ im Himmel (Matth. 5,19), einer herrscht über zwei Städte, ein anderer über fünf, ein dritter über zehn Städte (Luk. 19,17). Es gibt Regierende und Regierte sowie solche, die ein eigenes Erbteil
besitzen werden (Kol. 1,12), und solche, die froh sind, in den Hütten anderer Aufnahme zu
finden (Luk. 16,9). Die als Überwinder hervorgehen, werden auf Thronen sitzen und sogar
richten (Offb. 3,21), die große Schar der Seligen aber ist vor dem Thron, da sie nicht zur
Überwinderklasse gehört (1. Kor.6,3). Den höchsten Grad der Seligkeit erhalten die an der
Hochzeit Jesu Teilnehmenden. So gibt es je nach erlangtem Grad der Heiligung verschiedene
Stufen der Seligkeit. Es gibt aber auch verschiedene Rangstufen unter den Himmelswesen.
So gibt es nicht nur Engel, sondern auch Erzengel (1. Thess. 4,16), Thronengel, die vor Gott stehen (Offb. 8,2), außerdem 24 weiß gekleidete Älteste, die um den Thron Gottes sitzen (Offb. 4,4), 7 Geister Gottes (Offb. 1,4) und vier Lebewesen vor Gottes Thron (Offb. 4,6, 5,6).
Im Reich der Finsternis gibt es Fürsten und Gewalten, Beherrscher der Finsternis, geistliche Mächte der Bosheit (Eph. 6,12; Kol. 2,15) sowie ganz verschiedene Orte, z. Bsp. für Selbst-
mörder (Apg. 1, 25), für gefallene Engel (2. Petr. 2,4, Judas 6). Andere Orte sind der Hades,
das Meer und der Tod (Offb. 20, 13 u. 14), welche nach dem jüngsten Gericht dem Feuer- pfuhl übergeben werden. So gibt es Grade und Stufen, die abwärts gehen, und solche, die aufwärts zur Herrlichkeit und in derselben zu immer hellerem Licht führen.
Herzensreinheit, Glaube, Liebe, Geistesfülle und Umgestaltung in das Bild Jesu bestimmen
den Grad der Seligkeit.
Bei Gott gibt es keinen Stillstand, sondern er betätigt sich durch ständiges Wirken, durch neue
Planungen und Lenkung der Geschicke und beglückt seine Umwelt, wie sich auch seine Ge-
schöpfe von Klarheit zu Klarheit weiterentwickeln (2. Kor. 3,18). Gott ist niemals stupide oder macht immer das Gleiche, sondern bei ihm gibt es immer Neues und Fortschritt.

5. Das gerechte Gericht im Zwischenreich

Du wirst nicht freigelassen, bist du den letzten Heller bezahlt hast, sagt Jesus (Matth. 5,26).
Verschwiegene Sünden werden, auch bei Gläubigen, im Jenseits gerichtet. So müssen z. Bsp.
Unrecht, Lieblosigkeit oder Diebstahl wieder gut gemacht werden. Wer anderen Ehre und Ruhm geraubt hat, wird besonders schwer gerichtet werden (Matth. 7, 1 -2, Mark. 4,24).
Diese müssen sich mit dem so Geschädigten versöhnen und ihm abbitten. Gläubige, die hier auf der Erde z. Bsp. an Fleischeslust gebunden sind, können sich in der jenseitigen Welt nicht in besondere Höhen aufschwingen (1. Kor. 6, 9 – 10). Gott richtet einen jeden ohne Ansehen der Person nach seinen Werken, seinem Wandel und nach seinen Worten (1. Petr. 1, 17,
Matth. 12, 36 – 37). Verhärtete Menschen bereiten sich zunächst durch ihre eigene Verstocktheit die Unseligkeit. Auch werden die Menschen im Jenseits die schlechten Gewohnheiten und die Liebe zum Irdischen nicht loslassen. Dazu kommt das Entsetzen, die Vergangenheit nicht mehr ändern zu können. Es wird ein endloses Warten geben und ein furchtbares Gequältsein, bis alle irdischen Leidenschaften überwunden sind, keine Anhänglichkeit an das Sinnliche mehr vorhanden ist und unversöhnte Schulden getilgt sind
(1. Sam. 2,6, Ps. 107, 10 – 16, Jes. 45, 22 – 24, Sach. 9, 11 – 12). Auch Richten über andere wird furchtbar bestraft werden, denn es ist Satans Art. Wer seine Brüder verklagt (Offb. 12,10), der hat solches Jesus angetan (Matth. 25, 40 – 41).
Das Werk der Gnade setzt sich aber auch im Jenseits fort. Das trostlose Gequältwerden im Dämmerzustand und das Peinigen durch Dämonen kann zwar Jahrzehnte, Jahrhunderte oder Jahrtausende anhalten und ist eine furchtbare, selbst verschuldete Pein, es kann aber letztendlich die volle Überzeugung der eigenen Sündhaftigkeit eintreten und damit ein Zustand entstehen, aus dem die Gelegenheit zum Aufsteigen aus dem Dämmerreich des Hades in die erste Lichtstufe des Himmels möglich wird (Eph. 4, 8 – 10). Man muß wissen, dass alles in allem Gott nichts Sinnloses macht und er kein Gott des Stillstandes, sondern der ständigen Veränderung ist. Bis zum Jüngsten Gericht, dem Endgericht (Matth. 25,41, Offb. 22, 11 -12) des Herrn Jesus über den Teufel, seinen Anhang und alle Unseligen, die keiner Besserung fähig waren, befinden sich alle Verstorbenen im Zwischenreich, dem sogenannten Hades mit seinen vielfältigen Abstufungen vom Ort äußerster Qual bis hin zum Paradies und den Orten der Seligen. Jede Menschenseele entwickelt sich im Jenseits von Stufe zu Stufe aufwärts oder abwärts. Auch ihre Gestaltung verändert sich entsprechend ihrer Gesinnung, so dass sie entweder schöner und glänzender, oder aber hässlicher und finsterer wird. So harren alle der einstigen Auferstehung und ihrem endgültigen Schicksal entgegen, während die wirklich Duchheiligten, die sogenannten Überwinder, gleich nach ihrem Abscheiden von der Erde in den Verklärungszustand übergehen und bei der Wiederkunft Jesu der Entrückung bzw. der 1. Auferstehung teilhaftig werden.
Das Gericht Gottes ist letzten Endes die traurige Folge des menschlichen Unglaubens gegen den lebendigen Gott. Es gibt kaum eine Sünde, die vor Gott so schrecklich ist, wie der Unglaube. Das Wesen dieses Verbrechens, Gott nicht zu vertrauen, besteht darin, dass man in letzter Konsequenz den Teufel verehrt und ihn zum Gott macht. Die Schlange im Garten Eden sagte nichts weiter als: Gott ist nicht Wahrheit und er ist nicht gut ( 1. Mose 3, 4 -5). Darum sagt Jesus (Mark. 16, 16): Wer aber nicht glaubt (bzw. Gott vertraut), der wird verdammt werden. Jeder Mensch sollte bedenken, dass er Tag für Tag, wenn auch unbewusst, sein Erdenleben für die Ewigkeit gestaltet. Jedes freundliche Wort, jeder edle Gedanke, jede selbstlose Tat trägt in der jenseitigen Welt zur Gestaltung des Zustandes bei. Deshalb soll
ein Gläubiger immer bedenken: Nicht nur selig bzw. wiedergeboren, sondern selig und heilig, sonst ererbe ich das Reich Gottes nicht. Denn ohne Heiligung wird niemand Gott sehen ! Das Opfer Jesu ist zwar für jeden Menschen da, und er kann selig werden; wenn er aber sich nicht dem Guten zuwendet und herzlos bleibt, verspielt er die Gnade. Ist er seinem Mitmenschen oder Ehepartner gegenüber ungerecht, kann er das Reich Gottes nicht erben, denn Ungerechte erben das Reich Gottes nicht (1. Kor. 6, 9). Auch das Klagen über andere Menschen, die einen schlecht behandelt haben, wird gerichtet. Denn in Jak. 5,9 steht: Seufzet nicht wiedereinander, damit ihr nicht gerichtet werdet. Wir kennen die Bibelworte:
„Trachtet danach selig zu werden mit Furcht (Ehrfurcht vor Gott) und Zittern“. Und: „Das Gericht Gottes fängt am Hause Gottes an.“ Es ist viel besser, durch allerlei Prüfungen und Leiden schon jetzt in das Bild Jesu umgestaltet zu werden, als im Jenseits ein mehr oder minder schreckliches Erwachen zu erleben.
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#10
Hoffnungsstrahl

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Jede Menschenseele entwickelt sich im Jenseits von Stufe zu Stufe aufwärts oder abwärts.

Reinkarnation läßt grüßen...bis wir wieder zum Stein oder Fisch werden...blabla...
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#11
Hoffnungsstrahl

Hoffnungsstrahl

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Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber
Luk. 16, 25-26

Die Entscheidung fällt im Leben und niemals im Tod! Die Kluft ist so groß, daß niemand, NIEMAND!!!! die Seite wechseln kann. Sollte Gott denn ein Lügner sein, daß niemand nicht niemand ist und alle die Kluft überschreiten könnten????
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#12
heiner

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Hallo Hoffnungsstrahl,
ich habe doch deutlich geschrieben, daß wir im Wort Gottes beachten müssen, um welches Zeitalter es sich handelt.
Der von dir erwähnte Auszug aus der Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann betrifft eindeutig das Zwischenreich, welches ich ja gerade erklärt habe.
Da kommt tatsächlich niemand hinüber.
Da mußt du schon eine andere Bibelstelle, die die Zeit nach dem Endgericht betrifft, zitieren.
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#13
Blinki

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Jede Menschenseele entwickelt sich im Jenseits von Stufe zu Stufe aufwärts oder abwärts.


Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Denn:
Wann wird sich jedes Knie vor Gott beugen, wie es geschrieben steht??? Ganz bestimmt nicht schon beim Gericht wo es für die meisten Menschen ab in die Hölle geht!!! Man beachte das mal. Aber darüber scheint kaum einer nachzudenken.
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#14
heiner

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Richtig erkannt. Gott hat noch nie Marionetten gehabt; das ist seinem Wesen zuwider. Bei ihm gibt es nur Freiwillige. Und nur soche werden ihre Knie vor ihm beugen.
Erst wenn die letzten Knie sich vor Jesus gebeugt haben, wird er alle erhaltene Macht wieder an seinen Vater zurückgeben, und Gott wird alles in Allem sein.

Bis dahin: Nun aber bleiben Glaube, Liebe und Hoffnung; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
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#15
Hebräer83

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Wißt ihr was ich denke?
Ich denke, daß viele Evangelikale - um von der eigenen Klientel zu sprechen (allerdings betrifft dies auch sehr viele andere Christen, man denke an die Katholische Kirche) - sehr genau zu wissen glauben, wenn Gott in den Himmel läßt und wen nicht und sich dabei ein schönes wunderbar biblisch zurechtgemachtes Konzept gebastelt haben, mit dem man sich praktisch schon ausrechnen kann wie Gott denn nun mit dem und dem ins Gericht gehen wird. Ausgang: Himmel oder Hölle.

Und was macht ihr hier? Genau das gleiche, nur das es nicht darum geht ein Leben zu Leben, sondern Lebensstufen in einer Vielzahl von Äonen mit Besserungsstufen von schlimmster Qual bis zu höchster Seligkeit. Ich möchte kein Christ sein, wenn Gott so schön pervers funktioniert, daß Christen verschiedene Stufen der Seligkeit erreichen, daß man schon fast zukucken kann (werft uns jetzt nicht vor wir wären hier kleinlich und unverständig oder ungnädig).

Ich glaube, daß bei Gott eine schmale Pforte und ein Nadelöhr breiter sind als sich überhaupt ein Mensch vorstellen kann. Ja, es gibt das Kausalprinzip und es ist dieses mehr als alles andere ein Beweis dafür, wie wenig wir uns selbst aus dem Dreck dieser Welt ziehen können und daß uns Gottes Gnade so sehr entgegen gehen muß.
Das schreibe ich jetzt als meine persönliche Meinung.
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#16
1Joh1V9

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Jede Menschenseele entwickelt sich im Jenseits von Stufe zu Stufe aufwärts oder abwärts.


Klingt ganz derbe nach New Age. Das sagen die auch und das ist "Reinkarnation light." Muß nicht heißen, das es falsch ist, aber ich halte das für recht absurd und möchte dafür einen biblischen Beweis sehen. Daß sich alle Knie beugen werden reicht mir nicht, auch der Teufel muß sich beugen, nur halt unfreiwillig, und wird im Feuersee enden.
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#17
Blinki

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Ihr scheint nicht verstanden zu haben was gemeint ist!

Versuchen wir es mal hiermit:

Ich möchte kein Christ sein, wenn Gott so schön pervers funktioniert, daß Christen verschiedene Stufen der Seligkeit erreichen

Die Bibel spricht sehr wohl davon, dass es im Reich Gottes später Verschiedenes für die Bewohner gibt. Sie spricht davon, dass wir uns unsere Schätze im Himmel (statt auf Erden, wo Motten Rost daran fressen) sammeln sollen. Ist hier nicht klar, dass einige mehr und andere weniger Schätze im Himmel vorfinden werden? Alleine hier haben wir schon den Beweis für Unterschiedlichkeiten im Himmel. Wie können wir alle gleich selig sein, wenn wir nicht alle denselben Lohn erhalten?
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#18
1Joh1V9

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Die Bibel lehrt definitiv nicht die Allversöhnung. Es wird vielmehr gelehrt, daß wir uns bekehren müssen.

Daß es im Himmel keine Gleichmacherei gibt ist ein anderes Thema, oder?
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#19
heiner

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Die Bibel lehrt an zahlreichen Stellen die Allversöhnung; man sollte sie darauf hin einmal durchlesen; ich habe mich viele Jahre damit beschäftigt.
Das Endziel Gottes ist, daß All in Jesus wieder unter ein Haupt zu bekommen, alles was in den Himmeln und auf/unter der Erde ist (Eph. 1,10).
Gott tötet und macht lebendig, stürzt in die Hölle und führt auch wieder heraus (1. Sam. 1,6).
Nicht nur ein paar Meter vor sich hingucken, sondern in Gottes Wort erkennen, was er in späteren Ewigkeiten vorhat.
Das Endziel steht deutlich in der Bibel.
Irrsinnig zu glauben, daß Gott pervers ist.
Irrsinnig zu glauben, Gott würde Satan, Dämonen oder andere Geister zwingen, sich vor ihm niederzubeugen und ihn anzubeten.
Das Wesen Gottes kann man nur in seinem Wort erkennen - also mein Ratschlag: Einfach mal die Bibel daraufhin studieren; allein die Psalmen oder das NT geben reichlich Aufschlüsse.
Einfach mal erkennen, was das Wort Gottes sagt, nämlich daß jeder Mensch durch das Feuer Gottes muß; jeder.
Das Wort Gottes ist unsere Weisheit und Richtschnur, die Hauptquelle der Weisheit.
Wem die Sache ernst ist, der bittet Gott um Weisheit, denn er gibt sie seinen Kindern willig und ohne Vorwürfe (Jak. 1,5).
Gefühle oder die eigene Meinung sind doch überhaupt nicht entscheidend. Im Inneren, im Verborgenen, in den sanften und stillen Geist redet Gott hinein. Er lehrt uns die Geheimnisse der Weisheit (Psalm 51,8). Der Geist des Menschen ist die Leuchte des Herrn (Spr. 20,27).
Das betrifft auch dieses Thema:
In unserem Geist wissen wir etwas von Gott (Röm. 8,16). Wenn wir in unserem Geist kein Zeugnis haben, können wir es verwerfen.
Wer ist der Schiedsrichter, ob etwas falsch oder richtig ist ?
Der Friede Gottes in unserem Herzen ist der Schiedsrichter (Kol. 3,16). Betet man und hat eine innere Ruhe darüber, dann hat Gott "Ja" gesagt. Haben wir im Geist keine Ruhe, dann stimmt etwas nicht. Alle Wege der Weisheit sind friedlich. Man muß dem Schiedsrichter des Friedens Raum geben. Maßgebend ist das innere Zeugnis des Geistes.
Wem es Ernst ist damit, die Wahrheit über dieses Thema zu erfahren, der setzt nicht seinen Verstand ein und diskutiert nur rum, sondern er forscht im Wort Gottes unter Zuhilfenahme des Heiligen Geistes nach. Denn der Heilige Geist leitet uns in alle Wahrheit, und er wird uns das Zukünftige zeigen (Joh. 16,13).

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#20
Hebräer83

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Auf sowas geh ich schon mal gar nicht ein: Wer nach den fetten Großdruckbuchstaben greift, der wird von ihnen erschlagen werden.

Hier forschen auch noch andere nach Gottes Willen in seinem Wort und nicht nur die die die Allversöhnung darin erkannt haben wollen, sondern auch die sie als unbiblisches Konzept ablehnen. Oder soll ich jetzt etwa zurück schreien, ich bin seit X Jahren Christ und habe die Bibel schon X mal gelesen und deshalb habe ich recht?

Ich habe jetzt nicht die Zeit darauf biblisch genauer darauf einzugehen, komme aber noch dazu.

@Blinki: Lies mal Matth 20, 1ff. "Das Himmelreich gleicht einem Hausherrn..."
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