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Wie kommt der Glaube vom Kopf ins Herz ?


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Rolf

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Wie kommt der Glaube vom Kopf ins Herz ?





Schulungsprogramm Seelsorgeteam & Arche - Ansprechpartner

von Rolf Wiesenhütter




Das Thema heute Abend lautet:


Wie kommt der Glaube vom Kopf ins Herz ?


Dies ist eines der Themen, die von Euch gewünscht waren, und ich möchte versuchen, darauf einzugehen.

Ich denke, am schnellsten kommen wir damit durch, wenn wir zunächst, die drei Hauptbegriffe dieser Überschrift zitieren und fragen:

Was ist Glaube ?

Was ist Kopf ?

Was ist Herz ?



OK ! Was ist Glaube in biblischem Sinne ?

Ich möchte Euch gleich eine Bombe auf den Tisch legen, wenn ich sage:

Im Griechischen finde ich für das deutsche Wort Glaube die Stammvokabel
“peitho”, das heißt wörtlich überzeugen oder überreden.


Habt ihr das gewußt ?

Das ist so, weil das für das alte griechische Denken charakteristisch ist.
In der griechischen Mythologie gab es ein Göttin, die Peitho hieß, und das war nach griechischem Verständnis die Göttin der Überredungskunst.

Und dieses Wort peitho steht im Neuen Testament, nur in der Form, daß sich der Begriff nicht auf einen Gott, sondern, auf den Gott bezieht.

Glaube meint also in der ursprünglichen Grundbedeutung “göttliche Überredungskunst. Durch weitere Abwandlungen des Grundwortes “peitho”
wird es je nach Zusammenhang mit Vertrauen, Zuversicht, oder gehorchen
übersetzt.

Wichtig dabei ist mir, das diese Begriffe immer im Kausalzusammenhang mit Gott zu sehen sind, mit “göttlicher Überredungskunst”; und damit kann ich
Glauben in biblischem Sinn nicht selbst machen.

Das bedeutet auch, daß ich menschlich gesehen zunächst einmal gar nicht überzeugend argumentieren kann, damit der andere in biblischem Sinn glaubt.


2. Begriff: Was bedeutet Kopf ?

Kopf ist der Ort des Verstandes, des Denkens, des Verstehens. Kopf bezeichnet eigentlich unsere intellektuelle Fähigkeit, Zusammenhänge zu begreifen und umzusetzen.

Im Urtext steht für den menschlichen Verstand das Wort “nous”, das außer mit Verstand auch mit Vernunft, verstehen, wahrnehmen, denkbar, Plan, Vorstellung oder Gedanke übersetzt wird.

Von diesem Wortstamm stammt auch das Wort neua, was mit Unvernunft über-
setzt wird. Ihr kennt das im heutigen Sprachgebrauch von Dianeua oder Paraneua.

Aber nous steht im Wesentlichen für die menschliche Vernunft.


3. Begriff: Was bedeutet Herz ?

In unserem Sprachgebrauch bedeutet das menschliche Herz die Mitte des physischen Lebens, medizinisch als Organ, psychisch als die Mitte menschlicher Regungen des seelischen Lebens überhaupt.

Das Herz ist der Sitz der Empfindungen und Gefühle, der Triebe und Leidenschaften, der Regungen wie Freude und Trauer, Mut und Feigheit, Kraft und Furcht, Liebe, Haß und Zorn.


Im Urtext steht das Wort “kardia.”

Diese menschliche Definition, die ich genannt habe, entspricht übrigens exakt
dem Verständnis des alten Testamentes.

Wir lesen in Psalm 38,11 über das Herz als körperliches Organ als Sitz und Kraft des leiblichen Lebens.

Im alten Testament waren übrigens die Begriffe Herz und Seele austauschbar.
z. B. Jos.22,5; 1. Sam. 2,35; 5. Mose 6:5;

5: Mose 28,47 lesen wir vom Herzen als Ort der Empfindungen ( Freude)
0der Jer. 4:19 (Schmerz) oder Spr. 14:30 (Gelassenheit) oder 5. Mose 19:6
(Erregung)

Im Neutestamentlichen Sprachgebrauch bekommt das Wort “kardia” eine ganz neue Dimension. Hier bedeutet das Wort Herz den Personenkern menschlichen Lebens als den Ort, wo Gott sich den Menschen bezeugt.

Herz ist der Mittelpunkt geistlichen Lebens und des leiblichen Lebens.
Das Neue Testament lehrt uns tatsächlich das die Kräfte des Geistes, des Verstandes und des Willens gleichermaßen ihren Ort im Herzen haben können.

Deswegen unterscheidet das Neue Testament zwischen einem steinernen Herzen und einem fleischlichen Herzen.


Und nun versuchen wir mal miteinander die Begrifflichkeiten zusammen zu bringen.

Die Frage lautete: Wie kommt der Glaube vom Kopf ins Herz ?

Was würde denn nun nach dieser Definition Kopfglaube sein ?

Andere Frage: Muß denn, oder kann denn die göttliche Überredungskunst um jeden Preis ins Herz ?

Also, wenn wir diese drei Punkte miteinander betrachten,
und uns nun eine praktische Situation vorstellen:

Jemand kommt zu Dir und sagt: “Ich kann nicht vergeben !”

Und Du zeigst nun diesem Ratsuchenden anhand des Wortes Gottes, meinetwegen am Gleichnis des untreuen Knechtes den Segen des Vergebens, Schuldverhältnisse
oder wie auch immer.

Da sagt der: “Das hab ich alles verstanden, was Du mir da erklärt hast, aber ich kann trotzdem nicht !”

Wo ist der Haken ?
Der Haken ist, daß der Glaube, die göttliche Überredungskunst sich nicht durchsetzen kann im Kopf
oder im Herzen !

Warum ?

Entweder weil die Gedanken im Kopf des Ratsuchenden
verkehrt sind, er lebt also mit irrigen Überzeugungen.

Eines der zentralen Themen des Neuen Testamentes ist die Erneuerung unserer Gedanken.

Das zweite ist, daß in dem Herzen des Ratsuchenden
sich Dinge befinden, die fleischlich sind.

Was ist das Ergebnis von irrigen Überzeugungen und fleischlichen Herzenshaltungen ?

Ich frage mal die, die schon in der Seelsorge geschult sind.

Es gibt dafür in der Seelsorge wie in der Psychologie einen Fachbegriff.

Das Ergebnis sind Widerstände. Widerstände, die sogar zu völligen Blockaden heranwachsen können.

Wovon ich jetzt rede sind Widerstände im negativen Sinn.

Widerstand ist zunächst ja eine gottgegebene Fähigkeit.
Ihr kennt die Bibelstellen wie “Widerstehet dem Teufel, so flieht er von Euch” oder so.

Was müssen wir als Seelsorger tun ?

Wenn der Glaube nicht zum Leben kommt, dann müssen wir die Widerstände und Blockaden finden, die den Glauben hindern.

Wir müssen sie identifizieren und können das auch. Unser Ratsuchende artikuliert sie ja. Er artikuliert sie im Gespräch zum Beispiel durch Dominanz. Er ist willkürlich und selbstherrlich in Bezug auf seinen eigenen Willen. Er bestimmt, worauf er sich nicht einläßt. Er verschließt seine Augen vor wichtigen Wahrheiten und tut dies oft in einer falschen Autorität.

Wenn es dann im Gespräch um Schuldbekenntnisse geht, oder darum den alten Menschen abzulegen, um Glaubensgehorsam oder darum, der Sünde Widerstand zu leisten, ebenso in Vergebungsfragen, da treten plötzlich Widerstände auf.

Das Häßliche an Widerständen und Blockaden ist, daß sie mit dem Vordergründigen Problem das der Ratsuchende geäußert hat, nichts zu tun haben. wir müssen sie herausfinden.

Wir können das vordergründige Problem jetzt nicht “beackern”, sondern müssen zuerst die Hintergründe der Widerstände erkennen und sie in die Gegenwart Gottes bringen.

Oft steht hinter den Widerständen und Blockaden falsches Denken, innere Vorwürfe unzufriedene Gefühle oder ungerechte Unterstellungen.

Ich sage noch mal: Blockaden und Widerstände, sind fleischliche Hindernisse, die aus unserer alten Natur stammen.

Oft sind sie die Reaktionen auf bitteres Unrecht, tiefen Verletzungen, die dem Ratsuchenden widerfahren sind.

In biblischem Sinne macht das die Sache nicht besser.

Für uns als Seelsorger bedeutet das zunächst, daß wir so ganz schnell mit unserem Klienten nicht fertig werden. Das braucht Zeit und Geduld.

Gelingen können solche Gespräche, wenn unsere Beziehung zu Gott in Ordnung ist. Dann wird er gegebenenfalls auch auf übernatürliche Weise in unserem Leben gegenwärtig sein und uns helfen, dem Ratsuchenden in Wahrheit und in Klarheit in Liebe zu dienen.














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