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Rechtfertigungsleere


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Rolf

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Rechtfertigungsleere


Arno Widmann


Die Kirchen wissen jetzt, wann Gott uns annimmt und wann er uns verwirft. Letzteres, um das sich einst alles drehte, spielte am Wochenende keine Rolle mehr. Die Debatte um die Rechtfertigungslehre kam – jedenfalls in den publizierten Dokumenten – ganz ohne Höllenqualen aus. Der Gott, der bei Augustin noch uns das Paradies vor allem mit dem Argument schmackhaft machte, dass man von dort einen so herrlichen Blick auf die Qualen der Gefolterten habe, hat in den letzten Jahrhunderten einen Prozess der Zivilisation durchlaufen, der ihn heute geradezu koalitionsfähig erscheinen lässt. Er droht nicht mehr mit der Ausrottung ganzer Städte und Völker oder gar mit der Vernichtung des Universums. Nein, der christliche Gott hat sich geläutert – oder ist von verständigen Theologen geläutert worden. Man kann ihn jetzt in jede Amnesty-Gruppe mitbringen. Er fällt nicht mehr weiter auf. Kein Wunder, dass sich niemand mehr für ihn interessiert. Von der großen Mehrheit der Bundesbürger, die selten oder nie zur Kirche gehen, glauben 68 Prozent nicht daran, dass sie sich nach dem Tode rechtfertigen müssen. (awi.)

Es waren die Amtskirchen, die das Bild des strafenden Gottes aufgebaut haben. Sie übernahmen dieses Bild von der alttestamentlichen Priesterkaste, die sich als Mittler zwischen einem zürnenden Gott und dem Menschen einsetzten. Jesus von Nazareth lehrte von alledem nichts. Er brachte den Menschen den Gott der Liebe nahe und verkörperte diese Liebe als Mensch. Gott ist unwandelbar. Er ist derselbe von Anbeginn der Schöpfung.
Jahrhunderte lang jedoch mißbrauchte die Priesterkaste Gott für ihre Zwecke. Heute erkennen immer mehr Menschen diesen Mißbrauch und orientieren sich wieder an der originären Lehre des Nazareners, die vom tun sprach und nicht vom blinden Glauben.

Wem nützt denn das Bild eines strafenden Gottes?


Das hat Jesus nicht gesagt!


Allein der Glaube macht selig? So lehren es die Kirchen, die in Augsburg ihre “Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre” unterzeichnen.

Das könnte den Kirchen so passen.....

- daß die Inquisitoren von einst “allein aus Gnade im Glauben” (Gemeinsame Erklärung) den
Himmel ererben, während ihre Opfer über den Scheiterhaufen in die Hölle gefahren sein sollen.
- daß die Päpste, die zu den grausamen Kreuzzügen aufgerufen haben, “unabhängig von Werken”
(Gemeinsame Erklärung) gerechtfertigt werden, während die “Heiden” die sie ermorden ließen ,
ewig in der Verdammnis schmachten sollen.

- daß die am Zölibat leidenden Priester, die Kinder sexuell mißbrauchen, “bedingungslos in die
Gemeinschaft mit Gott aufgenommen” werden (Gemeinsame Erklärung), während die
geschändeten Kinder verängstigt einem ungewissen Schicksal entgegensehen.

Die Rechtfertigungslehre, auf die sich die Kirchen jetzt einigen, hat im Kern Martin Luther entwickelt und sich damit zuallererst selbst einen Freibrief geschaffen. Denn Martin Luther rief dazu auf , die Juden zu verfolgen, ihre Synagogen und Bücher zu verbrennen und Zehntausende Bauern im Bauernkrieg zu erschlagen. Allen seinen Gegnern wünschte Martin Luther öffentlich den Tod, worauf - wie in der katholischen Lehre - die ewige Verdammnis folgen soll. Man solle die Betroffenen “wie Hunde und Säue” sterben lassen (Zit. nach Neumann, Luthers Leiden, S.173), während er selbst und alle ihm zustimmenden “Theologen bereits gerecht und im Himmel sind” (Tischreden 361).
Was die Kirchen in Augsburg unterzeichnen, mag katholisch und evangelisch sein, christlich ist es nicht, denn Jesus, der Christus, wird damit verhöhnt und erneut ans Kreuz geschlagen!

Denn Jesus lehrte die Bergpredigt: Klug ist, wer “tut”. Er lehrte den aktiven Glauben, indem der Mensch lernt, die Gebote zu halten und das Rechte zu tun. Er sagte: “Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.” (Mt.7,21) Einem Schriftgelehrten, der von Nächstenliebe sprach, entgegnete der Mann aus Nazareth: “Tu das, so wist du leben” - Kein Wort von einer Rechtfertigung allein aus Glauben. Denn diese Lehre ist das Gegenteil von dem, was Jesus wollte. Er lehrte also niemals die Seligkeit “allein durch Glauben” (Gemeinsame Erklärung).

Für die Kirchenführer gilt vielmehr, was Paulus in der Bibel schrieb: “Irret Euch nicht. Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten!” (Gal.6,7)
Folge ich nun der Lehre der Bischöfe, Kardinäle, Prälaten, Priester und Kirchenräte? Oder folge ich der Lehre des Jesus, des Christus?

Evangelisch/katholisch oder christlich?




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