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Lutherische Bischöfe gehen auf Distanz zur EKD


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Rolf

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Stammzell-Debatte: Lutherische Bischöfe gehen auf Distanz zur EKD




Jesus.de-



10.01.2008


(epd) - In der Debatte über die Stammzellforschung sind lutherische Bischöfe auf Distanz zur Position der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ihres Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber gegangen. Der Embryonenschutz müsse ohne jede Einschränkung aufrecht erhalten werden, sagte der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich am Mittwoch in München. Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber sagte: «Wir haben hier keinen Streit zwischen zwei Konfessionen, denn Bischof Huber beschreibt keine für die ganze evangelische Kirche verbindliche Sichtweise.»

Friedrich, der auch dem EKD-Rat angehört, ist zugleich leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD), Weber ist VELKD-Beauftragter für die Kontakte zu katholischen Kirche. Der EKD-Ratsvorsitzende Huber hatte mehrfach eine einmalige Verschiebung des Stichtages befürwortet. «Die bisher zur Verfügung stehenden Zelllinien sind nach Auskunft der Experten verunreinigt und für die notwendige Forschung deshalb unzureichend. Insofern erscheint eine einmalige Verschiebung des Stichtags als vertretbar», schrieb der Berliner Bischof Ende Dezember in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».

Damit stellte sich der EKD-Repräsentant auf die Seite von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und ging auf Distanz zur katholischen Kirche, die eine Stichtagsverlegung vehement ablehnt. Bislang ist in Deutschland Forschung nur an embryonalen Stammzellen möglich, die vor 2002 im Ausland gewonnen wurden. Es gibt aber Bestrebungen, diesen Stichtag zu verschieben.

In einem Beschluss der EKD-Synode von November heißt es, eine einmalige Verschiebung des Stichtages sollte nur zulässig sein, wenn die Grundlagenforschung wegen der Verunreinigung der Stammzelllinien nicht fortgeführt werden könne. Vorstellbar sei nur eine Verlegung auf einen bereits zurückliegenden Stichtag. .

Eine wissenschaftliche Forschung mit Embryonen sei ethisch nicht zu verantworten, weil dies eine «Tötung menschlichen Lebens» sei, sagte Landesbischof Friedrich. Deshalb könne die Kirche auch keine Aufweichung des «Stichtags» für die Stammzellforschung akzeptieren. Wenn der Stichtag nur ein einziges Mal verschoben würde, sei ein Dammbruch zu befürchten. Er verwies darauf, dass die Embryonen-Forschung bisher keine Ergebnisse gebracht habe, durch die etwa Krankheiten geheilt werden könnten.

In der «Kölnischen Rundschau» (Donnerstagsausgabe) unterstützte Landesbischof Weber die Auffassung, dass ein Embryo ein Mensch sei, über den nicht als bloßes Mittel zum Zweck verfügt werden dürfe, auch nicht zum Zweck der medizinischen Forschung: «Das ist eine christliche Position und nicht nur eine katholische. Es ist auch meine Position.»

Zu Bischof Hubers Forderung, Gegner der Embryonenforschung sollten Alternativen benennen, wie die Stammzellforschung dann vorankomme, sagte Weber: «So wichtig manches Forschungsziel sein mag, es rechtfertigt nicht den Einsatz aller Mittel.» Schon mit dem Beschluss der EKD-Synode ist der Landesbischof «nicht glücklich». Eine Lehrentscheidung sei das aber nicht gewesen.

Huber stelle Voten evangelischer kirchenleitender Organe den Lehrentscheidungen der katholischen Kirche gegenüber. Angesichts der Lehre vom allgemeinen Priestertum habe aber jeder Gläubige am Lehramt teil. «Eine Synode kann also nicht mit der Verbindlichkeit entscheiden wie bei Katholiken ein Papst oder ein Konzil», sagte der lutherische Bischof.
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