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300 wichtige Veränderungen im Text des NT


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Rolf

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300 wichtige Veränderungen im Text des NT




Ein Vergleich zwischen Textus-Receptus-Bibeln und textkritischen Bibeln



Rudolf Ebertshäuser



Vorwort

Es heißt ja gerne von Bibelfundamentalisten, dass die Bibel niemals verändert worden sei. Folgende Ausführung zeigt 300 veränderte Bibelstellen des Neuen Testamentes. Dies sind die bekannten Veränderungen. Wenn es bekannte Veränderungen gibt, ist dann die Annahme, dass es unbekannte Veränderungen am Text der Bibel gibt, so unwahrscheinlich? Auf jeden Fall ist eins sicher: Die Behauptung, die Bibel sei nie verändert worden, ist nicht haltbar.

Frank Müller


Einführung

Der Zweck dieses Vergleichs zwischen verschiedenen Bibelübersetzungen

Der gläubige Bibelleser, der verschiedene Bibelübersetzungen vergleicht, stößt an manchen Stellen auf Unterschiede, die ihn befremden und stutzig machen. Besonders im Neuen Testament (NT) kann es vorkommen, dass in der einen Bibelübersetzung Verse oder Versteile stehen, die in einer anderen Bibel einfach fehlen. In manchen Bibeln findet er dann Fußnoten, die diese Weglassungen mit Formulierungen begründen wie z.B.: „In späteren Handschriften finden sich noch die Worte …; die ältesten und besten Handschriften lassen diese Worte weg“. Auch bei Versen, die im Text abgedruckt sind, stößt der Leser manchmal auf Anmerkungen, die die Echtheit des Bibelwortes in Zweifel ziehen: „Dieser Vers findet sich nicht in den ältesten Handschriften“ o.ä.

Normalerweise gehen nur wenige Bibelleser diesen Dingen gründlicher nach. Sie lesen vielleicht im Vorwort ihrer neueren Bibel eine Erklärung, dass diese Bibel dem „Nestle-Aland“-Grundtext folgt. Dieser Text sei aufgrund der Fortschritte der wissenschaftlichen „Textkritik“ viel besser und zuverlässiger als der „Textus Receptus“, dem ältere Bibelausgaben folgten. Nachdem man ja in anderen Bereichen auch davon überzeugt ist, dass das Neuere besser, zuverlässiger und wissenschaftlich fundierter sei, geben sich manche schnell mit solchen Erklärungen zufrieden.

Dennoch ist es für gereiftere, im Wort Gottes gegründete Gläubige durchaus wichtig, sich näher mit diesen Veränderungen im Bibeltext zu beschäftigen. Zwar reden viele Befürworter der modernen wissenschaftlichen Textausgaben des NT davon, dass die Unterschiede zwischen denn modernen und klassischen Bibeln nur geringfügig seien und keine wichtige Lehre der Bibel von ihnen betroffen sei. Bei näherem Hinsehen muss man jedoch feststellen, dass dies eine Verharmlosung der Tatsachen ist. Eine ganze Reihe von textlichen Veränderungen in den modernen Bibeln, die auf dem „textkritischen“ Grundtext beruhen, ist für die biblische Lehre und unser geistliches Leben recht bedeutsam. Als bibeltreue Gläubige müssen wir uns fragen, wie es dazu kommt.

Was ist zum Beispiel mit dem Schluss des Gebetes des Herrn in Mt 6,13? Sind die gewichtigen Worte „Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen“ Bestandteil des Wortes Gottes oder nicht? Hat der Herr Jesus sie gesprochen, oder wurden sie (wie die textkritischen Fußnoten in modernen Bibeln es behaupten) von späteren Abschreibern nachträglich hinzugefügt? Für den gläubigen Bibelleser, der an die Inspiration der ganzen Heiligen Schrift glaubt, bedeutet das, dass er verunsichert wird: Sind diese Worte inspiriert? Darf ich sie als Wort Gottes annehmen und auslegen, oder muss ich sie als Menschenwort weglassen?

Wie sieht es dann mit dem Schluss von Markus 16 aus, wo die modernen Bibeln ganze 12 Verse des NT als eine spätere Hinzufügung von Abschreibern bezeichnen? In ihnen findet sich u.a. eine für die Lehre von Christus wichtige Aussage in V. 19: „Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“ Ist das nun ein inspiriertes Zeugnis von der Himmelfahrt und Verherrlichung des Herrn? Oder muss ich diese Verse gedanklich aus meiner Bibel streichen?

Wir sehen, dass die Veränderungen in den modernen Bibeln ernste Fragen aufwerfen, über die man nicht leichtfertig hinweggehen sollte. Das gilt umso mehr, wenn der Gläubige sich näher mit diesen Fragen beschäftigt und herausfindet, was ihm in den modernen Bibeln durchweg verschwiegen wird: dass nämlich die Weglassungen und Veränderungen von bekannten Bibelworten sich nur auf ganz wenige Handschriften aus einem ganz bestimmten Gebiet stützen, während sich die vertrauten Worte in mehr als 95%, oft mehr als 99% aller Handschriften aus dem ganzen Bereich der Christenheit finden! Der Markusschluß etwa wird als „unecht“ in Zweifel gezogen, weil er sich in ganzen drei (tatsächlich: DREI!) von 3 - 4.000 Handschriften des NT nicht findet!

Wer legt eigentlich fest, dass gerade diese verschwindende Minderheit von Handschriften den ursprünglichen Text bietet und nicht die große Mehrheit? Wie kommt die wissenschaftliche „Textkritik“ zu dem Urteil, diese drei Handschriften seien die „besten“? Weshalb findet man in so vielen modernen Bibeln Zweifel erweckende Fußnoten an dieser Stelle, aber keine zeigt das tatsächliche Zahlenverhältnis der Textzeugen an? Warum setzen die modernen Bibelübersetzer den Markusschluß überhaupt noch in den Bibeltext, obgleich sie der Überzeugung sind, dass er eine spätere Hinzufügung sei? Vielleicht, weil sonst viel mehr Bibelleser aufwachen und Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer modernen Übersetzung bekommen würden?

Wir finden heute zwei verschiedene Arten von Bibeln mit unterschiedlicher Textgrundlage: auf der einen Seite die Bibeln mit dem überlieferten Text, die Bibeln der Reformation, der Täufer und der Erweckungsbewegung, die im AT auf dem hebräischen Masoretischen Text und im NT auf dem griechischen Textus Receptus beruhen. Dazu zählen die berühmte King-James-Bibel, die spanische Reina-Valera, die italienische Diodati, die holländische Statenvertaling und viele andere mehr; im deutschen Sprachraum sind dies vor allem die Luther-Bibel bis 1912, die alte Zürcher Bibel vor 1931 und die neu revidierte Schlachterbibel 2000.

Auf der anderen Seite finden sich die „textkritischen“ Bibeln. Sie beruhen auf Grundtexten, die von der wissenschaftlichen „Textkritik“ zusammengestellt wurden und sich im AT wie im NT von den reformatorischen Texten unterscheiden. Dazu zählen die Lutherrevisionen 1956 und 1984, die Zürcher Bibel 1931, die Menge-Bibel, die Revidierte Elberfelder Bibel, die Ökumenische Einheitsübersetzung, die Gute Nachricht und Hoffnung für alle, die Neue Genfer Übersetzung, Neues Leben u.a. Eine Zwischenstellung nehmen die Schlachterbibel 1905/51 und die unrevidierte Elberfelder Bibel 1871/1905 ein.

Manche meinen, diese Fragen seien nicht so wichtig, weil ja etwa 90% des Textes des NT ohnehin nicht von den Textunterschieden betroffen sind und keine wichtige Lehre des NT durch sie in Frage gestellt wird. Nun dürfen wir dankbar dafür sein, dass die Unterschiede tatsächlich nur begrenzt sind und der allergrößte Teil des NT einheitlich bezeugt ist. Darin zeigt sich die Bewahrung Gottes; Gott hat nur eine begrenzte Anzahl von Textunterschieden in der Überlieferung Seines Wortes zugelassen und dafür gesorgt, dass es zu 90% völlig einheitlich von allen noch bestehenden Handschriften bezeugt wird. Auf der anderen Seite ist es für den bibeltreuen Gläubigen, der das Wort Gottes liebt und es mit ihm genau nimmt, dennoch wichtig, auch in bezug auf die Stellen, in denen moderne Bibeln gegenüber den älteren abweichen, Klarheit zu bekommen.

Immerhin sind mindestens 17 ganze Verse, die im Textus Receptus bezeugt sind, in modernen Grundtextausgaben und den meisten ihnen folgenden Bibeln weggelassen, an 185 Stellen wurden wichtigere Versteile gestrichen; in 212 Fällen wurden Namen und Titel Gottes und des Herrn Jesus Christus wie „Herr“, „Jesus“, „Christus“ oder „Gott“ gestrichen. Dazu kommen mehr als 280 Textveränderungen, die auf den Inhalt der biblischen Aussage Einfluss haben. Über 2.000 Unterschiede zwischen dem NA-Text und dem TR haben einen Einfluss auf die Übersetzung.

Laut E. Fowler (Evaluating Versions of the New Testament) wurden 3.602 Wörter aus dem TR bei NA (genauer: Nestle 23. Aufl.) weggelassen, 3.146 verändert, 976 hinzugefügt. Insgesamt ist der NA-Text um 2.886 Wörter kürzer als der TR. Das würde einer Bibel entsprechen, bei der der 1. und der 2. Petrusbief fehlt. (Zahlenangaben nach D. A. Waite, Defending the King James Bible, Bible for Today, Collingswood, N.J. 2. Aufl. 1996, S. 41-42). Solche Veränderungen sind bestimmt nicht als „unwichtig“ oder „untergeordnet“ zu bezeichnen. Die Frage ist berechtigt: Woher kommen sie?

Diese Liste wurde zusammengestellt, damit jeder mündige Bibelleser sich selbst ein Urteil darüber bilden kann, welche geistliche Bedeutung die in den modernen Bibeln weggelassenen oder veränderten Bibelstellen haben. Eine nüchterne geistliche Prüfung dieser Veränderungen zeigt nach unserer Überzeugung die Zuverlässigkeit und Überlegenheit des überlieferten Textes der Reformation. Es zeigt, dass hinter den abgeänderten Textformen der modernen textkritischen Bibeln eine bestimmte Tendenz steht, die biblischen Aussagen über den Herrn Jesus Christus, über die Errettung durch Christus und das gesunde biblische Glaubensleben abzuschwächen, zu verkürzen und zu verfälschen.

Es ist das Anliegen des Verfassers, dass diese Dokumentation nicht zu einem Meinungsstreit, zu Besserwisserei oder ungeistlichen Angriffen gegenüber Bibeln mit dem Nestle-Aland-Text oder Gläubigen mißbraucht wird, die die textkritischen Bibeln bevorzugen. Jeder geistlich mündige Gläubige sollte sich aufgrund der hier festgehaltenen Fakten selbst unter Gebet und Studium der Schrift ein eigenes Urteil bilden und das Urteil der anderen dabei respektieren.

Da die Tabelle sehr umfangreich ist und diese Seite somit sehr "lang" werden würde, habe ich an dieser Stelle die Tabelle nicht aufgenommen. Sie können aber den gesamten Text - samt Tabelle - als gezipte RTF-Datei (60 kb) hier herunterladen.


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