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Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?


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#1
Rolf

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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 1


Einleitung


In den letzten zehn Jahren wurde in der deutschsprachigen Gemeinde Jesu Christi der Einfluß einer starken Strömung aus den USA immer größer, die als „Gemeindewachstumsbewegung“ bekannt wurde. Sie setzt es sich zum Ziel, die dem Evangelium Fernstehenden mit neuen Methoden zu erreichen und für die Gemeinde zu gewinnen. Besonders Bill Hybels und seine „Willow Creek“-Gemeinde sowie Rick Warren und seine „Saddleback“-Gemeinde sind bei uns als Vorreiter dieser neuen Bewegung bekannt geworden.


Durch Bücher und Zeitschriftenartikel, aber auch durch Kongresse und Schulungen für Pastoren und Führungskräfte hat sie das Denken vieler, die sich als „evangelikale“ (d. h. dem biblischen Evangelium verpflichtete) Christen bezeichnen, verändert und geprägt. Zunehmend wird der Ansatz einer „besucherfreundlichen“, auf Fernstehende ausgerichteten Gemeinde als hoffnungsträchtiges Konzept für die Zukunft betrachtet.


Neben Büchern von Bill Hybels und seinen Mitarbeitern haben vor allem zwei Bücher von Rick Warren in den letzten Jahren die Botschaft dieser neuen Bewegung bei uns ausgebreitet: „Kirche mit Vision“ und „Leben mit Vision“ (engl. The Purpose-Driven Church und The Purpose-Driven Life). Beide waren in den USA ausgesprochene Verkaufserfolge und übten einen großen Einfluß auf evangelikale Christen aus. The Purpose-Driven Life verkaufte sich innerhalb recht kurzer Zeit über 25 Millionen Mal und wird als der bestverkaufte Hardcover-Sachbuchtitel der amerikanischen Geschichte bezeichnet.


Dieses Buch wurde in Amerika von großen weltlichen Wirtschaftsunternehmen wie Coca-Cola und Walmart zur Schulung von Mitarbeitern eingesetzt und führte dazu, daß Rick Warren als einer der einflußreichsten Evangelikalen Einladungen vom Präsidenten der USA und von den Vereinten Nationen erhielt. Zahlreiche Gemeinden im deutschsprachigen Raum arbeiten dieses Buch in Kleingruppen systematisch durch, um ihre Mitglieder auf das neue Erfolgskonzept auszurichten.


Es ist offenkundig, daß die Lehren von Bill Hybels und Rick Warren erfolgreich sind - ihre Gemeinden gehören zu den zahlenmäßig größten in den USA. Sind diese Lehren aber auch biblisch gesund und dienen sie wirklich der Erbauung der wahren Gemeinde Jesu Christi? Ist der zahlenmäßige Erfolg auch ein Beweis dafür, daß der Segen Gottes auf ihnen liegt, wie es ihre Anhänger meinen?


Diese Broschüre wurde geschrieben, um bibeltreuen Gläubigen und Gemeinden eine gründliche und klare geistliche Bewertung dieser modernen Strömung zu ermöglichen. Sie berücksichtigt auch die bisherigen Stellungnahmen in deutscher Sprache, stützt sich aber vor allem auf eine Auswertung vieler englischsprachiger Quellen, die dem deutschen Leser nicht ohne weiteres zugänglich sind. Das Buch „Leben mit Vision“ wird hier beispielhaft behandelt, um deutlich zu machen, wohin die ganze neue Gemeindewachstumsrichtung führt.


Jeder Leser ist aufgerufen, die biblischen Argumente und die Fakten aufrichtig zur Kenntnis zu nehmen und sorgfältig zu prüfen und dann selbst zu einem geistlich begründeten Urteil zu kommen. In dem begrenzten Rahmen dieser Broschüre konnten die benutzten Quellen nicht ausführlich nachgewiesen werden (zitierte Bücher finden sich am Schluß im Literaturverzeichnis). Viele Dinge konnten leider nur kurz behandelt werden; der Verfasser hofft, dies in einer ausführlicheren Buchfassung mit dem Arbeitstitel Moderne Evangelikale auf dem breiten Weg gründlicher darstellen zu können.




A. Die moderne „Gemeindewachstumsbewegung“ und die wahre biblisch gegründete Gemeinde




1. Zur Geschichte der Gemeindewachstumsbewegung



Es ist für das Verständnis der Gemeindewachstumsbewegung wichtig, wenigstens kurz einige geschichtliche und geistliche Entwicklungen sowie einige Schlüsselpersonen zu erwähnen, die für die Entstehung und Ausrichtung dieser Bewegung eine entscheidende Rolle spielten.



1.1 Der Theoretiker des Gemeindewachstums: Donald McGavran


Die Ursprünge dieser Bewegung lassen sich auf die Mitte der 50er Jahre des 20. Jh. zurückführen. Damals veröffentlichte der ehemalige Missionar und Missionswissenschaftler Donald McGavran (1897-1990) sein einflußreiches Buch The Bridges of God („Die Brücken Gottes“) und legte dort seine Lehre von einem „gesunden Gemeindewachstum“ vor. Vereinfacht dargestellt lehrte McGavran, man müsse die Gemeindestruktur und Verkündigung der jeweiligen Kultur eines Volkes möglichst weitgehend anpassen und alles vermeiden, was es den Menschen erschwere, die Entscheidung für Jesus Christus zu treffen. Er lehrte, daß eine Gemeinde dann optimal wachsen würde, wenn sie eine einheitliche Zielgruppe hätte, die möglichst viel gemeinsam haben solle (z. B. nur eine Kaste oder Stammesgruppe). Außerdem empfahl er, statt auf die persönliche Entscheidung von Einzelnen auf die Bekehrung ganzer Stämme und Völker hinzuarbeiten, was mit einer unbiblische Vorstellung von Bekehrung verbunden war.


Vordergründig klingt vieles, was McGavran lehrte, vernünftig und akzeptabel. Aber im Endeffekt läuft seine Lehre darauf hinaus, die inspirierte Lehre der Apostel in den Briefen des NT als relativ und kulturbezogen anzusehen und das Evangelium auf eine verfälschende Weise an die jeweilige Kultur anzupassen, was der Missionsstrategie der katholischen Kirche entspricht und eine Vermischung mit dem Heidentum bewirkt. McGavran praktizierte damit eine verdeckte Bibelkritik (er war auch in einer immer liberaler werdenden Kirche, den „Disciples of Christ“, Missionar und studierte für kurze Zeit am ultraliberalen Union Theological Seminary) und führte die Maßstäbe der weltlichen Sozialwissenschaft ein, um die Wirksamkeit bestimmter Gemeindeaufbaumethoden zu bewerten. Er lehrte seine Schüler, die Methoden nicht mehr an der Lehre des NT auszurichten, sondern an dem, was am besten funktioniert (Pragmatismus). Durch die Vermischung der biblischen Lehre mit der Weisheit dieser Welt (d. h. der Wissenschaft) bewirkte er ein folgenschweres Abweichen von der gesunden Lehre der Bibel.



1.2 Der Sauerteig des modernen Evangelikalismus: Vermischung mit Bibelkritik und Charismatik, Welt und Ökumene


McGavran lehrte viele Jahre (1965-1990) am Fuller Theological Seminary, einer Hochschule, die eine Schlüsselrolle in der Ausbreitung des modernen Evangelikalismus spielte. Diese Strömung, in den USA auch neo-evangelicals genannt, entstand Ende der vierziger Jahre des 20. Jh., als Harold Ockenga, Carl Henry und andere Theologen sich von den biblischen „Fundamentalisten“ ihrer Zeit abgrenzten und einen neuen Kurs einschlugen.


Während die entschieden bibeltreuen Gläubigen den Auftrag von Judas 3 ernstnahmen und offensiv für den biblischen Glauben kämpften und sich auch klar von Liberaltheologie und Ökumene absonderten (2Kor 6,14-18), entschieden sich die modernen Männer für einen anderen Weg. Sie wollten nur noch eine „positive“ Botschaft verkündigen und die Absonderung und den Kampf gegen den theologischen Liberalismus aufgeben. Man strebte nach einer „Durchdringung“ und Beeinflussung der liberal gewordenen Kirchenverbände, nach einem „seriösen Dialog“ mit den Bibelkritikern und nach wissenschaftlicher Anerkennung von Seiten der Welt. Dazu kam eine Öffnung für das „soziale Evangelium“ der Liberalen, das von der Gemeinde politische und gesellschaftliche Aktivitäten zur Reform der Gesellschaft fordert.


Damit entstand eine folgenschwere Abweichung vom biblischen Glauben. Nach außen hin geben die modernen Evangelikalen immer noch ein Lippenbekenntnis zu den fundamentalen Wahrheiten des Glaubens ab, aber unterschwellig wird dieser Glaube ausgehöhlt durch eine unbiblische Umdeutung der Grundbegriffe und Lehren, durch Vermischung mit Charismatik, liberaler Bibelkritik, katholischen und esoterischen Irrlehren. Das Fuller Seminary z. B. rückte in den 60er Jahren offiziell von der Irrtumslosigkeit der Schrift ab und stellte sich damit zur „gemäßigten“ Bibelkritik, die seitdem den neuen Evangelikalismus überall durchsäuert. Später öffnete es sich der Charismatik und ist inzwischen eine Brutstätte aller möglichen Verführungen.


Die entstehende neu-evangelikale Strömung - bekannte Vertreter sind u. a. Billy Graham, Bill Bright und John Stott und Gruppen wie Campus für Christus, Inter-Varsity oder World Vision - vertrat scheinbar noch die biblischen Wahrheiten, aber sie kämpfte nicht mehr für sie und schloß Kompromisse mit allen Arten von Irrlehren. Insbesondere verbündete sie sich mit der Pfingst- und Charismatischen Bewegung, die in ihrem Dachverband, der National Association of Evangelicals, sehr stark vertreten war. In ihren Reihen hat die Irrlehre des „Dominionismus“ einen großen Einfluß, die besagt, es gebe kein wörtliches Tausendjähriges Reich, in dem Christus persönlich herrscht, sondern die Gemeinde müsse anstelle von Christus die Welt verändern und immer christlicher machen und das Reich Gottes ausüben und aufbauen, bis alle Welt christlich würde. Daneben wurde immer offener die ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und dem liberalen „Weltkirchenrat“ befürwortet und praktiziert.


1971 begann C. Peter Wagner (1930-), der früher Missionar in Bolivien war, am Fuller Theological Seminary über Gemeindewachstum zu lehren. Er hatte dort auch unter McGavran studiert und übernahm (ab 1981 als Leiter der Fakultät für Weltmission) das Erbe von McGavran als führende Autorität der Gemeindewachstumsbewegung. Wagner entwickelte sich zum Radikalcharismatiker, als er die rasch wachsenden charismatischen Gemeinden studierte. Er ist heute Befürworter der „Geistlichen Kriegsführung“ und der oberste Apostel der „Internationalen Koalition der Apostel“ und tritt für eine „Neue apostolische Reformation“ ein. Zugleich bleibt er einflußreich im Kreis der Gemeindewachstumsbewegung; er ist Gründungspräsident der „Amerikanischen Gesellschaft für Gemeindewachstum“ und spielt eine Rolle in der weltweiten „Lausanner Bewegung für Weltevangelisation“ Er arbeitete längere Zeit mit dem verführerischen Extremcharismatiker John Wimber zusammen und unterrichtete mit ihm ab 1982 einen „Zeichen und Wunder“-Kurs bei Fuller, der großen Einfluß hatte.



1.3 Der Pionier der modernen Mega-Gemeinde: Robert Schuller


Ein weiterer Mitbegründer der Gemeindewachstumsbewegung ist der bekannte US-Fernsehprediger Robert Schuller (1926-). Er begann 1955 in Kalifornien die Garden Grove Community Church, die zum Vorbild für die Großgemeinden späterer Gemeindegründer wurde. Aus kleinen Anfängen in einem drive-in-Kino wuchs diese Gemeinde bis auf etwa 9.000 Gottesdienstbesucher, die sich inzwischen in der berühmten Chrystal Cathedral treffen, einem auffälligen und prunkvollen Glasbau. 1969 begann Schuller mit dem „Robert-Schuller-Institut für erfolgreiche Gemeindeleiterschaft“ und vermittelte seither über Kurse seine Lehren über erfolgreiches Gemeindewachstum an eine große Zahl von Pastoren und Gemeindegründer weiter - u. a. an Bill Hybels und Rick Warren. Er war auch unter den ersten, die verkündeten, man müsse die christliche Botschaft verkaufen wie ein Händler seine Waren, nämlich nach modernen Marketinggrundsätzen, und der seine Gemeinde mit einem Einkaufszentrum verglich.


Die Lehren von Robert Schuller stehen in grundlegendem Gegensatz zur Lehre der Bibel. Schuller ist ein schlimmer Irrlehrer, der ein falsches, „positives“ Evangelium verbreitet, das dem biblischen völlig entgegengesetzt ist. Er lehrt, z. B. in seinem Buch Self-Esteem - The New Reformation, daß Jesus Christus nie jemanden Sünder genannt habe und daß es das Wesen der Sünde sei, seinen eigenen Selbstwert nicht zu erkennen. „Wiedergeburt“ bedeutet für ihn, von einem negativen zu einem positiven Weltbild verändert zu werden. Schuller lehrt, daß Gott der Vater aller Menschen sei und jeder Mensch ein Kind Gottes, auch wenn ihm das nicht bewußt sei. Er leugnet wesentliche biblische Lehren: die Erlösung durch das Blut Christi, Buße, Wiedergeburt. Sein „Gott“ ist ein falscher Gott, der Gott des „Positiven Denkens“, der auf Zaubereitechniken wie Visualisierung antwortet und niemanden verurteilt, sondern alle bedingungslos liebt und annimmt, wie sie sind. Sein Christus ist ein esoterischer falscher Christus, den er „den Idealen“ nennt, in dem „die Selbstwertschätzung Fleisch geworden ist“.


Schullers Lehren sind durchsetzt mit humanistischer Psychologie und esoterischen Theorien, die er besonders von Norman Vincent Peale übernahm, dem Vater der Irrlehre vom „Positiven Denken“, die dem New Age eng verwandt ist. Nach dieser Irrlehre erschafft der Mensch sich durch sein „positives Denken“ eine positive Wirklichkeit, weil angeblich seine Gedanken schöpferische, wirklichkeitsgestaltende Kraft hätten. Wie Schuller war auch der Hochgradfreimaurer Peale Pastor einer „christlichen“ Kirche, in Wahrheit aber ein okkulter Irrlehrer, der Antichristentum unter einer dünnen christlichen Hülle verkündigte. Schuller bezeichnet Peale offen als seinen wichtigsten Mentor und entwickelte dessen magische Lehre des „Positiven Denkens“ weiter zum „Denken in Möglichkeiten“. Er sprach von dem „großen Traum“, den Gott angeblich den Menschen gäbe und den sie mithilfe des „Denkens in Möglichkeiten“, der „Visualisierung“ und ähnlicher Okkulttechniken verwirklichen sollten (vgl. dazu das wichtige Buch von Dave Hunt, Okkulte Invasion).


Schuller beeinflußte die Gemeindewachstumsbewegung so entscheidend, daß er sich selbst als den eigentlichen Gründer dieser Bewegung bezeichnen kann. Sein Einfluß kam durch sein Buch Your Church has Real Possibilities („Deine Gemeinde hat wirkliche Möglichkeiten“), das u. a. auch Rick Warren und Bill Hybels stark prägte, sowie durch seine Kurse für Gemeindeleiter. Schuller brachte den jüngeren Gemeindeleitern bei, daß man, um Erfolg zu haben, seine Gemeinde als „Community Church“ bezeichnen solle (d. h. eine Gemeinde, die für die Stadt oder Stadtteile da ist, in denen sie angesiedelt ist), daß man als Grundlage für die Gestaltung der Gottesdienste Meinungsumfragen unter der nichtgläubigen Bevölkerung nehmen solle, und vor allem, daß man, um viele „Fernstehende“ anzuziehen, das falsche „positive Evangelium“ ohne Zorn Gottes und Gericht, ohne Sünde und Hölle predigen müsse, also nur positive, ermutigende, im praktischen Leben direkt anwendbare Botschaften. Von Schuller stammt das Erfolgsrezept der Mega-Gemeindegründer: find a need and fill it, find a hurt and heal it („Finde ein Bedürfnis und erfülle es, finde eine Verletzung und heile sie“).


Diese Lehren Schullers und die dahinterstehende magische Irrlehre vom „positiven Denken“ beeinflußten nachweisbar spätere Gemeindewachstumsexperten wie Bill Hybels und Rick Warren und fließen durch sie in die evangelikalen Kreise hinein. Daß ein solcher ausgesprochener Irrlehrer und Verführer wie Schuller von den tonangebenden neuen Evangelikalen (u. a. auch Billy Graham) angenommen und gefördert wird, zeigt eindrücklich, wie durchsäuert diese Strömung schon ist und wohin ihre Weigerung führt, sich von Irrlehren abzugrenzen und den Kampf für den Glauben zu führen. Auch C. Peter Wagner, Schlüsselfigur der Gemeindewachstumsbewegung, hat Schullers Lehrgang besucht und sagt darüber in seinem Vorwort Schullers Buch Your Church Has a Fantastic Future: „Es war eine Erfahrung, die mein Leben verändert hat“. Er bekennt: „Ich verdanke persönlich Robert Schuller vieles, was ich weiß und lehre. Ich besuche die Kristallkathedrale oft“ (S. 16).



1.4 Weltliche Managementlehren: Drucker, Blanchard, Buford & Barna


Ein weiterer bestimmender Einfluß auf die Gemeindewachstumsbewegung wurde von weltlichen sowie „christlichen“ Management- und Marketingexperten ausgeübt. Schon McGavran hatte den Einsatz moderner sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse für die „Verbesserung“ der Gemeindearbeit praktiziert; Schuller hatte Management- und Marketinggesichtspunkte in sein Gemeindekonzept einfließen lassen. Es war daher nur folgerichtig, daß die pragmatischen Leiter der „neuen Gemeinden“ offen waren für die Ratschläge weltlicher Fachleute, die ihnen zeigten, wie sie ihr „Produkt“ am besten an die „Kunden“ verkaufen und ihre „Firma“ so effektiv wie möglich leiten könnten. Umgekehrt gab es ein wachsendes Interesse führender Managementexperten an den modernen Gemeinden.


Peter Drucker, ein weltweit bekannter „Managementguru“ aus den USA, der mit seinen Lehren zahllose Top-Manager auf der ganzen Welt prägte und auch großen Einfluß in Politik und Wissenschaft hatte, beschäftigte sich gegen Ende seiner Karriere stark mit der christlichen Gemeinde. Nicht etwa, weil er ein gläubiger Christ wäre - Drucker war geprägt von weltlicher Weisheit und einem Denken, das auf die soziale Höherentwicklung der Menschheit und eine „neue Weltordnung“ zielt. Nach Druckers Überzeugung ist der „soziale Sektor“ als dritte Kraft neben dem politischen und wirtschaftlichen Sektor einer Gesellschaft von ausschlaggebender Bedeutung für den von ihm angestrebten „gesellschaftlichen Wandel“. Besonders den christlichen Gemeinden und Institutionen wies Drucker eine wichtige Rolle bei der Erreichung der nötigen Veränderungen („Transformation“) für das kommende Zeitalter zu. Deshalb beriet er christliche Leiter (u. a. Rick Warren) und vermittelte ihnen seine weltlichen Managementprinzipien.


Eine zwielichtige Schlüsselrolle bei der Durchdringung der Gemeindewachstumsbewegung mit weltlich-esoterischen Managementlehren spielt Druckers langjähriger Schüler und Freund Bob Buford, ein erfolgreicher Unternehmer, der sich als Christ bezeichnet und es sich zum Ziel gesetzt hat, weltliche Unternehmensprinzipien an christliche Leiter weiterzugeben. Er gründete die „Peter F. Drucker-Stiftung für gemeinnütziges Management“ sowie das „Leiterschafts-Netzwerk“, in dem er hochkarätige Management-Experten, Unternehmensberater und Futuristen mit christlichen Leitern zusammenbringt.


Dieses Netzwerk hat einen wichtigen Einfluß hinter den Kulissen ausgeübt und war laut Brian McLaren auch entscheidend an der Herausbildung der „Emerging-Church“-Bewegung beteiligt. Zu den Referenten beim Leadership Network gehören auch scheinchristliche Anhänger von New-Age-Lehren wie der Unternehmensberater Ken Blanchard oder Peter Senge. Neben Drucker und Buford spielt auch der christliche Marketing-Experte George Barna eine wichtige Rolle, der viele moderne Gemeindeleiter berät und mit seinen sozialwissenschaftlichen Umfragen und seinen Büchern (u. a. Marketing the Church - dt. etwa: „Wie man die Gemeinde erfolgreich auf dem Markt auftreten läßt“) den Einsatz von Managementprinzipien in der Gemeindewachstumsbewegung fördert und besonders die Methoden von „Willow Creek“ unterstützt.



1.5 Der charismatische Sauerteig: Yonggi Cho und die neuen Apostel


Die Gemeindewachstumsbewegung ist in verschiedener Weise stark von der Charismatischen Bewegung beeinflußt. Weltweit war der Extremcharismatiker Yonggi Cho aus Korea einer der Vorreiter der Gemeindewachstumsbewegung. Trotz seiner offenkundigen okkulten Irrlehren (Visualisierung, „Vierte Dimension“) wird er von vielen Gemeindeleitern geschätzt und besucht; die schiere Größe seiner „Yoido Full Gospel Church“ mit angeblich 800.000 Mitgliedern ist so anziehend, daß die Tatsache verleugnet wird, daß es sich hier nur um eine pseudochristliche Sekte handelt.


Einige der größten Gemeinden in den USA sind charismatisch (die größte US-Gemeinde ist nach vielen Quellen die „Lakewood Church“ in Houston mit dem extremcharismatischen Pastor Joel Osteen und etwa 30.000 Gottesdienstbesuchern). Einen deutlichen Einfluß übt auch die von C. Peter Wagner unterstützte Bewegung der „Neuen apostolischen Reformation“ aus, die extremcharismatische Lehren der „geistlichen Kriegsführung“ sowie die Unterordnung unter „neue Apostel“ mit einer „Vision und Autorität von Gott“ vertritt.


Das verführerische und schwarmgeistige Konzept der „Anbetung“ mit Pop- und Rockmusik und ekstatischem Erlebnisangebot gehört inzwischen zum Standard praktisch aller modernen „Mega-Gemeinden“. Die unbiblische Lehre, nach der „worship“ ein wirksames Mittel sei, um Ungläubige zu „gewinnen“ und Christen in ein Erlebnis der angeblichen „Gegenwart Gottes“ zu führen, wurde auch von Rick Warren, Bill Hybels und anderen übernommen, die nach außen hin nichtcharismatisch sind. Darüber hinaus sieht man bei Warren wie bei Hybels die Übernahme charismatischer Irrlehren; Hybels DIENST-Materialien etwa gehen von einem charismatischen Gabenverständnis aus.



1.6 Die Gemeindewachstumsbewegung und die „Emerging Church“


In den USA hat die Gemeindewachstumsbewegung einen rasch wachsenden Einfluß, nicht nur auf die vielen Gemeindepastoren und Gemeinden, die mit stagnierenden oder rückläufigen Besucher- und Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, sondern auf die Christenheit als Ganzes und darüber hinaus auch auf Gesellschaft und Politik. Die Zahl der „Mega-Gemeinden“ mit mehr als 2.000 wöchentlichen Besuchern wächst ständig; Wagner schätzt sie auf etwa 1.200. Es gibt eine ganze Reihe von Gemeinden, die mehr als 20.000 Gottesdienstbesucher zählen. Führende Leute aus dieser Bewegung gelten als Hoffnungsträger und geschätzte Sprecher der Christenheit - auch in den Augen der weltlichen Medien und Politiker.


Inzwischen ist aus der Gemeindewachstumsbewegung ein weiterer Zweig entstanden, die sogenannte „Emerging Church“ (dt. etwa: „die neu aufkommende Kirche“). Diese Strömung versteht sich als Vorhut der neu „aufkommenden“ oder „auftauchenden“ (engl. emerging) postmodernen Kirche oder Gemeinde des 21. Jahrhunderts. Sie ist geprägt vom Erbe der „Gemeindewachstumsbewegung“, von der sie sich allerdings in manchem auch abgrenzt. Der „Emerging-Church“-Strömung gehören zumeist jüngere, intellektuell geprägte Absolventen von Predigerseminaren an, die als Pastoren bzw. Gemeindegründer einen neuen Weg gehen wollen, um die „postmodernen“ Menschen, insbesondere die Generation der 16-30jährigen, anzusprechen. Dabei sind sie selbst von der postmodernen weltlichen Philosophie und Lebenshaltung geprägt. Sie haben zum Teil schon offen die Fundamente des biblischen Glaubens verlassen und sich für Meditation, New-Age-Lehren, Ökumene und andere Religionen geöffnet.


Die „Emerging-Church“-Gemeinden legen den Akzent nicht so stark auf zahlenmäßiges Wachstum, aber auch sie halten eine konsequente Anpassung an die Kultur und Denkweise ihrer postmodernen Zielgruppe für entscheidend. Das bedeutet Übernahme der weltlichen, gottlosen Pop- und Rockkultur, Einsatz von Videos, Tanz, Theater, moderner Kunst und Internet. Sie sind stark auf „Erfahrung“ und „Erlebnis“ ausgerichtet und meinen, Fernstehende vor allem durch das Erlebnis „authentischer Gemeinschaft“ erreichen zu können. Sie sind meist stark mystisch orientiert, d. h. sie suchen eine heidnisch geprägte religiöse Erfahrung der „Gegenwart Gottes“, die u. a. in Meditation und Stille erfahrbar sei. Sie greift in ihrer Praxis viele verführerische katholische Praktiken auf, so z. B. die Benutzung von Weihrauch, Kerzen und Bildern in den „Gottesdiensten“, bis hin zur Meditation und „Anbetung“ vor Ikonen. Zu den wichtigsten Vertretern in den USA gehören Brian McLaren, Dan Kimball, Erwin McManus und Leonard Sweet. (Vgl. zu diesem Thema die ESRA-Broschüre Wohin führt die Emerging-Church-Strömung?)


Die Entwicklung der Gemeindewachstumsbewegung in den USA hat seit über 10 Jahren direkte Einflüsse auch auf die Gemeindesituation in Europa und speziell den deutschsprachigen Raum. Die Großgemeinden von „Willow Creek“ und Saddleback gründeten weltweite Dienste, um die Lehren und Praktiken dieser Bewegung in die ganze Welt zu tragen. Beide geben an, weit über hunderttausend Gemeindeleiter und Mitarbeiter weltweit erreicht zu haben.


In Deutschland und der Schweiz hatten zum einen die abgefallenen protestantischen Großkirchen mit ihren rückläufigen Mitgliederzahlen Interesse an dem Modell, zum anderen einstmals mehr oder weniger biblisch orientierte Verbände wie BEFG (Baptisten), Freie Evangelische Gemeinden und die Gemeinschaftsbewegung sowie die Evangelische Allianz. Es gab eine ganze Zahl von „Leiterschaftskongressen“ mit Bill Hybels und Mitarbeitern, und die „Willow-Creek“-Literatur fand viel Interesse; von der deutschen Fassung des Rick-Warren-Buches „Leben mit Vision“ sind laut Verlag über 200.000 Exemplare verkauft worden.




2. Grundlegende Lehren und Praktiken der Gemeindewachstumsbewegung und die Lehre der Bibel



Nach Auffassung der Gemeindewachstumsbewegung geht es lediglich darum, das unveränderte biblische Evangelium den fernstehenden Menschen von heute mithilfe neuer Methoden und eines neuen Gemeindeverständnisses nahezubringen, weil sie scheinbar durch die „traditionellen“ Gemeinden und Evangelisationsbemühungen nicht mehr erreichbar seien. Die veränderten Zeiten zwingen angeblich dazu, die Botschaft des Evangeliums auf neue Weise zu vermitteln und das Gemeindeleben so umzugestalten, daß Fernstehende sich dort wohlfühlen und so zu Christus finden könnten. Dabei solle selbstverständlich der biblische Auftrag und die Grundlage der Gemeinde nicht angetastet werden. Aber wenn die evangelikalen Christen eine Zukunft haben wollten und nicht zur Bedeutungslosigkeit herabsinken wollten, müßten sie sich den Herausforderungen der neuen Zeit stellen. Wenn sie bei ihrem bisherigen Verständnis von Evangeliumsverkündigung und Gemeindebau stehen blieben, würden sie als verkrustete Traditionsgemeinden bald aussterben.


So werden die Lehren dieser Strömung als ein kreativer, zeitgemäßer Ansatz empfohlen, der scheinbar ganz im Rahmen des überlieferten biblischen Glaubens bleibt. Aber entsprechen sie wirklich der Lehre der Bibel? Wir wollen im folgenden die wichtigsten Grundsätze der Gemeindewachstumsbewegung skizzieren und bewerten. Das ist in diesem Rahmen nur verkürzt und verallgemeinert möglich, aber im Wesentlichen können wir folgende Grundzüge erkennen, die diese Bewegung prägen:



2.1 Die Bibel ist nicht mehr die verbindliche Richtschnur


Im Kern jeder Verführungsströmung finden wir ein Abweichen von der Heiligen Schrift als der geoffenbarten Wahrheit Gottes, die unser ganzes Denken und Handeln leiten soll. Die Lehrer der Gemeindewachstumsbewegung haben - wie allgemein die meisten modernen Evangelikalen - es vermieden, offen bibelkritische Aussagen zu machen. Aber in ihrer Lehre ist die Bibel nicht mehr das allein verbindliche Fundament. Es gilt der bibelkritische Grundsatz, die Bibel müsse mit dem modernen Denken verbunden und daran angepaßt werden - die Bibel und die weltliche Wissenschaft; die Bibel und die moderne Kultur seien maßgebend. Indirekt und teilweise auch direkt wird die Lehre der Apostel als etwas Zeitbedingtes, kulturell Relatives gedeutet. Das sieht man deutlich in der Frauenfrage, wo das biblische Verbot des Lehrens und Leitens (1Tim 2,11-13) offen verworfen wird, von den Geboten der Kopfbedeckung (1. Korinther 11) und des Schweigens (1. Korinther 14) gar nicht zu reden. Der „Willow Creek Association“ kann man nach Berichten nur beitreten, wenn man das Lehr- und Leitungsamt für Frauen ausdrücklich anerkennt!


Die moderne Gemeindewachstumsbewegung blendet - ganz im Einklang mit der größeren Strömung des modernen Evangelikalismus, zu der sie gehört - die inspirierte Lehre der Apostelbriefe in wesentlichen Bereichen aus, wo sie im Widerspruch zu ihrer Anpassung an die Grundsätze und Lebensweise der Welt stehen. Das betrifft grundlegend das Evangelium, das verkündigt wird, und aus dem wesentliche Aussagen des Römerbriefs über den Zorn und das Gericht Gottes, die völlige Verdorbenheit des Sünders, die Notwendigkeit einer klaren Buße und Unterwerfung unter Christus u. a. verfälscht und verwässert werden. Es betrifft die Lehre über das Leben des Christen, wo man z. B. nichts Klares über das Mitgekreuzigtsein mit Christus, die persönliche Heiligung und Absonderung von der Welt vermittelt; und schließlich die Lehre von der Gemeinde, wo solche wichtigen Themen wie die Heiligkeit der Gemeinde als der Braut des Christus und als des heiligen Tempels Gottes; die Absonderung der wahren Gemeinde von der Welt, der baldigen Entrückung der Gemeinde usw. kaum oder nur verzerrt dargestellt werden.


Die Gemeindewachstumsbewegung ist daher trotz gewisser Lippenbekenntnisse zur Bibel und zum evangelikalen Glauben im Grunde bibelkritisch. Sie hat sich dem Pragmatismus verschrieben, wie es Wilfried Plock in seinem Buch Gott ist nicht pragmatisch treffend beschreibt; d. h. sie richtet ihr Handeln nicht mehr konsequent an der Offenbarung der Bibel aus, sondern nach dem, was menschlich gesehen „wirkt“ und Erfolg verspricht. Sie hat die Grundlagen des biblischen Glaubens verlassen und driftet daher im Sog des endzeitlichen Glaubensabfalls immer weiter von biblischen Positionen weg.



2.2 Der Mensch und nicht Gott steht im Mittelpunkt des Gemeindelebens


Die Grundausrichtung der Gemeindewachstumsbewegung ist auf den modernen, ungläubigen Menschen gerichtet, dem es möglichst leicht gemacht werden soll, in die christliche Gemeinde zu kommen und dort „eine Beziehung zu Jesus Christus“ zu entwickeln. Entsprechend dem von McGavran formulierten Grundsatz soll es in der Gemeinde möglichst keine „kulturellen“ Hindernisse geben, die einen Ungläubigen abschrecken könnten. Das bedeutet die Aufgabe der herkömmlichen Sonntagsgottesdienste zugunsten von „besucherfreundlichen“ (engl. seeker-friendly) Veranstaltungen, die in vielem einer Fernsehshow ähneln: Laute Rock- und Popmusik von „Lobpreisbands“, z. T. Anspiele und Theaterstücke als „Einführung“ ins Predigtthema, Tanz, Bildshows und Bildmeditationen, Interviews und dann eine 20-Minuten-„Predigt“, durchsetzt mit Witzen, Anekdoten und Geschichten, die keineswegs das Bibelwort auslegen soll, sondern lebensnahe praktische Themen behandeln muß wie etwa „Wie kann ich den Berufsstreß verringern?“ oder „Vier Rezepte für eine gute Ehe“.


Außerdem soll sich die ganze Atmosphäre des Gemeindelebens auf die Unbekehrten ausrichten, damit sie sich „wohlfühlen“. Das bedeutet legere, weltlich-zuchtlose Kleidung, lockere Umgangsformen mit Witzen und betont formlosem Verhalten, Gestaltung der Gottesdiensträume nach dem Muster weltlicher Kongreßzentren, Hotels oder Kinos (tatsächlich treffen sich viele moderne Gemeinden in Kinos, Theatern und sogar Nachtclubs [Mosaic-Gemeinde] für ihre „Besuchergottesdienste“). Es darf nur kein Eindruck von Ehrfurcht, würdigem Ernst oder Heiligkeit entstehen, um die Leute nicht abzuschrecken. Lehre und Ermahnung müssen sorgfältig vermieden werden, ebenso lange Gebete. Alles soll zeitgemäß, locker und optimistisch wirken, um dem fernstehenden Besucher einen angenehmen Eindruck zu vermitteln, so daß er wiederkommen will.


Als Beweggrund für diese einschneidende Umprogrammierung biblisch geprägten Gemeindelebens geben die Gemeindewachstums-Experten an, man müsse die „Fernstehenden“ auf jede Weise erreichen und in die Gemeinden hineinlocken, damit sie dann dort das „Evangelium“ hören könnten. Das wird oft mit einem völlig falschen Bezug auf Paulus (1Kor 9) begründet; dabei wird jedoch verschwiegen, daß der biblische Auftrag zur Evangelisation lautet: „Geht hin“, nämlich dorthin, wo die Ungläubigen zu erreichen sind, und nicht „Holt sie herein“ in die Gemeinde! Das heißt natürlich nicht, daß es nicht auch Fälle geben könnte, wo Ungläubige in Gemeindeversammlungen kommen und dort angesprochen werden (vgl. 1Kor 14,24-25). Aber die Bibel lehrt ganz klar, daß die Versammlungen der Gemeinde der Anbetung Gottes und der Erbauung der Heiligen, der Kinder Gottes durch Lehre, Wortverkündigung und Ermahnung dienen und nicht in erster Linie der Verkündigung des Evangeliums an Ungläubige (vgl. u. a. 1Kor 14,1-5.12.22.26; Kol 3,16; 1Tim 4,6-16; 2Tim 4,1-4; Tit 1,9; 2,1.6-8.15).


Folgerichtig vertrauen die modernen Gemeindewachstumsanhänger auf menschliche Methoden und Lockmittel, um die Ungläubigen anzulocken, anstatt auf das Wirken des Heiligen Geistes und das Ziehen Gottes. Sie versuchen, den Besuchern eine „christlich“ dekorierte weltliche Unterhaltung zu bieten. Dabei setzen sie vor allem auf die verführerische, schwarmgeistig wirksame charismatische „Lobpreis“musik und weltliche Popmusik, die die Menschen wie eine Droge benebelt und manipulierbar macht. Auch andere weltliche Lockmittel werden eingesetzt: Videoclips, Konzerte mit „Stars“, Theaterstücke, Discotanz usw. Damit handeln sie im direkten Gegensatz zu den Worten des Apostels Paulus, der schreibt:


Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen [od. zu einer billigen Handelsware machen, um Gewinnes willen verkaufen], sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus. (2Kor 2,17)


… wir gehen nicht mit Hinterlist [od. mit schlauen Künsten] um und fälschen auch nicht das Wort Gottes [od. gebrauchen es als Lockmittel]; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. (2Kor 4,2)


Denn unsere Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch geschieht sie in listigem Betrug [od. mithilfe von Ködern/Lockmitteln]; sondern so wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch - nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. (1Thess 2,3-4)


Eine auf Menschen ausgerichtete Vermittlung der Botschaft mit menschlichen Mitteln und Tricks führt nach der Lehre der Apostel dazu, daß das Kreuz des Christus entkräftet bzw. seiner Wirksamkeit beraubt wird (1Kor 1,17). Sie leugnet, daß Gott selbst das vorbereitende Werk zu einer Bekehrung tun muß und daß dem klar und lauter verkündigten Wort Gottes eine wunderbare Kraft innewohnt, Menschen zur Buße und Bekehrung zu führen und sie so zu erretten. Sie handeln den Worten des Paulus direkt zuwider, der bekennt:


Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen (Röm 1,16)


Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen«. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch [ihre] Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben. Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, [verkündigen wir] Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. (1Kor 1,18-24)


Paulus zeigt hier, daß die wahre, biblische Evangeliumsverkündigung niemals dem bedürfnisorientierten Marketingansatz der modernen Prediger folgen kann. Paulus verkündigte eine Botschaft, von der er wußte, daß sie bei seinen beiden wichtigen „Zielgruppen“ eigentlich nicht „ankommen“ konnte. Er weigerte sich, das Ärgernis dieser Botschaft durch irgendwelche „Menschenweisheit“, also menschliche Tricks und Methoden, zu umgehen oder zu beseitigen. Er vertraute bei seiner Verkündigung allein auf die wirksame Kraft Gottes. Er wollte nicht große Erfolge sehen und massenhafte Bekehrungen durch menschliche Beeinflussung hervorbringen, sondern er verkündigte kompromißlos das göttliche Evangelium, damit die von Gott auserwählten, berufenen und vorbereiteten Menschen sich bekehren konnten.


So kann die Ausrichtung des Gemeindelebens auf die neuesten Trends der weltlichen Kultur und auf die Bedürfnisse des unbekehrten Sünders keine wirklichen geistgewirkten Bekehrungen hervorbringen, sondern im Regelfall bloße Scheinbekehrungen. Das echte Geisteswirken wird auf diesem Weg erstickt, und falsche Geister führen Gläubige wie Ungläubige in die Irre. Gleichzeitig wird auch das Gemeindeleben selbst pervertiert und auf eine menschliche, widergöttliche Ebene herabgezogen. Die Gemeinde wird entheiligt; sie ist nicht mehr der heilige Tempel des HERRN, sondern ein Kaufhaus (Joh 2,16). Sie ist nicht mehr eine dem Herrn geweihte Priesterschaft, sondern ein Team weltlicher Sozialarbeiter und Therapeuten, die die Sünder von ihren Problemen kurieren wollen.


Die Bibel lehrt dagegen klar, daß in der Gemeinde alles auf Gott und den Herrn Jesus Christus ausgerichtet sein muß, daß sie ein heiliges Priestertum ist, das berufen ist, Gott geistliche Opfer darzubringen (1Pt 2,5). In der Praxis bedeutet das, daß auch alles im Gemeindeleben an den heiligen Anweisungen in Gottes Wort, d. h. in erster Linie in der neutestamentlichen Apostellehre ausgerichtet sein muß. Gott steht im Mittelpunkt einer wahren biblischen Gemeinde und nicht der Mensch, schon gar nicht der unbekehrte Sünder. Die Gemeinde ist eine heilige Versammlung, ein heiliger Tempel Gottes, in dem Gottesfurcht und Zucht (1Tim 2,9; 2Tim 1,7; Tit 2,12), würdiger Ernst (Tit 2,7; Eph 5,3-4) und Weihung für den Herrn (Röm 12,1) das Zusammenkommen prägen sollen.



2.3 Es wird ein verfälschtes „positives Evangelium“ verkündet


Nicht nur das Gemeindeleben wird an den modernen Menschen angepaßt, sondern auch die Botschaft des Evangeliums. Allen Beteuerungen zum Trotz, man wolle den Inhalt des Evangeliums bewahren und nur die „Verpackung“ der heutigen Zeit anpassen, liegt der ganzen Strategie der Gemeindewachstumsbewegung ein verfälschtes, an den modernen Menschen angepaßtes Evangelium zugrunde, das nicht mehr das biblische Evangelium ist. Wohl klingt es in den Ohren oberflächlicher Zuhörer noch recht ähnlich wie die biblische Heilsbotschaft, aber es ist Entscheidendes weggelassen und Wesentliches verdreht worden. Doch weil diese Anpassung und Verwässerung schon seit Jahrzehnten von den meisten modernen Evangelikalen praktiziert wird (man denke nur an die „Vier geistlichen Gesetze“), fällt das heute nur wenigen Christen wirklich auf.


Das falsche menschenorientierte und „positive“ Evangelium verschweigt den unbekehrten Zuhörern all die „harten“ Wahrheiten, die ihnen unakzeptabel erscheinen und die sie veranlassen würden, der Gemeinde den Rücken zu kehren. Dafür bietet es ihnen schöne Legenden von einem nur gütigen, barmherzigen Gott, der sie angeblich voll bejaht und akzeptiert, wie sie sind, der sich über sie freut und einen wunderbaren Plan für ihr Leben hat, der will, daß es ihnen gut geht und sie erfolgreich sind. Man redet nicht (oder nicht klar genug) von der unendlichen Majestät und Heiligkeit Gottes, von Seiner unbestechlichen Gerechtigkeit, die jede Sünde strafen muß, von Seinem glühenden Zorn über alle Sünde und über alle Sünder, von der drohenden ewigen Verdammnis und dem ewigen Gericht der Hölle, des Feuersees. Es ist nicht die Rede davon, daß die Ungläubigen nicht nur Sünden getan haben, sondern in den Augen Gottes bis ins Innerste verdorbene, durch und durch unreine Sünder sind, an denen nichts Gutes ist, Rebellen, die Tod und Gericht verdient haben.


Man redet nur in sehr verwaschenen, unbiblischen Aussagen von dem Herrn Jesus Christus und Seinem Erlösungswerk am Kreuz. Es wird meist nicht klar gesagt, daß Er dort stellvertretend unsere ganze Schuld und Sünde trug, daß Ihn dort der gerechte Zorn Gottes traf, der uns sonst hätte treffen müssen, daß Er, der Heilige und Unschuldige, dort unermeßlich leiden mußte um unsretwillen. Oft wird das sühnende Blut des Christus nicht mehr klar als das einzige Lösegeld bezeugt, das uns vor der Verdammnis retten kann. Auch die unermeßliche Herrlichkeit und Heiligkeit Jesu Christi, Seine ewige Gottheit und Sein wahres Menschsein, Seine Jungfrauengeburt, Sein vollkommenes Sühnopfer, Seine leibliche Auferstehung und Himmelfahrt, Sein hohepriesterlicher Dienst vor Gott - all das wird oft nur noch in verschwommenen Formulierungen behandelt, die keine Abgrenzung zu den modernen, liberaltheologischen oder römisch-katholischen Verfälschungen des Evangeliums beinhalten und unterschiedlich gedeutet werden können.


Jesus Christus wird oft nicht mehr klar als Herr über alle und als kommender Richter verkündigt, sondern nur noch als sanfter Diener der Sünder. Auch die in der Bibel klar bezeugte Tatsache, daß Jesus Christus der einzige Weg und der einzige Retter für jeden Menschen auf der ganzen Welt ist, und daß alle heidnischen Religionen Götzendienst sind und ins Verderben führen, wird zumeist vorsichtig umgangen, wenn nicht sogar ganz verschwiegen.


Schließlich wird auch keine biblische Buße mehr verkündigt als die Voraussetzung für wirkliche Errettung. Es wird den Menschen verschwiegen, daß sie sich, um gerettet zu werden, klar und entschieden von ihren Sünden abkehren und der Herrschaft des Christus unterwerfen müssen. Anstatt die Sünde beim Namen zu nennen und ihre Abscheulichkeit in den Augen Gottes aufzudecken, die gerechten Gebote und Forderungen Gottes an den Menschen klar zu verkündigen und auf Überführung von Sünde hinzuwirken, wird den Sündern erklärt, sie müßten nur einfach „an Jesus glauben“ und Ihn „annehmen“. Zumeist werden sie in ein oberflächliches „Übergabegebet“ geführt, und dann wird ihnen erklärt, daß sie nun „Kinder Gottes“ seien und „eine Beziehung mit Jesus“ hätten.


Auf diese Weise macht man die Pforte so weit und den Weg so breit, daß große Scharen gemütlich darauf flanieren können, in der ehrlichen Überzeugung, sie seien auf dem Weg in den Himmel, während doch das Wort unseres Herrn auf ewig bestehen bleibt, das uns in Mt 7,13-15 bezeugt:


Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!


Viele heutige Gläubige lassen sich dadurch blenden, daß in dem falschen Evangelium der modernen Evangelikalen wie Bill Hybels oder Rick Warren noch Bruchstücke und Begriffe aus dem echten biblischen Evangelium vorkommen. Sie bemerken nicht, daß diese eingebettet sind in völlig unbiblische humanistische Aussagen und deshalb gar nicht mehr überführend und lebenszeugend wirken können. Zudem sind sie oftmals schon in einem liberalen Sinn umgedeutet: Die modernen Evangelikalen verwenden teilweise noch Begriffe wie „Sünde“, „Buße“ oder gar „Hölle“, aber sie verstehen etwas anderes darunter.


So sagte Billy Graham am 10. 4. 1983 dem Orlando Sentinel, er glaube, daß das Feuer der Hölle nicht wörtlich zu nehmen sei, sondern ein Sinnbild sei für den „brennenden Durst nach Gott“ bei den Verlorenen. Laut der Zeitschrift McCall's vom Januar 1978 sagte Graham in einem Interview: „Ich glaubte früher, die Heiden in fernen Ländern seien verloren, gingen zur Hölle, wenn ihnen nicht das Evangelium von Jesus Christus gepredigt würde. Ich glaube das nicht länger … Ich glaube, daß es andere Wege gibt, die Existenz Gottes zu erkennen, zum Beispiel durch die Natur, und deshalb auch viele andere Möglichkeiten, zu Gott ‚Ja' zu sagen.“


Das falsche „positive“ Evangelium bringt in Verbindung mit den menschlichen Werbe- und Überredungstechniken eine große Masse von ungläubigen, in der Finsternis befindlichen Sündern in die Gemeinde, die nun meinen, sie seien „wiedergeboren“, und die ihre weltliche Denkart, ihre fleischlichen Begierden (vornehm „Bedürfnisse“ genannt) in die Gemeinden „einbringen“.



2.4 Die heilige Gemeinde wird zur Weltförmigkeit und Anpassung an den sündigen Zeitgeist verleitet


Im Endeffekt ist die Frucht der „neuen Strategie“ der Gemeindewachstumsbewegung nicht etwa, daß die Welt wirklich zu Christus geführt würde und Verlorene zu echter Errettung kämen (obwohl letzteres in Ausnahmefällen tatsächlich geschehen mag), sondern die Gemeinde des Herrn wird durch sie verweltlicht und innerlich zerstört und verdorben. Die wahre Gemeinde ist nach der Heiligen Schrift aus der Welt herausgerufen und herausgerettet, um nun, unbefleckt von der Welt (Jak 1,27), als reine und heilige Braut für ihren himmlischen Bräutigam zu leben:


… gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so daß sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.

(Eph 5,25-27)


In der wahren Gemeinde hat der Geist der Welt nichts zu suchen; sie ist ein heiliger Tempel Gottes, ein Tempel des Heiligen Geistes, zu geistgewirktem, heiligem Gottesdienst berufen, und diesen kann sie nur ausüben, wenn sie sich nicht an die Welt anpaßt:


Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar ist, so laßt auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. (1Pt 2,4-5)


Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.

(1Kor 3,16-17)


Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Röm 12,1-2)


Durch die gezielte Anpassung an die Welt, durch die Einführung von dämonischer Pop- und Rockmusik, weltlichem Theater und weltlicher Lebensweise wird der heilige Tempel Gottes entweiht. Der Geist Gottes wird betrübt und zieht sich zurück; andere Geister (2Kor 11,4; 1Tim 4,1) übernehmen die Regie und treiben das Werk der Zerstörung und des Glaubensabfalls immer weiter voran. Die Braut wird zur Hure gemacht, die mit der Welt buhlt und zur Sklavin der Welt wird (Jes 1,21; Jer 2,20; Hes 16; Offb 17). Die Götzenbilder der Welt werden in der Gemeinde Gottes aufgestellt und angebetet. Die heilige Mauer der Absonderung ist niedergerissen.


Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes! (Jak 4,4)


Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. (1Joh 2,15-17)


Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? (2Kor 6,14-15)


Wir müssen also von der Schrift her schlußfolgern: Die verführerische Strategie der Gemeindewachstumsbewegung bringt kein echtes Gemeindewachstum, sondern vielmehr Verwüstung und Entartung über die Gemeinde Gottes. Sie untergräbt die Fundamente echter biblischer Gemeinde und führt zu einem krankhaften Krebswachstum. Diese selbsternannten „Gemeindebauer“ arbeiten nicht wirklich für den Herrn (obwohl sie das sicherlich meinen), sondern sie dienen im Endeffekt dem Verführer und Zerstörer beim Bau an der großen ökumenischen Weltkirche, der Hure Babylon. Diese Bewegung arbeitet jetzt schon weltförmig und ökumenisch, und ihre unbiblischen Grundsätze bereiten den Weg für noch offenere Einbindung in die Ökumene und die sich herausbildende „Kirche des Neuen Zeitalters“.


Diese Weltkirche hat in der Tat ein gewaltiges Wachstum vor sich; zu ihr strömen die Menschen in Scharen, weil sie dort nicht durch die enge Pforte wahrer Bekehrung müssen, sondern „so angenommen werden, wie sie sind“, nämlich sündig, unrein und rebellisch. Sie hören dort, daß der „Gott“ dieser Weltkirche sie bedingungslos liebt und annimmt und ihre Wege bejaht und segnet, ihnen Erfolg und Lebenserfüllung schenkt. Diese Hurenkirche wird von den Mächtigen der Welt beachtet und gefördert, sie wird in den Dienst der Welt genommen, um sie zu „erneuern“.

Fortsetzung folgt


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Rolf

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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 2




2.5 Durch eine falsche Reichgottes-Lehre wird die Gemeinde u einer „weltverändernden Kraft“ umfunktioniert

2.5 Durch eine falsche Reichgottes-Lehre wird die Gemeinde

zu einer „weltverändernden Kraft“ umfunktioniert


Es ist bezeichnend, daß innerhalb der Gemeindewachstumsbewegung eine Irrlehre mehr und mehr Einfluß gewinnt, die uralt ist und schon in der Vergangenheit wesentlich zur Entartung biblischer Gemeinden beigetragen hat. Es ist die Lehre des „Dominionismus“, die besagt, die Gemeinde sei berufen, hier und heute das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen, indem sie die ganze Welt mit christlichem Denken, christlicher Kultur und christlicher Politik prägt und sie sich schließlich ganz unterwirft. Diese Irrlehre ist in der Regel verbunden mit der Behauptung, Christus würde nicht selbst ein reales messianisches Friedensreich errichten, wie es doch die prophetischen Schriften des AT und des NT einhellig bezeugen.


Die Gemeinde hat demnach die Aufgabe, Christus eine christianisierte Welt zu übergeben, und damit auch die Vollmacht, über die Völker zu herrschen. Zumindest innerhalb der Charismatischen Bewegung (besonders der „Spätregenbewegung“ [latter rain movement]) ist diese Lehre verknüpft mit der Botschaft falscher Propheten von der „großen Endzeiterweckung“ sowie mit okkulten Irrlehren über die „geistliche Kriegsführung“, nach denen die Gemeinde das Reich und die Herrschaft über die Erde dem Satan und seinen Mächten durch Binden, Gebieten und Austreiben entreißen müsse. Das ist verbunden mit teilweise ziemlich rücksichtslosen Machtbestrebungen im politisch-gesellschaftlichen Bereich sowie mit massiver Machtausübung durch „gesalbte Leiter“ bzw. „Apostel“ innerhalb der Gemeinden (vor allem in der charismatischen Strömung der „Neuen Apostolischen Reformation“, die C. Peter Wagner propagiert).


In der Gemeindewachstumsbewegung und anderen modern-evangelikalen Kreisen äußert sich der Einfluß dieser Irrlehren oft eher verdeckt. Die Gemeinde sei berufen, einen entscheidenden Einfluß in der Welt auszuüben, sie zu „heilen“ und zum Guten zu verändern. Sie solle die Kultur der Welt prägen und als „Werkzeug der Veränderung“ (change agent) bzw. Katalysator dazu beitragen, daß eine neue, gerechtere Weltordnung entsteht. Das wird mit sozialen Aktionsprogrammen verbunden, von denen Rick Warrens P.E.A.C.E.-Plan nur einer ist. Diese Programme werden teilweise schon offen in Zusammenarbeit mit weltlichen Regierungen und Hilfsorganisationen sowie mit den antichristlichen Vereinten Nationen betrieben (vgl. die „Micha-Initiative“ der Weltweiten Evangelischen Allianz).


Hinter diesen neuen Initiativen und Lehren steht die Verleugnung der grundlegenden biblischen Wahrheit, daß die Welt sich so lange im Bösen befindet (1Joh 5,19), unter der Herrschaft des finsteren Fürsten dieser Welt und unheilbar mit Sünde, Not und Armut behaftet, bis der wahre Friedefürst und König selbst kommt, der Herr Jesus Christus, der vom Himmel her Gericht über alle Gottlosen übt und dann Sein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit aufrichtet. Hinter dem Dominionismus steckt der antichristliche Gedanke, daß Menschen auch ohne Christus Frieden und Gerechtigkeit schaffen und Armut und Krankheit überwinden könnten. Letztlich sind die modernen Evangelikalen bei dem verderblichen „sozialen Evangelium“ der liberalen, abgefallenen Weltkirchen (z. B. des „Ökumenischen Weltrats der Kirchen“) gelandet; nur die Verpackung sieht etwas anders aus, aber der Inhalt ist derselbe.


Wer aber dieser Irrlehre folgt, der baut nicht wahre Gemeinde Jesu Christi, sondern die Hure, die mit der gottlosen Welt Freundschaft geschlossen hat und selbst Teil der Welt geworden ist. So wirkte sich diese Irrlehre im 4. Jahrhundert aus, wo sie von Verführern wie Augustinus verbreitet wurde und zur Herausbildung der babylonischen Weltkirche beitrug, die sich mit den Mächtigen verbündete und danach trachtete, anstatt Christus über die ganze Welt zu herrschen und die Völker unter ihre Gewalt zu bringen. In der Endzeit aber wird diese Irrlehre eine ganz besondere Brisanz und Gefährlichkeit erlangen, denn die heutige Zeit ist die Zeit, in der immer deutlicher die Herrschaft des Antichristen über die ganze Welt vorbereitet wird.


Die Losung der antichristlichen Kräfte ist es, daß eine Lösung der globalen Probleme nur durch ein „neues Denken“, eine „neue Spiritualität“, eine weltweite religiöse Einheit und eine einheitliche Weltregierung zustandekommen könne. Dieser Ruf nach einer „neuen Weltordnung“ wird von verschiedenen einflußreichen Bewegungen vorgebracht, darunter sind die Freimaurer und das New Age, die katholische Kirche und die Vereinten Nationen.


Wenn sich Christen in diese Bestrebungen nach einer „neuen Weltordnung“, nach „Frieden und Sicherheit“ sowie „sozialer Gerechtigkeit“ einspannen lassen - und das geschieht durch die Irrlehre des Dominionismus - dann werden sie ganz fein und unmerklich in das „Netzwerk“ des Antichristen eingesponnen, der die christlichen Kirchen schon seit Jahrhunderten mit dem Sauerteig seiner Lehren und okkulten Praktiken unterwandert und beeinflußt (vgl. 1Joh 4,1-6). Sie meinen, sie seien „für Christus“; sie sind voller Aktivismus, die Welt „für Christus“ zu verbessern und zu „verchristlichen“ - und in Wahrheit dienen sie dem Antichristen als Deckmäntelchen für die Errichtung seiner betrügerischen Macht.


Die wahre Gemeinde dagegen ist sich dessen bewußt, daß sie diese böse gottlose Welt niemals verbessern oder christlich machen kann. Sie weiß sich von dem wahren Herrn Jesus Christus herausgerufen und herausgerettet aus dieser hoffnungslos verderbten Welt (Joh 15,18-19). Sie weiß, daß das Ende dieser Welt nicht „Reform“ und „Heilung“, sondern das unerbittliche Zorngericht Gottes ist (2Pt 3,1-18). Sie sondert sich ab von der Welt und bezeugt ihr durch ihr heiliges Leben und durch vollmächtige Evangeliumsverkündigung, daß nur in dem Herrn Jesus Christus Rettung und Verschonung vor dem kommenden Gericht ist. Das schließt nicht aus, daß sie in Verbindung mit der Evangeliumsverkündigung auch ungläubigen Menschen in Not hilft - aber sie macht das nicht zu einer Strategie der Weltverbesserung und geht dabei auch keine unzulässigen Bündnisse mit der Welt ein (vgl. 2Kor 6,14-18).







B. „Leben mit Vision“ - eine gezielte Kampagne

zur Veränderung von Christen und Gemeinden





Als eine besonders einflußreiche Stimme aus der Gemeindewachstumsbewegung soll nun das 2002 bei dem US-Verlag Zondervan erschienene Buch „Leben mit Vision“ von Rick Warren untersucht werden. Ich habe dieses Buch im englischen Original gelesen, in dem viele Aussagen noch schärfer hervortreten als in der deutschen Übersetzung, die in manchem beschönigt wurde. Der Originaltitel lautet „The Purpose-Driven Life“, was etwa übersetzt werden könnte: „Das zielorientierte/zweckbestimmte Leben“, oder auch: „Das von Zielvorgaben angetriebene Leben“.


In den folgenden Zitaten stammen die Anmerkungen in eckigen Klammern und die Hervorhebungen durch Unterstreichung grundsätzlich von mir. Seitenzahlen in runden Klammern beziehen sich normalerweise auf die US-Ausgabe (bei der deutschen steht „dt“ hinter der Seitenzahl).


Rick Warrens Buch hat einen hohen Anspruch. Der Umschlagtext des US-Verlages bezeichnet es als „einen Entwurf für das christliche Leben im 21. Jahrhundert - ein Lebensstil, der auf Gottes ewige Vorsätze gegründet ist und nicht auf kulturelle Werte. (…) Dies ist ein Buch voller Hoffnung und Herausforderung, das Sie immer wieder lesen werden, und es wird ein Klassiker werden, der von den künftigen Generationen hoch geschätzt sein wird.“ Bruce Wilkinson, Autor des Buches „Das Gebet des Jabez“, behauptet, dieses Buch werde „Millionen Menschen freisetzen, das Leben zu leben, für das sie auf diesen Planeten gebracht wurden“. Wir wollen geistlich und biblisch prüfen, ob es sich so verhält.







1. Mehr als ein Buch: eine gelenkte „spirituelle Reise“



Der Anfang von „Leben mit Vision“ lautet: „Dies ist mehr als ein Buch; es ist ein Reiseführer zu einer 40-tägigen spirituellen Reise [engl. spiritual journey], die Sie in die Lage versetzen wird, die Antwort auf die wichtigste Frage in Ihrem Leben zu entdecken: ‚Wozu in aller Welt bin ich eigentlich hier?' Am Ende dieser Reise werden Sie Gottes Ziel [purpose] für Ihr Leben kennen. Sie werden das Gesamtbild verstehen, wie die verschiedenen Teile Ihres Lebens zusammenpassen. Diese Perspektive wird Ihren Streß verringern, Ihre Entscheidungen vereinfachen [engl. simplify], Ihre Zufriedenheit erhöhen, und, am allerwichtigsten, wird Sie auf die Ewigkeit vorbereiten“ (9).


Rick Warren hat die Zielgruppe seines Buches bewußt weit gefaßt. Seine Einleitung zeigt, daß er es an alle am Sinn und Zweck ihres Lebens interessierten Menschen richtet, geistlich gesprochen also vor allem an Ungläubige („Kirchenferne“). Er knüpft geschickt an den Bedürfnissen („felt needs“) an, die durch Meinungsumfragen als besonders wichtig für den modernen Amerikaner bekannt sind. Dazu gehört vor allem die Verringerung von Streß, die Vereinfachung des als zu komplex empfundenen Lebens („simplify your life“) und erhöhte Zufriedenheit im Leben. Er verspricht ihnen genau das als Erfolgserlebnis, wenn sie seine spirituelle Reise mitmachen, und hängt noch ein religiöses Ziel an, das sehr vage formuliert ist: Sie würden dann auf die Ewigkeit vorbereitet sein. Zugleich weiß Warren, daß er auch viele gläubige Christen anspricht. Er erhebt den Anspruch, auch ihnen Gottes Ziel für ihr Leben zu enthüllen.


Warren vermittelt dem Leser auf eine raffinierte Weise den Eindruck, mit seinem Buch in besonderer Weise Gottes Werkzeug und Sprachrohr zu sein, wenn er ihn als erstes mit den Aussagen begrüßt: „Dieses Buch ist Ihnen gewidmet. Noch bevor Sie geboren wurden, hat Gott diesen Moment in Ihrem Leben geplant. Es ist kein Zufall, daß Sie dieses Buch in Händen halten. Gott sehnt sich danach, daß Sie das Leben entdecken, für das er Sie erschaffen hat - hier auf der Erde und in Ewigkeit“ (5). Hier wird das Buch zu einem besonderen Werkzeug in Gottes Plänen erklärt, und damit wird im Leser eine besondere Erwartung erzeugt - ein Kunstgriff der Beeinflussung, den man z. B. auch bei dem New-Age-Autor Neale D. Walsch findet: „Dieses Buch ist genau zum richtigen und vollkommenen Zeitpunkt in Ihr Leben gekommen … Alles geschieht in vollkommener Ordnung, und die Ankunft dieses Buches in Ihrem Leben ist keine Ausnahme“ (vgl. Smith, Deceived on Purpose, S. 13).


Auch der Schlüsselbegriff der „spirituellen Reise“ wird von New Age-Befürwortern vielfältig benutzt; in der Bibel dagegen finden wir ihn nicht. Im New Age bezeichnet er die Veränderungsprozesse, die zu einem „neuen Bewußtsein“ führen. Ohne daß er das klar sagt, fordert Warren seine Leser dazu auf, sich ihm als „spirituellem Reiseführer“ anzuvertrauen für eine von Warren sorgfältig geplante Reise, die aus 40 Tageslesungen besteht und dazu bestimmt ist, dem Leser eine „neue Perspektive“ für sein Leben zu vermitteln.


Der Eindruck der geschickten Steuerung verstärkt sich, wenn man am Ende der Einleitung einen „40-Tage-Vertrag“ sieht, den der Leser zusammen mit Rick Warren unterschreiben soll und mit dem er sich verpflichtet, die nächsten 40 Tage seines Lebens mit der Lektüre der 40 Lektionen von Rick Warren zu verbringen. Wer diese Selbstverpflichtung unterschreibt, hat sich in gewisser Weise der Beeinflussung seines „Mentors“ Warren ausgeliefert. Das wird im Englischen noch deutlicher sichtbar, wo diese Selbstverpflichtung überschrieben ist „My Covenant“ [mein Bund]. So etwas ist biblisch nicht zu rechtfertigen, bindet den Leser an Menschen und stellt das Buch letztlich höher als die Bibel selbst (die sicher nicht von allen Lesern Warrens täglich zur Hand genommen wird).


Um seiner „spirituellen Reise“ biblische Glaubwürdigkeit zu verleihen, behauptet Warren, „daß 40 Tage für Gott ein Zeitabschnitt mit großer geistlicher Bedeutung sind. Immer, wenn Gott jemanden für eine Aufgabe vorbereiten wollte, nahm er sich dafür 40 Tage Zeit“ (9). Hier wird nun zum ersten Mal offenbar, was sich durch das ganze Buch hindurchzieht: Rick Warren deutet biblische Aussagen oft recht willkürlich so um, daß sie scheinbar seine Argumente unterstützen (vgl. weitere Beispiele auf S. 34-35 dieser Schrift). Als Belege führt Warren u. a. an:


- „Noahs Leben wurde durch 40 Tage Regen verändert“. Das läßt sich von der Bibel überhaupt nicht belegen. Noah war schon zuvor gottesfürchtig und gläubig, ein Prediger der Gerechtigkeit. Er wartete nicht nur 40 Tage, sondern über 150 Tage lang und dann noch einmal 150 Tage, bis die Wasser der Flut versiegt waren und Gott Seine Verheißung erfüllte. Nirgends deutet die Bibel an, er sei hierbei „verändert“ worden.


- „Die Kundschafter Israels veränderten sich durch die 40 Tage im verheißenen Land“. Das ist eine biblisch überhaupt nicht beweisbare Behauptung. In den 40 Tagen zeigte sich im Gegenteil, mit welcher Herzenshaltung die Kundschafter schon in das Land hineingegangen waren. Josua und Kaleb waren in der Haltung des Glaubens hingegangen, die übrigen Kundschafter aber mit einem bösen Herzen des Unglaubens. Ihre Berichte spiegelten nur wider, was schon vorher in ihrem Herzen war.


- „Elia bekam durch eine einzige Mahlzeit Kraft für 40 Tage und wurde dadurch verändert.“ Auch das ist biblisch nicht belegbar. Über die Zeit der Wanderschaft zum Berg Horeb sagt die Schrift nichts weiter, und es ist blanke Spekulation, daß Elia dadurch verändert worden wäre. Seine Klage vor dem Herrn zeigt, daß er noch ganz gefangen war von seiner Niederlage gegen Isebel.


- „Jesus wurde durch 40 Tage in der Wüste für seinen Dienst bevollmächtigt“. Diese Aussage ist nicht nur falsch; sie zeugt von einer ausgesprochen unbiblischen Auffassung von dem Herrn Jesus Christus. Die Bibel sagt, daß der Herr vom Geist Gottes in die Wüste geführt wurde, „damit er vom Teufel versucht würde“, nicht, damit er „bevollmächtigt“ würde (Mt 4,1). Angesichts der Vollkommenheit und Gottheit Jesu Christi ist die Vorstellung, er hätte es nötig gehabt, durch die 40 Tage Fasten eine besondere „Vollmacht“ zu erhalten, verkehrt und zeugt von einer falschen Lehre von Christus, wie man sie auch in pfingstlerischen und charismatischen Kreisen vielfach findet.


Insgesamt finden wir bei nüchterner Betrachtung, daß Warren seine Behauptung, Gott habe sich immer (!), wenn er jemanden für eine Aufgabe vorbereiten wolle, 40 Tage Zeit genommen, überhaupt nicht überzeugend aus der Bibel ableiten kann. Sie dient aber dazu, beim Leser die irreführende Erwartung zu wecken, daß Gott ihn nun ebenfalls durch die 40 Tage „Leben mit Vision“ „für eine Aufgabe vorbereiten will“, und zwar gleichgültig, ob er gläubig oder ungläubig ist. Warren lockt ihn, sich auf das Buch „einzulassen“ und es zu seinem eigenen zu machen, mit der Zusicherung, das sei eine „kluge Investition“. Er macht ihm die kühne Versprechung: „Die nächsten 40 Tage werden Ihr Leben umgestalten.“ (Die dt. Übersetzung schwächt dieses „positive Bekenntnis“ ab in „können ihr Leben verändern“.)


Das ist im Grunde ein unehrliches Versprechen, denn die bloße Kenntnis von Gottes Zielen für mein Leben ändert in meinem Leben gar nichts, wenn es nicht zur Bekehrung und Wiedergeburt kommt. Aber Warren praktiziert hier das viel empfohlene Prinzip der neuen Evangelikalen, den Fernstehenden vor Augen zu stellen, was die Bibel und das Evangelium für Vorteile für sie hat. Und die vielen gläubigen Leser seines Buches? Sie müßten, wenn sie die Bibel aufmerksam lesen, längst mehr und Tieferes über Gottes Ziele und Absichten für ihr Leben wissen, als ihnen Warren bieten könnte - selbst wenn seine stark verkürzte und vereinfachte Darstellung mit der Bibel übereinstimmen würde, was sie nicht tut.




2. Das moderne „positive“ Evangelium von Rick Warren



Nachdem „Leben mit Vision“ vorwiegend an „Fernstehende“ und damit biblisch gesehen an ungläubige, in geistlicher Finsternis befindliche Sünder gerichtet ist, erwartet der gläubige Leser zunächst, daß in dem Buch das Evangelium von Jesus Christus vermittelt wird, damit suchende, verlorene Menschen zu Christus geführt werden. Warren hat offenkundig die ersten sieben Tageslesungen seines Buches als eine Art „Hinführung zum Glauben“ gestaltet, so wie er es versteht. Aber vermitteln sie wirklich das biblische Evangelium?


Wenn wir uns die Grundzüge des echten Evangeliums vor Augen halten (vgl. eine Zusammenfassung in meiner Schrift „Pro Christ“ oder biblische Evangelisation?), dann fällt beim Lesen von „Leben mit Vision“ rasch auf, daß viele wesentliche Aussagen der Bibel in den Ausführungen Warrens ganz fehlen bzw. nur bis zur Unkenntlichkeit verändert und umgedeutet vorkommen. Natürlich begegnen wir immer wieder zutreffenden Aussagen, die der klassischen bibeltreuen Verkündigung entnommen sind. Aber sie werden durch menschengefällige Verfälschungen verwässert bzw. umgedeutet, so daß im Gesamten nur ein Zerrbild des echten biblischen Evangeliums herauskommt, eine künstlich für den modernen Menschen aufbereitete „positive“ Botschaft ohne die „negativen“, „angstmachenden“, das „Selbstwertgefühl“ beleidigenden Aussagen, die in der Bibel eine zentrale Rolle spielen.


Daß das „Evangelium nach Warren“ und überhaupt das „Evangelium“ der modernen Evangelikalen sehr weit von biblischer Evangeliumsverkündigung entfernt ist, zeigt sich, wenn wir uns die Aussagen des Apostels Paulus über seinen Dienst am Evangelium noch einmal vor Augen halten (vgl. S. 10-11 in dieser Schrift):


Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen [od. zu einer billigen Handelsware machen], sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus. (2Kor 2,17)


… wir gehen nicht mit Hinterlist [od. mit schlauen Künsten] um und fälschen auch nicht das Wort Gottes [od. gebrauchen es als Lockmittel]; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist ... (2Kor 4,2-5)


Es gab offenkundig schon damals „christliche“ Verkündiger, die erkannten, daß das klare biblische Evangelium eine zweischneidige, unpopuläre Botschaft ist, die bei Juden wie Heiden natürlicherweise Ablehnung hervorrufen mußte. Während der wahre Bote Paulus dennoch das Evangelium unverkürzt und klar verkündete, im Vertrauen auf Gottes Kraft, paßten diese Leute die Botschaft an die Menschen an und benutzten menschliche Lockmittel und Köder, um besser „anzukommen“. Paulus stellt solche Verfälschungen der Botschaft bloß und zeigt uns die heilige Verantwortung, die unverkürzte Heilsbotschaft Gottes lauter und in der Verantwortung vor Gott zu verkündigen, ganz gleich wie abstoßend sie für die Menschen sein mag.


Dahinter steht die biblische Wahrheit, daß nicht alle Menschen sich erretten lassen, sondern daß im Endeffekt nur eine kleine Minderheit, die Auserwählten und Berufenen, durch Gottes Gnadenwirken bewegt werden, das Evangelium anzunehmen (vgl. u. a. 1Kor 1,24-31; 2Kor 2,14-16; 2Kor 4,1-6; Joh 6,37-45). Im biblischen Evangelium gibt es eine enge Pforte, weil es den Menschen im schonungslosen Licht Gottes zeigt und einen Rettungsweg weist, der den Menschen und sein stolzes Eigenwirken ausschließt und die Demütigung und Bankrotterklärung des Sünders fordert. Deshalb hat unser Herr gelehrt: Es sprach aber einer zu ihm: Herr, sind es wenige, die errettet werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht können (Lk 13,23-24).


Genau hier entlarvt sich das falsche Evangelium der modernen Evangelikalen wie Bill Bright, Ulrich Parzany oder Rick Warren, das wesentliche Aussagen der Bibel unterschlägt oder beschönigt, damit die Botschaft dem modernen Menschen angenehm wird. Diese Leute meinen, sie könnten viele ins Reich Gottes hineinbringen, wenn sie die Pforte breiter machen und das Ärgernis des Kreuzes beschönigen und abmildern. Aber hinter der breiten Pforte geht es auf dem breiten Weg weiter, und der führt ins Verderben (Mt 7,14).


Rick Warren hat den modernen Machbarkeitswahn in bezug auf das Evangelium in seinem Buch „Kirche mit Vision“ so formuliert: „Es ist meine tiefe Überzeugung, daß jeder Mensch für Christus gewonnen werden kann, wenn Sie den Schlüssel zu seinem Herzen finden“ (208 dt). Aus diesem völlig unbiblischen Gedanken heraus (vgl. noch einmal 2Kor 2,14-16 und 2Kor 4,1-6!) folgt die Logik, daß dies mit einer von anstößigen biblischen Aussagen gereinigten „positiven“ Botschaft am besten geschehen kann. Wenn die Leute sich „bekehrt“ haben, dann ist es immer noch Zeit, mit ihnen über „das Kleingedruckte“ zu reden… So finden wir auch auf den Seiten, auf denen Warren die Leser zu einer „Entscheidung für Jesus“ überreden will, schwerwiegende Verkürzungen und Verfälschungen der biblischen Wahrheit.



2.1 Eine verfälschte Darstellung des heiligen Gottes

und des sündigen Menschen


Rick Warren verkündigt den wahren Gott nicht in biblischer Weise als den allmächtigen Herrscher über alles, nicht als den heiligen, hoch erhabenen Gott, der allein weise ist und der zu fürchten ist, auch nicht als den Richter aller Geschöpfe, als ein verzehrendes Feuer. Warrens Verkündigung stellt Gott im Endeffekt als einen liebevollen, toleranten Schöpfer des Menschen dar, der es gut mit dem Menschen meint und wunderbare Absichten mit ihm hat. Das ist eine humanistische Verzerrung und Verfälschung dessen, was die Heilige Schrift über den wahren Gott offenbart.


Der Leser von „Leben mit Vision“ lernt den wahren Gott nicht kennen, denn „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis“ (Spr 1,7). Damit wird durch die Hintertür, trotz gegenteiliger Behauptungen, doch wieder der Mensch zum Maß aller Dinge: Von Gott darf nur noch das ausgesagt werden, was dem modernen Menschen positiv und angenehm und ermutigend erscheint. Dann kann man sich sicher sein, daß der fernstehende Mensch auch positiv reagiert. Doch damit ist er bloß religiös geworden und immer noch so verloren wie zuvor!


** Gott wird einseitig und verzerrt so dargestellt, als sei Er nur annehmende, bedingungslose Liebe. Dem Ungläubigen wird erzählt, was in der Bibel nur für den Gläubigen gilt: „Ihr Leben hat tiefe Bedeutung!“ (25); „Sie wurden geplant, um Gott zu gefallen. In dem Augenblick, als Sie in diese Welt geboren wurden, war Gott als unsichtbarer Zeuge dabei, und er lächelte bei Ihrer Geburt. Er wollte, daß Sie leben, und Ihre Ankunft gab ihm große Freude“ (63). „Er möchte, daß Sie das Leben genießen“ (64). „Sie leben, um Gott zum Lächeln zu bringen“ (67 dt). „Gott möchte Ihr Freund sein … Der allmächtige Gott sehnt sich danach, Ihr Freund zu sein!“ (85). Dagegen wird die Gottesfurcht als etwas Überholtes bezeichnet, das im Alten Testament zu finden war (86).

Nirgends wird vom Zorn Gottes über alle Sünder, von der verzehrenden Heiligkeit Gottes oder von dem Ernst Seines Gerichts gesprochen. Warrens „Gott“ ist nicht der Gott der Bibel, sondern eine Verfälschung, was sich z. B. in dem verfälschten Bibelzitat von Eph 4,6 äußert: „Er [Gott] regiert alle Dinge und ist überall und ist in allen Dingen“ (so das engl. Original: and is in everything - 88). Das ist eine Irrlehre, die auch vom New Age verbreitet wird!


** Das Gericht Gottes wird verharmlosend dargestellt: „Eines Tages werden Sie vor Gott stehen, und er wird eine Buchprüfung [audit; in der dt. Übers. weggelassen] Ihres Lebens vornehmen, eine Abschlußprüfung, bevor Sie in die Ewigkeit eintreten“ (34). Warren vermeidet es sorgsam, darüber zu sprechen, daß es darum geht, ob der Leser die Ewigkeit in der himmlischen Herrlichkeit oder im Feuer der Hölle zubringen wird. Der Begriff „Hölle“ wird kaum erwähnt, und dann mit der abgeschwächten, nicht der biblischen Lehre entsprechenden Erklärung versehen: „dann werden Sie die Ewigkeit für immer getrennt von Gott zubringen“ (37). Die Hölle ist aber mehr als nur eine „Trennung von Gott“ (die für viele Sünder ja durchaus erstrebenswert ist).


Warrens „Gott“ stellt nur höfliche Fragen: „Was hast du mit meinem Sohn, Jesus Christus, gemacht? … hast du angenommen, was Jesus für Dich tat und hast Du gelernt, ihn zu lieben und ihm zu vertrauen?“ und „Was hast du mit dem gemacht, was ich dir gegeben habe?“ Der Ernst dieses Gerichts wird unverantwortlich verharmlost, wenn Warren schreibt: „Glücklicherweise hat Gott ein großes Interesse daran, daß wir an diesem Tag vor ihm bestehen können. Deshalb gibt er uns die Prüfungsfragen schon im voraus.“ Das bestärkt den Leser in der tödlichen Illusion, es sei schon nicht so ernst und schlimm mit dem Gericht Gottes, und man könne diese „Prüfung“ auch ohne ernstliche Buße und Bekehrung bestehen.


Ähnlich geht die ernste Bedeutung der Bekehrung in diesem Leben verloren, wenn Warren in völlig unbiblischen Begriffen schreibt: „Dieses Leben ist nicht alles. Das Leben auf der Erde ist nur die Generalprobe für die eigentliche Aufführung. Sie werden weit mehr Zeit auf der anderen Seite des Todes - in der Ewigkeit - verbringen als in dieser Welt. Die Erde ist die Vorschule, die Probevorstellung für das Leben in der Ewigkeit. Es ist das Training vor dem eigentlichen Spiel, die Aufwärmrunde, bevor das Rennen beginnt. Dieses Leben ist die Vorbereitung für das nächste“ (36). Das wirkt eher verharmlosend und entspricht der Lehre der Bibel in keiner Weise. Wenn man in der „Generalprobe“ gepatzt hat, kann man in der eigentlichen Aufführung ja immer noch alles gut machen. Den Ernst des ewigen Lebens mit einem Schauspiel zu vergleichen, zeugt schon von Leichtfertigkeit. Derselbe Irrtum wird mit dem Gedanken der „Vorschule“ und des „Trainings“ verbunden. Der biblische Ernst der Ewigkeit, wie wir ihn im Wort Gottes finden, wird bei Warren bedenklich abgeschwächt.


** Der sündige Mensch wird in einem völlig unbiblischen positiven Licht dargestellt, ganz im Sinne des falschen Evangeliums vom Selbstwert, das Warren von seinem Lehrmeister Robert Schuller gehört hat. Er redet davon, daß alle Menschen - nicht nur Gläubige - teilweise das Ebenbild Gottes tragen. „Aber dieses Ebenbild ist unvollständig, wurde beschädigt und von der Sünde entstellt“ (172). Hier erwähnt er nur eine Seite der biblischen Wahrheit. die andere Seite ist die tiefgehende Verderbnis des Menschen durch die Sünde (vgl. u. a. Röm 3,9-20; Röm 7,14-25; Eph 2,1-3; Eph 4,17-19), die dazu führt, daß der Herr Jesus zu den Juden sagen mußte: „Ihr habt den Teufel zum Vater“ (Joh 8,44). Warrens Darstellung bringt eine Verharmlosung der Sündenverderbnis des gefallenen Geschöpfs Mensch mit sich, ganz im Sinne der katholischen Irrlehre, die, im Gegensatz zu Röm 7,18 durchaus Gutes im Menschen sieht.


Dementsprechend behauptet Warren auch, alle Fähigkeiten eines Menschen könnten „ein Lächeln auf Gottes Gesicht bringen“ (74), und behauptet: „Jedesmal, wenn Sie irgendeinen Teil Ihrer selbst ablehnen, lehnen Sie die Weisheit und Souveränität Gottes ab, der Sie geschaffen hat“ (75); „Sie wurden als ein besonderer Gegenstand von Gottes Liebe geschaffen!“ (24). All das stärkt unterschwellig die „Selbstwertgefühle“ des Lesers und wiegt ihn in Illusionen über seine Sündhaftigkeit. Es gibt vieles an uns, was wir sehr wohl ablehnen, verwerfen und in den Tod geben müssen, weil es durch die Sünde verdorben ist (vgl. Mt 18,8-9; Kol 3,5-8)! Aber Warren läßt seine Leser ohnehin völlig im Unklaren darüber, was Sünde bedeutet. Wenn er klare, biblisch fundierte Worte gesagt hätte über die verdorbene, rebellische und eigensüchtige Sündennatur des Menschen, über die Bosheit solcher Sünden wie Geldgier, Lüge, Hurerei (vorehelicher Geschlechtsverkehr), Ehescheidung oder Machtmißbrauch, dann wäre sein Buch kein solcher Bestseller geworden.






2.2 Menschliche Psychologie statt biblischer Wahrheit


Was Warrens Buch seinen Lesern an solider biblischer Auslegung und Botschaft unterschlägt, das wird aufgefüllt mit humanistischer Psychologie. Dabei müssen wir uns bewußt machen, daß alles humanistische Gedankengut (d. h. ein Denken, das das Gute im Menschen und die Fähigkeit des Menschen zur Selbstverbesserung behauptet) letztlich widergöttlich und antichristlich ist, besonders die Psychologie (als Lehre von der Selbstheilung der Seele durch menschliche Methoden und heidnische Spiritualität). Man kann sie keinesfalls, wie es heute häufig im modernen Evangelikalismus geschieht, mit einer biblischen Botschaft vereinbaren oder vermischen. Genau das tut Warren aber immer wieder in seinem Buch. Er sagt zwar am Anfang durchaus richtig: „Es geht nicht um Sie“ (17 dt), aber in den folgenden Ausführungen geht es doch immer wieder um die Vorteile, die der Mensch bekommt, wenn er „für Gott lebt“.


Am 3. Tag stellt Warren die Frage „Was treibt Ihr Leben an?“ (27). Jeder, der in seinem „Lebensmanagement“ erfolgreicher werden will, muß sich einer Selbstprüfung unterziehen, um kräftezehrende und Mißerfolge erzeugende Fehlorientierungen aufzuspüren und zu beseitigen. So gehen das die „Lebenshilfebücher“ an, und genauso geht auch Warren vor. Er beginnt mit einem psychologischen Allgemeinplatz: „Jeder Mensch wird durch irgend etwas angetrieben“ (27). Nun müßte man eigentlich erwarten, daß Warren, der ja beansprucht, Gottes Offenbarung in der Bibel als Grundlage für seine Ausführungen zu nehmen, darauf zu sprechen kommt, wovon der natürliche Mensch wirklich getrieben wird: von der Sünde und den Begierden des Fleisches!


Denn zu diesen gehören die, welche sich in die Häuser einschleichen und die leichtfertigen Frauen einfangen, welche mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben werden (…) (2Tim 3,6)


Denn auch wir waren einst unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebten in Bosheit und Neid, verhaßt und einander hassend. (Tit 3,3)


… unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Eph 2,3)


Aber davon ist nicht die Rede. Warren erwähnt als die fünf wichtigsten Triebkräfte des Lebens zunächst die „Schuld“, wobei er Schuldgefühle meint. Er geht jedoch nicht darauf ein, daß bei jedem Menschen reale Sünde und damit Schuld vor Gott die Ursache für Schuldgefühle ist. Dagegen stellt er in der Psychologensprache fest: „Von Schuld getriebene Menschen werden von ihren Erinnerungen manipuliert [!]. Sie bestrafen sich unbewusst oft selbst, indem sie ihren eigenen Erfolg sabotieren“ (27 dt). Genau aus diesem Grund will der weltliche „Erfolgsmensch“ seine lästigen Schuldgefühle gerne loswerden.


Warren erwähnt zwar am Beispiel Kains, daß dessen Schuld ihn von der „Gegenwart Gottes“ (nicht auch völlig von Gott selbst?) trennte und ihn zu einem ziellosen Umherirren auf der Erde führte, aber er versäumt es, dem Leser klar zu sagen, daß seine persönlichen Sünden ihn selbst völlig von dem heiligen Gott trennen und daß er verlorengeht, wenn er diese Schuld nicht unter dem Kreuz loswird. Nein, er betont als Frucht der Sünde lediglich die Sinn- und Ziellosigkeit des Lebens auf der Erde und nicht etwa deren ewige Konsequenzen.


Als weitere Antriebskräfte nennt Warren „Wut und Bitterkeit“, „Angst“, „Materielle Wünsche“ und „das Bedürfnis nach Anerkennung“. Das sind humanistisch-psychologische Nebelbegriffe, die die biblische Diagnose verdunkeln und den Menschen in seinem Selbstbetrug gefangen lassen, statt ihn durch Verkündigung der biblischen Wahrheit freizumachen. Statt auf die böse sündige Natur des Menschen als Wurzel für solche Erscheinungsformen einzugehen, behandelt Warren diese Dinge in der Art weltlicher Psychologen: Wut und Bitterkeit sind „wenig hilfreich und auch alles andere als gesund“. „Groll und Bitterkeit schaden Ihnen selbst viel mehr als der Person, gegen die sie sich richten“. Sein Psycho-Rat ist, den Schmerz „durch Vergebung loszulassen“ (28).


Auch Angst wird allein psychologisch erklärt und eingeordnet: „Menschen, die durch Furcht bestimmt werden, verpassen oft die Möglichkeiten, die das Leben ihnen bietet, weil sie Angst haben, etwas zu wagen“ (29). Auch Materialismus wird nicht etwa als Götzendienst und schwere Sünde dargestellt, wie es die Bibel tut, sondern nur als ein Mißverständnis: „Selbst-Wert und Netto-Wert [der Geldwert, der sich aus den Einkünften und Besitztümern eines Menschen ergibt] sind nicht dasselbe“ (29). Das „Bedürfnis nach Anerkennung“, ein typischer Psychologenbegriff, wird ebenfalls nicht biblisch auf Hochmut und Ichsucht zurückgeführt, sondern es wird nur erklärt, daß man von anderen kontrolliert wird und Mißerfolg erleidet, wenn man sich davon bestimmen läßt (30).


An anderer Stelle schreibt Warren: „Die Art und Weise, wie Sie Ihr Leben sehen, formt Ihr Leben. Wie Sie Ihr Leben definieren, bestimmt Ihr Schicksal [so das Original]“ (41, im Dt. beschönigt). Dahinter stecken heidnische Irrlehren von der bestimmenden Kraft des Denkens bzw. der „Macht des positiven Denkens“, wie sie von Norman Vincent Peale, Robert Schuller und vielen Charismatikern in die Gemeinde getragen worden sind. Dazu führt Warren einen Ausspruch der unzüchtigen und gottlosen, von der Psychoanalyse geprägten Schriftstellerin Anaïs Nin an: „Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie wir sind.“ Dann fragt er die Leser, wie sie ihr Leben in einem Bild darstellen würden, welches Bild in ihrem Bewußtsein aufsteigen würde, und bezeichnet dieses Bild als die „Lebensmetapher“ des Lesers. „Was ist Ihr Bild vom Leben? Vielleicht bauen Sie Ihr Leben auf einer falschen Lebensmetapher auf. Wenn Sie Gottes Ziel für Ihr Leben erreichen wollen, müssen Sie herkömmliche menschliche Weisheit hinterfragen und durch biblische Lebensbilder ersetzen“ (42).


Als nächsten Schritt in seinem unbiblischen „positiven Überredungsprogramm“ stellt Warren dem ungläubigen Leser die fünf „Vorteile eines sinn- und zielorientierten [purpose-driven] Lebens“ vor (31). Auch das geschieht in einer psychologischen, auf den erfolgs- und erfüllungsbedürftigen Leser zugeschnittenen Art und Weise, die zutiefst unbiblisch ist, auch wenn sie gelegentlich Bibelzitate einbezieht. Sein Vorgehen entspricht der von Schuller und anderen „neuen Evangelikalen“ befürworteten Methode, ein „positives, gesundes Evangelium“ zu predigen, das dem Ungläubigen lediglich die Vorteile eines Lebens mit Christus vorstellt, anstatt sein Selbstwertgefühl durch Reden über Sünde und Gericht anzugreifen.


Die Vermischung biblischer Aussagen mit weltlich-humanistischer Psychologie ist tödlich für das Evangelium. Sie verhindert wirkliche Überführung des Menschen von seiner Sündhaftigkeit und Verdorbenheit vor dem heiligen Gott. Ein solchermaßen verfälschtes Evangelium, wie es nicht nur Warren, sondern auch ungezählte andere moderne Evangelikale verkünden, bringt in aller Regel keine Wiedergeburten hervor, sondern unechte, weltliche, selbstsüchtige „Christen“ ohne den Heiligen Geist, ohne Heiligung und geistliche Gesinnung.



2.3 Eine Verfälschung von Buße und Glauben


Warren war sich ja bewußt, daß sehr viele seiner Leser Fernstehende sein würden. Vermittelt er ihnen auf biblisch gegründete Weise die Notwendigkeit einer Bekehrung und Buße sowie des Glaubens an Jesus Christus? Leider ist das überhaupt nicht der Fall. Warrens Ausführungen zeigen einen falschen Weg zur Errettung auf, einen für die Menschen künstlich verbreiterten Weg, der sie ins Verderben führt. Was bei Warren fehlt bzw. verfälscht wird, läßt sich so zusammenfassen:


** Warren verwässert den biblischen Ruf zu Buße und Bekehrung, d. h. einer grundlegenden Herzensumkehr zu Gott, zu einem bloßen, oberflächlichen „Umdenken“ ohne klaren Bruch mit der Welt und dem alten Sündenleben, ohne klare Unterwerfung unter Gott und Sein Wort.


** Warren verschweigt die Kosten einer echten Bekehrung (Lk 14,26-34), d. h. die Preisgabe des seelischen Eigenlebens (Denn wer sein Leben [od. seine Seele] retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden - Mt 16,25), die Unterwerfung unter Christus und die Hingabe (einschließlich Besitz, Begabungen, Ehren in der Welt) an den Herrn. Die von ihm verkündete „Übergabe“ ist bloß seelisch und nicht biblisch.


** Warren verfälscht den biblischen Glauben zu einer oberflächlichen, schnellen „Entscheidung“, an Christus zu glauben und Ihn anzunehmen, indem er den Glauben von Buße und Bekehrung ablöst und zu einem bloßen Fürwahrhalten und Annehmen macht.


Warren äußert zwar immer wieder durchaus richtige einzelne Aussagen, vermittelt seinem Leser aber überhaupt nicht, daß es einer radikalen Buße und klaren Bekehrung bedarf, wenn jemand ewiges Leben empfangen will. Stattdessen verwendet er Formulierungen, die ein allmähliches Hineinwachsen in den Glauben als Weg vorgeben: „Wenn Sie es lernen, Gottes Sohn, Jesus, zu lieben und ihm zu vertrauen, dann werden Sie eingeladen, den Rest der Ewigkeit mit ihm zu verbringen“ (37).


Hier ist nicht davon die Rede, daß es einen klaren Wendepunkt, eine Entscheidung der Abkehr von der Sünde und der Unterwerfung unter Christus geben muß, um zur Wiedergeburt zu kommen. Auch ist biblischer, rettender Glaube an Christus etwas grundlegend anderes als das „Vertrauen“, auf das sich Warren bezieht. Folgerichtig verschweigt Warren den Lesern die Kosten des wahren Glaubens an Christus - nämlich den Verlust des Eigenlebens:


Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? (Mt 16,24-26)


Bei Warren liest man oberflächliche Aussagen wie diese: „Wenn Sie sich entscheiden, den Rest Ihres Lebens zur Ehre Gottes zu leben, wird das Folgen für Ihre Prioritäten, Ihren Terminkalender, Ihre Beziehungen und für alles andere haben. Manchmal wird es bedeuten, daß Sie den schweren statt den leichten Weg gehen“ (56). „Es ist Zeit, diese Frage zu klären. Für wen werden Sie Ihr Leben leben - für sich selbst oder für Gott? (…) Gott lädt Sie jetzt ein, für sich selbst und zu seiner Ehre zu leben, indem Sie seine Absichten [purposes] für Ihr Leben verfolgen“ (57). An einer Stelle sagt Warren: „Unser Handeln in diesem Leben bestimmt unser Schicksal im ewigen Leben“ (40). Das klingt wie das katholische Werksevangelium.


Es ist bezeichnend für das moderne „Evangelium des Selbstwerts“, daß Warren den Aufruf, zu Christus zu kommen, nicht vorrangig mit dem Empfang der Sündenvergebung und der ewigen Errettung begründet, wie es in der Bibel geschieht, sondern mit einem „positiven Ziel“, das den Menschen nicht als „verdorbenen Sünder“ erscheinen läßt, sondern als respektierten Mitarbeiter Gottes, auf den später einmal Anerkennung, Beförderung und ein Fest warten. Der Herr Jesus selbst hat aber den Auftrag der Evangeliumsverkündigung so zusammengefaßt: „So steht es geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon!“ (Lk 24,46-48).


Wenn das Zorngericht Gottes über alle Sünder aus dem Evangelium ausgeblendet wird, erscheint alles Weitere in einem unwirklichen, verkehrten Zusammenhang. Es kommt so heraus, als lade ein toleranter Gott den Sünder freundlich ein, doch ihm zu dienen und zu seiner Ehre zu leben, und so nebenbei könne auch seine Schuldfrage geklärt werden. Der Sünder wählt diesen Weg, weil es der für sein persönliches Leben sinnvollste und erfüllendste von allen ist.


Es fällt bei Warren auf, daß nicht der Herr Jesus Christus auf biblische Weise verkündigt wird; es ist fast überall nur von „Jesus“ oder „Christus“ oder „Jesus Christus“ die Rede. Das echte Evangelium verkündigt und bezeichnet den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes aber als den Herrn! Letztlich wird von Warren und gleichgesinnten Predigern wie Bill Hybels u. a. ein anderer, ökumenischer „Jesus“ und „Christus“ verkündigt, nicht mehr der biblische Herr.


Nun leitet Warren den fernstehenden Leser zu einer „Übergabe“ nach der Art moderner evangelikaler Verkündigung an:


„Wenn Sie sich nicht sicher sind, daß Sie das schon getan haben, müssen Sie nichts weiter tun, als aufzunehmen und zu glauben: ‚Allen, die ihn aufnahmen, die an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden'. Werden Sie Gottes Angebot annehmen? Erstens: Glauben Sie! Glauben Sie, daß Gott Sie liebt und daß er Sie für seine Zwecke erschaffen hat. Glauben Sie, daß Sie kein Zufall sind. Glauben Sie, daß Sie erschaffen wurden, um ewig zu existieren. Glauben Sie, daß Gott Sie für eine Beziehung zu seinem Sohn Jesus Christus erschaffen hat, der für Sie am Kreuz gestorben ist. Glauben Sie daran, daß Gott Ihnen vergeben will, egal, was Sie getan haben. Zweitens: Nehmen Sie auf! Nehmen Sie Jesus in Ihr Leben auf als ihren Herrn und Erlöser. Empfangen Sie seine Vergebung für Ihre Sünden. Empfangen Sie seinen Geist, der Ihnen die Kraft geben wird, Ihren Lebenszweck zu erfüllen. In der Bibel steht: ‚Wer den Sohn annimmt und ihm vertraut, bekommt alles, das vollständige Leben für immer' [Joh 3,36 nach The Message]. Egal, wo Sie diese Zeilen lesen: Ich lade Sie ein, Ihren Kopf zu neigen und still das Gebet zu sprechen, das Ihre Ewigkeit verändern wird: ‚Jesus, ich glaube an dich und ich nehme dich auf.' Tun Sie es jetzt! - Wenn Sie dieses Gebet ernst gemeint haben, herzlichen Glückwunsch! Willkommen in der Familie Gottes. Sie sind jetzt bereit, Gottes Ziel für Ihr Leben zu entdecken, und danach zu leben“ (58/59).


Wenn wir diese „Darstellung des Evangeliums“ im Licht des Wortes Gottes betrachten, dann wird daraus deutlich, weshalb die moderne Verkündigung in der Regel nicht Wiedergeburten, sondern geistliche Totgeburten hervorbringt, scheinbekehrte Menschen, die meinen, nun „wiedergeborene Christen“ zu sein, und denen doch das Leben von oben und der Heilige Geist fehlt. Hier werden Menschen zu einer „Beziehung mit Jesus Christus“ überredet und durch Darstellung aller Vorteile dazu gedrängt, ein scheinbar magisch wirksames Gebet zu sprechen, das sie in den Himmel bringen soll.


Aber ihnen wurden wesentliche Elemente des biblischen Evangeliums vorenthalten. Ihre Sünden wurden nicht beim Namen genannt; es wurde auch nicht deutlich gesagt, was die Konsequenzen eines unbußfertigen Weiterlebens in der Sünde sind. Ebensowenig wurde wirklich der Preis der Nachfolge Christi und des Lebens als Christ klar benannt, so daß die Leser die Kosten überschlagen konnten, wozu der Herr diejenigen aufforderte, die sich für Ihn entscheiden wollten. Ihnen wurde Jesus Christus nicht als der Herr verkündigt; es wurde nicht gesagt, was es bedeutet, sich Seiner Herrschaft ganz zu unterstellen - daß nämlich dann die Selbstherrschaft und der Eigenwille aufhört. Nun werden sie kurz überredet: Empfangen Sie Jesus als ihren Herrn und Erlöser!


Viele werden dieses Gebet sprechen; es kostet sie ja nichts, und die Wirkung ist, nach dem, was Warren verspricht, überwältigend: es wird ihre Ewigkeit verändern. Welcher Jesus wird hier angesprochen? Ihnen wurde jedenfalls nicht das echte Evangelium von Christus, dem Gekreuzigten verkündet (vgl. 1Kor 1,17-2,5). Von dem Gekreuzigten war nur ganz am Rande die Rede, in einem Teilsatz. Was bedeutet für die Leser von Warrens Botschaft die Formel: „ich glaube an dich“? Konnten die unbiblische, von Psychologie durchsäuerten Ausführungen Warrens im Leser echten rettenden Glauben wecken? Wenn wir Paulus ernst nehmen, dann gewißlich nicht:


(…) denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. (…) So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch. Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft. (1Kor 1,17; 2,1-5)


Der fernstehende Leser wurde in diesem Buch zu einer „Entscheidung“ überredet und damit letztlich um das echte Heil und den echten Herrn betrogen. Nun meint er, er sei Christ, weil der das „Übergabegebet“ gesprochen habe. Natürlich meint er, er habe dies „aufrichtig“ getan. Sein nach wie vor bestehender Unglaube, seine Sündenverstrickung, seine Rebellion gegen Gott sind ja auch durch Warrens „benutzerfreundliche“ Verkündigung nicht aufgedeckt, sondern fromm zugedeckt worden. Und Warren bestärkt ihn in dieser unheimlichen Täuschung, indem er ihm gratuliert und ihn als neues Glied in der „Familie Gottes“ anspricht!


Es ist bezeichnend, daß innerhalb der Gemeindewachstumsbewegung eine Irrlehre mehr und mehr Einfluß gewinnt, die uralt ist und schon in der Vergangenheit wesentlich zur Entartung biblischer Gemeinden beigetragen hat. Es ist die Lehre des „Dominionismus“, die besagt, die Gemeinde sei berufen, hier und heute das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen, indem sie die ganze Welt mit christlichem Denken, christlicher Kultur und christlicher Politik prägt und sie sich schließlich ganz unterwirft. Diese Irrlehre ist in der Regel verbunden mit der Behauptung, Christus würde nicht selbst ein reales messianisches Friedensreich errichten, wie es doch die prophetischen Schriften des AT und des NT einhellig bezeugen.


Die Gemeinde hat demnach die Aufgabe, Christus eine christianisierte Welt zu übergeben, und damit auch die Vollmacht, über die Völker zu herrschen. Zumindest innerhalb der Charismatischen Bewegung (besonders der „Spätregenbewegung“ [latter rain movement]) ist diese Lehre verknüpft mit der Botschaft falscher Propheten von der „großen Endzeiterweckung“ sowie mit okkulten Irrlehren über die „geistliche Kriegsführung“, nach denen die Gemeinde das Reich und die Herrschaft über die Erde dem Satan und seinen Mächten durch Binden, Gebieten und Austreiben entreißen müsse. Das ist verbunden mit teilweise ziemlich rücksichtslosen Machtbestrebungen im politisch-gesellschaftlichen Bereich sowie mit massiver Machtausübung durch „gesalbte Leiter“ bzw. „Apostel“ innerhalb der Gemeinden (vor allem in der charismatischen Strömung der „Neuen Apostolischen Reformation“, die C. Peter Wagner propagiert).


In der Gemeindewachstumsbewegung und anderen modern-evangelikalen Kreisen äußert sich der Einfluß dieser Irrlehren oft eher verdeckt. Die Gemeinde sei berufen, einen entscheidenden Einfluß in der Welt auszuüben, sie zu „heilen“ und zum Guten zu verändern. Sie solle die Kultur der Welt prägen und als „Werkzeug der Veränderung“ (change agent) bzw. Katalysator dazu beitragen, daß eine neue, gerechtere Weltordnung entsteht. Das wird mit sozialen Aktionsprogrammen verbunden, von denen Rick Warrens P.E.A.C.E.-Plan nur einer ist. Diese Programme werden teilweise schon offen in Zusammenarbeit mit weltlichen Regierungen und Hilfsorganisationen sowie mit den antichristlichen Vereinten Nationen betrieben (vgl. die „Micha-Initiative“ der Weltweiten Evangelischen Allianz).


Hinter diesen neuen Initiativen und Lehren steht die Verleugnung der grundlegenden biblischen Wahrheit, daß die Welt sich so lange im Bösen befindet (1Joh 5,19), unter der Herrschaft des finsteren Fürsten dieser Welt und unheilbar mit Sünde, Not und Armut behaftet, bis der wahre Friedefürst und König selbst kommt, der Herr Jesus Christus, der vom Himmel her Gericht über alle Gottlosen übt und dann Sein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit aufrichtet. Hinter dem Dominionismus steckt der antichristliche Gedanke, daß Menschen auch ohne Christus Frieden und Gerechtigkeit schaffen und Armut und Krankheit überwinden könnten. Letztlich sind die modernen Evangelikalen bei dem verderblichen „sozialen Evangelium“ der liberalen, abgefallenen Weltkirchen (z. B. des „Ökumenischen Weltrats der Kirchen“) gelandet; nur die Verpackung sieht etwas anders aus, aber der Inhalt ist derselbe.


Wer aber dieser Irrlehre folgt, der baut nicht wahre Gemeinde Jesu Christi, sondern die Hure, die mit der gottlosen Welt Freundschaft geschlossen hat und selbst Teil der Welt geworden ist. So wirkte sich diese Irrlehre im 4. Jahrhundert aus, wo sie von Verführern wie Augustinus verbreitet wurde und zur Herausbildung der babylonischen Weltkirche beitrug, die sich mit den Mächtigen verbündete und danach trachtete, anstatt Christus über die ganze Welt zu herrschen und die Völker unter ihre Gewalt zu bringen. In der Endzeit aber wird diese Irrlehre eine ganz besondere Brisanz und Gefährlichkeit erlangen, denn die heutige Zeit ist die Zeit, in der immer deutlicher die Herrschaft des Antichristen über die ganze Welt vorbereitet wird.


Die Losung der antichristlichen Kräfte ist es, daß eine Lösung der globalen Probleme nur durch ein „neues Denken“, eine „neue Spiritualität“, eine weltweite religiöse Einheit und eine einheitliche Weltregierung zustandekommen könne. Dieser Ruf nach einer „neuen Weltordnung“ wird von verschiedenen einflußreichen Bewegungen vorgebracht, darunter sind die Freimaurer und das New Age, die katholische Kirche und die Vereinten Nationen.


Wenn sich Christen in diese Bestrebungen nach einer „neuen Weltordnung“, nach „Frieden und Sicherheit“ sowie „sozialer Gerechtigkeit“ einspannen lassen - und das geschieht durch die Irrlehre des Dominionismus - dann werden sie ganz fein und unmerklich in das „Netzwerk“ des Antichristen eingesponnen, der die christlichen Kirchen schon seit Jahrhunderten mit dem Sauerteig seiner Lehren und okkulten Praktiken unterwandert und beeinflußt (vgl. 1Joh 4,1-6). Sie meinen, sie seien „für Christus“; sie sind voller Aktivismus, die Welt „für Christus“ zu verbessern und zu „verchristlichen“ - und in Wahrheit dienen sie dem Antichristen als Deckmäntelchen für die Errichtung seiner betrügerischen Macht.


Die wahre Gemeinde dagegen ist sich dessen bewußt, daß sie diese böse gottlose Welt niemals verbessern oder christlich machen kann. Sie weiß sich von dem wahren Herrn Jesus Christus herausgerufen und herausgerettet aus dieser hoffnungslos verderbten Welt (Joh 15,18-19). Sie weiß, daß das Ende dieser Welt nicht „Reform“ und „Heilung“, sondern das unerbittliche Zorngericht Gottes ist (2Pt 3,1-18). Sie sondert sich ab von der Welt und bezeugt ihr durch ihr heiliges Leben und durch vollmächtige Evangeliumsverkündigung, daß nur in dem Herrn Jesus Christus Rettung und Verschonung vor dem kommenden Gericht ist. Das schließt nicht aus, daß sie in Verbindung mit der Evangeliumsverkündigung auch ungläubigen Menschen in Not hilft - aber sie macht das nicht zu einer Strategie der Weltverbesserung und geht dabei auch keine unzulässigen Bündnisse mit der Welt ein (vgl. 2Kor 6,14-18).



B. „Leben mit Vision“ - eine gezielte Kampagne zur Veränderung von Christen und Gemeinden


Als eine besonders einflußreiche Stimme aus der Gemeindewachstumsbewegung soll nun das 2002 bei dem US-Verlag Zondervan erschienene Buch „Leben mit Vision“ von Rick Warren untersucht werden. Ich habe dieses Buch im englischen Original gelesen, in dem viele Aussagen noch schärfer hervortreten als in der deutschen Übersetzung, die in manchem beschönigt wurde. Der Originaltitel lautet „The Purpose-Driven Life“, was etwa übersetzt werden könnte: „Das zielorientierte/zweckbestimmte Leben“, oder auch: „Das von Zielvorgaben angetriebene Leben“.


In den folgenden Zitaten stammen die Anmerkungen in eckigen Klammern und die Hervorhebungen durch Unterstreichung grundsätzlich von mir. Seitenzahlen in runden Klammern beziehen sich normalerweise auf die US-Ausgabe (bei der deutschen steht „dt“ hinter der Seitenzahl).


Rick Warrens Buch hat einen hohen Anspruch. Der Umschlagtext des US-Verlages bezeichnet es als „einen Entwurf für das christliche Leben im 21. Jahrhundert - ein Lebensstil, der auf Gottes ewige Vorsätze gegründet ist und nicht auf kulturelle Werte. (…) Dies ist ein Buch voller Hoffnung und Herausforderung, das Sie immer wieder lesen werden, und es wird ein Klassiker werden, der von den künftigen Generationen hoch geschätzt sein wird.“ Bruce Wilkinson, Autor des Buches „Das Gebet des Jabez“, behauptet, dieses Buch werde „Millionen Menschen freisetzen, das Leben zu leben, für das sie auf diesen Planeten gebracht wurden“. Wir wollen geistlich und biblisch prüfen, ob es sich so verhält.



1. Mehr als ein Buch: eine gelenkte „spirituelle Reise“


Der Anfang von „Leben mit Vision“ lautet: „Dies ist mehr als ein Buch; es ist ein Reiseführer zu einer 40-tägigen spirituellen Reise [engl. spiritual journey], die Sie in die Lage versetzen wird, die Antwort auf die wichtigste Frage in Ihrem Leben zu entdecken: ‚Wozu in aller Welt bin ich eigentlich hier?' Am Ende dieser Reise werden Sie Gottes Ziel [purpose] für Ihr Leben kennen. Sie werden das Gesamtbild verstehen, wie die verschiedenen Teile Ihres Lebens zusammenpassen. Diese Perspektive wird Ihren Streß verringern, Ihre Entscheidungen vereinfachen [engl. simplify], Ihre Zufriedenheit erhöhen, und, am allerwichtigsten, wird Sie auf die Ewigkeit vorbereiten“ (9).


Rick Warren hat die Zielgruppe seines Buches bewußt weit gefaßt. Seine Einleitung zeigt, daß er es an alle am Sinn und Zweck ihres Lebens interessierten Menschen richtet, geistlich gesprochen also vor allem an Ungläubige („Kirchenferne“). Er knüpft geschickt an den Bedürfnissen („felt needs“) an, die durch Meinungsumfragen als besonders wichtig für den modernen Amerikaner bekannt sind. Dazu gehört vor allem die Verringerung von Streß, die Vereinfachung des als zu komplex empfundenen Lebens („simplify your life“) und erhöhte Zufriedenheit im Leben. Er verspricht ihnen genau das als Erfolgserlebnis, wenn sie seine spirituelle Reise mitmachen, und hängt noch ein religiöses Ziel an, das sehr vage formuliert ist: Sie würden dann auf die Ewigkeit vorbereitet sein. Zugleich weiß Warren, daß er auch viele gläubige Christen anspricht. Er erhebt den Anspruch, auch ihnen Gottes Ziel für ihr Leben zu enthüllen.


Warren vermittelt dem Leser auf eine raffinierte Weise den Eindruck, mit seinem Buch in besonderer Weise Gottes Werkzeug und Sprachrohr zu sein, wenn er ihn als erstes mit den Aussagen begrüßt: „Dieses Buch ist Ihnen gewidmet. Noch bevor Sie geboren wurden, hat Gott diesen Moment in Ihrem Leben geplant. Es ist kein Zufall, daß Sie dieses Buch in Händen halten. Gott sehnt sich danach, daß Sie das Leben entdecken, für das er Sie erschaffen hat - hier auf der Erde und in Ewigkeit“ (5). Hier wird das Buch zu einem besonderen Werkzeug in Gottes Plänen erklärt, und damit wird im Leser eine besondere Erwartung erzeugt - ein Kunstgriff der Beeinflussung, den man z. B. auch bei dem New-Age-Autor Neale D. Walsch findet: „Dieses Buch ist genau zum richtigen und vollkommenen Zeitpunkt in Ihr Leben gekommen … Alles geschieht in vollkommener Ordnung, und die Ankunft dieses Buches in Ihrem Leben ist keine Ausnahme“ (vgl. Smith, Deceived on Purpose, S. 13).


Auch der Schlüsselbegriff der „spirituellen Reise“ wird von New Age-Befürwortern vielfältig benutzt; in der Bibel dagegen finden wir ihn nicht. Im New Age bezeichnet er die Veränderungsprozesse, die zu einem „neuen Bewußtsein“ führen. Ohne daß er das klar sagt, fordert Warren seine Leser dazu auf, sich ihm als „spirituellem Reiseführer“ anzuvertrauen für eine von Warren sorgfältig geplante Reise, die aus 40 Tageslesungen besteht und dazu bestimmt ist, dem Leser eine „neue Perspektive“ für sein Leben zu vermitteln.


Der Eindruck der geschickten Steuerung verstärkt sich, wenn man am Ende der Einleitung einen „40-Tage-Vertrag“ sieht, den der Leser zusammen mit Rick Warren unterschreiben soll und mit dem er sich verpflichtet, die nächsten 40 Tage seines Lebens mit der Lektüre der 40 Lektionen von Rick Warren zu verbringen. Wer diese Selbstverpflichtung unterschreibt, hat sich in gewisser Weise der Beeinflussung seines „Mentors“ Warren ausgeliefert. Das wird im Englischen noch deutlicher sichtbar, wo diese Selbstverpflichtung überschrieben ist „My Covenant“ [mein Bund]. So etwas ist biblisch nicht zu rechtfertigen, bindet den Leser an Menschen und stellt das Buch letztlich höher als die Bibel selbst (die sicher nicht von allen Lesern Warrens täglich zur Hand genommen wird).


Um seiner „spirituellen Reise“ biblische Glaubwürdigkeit zu verleihen, behauptet Warren, „daß 40 Tage für Gott ein Zeitabschnitt mit großer geistlicher Bedeutung sind. Immer, wenn Gott jemanden für eine Aufgabe vorbereiten wollte, nahm er sich dafür 40 Tage Zeit“ (9). Hier wird nun zum ersten Mal offenbar, was sich durch das ganze Buch hindurchzieht: Rick Warren deutet biblische Aussagen oft recht willkürlich so um, daß sie scheinbar seine Argumente unterstützen (vgl. weitere Beispiele auf S. 34-35 dieser Schrift). Als Belege führt Warren u. a. an:


- „Noahs Leben wurde durch 40 Tage Regen verändert“. Das läßt sich von der Bibel überhaupt nicht belegen. Noah war schon zuvor gottesfürchtig und gläubig, ein Prediger der Gerechtigkeit. Er wartete nicht nur 40 Tage, sondern über 150 Tage lang und dann noch einmal 150 Tage, bis die Wasser der Flut versiegt waren und Gott Seine Verheißung erfüllte. Nirgends deutet die Bibel an, er sei hierbei „verändert“ worden.


- „Die Kundschafter Israels veränderten sich durch die 40 Tage im verheißenen Land“. Das ist eine biblisch überhaupt nicht beweisbare Behauptung. In den 40 Tagen zeigte sich im Gegenteil, mit welcher Herzenshaltung die Kundschafter schon in das Land hineingegangen waren. Josua und Kaleb waren in der Haltung des Glaubens hingegangen, die übrigen Kundschafter aber mit einem bösen Herzen des Unglaubens. Ihre Berichte spiegelten nur wider, was schon vorher in ihrem Herzen war.


- „Elia bekam durch eine einzige Mahlzeit Kraft für 40 Tage und wurde dadurch verändert.“ Auch das ist biblisch nicht belegbar. Über die Zeit der Wanderschaft zum Berg Horeb sagt die Schrift nichts weiter, und es ist blanke Spekulation, daß Elia dadurch verändert worden wäre. Seine Klage vor dem Herrn zeigt, daß er noch ganz gefangen war von seiner Niederlage gegen Isebel.


- „Jesus wurde durch 40 Tage in der Wüste für seinen Dienst bevollmächtigt“. Diese Aussage ist nicht nur falsch; sie zeugt von einer ausgesprochen unbiblischen Auffassung von dem Herrn Jesus Christus. Die Bibel sagt, daß der Herr vom Geist Gottes in die Wüste geführt wurde, „damit er vom Teufel versucht würde“, nicht, damit er „bevollmächtigt“ würde (Mt 4,1). Angesichts der Vollkommenheit und Gottheit Jesu Christi ist die Vorstellung, er hätte es nötig gehabt, durch die 40 Tage Fasten eine besondere „Vollmacht“ zu erhalten, verkehrt und zeugt von einer falschen Lehre von Christus, wie man sie auch in pfingstlerischen und charismatischen Kreisen vielfach findet.


Insgesamt finden wir bei nüchterner Betrachtung, daß Warren seine Behauptung, Gott habe sich immer (!), wenn er jemanden für eine Aufgabe vorbereiten wolle, 40 Tage Zeit genommen, überhaupt nicht überzeugend aus der Bibel ableiten kann. Sie dient aber dazu, beim Leser die irreführende Erwartung zu wecken, daß Gott ihn nun ebenfalls durch die 40 Tage „Leben mit Vision“ „für eine Aufgabe vorbereiten will“, und zwar gleichgültig, ob er gläubig oder ungläubig ist. Warren lockt ihn, sich auf das Buch „einzulassen“ und es zu seinem eigenen zu machen, mit der Zusicherung, das sei eine „kluge Investition“. Er macht ihm die kühne Versprechung: „Die nächsten 40 Tage werden Ihr Leben umgestalten.“ (Die dt. Übersetzung schwächt dieses „positive Bekenntnis“ ab in „können ihr Leben verändern“.)


Das ist im Grunde ein unehrliches Versprechen, denn die bloße Kenntnis von Gottes Zielen für mein Leben ändert in meinem Leben gar nichts, wenn es nicht zur Bekehrung und Wiedergeburt kommt. Aber Warren praktiziert hier das viel empfohlene Prinzip der neuen Evangelikalen, den Fernstehenden vor Augen zu stellen, was die Bibel und das Evangelium für Vorteile für sie hat. Und die vielen gläubigen Leser seines Buches? Sie müßten, wenn sie die Bibel aufmerksam lesen, längst mehr und Tieferes über Gottes Ziele und Absichten für ihr Leben wissen, als ihnen Warren bieten könnte - selbst wenn seine stark verkürzte und vereinfachte Darstellung mit der Bibel übereinstimmen würde, was sie nicht tut.


Fortsetzung folgt
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Rolf

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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 3




2. Das moderne „positive“ Evangelium von Rick Warren



Nachdem „Leben mit Vision“ vorwiegend an „Fernstehende“ und damit biblisch gesehen an ungläubige, in geistlicher Finsternis befindliche Sünder gerichtet ist, erwartet der gläubige Leser zunächst, daß in dem Buch das Evangelium von Jesus Christus vermittelt wird, damit suchende, verlorene Menschen zu Christus geführt werden. Warren hat offenkundig die ersten sieben Tageslesungen seines Buches als eine Art „Hinführung zum Glauben“ gestaltet, so wie er es versteht. Aber vermitteln sie wirklich das biblische Evangelium?


Wenn wir uns die Grundzüge des echten Evangeliums vor Augen halten (vgl. eine Zusammenfassung in meiner Schrift „Pro Christ“ oder biblische Evangelisation?), dann fällt beim Lesen von „Leben mit Vision“ rasch auf, daß viele wesentliche Aussagen der Bibel in den Ausführungen Warrens ganz fehlen bzw. nur bis zur Unkenntlichkeit verändert und umgedeutet vorkommen. Natürlich begegnen wir immer wieder zutreffenden Aussagen, die der klassischen bibeltreuen Verkündigung entnommen sind. Aber sie werden durch menschengefällige Verfälschungen verwässert bzw. umgedeutet, so daß im Gesamten nur ein Zerrbild des echten biblischen Evangeliums herauskommt, eine künstlich für den modernen Menschen aufbereitete „positive“ Botschaft ohne die „negativen“, „angstmachenden“, das „Selbstwertgefühl“ beleidigenden Aussagen, die in der Bibel eine zentrale Rolle spielen.


Daß das „Evangelium nach Warren“ und überhaupt das „Evangelium“ der modernen Evangelikalen sehr weit von biblischer Evangeliumsverkündigung entfernt ist, zeigt sich, wenn wir uns die Aussagen des Apostels Paulus über seinen Dienst am Evangelium noch einmal vor Augen halten (vgl. S. 10-11 in dieser Schrift):


Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen [od. zu einer billigen Handelsware machen], sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus. (2Kor 2,17)


… wir gehen nicht mit Hinterlist [od. mit schlauen Künsten] um und fälschen auch nicht das Wort Gottes [od. gebrauchen es als Lockmittel]; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist ... (2Kor 4,2-5)


Es gab offenkundig schon damals „christliche“ Verkündiger, die erkannten, daß das klare biblische Evangelium eine zweischneidige, unpopuläre Botschaft ist, die bei Juden wie Heiden natürlicherweise Ablehnung hervorrufen mußte. Während der wahre Bote Paulus dennoch das Evangelium unverkürzt und klar verkündete, im Vertrauen auf Gottes Kraft, paßten diese Leute die Botschaft an die Menschen an und benutzten menschliche Lockmittel und Köder, um besser „anzukommen“. Paulus stellt solche Verfälschungen der Botschaft bloß und zeigt uns die heilige Verantwortung, die unverkürzte Heilsbotschaft Gottes lauter und in der Verantwortung vor Gott zu verkündigen, ganz gleich wie abstoßend sie für die Menschen sein mag.


Dahinter steht die biblische Wahrheit, daß nicht alle Menschen sich erretten lassen, sondern daß im Endeffekt nur eine kleine Minderheit, die Auserwählten und Berufenen, durch Gottes Gnadenwirken bewegt werden, das Evangelium anzunehmen (vgl. u. a. 1Kor 1,24-31; 2Kor 2,14-16; 2Kor 4,1-6; Joh 6,37-45). Im biblischen Evangelium gibt es eine enge Pforte, weil es den Menschen im schonungslosen Licht Gottes zeigt und einen Rettungsweg weist, der den Menschen und sein stolzes Eigenwirken ausschließt und die Demütigung und Bankrotterklärung des Sünders fordert. Deshalb hat unser Herr gelehrt: Es sprach aber einer zu ihm: Herr, sind es wenige, die errettet werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht können (Lk 13,23-24).


Genau hier entlarvt sich das falsche Evangelium der modernen Evangelikalen wie Bill Bright, Ulrich Parzany oder Rick Warren, das wesentliche Aussagen der Bibel unterschlägt oder beschönigt, damit die Botschaft dem modernen Menschen angenehm wird. Diese Leute meinen, sie könnten viele ins Reich Gottes hineinbringen, wenn sie die Pforte breiter machen und das Ärgernis des Kreuzes beschönigen und abmildern. Aber hinter der breiten Pforte geht es auf dem breiten Weg weiter, und der führt ins Verderben (Mt 7,14).


Rick Warren hat den modernen Machbarkeitswahn in bezug auf das Evangelium in seinem Buch „Kirche mit Vision“ so formuliert: „Es ist meine tiefe Überzeugung, daß jeder Mensch für Christus gewonnen werden kann, wenn Sie den Schlüssel zu seinem Herzen finden“ (208 dt). Aus diesem völlig unbiblischen Gedanken heraus (vgl. noch einmal 2Kor 2,14-16 und 2Kor 4,1-6!) folgt die Logik, daß dies mit einer von anstößigen biblischen Aussagen gereinigten „positiven“ Botschaft am besten geschehen kann. Wenn die Leute sich „bekehrt“ haben, dann ist es immer noch Zeit, mit ihnen über „das Kleingedruckte“ zu reden… So finden wir auch auf den Seiten, auf denen Warren die Leser zu einer „Entscheidung für Jesus“ überreden will, schwerwiegende Verkürzungen und Verfälschungen der biblischen Wahrheit.



2.1 Eine verfälschte Darstellung des heiligen Gottes und des sündigen Menschen


Rick Warren verkündigt den wahren Gott nicht in biblischer Weise als den allmächtigen Herrscher über alles, nicht als den heiligen, hoch erhabenen Gott, der allein weise ist und der zu fürchten ist, auch nicht als den Richter aller Geschöpfe, als ein verzehrendes Feuer. Warrens Verkündigung stellt Gott im Endeffekt als einen liebevollen, toleranten Schöpfer des Menschen dar, der es gut mit dem Menschen meint und wunderbare Absichten mit ihm hat. Das ist eine humanistische Verzerrung und Verfälschung dessen, was die Heilige Schrift über den wahren Gott offenbart.


Der Leser von „Leben mit Vision“ lernt den wahren Gott nicht kennen, denn „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis“ (Spr 1,7). Damit wird durch die Hintertür, trotz gegenteiliger Behauptungen, doch wieder der Mensch zum Maß aller Dinge: Von Gott darf nur noch das ausgesagt werden, was dem modernen Menschen positiv und angenehm und ermutigend erscheint. Dann kann man sich sicher sein, daß der fernstehende Mensch auch positiv reagiert. Doch damit ist er bloß religiös geworden und immer noch so verloren wie zuvor!


** Gott wird einseitig und verzerrt so dargestellt, als sei Er nur annehmende, bedingungslose Liebe. Dem Ungläubigen wird erzählt, was in der Bibel nur für den Gläubigen gilt: „Ihr Leben hat tiefe Bedeutung!“ (25); „Sie wurden geplant, um Gott zu gefallen. In dem Augenblick, als Sie in diese Welt geboren wurden, war Gott als unsichtbarer Zeuge dabei, und er lächelte bei Ihrer Geburt. Er wollte, daß Sie leben, und Ihre Ankunft gab ihm große Freude“ (63). „Er möchte, daß Sie das Leben genießen“ (64). „Sie leben, um Gott zum Lächeln zu bringen“ (67 dt). „Gott möchte Ihr Freund sein … Der allmächtige Gott sehnt sich danach, Ihr Freund zu sein!“ (85). Dagegen wird die Gottesfurcht als etwas Überholtes bezeichnet, das im Alten Testament zu finden war (86).

Nirgends wird vom Zorn Gottes über alle Sünder, von der verzehrenden Heiligkeit Gottes oder von dem Ernst Seines Gerichts gesprochen. Warrens „Gott“ ist nicht der Gott der Bibel, sondern eine Verfälschung, was sich z. B. in dem verfälschten Bibelzitat von Eph 4,6 äußert: „Er [Gott] regiert alle Dinge und ist überall und ist in allen Dingen“ (so das engl. Original: and is in everything - 88). Das ist eine Irrlehre, die auch vom New Age verbreitet wird!


** Das Gericht Gottes wird verharmlosend dargestellt: „Eines Tages werden Sie vor Gott stehen, und er wird eine Buchprüfung [audit; in der dt. Übers. weggelassen] Ihres Lebens vornehmen, eine Abschlußprüfung, bevor Sie in die Ewigkeit eintreten“ (34). Warren vermeidet es sorgsam, darüber zu sprechen, daß es darum geht, ob der Leser die Ewigkeit in der himmlischen Herrlichkeit oder im Feuer der Hölle zubringen wird. Der Begriff „Hölle“ wird kaum erwähnt, und dann mit der abgeschwächten, nicht der biblischen Lehre entsprechenden Erklärung versehen: „dann werden Sie die Ewigkeit für immer getrennt von Gott zubringen“ (37). Die Hölle ist aber mehr als nur eine „Trennung von Gott“ (die für viele Sünder ja durchaus erstrebenswert ist).


Warrens „Gott“ stellt nur höfliche Fragen: „Was hast du mit meinem Sohn, Jesus Christus, gemacht? … hast du angenommen, was Jesus für Dich tat und hast Du gelernt, ihn zu lieben und ihm zu vertrauen?“ und „Was hast du mit dem gemacht, was ich dir gegeben habe?“ Der Ernst dieses Gerichts wird unverantwortlich verharmlost, wenn Warren schreibt: „Glücklicherweise hat Gott ein großes Interesse daran, daß wir an diesem Tag vor ihm bestehen können. Deshalb gibt er uns die Prüfungsfragen schon im voraus.“ Das bestärkt den Leser in der tödlichen Illusion, es sei schon nicht so ernst und schlimm mit dem Gericht Gottes, und man könne diese „Prüfung“ auch ohne ernstliche Buße und Bekehrung bestehen.


Ähnlich geht die ernste Bedeutung der Bekehrung in diesem Leben verloren, wenn Warren in völlig unbiblischen Begriffen schreibt: „Dieses Leben ist nicht alles. Das Leben auf der Erde ist nur die Generalprobe für die eigentliche Aufführung. Sie werden weit mehr Zeit auf der anderen Seite des Todes - in der Ewigkeit - verbringen als in dieser Welt. Die Erde ist die Vorschule, die Probevorstellung für das Leben in der Ewigkeit. Es ist das Training vor dem eigentlichen Spiel, die Aufwärmrunde, bevor das Rennen beginnt. Dieses Leben ist die Vorbereitung für das nächste“ (36). Das wirkt eher verharmlosend und entspricht der Lehre der Bibel in keiner Weise. Wenn man in der „Generalprobe“ gepatzt hat, kann man in der eigentlichen Aufführung ja immer noch alles gut machen. Den Ernst des ewigen Lebens mit einem Schauspiel zu vergleichen, zeugt schon von Leichtfertigkeit. Derselbe Irrtum wird mit dem Gedanken der „Vorschule“ und des „Trainings“ verbunden. Der biblische Ernst der Ewigkeit, wie wir ihn im Wort Gottes finden, wird bei Warren bedenklich abgeschwächt.


** Der sündige Mensch wird in einem völlig unbiblischen positiven Licht dargestellt, ganz im Sinne des falschen Evangeliums vom Selbstwert, das Warren von seinem Lehrmeister Robert Schuller gehört hat. Er redet davon, daß alle Menschen - nicht nur Gläubige - teilweise das Ebenbild Gottes tragen. „Aber dieses Ebenbild ist unvollständig, wurde beschädigt und von der Sünde entstellt“ (172). Hier erwähnt er nur eine Seite der biblischen Wahrheit. die andere Seite ist die tiefgehende Verderbnis des Menschen durch die Sünde (vgl. u. a. Röm 3,9-20; Röm 7,14-25; Eph 2,1-3; Eph 4,17-19), die dazu führt, daß der Herr Jesus zu den Juden sagen mußte: „Ihr habt den Teufel zum Vater“ (Joh 8,44). Warrens Darstellung bringt eine Verharmlosung der Sündenverderbnis des gefallenen Geschöpfs Mensch mit sich, ganz im Sinne der katholischen Irrlehre, die, im Gegensatz zu Röm 7,18 durchaus Gutes im Menschen sieht.


Dementsprechend behauptet Warren auch, alle Fähigkeiten eines Menschen könnten „ein Lächeln auf Gottes Gesicht bringen“ (74), und behauptet: „Jedesmal, wenn Sie irgendeinen Teil Ihrer selbst ablehnen, lehnen Sie die Weisheit und Souveränität Gottes ab, der Sie geschaffen hat“ (75); „Sie wurden als ein besonderer Gegenstand von Gottes Liebe geschaffen!“ (24). All das stärkt unterschwellig die „Selbstwertgefühle“ des Lesers und wiegt ihn in Illusionen über seine Sündhaftigkeit. Es gibt vieles an uns, was wir sehr wohl ablehnen, verwerfen und in den Tod geben müssen, weil es durch die Sünde verdorben ist (vgl. Mt 18,8-9; Kol 3,5-8)! Aber Warren läßt seine Leser ohnehin völlig im Unklaren darüber, was Sünde bedeutet. Wenn er klare, biblisch fundierte Worte gesagt hätte über die verdorbene, rebellische und eigensüchtige Sündennatur des Menschen, über die Bosheit solcher Sünden wie Geldgier, Lüge, Hurerei (vorehelicher Geschlechtsverkehr), Ehescheidung oder Machtmißbrauch, dann wäre sein Buch kein solcher Bestseller geworden.


2.2 Menschliche Psychologie statt biblischer Wahrheit


Was Warrens Buch seinen Lesern an solider biblischer Auslegung und Botschaft unterschlägt, das wird aufgefüllt mit humanistischer Psychologie. Dabei müssen wir uns bewußt machen, daß alles humanistische Gedankengut (d. h. ein Denken, das das Gute im Menschen und die Fähigkeit des Menschen zur Selbstverbesserung behauptet) letztlich widergöttlich und antichristlich ist, besonders die Psychologie (als Lehre von der Selbstheilung der Seele durch menschliche Methoden und heidnische Spiritualität). Man kann sie keinesfalls, wie es heute häufig im modernen Evangelikalismus geschieht, mit einer biblischen Botschaft vereinbaren oder vermischen. Genau das tut Warren aber immer wieder in seinem Buch. Er sagt zwar am Anfang durchaus richtig: „Es geht nicht um Sie“ (17 dt), aber in den folgenden Ausführungen geht es doch immer wieder um die Vorteile, die der Mensch bekommt, wenn er „für Gott lebt“.


Am 3. Tag stellt Warren die Frage „Was treibt Ihr Leben an?“ (27). Jeder, der in seinem „Lebensmanagement“ erfolgreicher werden will, muß sich einer Selbstprüfung unterziehen, um kräftezehrende und Mißerfolge erzeugende Fehlorientierungen aufzuspüren und zu beseitigen. So gehen das die „Lebenshilfebücher“ an, und genauso geht auch Warren vor. Er beginnt mit einem psychologischen Allgemeinplatz: „Jeder Mensch wird durch irgend etwas angetrieben“ (27). Nun müßte man eigentlich erwarten, daß Warren, der ja beansprucht, Gottes Offenbarung in der Bibel als Grundlage für seine Ausführungen zu nehmen, darauf zu sprechen kommt, wovon der natürliche Mensch wirklich getrieben wird: von der Sünde und den Begierden des Fleisches!


Denn zu diesen gehören die, welche sich in die Häuser einschleichen und die leichtfertigen Frauen einfangen, welche mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben werden (…) (2Tim 3,6)


Denn auch wir waren einst unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebten in Bosheit und Neid, verhaßt und einander hassend. (Tit 3,3)


… unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Eph 2,3)


Aber davon ist nicht die Rede. Warren erwähnt als die fünf wichtigsten Triebkräfte des Lebens zunächst die „Schuld“, wobei er Schuldgefühle meint. Er geht jedoch nicht darauf ein, daß bei jedem Menschen reale Sünde und damit Schuld vor Gott die Ursache für Schuldgefühle ist. Dagegen stellt er in der Psychologensprache fest: „Von Schuld getriebene Menschen werden von ihren Erinnerungen manipuliert [!]. Sie bestrafen sich unbewusst oft selbst, indem sie ihren eigenen Erfolg sabotieren“ (27 dt). Genau aus diesem Grund will der weltliche „Erfolgsmensch“ seine lästigen Schuldgefühle gerne loswerden.


Warren erwähnt zwar am Beispiel Kains, daß dessen Schuld ihn von der „Gegenwart Gottes“ (nicht auch völlig von Gott selbst?) trennte und ihn zu einem ziellosen Umherirren auf der Erde führte, aber er versäumt es, dem Leser klar zu sagen, daß seine persönlichen Sünden ihn selbst völlig von dem heiligen Gott trennen und daß er verlorengeht, wenn er diese Schuld nicht unter dem Kreuz loswird. Nein, er betont als Frucht der Sünde lediglich die Sinn- und Ziellosigkeit des Lebens auf der Erde und nicht etwa deren ewige Konsequenzen.


Als weitere Antriebskräfte nennt Warren „Wut und Bitterkeit“, „Angst“, „Materielle Wünsche“ und „das Bedürfnis nach Anerkennung“. Das sind humanistisch-psychologische Nebelbegriffe, die die biblische Diagnose verdunkeln und den Menschen in seinem Selbstbetrug gefangen lassen, statt ihn durch Verkündigung der biblischen Wahrheit freizumachen. Statt auf die böse sündige Natur des Menschen als Wurzel für solche Erscheinungsformen einzugehen, behandelt Warren diese Dinge in der Art weltlicher Psychologen: Wut und Bitterkeit sind „wenig hilfreich und auch alles andere als gesund“. „Groll und Bitterkeit schaden Ihnen selbst viel mehr als der Person, gegen die sie sich richten“. Sein Psycho-Rat ist, den Schmerz „durch Vergebung loszulassen“ (28).


Auch Angst wird allein psychologisch erklärt und eingeordnet: „Menschen, die durch Furcht bestimmt werden, verpassen oft die Möglichkeiten, die das Leben ihnen bietet, weil sie Angst haben, etwas zu wagen“ (29). Auch Materialismus wird nicht etwa als Götzendienst und schwere Sünde dargestellt, wie es die Bibel tut, sondern nur als ein Mißverständnis: „Selbst-Wert und Netto-Wert [der Geldwert, der sich aus den Einkünften und Besitztümern eines Menschen ergibt] sind nicht dasselbe“ (29). Das „Bedürfnis nach Anerkennung“, ein typischer Psychologenbegriff, wird ebenfalls nicht biblisch auf Hochmut und Ichsucht zurückgeführt, sondern es wird nur erklärt, daß man von anderen kontrolliert wird und Mißerfolg erleidet, wenn man sich davon bestimmen läßt (30).


An anderer Stelle schreibt Warren: „Die Art und Weise, wie Sie Ihr Leben sehen, formt Ihr Leben. Wie Sie Ihr Leben definieren, bestimmt Ihr Schicksal [so das Original]“ (41, im Dt. beschönigt). Dahinter stecken heidnische Irrlehren von der bestimmenden Kraft des Denkens bzw. der „Macht des positiven Denkens“, wie sie von Norman Vincent Peale, Robert Schuller und vielen Charismatikern in die Gemeinde getragen worden sind. Dazu führt Warren einen Ausspruch der unzüchtigen und gottlosen, von der Psychoanalyse geprägten Schriftstellerin Anaïs Nin an: „Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie wir sind.“ Dann fragt er die Leser, wie sie ihr Leben in einem Bild darstellen würden, welches Bild in ihrem Bewußtsein aufsteigen würde, und bezeichnet dieses Bild als die „Lebensmetapher“ des Lesers. „Was ist Ihr Bild vom Leben? Vielleicht bauen Sie Ihr Leben auf einer falschen Lebensmetapher auf. Wenn Sie Gottes Ziel für Ihr Leben erreichen wollen, müssen Sie herkömmliche menschliche Weisheit hinterfragen und durch biblische Lebensbilder ersetzen“ (42).


Als nächsten Schritt in seinem unbiblischen „positiven Überredungsprogramm“ stellt Warren dem ungläubigen Leser die fünf „Vorteile eines sinn- und zielorientierten [purpose-driven] Lebens“ vor (31). Auch das geschieht in einer psychologischen, auf den erfolgs- und erfüllungsbedürftigen Leser zugeschnittenen Art und Weise, die zutiefst unbiblisch ist, auch wenn sie gelegentlich Bibelzitate einbezieht. Sein Vorgehen entspricht der von Schuller und anderen „neuen Evangelikalen“ befürworteten Methode, ein „positives, gesundes Evangelium“ zu predigen, das dem Ungläubigen lediglich die Vorteile eines Lebens mit Christus vorstellt, anstatt sein Selbstwertgefühl durch Reden über Sünde und Gericht anzugreifen.


Die Vermischung biblischer Aussagen mit weltlich-humanistischer Psychologie ist tödlich für das Evangelium. Sie verhindert wirkliche Überführung des Menschen von seiner Sündhaftigkeit und Verdorbenheit vor dem heiligen Gott. Ein solchermaßen verfälschtes Evangelium, wie es nicht nur Warren, sondern auch ungezählte andere moderne Evangelikale verkünden, bringt in aller Regel keine Wiedergeburten hervor, sondern unechte, weltliche, selbstsüchtige „Christen“ ohne den Heiligen Geist, ohne Heiligung und geistliche Gesinnung.


2.3 Eine Verfälschung von Buße und Glauben


Warren war sich ja bewußt, daß sehr viele seiner Leser Fernstehende sein würden. Vermittelt er ihnen auf biblisch gegründete Weise die Notwendigkeit einer Bekehrung und Buße sowie des Glaubens an Jesus Christus? Leider ist das überhaupt nicht der Fall. Warrens Ausführungen zeigen einen falschen Weg zur Errettung auf, einen für die Menschen künstlich verbreiterten Weg, der sie ins Verderben führt. Was bei Warren fehlt bzw. verfälscht wird, läßt sich so zusammenfassen:


** Warren verwässert den biblischen Ruf zu Buße und Bekehrung, d. h. einer grundlegenden Herzensumkehr zu Gott, zu einem bloßen, oberflächlichen „Umdenken“ ohne klaren Bruch mit der Welt und dem alten Sündenleben, ohne klare Unterwerfung unter Gott und Sein Wort.


** Warren verschweigt die Kosten einer echten Bekehrung (Lk 14,26-34), d. h. die Preisgabe des seelischen Eigenlebens (Denn wer sein Leben [od. seine Seele] retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden - Mt 16,25), die Unterwerfung unter Christus und die Hingabe (einschließlich Besitz, Begabungen, Ehren in der Welt) an den Herrn. Die von ihm verkündete „Übergabe“ ist bloß seelisch und nicht biblisch.


** Warren verfälscht den biblischen Glauben zu einer oberflächlichen, schnellen „Entscheidung“, an Christus zu glauben und Ihn anzunehmen, indem er den Glauben von Buße und Bekehrung ablöst und zu einem bloßen Fürwahrhalten und Annehmen macht.


Warren äußert zwar immer wieder durchaus richtige einzelne Aussagen, vermittelt seinem Leser aber überhaupt nicht, daß es einer radikalen Buße und klaren Bekehrung bedarf, wenn jemand ewiges Leben empfangen will. Stattdessen verwendet er Formulierungen, die ein allmähliches Hineinwachsen in den Glauben als Weg vorgeben: „Wenn Sie es lernen, Gottes Sohn, Jesus, zu lieben und ihm zu vertrauen, dann werden Sie eingeladen, den Rest der Ewigkeit mit ihm zu verbringen“ (37).


Hier ist nicht davon die Rede, daß es einen klaren Wendepunkt, eine Entscheidung der Abkehr von der Sünde und der Unterwerfung unter Christus geben muß, um zur Wiedergeburt zu kommen. Auch ist biblischer, rettender Glaube an Christus etwas grundlegend anderes als das „Vertrauen“, auf das sich Warren bezieht. Folgerichtig verschweigt Warren den Lesern die Kosten des wahren Glaubens an Christus - nämlich den Verlust des Eigenlebens:


Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? (Mt 16,24-26)


Bei Warren liest man oberflächliche Aussagen wie diese: „Wenn Sie sich entscheiden, den Rest Ihres Lebens zur Ehre Gottes zu leben, wird das Folgen für Ihre Prioritäten, Ihren Terminkalender, Ihre Beziehungen und für alles andere haben. Manchmal wird es bedeuten, daß Sie den schweren statt den leichten Weg gehen“ (56). „Es ist Zeit, diese Frage zu klären. Für wen werden Sie Ihr Leben leben - für sich selbst oder für Gott? (…) Gott lädt Sie jetzt ein, für sich selbst und zu seiner Ehre zu leben, indem Sie seine Absichten [purposes] für Ihr Leben verfolgen“ (57). An einer Stelle sagt Warren: „Unser Handeln in diesem Leben bestimmt unser Schicksal im ewigen Leben“ (40). Das klingt wie das katholische Werksevangelium.


Es ist bezeichnend für das moderne „Evangelium des Selbstwerts“, daß Warren den Aufruf, zu Christus zu kommen, nicht vorrangig mit dem Empfang der Sündenvergebung und der ewigen Errettung begründet, wie es in der Bibel geschieht, sondern mit einem „positiven Ziel“, das den Menschen nicht als „verdorbenen Sünder“ erscheinen läßt, sondern als respektierten Mitarbeiter Gottes, auf den später einmal Anerkennung, Beförderung und ein Fest warten. Der Herr Jesus selbst hat aber den Auftrag der Evangeliumsverkündigung so zusammengefaßt: „So steht es geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon!“ (Lk 24,46-48).


Wenn das Zorngericht Gottes über alle Sünder aus dem Evangelium ausgeblendet wird, erscheint alles Weitere in einem unwirklichen, verkehrten Zusammenhang. Es kommt so heraus, als lade ein toleranter Gott den Sünder freundlich ein, doch ihm zu dienen und zu seiner Ehre zu leben, und so nebenbei könne auch seine Schuldfrage geklärt werden. Der Sünder wählt diesen Weg, weil es der für sein persönliches Leben sinnvollste und erfüllendste von allen ist.


Es fällt bei Warren auf, daß nicht der Herr Jesus Christus auf biblische Weise verkündigt wird; es ist fast überall nur von „Jesus“ oder „Christus“ oder „Jesus Christus“ die Rede. Das echte Evangelium verkündigt und bezeichnet den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes aber als den Herrn! Letztlich wird von Warren und gleichgesinnten Predigern wie Bill Hybels u. a. ein anderer, ökumenischer „Jesus“ und „Christus“ verkündigt, nicht mehr der biblische Herr.


Nun leitet Warren den fernstehenden Leser zu einer „Übergabe“ nach der Art moderner evangelikaler Verkündigung an:


„Wenn Sie sich nicht sicher sind, daß Sie das schon getan haben, müssen Sie nichts weiter tun, als aufzunehmen und zu glauben: ‚Allen, die ihn aufnahmen, die an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden'. Werden Sie Gottes Angebot annehmen? Erstens: Glauben Sie! Glauben Sie, daß Gott Sie liebt und daß er Sie für seine Zwecke erschaffen hat. Glauben Sie, daß Sie kein Zufall sind. Glauben Sie, daß Sie erschaffen wurden, um ewig zu existieren. Glauben Sie, daß Gott Sie für eine Beziehung zu seinem Sohn Jesus Christus erschaffen hat, der für Sie am Kreuz gestorben ist. Glauben Sie daran, daß Gott Ihnen vergeben will, egal, was Sie getan haben. Zweitens: Nehmen Sie auf! Nehmen Sie Jesus in Ihr Leben auf als ihren Herrn und Erlöser. Empfangen Sie seine Vergebung für Ihre Sünden. Empfangen Sie seinen Geist, der Ihnen die Kraft geben wird, Ihren Lebenszweck zu erfüllen. In der Bibel steht: ‚Wer den Sohn annimmt und ihm vertraut, bekommt alles, das vollständige Leben für immer' [Joh 3,36 nach The Message]. Egal, wo Sie diese Zeilen lesen: Ich lade Sie ein, Ihren Kopf zu neigen und still das Gebet zu sprechen, das Ihre Ewigkeit verändern wird: ‚Jesus, ich glaube an dich und ich nehme dich auf.' Tun Sie es jetzt! - Wenn Sie dieses Gebet ernst gemeint haben, herzlichen Glückwunsch! Willkommen in der Familie Gottes. Sie sind jetzt bereit, Gottes Ziel für Ihr Leben zu entdecken, und danach zu leben“ (58/59).


Wenn wir diese „Darstellung des Evangeliums“ im Licht des Wortes Gottes betrachten, dann wird daraus deutlich, weshalb die moderne Verkündigung in der Regel nicht Wiedergeburten, sondern geistliche Totgeburten hervorbringt, scheinbekehrte Menschen, die meinen, nun „wiedergeborene Christen“ zu sein, und denen doch das Leben von oben und der Heilige Geist fehlt. Hier werden Menschen zu einer „Beziehung mit Jesus Christus“ überredet und durch Darstellung aller Vorteile dazu gedrängt, ein scheinbar magisch wirksames Gebet zu sprechen, das sie in den Himmel bringen soll.


Aber ihnen wurden wesentliche Elemente des biblischen Evangeliums vorenthalten. Ihre Sünden wurden nicht beim Namen genannt; es wurde auch nicht deutlich gesagt, was die Konsequenzen eines unbußfertigen Weiterlebens in der Sünde sind. Ebensowenig wurde wirklich der Preis der Nachfolge Christi und des Lebens als Christ klar benannt, so daß die Leser die Kosten überschlagen konnten, wozu der Herr diejenigen aufforderte, die sich für Ihn entscheiden wollten. Ihnen wurde Jesus Christus nicht als der Herr verkündigt; es wurde nicht gesagt, was es bedeutet, sich Seiner Herrschaft ganz zu unterstellen - daß nämlich dann die Selbstherrschaft und der Eigenwille aufhört. Nun werden sie kurz überredet: Empfangen Sie Jesus als ihren Herrn und Erlöser!


Viele werden dieses Gebet sprechen; es kostet sie ja nichts, und die Wirkung ist, nach dem, was Warren verspricht, überwältigend: es wird ihre Ewigkeit verändern. Welcher Jesus wird hier angesprochen? Ihnen wurde jedenfalls nicht das echte Evangelium von Christus, dem Gekreuzigten verkündet (vgl. 1Kor 1,17-2,5). Von dem Gekreuzigten war nur ganz am Rande die Rede, in einem Teilsatz. Was bedeutet für die Leser von Warrens Botschaft die Formel: „ich glaube an dich“? Konnten die unbiblische, von Psychologie durchsäuerten Ausführungen Warrens im Leser echten rettenden Glauben wecken? Wenn wir Paulus ernst nehmen, dann gewißlich nicht:


(…) denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. (…) So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch. Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft. (1Kor 1,17; 2,1-5)


Der fernstehende Leser wurde in diesem Buch zu einer „Entscheidung“ überredet und damit letztlich um das echte Heil und den echten Herrn betrogen. Nun meint er, er sei Christ, weil der das „Übergabegebet“ gesprochen habe. Natürlich meint er, er habe dies „aufrichtig“ getan. Sein nach wie vor bestehender Unglaube, seine Sündenverstrickung, seine Rebellion gegen Gott sind ja auch durch Warrens „benutzerfreundliche“ Verkündigung nicht aufgedeckt, sondern fromm zugedeckt worden. Und Warren bestärkt ihn in dieser unheimlichen Täuschung, indem er ihm gratuliert und ihn als neues Glied in der „Familie Gottes“ anspricht!



Fortsetzung folgt



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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 4




3. Das christliche Glaubensleben nach „Leben mit Vision“:




Rick Warrens fünf Lebensziele


Der größte Teil des Buches „Leben mit Vision“ richtet sich an solche Leser, die sich als gläubige Christen verstehen, und verspricht ihnen ein erfüllteres und zielorientierteres Leben, wenn sie sich nach seinen fünf Lebenszielen [purposes] ausrichten. In seinen Ausführungen zum christlichen Leben finden wir ähnlich wie in seiner Darstellung des Evangeliums, daß Warren ausgesprochen schillernd schreibt. Einerseits finden sich manche zutreffende Aussagen, die den klassischen biblisch-christlichen Standpunkt wiedergeben, andererseits stößt man ständig auf unklare, verwirrende, ausgesprochen unbiblische Aussagen, die dem weltlichen Humanismus, der Psychologie und dem Managementdenken entlehnt sind.


Welches sind nun die fünf Lebensziele, denen der Leser nachstreben soll? Warren führt hier Aussagen an, die zunächst einmal durchaus biblisch klingen und für sich genommen, nicht völlig falsch sind, sondern alle einen Kern biblischer Wahrheit enthalten, die aber schwerwiegend verfälscht dargestellt werden:



1. Lebensziel: Sie wurden zur Freude Gottes erschaffen


Das ist eine Behauptung, die so nirgends in der Bibel gestützt wird. Sie soll das „Positive“ betonen und das „Selbstwertgefühl“ des Lesers stärken. Warren tut dies mit stark an Robert Schullers Irrlehren erinnernden Worten: „Gott mit Ihrem Leben Freude zu machen, ist Ihr erstes Lebensziel. Wenn Sie wirklich verstehen, was dies bedeutet, werden Sie nie wieder das Gefühl haben, klein und unbedeutend zu sein. Es beweist Ihren Wert“ (61 dt). Warren vermittelt ein verfälschtes, trügerisches Bild eines „lächelnden Gottes“, das die furchtgebietende Heiligkeit Gottes ausblendet. Es wäre biblisch richtiger, zu sagen, daß wir geschaffen wurden, um den Willen Gottes zu tun und um Gott zu verherrlichen; das würde auch den Ernst unserer Sünde und Abweichung von Gott deutlich machen, der in Warrens humanistisch verharmlosender Darstellung nicht zum Ausdruck kommt. Gott erscheint als ein menschlicher Vater, der lauter Wohlgefallen an seinen Kindern hat: „Gott ist stolz auf Sie!“ (121; vgl. 119 dt).


Diese humanistische Verfälschung des heiligen, furchtgebietenden Gottes der Bibel finden wir immer wieder in diesem Abschnitt. Es ist bezeichnend, daß Warren die Gottesfurcht als etwas Überwundenes aus dem Alten Bund betrachtet, während im Neuen Bund „Freundschaft“ angeblich die Gottesfurcht ersetzt. Aber die Bibel zeigt, daß Gottesfurcht auch für den neutestamentlichen Gläubigen grundlegend ist (vgl. u. a. Mt 10,28; Kol 3,22; 1Tim 5,4; 2Tim 3,12; Tit 2,12; 1Pt 2,17; Offb 14,7; 15,4; 19,5). Stattdessen wird Gott auf eine menschliche Ebene herabgezogen, wenn Warren 2Mo 34,14 in einer modernen Übertragung so anführt: „Er ist ein Gott, der leidenschaftlich ist in seiner Beziehung zu euch“ (86) - eine krasse Verfälschung des echten Bibelwortes, das lautet: „Denn der HERR, dessen Name ‚der Eifersüchtige' ist, ist ein eifersüchtiger Gott.“ Später behauptet Warren: „Gott ist nicht wütend auf Dich, er ist verrückt nach dir“ (God is not mad at you, he is mad about you“ - 98) - eine schon lästerliche Erniedrigung Gottes und Erhöhung des Geschöpfes Mensch, die auch in dem lässigen und verflachten Gebrauch des Begriffes „Freundschaft mit Gott“ zum Ausdruck kommt (vgl. Joh 15,14).


Es ist nur folgerichtig, wenn Warren mit psychologischer Methode dazu rät, man solle seine negativen Gefühle Gott gegenüber ruhig herauslassen: „Aber Ihren Groll herauszulassen und Ihr Gefühl zu offenbaren ist der erste Schritt zur Heilung“ (94). Es ist ein großer Unterschied, ob die Bibel dazu auffordert, daß wir unser Herz vor Gott ausschütten sollen, d. h. in aller Demut Gott unsere verkehrten, menschlichen Gefühlsregungen zu bekennen, oder ob wir Warren und vielen heutigen falschen Lehrern folgen und sie ungebrochen in Form von Anklagen, Groll oder Bitterkeit Gott ins Angesicht schleudern.


Rick Warren verbreitet auch eine falsche Lehre über Anbetung, die stark von den Irrlehren der Charismatiker geprägt ist. Er behauptet: „Alles, was Sie tun und worüber Gott sich freuen kann, ist eine Form von Anbetung“ (62 dt) - angeblich auch das Hören der Predigt oder das Begrüßen von Besuchern (63 dt). Warren verteidigt die dämonische Rock- und Popmusik, auf deren Einsatz sein Gemeindewachstumskonzept wesentlich baut, und versteigt sich zu der lästerlichen Behauptung: „Gott liebt alle Arten von Musik, da er sie alle geschaffen hat“ (63 dt). Die Wesenszüge der ehrfürchtigen Unterwerfung unter Gott und der Heiligkeit, der Zucht und Gottesfurcht, die alle wahre Anbetung kennzeichnen, werden ausgeblendet. Stattdessen finden wir die fleischlich-seelischen Verführungsparolen der Charismatiker wieder: „Und genau darum geht es bei echter Anbetung: sich in Jesus zu verlieben“ (65 dt).



2. Lebensziel: Sie wurden als Teil von Gottes Familie erschaffen


Warren redet hier zu Christen, und einiges, was er zu diesem Thema sagt, stimmt durchaus. Aber seine grundlegenden Aussagen über die Gemeinde sind von der Lehre der Bibel meilenweit entfernt. Er empfiehlt die Lektüre seines Buches „Kirche mit Vision“, damit man besser verstehen könne, „wie Gott seine Gemeinde speziell dafür entworfen hat, um Ihnen zu helfen, die fünf Ziele zu erfüllen, die er für Ihr Leben hat. Er schuf die Gemeinde um Ihre fünf tiefsten Bedürfnisse zu befriedigen: ein Ziel, für das Sie leben können, Menschen, mit denen Sie leben können, Grundsätze, nach denen Sie leben können, ein Bekenntnis, das Sie ausleben können, und Kraft, aus der Sie leben können. Es gibt keinen anderen Ort auf der Erde, wo Sie alle diese fünf Vorteile auf einmal finden können“ (136).


Hier kommt die auf den Menschen ausgerichtete Irrlehre Warrens klar ans Licht. Die Gemeinde ist angeblich für den Menschen geschaffen worden, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Doch die biblische Wahrheit ist, daß die Gemeinde für Gott geschaffen wurde, um Gott zu verherrlichen, und für Christus, den Sohn Gottes, um Ihm als Braut und Gehilfin zu dienen (Eph 3,20-21; 5,25-32).


Warren redet viel über die Beziehungen zwischen Christen, über die Liebe untereinander, über die Vorteile einer verbindlichen Gemeinschaft in einer örtlichen Gemeinde. Doch auch hier sind die Akzente gegenüber der Bibel verschoben. Zum Thema „Liebe“ führt er ausgerechnet ein Zitat von Mutter Teresa an, einer Frau, die bekannte, daß sie aus ihren Pflegebefohlenen gerne bessere Hindus und Muslime machen wollte.


Die Bereiche der Heiligkeit der Gemeinde, der Pflicht zur gegenseitigen Ermahnung, der Gemeindezucht werden nicht so behandelt, wie es der Bibel entspricht. Dagegen wird am 18. Tag ein unbiblisches, aus dem modernen Managementdenken stammendes Konzept von verbindlichen Kleingruppen stark empfohlen. Das wird von einer an den Haaren herbeigezogenen „Bibelauslegung“ gestützt: „Jesus diente ebenfalls in einer kleinen Gruppe von Jüngern. Er hätte sich auch mehr Jünger auswählen können, aber er wußte, daß etwa zwölf Personen das Maximum sind, wenn sich noch alle aktiv in der Gruppe beteiligen sollen“ (137 dt). Nach der Bibel hatte die Zwölfzahl der Jünger nicht gruppendynamische Gründe, sondern bezog sich u. a. auf die 12 Stämme Israels (vgl. Mt 19,28; Offb 21,12-14)! Der Herr hatte die meiste Zeit wesentlich mehr Jünger um sich; einmal sandte er 70 Jünger auf einmal aus.


Wir werden unten noch darauf kommen, daß dieses Kleingruppenkonzept wesentlich für die ganze Veränderungsstrategie Warrens ist und zur Beeinflussung und Umprogrammierung von Christen benutzt wird (siehe S. 46-49). Seine Ausführungen sind von Psychologie durchsetzt („Die meisten Konflikte haben ihre Wurzeln in unerfüllten Bedürfnissen“ - 152 dt; „Konzentrieren Sie sich auf die Gefühle des anderen, nicht nur auf Fakten!“ - 153 dt) und lehren menschliche Konfliktlösungs- und Steuerungsmethoden. Die Lehre des Wortes Gottes, Gebet und Buße etwa finden wir als wesentliche Elemente biblischer Gemeinschaft hier nicht erwähnt.


Bedenklich ist, daß Warren solche Kleingruppen dazu drängt, einen „Bund“ [covenant] zu schließen, also eine Selbstverpflichtung vor Gott, die keine neutestamentliche Grundlage hat. Zu dieser Selbstverpflichtung gehören Punkte, die an sich nicht verkehrt sind, aber mißbraucht werden können, so z. B. „Wir werden unsere wahren Gefühle mitteilen“ oder „Wir werden unsere Unterschiede annehmen“ (149 dt). Solche Selbstverpflichtungen bewirken dort Zerstörung wahrer Gemeinschaft, wo falsche Lehren und Praktiken eingeführt werden sollen oder die Duldung von Gruppenmitgliedern gefordert wird, mit denen es nach der Bibel keine Gemeinschaft geben kann.


Dieselbe Tendenz zur unbiblischen Gleichschaltung und zur Manipulation der Gemeinschaft finden wir in Warrens Ausführungen über „Die Gemeinde bewahren“ am 21. Tag. Was Warren über den Wert der Einheit der Gemeinde und über die Notwendigkeit zur Duldung von Unterschieden sagt, stimmt durchaus, solange es nicht um Sünde, Verführung und Irrlehren geht. Hier aber macht Warren keinen Unterschied und strebt so eine unbiblische, geistlich abzulehnende „Einheit“ an. Er fordert allgemein: „Konzentrieren Sie sich auf die Gemeinsamkeiten, nicht auf die Unterschiede“ und sagt später: „Wir sollten diese Unterschiede wertschätzen und genießen, nicht nur dulden. Gott möchte Einheit, nicht Gleichförmigkeit. Aber um der Einheit willen dürfen wir niemals zulassen, daß Unterschiede uns trennen“ (161).


Warren spricht nirgends über den Schutz der Gemeinde vor Irrlehre und Verführung, obgleich dies doch in der Bibel einen wichtigen Stellenwert hat (vgl. u. a. Mt 7,15-23; Mt 24,4; Apg 20,28-32; Röm 16,17; Gal 1,6-10; Gal 5,7-12; Kol 2,4-8; 1Tim 1,3-7; 1Tim 6,3-5; Tit 1,9-16; 2Pt 3,17-18; 1Joh 4,1-6; 2Joh 7-10; Jud 3). Er spricht nirgends von der Absonderung von z. B. der katholischen Kirche, mit der er gute Beziehungen pflegt. Er lehrt, wie seine modern-evangelikalen Kollegen, die unbiblisch-ökumenische Einheit aller Namenschristen, die alle Irrlehren und Verderbnisse einschließt.


Vor diesem Hintergrund ist es eine massive Drohung gegen jeden Gläubigen, der biblisch wachsam ist und prüft, wenn Warren sagt: „Wann immer ich einen anderen Christen verurteile, geschehen umgehend vier Dinge: Ich verliere meine Gemeinschaft mit Gott, ich lege meinen Stolz und meine Unsicherheit offen, ich setze mich dem Gericht Gottes aus und ich beeinträchtige die Gemeinschaft in der Gemeinde. Eine kritische Haltung ist eine teure Angelegenheit“ (162 dt). So scharf redet Warren von keiner anderen Sünde…



3. Lebensziel: Sie wurden erschaffen, um Christus ähnlich zu werden


Auch hier sagt Warren manches Zutreffende, aber er verfälscht die biblische Lehre von der Heiligung schwerwiegend, indem er viele wesentliche Aussagen der Bibel ausblendet - vor allem die Tatsache, daß wir mit Christus gekreuzigt und auferstanden sind und unser Fleisch und unsere Begierden bewußt in den Tod Jesu Christi geben müssen, um für Gott leben zu können (vgl. u. a. Gal 2,20; Röm 6,1-23; Kol 3,1-17), und auch die Tatsache, daß wir berufen sind, heilig zu leben, weil wir durch Christus geheiligt sind (vgl. u. a. 1Kor 1,30-31; Eph 4,17-32; 1Th 4,1-8; 1Pt 1,14-25). Ebensowenig wird deutlich gelehrt, was die Bibel über die Absonderung des Gläubigen von der Welt sagt (vgl. u. a. Joh 15,19; Joh 17,14; 2Kor 6,14-18; Gal 6,14; Jak 1,27; Jak 4,4; 1Joh 2,15-17). Alle diese biblischen Wahrheiten würden das verweltlichte, falsche Christentum bloßstellen, das Warren vermittelt.


Die Verleugnung der grundlegenden Lehre, daß das geistliche Leben des Gläubigen auf dem Fundament des Mitgekreuzigtseins mit Christus beruht, daß unser Eigenleben im Tod gehalten werden muß und dadurch sich erst das Auferstehungsleben des Christus in uns entfalten kann, gehört zu den folgenschwersten Verfälschungen in Warrens Buch. Es macht dieses „Christentum ohne Kreuz“ akzeptabel für die nicht wiedergeborenen Scheinchristen, die Warren in erster Linie anspricht. Dadurch wird alles andere, was Warren z. B. über „Hingabe“ (eine fleischlich-seelische Pseudohingabe, wie sie auch Katholiken oder Mystiker kennen) oder über „Versuchungen überwinden“ sagt, ebenfalls verfälscht und irreführend.


Warrens „Christentum“ ist eines, in dem der natürliche Mensch nicht den Tod, sondern wunderbare Gelegenheiten zur Selbstverwirklichung findet. Es ist bezeichnend, wie seine verfälschte Form von „völliger Übergabe“ sogleich mit menschlicher Eigensucht verbunden wird: „Die Bibel sagt kristallklar, welche Vorteile Sie davon haben, wenn Sie Ihr Leben Gott völlig ausliefern“ (82 - in der dt. Ausgabe beschönigt).


Christus ähnlich werden bedeutet laut Warren zuallererst „an andere denken“: „An andere zu denken ist das Herz der Christusähnlichkeit und der beste Beweis geistlichen Wachstums“ (183). Damit wird die wahre Gesinnung Jesu Christi verfälscht und auf eine rein menschliche Ebene heruntergezogen. Während Christus selbst zuallererst auf seinen Gott und Vater ausgerichtet war und alles tat, um den Willen des Vaters zu tun und Ihn zu verherrlichen, ist der falsche Christus Warrens zuerst auf Menschen ausgerichtet. Mitmenschlichkeit als höchste geistliche Tugend - das ist auch die Irrlehre der Liberalen, der Namenschristenheit.



4. Lebensziel: Sie wurden erschaffen, um Gott zu dienen


Das ist eine biblische Wahrheit, doch wie füllt Warren sie aus? Zunächst sagt er: „Gott hat Sie … erschaffen, um etwas Besonderes aus Ihrem Leben zu machen“ (223 dt). Warren erwähnt zwar, daß es unsere Bestimmung ist, Gott zu dienen, aber er kommt dann sehr schnell dazu, daß wir eigentlich Menschen dienen sollen: „Wenn Sie einem anderen Menschen auf irgendeine Weise [!] einen Dienst erweisen, dienen Sie auch Gott und erfüllen Ihre Berufung“ (223 dt).


Was beim Dienst für Gott weggelassen wird, ist die völlige Abhängigkeit von Gott im Dienen, daß der Dienst auch wirklich für den Herrn ist und nicht für Menschen (1Th 1,9; Gal 1,10; 1Th 2,4). Dagegen betont Warren die Vorteile des Dienens für den Menschen: „In Gottes Reich haben Sie einen Platz, eine Berufung, eine Rolle und eine Funktion zu erfüllen. Dadurch gewinnt Ihr Leben große Bedeutung und großen Wert“ (224 dt). Er lockt: „Der Dienst ist der Weg zu wahrer Bedeutung“ (228 dt).


Diese völlig menschliche, ungeistliche Linie in bezug auf den Dienst setzt sich fort, wenn Warren seinem Leser mitteilt: „Sie sind ein maßgefertigtes, einzigartiges, originales Meisterwerk“ (230 dt). Er geht dann darauf ein, daß der „gefühlsmäßige Herzschlag“ oder die „Leidenschaft“ sowie die natürlichen Interessen seit der Kindheit ein wichtiger Hinweis auf den von Gott gewollten Dienst seien (242 dt). Er behauptet: „Alle unsere Fähigkeiten kommen von Gott“ (237) und versteigt sich zu der Aussage: „Was ich zu tun in der Lage bin, das will Gott auch von mir getan haben“ (243, im Dt. weggelassen).


Und was ist mit der „Fähigkeit“, Menschen zu betrügen oder zu bestehlen? Mit der „Fähigkeit“ zum Schauspielen oder zur Hellseherei? Müssen nicht gewisse natürliche Begabungen einfach in den Tod gegeben werden um Christi willen? Das gilt auch für die z. T. immer noch von der Sünde geprägte Persönlichkeit des Christen, die Warren hoch bewertet. Dabei benutzt er die völlig unbiblische, vom okkulten Heidentum und dem Spiritisten C. G. Jung entwickelte Temperamente-Psychologie und unterscheidet Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker und Phlegmatiker sowie introvertierte und extravertierte Typen. Aus den verschiedenen Faktoren leitet er das Profil (SHAPE) des Einzelnen ab und behauptet: „Ihr Profil einzusetzen ist das Geheimnis sowohl der Fruchtbarkeit als auch der Erfüllung im Dienst … Je besser alles paßt, desto erfolgreicher werden Sie sein“ (248).



5. Lebensziel: Sie wurden erschaffen, um einen Auftrag zu erfüllen


Als letztes behandelt Warren den Missionsauftrag, den jeder Christ hat - wiederum eine durchaus biblische Sache. Aber wie kennzeichnet Warren diesen Auftrag? „Die Aufgabe, die Jesus hier auf Erden hatte, ist nun unsere Aufgabe, weil wir der Leib Christi sind. … Worin besteht diese Aufgabe? Menschen mit Gott bekannt zu machen!“ (278 dt). Im amerikanischen Original fährt er fort: „Die Bibel sagt: ‚Christus machte aus uns Feinden seine Freunde und gab uns die Aufgabe, auch andere zu seinen Freunden zu machen.' [2Kor 5,18 n. TEV] Gott will Menschen von Satan loskaufen und sie mit sich versöhnen, damit wir die fünf Lebensziele erfüllen können, für die er uns geschaffen hat …“ (282).


All das ist eine sehr verwässerte und unbiblische Wiedergabe des biblischen Missionsauftrages. Immer wieder ersetzt er den biblischen Begriff „Laßt euch versöhnen mit Gott!“, der auf die Rebellion und Schuld des Menschen vor Gott hinweist, durch das humanistisch-oberflächliche „Schließt Freundschaft mit Gott!“ [Become friends with God] (283). Die biblischen Begriffe Verdammnis und Bekehrung werden verfälscht zu psychologischen Beziehungsangelegenheiten: Die Menschen ohne Christus „gehen auf die ewige Trennung von Gott zu“; unsere Aufgabe sei es, ihnen dabei zu helfen, „eine ewige Beziehung mit Gott einzugehen“ (284).


Auch hier taucht wieder die Selbstwert-Irrlehre Schullers auf, wenn Warren die Vorteile des Missionsauftrages für den Menschen unterstreicht: „Natürlich ist es eine große Verantwortung, aber es ist auch eine unbeschreibliche Ehre, von Gott gebraucht zu werden … Ihre Aufgabe beinhaltet zwei Privilegien: mit Gott zu arbeiten und ihn zu repräsentieren. Wir werden Gottes Partner beim Aufbau seines Königreiches“ (279 dt). Paulus redet davon, daß er ein Sklave Jesu Christi ist, nicht ein scheinbar ebenbürtiger „Partner“. Die biblische Gottesfurcht wird bei Warren ausgelöscht und der Mensch zum gleichwertigen Gegenüber Gottes erhoben.


Fortsetzung folgt
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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 5




4. Die sanfte Verführung durch „Leben mit Vision“



Wenn wir das Buch „Leben mit Vision“ als Ganzes bewerten, dann müssen wir sagen, daß es keine wirklich biblische Lehre des Evangeliums und des christlichen Glaubenslebens vermittelt. Es handelt sich vielmehr um eine unterschwellige, oft schwer zu erkennende Irreführung der Gläubigen. Sie entsteht erstens dadurch, daß Warren wichtige Aussagen und Lehren der Bibel wegläßt, zweitens dadurch, daß er wesentliche Lehren der Bibel verfälscht, indem er sie humanistisch verwässert und sie auf eine psychologisch-menschliche Ebene bringt, und drittens dadurch, daß er vermischt mit biblisch richtigen Aussagen verwirrende, verführerische Aussagen macht, die den Leser öffnen für Irrlehren.


Warrens fünf Prinzipien sind eine Verkürzung und Verfälschung der biblischen Wahrheit, die die Gläubigen vom eigentlichen Wesen der Christusnachfolge ablenkt und auf einen völlig falschen, menschlichen Weg irreführt. Die Gläubigen werden vom einfachen Gehorsam gegenüber Gottes Wort und der ständigen Abhängigkeit von der Leitung des Herrn durch den Heiligen Geist weggeführt und zu einem eigenmächtigen Wirken nach menschlichen Zielvorgaben verleitet, bei denen der Mensch sich von Christus unabhängig macht, dafür aber abhängig wird von der Manipulation gut geschulter Menschenführer. Wir wollen noch kurz auf einige weitere verführerische Züge dieses Buches eingehen.



4.1 Rick Warrens irreführender Umgang mit der Bibel


Es fällt auf, daß Warren kaum je den Versuch macht, seine Aussagen wirklich von der Lehre der Bibel her abzuleiten und biblisch zu begründen. Er hat zwar laut Verlag fast 1.000 biblische Zitate und über 200 weitere Verweise angeführt, aber in den meisten Fällen sind die angeführten Bibelzitate in keinem klaren und nachvollziehbaren Zusammenhang mit dem, was Warren damit begründen will - zumindest wenn man eine wortgetreue Bibelübersetzung bzw. den Originaltext der Bibel zugrundelegt.


Warrens Buch zeichnet sich nämlich dadurch aus, daß es fast ausschließlich sehr ungenaue moderne Übertragungen als „Bibel“ anführt - Übertragungen, deren Text weit abweicht von dem, was Gott auf Hebräisch und Griechisch durch Seine heiligen Apostel und Propheten niederschreiben ließ. Er hat aus 15 verschiedenen Übersetzungen jeweils dasjenige Zitat ausgewählt, das sich am besten zur Illustration seiner Ausführungen eignete - wenn man aber die Bibelstelle in einer wortgetreuen Übersetzung nachliest, kommt meist ein ganz anderer Sinn heraus, der Warrens Behauptungen oft direkt widerlegt. Wenn Warren ausschließlich eine wortgetreue Übersetzung verwendet hätte, dann hätte er sein Buch so gar nicht schreiben können, weil dann die Haltlosigkeit und mangelnde biblische Begründung seiner wichtigen Aussagen offenbar gewesen wäre. So aber benutzt er verfälschende Übertragungen, die von demselben weltförmigen Geist geprägt sind wie er auch, und alle scheint zu passen.


Das kommt besonders deutlich im amerikanischen Original zum Tragen, denn Warren führt dort vielfach Übertragungen an, die so radikal vom Original abweichen, wie es im Deutschen bisher nur die „Volxbibel“ tut. Auf S. 25 zitiert er aus seiner Lieblingsübertragung, The Message von Eugene H. Peterson, die überhaupt keine Übersetzung ist, sondern eine massive Verfälschung der Heiligen Schrift: „… Ihr Leben hat einen tiefen Sinn! Wir entdecken diesen Sinn und Zweck nur dann, wenn wir Gott zum Bezugspunkt unseres Lebens machen. Die Übertragung The Message sagt in Römer 12,3: ‚Die einzige zuverlässige Weise, wie wir uns selbst verstehen können, ist durch das, was Gott ist und durch das, was er für uns tut'“. Wenn wir in einer wortgetreuen Bibel nachlesen, dann bezieht sich diese abenteuerliche Aussage auf die Worte: Denn ich sage kraft der Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, daß er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern daß er auf Bescheidenheit bedacht sei, wie Gott jedem einzelnen das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Kein Wunder, daß die deutsche Übersetzung diese Verfälschung dadurch zudeckt, daß sie stattdessen einen anderen Vers, Röm 12,2, aus der „Guten Nachricht“ anführt.


In dem Abschnitt, wo Warren völlig gegen die Bibel fragt: „Was bringt Gott zum Lächeln?“ führt er ein „Bibelzitat“ an, in dem 4Mo 6,25 so wiedergegeben wird: „Möge der HERR Euch zulächeln“. In wortgetreuer Wiedergabe heißt diese Stelle: „Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir“ und ist Teil des aaronitischen Priestersegens! Später sagt er über Noah: „Aber es gab einen Mann, der Gott zum Lächeln brachte“, und führt dann eine Übertragung von 1Mo 6,8 aus der Living Bible an, die besagt: „Noah war eine Freude für den Herrn“. In wortgetreuer Übersetzung lesen wir: „Noah aber fand Gnade in den Augen des HERRN“. Das ist ein gewaltiger Unterschied und stützt keinesfalls Warrens verführerische Ausführungen über einen milde lächelnden Gott. Am Anfang seines Abschnittes über „Gemeinschaft“ führt Warren ebenfalls The Message bei Jak 3,18 an: „Ihr könnt nur dann eine gesunde, widerstandsfähige Gemeinschaft entwickeln, die mit Gott recht lebt, und ihre Ergebnisse genießen, wenn ihr die harte Arbeit auf euch nehmt, miteinander auszukommen und einander mit Würde und Ehrerbietung zu behandeln“. Das ist die „Deutung“ von Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.


Aber es gibt auch Bibelstellen, die regelrechte Irrlehren fördern, etwa wenn Warren Eph 4,24 nach God's Word Translation ganz im Sinne der Schlange im Garten Eden so wiedergibt: „Ihr wurdet … geschaffen, um wie Gott zu sein, wahrhaft gerecht und heilig“ (wortgetreu: und den neuen Menschen angezogen habt, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit. Ähnlich auf S. 88, wo Warren Eph 4,6b nach der New Century Version anführt: „Er regiert alle Dinge und ist überall und ist in allen Dingen“ [he rules everything and is everywhere and is in everything]. Das ist eine klassische Irrlehre des Heidentums, das Gott in allen Dingen sieht. In gesunden Bibelübersetzungen liest sich das so: ein Gott und Vater aller, über allen und durch alle und in euch allen. Gott ist in allen Gläubigen, aber nicht in allen Dingen, auch nicht in allen Menschen, wie die New-Age-Irrlehrer behaupten.


Ähnlich massive Verfälschungen der biblischen Lehre finden sich, wenn Warren Mt 6,25 nach The Message anführt: „Selbsthilfe ist gar keine Hilfe. Selbstaufopferung ist der Weg, mein Weg, damit du dich selbst findest, dein wahres Selbst“. In wortgetreuer Übersetzung steht dort geschrieben: Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. The Message bringt hier eine Mischung von Psychologie und New Age hinein, die dem Text selbst völlig fremd ist, aber gut zu Warrens falscher Botschaft paßt. Ähnlich irreführend ist The Message in Röm 8,6: „Zwanghafte Beschäftigung mit seinem selbst ist in diesen Dingen eine Sackgasse [dead end]; wenn wir auf Gott achten, dann führt uns das hinaus ins Freie, in ein weites, freies Leben“ (wortgetreu: Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden).


Bei dem allem müssen wir bedenken, daß Warren selbst von sich sagt, daß er ganz bewußt verschiedene Übersetzungen benutzte und jeweils diejenige aussuchte, die seiner Meinung nach treffend war. „Ich habe bewußt Übertragungen [paraphrases] benutzt, um Ihnen zu helfen, Gottes Wahrheit auf neue, frische Weise zu sehen“ (325). Durch solche Übertragungen wird aber die wahrheit Gottes verfälscht und verdunkelt (vgl. die ESRA-Broschüre Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe). Der deutsche Leser bekommt diese Verfälschungen nur zum Teil mit, weil für die Übersetzung keine so weitgehenden Übertragungen vorhanden waren. Aber wir müssen festhalten: Jemand, der als Lehrer in der Gemeinde Jesu Christi auftritt und so betrügerisch mit dem Wort Gottes umgeht, verdient nicht das Vertrauen der Gläubigen; er gehört zu denen, vor denen das Wort Gottes uns in 2Kor 2,15 und 2Kor 4,2-5 warnt.



4.2 New-Age-Gedanken und irreführende Schlüsselbegriffe


Rick Warren vertritt in seinen Büchern keine offenen, massiven Irrlehren. Er ist ein moderner Evangelikaler, der weiß, was man sagen muß, um kein Mißtrauen bei Gläubigen zu erregen. Aber an vielen Punkten schreibt er Aussagen, die von Irrlehren beeinflußt und geprägt sind und seine Leser auf die falsche Fährte verführerischer Lehren setzen, ohne daß ihnen dies bewußt wird. Wir haben schon einige Beispiele dafür gesehen. Einige ehemalige Anhänger des New Age, die zum Glauben an den Herrn Jesus Christus kamen, haben darauf aufmerksam gemacht, daß Warren an einigen Stellen Auffassungen vertritt und Leute zitiert, die dem New Age zugehören oder zumindest den Leser in diese Richtung irreführen (vgl. Warren Smith, Deceived on Purpose). Diese Hinweise lassen sich nicht so leicht entkräften, wie es etwa Richard Abanes in seinem Rechtfertigungsbuch Rick Warren - es geht nicht um mich tun möchte.


Unbestreitbare Tatsache ist, daß Warren Anhänger von New-Age-Lehren, Theosophie und anderen bösartigen Irrtümern zitiert - so George Bernhard Shaw (33), Aldous Huxley (248), den Arzt und Spiritisten Bernie Siegel (31) und gleich zweimal den katholischen Priester und Mystiker Henri Nouwen, der ebenfalls New-Age-Lehren vertritt (108, 269). Warren verwendet (im amerikanischen Original) New-Age-Begriffe wie „Paradigmenwechsel“ (ein Wort, das sogar der Fremdwörter-DUDEN dem New Age zuordnet!), „spirituelle Reise“ (309), „globales Denken“ (300), „kosmischer Zweck“ (21) oder „Initiation“ (121). Warren distanziert sich zwar in allgemeinen Worten vom New Age (170 dt), aber an anderen Stellen des Buches öffnet er Türen zu dessen falschen Lehren oder versäumt es, sich klar gegen solche Lehren abzugrenzen.


4.3 Mystik und Ökumene


Eine besonders gefährliche Brücke zum New Age und zur endzeitlichen Welteinheitsreligion ist die „christliche“ Mystik (Fremdwörter-DUDEN: „[gr.-lat.-mlat.: ‚Geheimlehre']: besondere Form der Religiosität, bei der der Mensch durch Hingabe u. Versenkung zu persönlicher Vereinigung mit Gott zu gelangen sucht“). Diese verführerische Irrlehre befürwortet Warren wortreich in seinen Ausführungen am 11. Tag über „Gottes bester Freund sein“ (85-91; 83-89 dt). Hier zitiert er empfehlend die Lehren des katholischen Mönches „Bruder Laurentius (Lorenz) von der Auferstehung“ über „Die Gegenwart Gottes“ aus dem 17. Jh. Dieses mystische, verführerische Buch hat offenkundig einen weitreichenden Einfluß bei modernen Evangelikalen in den USA (auch Bill Hybels empfiehlt es). Selbst gottesfürchtige Gläubige wie Tersteegen und Tozer sind durch den Betrug der Mystik irregeführt worden.


Die Lehren des Laurentius über ein mystisches „Leben in der Gegenwart Gottes“ klingen fromm und tief spirituell (dasselbe gilt für andere mystische Verführer wie Madame de Guyon), aber sie haben keine wirkliche biblische Grundlage, sondern verleiten zum Kontakt mit falschen Geistern. Der neutestamentliche Gläubige weiß, daß er in Christus ist, daß Christus durch den Heiligen Geist in ihm wohnt und er deshalb Gemeinschaft mit Gott hat. Andererseits ist uns ein ständiges „Spüren der Gegenwart Gottes“ nirgends verheißen; wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Noch weniger lehrt die Bibel, daß wir eine solche Empfindung der „Gegenwart Gottes“ durch bewußte Techniken und Übungen wie Versenkung, wiederholte Gebetsformeln oder über die Vorstellungskraft herbeiführen dürfen. Das führt in die Fallstricke der heidnischen Mysterienreligionen mit ihren uralten Meditations- und Imaginationstechniken, die dem Satan und seinen irreführenden Geistern Gelegenheit geben, sich zu manifestieren und die Menschen mit ihrer dämonischen „Gegenwart“ und dämonischen „Eingebungen“ zu verführen.


Rick Warren empfiehlt seinen Lesern nicht nur die mystischen Lehren des Laurentius, sondern er ermutigt sie konkret, durch „Atemgebete“ (kurze formelhafte innerliche „Gebete“ im Atemrhythmus) in der „Gegenwart Gottes“ zu bleiben. Man solle solche Sätze wie „Du bist bei mir“ oder „Ich empfange deine Gnade“ innerlich immer wieder sagen (89; 86 dt). Er sagt auch entlarvenderweise: „… Sie müssen sich zwingen, zu verschiedenen Zeiten am Tag an Gott zu denken … Sie müssen Ihr Bewußtsein darin trainieren, an Gott zu denken … Sich Gott zu vergegenwärtigen ist eine [erlernbare] Fertigkeit [skill], eine Gewohnheit, die Sie entwickeln können“ (89; die unterstrichenen Wörter sind im Dt. weggelassen). Als Hilfe empfiehlt er auch die uralte heidnische Praktik der katholischen Stundengebete: „Die Benediktinermönche nutzten den stündlichen Schlag einer Uhr dazu, sie daran zu erinnern, daß sie eine Pause machten und das ‚Stundengebet' beteten“ (89). Warren erwähnt auch Gary Thomas positiv, einen Autor, der seinerseits Jungsche Psychologie und meditative Atemgebete empfiehlt.


Bei den meditativen „Atemgebeten“ handelt es sich eindeutig um eine heidnische „Gebets“technik, die das Wort Gottes ausdrücklich verbietet: „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern [od. leere Wiederholungen gebrauchen; vgl. King-James-Bibel] wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet“ (Mt 6,7-8). Letztlich wirken diese immer wiederholten Sätze wie ein Mantra, das als Meditationstechnik eingesetzt wird und nicht zur Gemeinschaft mit dem wahren Gott führt, sondern zur Gemeinschaft mit den Dämonen.


Zugleich empfiehlt Warren auch Meditation, die er ebenfalls als Technik auffaßt („Doch Meditation ist einfach zielgerichtetes Denken - eine Fähigkeit, die jeder lernen und an jedem Ort einsetzen kann - 88 dt). Auch wenn Warren an dieser Stelle hauptsächlich das Nachdenken über das Wort Gottes erwähnt, öffnet er an anderer Stelle die Tür für weitergehende heidnische Meditationspraktiken, indem er zweimal den katholischen Mystiker Henri Nouwen anführt (106, 266 dt). Nouwen aber befürwortet klassische esoterische Meditation, die eine Entleerung des Bewußtseins und ein Ausschalten des Denkens bewirkt, um zu einer mystischen „Vereinigung mit Gott“ zu kommen. Nouwen bekannte am Ende seines Lebens, daß er daran glaube, daß es verschiedene Wege zu Gott gebe und daß auch heidnische Mystiker in ihrer Meditation eine echte Begegnung mit Gott erlebten. Warren zitiert auch den katholischen Mystiker Johannes vom Kreuz (105 dt). Damit verführt er seine Leser dazu, die eindeutig dämonische und heidnische katholische Mystik als echte biblische Frömmigkeit anzusehen.


Hier wird auch die ökumenische Irreführung deutlich, die von Warren durchgängig betrieben wird. Nicht nur fehlt jede Warnung vor dem falschen Evangelium und dem antichristlichen Anspruch der römischen Kirche, sondern durch zustimmendes Zitieren katholischer Autoritäten (dazu gehören neben Laurentius, Nouwen und Johannes vom Kreuz auch Madame de Guyon, Mutter Teresa und der „Hl.“ Irenäus) erweckt er den Eindruck, die Lehrer und Lehren der katholischen Kirche seien echt christlich und unbedenklich.


* * *


Am Schluß unserer Untersuchung müssen wir feststellen, daß das Buch „Leben mit Vision“ keine gesunde biblische Botschaft enthält. Es enthält ein verfälschtes „positives“ Evangelium des Selbstwertes und der Selbstverwirklichung, das niemanden retten kann, sondern seine ungläubigen Leser auf den breiten Weg irreleitet, der ins Verderben führt. In erster Linie ist es jedoch ein geschickt zusammengestelltes Instrument zur Umprogrammierung von Christen. Es zielt darauf ab, gläubige Christen vom schmalen Weg der echten Christusnachfolge wegzulocken auf den modernen, großzügig ausgebauten breiten Weg, auf dem die Gemeinde angeblich die Welt gewinnen und nachhaltig beeinflussen kann. Dieses Buch bringt - geschickt vermischt mit biblischen Wahrheiten - weltliches Denken und weltliche Lehren in die Gemeinde, die diese letztlich verderben und verführen. Es ist, wie auch sein Gegenstück, „Kirche mit Vision“, Teil einer klug geplanten Strategie, die aus einstmals evangelikalen, von bibeltreuen Grundsätzen noch geprägten Gemeinden moderne, vom biblischen Glauben losgelöste, ökumenisch-weltförmige Gemeinden machen soll.


Wenn in dieser Schrift eine solch klare Warnung vor Rick Warren, „Leben mit Vision“ und der damit verbundenen Bewegung ausgesprochen wird, so geschieht dies nicht leichtfertig, sondern nach einer gründlichen Prüfung. Manche Brüder hierzulande meinen, es sei auch viel Gutes in Warrens Büchern zu finden; sie erwecken den Eindruck, als sei Warren ein aufrichtiger bibeltreuer Christ, der leider auf gewisse Abwege gekommen sei. Wenn wir aber die Äußerungen und Handlungen von Rick Warren, seine Methoden und Vorbilder gründlicher ansehen, so wird deutlich, daß es sich hier um Verführung handelt, nicht um vernachlässigbare Irrtümer eines aufrechten Predigers. Es ist unbestreitbar, daß sich in Rick Warrens Büchern viele an sich zutreffende Aussagen finden. Aber sie sind vermischt mit so massiven Verfälschungen der biblischen Wahrheit, daß wir das Ganze als verkehrt und gefährlich einstufen müssen.


Fortsetzung folgt


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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 6




5. Rick Warren - ein Werkzeug Gottes?



Rick Warren stellt sich als ein demütiger Diener Gottes dar, der allein auf die Gewinnung von Fernstehenden für Christus und auf die Förderung christlicher Gemeinden bedacht ist. Aber wenn wir seine Lehren und die Früchte seines Dienstes nüchtern von der Bibel her prüfen, wie es uns aufgetragen ist, dann entsteht ein anderes Bild. Dies ist auch das Ergebnis der Prüfung durch einige ernste Gläubige in den USA selbst, die zu vergleichbaren Schlußfolgerungen kommen wie auch der Verfasser dieser Schrift.


Was Rick Warren in „Leben mit Vision“ und „Kirche mit Vision“ (Purpose-Driven Church = PDC) lehrt, ist nicht die gesunde, lautere Lehre der Schrift, sondern eine verführerische Mischung, von Wahrheiten, Halbwahrheiten und falschen Lehren. Die Anhänger der Gemeindewachstumsbewegung versuchen, Rick Warren reinzuwaschen; dazu wurde extra das Buch von Richard Abanes veröffentlicht. Aber dieses Buch kann die geistlichen Einwände gegen Warren nicht entkräften; es verschweigt wesentliche Fakten und gibt ein sorgfältig retuschiertes Bild, um verunsicherte Anhänger zu beruhigen. Es geht uns gar nicht darum, über Warrens Motive zu richten. Auch Menschen, die subjektiv aufrichtig meinen, Gott zu dienen, können irregeführt sein und andere in die Irre führen. Hier sollen einige Fakten zusammengestellt werden, die zeigen, daß Rick Warren nach den Maßstäben der Bibel kein treuer Diener Gottes ist.



5.1 Rick Warren und Robert Schuller


Rick Warren gehört zu den Schülern Robert Schullers, die durch seine Leiterschaftskurse entscheidend beeinflußt wurden. Das ist ein nachweisbarer Fakt, den Warrens Frau Kay in einem unbedachten Moment offen aussprach: „Er [Schuller] hatte einen tiefgreifenden Einfluß auf Rick“ (Abanes, 95). Warren selbst gibt zu, daß er den Lehrgang Schullers durchlaufen hat und von dessen Buch Your Church has Real Possibilities (Neuauflage Your Church Has a Fantastic Future = YCFF) angeregt wurde (PDC, 190). Warren war auch mehrmals als Redner bei Schullers Lehrgängen; einmal finden wir folgendes Echo in der Presse: „Mehr als 80 homosexuelle und lesbische Pastoren und Laienleiter aus den Metropolitan Community Churches nahmen an dem diesjährigen Robert Schuller Institute for Successful Church Leadership in Schullers Kristallkathedrale teil. Unter den Referenten waren Bill Hybels, John Maxwell und Rick Warren“ (RECORD Newsletter Spring `97 Evangelicals Concerned).


Abanes behauptet, Rick Warren habe sich ab 1998 von Schuller distanziert. Das mag durchaus sein, denn die Verbindung zu dem Irrlehrer Schuller ist für Warrens Arbeit unter Baptisten und anderen konservativeren Evangelikalen sehr abträglich. Aber die äußere Distanzierung widerlegt nicht die inhaltlichen Einflüsse, die bei Warren erkennbar sind. In der Einleitung zu Purpose Driven Church gibt Warren einen Grundsatz aus Schullers Lehrgang als seine eigene Überzeugung wieder: „Ich glaube, daß die größten Gemeinden erst noch entstehen werden“ (15) - praktisch im selben Wortlaut zitiert ein Lehrgangsteilnehmer das Motto Schullers (YCFF 235). Auch andere Aussprüche Warrens sind Echos von Aussprüchen, die Schuller geäußert hat, so z. B. „Der Schuh darf nie dem Fuß sagen, wie groß er werden darf“ (PDC 46; vgl. YCFF 44). Warren zitiert in „Leben mit Vision“ auf S. 54 einen völlig unbiblischen Ausspruch des Kirchenvaters Irenäus („Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch“), der sich in ähnlicher Weise gleich zweimal in Schullers Buch über Self Esteem findet (58; 129).


Warrens Grundsatz, bei den empfundenen Bedürfnissen [felt needs] der Fernstehenden anzuknüpfen (PDC 40), stammt ebenfalls direkt von Schuller (find a need and fill it). Nicht nur Warrens Meinungsumfrage unter den Fernstehenden ahmt Schullers Vorbild nach, sondern auch der Name „Community Church“ (den übrigens auch Bill Hybels und andere Mega-Gemeindegründer übernommen haben), folgt dem Ratschlag Schullers und entspringt seiner Lehre, „eine Gemeinde sollte für die Bedürfnisse der Menschen in ihrer städtischen Region [community] sorgen“ (YCFF 25).


In der Darstellung von „Leben mit Vision“ haben wir mehrfach auf Schullersches Gedankengut bei Warren hingewiesen, besonders was den Bereich des „Selbstwertes“ des Menschen angeht (vgl. S. 21-23; 24-26; 28-29; 32-33 in dieser Broschüre). Warren hütet sich, die extremeren Irrlehren Schullers in seinen Büchern zu propagieren, aber dessen Grundrezept, die Botschaft positiv, ermutigend und aufbauend zu halten und „negative“ Botschaften zu vermeiden, prägt das ganze Buch. Ein Artikel Warrens in der großen weltlichen Frauenzeitschrift Ladies Home Journal vom März 2005 zeigt unverhüllt, wie tief er Schuller Gedankengut verinnerlicht hat:


„Lernen Sie, sich selbst zu lieben! Ist Ihre Selbstachtung (self esteem) immer noch wacklig nach so vielen Jahren? Diese fünf einfachen Wahrheiten werden Ihnen zeigen, daß Sie nicht perfekt sein müssen, um von unschätzbarem Wert zu sein … Nehmen Sie sich selbst an … Gott nimmt uns bedingungslos an … Lieben Sie sich selbst … Seien Sie wahrhaftig zu sich selbst … Vergeben Sie sich selbst … Glauben Sie an sich selbst“.


Ein schwerwiegender Beweis, wie konsequent Warren Schullers Irrlehren vom „Positiven Denken“ übernommen hat, ist die erstaunliche Ankündigung seiner Vision für die Saddleback-Gemeinde. Am 30. März 1980 sprach Warren vor den wenigen Zuhörern seines allerersten „Probegottesdienstes“ und verkündete seinen „großen Traum“, seine „Vision“, die u. a. beinhaltete:


„… Es ist der Traum, 20.000 Mitglieder in die Gemeinschaft unserer Gemeindefamilie aufzunehmen, die miteinander lieben, lernen, lachen und in Harmonie zusammenleben. … Es ist der Traum von mindestens 20 Hektar Land, auf denen eine regionale Gemeinde für den südlichen Orange-Bezirk gebaut werden wird - mit schönen und doch einfachen Gebäuden, einschließlich eines Gottesdienstzentrums mit tausenden von Sitzplätzen, eines Seelsorge- und Gebetszentrums, Unterrichtsräumen für Bibelstudien und die Ausbildung von Laienmitarbeitern sowie eines Freizeitbereichs. All dies wird darauf ausgerichtet sein, dem ganzen Menschen zu dienen - geistlich, emotional, körperlich und gesellschaftlich -, und wird in eine friedvolle, anregende Gartenlandschaft eingebettet sein. Ich stehe heute vor Ihnen und stelle in zuversichtlicher Gewißheit fest, daß diese Träume Wirklichkeit werden. Weshalb? Weil sie von Gott inspiriert sind!“ (PDC, 43)


Diese Vision klingt bemerkenswert, angesichts der Tatsache, daß sie sich zwanzig Jahre später ziemlich wörtlich erfüllt hat. Der ahnungslose Leser wird vielleicht Warren zustimmen und sagen, daß sie wohl von Gott inspiriert sein muß, wenn sie sich so erfüllt hat. Nun, zunächst ist vieles darin von Schullers Vorbild der Chrystal Cathedral inspiriert. Aber das erklärt nicht alles. Wenn man Schullers Schriften kennt, wird erschreckend deutlich, daß Warren hier nach den von Schuller gelehrten Gesetzen des positiven Denkens gehandelt hat. In seinem ersten Buch Move Ahead With Possibility Thinking (New York, NY [Jove Book] 1978) schreibt Schuller bereits:


„Der Glaube bekräftigt den Erfolg, bevor er eintritt. Der Glaube beansprucht den Sieg, bevor er errungen ist. Es ist sehr schwer, so zu handeln, aber äußerst wichtig. … Die Wahrheit ist, daß Leute, die Berge versetzen, kühn ihren Erfolg vorhersagen … Sie wissen, daß sie den Eindruck vermitteln müssen, daß sie Gewinner sind, sonst werden sie nie die Gefolgschaft bekommen, die sie brauchen, um ihr Ziel zu erreichen. … Bekräftige den Erfolg, und Du wirst dich selbst als Gewinner visualisieren“ (199).


In seinem späteren Buch If It's Going to Be, It's Up to Me (New York [HarperPaperbacks] 1998) schreibt Schuller: „Geben Sie Ihrem Traum eine Stimme … Erster Schritt: Sie verkünden ernsthaft und mit Enthusiasmus das neue Ziel, das Sie sich vorgenommen haben … Sie zeigen Ihre Zuversicht und geben ihr Ausdruck. Sie setzen offen und ehrlich und vollständig Ihren Enthusiasmus frei“ (108/109). Das lehrt Schuller auch in seinen Leiterschaftskursen: „… nur Träume, die öffentlich verkündet werden, werden zu Zielen“ (YCFF 63); „Das Denken in Möglichkeiten macht großartige Ankündigungen“ (YCFF 76). Letztlich lehrt Schuller hier heidnische Magie, und Warren ist seiner verführerischen Spur gefolgt. Daß diese Art von „Positivem Denken“ im Zeitalter der betrügerischen Zeichen und Wunder durchschlagenden Erfolg hat, darf den nachdenklichen Bibelleser nicht verwundern. Auf dieselbe Weise hat Yonggi Cho in Korea die größte Kirche der Welt „gebaut“ - mit magischen positiven Bekenntnissen und Visualisierungen von konkreten Wachstumszielen, die er Stufe um Stufe erreichte.



5.2 Rick Warren und die weltlichen Managementexperten


Rick Warren bekennt, daß er über viele Jahre von Peter Drucker beraten und geprägt wurde, einem der einflußreichsten Lehrer des modernen Managements: „Peter Drucker … er ist mein Mentor. Ich habe 20 Jahre unter seiner Anleitung verbracht und von ihm über Leiterschaft gelernt“ (Pew and Religion Forum 23. 5. 2005). Drucker aber vertrat kein biblisches Christentum - obwohl er sich wie zahllose nicht wiedergeborene Amerikaner als „Christ“ bezeichnete -, sondern rein weltliche Lehren zur effektiveren Gestaltung weltlicher Organisationen. Er nahm auch zen-buddhistisches und konfuzianisches Gedankengut auf und hoffte auf ein „Neues Zeitalter“ (new age) (vgl. versch. Artikel bei www.nuntia.info). Er wollte das bestehende weltliche System besser machen und dafür nicht nur den Wirtschaftssektor beeinflussen, sondern auch den Regierungs- und den gesellschaftlichen Sektor, in dem er den Kirchen eine besondere Rolle zumaß. Warren hat Druckers Lehre vom „dreibeinigen Stuhl“ (Staat - Wirtschaft - soziale Organisationen) übernommen und betreibt aufgrund dieser Lehre eine Einbindung der Gemeinde in die Angelegenheiten der weltlichen Gesellschaft, die der Bibel völlig zuwiderläuft.


Rick Warren arbeitet auch seit Jahren mit dem Management-Experten Ken Blanchard zusammen, der sich als „wiedergeborener Christ“ bezeichnet, aber immer wieder Bücher mit okkultem bzw. esoterischem Inhalt empfiehlt, u. a. den New-Age-Autor Deepak Chopra und ein Buch mit dem Titel „Was würde Buddha bei der Arbeit tun?“. Im Vorwort zu dem letztgenannten Buch schreibt er: „Ich suche nach inspirierenden Botschaften bei einer Vielzahl von Quellen neben Jesus. Unsere Leute müssen Worte der Weisheit von großen Propheten und geistlichen Führern wie Buddha, Mohammed … Yogananda und dem Dalai Lama hören. … Buddha zeigt den Weg und lädt uns ein, unsere Reise zur Erleuchtung zu beginnen“. Blanchard befürwortet das Praktizieren von Yoga und behauptet, durch einen offen okkulten „spirituellen Lehrgang“ in seinem „geistlichen Leben“ entscheidend bereichert worden zu sein. Warren beteiligt sich an Blanchards „Lead like Jesus“-Schulungen und war zumindest bis 2005 Mitglied im Aufsichtsrat der „Lead Like Jesus“-Organisation - zusammen mit Bill Hybels und New-Age-Befürwortern wie Laurie Beth Jones und Mark Viktor Hansen. 2005 bat Warren Ken Blanchard, ihm bei der Umsetzung seines PEACE-Plans zu helfen (vgl. www.letusreason.org).



5.3 Offenheit für Ökumene und Irrströmungen bei Warren


Obwohl Rick Warren den Anschein erweckt, ein bibeltreuer Christ zu sein, wird an vielen Äußerungen und Taten deutlich, daß er, ganz wie seine neu-evangelikalen Kollegen, bereit ist, mit fast jeder endzeitlichen Verführung zusammenzuarbeiten und die biblische Wahrheit für eine möglichst weite Popularität in der Welt zu opfern. Das kommt auch in seinen Büchern zum Ausdruck, wird dort aber noch getarnt. Aber in Interviews und bei anderen Gelegenheiten läßt Warren offen erkennen, wo er steht:


** Zusammenarbeit mit Extremcharismatikern: Warren hat in seinen Büchern charismatische Irrlehren in bezug auf „Lobpreis und Anbetung“ vermittelt („Anbetung ist ein mächtiges Zeugnis für Ungläubige, wenn sie die Gegenwart Gottes spüren und wenn die Botschaft verständlich ist. … Es werden mehr Leute dadurch für Christus gewonnen, daß sie Gottes Gegenwart spüren, als durch all unsere apologetischen Argumente zusammengenommen“ - PDC 241). In seinen Büchern werden Charismatiker wie Floyd McClung, Matt Redman und Jack Hayford positiv erwähnt. In einem Gespräch mit David Yonggi Cho sagt er: „Ich habe Ihre Bücher über Visionen und Träume gelesen - sagen Sie bitte den Pastoren, wie Sie die Stimme des Heiligen Geistes hören. … Welchen Rat würden Sie einem Prediger geben, der gerade frisch begonnen hat? … Denken Sie, die amerikanischen Gemeinden sollten offener sein für das Gebet um Wunder?“ Rick Warren war Sprecher auf einer Gemeindewachstumskonferenz, die Yonggi Cho 1997 abhielt. Er war als Sprecher bei den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Pfingstbewegung in Los Angeles im April 2006 - zusammen mit Irrlehrern wie Benny Hinn, David Yonggi Cho und Kenneth Copeland. Über den gefährlichen Verführer John Wimber sagte Warren: „Ich werde John Wimber als einen Mann in Erinnerung behalten, der wirklich Jesus mehr als irgend etwas anderes liebte. Ich genoß unsere Gespräche immer, weil diese Liebe zu Christus eine ungewöhnliche Leidenschaft in seinem Leben hervorbrachte, die ansteckend war. Das werde ich vermissen. Noch in hundert Jahren werden die Leute immer noch ‚Spirit Song' [ein charismatisches Verführungslied von Wimber, RE] singen, weil es diese tiefe Liebe zu Jesus ausdrückt“. Man sollte auch nicht den Einfluß des Oberapostels und Extremcharismatikers C. Peter Wagner unterschätzen; Warren hat 1993 unter Wagner seinen Doktortitel am Fuller Seminary erworben. Wagner selbst zählt die Gemeinden von Warren und Hybels zu der von ihm verkündeten „Neuen Apostolischen Reformation“ (vgl. dazu www.letusreason.org).


** Ablehnung bibeltreuer Christen: Warren distanzierte sich ausdrücklich von den bibeltreuen Christen in Amerika, die dort meist als „Fundamentalisten“ bezeichnet werden (d. h. solche, die an den fundamentalen Wahrheiten des christlichen Glaubens entschieden festhalten). Er nannte das „eine sehr gesetzliche, enge Sicht des Christentums“ und bezeichnet sich selbst als „evangelikal“. Doch er geht noch darüber hinaus und nennt die bibeltreuen Christen in einem Atemzug mit den muslimischen Fundamentalisten „Feinde“. Warren gab dem Philadelphia Inquirer am 8. 1. 2006 ein Interview: „Warren sagt voraus, daß der Fundamentalismus in allen Spielarten ‚einer der großen Feinde im 21. Jahrhundert sein wird'. ‚Muslimischer Fundamentalismus, christlicher Fundamentalismus, jüdischer Fundamentalismus, säkularer Fundamentalismus - sie werden alle von Furcht angetrieben', sagte er, „Furcht vor dem anderen'“. Hier zeigt sich, daß Warren genauso denkt wie die Weltmenschen; er steht auf dem Standpunkt der Welt und verleumdet bibeltreue Gläubige und reiht sich ein in die Front derer, die sie bekämpfen.


** Befürwortung der Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche: Auf die Frage, ob er schon eine Audienz beim Papst gehabt habe, antwortete Warren in einem Interview: „Noch nicht, ich hoffe es aber. Dafür bete ich. Wissen Sie, einer der größten Höhepunkte meines Lebens war, als Papst Johannes Paul II. starb. Im Nachrichtensender CNN wurde berichtet, daß auf seinem Nachttisch eine italienische Ausgabe des Buches ‚Leben mit Vision' lag. Er las in seinen letzten Tagen ‚Leben mit Vision' in Italienisch, und dies zu wissen, bedeutete mir sehr viel“. In einem anderen Interview bezeichnete er den Kardinal Rosales von Manila als „einen wunderbaren Kardinal“ und sagte: „Ich liebe diesen Mann“. Dann enthüllte er: „Eigentlich sind wir schon dabei, ein katholisches Arbeitsbuch für ‚Leben mit Vision' zusammenzustellen, das von einigen Priestern in Amerika geschrieben wird“ (vgl. www.nuntia.info). Gegenüber dem Pew Forum sagte er: „Ich möchte Sie ermutigen, sich die beginnende Allianz zwischen evangelikalen Protestanten und Katholiken anzusehen, besonders im evangelikalen Flügel des Katholizismus“ (23. 5. 2005). Bei der Hope and Future Conference sagte er am 12. 11. 2005 in einem Interview: „Ich stimme nicht mit allem überein, was Katholiken oder Pfingstler tun, aber was uns verbindet ist so viel stärker als was uns trennt. Ich denke wirklich, daß diese Leute Brüder und Schwestern in Gottes Familie sind. Ich strebe danach, Brücken zur Orthodoxen Kirche zu bauen und Brücken zur Katholischen Kirche zu bauen, zur Anglikanischen Kirche, und zu sagen: ‚Was können wir zusammen tun, das wir alleine nicht tun konnten?'“ (www.post-gazette.com).


** Vermischung mit anderen Religionen: Ähnlich wie andere moderne Evangelikale hat Warren das biblische Bekenntnis zu dem Herrn Jesus Christus als dem alleinigen Weg, der alleinigen Wahrheit und dem alleinigen Leben längst aufgegeben und sich den dämonischen Falschreligionen der Welt gegenüber geöffnet und angenähert. Er sagte in einem Interview: „Es gibt Wahrheit in jeder Religion. Ich, ich … Christen glauben, daß es in jeder Religion Wahrheit gibt. Aber wir glauben einfach, daß es nur einen einzigen Retter gibt. Wir glauben, daß wir Wahrheit lernen können von … Ich glaube, ich habe viel Wahrheit von verschiedenen Religionen gelernt; denn sie haben alle einen Teil der Wahrheit. Ich glaube lediglich, daß es einen einzigen Retter gibt, Jesus Christus.“ (Larry King Live 22. 11. 2004). Warren vertritt hier nicht den Standpunkt des biblischen Christentums, denn der Herr Jesus Christus hat klar gesagt: „Ich bin die Wahrheit“, und das bedeutet, daß es außerhalb der biblischen Christusoffenbarung keine religiöse Wahrheit geben kann. Aber Warren geht noch weiter: „Ich kenne zufällig Leute, die Nachfolger Christi in anderen Religionen sind“ (Aspen Ideas Festival 6. 7. 2005). „Ich kenne viele Leute, die an den Messias Jesus glauben, ganz gleich, welcher Religion sie angehören, weil sie an ihn glauben. Es geht um eine Beziehung, nicht um eine Religion“ (Larry King Live 2. 12. 2005).


Bei der unbiblischen Weite seines Buches „Leben mit Vision“ erstaunt es nicht, daß auch Anhänger anderer Religionen darauf positiv ansprechen: „Es geht hier um den Gott der Bibel, aber ich muß sagen, daß ich Briefe von Juden bekommen habe, von Muslimen, Hindus, nichtreligiösen Menschen, Buddhisten … von allen Religionen. Das hier ist ganz klar etwas anderes geworden als ein einfaches christliches Buch“ (Interview mit Ann Curry / Today Show am 18. 10. 2004). Gegenüber dem Pew Forum sagte er: „Nun, ich werde nächsten Monat sogar an der Universität des Judaismus sprechen; ich bin gebeten worden, dorthin zu kommen und den Rabbis mein Seminar über Predigt zu halten. Also spreche ich auch für Juden.“ Rick Warren war zusammen mit einem Buddhisten Preisrichter eines Essay-Wettbewerbs, der von der berüchtigten Templeton-Stiftung ausgerichtet wurde, die für die Einheit der Weltreligionen eintritt (vgl. www.letusreason.org). Meldungen zufolge stimmte er mit dafür, daß ein New-Age-Anhänger den Preis erhielt.


Fortsetzung folgt
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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 7




6. „Kirche mit Vision“, „Leben mit Vision“ und PEACE-Plan: ein Komplettprogramm zur Umformung christlicher Gemeinden



Rick Warrens Rolle erscheint noch einmal in einem anderen Licht, wenn wir seinen starken Einfluß auf Hunderttausende von geistlichen Leitern in der ganzen Welt und seinen 2005 enthüllten weltweiten PEACE-Plan bedenken. Offenkundig strebt Warren tatsächlich eine globale „Neue Reformation“ in der Christenheit an, wie er immer wieder angekündigt hat, und setzt dazu seinen Einfluß tatkräftig ein. Das muß uns veranlassen, seine Pläne umso sorgfältiger zu prüfen. Nach eigenen Angaben hat Warrens Organisation über 400.000 Pastoren, Gemeindeleiter und Mitarbeiter aus mehr als 120 Ländern ausgebildet; fast 157.000 Gemeindeleiter erhalten seinen E-Mail-Rundbrief Ministry Toolbox. Das von Warren geleitete Purpose Driven Network umfaßt Gemeinden aus 162 Ländern. Warren wurde von führenden weltlichen Zeitschriften als einer von „15 Weltführern, die 2004 am bedeutungsvollsten waren“ (TIME), als einer der „100 einflußreichsten Menschen auf der Welt“ (TIME 2005) bzw. als einer der „25 besten Führer Amerikas“ (U.S. News & World Report) bezeichnet. Besonders seinen PEACE-Plan, für den er 400.000 Gemeinden und 1 Milliarde Fußsoldaten mobilisieren will, sollten wachsame Christen sorgfältig bedenken.



6.1 P.E.A.C.E.-Plan und „Neue Reformation“ - wohin führt Warren seine Anhänger?


Als Warren am 17. April 2005 seinen großen PEACE(„Friedens“)-Plan bekanntgab, geschah das vor 30.000 Zuhörern im Angel-Stadium in Anaheim, Kalifornien. Während dieser Feier geschah etwas sehr Seltsames und ausgesprochen Aufschlußreiches. Warren gab bekannt, daß er nun etwas tun wollte, was er sich schon immer gewünscht hatte, und dann sang er den Drogensong „Purple Haze“ des an seinem eigenen Erbrochenen erstickten, drogensüchtigen und in Voodoo-Spiritismus verstrickten Rockstars Jimi Hendrix. Rick Warren, der „Pastor Amerikas“, sang u. a. folgende Worte: „Purpurroter Dunst in meinem ganzen Hirn / In letzter Zeit scheinen die Dinge einfach nicht mehr dieselben zu sein / Ich benehme mich komisch, aber ich weiß nicht, warum / Entschuldigung, ich küsse gerade den Himmel / Purpurroter Dunst überall / … Wie auch immer, das Mädchen hat mich verhext / Helft mir … Helft mir ... O nein, nein … / Ich weiß nicht, ob's Tag ist oder Nacht / Du hast mich soweit gebracht, daß ich den Verstand verloren habe / Ist es morgen, oder ist es das Ende der Zeit? …“ (vgl. www.erwm.com). Welchen Geist hat Warren über seine Zuhörer gebracht?


Danach gab er einen Plan bekannt, den er in den höchsten Tönen lobte. Der Name „P.E.A.C.E.“ steht für die Ziele dieses Planes, die Warren wie folgt definiert: P = Plant new churches [Gründung neuer Gemeinden]; E = Equip leaders [Ausrüstung von Leitern]; A = Assist the poor [Hilfe für die Armen]; C = Care fort the sick [Versorgung der Kranken]; E = Educate the next generation [Ausbildung der nächsten Generation]. Dafür will er jede Kleingruppe in seiner Gemeinde und Zehntausende von Kleingruppen in anderen Gemeinden einspannen; diese Methode nennt er „revolutionär“. „Unser Ziel wird es sein, eine Milliarde Fußsoldaten für das Reich Gottes zu mobilisieren, die das Erscheinungsbild der internationalen Missionen dauerhaft verändern werden und die fünf ‚globalen Riesen' [d. h. die fünf im nächsten Satz genannten großen Probleme der Welt, RE] angreifen werden. Die Gemeinde kann der endgültige Vermittler der Verteilung und des Wandels werden, um spirituelle Leere, selbstsüchtige Leiterschaft, Armut, Krankheit und Unwissenheit zu besiegen“. Warrens Plan soll zu noch Größerem führen: „Wir glauben, daß es ein Teil einer beginnenden spirituellen Erweckung ist, einer globalen Bewegung, einer Neuen Reformation“ (vgl. letusreason.org).


Ähnlich wie bei seiner Vision zu Beginn der Saddleback-Gemeinde machte Warren ein kühnes „positives Bekenntnis“: „Ich stehe gerade jetzt voller Zuversicht vor Euch und sage Euch, daß Gott Euch gebrauchen wird, um die Welt zu verändern. … Ich sehe ein Stadium voller Leute, die Gott sagen, daß sie alles tun werden, was erforderlich ist, um Gottes Reich auf Erden aufzurichten, so wie es im Himmel ist. Was wird geschehen, wenn die Nachfolger Jesu zu ihm sagen ‚Wir gehören dir'? Was für ein spirituelles Erwachen wird geschehen?“ (vgl. assistnews.net). Bei der Verwirklichung seines PEACE-Planes setzt er auf die unbiblische und irreführende Zusammenarbeit mit anderen Religionen. In einer völlig verdrehten Anwendung von Lk 10,5-6 rät er den Kleingruppen, mit einflußreichen Schlüsselpersonen vor Ort zusammenzuarbeiten: „Wer ist der Mann des Friedens in irgendeinem Dorf - es könnte auch eine Frau des Friedens sein - die das meiste Ansehen haben, die offen und einflußreich [!] sind? Sie müssen keine Christen sein. Sie könnten durchaus auch Muslime sein, aber sie sind offen und sie sind einflußreich, und Sie arbeiten mit ihnen zusammen, um die fünf Riesen anzugreifen. Und das wird die Zweite Reformation herbeiführen.“ (Pew Forum on Religion 23. 5. 2005; vgl. lighthousetrailsresearch.com)


Hier zeigt sich eine ganz neue Dimension der Verführung bei Warren, die wir sehr ernst nehmen müssen. Jeder in der Bibel gegründete Christ kann erkennen, daß Warrens Großprojekt, die „fünf globalen Riesen“ durch die Gemeinde zu „besiegen“, völlig im Gegensatz zur Lehre der Schrift steht. Es ist unbestritten, daß gute Werke der Hilfe für Notleidende ergänzend zum Zeugnis des Evangeliums eine sinnvolle Aufgabe von Christen sind. Aber die grundlegenden Nöte dieser Welt kann die gläubige Gemeinde nicht lösen; sie sind mit dem Sündenfluch verbunden, der über dieser Welt liegt. Wenn Warren von „1 Milliarde Fußsoldaten“ redet, dann muß er darin ja die Masse der katholischen, protestantischen und orthodoxen Namenschristen mit einbeziehen, was eine weltweite ökumenische Aktionsgemeinschaft bedeuten würde, wie sie auch der liberale „Weltrat der Kirchen“ anstrebt. Das ist einer der Schritte auf dem Weg zur antichristlichen „Welteinheitskirche“! Was sollen im übrigen nicht wiedergeborenen Namenschristen ausrichten, um gegen „geistliche Leere“ (ein völlig unbiblischer, verharmlosender Begriff) zu kämpfen, geschweige denn Muslime?


Die Bibel lehrt ganz klar, daß nur der wiederkommende Herr Jesus Christus in seinem Friedensreich wahre Erlösung von Sünde, Armut, Krankheit und Not bringen kann. Dort, wo der Gemeinde eingeredet werden soll, sie könne dies anstatt von Christus tun, handelt es sich um eine gefährliche antichristliche Verführung. Warren wird hier klar erkennbar von dominionistischen Irrlehren geleitet (vgl. S. 15-16 in dieser Schrift). Diese Verführung wurde schon lange von den liberalen abgefallenen Protestanten verbreitet, die für ein „soziales Evangelium“ eintraten, das doch keines ist. Auch die katholische Kirche verbreitet solche Irrlehren schon lange. Aber in den letzten Jahren haben zunehmend auch moderne Evangelikale diese Verführung aufgegriffen und in leicht abgewandelter Form als „Gottes Wille“ verkündet. Dabei wird das biblische Anliegen der Evangelisation verfälscht und letztlich erstickt, und die Gläubigen werden vor den Karren weltlicher Sozialreform gespannt. Das wird auch bei Warrens Teilnahme an der Kampagne gegen Aids deutlich, wo die christlichen Helfer sich der Erwartung gegenübersehen, daß der sündige Lebensstil der Aids-Kranken akzeptiert werden soll und „Hilfen“ wie Kondome befürwortet werden müssen, wenn man „mitmachen“ will.


Rick Warrens PEACE-Plan führt nicht nur die Christen geistlich in die Irre. Er spannt sie auch in eine völlig unbiblische Zusammenarbeit mit weltlichen Regierungen und Geschäftsunternehmen ein (vgl. 2Kor 6,14-18!), bei der die echte Evangelisation zwangsläufig vermieden werden muß, damit die Christen akzeptiert werden. Mehr noch - ohne daß dies den meisten bewußt ist, gliedert Warren seine „Fußsoldaten“ in die Weltveränderungspläne ein, die die antichristlichen Vereinten Nationen für das 21. Jahrhundert propagiert haben, um die von ihnen gewünschte „neue Weltordnung“ unter einer zentralen Weltregierung einzuführen. Und hier geht es ganz konkret um Schritte, die zur Errichtung der Herrschaft des Antichristen führen! Warrens Initiative deckt sich nahezu vollständig mit den Zielen der UN für das neue Jahrtausend. Sie ist ähnlich ausgerichtet wie die „Micha-Initiative“, die von Warrens neu-evangelikalen Kollegen in der weltweiten evangelischen Allianz gestartet wurde, um die Ziele der UN zu unterstützen und damit Christen für letztlich antichristliche Bestrebungen zu mobilisieren.


Noch bedenklicher erscheinen die ehrgeizigen Pläne Warrens, nachdem er kürzlich selbst zugegeben hat, daß er Mitglied des amerikanischen „Rates für Auswärtige Beziehungen“ (Council on Foreign Relations) ist - eine auserlesene Eliteeinrichtung des antichristlichen amerikanischen Machtestablishments, in der höchstrangige Politiker wie Kissinger, Großbankiers und multinationale Konzernchefs sowie Elitewissenschaftler vertreten sind, und die enge personelle Verflechtungen mit dem okkulten Orden „Skulls&Bones“, Bilderbergern und Trilateralen aufweist (vgl. auch TOPIC 12/2006). Diese einflußreiche Gruppe, in der nach einigen kritischen Beobachtern auch Freimaurer und Illuminaten eine wichtige Rolle spielen, arbeitet letztlich auf die Errichtung einer neuen Weltordnung und einer Weltregierung hin. Es ist undenkbar, daß ein echter wiedergeborener Christ in diesen Rat der Finsternis (Ps 1,1; Ps 2,1-3) berufen würde.


Wohin führt Rick Warrens großspurig angekündigte „Neue Reformation“? Warren hat die Grundlagen des biblischen Glaubens, wie sie die erste Reformation wieder bekräftigt hatte, im Grunde schon verlassen. Die Losung von der „Neuen Reformation“ ist nicht neu; schon Robert Schuller redete von einer solchen „Reformation“, die im Grunde den Abfall vom biblischen Christentum bedeutet. Auch ein anderer geistiger Mentor Warrens, sein Doktorvater C. P. Wagner, proklamiert eine „Neuen Reformation“, die er „apostolisch“ nennt und die die Christen in den Sumpf radikalcharismatischer Irrlehren locken soll. Alle diese Reden von der „Neuen Reformation“ führen nicht zu einer Erneuerung und Wiederherstellung des biblischen Christentums, sondern zu einer antichristlichen, weltförmigen Entartung des biblischen Glaubens! Sie sollen die Christen dazu verleiten, die Grundlagen des biblischen Glaubens einzutauschen gegen ein gefälschtes Christentum, das den Weg zur Herausbildung der Hure Babylon, der antichristlichen Welteinheitskirche bahnen wird.



6.2 Die gezielte Umformung christlicher Gemeinden im weltweiten Maßstab


Es ist bemerkenswert, daß „Leben mit Vision“ auf ausdrückliche Empfehlung Warrens hin in zahllosen Gemeinden intensiv in Kleingruppen durchgearbeitet wurde - oftmals trat das Studium dieses Buches an die Stelle des Bibelstudiums! Während Warrens weltliches „Erneuerungskonzept“ den Gemeindeleitern und Mitarbeitern über „Kirche mit Vision“ und zahlreiche Schulungsmaterialien vermittelt wurde, sollte „Leben mit Vision“ die „Basis“ der Gemeindeglieder auf das neue Konzept ausrichten. Durch geschickte Anleitung auf der Grundlage gruppendynamischer Prozesse sollen die Gläubigen dazu geführt werden, die unbiblische Neuausrichtung der Gemeinde auf weltförmiges Gemeindewachstum zu unterstützen.


Warrens Erfolgsbuch „Kirche mit Vision“ ist eine Anleitung für Gemeindeleiter, ihre Gemeinden „zielorientiert“ auf weltförmiges Wachstum umzustellen. In diesem Buch wird der prägende Einfluß von Schuller wie auch von Druckers Managementlehren durchgängig deutlich. Es löst den Gemeindebau von der Abhängigkeit vom Herrn der Gemeinde sowie von der konsequenten Orientierung an der Bibel ab und stellt ihn auf die menschliche Grundlage von weltlichen Organisationsprinzipien, macht ihn zu einem System von ineinandergreifenden „Prozessen“, deren Erfolg immer wieder gemessen werden soll und die ständig optimiert werden sollen. Es lehrt Schullers Ausrichtung auf die „empfundenen Bedürfnisse“ der Ungläubigen als Grundlage von Gemeindewachstum und gibt dem Leiter ein klug ausgedachtes Instrumentarium an die Hand, wie er die Gemeinde lenken und ihre geschäftlichen Aktivitäten auf maximalen Erfolg ausrichten kann. Es ist von daher genauso ein Verführungsbuch wie „Leben mit Vision“ und mit diesem geschickt verzahnt.


Eigentlich sollte das Lob der Weltmenschen allen Gläubigen die Augen öffnen, daß Warrens Lehren aus einem anderen Geist kommen müssen: So sagte Rich Karlgaard, Herausgeber des Forbes-Magazins, über „Kirche mit Vision“: „Das beste Buch über Unternehmertum, Geschäft und Investition“. Dasselbe Magazin schrieb: „Wenn die Saddleback-Gemeinde ein Unternehmen wäre, dann würde sie mit Dell, Google oder Starbucks [sehr erfolgreichen US-Unternehmen] verglichen werden“. Spurgeon sagte einst treffend: „Gerade die Gemeinde, die von der Welt am meisten geschätzt wird, ist sicherlich diejenige, die von Gott verabscheut wird“ (How Saints May Help The Devil, 24. Juli 1859).



a) Orientierung an Zielvorgaben: Der prägende Einfluß weltlicher Organisationslehren


Der verderbliche und geistlich zersetzende Einfluß moderner Managementlehren auf Warren zeigt sich in seinem ganzen Konzept der zielgeleiteten („purpose-driven“) Gemeindeaufbauarbeit. Die Lehren Peter Druckers und anderer Managementexperten laufen darauf hinaus, eine weltliche Organisation, die auf wirtschaftliche Gewinnerzielung aus ist, möglichst effektiv zu gestalten. Es ist klar, daß ständig optimierte Zielvorgaben und beständige Kontrolle der Zielerfüllung („Total Quality Management“) dazu führen, daß eine menschliche Organisation sehr effektiv arbeitet. Letztlich hat Warren diese Lehren der weltlichen Weisheit auf die Gemeindearbeit angewandt und die Gemeinde damit zu einem gut kontrollierbaren und von der Managementführung sehr effektiv einsetzbaren menschlichen Betrieb gemacht.


Die Gemeindemitglieder können über ein modernes, „schlankes“ Managementsystem von dem Pastor, der als Topmanager („CEO“ = Chief Executive Officer) alle Fäden in der Hand hält, äußerst wirksam gesteuert und für gewisse menschliche Zielvorgaben und ehrgeizige Pläne (wie z. B. den PEACE-Plan) eingesetzt werden. Damit ist aber der weltlichen Manipulation und Machtausübung Tür und Tor geöffnet, wie sie auch im Wirtschaftsleben gang und gäbe ist. Und die Gemeinde wird mit den weltlichen Einrichtungen des Staates und der Wirtschaft „gleichgeschaltet“ und „vernetzt“; sie wird zu einer leicht steuerbaren Einrichtung, die mithelfen soll, die Menschen des 21. Jahrhunderts bei der Stange zu halten, wenn die „globale Transformation“ zum Reich des Antichristen ansteht. Dazu wäre noch viel zu sagen, was hier aus Platzgründen nur angedeutet werden kann. Einige bibeltreue amerikanische Beobachter haben belegt und herausgearbeitet, wie weit der Einfluß der Druckerschen Lehren auf die modernen Megagemeinden geht.


Warren betont in „Kirche mit Vision“ immer wieder, wie wichtig es ist, die Förderung von Mitgliedern zu einem kontrollierbaren, systematisch aufgebauten Prozeß zu machen, den der „Lebensentwicklungsprozeß“ nennt. Dies geschieht vor allem durch bestimmte Kurse, die jedes Mitglied durchlaufen muß (101: Mitgliedschaft entdecken; 201: Geistliche Reife entdecken; 301: Meinen Dienst entdecken; 401: Meinen Lebensauftrag entdecken), und die jeweils mit einer Selbstverpflichtung (covenant = Bund) abgeschlossen werden. Dazu kommen psychologische Tests und standardisierte Beurteilungen, Fortbildung und Spezialschulungen für bestimmte Mitarbeiter usw. Das alles entspringt den weltlichen Lehren der Menschensteuerung in einem effektiv geführten Geschäftsunternehmen. Es verwandelt den lebendigen, organischen, von Gottes Geist geleiteten Vorgang echter geistlichen Wachstums in ein steuerbares und kontrolliertes System weltlicher Mitarbeiterschulung.


B) Kleingruppen als Werkzeug der Menschenlenkung


Wesentlich für die effektive Steuerung der modernen Megagemeinden ist der Einsatz von geschickt gelenkten Kleingruppen. Diese haben nur äußerlich etwas mit den „Hauskreisen“ oder „Hausversammlungen“ gemeinsam, die man von biblischen Gemeinden her kennt. In der modernen Megagemeinde gibt es in der Regel keine Gemeindevollversammlung mehr, die vom NT her eigentlich die geistlich ausschlaggebende Instanz des Organismus Ortsgemeinde ist, der auch die biblische Leiterschaft verantwortlich ist. Die Gemeinde wird aufgeteilt in „Zellgruppen“, die von durch die Gemeindeleitung ernannten und geschulten „Leitern“ straff geführt werden. In diesen Zellgruppen soll anhand von zentral vorgegebenem Material (Schulungsmaterial, Predigten des Pastors) eine wachsende Übereinstimmung und eine fortschreitende Verinnerlichung der Zielvorgaben der Gemeinde erreicht werden.


Diese Kleingruppen haben keinen Überblick über das Gemeindeganze und können die Aktivitäten der Leiterschaft nicht mehr kontrollieren. Die Ausblendung biblischer Lehre und die Abhängigkeit von vorverdauten vereinheitlichten Materialen verhindert geistliche Mündigkeit und erleichtert die „Gleichschaltung“ der Mitglieder. Solche gelenkten Kleingruppen werden von geschickten Manipulationsexperten auch in der weltlichen Gesellschaft als Schlüsselstrategie zur Erzielung von Verhaltensänderungen und Prägung in erwünschten Werten betrachtet. Der Wunsch nach gefühlsmäßiger Geborgenheit und Anerkennung in einer kleinen Gruppe und die Angst vor Ausgrenzung führt zu gruppendynamischen Zwängen, die die meisten Mitglieder dazu bringen, sich anzupassen und abweichende Überzeugungen aufzugeben. Das wird durch die geschickte psychologische Schulung der Leiter verstärkt, die lernen, die Gruppe durch emotionale Zuwendung und dialogische Tricks so zu steuern, daß den meisten nichts auffällt. Leute aber, die „Kritiker“ sind und „Widerstand leisten“, können rasch erkannt und aussortiert werden.


Der gezielte Einsatz bedürfnisorientierter Kleingruppen (bei Saddleback gibt es mehrere hundert solche Gruppen, die sich besonderen Zielgruppen wie Alkoholikern, Managern, ledigen Müttern, Geschiedenen usw. widmen) dient ebenfalls der geschickten Einbindung moderner Menschen in die Gemeinde. Die Gemeindewachstumsstrategen wissen, daß ein wichtiges Bedürfnis der modernen Menschen darin besteht, eine Gemeinschaft zu finden, wo sie Liebe, bedingungslose Annahme, Bestätigung und sinnvolle Aufgaben finden, die ihnen das Gefühl geben, wichtig zu sein und etwas zu bewirken. Gerade das sollen in Saddleback die Sozialarbeit in der weltlichen Gemeinde, aber auch die Aktivitäten im Rahmen des PEACE-Planes vermitteln.



c) Steuerung durch unbiblische Selbstverpflichtungen


Diese weltliche Manipulationstaktik wird bei Warren massiv dadurch verstärkt, daß mit seinem System der Mitgliedschaft auch ein raffiniertes System von Selbstverpflichtungen verknüpft ist. Man kann in einer purpose-driven church nur Mitglied werden, wenn man die Mitgliedschaftsverpflichtung unterschreibt - im Englischen wird sie covenant, „Bund“ genannt -, die u. a. beinhaltet, daß das Mitglied die lehrmäßigen Stellungnahmen und Ziele, die Strategie und die Struktur der Gemeinde anerkennt, sich der Leitung unterordnet, seine Gaben entdeckt, sich von den Pastoren zurüsten läßt, beständig zu den Gottesdiensten und Gruppentreffen kommt und regelmäßig den Zehnten gibt.


Dieser „Bundesschluß“ kommt im Grunde einem Eid gleich und ist in dieser Form unbiblisch. Hier werden zum Teil Dinge als Verpflichtung vor Gott eingefordert, die in einer biblischen Gemeinde durchaus berechtigt sind, aber nicht auf diese Weise erzwungen bzw. durch Verpflichtungserklärung zum Gesetz gemacht werden sollten. Eine solche Verpflichtung bedeutet, daß biblisch begründete Bedenken gegen den Kurs der Gemeinde nicht mehr wirklich geäußert werden und alles abweichende Verhalten unter einen starken ungeistlichen Druck kommt. Wer solche Verpflichtungen nicht unterschreibt, wird in der Praxis aus den modernen Gemeinden oft hinausgedrängt.



d) Die unbiblische Machtstellung des „Pastors“


Damit im Zusammenhang steht bei Warren und den anderen Verfechtern des Mega-Gemeinde-Konzepts die unbiblische Sonderstellung des „Pastors“ als eines obersten Führers mit weitgehenden Vollmachten und einer Schlüsselrolle als „Visionär“ für die Gemeinde. Dieses menschlich-weltliche Führungsprinzip widerspricht völlig dem biblischen Grundsatz, daß die Leitung einer biblischen Gemeinde von Gott mehreren Ältesten oder Aufsehern anvertraut ist, die gemeinsam in Abhängigkeit vom Herrn der Gemeinde berufen sind, die Herde Gottes zu hüten. Der „Pastor“ ist wie ein weltlicher Topmanager im Zentrum der Macht; er ernennt bzw. bestätigt in der Regel die vollzeitlichen und teilweise auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter und übt eine komplette, wenn auch nicht offengelegte Kontrolle über die ganze Gemeinde aus. Er ist in der Regel nicht der Gemeindeversammlung und oft nicht einmal einem Aufsichtsgremium wirklich verantwortlich. Er führt die Gemeinde wie ein genialer Geschäftsmann den von ihm gegründeten Betrieb, und solange das Geschäft läuft und die Kunden zufrieden sind, erhebt niemand Einwände. Aber das ist das ungeistliche Prinzip der Nikolaiten (vgl. Offb 2,6.15), der Herrscher über das Volk, die Führungsmethode des Diotrephes (3Joh 9-10), die schon in der frühen Kirche Verderbnis anrichtete.


Angesichts der Größenordnung von Warrens Führungsanspruch, wie er in der Proklamation des PEACE-Planes zum Ausdruck kommt, muß man auch Warrens Querverbindungen zur Irrlehre von C. P. Wagner und anderen Radikalcharismatikern beachten, die behaupten, Gott habe jetzt „neue Apostel“ mit weitreichenden Vollmachten über ganze Länder und weltweite Einsatzgebiete eingesetzt (vgl. dazu 2Kor 11,13-15; Offb 2,2). Wagner selbst bezeichnet Warren und Hybels als neue apostolische Leiter.


Im Grunde verhält sich Warren wie ein solcher falscher Apostel, der beansprucht, der Oberkommandierende von einer Milliarde Fußsoldaten zu sein und eine „Neue Reformation“ über die Christenheit der ganzen Welt zu bringen. Der Größenwahn und die Vermessenheit seiner „Vision“ erinnert an viele charismatische „Größen“ und ihre „von Gott geoffenbarten Pläne“, die alle letztlich gemäß 5Mo 18,20-22 endeten. Unter dem Etikett „apostolische Leiterschaft“ wird dem charismatischen „Führer“ der Mega-Gemeinde eine fast unbeschränkte Herrschaft über die Herde zugestanden - manchmal mit bösen Konsequenzen, wie im November 2006 der schlimme moralische Fall des charismatischen Mega-Gemeindepastors Ted Haggard aus den USA gezeigt hat, der zugleich Vorsitzender der „National Association of Evangelicals“ und ein enger Mitstreiter Wagners war.


Das Ganze ist aber eine Verleugnung der biblischen Wahrheit, daß die echte Gemeinde Jesu Christi keine menschliche Organisation ist, die man nach menschlichen Managementprinzipien führen könnte, sondern ein geistlicher Organismus, ein heiliger Tempel Gottes, in dem alle Dinge unter der Leitung des Heiligen Geistes nach den Anweisungen der neutestamentlichen Apostellehre geschehen sollen, wobei Christus das Haupt ist, von dem alle Aktivitäten abhängen müssen. Die wahren Gläubigen können sich nicht einfach nach Warrens fünf (ohnehin gegenüber der Bibel verfälschten) Zielvorgaben ausrichten, sondern ihr Auftrag ist es, ihr Leben am ganzen Ratschluß Gottes auszurichten und das ganze Wort Gottes gehorsam umzusetzen (vgl. 5Mo 13,1; Joh 14,21; 1Kor 11,2; Offb 3,8), so wie der Geist Gottes sie leitet.



6.3 Die schlechten Früchte der modernen Gemeindeentartung


„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“, sagt unser Herr von den falschen Propheten (Mt 7,16). Welche Früchte bringt nun die Ausbreitung der Gemeindewachstumsbewegung durch Warren, Hybels und ihre Mitstreiter? Manche Christen werden enthusiastisch darauf verweisen, daß diese Bücher „Erneuerung“ und „Wachstum“ für viele christliche Gemeinden gebracht hätten. Doch mit dem Maßstab der Bibel gemessen sehen diese „Erfolge“ anders aus. Die wahren Früchte von Rick Warrens Einfluß (wie auch dem von Bill Hybels und der ganzen Gemeindewachstumsbewegung) sind nicht gute, göttliche Früchte des Geistes, sondern Früchte der Verführung und Zerstörung. Eine biblische Prüfung ergibt, daß der Einfluß dieser Bewegung letztlich zu einer Verfälschung der Fundamente echter biblischer Gemeinde führt. Das ganze Wesen, der grundlegende Auftrag der wahren Gemeinde Gottes steht hier auf dem Spiel und geht verloren, wenn man diesen modernen Lehren folgt.


Wohl sind manche Gemeinden, die dieses Konzept befolgten, zahlenmäßig gewachsen - aber dieses Wachstum ist in Wahrheit geistlicher Niedergang, weil hauptsächlich scheinbekehrte Weltmenschen zu den Gemeinden gestoßen sind, die diese nur noch mehr auf den Weg des Abfalls und der Weltförmigkeit ziehen werden. Umgekehrt ist noch verbliebene Substanz biblischer Lehre und Gemeindepraxis zerstört worden; eine große Anzahl wirklich bibeltreuer Gläubiger mußte die „modernisierten“ Gemeinden verlassen oder lebt nur noch am Rand dieser Gemeinden.


Inzwischen kommt trotz der eifrigen Imagewerbung der „Willow-Creek“-Bewegung ans Licht, daß der verführerische Einfluß von Warrens und Hybels' Lehren zu zahlreichen schmerzhaften Konflikten und Gemeindespaltungen geführt hat. Das ist von Warren und Hybels durchaus eingeplant. Sie sind sich bewußt, daß ihr weltliches „Modernisierungsprogramm“ von bibeltreuen, konservativen Gläubigen nicht befürwortet werden kann und sie sagen auch recht deutlich, daß der moderne dynamische Gemeindeleiter, der „seine“ Gemeinde zu einer „besucherfreundlichen“ machen will, dabei in Kauf nehmen muß, daß manche Gläubige deswegen die Gemeinde verlassen. In der Praxis werden solche bibeltreuen Christen oft geradezu aus der Gemeinde hinausgedrängt, und das nicht selten mit schlimmen Methoden fleischlicher Machtausübung und Manipulation.



6.4 Der verführerische Einfluß von Rick Warren und der „Willow-Creek“-Welle im deutschsprachigen Bereich


Die Lehrer der Gemeindewachstumsbewegung wie Bill Hybels und Rick Warren haben durch ihren offenkundigen Erfolg in bezug auf zahlenmäßiges Wachstum einen weit offenen Zugang zu vielen evangelikalen Kreisen, die unter zurückgehenden Zahlen, Abwanderung junger Leute usw. leiden. Besonders Gemeindeleiter - die ja oft auch von ihren Gemeinden bezahlt werden - stehen unter einem unbiblischen Erfolgsdruck und sind daher oftmals bereit, auf irgendwelche Rezepte und Lehren einzugehen, die ihnen rasches Gemeindewachstum versprechen. Dabei wird allzu oft auf eine nüchterne biblische Prüfung der verkündeten Lehren verzichtet - „Hauptsache, es funktioniert!“ Dadurch konnte eine raffinierte und sehr wirksame Verführungsbotschaft fast ungehindert in viele Gemeinden auch in den deutschsprachigen Ländern eindringen.


An der Spitze der falschen Propheten und Lehrer, die diese Welle auch zu uns brachten, steht neben Rick Warren vor allem Bill Hybels. Auf ihn und die „Willow Creek“-Gemeinde können wir hier nur sehr kurz eingehen. G. A. Pritchard hat in seinem Buch Willow Creek - die Kirche der Zukunft? viele wichtige Fakten dazu gesammelt, wobei er die Gefährlichkeit der falschen Lehren von Hybels leider nicht klar genug erkennt und beim Namen nennt.


Es sei nur kurz darauf hingewiesen, daß Hybels ganz ähnlich wie Warren schon ganz zu Anfang seiner Gemeindegründung stark von Robert Schullers Irrlehren geprägt war und dessen Rezepte ähnlich erfolgreich umsetzte wie später Warren. Auch er wurde von Peter Druckers Managementlehren beeinflußt und führt seine Organisation wie ein weltliches Wirtschaftsunternehmen. Auch er vertritt das falsche „positive“, „menschenfreundliche“ Evangelium; auch er praktiziert die Verweltlichung und ökumenische Vermischung der Gemeinde.


Wie Warren hat Hybels Zugang zu den höchsten Ebenen der Geschäftswelt und der Politik und wird als einer der Sprecher der neuen Generation der modernen Evangelikalen betrachtet. Wie Warren breitet er die verführerische Botschaft der Gemeindewachstumsbewegung über ein sehr effektives Netzwerk von Schulungen, Kongressen und Medien aus. Wie Warren rühmt er sich, über 200.000 Pastoren, Leiter und Gemeindemitarbeiter weltweit geschult bzw. mit seinen Botschaften erreicht zu haben.


In Deutschland wurde die „Willow-Creek-Welle“ durch Kongresse, Bücher und nicht zuletzt eine geschickte Öffentlichkeitsarbeit in Zeitschriften wie „Aufatmen“ ausgebreitet. Es ist entlarvend, daß gerade auch liberale Bischöfe der abgefallenen evangelischen Kirchen sehr an diesem „zukunftsweisenden Modell“ interessiert sind, um ihre von Rückgang und geistlichem Tod geprägten Kirchenbesuchsbilanzen aufzubessern. Aber auch in sehr vielen freikirchlichen Kreisen bis hin zu Brüderversammlungen und rußlanddeutschen Gemeinden haben die Lehren vom „Gemeindewachstum“ und „besucherfreundlichen Gottesdiensten“ wie ein Sauerteig gewirkt und die schon bestehenden Verweltlichungstendenzen beschleunigt und verstärkt.


Diese Verführungsströmung geht auch bei uns Hand in Hand mit anderen gefährlichen Strömungen, mit der ökumenischen Bewegung (u. a. „Miteinander für Europa“), mit der falschen Evangelisation von „Pro Christ“, mit der „Alpha-Kurs“-Bewegung, mit der Strömung der „Neuen Spiritualität“, die heidnische Meditation im christlichen Gewand und katholische Mystik verbreitet (Henri Nouwen, Richard Foster, Brennan Manning, Anselm Grün usw.), sowie neuerdings mit der „Emerging Church“-Bewegung (siehe S. 6-7 in dieser Broschüre), die die Verführung und den Abfall vom christlichen Glauben noch eine Stufe weiter treibt und vor allem die jüngere Generation ansprechen will.


Wohin die Entwicklungen im deutschsprachigen Raum steuern (bzw. gesteuert werden), zeigt recht deutlich das Buch Der E-Faktor. Evangelikale und die Kirche der Zukunft, in dem einflußreiche moderne Evangelikale wie Ulrich Eggers, Roland Werner, Peter Strauch oder der Charismatiker Heinrich C. Rust, Peter Wenz und Ingolf Elßel ihre Zukunftsvorstellungen darlegen. Die Zukunftsrezepte dieses Buches lassen sich so zusammenfassen: Anpassung an den Welt- und Zeitgeist und die Öffnung für die Welt im Sinne der „Willow-Creek-Welle“, ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche, volle Einbeziehung der charismatischen Verführung, Anerkennung der Bibelkritik und Liberaltheologie sowie eine klare Abgrenzung gegenüber allen entschieden bibeltreuen Gläubigen.



Fortsetzung folgt




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Rolf

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„Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle:





Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?




Rudolf Ebertshäuser



Teil 8




C. Was wir heute brauchen: bibeltreue Christusnachfolge und Gemeindebau




Hunderte, wenn nicht Tausende von klarstehenden, bibeltreuen Christen sind von dem Vormarsch der Verführungsbotschaft von Willow Creek und Rick Warren persönlich betroffen. Sie müssen miterleben, wie einstmals noch einigermaßen biblisch ausgerichtete Gemeinden umgeformt werden zu stromlinienförmigen Geschäftseinrichtungen, in denen die Ware „Leichtevangelium“ gekonnt und wachstumsträchtig vermarktet wird.


Der Heilige Geist und der wahre Herr Jesus Christus haben sich zurückgezogen, und ein anderer, charismatisch-weltförmiger Irrgeist hat triumphalen Einzug gehalten, ein anderer, humanistisch verfälschter, ökumenischer und charismatischer „Jesus“ wird mit Rock- und Popliedern „angebetet“ (vgl. 2Kor 11,2-4). Oftmals sind die eigenen Kinder mit in die Verführung hineingezogen worden.


Viele moderne Christen, die diesen breiten Verführungsweg zu weltlicher Größe und Bedeutsamkeit beschritten haben, sind nicht bereit, ihren Weg ernstlich biblisch zu prüfen; sie greifen oftmals die bibeltreuen Gläubigen mit scharfen Vorwürfen an oder wenden sich von ihnen gleichgültig ab. Gemeinden, in denen treue Gläubige oft jahrelang mitgearbeitet haben, zeigen ihnen nun, daß sie als Hindernisse für den „neuen Weg“ nicht mehr erwünscht sind. All das hat viel Not und Bedrückung ausgelöst, oft auch Resignation und vielleicht Verbitterung erzeugt.


Im Lichte einer nüchternen Beurteilung unserer endzeitlichen Entwicklung müssen wir sagen: Die „Willow-Creek“-Welle wird bei der Masse der Namenschristen und bei den modernen Evangelikalen, die den weltlichen Weg gehen wollen, sicherlich auch weiterhin Erfolg haben. Sie wird vielleicht von der „Emerging Church“-Welle oder der Welle der „Neuen Spiritualität“ in manchem überlagert werden, aber all diese Wellen treiben die moderne Christenheit nur noch weiter von dem Herrn Jesus Christus und dem wahren Glauben weg.


Die Endzeit ist die Zeit der immer mächtiger werdenden Verführungen, wie es auch unser Herr vorhergesagt hat:


Habt acht, daß euch niemand verführt! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. … Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten (Mt 24,4-5.11-12)


Und doch gibt es keinen Grund, zu resignieren. Es wäre auch falsch, sich verbittert zurückzuziehen. Gott hat diese Not ja zugelassen; es ist in gewisser Weise auch ein Gericht über die gleichgültige Laodicäa-Christenheit der Endzeit, die längst vom Herrn gewichen ist und ihr Bündnis mit der Welt im Inneren geschlossen hat (1Pt 4,17). Und doch hat der Herr für Seine zerstreute, von falschen Hirten vernachlässigte Herde einen Weg, hat Hilfe und Gnade für sie (vgl. Hesekiel 34).


es ist kein leichter Weg; er erfordert vielfach die Loslösung von manchen liebgewordenen religiös-menschlichen Prägungen, von Bindungen an gewisse Kirchen oder Traditionen. Er erfordert auch persönliche Buße und tiefere Hingabe an den Herrn, wo wir bei uns selbst fleischliche Haltungen, Weltförmigkeit, ein Vertrauen auf Menschen und menschliche Organisationen feststellen. Aber ich bin davon überzeugt, daß die gegenwärtige Not und der geistliche Niedergang vieler Gemeinden und Kreise auch eine Herausforderung des Herrn an die treuen Gläubigen ist, im Vertrauen auf Ihn neu anzufangen auf dem uralten biblischen Weg der Christusnachfolge und des Gemeindebaues.


1. Ermutigung zu biblischer Christusnachfolge



Nicht nur „Leben mit Vision“, sondern ungezählte Bücher, Vorträge und Predigten verkünden heute den betrügerischen Weg der Selbstliebe und Selbstverwirklichung als den wahren Weg für den modernen Christen. Das geschieht manchmal auch in getarnter Form, mit vielen schönen Worten über „selbstloses Dienen“ und „Hingabe“. Aber an einem erkennen wir die Verführung ganz deutlich: Das Kreuz wird aus der modernen „Light-Version“ des Glaubenslebens ausgeblendet - vor allem das Kreuz in seiner entscheidenden Rolle im Leben eines wiedergeborenen Christen, wie sie uns in der Heiligen Schrift so klar gezeigt wird:


Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? (Mt 16,24-26)


Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. (Gal 2,20)


Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. (Röm 6,4)


Wir sind alle aufgefordert, unser Eigenleben ganz in den Tod zu geben und als mit Christus Gekreuzigte zu leben, damit die Auferstehungskraft des Herrn in uns voll wirksam werden kann. Nur der Gläubige, der dieses Mitgekreuzigtsein mit Christus recht erfaßt hat und auslebt, kann in den zunehmenden Endzeitverführungen seinen klaren Stand behalten und wirklich überwinden. Nicht konservative Meinungen und Bibelwissen verleihen uns die Kraft, den stärker werdenden Endzeitströmungen zu widerstehen, sondern die tiefere Sterbens- und Lebensgemeinschaft mit unserem Herrn!


Heute ein fruchtbares, geheiligtes Leben für Christus zu führen setzt voraus, daß wir Römer 6 nach Kräften ausleben und uns im Glauben ganz unserem Herrn zur Verfügung stellen, damit er uns nach Seinem Plan und Willen gebrauchen kann, an dem Platz und auf die Weise, wie Er es will. Wenn dies viele aus der kleinen Schar treuer Christen erfassen und verwirklichen, dann kann der Herr noch manches tun, das Ihn verherrlicht und zur Erbauung Seiner Gemeinde dient.


2. Ermutigung zu biblischem Gemeindebau



Die richtige Antwort auf die immer weiter um sich greifenden weltlichen Gemeindebaukonzepte, die letztlich den Menschen in den Mittelpunkt stellen und Christus und Sein Wort beiseitesetzen, kann nur darin bestehen, daß wir uns neu dem Herrn rückhaltlos zur Verfügung stellen für das Werk des echten, geistlichen Gemeindebaus, an dem jeder wahre Gläubige Anteil hat gemäß der Gnadengabe, der er empfangen hat (1Pt 4,10-11).


Gerade heute, wo zahllose Gemeinden dabei sind, zur weltförmigen Hurengemeinde zu entarten, die auf dem Weg in die babylonische Welteinheitskirche ist, ist es besonders wichtig, daß wir uns dem Herrn Jesus Christus weihen, so daß Er uns gebrauchen kann, Seine Brautgemeinde zu stärken und zu erbauen. Gerade in einer Zeit, in der Menschenlehren und verführerische Wachstumskonzepte Tausende verleiten, ist es wichtig, sich neu auf die Fundamente des biblischen Gemeindebaus zu besinnen, die in Schriftworten wie diesen gegeben sind:


Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar ist, so laßt auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht auch in der Schrift: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden«. … Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht - euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid. (1Pt 2,4-10)


So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist. (Eph 2,19-22)


Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. … Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.

(1Kor 3,9-17)


Dieses Werk des biblischen Gemeindebaues in der letzten Endzeit kann nicht mit großen Zahlen, beeindruckenden Gemeindehäusern und einflußreichen Kirchenverbänden glänzen. Es ist mit Leiden und Opfern, mit Anfeindungen und Widerständen verbunden und wird vielleicht an vielen Orten nur noch kleinere Hausversammlungen hervorbringen, in denen die Gläubigen wie am Anfang „hin und her in den Häusern“ zusammenkommen. Aber es kommt nicht auf die Zahl der Gläubigen an, nicht darauf, daß man ein eigenes Gemeindehaus hat, schon gar nicht auf solche unbiblischen „Errungenschaften“ wie einen bezahlten Prediger oder staatliche Hilfe und Kontrolle als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“.


Der biblische Kern wahrer Gemeinde ist immer noch die Verheißung unseres Herrn Jesus Christus: Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte (Mt 18,20). Nur so, im Vertrauen auf unseren auferstandenen Herrn, das himmlische Haupt der Gemeinde, können wir es in der Endzeit wagen, biblische Gemeinde zu bauen - entsprechend Seinen göttlichen, heiligen Vorschriften, die wir im Neuen Testament für alle Zeiten niedergelegt finden, auf der Grundlage der Verheißungen unseres Herrn, der gesagt hat: „auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreichs werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).


In aller Verderbnis der Endzeit hat der Herr einen treuen Überrest bewahrt, die „Siebentausend“, die ihre Knie nicht vor dem Baal gebeugt haben. Dieser treue Überrest der letzten Zeit ist prophetisch angesprochen im Sendschreiben an Philadelphia. Die ihm angehören, sind heute teilweise noch zerstreut in früher biblisch gesunden Kreisen, die inzwischen umgeformt wurden, oder vereinzelt ohne biblische Gemeinschaft. Ich bin überzeugt, daß es der Wille des Herrn ist, diesen Überrest zu sammeln und noch an vielen Orten biblische Gemeinden entstehen zu lassen.


Es ist der Wille Gottes, daß Seine bluterkaufte Herde geweidet wird und mit geistlicher Speise, Ermunterung und Ermahnung versorgt wird. Es ist auch der Wille Gottes, daß verlorene Menschen durch die Verkündigung des wahren, biblischen Evangeliums aus dieser Welt herausgerufen und errettet werden. Es ist besonders wichtig, das Zeugnis der biblischen Wahrheit auch unter den Christen der jüngeren Generation noch hell und klar erklingen zu lassen, damit auch dort noch manche aufwachen und den breiten Weg, auf den sie irregeleitet wurden, verlassen.


Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht! (2Kor 6,16-7,1)


Was heute not tut, sind vor allem Brüder, die sich rufen und vom Herrn zurüsten lassen, als Hirten und Verkündiger des Wortes zu dienen und mit ihrer ganzen Familie die Opfer auf sich zu nehmen, die Gemeindebau und Hirtendienst mit sich bringen - Männer Gottes, die nicht auf die menschliche Grundlage eines Bibelschulabschlusses oder einer „Ordination“ vertrauen, sondern auf die Berufung und die Gnadengaben des Herrn. Männer, die bereit sind, in der Schule Gottes die nötigen Lektionen zu lernen, die tiefer in das Wort Gottes eindringen und die gesunde Lehre studieren, Männer, die mit ihren Familien danach streben, die biblischen Voraussetzungen für Ältestendienst laut 1. Timotheus 3 und Titus 1 zu erfüllen und die den Ruf hören:

Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe, nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid! Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwelklichen Ehrenkranz empfangen. (1Pt 5,2-4)


Die wahre, biblische Gemeinde hat eine wunderbare Zukunft, auch wenn die falschen Propheten der Gemeindewachstumsbewegung ihr den baldigen Tod angekündigt haben. Keine Macht der Finsternis kann sie überwältigen, weil sie auf den Herrn Jesus Christus gegründet ist, der der große Überwinder ist, der den Satan und die Sünde, die Welt und den Tod besiegt hat. So wollen wir uns Mut schenken lassen in dem Wort unseres Herrn: Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! (1Kor 15,57-58).



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Zitierte Literatur




Abanes, Richard: Rick Warren: Es geht nicht um mich - Die Geschichte einer Vision. Haan (R. Brockhaus) 2006


Ebertshäuser, Rudolf: „Pro Christ“ oder biblische Evangelisation? Das echte Evangelium und seine moderne Umdeutung. Leonberg (ESRA-Schriftendienst) 2006


Ebertshäuser, Rudolf: Wohin führt die „Emerging-Church“-Strömung? Eine Beurteilung des Buches von E. R. McManus: Eine unaufhaltsame Kraft. Leonberg (ESRA-Schriftendienst) 2006


Eggers, Ulrich; Spieker, Markus (Hg.): Der E-Faktor. Evangelikale und die Kirche der Zukunft. Witten (R. Brockhaus) 2005


Hunt, Dave: Die okkulte Invasion. Die unterschwellige Verführung von Welt und Christenheit. Bielefeld (CLV) 1999


Plock, Wilfried: Gott ist nicht pragmatisch. Wie Zweckmäßigkeitsdenken die Gemeinde zerstört. Oerlinghausen (Betanien) 2004


Pritchard, G. A.: Willow Creek - die Kirche der Zukunft? Bielefeld (CLV) 1997


Schuller, Robert H.: Your Church Has a Fantastic Future! A Possibility Thinker's Guide to a Successful Church. Ventura, CA (Regal Books) 1986


Schuller, Robert: Self-Esteem - The New Reformation. Waco, TX (Word Books) 2. Aufl. 1982


Smith, Warren: Deceived on Purpose. The New Age Implications of the Purpose-Driven Church. Magalia, CA (Mountain Stream Press) 2. Aufl. 2004


Warren, Rick: The Purpose-Driven Church. Growth Without Compromising Your Message & Mission. Grand Rapids, MI (Zondervan) 1995 [dt. Kirche mit Vision. Gemeinde die den Auftrag Gottes lebt. Asslar (Gerth Medien) 3. Aufl. 2006


Warren, Rick: The Purpose-Driven Life. What on Earth Am I Here For? Grand Rapids, MI (Zondervan) 2002 [dt. Leben mit Vision. Wozu um alles in der Welt lebe ich? Asslar (Gerth Medien) 2003]




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