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Lee Harvey Oswalds unheilvolles Erbe


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Rolf

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Lee Harvey Oswalds unheilvolles Erbe





von Daniel Pipes
Jerusalem Post
22. November 2007

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Englischer Originaltext: Lee Harvey Oswald's Malign Legacy

Was stimmt nicht am amerikanischen Liberalismus*? Was ist mit der selbstsicheren, optimistischen und praktischen Demokratischen Partei von Franklin D. Roosevelt, Harry Truman und John F. Kennedy passiert? Warum ist Joe Lieberman, die ihnen am nächsten kommende Wiedergeburt, aus der Partei gedrängt worden? Wie konnte Antiamerikanismus Schulen, die Medien und Hollywood infizieren? Und woher kommt die liberale Wut, die Konservative wie Ann Coulter, Jeff Jacoby, Michelle Malkin und das Media Research Center so umfassend dokumentiert haben?

In einer tour de force bietet James Piereson vom Manhattan Institute eine historische Erklärung, die sowohl neu als auch überzeugend ist. Sein Buch Camelot and the Cultural Revolution: How the Assassination of John F. Kenney Shattered American Liberalism (Camelot und die Kulturrevolution. Wie die Ermordung John F. Kennedys den amerikanischen Liberalismus zerstörte) verfolgt das Abgleiten des Liberalismus in den Antiamerikanismus zu der scheinbar unwichtigen Tatsache zurück, dass Lee Harvey Oswald weder ein Verfechter der Rassentrennung noch ein Kalter Krieger, sondern Kommunist war.

Piereson argumentiert so:

Während der rund 40 Jahre vor der Ermordung Kennedys am 22. November 1963 war der Progressivismus/Liberalismus die regierende und fast einzige öffentliche Philosophie; Kennedy, ein realistischer Zentrist, entstammte einer effektiven Tradition, die darauf zielte die Demokratie und den Wohlfahrtsstaat auszuweiten und damit Erfolg hatte.

Im Gegensatz dazu fehlte den Republikanern wie Dwight Eisenhower eine intellektuelle Alternative zum Liberalismus und bremsten ihn einfach nur ab. Die konservativen „Überbleibsel", angeführt von William F. Buckley, Jr. hatten praktisch keinen Einfluss auf die Politik. Die radikale Rechte, verkörpert durch die John Birch Society, verspuckte unlogischen und ineffektiven Fanatismus.

Kennedys Ermordung hatte tiefgreifenden Einfluss auf den Liberalismus, erklärt Piereson, weil Oswald, ein Kommunist der Neuen Linken, Kennedy ermordete, um Fidel Castros Herrschaft in Kuba vor dem Präsident zu schützen, der während der kubanischen Raketenkrise von 1962 mit Amerikas militärische Keule drohte. Kurz gesagt: Kennedy starb, weil er im Kalten Krieg so hart war. Die Liberalen verweigerten sich dieser Tatsache, weil sie ihrem Glaubenssystem widersprach; statt dessen präsentierten sie Kennedy als Opfer der radikalen Rechten und Märtyrer liberaler Themen.

Diese politische Fantasterei erforderte zwei verwegene Schritte. Der erste betraf Oswald:

Seine kommunistischen Ansichten wurden ignoriert, indem er als rechtsextrem charakterisiert wurde. So behauptete in New Orleans Distriktanwalt Jim Garrison: „Oswald wäre eher in Mein Kampf Zuhause gewesen als in Das Kapital."
Seine Rolle wurde bis zur Bedeutungslosigkeit reduziert, indem man (1) über etwa sechzehn Mörder theoretisierte oder (2) eine gigantische Verschwörung entspann, in der Oswald zu einem Opfer der Mafia, des Ku Klux Klan, Anti-Castro-Kubanern, Weißrussen, Ölmillionären aus Texas, internationalen Bankern, der CIA, des FBI, des militärisch-ndustriellen Komplexes, der Generäle oder Kennedys Nachfolger, Lyndon Johnson, gemacht wird.
Als Oswald praktisch aus der Geschichte entfernt oder sogar zu einem bloßen Sündenbock gemacht war, ging das herrschende Establishment – Johnson, Jacqueline Kennedy, J. Edgar Hoover und viele andere – dazu über einen zweiten, erstaunlichen Schritt zu unternehmen. Sie machten für die Ermordung nicht den Kommunisten Oswald verantwortlich, sondern das amerikanische Volk und insbesondere die radikale Rechte; sie warfen ihnen vor Kennedy getötet zu haben, weil er im Kalten Krieg zu weich gewesen oder den amerikanischen Schwarzen bei den Bürgerrechten zu sehr entgegen gekommen sei. Hier nur vier der Beispiele, die Piereson zur Dokumentation dieser wilden Verdrehung zitiert.

Oberrichter Earl Warren prangerte den angeblichen „Hass und Bitterkeit" an, die „von Eiferern in das Leben unserer Nation eingeflößt werden".
Senats-Mehrheitsführer Mike Mansfield wütete gegen „den Fanatismus, den Hass, die Vorurteile und die Arroganz, die in diesem Augenblick des Grauens zusammentrafen, um ihn niederzustrecken.
Der Kongress-Abgeordnete Adam Clayton Powell riet: „Wein nicht um Jack Kennedy, sondern weint um Amerika."
Ein Editorial der New York Times jammerte: "Die Schande, die ganz Amerika wegen des Geistes der Wahnsinns und des Hasses tragen muss, der Präsident John F. Kennedy niederstreckte."
In dieser „Leugnung und Nichtbeachtung" der Motive und Schuld Oswalds verortet Piereson die überwucherten Ursprünge der Wende des amerikanischen Liberalismus hin zum antiamerikanischen Pessimismus. „Die reformistische Betonung des amerikanischen Liberalismus, der pragmatisch und vorwärts schauend gewesen war, wurde von einem Geist der nationalen Selbstverurteilung abgelöst."

Die Vereinigten Staaten als rüde, gewalttätig, rassistisch und militaristisch anzusehen verschob den Fokus des Liberalismus von der Wirtschaft hin zu Kulturfragen (Rassismus, Feminismus, sexuelle Freiheit, Schwulenrechte). Dieser Wechsel half die Bewegung der Gegenkultur der späten 1960-er Jahre entstehen zu lassen; dauerhafter war, dass er einen „Rest an Zwiespältigkeit" über den Wert traditioneller amerikanischer Strukturen und der Triftigkeit des Einsatzes amerikanischer Militärmacht abzulegen, was auch 44 Jahre später allgemeine Auffassung des Liberalismus bleibt.

Und so lebt Oswalds unheilvolles Erbe auch im Jahr 2007 weiter, schadet und pervertiert den Liberalismus und verseucht immer noch den nationalen Diskurs.

* Das amerikanische Verständnis von „politisch liberal" ist in Europa eher als „links" im Sinne von klassisch „sozialdemokratisch" einzuordnen.


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