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Jean Gibson: Stellungnahme zum Calvinismus


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Rolf

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Jean Gibson: Stellungnahme zum Calvinismus




Der sogenannte Calvinismus ist eine der großen theologischen Auseinandersetzungen der Kirchengeschichte. Zu dieser Frage haben die Gläubigen verschiedene Standpunkte eingenommen. Eine allgemeine Übereinstimmung gab es bei dieser Angelegenheit nie und diese wird es wahrscheinlich auch nie geben. Trotzdem ist es heute weiterhin ein kontroverses Thema und hat schon Gemeinden und Gläubige weltweit gespalten. Das ist das Hauptproblem. Wir wollen keine Spaltung oder Auseinandersetzungen in Ihre Versammlung bringen.

Der Calvinismus wird manchmal auch als reformierte Theologie bezeichnet. Er könnte auch Augustiniamismus genannt werden, da die grundlegenden Lehren im 5. Jahrhundert durch Augustinus aufkamen. Die fünf Hauptpunkte heißen abgekürzt TULIP:

1) Total Depravitiy – Völlige Verderbtheit:

Damit meint der Calvinist nicht nur, dass der Mensch ein Sünder ist, der der Errettung bedarf- dem würden ja alle zustimmen. Er meint damit, dass der menschliche Wille an Satan gebunden ist und er unfähig ist, auf Gottes Botschaft der Errettung zu reagieren, außer er ist einer der Auserwählten, die zur Errettung erwählt wurden. Er ist ‚tot in Sünden’ im dem Sinn, dass er keine Möglichkeit hat, Gott zu antworten oder irgendeine Entscheidungsmöglichkeit in Bezug auf Gott hat. Er ist ‚völlig unfähig, sein Vertrauen auf Christus zu setzen’. Diejenigen, die sagen, dass sie dies nicht glauben, werden gebrandmarkt als ob sie an ‚das Heil durch Werke’ glauben würden. Sie sagen, dass Glaube in dieser Hinsicht ein Werk sei.

2) Unconditional Election - bedingungslose Erwählung:

Den Calvinisten entsprechend, hat die Erwählung rein gar nichts mit der Antwort des Menschen auf Gott oder dessen Vorkenntnis der menschlichen Antwort zu tun. Gott erwählt bedingungslos bestimmte Menschen zur Errettung. Diese werden antworten. Andere sind dazu unfähig.

3) Limited Atonement – Begrenzte Erlösung:


Das bedeutet, dass Christus nur für die Sünden der Erwählten gestorben ist und nicht für die der Welt oder der Nicht-Erwählten. Jesus starb in deren Sicht ausschließlich, um bestimmte Personen zu retten, die ihm der Vater in der vorweltlichen Ewigkeit gegeben hat.

4) Irresistible grace – unwiderstehliche Gnade

Nur denjenigen, die Gott erwählt hat, wird der Geist des Lebens durch die Wiedergeburt gegeben. Sie werden unwiderstehlich zu Gott gezogen - durch Glauben, den er selektiv einigen gibt und anderen nicht – so sagen sie. Dennoch bestreiten Calvinisten, dass der Mensch in dieser Hinsicht ein Robotter sei.

5) Perseverence of the saints – die Bewahrung der Gläubigen

Das bedeutet, dass Gott die letztendliche Rettung und ewige Sicherheit der ‚Erwählten’ garantiert. Der Mensch hat absolut nichts mit seiner Errettung zu tun, oder mit dem Verharren im rettenden Glauben. Das alles ist ausschließlich die Angelegenheit Gottes.

Der spezielle Unwille der Calvinisten richtet sich gegen Arminianer. Aus calvinistischer Sicht sind Arminianer diejenigen, die an die Werksgerechtigkeit glauben. Eigentlich betonen Arminianer das Thema der freien menschlichen und moralischen Verantwortung, den Herrn anzunehmen oder zurückzuweisen. Jeder der nicht mit dem Calvinismus übereinstimmt wird typischerweise als Arminianer betitelt. Bei Calvinisten gibt es eine außerordentliche Betonung der Gnade, speziell auf die „souveräne Gnade“, in der Bedeutung, dass Gott seine eigene Wahl trifft, wem er sich zur Errettung offenbaren will. Sie glauben, dass Gott Sünder rettet, unabhängig davon, was diese sagen oder tun. Es gibt eine große Betonung der Souveränität Gottes. Das bedeutet für sie, dass Gott das Recht hat, das zu tun was ihm gefällt und keiner ihm dabei Widerstand leisten kann. Sie behaupten, dass Gott einige auserwählt und alle anderen verworfen hat.

Die Erwählung und Vorherbestimmung, die beide in der Bibel erwähnt sind, werden stark betont. Die Calvinisten verstehen jedoch darunter, dass die Auserwählung und Vorherbestimmung zur ERRETTUNG sei und nichts mit dem Vorherwissen Gottes über ihre Reaktion auf ihn zu tun hat.

Wir akzeptieren diese biblischen Ausdrücke, verstehen sie jedoch als Auserwählung zu den Zielen Gottes für die Erretteten, besonders zur Umgestaltung in das Bild Christi.

Es gibt einige, die glauben nur an bestimmte Inhalte des calvinistischen Systems. Sie lehnen besonders den Gedanken ab, dass Christus nur für die Auserwählten gestorben sei. Die extremsten Calvinisten werden als „Hyper-Calvinisten“ bezeichnet, da ihre Sichtweisen - sogar von ihren eigenen Sympathisanten - als zu extrem betrachtet werden, um diese akzeptieren zu können. Einige glauben, dass die meisten Menschen schon vor ihrer Geburt und ihrem Leben auf der Erde „zur Verdammnis verurteilt“ sind. Dies ist ihr bedauerliches Schicksal. Sie können nichts tun, um dies zu ändern. Andere weisen dies mit der klaren Begründung zurück, dass dies im Gegensatz zu Gottes Gerechtigkeit oder Fairness sei. Einige akzeptieren keinen Grund, dass jemand nicht gerettet sein könnte, auch auf der Grundlage eines diesem widersprechendem Lebensstils, insbesondere der Ausübung gesetzloser Sünde. Wir weisen auf den „Test über das Vorhandenseins von rettendem Glauben“ hin, wie er in 1.Johannesbrief beschrieben wird.

Hypercalvinisten sagen, dies wäre einfach der Versuch, die Errettung aus Werken zu vertreten. Aus deren Sicht, würde dies jede Hoffnung auf Heilsgewissheit zerstören.

Viele Calvinisten lehnen die Busse als Bedingung zur Errettung (allein durch Glauben) ab, außer wenn dies so verstanden wird, dass es einfach bedeutet, an das Evangelium zu glauben. Errettung wird nämlich schon daher gewährleistet, dass Gott die wenigen auserwählt hat, denen er den rettenden Glauben schenkt. Sie wenden sich stark gegen die Vorstellung, dass man Jesus als Herrn und Heiland annehmen muss. Sie meinen, es würde schon genügen, Jesus als Heiland anzunehmen und die Unterwerfung unter Christus als den Herrn auf irgendein zukünftiges Datum zu verschieben. Sie meinen, wenn man etwas anderes glaubt, würde man die Werksgerechtigkeit, bzw. die „Lordship Salvation“ lehren.
Die Praxis vieler Calvinisten ist es, ihre Überzeugungen andern unerbittlich aufzuzwängen, auch wenn dies zu einer Gemeindespaltung führt. Gläubige werden oft aus ihren eigenen evangelikalen Gemeinschaft abgezogen. Ihr eigenes theologisches Muster oder System ist das Hauptthema ihrer Gespräche, Predigten, öffentlichen Gebeten und Dienste. Andere Dinge scheinen im Vergleich dazu unwichtig.

Das System selbst ist nur eine Folgerung, die sie aus bestimmten Bibelstellen ziehen. Es wird jedoch nicht direkt in der heiligen Schrift gelehrt. Dieses Thema war dem Herrn Jesus sicherlich nicht am wichtigsten. Trotzdem machen es viele Calvinisten in ihrem Dienst so.

Dies sollte genug sein, um über das System und dessen Befürworter informiert zu sein. Außerdem sollte nun klar sein, warum die meisten evangelikalen Gläubigen, dieses System als Ganzes nicht übernehmen, obwohl viele an die ewige Sicherheit glauben. Sie glauben jedoch nicht aus calvinistischen Gründen daran. Sie begreifen dies eher als eine direkte Lehre der heiligen Schrift.

Wir stimmen in unserer Versammlung diesem System nicht zu. Sicherlich sind wir deswegen keine Arminianer, oder glauben an Werksgerechtigkeit. Wir glauben an die Errettung aus Glauben, an die Souveränität Gottes und die Sündigkeit des Menschen.




WIR GLAUBEN AN:




Die Wahlmöglichkeit sündiger Menschen, zur Errettung

1. Jeder Sünder kann sich zu Gott wenden, Busse tun und an das Evangelium der Errettung glauben, sofern er sich dazu entschließt. Jede Entscheidungsfreiheit, die er hat, steht im Einklang mit der Gnade Gottes, die er in der Errettung ‚jedem der da will’ anbietet. Jede Entscheidungsfreiheit, die er hat, steht im Einklang mit dem souveränen Willen Gottes, der ihm das Vorrecht der Wahlfreiheit einräumt. Die Entscheidung, die man fällt ist jedoch in keinerlei Weise ein Verdienst, um errettet zu werden. Folgende Punkte sind zu beachten:

a) Alle Menschen sind Sünder und können sich vor Gott nicht rechtfertigen und bedürfen eindeutig der Erlösung. Dennoch ist nicht jeder Mensch in dem Ausmaß boshaft, wie er wirklich sein könnte (d.h. so völlig verdorben in Sinne, dass er unfähig wäre, auf Gott zu reagieren). Gott nimmt tatsächlich auch in Einigen etwas Brauchbares wahr, obwohl dies nicht genug wäre, um die Erlösung zu erreichen. In der Apostelgeschichte 10:2, wird Cornelius als hingegebener Mann beschrieben, der zusammen mit seinem ganzen Haus Gott fürchtete und dem Jüdischen Volk Almosen gab und ‚beständig’ zu Gott betete. Auf diesem Hintergrund wird er von Gott durch einen Engel zu Petrus gesandt, um den Weg zur Errettung zu erfahren. Petrus sagte „In Wahrheit begreife ich, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern in jeder Nation ist, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, ihm angenehm“ (Apg 10,34-35). Die allgemeine Aussage „da ist keiner, der gutes tut“, (Römer 3,12) schließt jedoch nicht aus, dass es Bereiche gibt, in denen Gott nicht etwas Brauchbares bei einigen Menschen erkennt.

b. Nachdem wir tot in Sünden sind, lautet die klassische calvinistische Folgerung „was kann ein toter Mann noch tun? Gar nichts.“ H.I. Ironside schreibt in „Except you Repent“, „wenn man sagen würde, weil ein Sünder – ob Jude oder Heide – für Gott tot ist, könne er auch keine Busse tun, wäre das ein Missverständnis über die Bedeutung dieses Todes. Es ist nämlich ein juristischer und nicht ein tatsächlicher Tod... Er ist geistlich tot, da er von Gott getrennt ist. Aber eigentlich ist er ein lebendiges, verantwortliches Geschöpf, das Gott als urteilsfähige Person anspricht“. Gott spricht ‚Kommt denn und lasst uns miteinander rechten! spricht der HERR. Wenn eure Sünden rot wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiß werden. Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen sie werden.“ (Jes 1,18). Wenn Gott sagt „der Sünde Sold ist der Tod“ (Rö 2,23), und dass das ewige Gericht im Feuersee „der zweite Tod“ (Offb. 20,14) ist, spricht er nicht von einer fehlenden Verantwortlichkeit, sondern von Trennung. Geistlich tote Männer und Frauen, sind trotzdem verantwortlich, Gott Antwort zu geben.

c. Jesus weinte über eine Stadt, die ihn ablehnte und sagte „Ich wollte...aber ihr habt nicht gewollt“ (Luk 13,34, Matth 22,37). Als er weinte und schmerzlich diese Worte sprach, war dies keineswegs ein Widerspruch, als ob er genau wusste, dass es ihnen eigentlich aufgrund ihrer Unfähigkeit unmöglich war zu antworteten, und er ihnen selbst die Reaktion überhaupt nicht ermöglichen würde. Vielmehr sagt damit, dass sie hätten antworten können, sich jedoch geweigert haben.

d. Wie kann ein menschliches Wesen moralisch vor Gott verantwortlich sein und völlig zurecht im Feuersee enden, wenn Gott es ihm gar nicht anders möglich gemacht hat und er gar nichts anderes tun konnte. Wenn sein Wille in solcher Gebundenheit wäre, dass er nicht reagieren kann, dann könnte er ja nach dieser Logik gar nicht gehorchen.

e. Gehorsam ist eine Angelegenheit des Willens. Das Wollen ist bei der Erlösung einbezogen. Erlösung ist für diejenigen, die dem Evangelium gehorchen und dadurch den heiligen Geist erhalten (Apg 5,32 und Heb 5,9). Das Gericht ist für diejenigen, die dem Evangelium nicht gehorchen (Rö 2,8; 10,16; 2.Thess 1,8). Daher werden sie auch „Kinder des Ungehorsams“ genannt und nicht Früchte der Unfähigkeit. Es ist unverständlich, wie man lehren kann, dass alle Menschen gar keine Freiheit haben, zu Gott zu kommen. Beachten Sie bitte den folgenden Verse:
„da er nicht will, daß irgendwelche verloren gehen, sondern daß alle zur Buße kommen.
“ (2.Petrus 3,9)
„welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1.Tim 2,4)
„Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn errettet werde.“ (Joh 3,16f)
„Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!“ (Offb 22,17)
Ein weiterer Hinweis wäre: Matth 12,28, Römer 10,13, Titus 2,4, Joh 6,37; 12,32
2.Kor 5,19 und andere Stellen. Calvinisten deuten das Wort „Welt“, „Wer immer“ und alle ähnlichen Ausdrücke so, dass damit nur die Erwählten gemeint sind. Die meisten Bibelleser glauben, dass Gott alle Menschen und auch die Sünder liebt, obwohl er die Sünde hasst. Die Calvinisten glauben jedoch, dass er nur die Auserwählten liebt, zumindest in der Art, dass er es ihnen möglich macht, durch Christus der ewigen Verdammnis zu entgehen.

2. Gottes Auserwählung oder die Vorherbestimmung des Menschen

Wir glauben, dass Gott alle Menschen retten will (2.Pet 3,9, 1.Tim 2,4) und nicht nur einige im voraus Erwählte. Gleichzeitig glauben wir außerdem an das Konzept der Vorherbestimmung, da dies in der Bibel steht. Wir glauben nicht, dass Gott einige zur Errettung und andere zur Verdammnis auswählt. Die Frage ist, „Wozu sind wir erwählt oder wozu sind wir vorherbestimmt?“. Eine Untersuchung aller Bibelstellen, in denen diese Ausdrücke vorkommen, wäre hilfreich.

A) Auserwählt oder erwählt („Eklektos“ als Adjektiv, „ekloge“ als Substantiv, „eklego“ als Verb)
Die Bedeutung ist heraussuchen, wählen oder selektieren, besonders für eine Aufgabe oder Position. Die Frage ist, ob diese Auserwählung durch Gott, irgendjemand die Kraft und den Willen wegnimmt, ihm nachzufolgen. Der Ausdruck wird auf folgende Weise verwendet:

a. Für Christus, als er als Messias kommt (Luk 9.35;23,35; 1Pet 2,4.6;Jesaja 42,1)
b. Für Israel als Nation, das insgesamt erwählt ist; wovon aber viele abgefallen sind (Apg 13,17; Rom 9,11; 11,28 vergl. Jesaja 45,4; 65,9.22; 5.Mose 7,7). Der Ausdruck in Römer 9,11 „Als sie weder gutes noch böses getan haben“ bezieht sich auf die Vorfahren Israels als Nation.

c. Für Gläubige als der Überrest Israels (Ro 11,5.7)
d. Für den Dienst des Paulus (Apg 9,15; 22,14; 1.Kor 9,1.15)
e. Für den Dienst der Engel unter Gott (1.Tim 5,21)
f. Für die Zwölf Apostel (Luk 6,13, Joh 13,18.15.16.19; Apg 1,2.24). Die Erwählung war zu einem Amt und nicht zur Errettung. Sie bezog sich auf das Fruchtbringen (Joh 15,16). Dieser letzte Vers beinhaltet den Ausdruck, „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“, der sich auf die Zwölf bezieht und nicht allgemein auf Gläubige zur Errettung.
g. Für Instrumente für den Gebrauch durch Gott (1.Kor 27-28)

Der deutlichste Gebrauch des Ausdrucks bezieht sich auf Gläubig. Sie werden einfach „Gottes Auserwählte“ genannt (Ro 8,33;Titus 1,1;Luk 18,7;1.Thess 1,4;Kol 3,12; 2.Tim 2,10; Matt 24,22.24; Mark 13,20.27). Sie werden insgesamt als „auserwähltes Geschlecht“ (1.Pet 2,9) bezeichnet. Solche sind gerettet und berufen, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben“ (2.Tim 1,9). Die Quelle ist daher die Gnade Gottes.

Die Leser von 2.Petrus 1,10 werden ermahnt, mit Sorgfalt „die Berufung und Erwählung fest zu machen“. Sicher schließt das die menschliche Verantwortung mit ein. Die Zahl derer, die Gott Antwort geben ist geringer als die der Eingeladenen, denn „viele sind berufen, aber wenige auserwählt“ (Matt. 2,14). Diese Aussage schließt an das Gleichnis der königlichen Hochzeit an, die ja allgemein zugänglich war. Selbstverständlich hat Gott genaues Wissen über diejenigen, die unter den Erwählten sein werden. Apg 13,48 „soviel zum ewigen Leben bestimmt sind, glaubten“. Es gibt keine Schriftstelle, die eine Auserwählung zur Verurteilung oder Verdammnis lehrt. Das Evangelium wird Menschen angeboten, die reagieren können, wenn sie wollen. Beachte folgendes:

1. Menschen werden zur Verantwortung gezogen (Ro 2,1-6, Offb. 20,11-13, Matth. 25)
2. Diejenigen, die das Evangelium hören sind verantwortlich (Joh 3,18; Matt 1,20-24; Apg 13,38-41; 2Thess 1,7-10).
3. Die Einladung zum Evangelium wird an alle gerichtet und nicht nur an einige (Matt 28,19; Mar 16,15-16; Hes 3,18; 33,8).
Dass es sich nicht eine Auserwählung zur Errettung handelt, zeigt der Bezug zum Volk Israel „der auserwählten Nation“ (Apg 13,16; Jes 45,4 u.a.). Es ist offensichtlich, dass viele abgefallen sind (Judas 5 u.a..), da der Herr Jesus Jahrhunderte später die jüdischen Führer als „vom Vater dem Teufel“ bezeichnet. Sie waren vom Herrn zu ihrer Stellung als Nation auserwählt (Luk 6,13;Joh 13,18; Apg 1,2.24). Doch dies war auch nicht zur Errettung. Judas ist abgefallen und war von Anfang an ein Teufel (Joh 6,70). Der Vers, der fälschlicherweise oft von Calvinisten auf Gerettete angewendet wird, bezieht sich jedoch auf die Zwölf – Judas eingeschlossen. Dies macht deutlich, wie leichtfertig mit Bibelversen, die gar nichts mit der Angelegenheit zu tun haben, die persönliche Entscheidungsfreiheit, als Bestandteil unserer Errettung, bestritten wirdl.

B. VORHERBESTIMMUNG (proorizo)

Diese Wort wird oft im Zusammenhang mit der Auserwählung verwendet. Die Bedeutung ist etwas vorher festlegen, abstecken oder vorbestimmen. W.E. Vine schlägt vor, dass dies andeuten soll „wozu die Subjekte, die er kennt, vorherbestimmt sind“. Die Frage ist: Vorherbestimmt WOZU? Geht es darum, dass die Ziele Gottes vorher abgesteckt sind oder um „einen unabänderlichen Ratschluss, wer errettet werden soll?“. „Vorherbestimmt dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein“, ist das Ziel Gottes mit jedem Gläubigen (Rö 8,29).

„Wen er aber vorherbestimmt hat, den hat er auch berufen“ (Rö 8,30). Wir finden sowohl eine Unterscheidung der Vorherbestimmung von der Berufung als auch von der Rechtfertigung.

„Vorherbestimmt zur Sohnschaft durch Jesus Christus“ (Eph 1,5). „Sohnschaft“ ist ein anderer Ausdruck für die Wiedergeburt, aber auch ein Ausdruck aus der römischen Welt; man beschrieb dadurch, dass man in einer Familie zu einer vornehmen Stellung gekommen ist. „Und in ihm haben wir auch ein Erbteil erlangt, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Rat seines Willens wirkt“ (Eph 1,11). Wir finden hier keine Aussage, dass Gott jede Person genau zu seinen Vorstellungen vorherbestimmt hat; Gott führt vielmehr seine ewigen Ziele in Christus genauer aus.
„alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehen sollte“ (Apg 4,28). Herodes, Pilatus, Israel und die Heiden, versammelten sich gegen Christus; um den Plan Gottes auszuführen und Jesus dem Tode auszuliefern. „ondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vorherbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit.“ (1.Kor 2,7). Der ewige Plan Gottes für uns.

C. Vorherwissen (proginosko – sieben Mal im Neuen Testament verwendet)

Die Bedeutung ist vorheriges Wissen oder etwas im voraus wissen. Es gibt dabei keinen Anhaltspunkt, dass dies die menschliche Wahl ausschließt. Gottes Vorherwissen ist Teil seiner Allwissenheit (Apg 15,18; Hebr 4,13; Ps 139, 12.15). Vorherwissen durch Gott ist offensichtlich ein Bestandteil seiner Auserwählung, obwohl Calvinisten dies bestreiten. Sie meinen, dies würde seine Souveränität angreifen, Werke einschließen und menschliche Tugendhaftigkeit voraussetzen. Wenn das alles wahr wäre, warum steht es dann in der heiligen Schrift im Zusammenhang mit der Auserwählung? 1.Pet 1,2 hält den Ablauf auf folgende Weise fest: die Gläubigen sind „auserwählt gemäß der Vorkenntnis Gottes des Vaters, in Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und Besprengung mit dem Blut Jesu Christ“.

Beachten Sie genau die Reihenfolge. Auserwählung wird deutlich auf Vorherwissen bezogen. Das griechische Wort für ‚gemäß’ ist kata und bedeutet „Gleichartigkeit – in Übereinstimmung mit, in Gleichförmigkeit mit, bezogen auf“, (Greek-English Lexicon of the New Testament, Arndt and Gringrich). Das zeigt uns, dass Gottes Auswahl im Einklang mit dem war, was er wusste. Wenn seine Auserwählung völlig ohne Ursache war, worauf bezieht sich dies dann? Rö 8,29 sagt „denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein“. Es wird uns hier also gesagt, dass Vorherbestimmung (die dem Vorherwissen folgt) nicht Auserwählung zur Errettung ist – sondern der Ruf zu dem Ziel dem geistigen Bild Christi gleichförmig zu sein. Weitere Verwendungen von Vorherwissen:
„Diese Dinge vorher wissend“ (2.Pet 3,7); die Lehrgrundsätze, die Petrus verkündigt hat.

„Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er vorher erkannt hat.“ (Ro 11,2); Israel als das privilegierte Volk Gottes.
„Er ist zwar im voraus vor Grundlegung der Welt erkannt“ (1.Pet 1,20); und nicht ‚vorherbestimmt’ wie die King James Version übersetzt: Christus als Lamm Gottes, um sein Blut für uns zu vergießen (Offb 13,8).
„nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes hingegeben worden ist“ (Apg 2,23); Seine Kreuzigung durch die Menschen.

Es wird manchmal vorgeschlagen, das Wort „yada“ im Alten Testament (in der LXX mit ginosko und im Englischen als „know“ (=wissen) wiedergegeben), habe eher die Bedeutung Auserwählung oder Auswahl zur Errettung, als vorher das Vorherwissen. Am meisten wird folgender Vers angeführt:

„Nur euch habe ich von allen Geschlechtern der Erde erkannt“ (Am 3,2); Im Zusammenhang, bezieht er [Gott] sich auf ihr besonderes Verhältnis zu ihm, vgl. 2,10-12.
„Ich habe dich ja gekannt in der Wüste“ (Hos 13,5); zu diesem Zeitpunkt waren sie noch gar nicht von Gott erwählt.
„Denn ich habe ihn erkannt, dass er seine Kinder befehle“ (1.Mose 18,17-19); handelt von Abraham und den Zielen Gottes mit seinem Leben.

„Ehe ich dich im Mutterschoß bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt: zum Propheten für die Nationen habe ich dich eingesetzt.“ (Jer 1,5); erkennen scheint in Jer 12,3 die Bedeutung „völlig verstehen“ zu haben. Vorheriges Wissen Gottes über den Prophet und Auserwählung sind in der Bedeutung identisch.
„wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.“ (1.Kor 8,3); beinhaltet die Anerkennung durch Gott wegen dieser Tatsache.

„jetzt aber habt ihr Gott erkannt - vielmehr ihr seid von Gott erkannt worden“ (Gal. 4,9); ersetzt den vorigen Zustand der Unkenntnis.
Gottes Allwissenheit sieht im vorhinein, weder die menschliche Tugendhaftigkeit noch dessen Bereitschaft auf die Forderungen Gottes und den Ruf des Evangeliums zu reagieren. Darin liegt genauso wenig ein Verdienst, wie im rettenden Glauben selbst. In der bekannten Illustration, die schon vielen geholfen hat, sieht der Heilige auf dem Weg zum Himmel eine gewaltige Schrift über dem Himmelstor: “Wer da will, der komme“. Als der Gläubige hineingeht und auf die Rückseite des Tores zurücksieht, liest er. „Auserwählt ihn ihm vor Grundlegung der Welt“. Diese Geschichte zeigt treffend, dass es zwei Perspektiven gibt – die menschliche und die göttliche. Gott kann sicherlich den Ablauf der Ereignisse vorhersehen, ohne wirklich die menschliche Wahlfreiheit zu beeinflussen, die ein Bestandteil dieser Ereignisse ist. Vorherwissen, Auserwählung, Vorherbestimmung, menschliche Wahlfreiheit und Verantwortung werden alle in der heiligen Schrift gelehrt und sollten alle akzeptiert werden.

CHRISTUS STARB FÜR ALLE

Das Werk Christi am Kreuz war nicht auf den Nutzen einiger wenige beschränkt, sondern für alle zugänglich. Dieses wird klar in 1.Joh 2,2 bestätigt. „Er ist die Versöhnung für unsere Sünden, und nicht nur für die unseren, sondern für die der ganzen Welt“. Sicher ist das nicht das selbe wie „gestorben für die zur Errettung auserwählten“. Weitere Verse.
„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,16); es gibt viele andere „jeder der“ in der Schrift. Das bedeutet einfach jeder, und nicht nur die Auserwählten.

„Der sich als Lösegeld für alle gab“ (1.Tim 2,6); ‚alle’ ist klar bezeichnet als ‚alle Menschen’, für die wir beten sollen (Vers 1) - alle Menschen’ will er nämlich retten.

Gott ist „der Retter aller Menschen, besonders der Gläubigen“ (1.Tim 4,10); Gottes Gnade ist für alle zugänglich (Ro 11,32).
Jesus hat für alle den Tod geschmeckt (Heb. 2,9). „Die Gnade Gottes ist erschienen heilbringend allen Menschen“ (Titus 2,11).

„Der nicht will, dass einer verloren geht, sondern dass alle zur Busse finden“ (2.Pet 3,9).
„Der will dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Tim 2,4).
„Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offb. 22,17).
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid ich will euch Ruhe geben“ (Matt 11,28).
„Wer den Namen des Herrn anruft, soll gerettet werden“ (Rö 10,13).
„denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen“ (Titus 2,11).
„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen“ (Joh 12,32).

„Gott war in Christus und versöhnte die Welt mir sich selbst“ (2.Kor 5,19). Wenn die Welt nur die Auserwählten bedeuten würde, dann hätte Christus kein Interesse überhaupt zu versuchen andere verlorene Sünder mit sich zu versöhnen.
Das Angebot an alle kann nicht wirksam werden, bis es durch Glauben angenommen wird. Eine Entschuldigung muss angenommen werden, um gültig zu sein. Eine Scheck muss eingereicht werden, um verwendet werden zu können. Ein Seil muss erfasst werden, um zu entkommen. Das Blut des Passalammes musste an die Türpfosten der Israeliten angebracht werden, bevor es wirksam wurde (2.Mose 12,7-13).

Alles in allem, kann ein universelles und wohlwollendes Angebot der Errettung nicht gepredigt werden, wenn es kein allgemeines Angebot ist. Wenn das Heil allen angeboten wird, dann ist der Tod Christi der Grund für dieses Angebot. Generationen von Evangelisten und Missionaren haben das Angebot für den Einzelnen und für alle verkündigt. Keiner der Zuhörer wurde dabei aufgefordert, darüber nachzudenken, ob er zu den Auserwählten gehört.

Der gnädige Ruf Gottes

Wie glauben das jede Person, wenn sie will, sich zu Gottes zum Heil bekehren kann. Wir glauben sogar, dass Gott genau das von ihnen will. Wir glauben außerdem, dass die selbe Person den Wunsch Gottes, sie zu retten abweisen kann. Wir glauben nicht daran, dass irgendjemand göttlich zu einer Einladung, um errettet zu werden, programmiert ist, so dass er gar nicht widerstehen kann oder will. Wie könnte so ein System Gott verherrlichen oder wie gesagt werden, dass es irgendein Element enthält, das zu Christus hinzieht.

In der Einladung an eine sündenkranke Welt „wer da will, der komme“ oder „Kommt her zu mir“ liegt auch die Gnade enthalten, die es möglich macht gerettet zu werden, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Gott ist nicht parteilich, aber er tut Gutes für Gute und Schlechte, für Gerechte und Ungerechte (Matth 4,45). Diese Gnade breitet er durch das überführende Wirken des heiligen Geistes aus, obwohl die meisten nicht antworten (Joh 16,6-9). Welchen Sinn sollte diese Überführung haben, wenn sie keine Reaktionsmöglichkeit darauf gewähren würde? Gott ruft mehr Personen, als wirklich darauf reagieren. Dadurch werden sie Erwählte (Mat 22,14). Jesus sagte, „ich bin nicht gekommen um Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Busse“ (Mat 9,13). Die meisten der Sünder Jerusalems, an die Jesus diese Worte richtete, reagierten nicht auf diesen Ruf, obwohl er gesagt hat, dass er dies wollte. Das wird als Gnade bezeichnet. „Die Gnade Gottes ist erschienen heilbringend allen Menschen“ (Tit 2,11).

Gott erleuchtet Sünder geistlich. Ansonsten würde niemand gerettet werden; die Einladung ergeht aber an alle Sünder und nicht nur an einige wenige. Gott rettet durch seine Gnade, nicht aufgrund menschlicher Verdienste, sonst könnte niemand errettet werden. Gottes Wort, Gottes Geist und Gottes Bereitstellung seiner erneuernden Kraft sind unabdingbar für die Errettung. Ansonsten würde niemand errettet werden. Das alles geschieht durch Gottes souveränes Wollen, indem er alles nach seinem Willen gestaltet, dabei ist die Art, wie er sich in seinem Tun vorgeht inbegriffen. Es ist unnötig die Gnade oder Souveränität Gottes, an die wir glauben, zu groß zu machen, indem alle menschliche Antwort oder sogar die Möglichkeit dazu, ausgeschlossen wird. Viele Schriftstellen zeigen, wie Gott verlorene Sünder warnt „sucht den Herrn solange er zu finden ist“ und wie er sie vor den Folgen warnt, wenn sie es nicht tun. Er rechtet oft mit Sündern, da er gnädig ist.

Calvinisten glauben, dass Gott sich vorgenommen hat, nur eine bestimmte Zahl Menschen zu retten, die er unwiderstehlich zu dem auserwählten Zweck ruft, den er sich vorgenommen hat. Die Menschen sind auf einem göttlich vorherbestimmten Weg und eigentlich ein Roboter oder ein programmierter menschlicher Computer. Dies wird dann als „souveräne Gnade“ bezeichnet. Wenn jemand diesen extremen Anschauungen widerspricht, wird gesagt, man würde nicht an die Gnade glauben, oder an die freie Gnade oder an die souveräne Gnade. Bei diesem Heilssystem ist es für wenige unmöglich diesem zu widerstehen und für andere dies anzuerkennen. Diese Lehre hat dazu geführt, dass viele die Ansprüche des Christentum abgelehnt haben. Bedenken Sie:

Zuerst die Angelegenheit mit der Berufung Gottes. Sicher stimmt es, dass Gott Sünder zu Christus ruft, zieht und ihnen durch den Geist die Wiedergeburt vollzieht und sie „in Christus“ zu ihrem ewigen Ziel bringen wird. Dennoch glaubt der Calvinist, dass Gott nur einigen wenigen einen „Inneren Ruf“ gibt. Nur denen, denen Gott den „inneren Ruf“ durch seinen Geist gibt, können gerettet werden. Joh 6,37 sagt, „alle die der Vater mir gibt, werden zu mir kommen“. Von Calvinisten wird dabei vorausgesetzt, dass niemand sonst diese Möglichkeit hat, „niemand kann zu mir kommen, außer der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn“ (Joh 6,44). Dabei wird von ihnen vorausgesetzt, dass das Ziehen Gottes ausschließlich den wenigen gewährt wird, obwohl Jesus in Joh 12,32 sagt, dass „ich werde alle zu mir ziehen“ und eine grenzenlose Einladung andeutet. „Alles was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen“ (Joh 6,37). Das bedeutet für sie einen unwiderstehlichen Ruf, dem die Auserwählten nicht widerstehen können. „Jeder der vom Vater gehört und gelernt hat kommt zu mir“ (Joh 6,45). Das bedeutet für sie, dass der Rest der Zuhörer niemals die Möglichkeit zum Hören und Lernen hatte. Es ist nicht schwer einzusehen, dass – obwohl jede Schriftstelle wahr ist für die, die wirklich zum Herrn kommen – es keine deutliche Lehre der Unmöglichkeit bei denen, die unerrettet bleiben, gibt.

Dann ist die Angelegenheit der rettenden Gnade. Calvinisten sagen uns, dass es zwei Arten von Gnade gibt: Eine allgemeine und eine wirksame. Allgemeine Gnade ist die unverdiente Gunst Gottes für alle Menschen, aber bringt keine Errettung. Wirksame Gnade bringt die Menschen dazu an den Herrn Jesus zur Errettung zu glauben. Die Bibel sagt, dass Gnade wirklich Gnade ist, eine unverdiente Gunst Gottes, ohne solche Unterscheidungen, wie sie eben gemacht wurden. Es gibt keinen Hinweis, dass es eine Art von Gnade für die allgemeine Masse gibt, und eine andere Art für nur einige wenige.

Calvinisten denken, dass die Menschen für die allgemeine Gnade dankbar sein sollten und nicht danach fragen sollten, warum ihnen nicht die Möglichkeit im Sinne der Gnade, die ihnen Errettung bringen würde, gegeben wird. Ryrie sagt in seinem Buch über den heiligen Geist auf Seite 62, „In jedem Fall, wo die wirksame Gnade nicht erfahren wird, erhält man die allgemeine Gnade. Obwohl die allgemeine Gnade nicht für die Wiedergeburt ausreicht, reicht sie dennoch aus um Gott zu erkennen und zu verdammen wenn sie nicht angenommen wird.“ Das heißt, im Endergebnis, dass Gott erfreut ist, allen Menschen genug Gnade zu geben, um sie zu verdammen, falls das irgendeinen Sinn machen sollte. Er nimmt den Einwand vorweg. „Wenn die wirksame Gnade für die Errettung notwendig ist und nur Gott diese geben kann, dann kann uns Gott nicht verantwortlich machen, wenn wir den Heiland ablehnen“.

Er antwortet, „kein Mensch hat einen Anspruch auf Gottes Gnade, und daher kann niemand ihm Vorwürfe machen, warum er diese den einen gibt und den anderen nicht“. In anderen Worten, wird der Einwand außer Kraft gesetzt, ohne Erklärung. Wenn Ryrie eine Antwort geben könnte, würde er dies tun, aber er kann nicht. Ryrie fasst zusammen, indem er versichert, dass Gott „seine wirksame Gnade nicht einfach irgendwie gibt“. Er will nur sich selbst verherrlichen. Würde dieses Vorgehen ihn wirklich als gerecht und weise verherrlichen? Ist Gnade unwiderstehlich? Man muss dabei die Äußerung des Herrn Jesus berücksichtigen, als er die Stadt Jerusalem verlassen hat, dessen Bewohner ihn abgelehnt haben. Er trauerte darum und sagte „wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, aber ihr habt nicht gewollt“. (Matt 23,37; Luk 13,34). Beachten sie den Gegensatz. „Ich wollte aber ihr wolltet nicht“. Das Ergebnis war, dass die Stadt ihrem Schicksal der kommenden Verwüstung überlassen blieb.

Wir ziehen auch folgende Schriftstellen über diejenigen, die gegen Gottes Willen Widerstand leisten, zusätzlich in Betracht.
„die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluß Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht“ (Luk 7,30).
„Ihr widersteht allzeit dem Heiligen Geist“ (Apg 7,51).
„Ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr Leben habt“ (Joh 5,40)
Unerlöste Menschen bemerkten, die überführende Wirkung des Geistes und widerstanden ihm (Apg 7,54; 24,25).
„Als ich rief, antwortet ihr nicht, als ich redete hörtet ihr nicht“ (Jes. 65,12).
„Ich habe meine Hände ausgestreckt nach einem halsstarrigen Volk“ (Jes. 65,2)

Man berichtet, D.L. Moddy habe gesagt, „Die Erwählten sind die „wer da will“. Die Nicht-Erwählten sind die „Wer da nicht will“. Die Befürworter des Calvinismus haben eine neue Kategorie ergänzt, „Wer da nichts dafür kann“.
Dann ist die Angelegenheit mit dem rettenden Glauben. Calvinisten glauben, dass rettender Glaube, vollständig und nicht gemeinsam, eine Gabe Gottes ist. Ihr gewöhnlicher Beweistext ist Eph 2,8-9 „Denn durch Gnade seid ihr gerettet und das nicht aus Euch, Gottes Gabe ist es, damit niemand sich rühme“. Den Leuten wird gesagt, dass der Glaube einfach eine Gabe Gottes an einige ist, da Glaube das Nomen ist, das dem ‚es’ vorangeht. Es würde mehrer Schriftstellen geben, die zur Verwirrung führen würden, wenn man konstant diese Logik verfolgen würde. Der vorhergehende Gedanke zur Gabe in Eph 2,8-9 hat mit der Errettung als Geschenk Gottes zu tun.

„Durch Glaube“ ist der erklärende Einschub zu dessen Kanal. Wenn Glauben und nicht Errettung die Gabe wäre, dann wäre es ausgeschlossen zu sagen, „nicht aus Werken“. Kenneth Wuest sagt, dass das das Wort „dies“ ist touto, und dies ist ein Demonstrativpronomen im Neutrum. Das griechische Wort Glaube ist feminin und daher kann sich touto nicht auf Glaube beziehen, sondern auf den allgemeinen Gedanken der Errettung im näheren Zusammenhang. Die Übersetzung heißt dann, “und dies nicht aus euch als Quelle, sondern es ist die Gabe Gottes“. Das heißt die Errettung ist eine Gabe Gottes. Sie findet ihre Quelle nicht im Menschen (Eph, Seite 69). Wuest zitiert außerdem Alford, der sagt, „Sie (die Errettung wurde durch Gnade bewirkt und durch Glauben angewendet“.



5.Die ewige Sicherheit des Gläubigen


Wir glauben, dass alle wirklich geretteten Gläubigen – jedoch nicht diejenigen, die dies nur vorgeben – sind im Besitz „ewiger Errettung“. Sie sind „in Christus“, mit dem Heiligen Geist versiegelt (Eph 1,13), „auf den Tag der Errettung hin“ (Eph 4,30). Sie werden durch die Kraft Gottes bewahrt und können nicht aus seiner Hand
gerissen oder wieder herausfallen (Joh. 10,27-29). Sie sind für immer errettet und werden durch die Fürbitten des Herrn Jesus bewahrt (Heb. 7,25). Sie sind in die Familie Gottes „hineingeboren“ und können nicht zu Ungeboren gemacht werden. Wir glauben nicht an die „ewige Sicherheit des Bekenntnisses“ oder dass jeder, der gebetet hat oder eine „Entscheidung für Christus“ getroffen hat unbedingt errettet sein muss. Es gibt falsche Bekenner, Unkraut unter dem Weizen, „Wolken ohne Wasser“, die nicht den Geist haben (Judas 19), die von Christus an einem zukünftigen Tag zurückgewiesen werden (Matth 7,21-23). Wir glauben, dass die Errettung ewig ist, einfach daher, dass unter den „Auserwählten“, diejenigen waren, die Gott nach seinem Ratschluss zum Heil vorherbestimmt hat.

Das Argument der Calvinisten ist, dass wenn Gott einige zum Heil vorherbestimmt hat und sie unwiderstehlich zu sich gezogen hat, er dieses Ziel auch unfehlbar sicherstellen wird. Die Mehrheit der wahren Gläubigen, wird wahrscheinlich nicht die Lehre der ewigen Sicherheit akzeptieren. Sie glauben ernsthaft, dass die Errettung von unserer kontinuierlichen Nachfolge des Herrn Jesus abhängig ist. Sie führen die vielen Verwendungen von „wenn“ in der heiligen Schrift an, die eine bedingte Errettung bedeuten, die warnenden Abschnitte über das Zurückweichen oder Abkehren und die Verse über den Abfall in Judas und im 1.Petrusbrief.Ist hat oft den Anschein, dass man sich an die Lücke zwischen den beiden Positionen, besonders für den erschrockenen Gläubigen, durch Klarstellung eines generellen Sachverhaltes, nähern kann. Dies hat mit der Kenntnisnahme der biblischen Lehre über die falschen Bekenner zu tun. Der Herr hat öfters Menschen belehrt, die sich sicher waren, bei Gott im Paradies zu sein, dass ihre Erwartungen fehl am Platz sind. Dazu gibt es die deutlichsten Warnungen in der Schrift, darunter diejenige, die sagt „verwendet allen Eifer darauf euere Berufung und Erwählung fest zu machen“ (2.Petrus 1,10). Wie könnte das sonst sein, außer in der Art, wie sie dem Herrn nachfolgen? „Nicht jeder, der zu mir sagt ‚Herr, Herr’, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern der den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist“ (Mat 7,21). Viele andere Stellen könnten angeführt werden.

Die eigentliche Natur des rettenden Glaubens ist, dass er anhält (Kol 1,23), nicht abfällt (Heb 6,6), die Gemeinschaft mit anderen Menschen Gottes nicht versagt (1.Joh 2,19), nicht die Gesetzlosigkeit tut (1.Joh 3,4-9). Echte Errettung erweist sich in seiner Frucht. Obwohl ein echter Gläubiger für eine Zeit ohne Gemeinschaft und ohne Frucht sein kann, ist die „Situation eher eine Ausnahme als die Regel“. Jak 2,14-16 ist eine Zentralaussage, die die allgemeine biblische Aussage, dass eine echte Wiedergeburt sich durch Frucht erweist. Es ist klar, das geistliches Leben ein Hinweis auf die Anwesenheit dessen gibt, der das Leben gegeben hat. Sogar die Ungläubigen erkennen dies an. Auf diesem Hintergrund hat sich ein extreme Art des Calvinismus unter den Gläubigen eingeschlichen, die von einigen Lehrern verbreitet wurde, dass sogar nicht einmal das stärkste abweichende Verhalten als Hinweis auf fehlende Errettung akzeptiert wurde, falls irgendwann einmal ein Bekenntnis abgelegt wurde.

Millionen scheinen an eine „ewige Sicherheit des Bekenntnisses“ zu glauben, das jedoch keine biblische Grundlage hat. Allein die Tatsache, dass jemand verstandesmäßig den biblischen Tatsachen im Evangelium zustimmt, ist kein Beweis für rettenden Glauben. Es kann jemand beten und „Jesus bitten in sein Herz zu kommen“, die Hand heben oder bei einer Evangelisation nach vorne gehen, getauft werden oder sich einer Gemeinde anschließen oder sogar zum Altar gehen und eine Stunde über seine Sünden weinen, ohne wirklich wiedergeboren zu werden. Leider bringen solche Praktiken diese Leute und ihre Familien dazu, zu glauben und zu sagen, dass sie nun gerettet sind. Sie lehnen dann sogar die allerdeutlichsten Widersprüche im Leben, ja sogar offensichtlichen Abfall als Gegenbeweis ab.

Eine der große Hoffnungen dieser Leute oder ihrer Freunde ist die Lehre vom „fleischlichen Gläubigen“. E.C. Reisinger weist in seinem Heft „Banner of truth“ (einem calvinistischen Verlag) auf diese Gefahr deutlich hin. Seine Schrift trägt die Überschrift „der fleischliche Christ“. Es ist eine große Korrektur der extremen Formen des Calvinismus. Eine Studie der einzigen Passage, die „den fleischlichen Christen“ erwähnt, ist in 1.Kor 3,1-14. Der Zusammenhang erwähnt Unmündigkeit, „Säuglinge in Christus“ und abweichende Einstellungen, aber gibt keinen Hinweis, der einen sündigen Lebenswandel beinhalten würde. Die deutlichsten Hinweise gegen die Vorstellung, dass jemand ein Kind Gottes ist, obwohl er einen klaren abweichenden Lebenswandel führt, gibt uns 1.Kor 6,9-10, Eph 5,3-6, Gal 5,19, 1.Joh 2,3-5;3,4-9. Paulus schreibt, „Laßt euch von niemanden durch hohle Worte verführen, denn wegen solcher Dinge kommt der Zorn Gottes auf die Kinder des Ungehorsams“.

Er spricht dabei nicht vom Verlust des Lohnes, sondern von der bevorstehenden Verdammnis.

Es ist gut, die Leser an das Wort Antinomismus - dem Abweichen von christlichen Idealen - zu erinnern. Schaff-Herzog Encl., Band 1, definiert dies mit „überspitzte Gegenüberstellung von Glauben und Werken, wobei der Glaube so stark und einseitig betont wird, dass er seinen bestätigenden Stellenwert im Heilsgeschehen verliert und dafür irgendetwas Falsches oder Schlechtes im Menschen annimmt. Unter bestätigendem Stellenwert, wird ein verändertes Leben oder gute Werke als Frucht echter Errettung verstanden und nicht als Ursache, die dies bewirken solle (Eph 2,10; Tit 3,8). Im New international Dictionary der Christlichen Gemeinde - Herausgeber J.D. Douglas – heißt es auf Seite 48, dass der Antinomismus die „moralische Maßstäbe als Bestandteil christlicher Erfahrung verworfen wird“. Er unterscheidet zwei Formen: einerseits, wäre im Gegensatz zu Rö 7,7 und Gal 3,24, dass moralische Maßstäbe Sünder nicht zur Busse bringen können. Andererseits wird wird darauf beharrt, dass moralische Maßstäbe keinen Platz im Leben des Gläubigen haben, da er unter der Gnade ist. Die allgemein verbreitete Form des gegenwärtigen Antinomismus ist das Verharren in klarer Sünde, wobei man immer wieder betont, dass Christus bereits für alles bezahlt hat und wir nur um Vergebung bitten müssten. Dabei wird kein Anfrage an die Echtheit am Bekenntnis dieser Person als Christ gestellt. Dies ist mittlerweile fast schon eine Seuche. Viele dieser Leute sind sehr mit der Lehre der ewigen Sicherheit vertraut und verstecken sich dahinter.

Schlussfolgerung


Der hauptsächliche lehrmäßige Saatboden für die Vorstellung einer einseitigen Erwählung nur einiger bestimmter Personen zur Errettung, findet man in Römer 9,6-29. Calvinisten beharren auf dieser Stelle. Der Textfluss dieser Passage, mit den folgenden Kapiteln über Erprobung, behandeln den Plan Gottes mit dem nationalen Geschehen Israels. Wie haben schon angeführt, dass die Nation zu Gottes Ziel, aber nicht zur Errettung auserwählt worden ist.Der Beweistext der Calvinisten ist folgender:„Denn als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten“ (Rö 9,11)„Jakob habe ich geliebt, Esau aber gehasst“ (Rö 9,13)„Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarm“ (Ro 9,15)„Also nun: wen er will, dessen erbarmt er sich, und wen er will, verhärtet er“ (Ro 9,18 in Bezug auf den Pharao)„So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Auswahl der Gnade entstanden.“ (Ro 11,5)„Was nun?

Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auswahl hat es erlangt, die übrigen jedoch sind verstockt worden“ (Ro 11,7)Sehr leicht kann man hier vergessen, dass Gott über seine Berufung des Volkes Israel als seine Zeugen spricht (Jes 43,10), und nicht darüber, dass bestimmte Personen zur Errettung bestimmt sind. Jakob wurde von Gott dem Esau als Vater der Nation vorgezogen, und nicht zur Errettung bevorzugt. Leicht kann man vergessen, warum sowohl Pharao als auch Israel im Herzen gegen Gott verhärtet wurden. Das war nicht Gottes ewiger Ratschluss und von ihrem Verhalten unabhängig. Im Gegensatz dazu geschah dies da Pharao Gott Verachtung entgegenbrachte und sich zunächst selbst gegen Gott verhärtete. Bei Israel war es ihre Ablehnung der Warnungen Gottes, die sie ins Gericht brachte, verhärtete, und aufgrund ihres Fehlverhaltens als Volk verblendete. Einzelne aus den Juden, die Gott antworteten, wurden weiterhin gerettet. Wenn Israel in Zukunft Gott antwortet, wird dies nach der Vernichtung der vielen, die Gott abgelehnt haben und der Rettung derer, die Christus angenommen haben, stattfinden.

In Wahrheit können wir nicht in den göttlichen Verstand und dem wie und warum seines Handelns vordringen. Viele Dinge wurden von Gott bestimmt, aber wir wissen nicht genau wie und mit welchen Gedanken er diese ausführt. Es ist durchaus möglich, aber nicht sicher, dass er auf geheimnisvolle Art in der Lage ist, Personen zum Heil zu erwählen und zu gleicher Zeit deren Entscheidungsmöglichkeit gewährleistet und ihnen durch das Wirken des heiligen Geistes die Möglichkeit zur Reaktion gibt. Was wir aber dabei nicht brauchen, ist die eine Lehre der Unfähigkeit und der unwillkürlichen Auserwählung zu erfinden. Wir wollen – vor dem Schluss dieser Arbeit – das göttliche Leben der meisten calvinistischen Lehrer und ihrer Nachfolger anerkennen. Wir würden nicht für einen Augenblick an ihrer persönlichen Frömmigkeit zweifeln oder ihren Beitrag für die Gemeinden mindern wollen. Auf beiden Seiten dieser strittigen Frage, muss es einen neuen Respekt für die andere biblische Überzeugung geben und eine Abschaffung der Denominationen. Die besten Autoren und Lehrer beider Überzeugungen scheinen extreme Rhetorik zu meiden. Wir müssen Extremismus zurückweisen und deren schrille Vertreter. Wir müssen die schädlichen Gedanken genauer untersuchen, die unter einfachen Gläubigen kursiert sind. Der Herr gebe uns Frieden und Liebe im Zeitalter des Glaubens.


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