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Armee im Namen Gottes


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Rolf

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Armee im Namen Gottes




Der Film «Jesus Camp» zeigt, wie fundamentalistische Christen in den USA Kinder indoktrinieren


Jesus.de-



01.11.2007


Filmausschnitt »Jesus Camp« auf YouTube








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(epd) - »Das bedeutet Krieg. Seid ihr dabei oder nicht?«, ruft eine blonde Frau mit Mikrofon in den Saal. Vor ihr stehen Kinder, acht, neun oder zehn Jahre alt. Tränenüberstömt, glühend vor Eifer und Hingabe. Die beklemmende Szene stammt aus dem Dokumentarfilm «Jesus Camp». Er zeigt, wie die religiöse Rechte in den USA Kinder von klein auf indoktriniert. Eine deutsch synchronisierte Fassung kommt am Donnerstag in die Kinos.

»Kinder sind offen für alles, deshalb sind sie für unsere Sache so gut zu gebrauchen«, sagt Becky Fisher, Protagonistin des Films und Predigerin der »Christ Triumphant Church«, einer evangelikalen Pfingstgemeinde. Sie betreibt seit Jahren erfolgreich das Sommercamp »Kids on Fire« (Entflammte Kinder) im Bundesstaat North Dakota. Dort geht es nicht um Zelten und Gruselgeschichten: Mit Hilfe von Plüschtieren und Powerpoint-Präsentationen predigt Fisher gegen Harry Potter und Abtreibung. Sie ermutigt die Kinder, eine Pappfigur von Präsident George W. Bush anzubeten und Tassen mit den Namen politischer Gegner zu zerschlagen.

Die New Yorker Dokumentarfilmerinnen Heidi Ewing und Rachel Grady haben diese Szenen eingefangen. »Wir wollten eigentlich einen Film darüber machen, wie Kinder Glauben erleben«, erklärt Rachel Grady. Bei ihren Recherchen stießen sie auf Becky Fisher. »Erst beim Schneiden des Materials ist uns klar geworden, dass wir hier ein Verbrechen dokumentiert haben«, sagt Grady.

Der 94-minütige Film verfolgt am Beispiel von drei Kindern, wie die fundamentalistische Erziehung durch Eltern und Pastoren funktioniert. Die zehnjährige Victoria tanzt in Kriegsbemalung zu christlicher Metal-Musik. Die Mutter lässt sie jeden Tag auf Bibel und Flagge schwören. Die neunjährige Rachel verteilt beim Bowlingnachmittag mit der Familie christliche Comics. Der elfjährige Levi wird zu Hause unterrichtet und lernt, dass Evolution und globale Erwärmung Unsinn sind.

Alle drei sind für ihr Alter erstaunlich eloquent, wenn es um Kirche, Sünde, richtig und falsch geht. Die Kamera fährt oft dicht an die Gesichter heran und zeigt, wie der religiöse Eifer die kindlichen Mienen verändert.

Kontrastiert werden die Bilder durch Äußerungen Ken Papantonios, Moderator eines liberalen Radiosenders, und Ausschnitte von Radionachrichten, die zeigen, wie die religiöse Rechte wichtige Positionen in Kongress und Gerichtsbarkeit besetzt. Kritiker wie Papantonio fürchten, dass die religiösen Eiferer die Trennung von Kirche und Staat in den USA aufheben wollen. »Da draußen formiert sich eine Armee!«, warnt der Moderator.

Eben das ist Fishers Vision. Sie sieht in den Kindern Soldaten Gottes nach dem Vorbild islamischer Mudschaheddin: «Ich will, dass unsere Kinder sich mit der gleichen Hingabe dem Evangelium widmen wie diese Menschen dem Islam», sagt sie. Für Mindesmissbrauch hält das niemand: «Gott hat uns diese Kinder anvertraut», sagt Rachels Mutter. »Darum bringe ich sie zu Becky.«

In den USA wurde «Jesus Camp», der 2006 anlief, in diesem Jahr für den Oscar nominiert. Von Seiten der Evangelikalen gab es Beschwerden, er sei zu einseitig, Fisher selbst findet den Film jedoch gelungen. »Diese liberalen Typen sollten sich das ansehen«, meint sie kämpferisch. »Die würden zittern!«
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