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Vielfalt in den Gotteshäusern: Von Kirchenkino bis Taizé


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Rolf

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Vielfalt in den Gotteshäusern: Von Kirchenkino bis Taizé

Ratzeburg - Neue Gottesdienstformen erobern das Herzogtum Lauenburg. Propst Peter Godzik lobt Buntheit und Vielfalt. Doch über die Kür so genannter Zielgruppen-Gottesdienste dürfe die Pflicht traditioneller Sonntagsgottesdienste nicht vergessen werden.

Kennen Sie schon Kirchenkino? In der St. Johannis Kirche in Sterley ein Muss. Demnächst wieder zu erleben am Sonnabend, 3. November, um 19 Uhr mit dem deutschen Spielfilm "Vaya con Dios" aus dem Jahre 2001.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg fächern sich Angebote der Kirche immer breiter auf, auch beim Gottesdienst. Neben Kindergottesdiensten, deren Tradition sich schon vor Jahren entwickelte, sprüht es neue Ideen. Jugendgottesdienste in allen Varianten schießen ins Kraut. Familiengottesdienste vereinen die Generationen. Seniorengottesdienste wenden sich an Alte, Krabbelgottesdienste an die ganz Kleinen. Das weibliche Geschlecht emanzipiert sich in reinen Frauengottesdiensten. Taizégottesdienste und Salbungsgottesdienste scheinen den anspruchsvollen Kirchgänger zu bedienen.

Doch eine Variante toppt alle anderen: das so genannte "Go special" der Kirchengemeinde Berkenthin. Bei diesem Themengottesdienst der Extraklasse kopieren die Veranstalter neue Formen amerikanischer Gottesdienste. Das sieht eher wie eine Talkshow aus. Gruppen präsentieren Bibeltexte in Spielszenen und Interviews. Und eine Multimedia-Show ergänzt den lockeren Dialog. "Da geht die Post ab", sagt Propst Peter Godzik. Kirche werde von vorn erfunden. Leider gebe es das nur einmal im Jahr. Zuviel Aufwand.

Godzik ist stolz auf Buntheit und Vielfalt seiner Kirchengemeinden im Lauenburgischen. Besonders das sehr gut besetzte Jugendpfarramt probiere neue Methoden aus. Doch der zum Jahresende aus dem Amt scheidende Propst warnt vor hemmungsloser Verausgabung. Kirche müsse sich bei allem Bemühen auf das Wesentliche konzentrieren. Das könne unter dem Motto laufen: Markentreue und Offenheit.

"Die Gesellschaft hat sich mehr aufgefächert", sagt Peter Godzik. Sie teile sich auf in diejenigen, die noch dazu gehören und solche, die mit den rasanten Umwälzungen der letzten Jahre nicht mehr mitkämen. Es bestehe die Gefahr, das die Gesellschaft auseinanderbricht. Auch bei den Pastoren steigerten sich Tempo und Anforderungen, doch die Leistungsbereitschaft von ihnen sei sehr groß. "Es gibt immer Zeiten, da suchen wir unser Heil in einer größeren Produktpalette", resümiert Godzik.

Doch eines wäre klar: Sondergottesdienste müssten die Ausnahme bleiben. Die Regel der traditionellen Sonntagsgottesdienste stehe. Darüber dürfe moduliert werden. Das ergebe eine Kombination von Standbein und Spielbein oder von Pflicht und Kür. Auch Feldgottesdienste würden einen breiten Zulauf der Menschen auslösen. Doch mit dieser Art als tragender Komponente von Gottesdiensten bestünde die Gefahr, dass Kirche ambulant würde. Tradition und Neuerung stünden in einem Spannungsfeld.

So darf der Zuschauer beim Road Movie in Sterley gespannt sein, wie drei Mönche dem modernen Leben begegnen, voller Sünde und Versuchung, aber auch mit Überraschungen, Möglichkeiten und Herausforderungen.
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