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Berufungsverfahren Latzel: Sachverständige haben das Wort


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3 Antworten in diesem Thema

#1
Rolf

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Berufungsverfahren Latzel: Sachverständige haben das Wort
 
 
 
12. Mai 2022
 
 
Das Berufungsverfahren im Fall von Pastor Olaf Latzel wird am Freitag vor dem Landgericht in Bremen mit zwei Sachverständigen fortgeführt. Dafür hat das Gericht die liberale Theologin Isolde Karle und den konservativen Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger bestellt.

 

Latzel (54), Pastor der evangelischen St.-Martini-Gemeinde in Bremen, war im November 2020 in erster Instanz wegen homophober Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen wehrt sich der streng konservative Theologe.

Zur Begründung, warum die Kammer zwei Sachverständige bestellt hat, sagte ein Gerichtssprecher, es solle der Eindruck vermieden werden, die Kammer würde sich einseitig von einem Sachverständigen beraten lassen. Im Verfahren gehe es nicht darum, die einzig „richtige“ theologische Auslegung herauszufinden.

 

„Es geht tatsächlich nur darum, herauszuarbeiten, ob die Aussagen des Angeklagten in ihrem Kontext überhaupt eine theologische Berechtigung haben oder ob der Angeklagte hier nur seine persönliche Meinung unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit getätigt hat.“

 

Die evangelische Theologieprofessorin Isolde Karle (58) aus Bochum tritt unter anderem ein für die kirchliche Trauung homosexueller Paare. Der katholische Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger (64) aus Wien hatte in der Debatte um eine gendergerechte Sprache in der katholischen Kirche gesagt, die Bibel kenne nur zwei Geschlechter.

 

Der Pastor der Bremischen Evangelischen Kirche hatte sich im Oktober 2019 in einer „biblischen Fahrschule zur Ehe“ vor 30 Paaren geäußert. Eine Aufzeichnung davon wurde später auf Latzels Youtube-Kanal mit vielen Tausend Abonnenten online gestellt.

 

So hatte er unter anderem gesagt, Homosexualität sei eine „Degenerationsform von Gesellschaft“. Er warnte vor einer „Homolobby“: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day. Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch.“

 

Zum Auftakt des Berufungsverfahrens hatte Latzel den Vorwurf der Volksverhetzung vehement zurückgewiesen. „Ich würde mich gegen jeden stellen, der Schwule ausgrenzt“, sagte der 54-Jährige am Montag im großen Schwurgerichtssaal des Landgerichtes in der Hansestadt. Am 20. Mai soll das Urteil gesprochen werden.

 

In erster Instanz hatte das Bremer Amtsgericht Latzel zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt, umgewandelt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 90 Euro. Damit wäre der Theologe nicht vorbestraft. Das Urteil in der Berufung darf nicht härter ausfallen.


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#2
Rolf

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Zwischenstand Berufungsprozess
Pastor Olaf Latzel
 
 
 
Wo verlaufen die Grenzen zwischen Volksverhetzung und Verkündigung? Wo liegen die Pflichten eines Pastors? Ist Homosexualität Sünde? Komplexe Fragen, die viele Theologen beschäftigen. Im Volksverhetzungs-Prozess gegen den evangelischen Pastor Olaf Latzel sind vor dem Landgericht Bremen gegensätzliche theologische Ansichten aufeinandergeprallt.
 
Gutachter Schwienhorst-Schönberger: Diese stellten aber keinen privaten abwegigen Sonderweg dar, sondern seien auch in theologischen Kreisen, bei Wissenschaftlern und der katholischen Kirche zu finden. Im Mainstream der liberalen, modernen und säkularen Gesellschaft seien solche Positionen aber nicht akzeptabel und plausibel. Er könne aber in den Äußerungen keinen Aufruf zum Handeln gegen Homosexuelle sehen und auch keine Anstachelung zum Hass.
 
Dieser Auffassung widersprach später die als Gutachterin geladene evangelische Theologin und Professorin der Universität Bochum, Isolde Karle. Es sei weitgehend Konsens in der evangelischen Wissenschaft, dass Homosexualität keine Sünde sei.
Heute wissen wir, dass sie nicht widernatürlich und Teil der Schöpfung ist (Isolde Karle, Gutachterin und Theologin).
 
Die Gutachterin kritisierte Latzel direkt und warf ihm persönlich vor, mit seinen Äußerungen auf unverantwortliche Weise Vertrauen zerstört und Hass verbreitet zu haben und den Aufgaben eines Pfarrers nicht gerecht geworden zu sein.

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#3
Rolf

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Ich bin fassungslos. Was ist das für eine Gutachterin. Ich bin Pastor. Für mich ist diese Frau nicht nur völlig unglaubwürdig, sie ist meines Erachtens amtsunwürdig.

 

Eine Kirche die sich der Politik anbiedert und Gottes Wort mit Füßen tritt ist amtsunwürdig. Diese Kirche ist im Begriff sich selbst abzuschaffen.

 

Sogenannte Gelehrte erzählen dem Pastorennachwuchs faustdicke Unwahrheiten und beziehen sich auf Wissenschaft.

 

Was davon zu halten ist sehen wir in der Coronapolitik. Wir werden belogen das sich Balken biegen.

 

Die "Gutachterin" hat trotz evangelischem Konsenz hat diese Frau das Gericht theologisch angelogen.


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#4
Rolf

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Fall Latzel: Gericht lehnt liberale Sachverständige wegen Befangenheit ab
 
 
 
16. Mai 2022
 
Im Berufungsverfahren gegen den wegen homophober Volksverhetzung verurteilten Bremer Pastor Olaf Latzel haben die theologischen Sachverständigen seine umstrittenen Aussagen unterschiedlich beurteilt. Die liberale Theologin Isolde Karle warf Latzel vor, viele Menschen verstört und verletzt zu haben.
 

Im Berufungsverfahren gegen den wegen homosexuellenfeindlicher Volksverhetzung verurteilten Pastor Olaf Latzel hat das Landgericht Bremen einem Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die Gutachterin Isolde Karle stattgegeben. Die Aussagen der liberalen Bochumer Theologieprofessorin spielen somit im Prozess keine Rolle mehr, entschied am Montag die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Hendrik Göhner. Die Verteidigung hatte der Sachverständigen vorgeworfen, sie sei nicht unparteiisch, habe ihren theologischen Gutachterauftrag mit Aussagen zu Rechtsfragen überschritten und Latzel vorverurteilt.

 

Theologisch berechtigt oder eigene Meinung?

 

Karle und der konservative Wiener Bibelwissenschaftler Ludger Schwienhorst-Schönberger waren vom Gericht bestellt worden, um sich zu der Frage zu äußern, ob die Worte Latzels eine theologische Berechtigung haben oder ob es sich um eine persönliche Meinung handelt. Im Oktober 2019 hatte er in einer „biblischen Fahrschule zur Ehe“ vor 30 Paaren unter anderem gesagt, Homosexualität sei eine „Degenerationsform von Gesellschaft“.

 

Er warnte vor einer „Homolobby“: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day. Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch.“ Eine Aufzeichnung des Seminars war zeitweise online auf Latzels Youtube-Kanal zu hören.

 

Karle: Latzel hat sich in schwer diffamierender Weise geäußert

Die liberale evangelische Theologin Karle hingegen sagte, im christlichen Glauben gebe es keine Grundlage, Homosexualität zu verachten. Das sei heute Konsens in der universitär-wissenschaftlich diskutierten evangelischen Ethik.

 

Überdies sei es willkürlich, einzelne Bibelstellen zu zitieren, ohne sie im biblischen Gesamtzusammenhang zu betrachten und zu interpretieren, wie es Latzel getan habe. Der Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde habe sich öffentlich in schwer diffamierender Weise geäußert und damit viele Menschen verstört und verletzt.

Schwienhorst-Schönberger sagte, Latzels Äußerungen seien in der Theologie „keine private abwegige Sondermeinung“. Allerdings sei die Bewertung homosexueller Praxis umstritten. „Der Knackpunkt ist, wie man in der modernen Gesellschaft mit Aussagen der Bibel umgeht“, bekräftigte der konservative katholische Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft. Nach seiner Einschätzung hat Latzel weder zu Gewalt noch zu Willkür oder Hass gegen homosexuelle Gruppen oder Menschen aufgerufen.

 

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