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Theologe: Nachfolge ist bereichernder als sexuelle Erfüllung


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Rolf

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Theologe: Nachfolge ist bereichernder als sexuelle Erfüllung

 

08.11.2021

 

 

 

 

 

 

 

csm_allberry_sam_r_uebersetzer_bibeln_87Der anglikanische Pfarrer Sam Allberry (rechts) mit Übersetzer Matthias Lohmann. Screenshot: YouTube/Netzwerk Bibel und Bekenntnis
 
 

Bielefeld (IDEA) – Die Nachfolge Jesu ist bereichernder als die Erfüllung sexueller Bedürfnisse. Diese Ansicht vertrat der homosexuell empfindende anglikanische Pfarrer Sam Allberry (Maidenshead bei London) bei einem Studientag des Netzwerks Bibel und Bekenntnis in Bielefeld. An der Veranstaltung am 6. November in der Turnhalle der evangelischen Georg-Müller-Schulen nahmen rund 300 Besucher teil. Die 

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 auf YouTube wurde bislang rund 2.900-mal angeklickt (Stand 8. November).

 

Allberry erklärte, die heutige westliche Kultur definiere die Identität eines Menschen durch seine Sexualität. Sie behaupte, dass das Leben erst durch die Erfüllung sexueller Wünsche überhaupt lebenswert werde. Das sei falsch und gefährlich. Sexuelle Wünsche seien zwar ein wichtiger Teil des Lebens, aber „nicht das, was mich ausmacht“, so der Theologe.

 

Der Verzicht auf ihre Erfüllung könne zwar immer wieder schwerfallen, aber Jesus biete dafür im Gegenzug an, die tiefste Sehnsucht unserer Existenz zu stillen. „Er bietet uns die einzige Beziehung an, die wir wirklich brauchen, um zutiefst zufrieden zu sein.“ Allberry berichtete, er selbst habe als Jugendlicher festgestellt, dass er sich zu Männern hingezogen fühle.

 

Als er Christ geworden sei, habe er bewusst akzeptiert, dass Jesus praktizierte Homosexualität verbiete. Er sage in der Bibel, dass Sexualität ihren Platz in einer lebenslangen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau habe (Matthäus 19). „Ich stellte fest, dass ich Jesus nicht mit Integrität nachfolgen kann, wenn ich gegen das handele, was er sagt.“

 

Für die meisten heterosexuellen Christen sei es ebenso eine Herausforderung, die Gebote der Sexualethik Jesu einzuhalten, wie für ihn. Nach Jesu Verständnis sei es schon Sünde, wenn ein verheirateter Mann eine andere Frau als die eigene begehrend anschaue (Matthäus 5,28). Auch viele heterosexuelle Christen müssten deshalb oft auf die Erfüllung sexueller Wünsche verzichten.

 

Homosexuelle Beziehungen nicht gutheißen und nicht verurteilen

 

Auf eine Frage aus dem Publikum sagte Allberry, der Glauben an Jesus habe nicht dazu geführt, dass er nicht mehr homosexuell empfinde. Das sei auch nicht die Veränderung, die die Bibel verspreche. Die Veränderung in seinem Leben sei, dass in ihm der Wunsch gewachsen sei, Jesus immer ähnlicher zu werden. Er könne nicht gutheißen, aber auch nicht verurteilen, wenn homosexuell fühlende Christen ihre Wünsche in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung auslebten. Einer seiner besten Freunde sei vor kurzem eine solche Beziehung eingegangen.

 

„Ich kann ihn nur auf das hinweisen, was Jesus gesagt hat, und hoffen, dass er Jesus attraktiver findet.“ Allberry erregte bereits im Februar 2017 Aufsehen, als er auf der Synode der anglikanischen Kirche von England bekannte, sich zum gleichen Geschlecht hingezogen zu fühlen. Außerdem verteidigte er die Ehe von Mann und Frau nach biblischen Maßstäben. 2021 erschien sein Buch „Ist Gott homophob?“ (Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg).

 

Raedel: Gottes Weisungen eröffnen eine neue Perspektive

 

Der Dozent an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, Prof. Christoph Raedel, sagte bei dem Studientag, die Weisungen der Bibel seien auch heute noch gültig und verbindlich. Sie seien für Christen „die Wirklichkeit, durch die wir hindurchschreiten“. Es richte sich nicht an Christen „als Einzelkämpfer“, sondern an die ganze Gemeinde. Ihr ermöglichten die biblischen Weisungen das gemeinsame Leben, da sie gerecht seien.

Außerdem sagte Raedel, Gottes Wort verändere nicht immer die Umstände des Lebens, sondern es eröffne eine neue Perspektive. Es sei letztlich keine Gebrauchsanweisung für verschiedene Fragen des Lebens, sondern die Aufforderung, Jesus nachzufolgen.

 

Mediathek „offen.bar“ soll Glaubensschätze erhalten

 

Der evangelische Biologe und Blogger Markus Till (Tübingen) stellte die neue christliche Mediathek „

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“ vor, die am 6. November startete. Ohne das offenbarte Wort Gottes gingen der Kirche ihre Glaubensschätze verloren und es blieben nur noch subjektive Meinungen übrig, sagte Till. Deswegen solle das neue 

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 die Offenbarungsqualität der Heiligen Schrift betonen.

 

Der Leiter des Netzwerks Bibel und Bekenntnis, der Pfarrer und Evangelist Ulrich Parzany (Kassel), sagte zum Abschluss des Studientages, das Netzwerk werde auch in Zukunft die biblische Lehre durch Stellungnahmen und Stärkung der Gemeinden verteidigen. Dabei sei nicht geplant, eigene Gemeinden zu gründen oder politische Ziele zu verfolgen.

 

Zum Netzwerk Bibel und Bekenntnis gehören 2.944 Mitglieder sowie 77 Gemeinden und Organisationen. Es wurde laut Parzany gegründet, weil in den evangelischen Kirchen die Grundlagen des christlichen Glaubens infrage gestellt werden.


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