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Lutherische Kirche Lettlands verlässt GEKE


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Lutherische Kirche Lettlands verlässt GEKE

17.08.2021

csm_lettland_flagge_870_pixabay_com21_1eDie Lutherische Kirche hat rund 700.000 Mitglieder. Foto: pixabay.com

 

 

Roja/Riga (IDEA) – Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands tritt aus der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) aus und will sich dem theologisch konservativen Internationalen Lutherischen Rat (ILC) anschließen. Das hat die Synode der rund 700.000 Mitglieder zählenden Kirche in Roja im Nordwesten des baltischen Landes auf einer Freilufttagung beschlossen.

Für den Austritt aus der GEKE (früher: Leuenberger Kirchengemeinschaft) stimmten am 6. August 198 Synodale. Zehn votierten dagegen und elf enthielten sich. Für eine Mitgliedschaft im ILC gab es 210 Stimmen bei einer Gegenstimme und acht Enthaltungen.

 

Der Leiter der Abteilung für internationale Angelegenheiten der lutherischen Kirche Lettlands, Pfarrer Andris Kraulins (Riga), erklärte dazu auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA: „Die Frage der Frauenordination war der Auslöser unseres Auszugs aus der GEKE.“

 

Zum Hintergrund: Die lutherische Kirche Lettlands hatte die Frauenordination 2016 offiziell abgeschafft. Erzbischof Janis Vanags (Riga) hatte bereits seit seiner Einsetzung 1993 keine Frauen mehr ordiniert. Nach seiner Ansicht entspricht die Praxis, ausschließlich Männer als Pastoren einzusetzen, den biblischen Grundlagen und der apostolischen Tradition.

 

Wie Pfarrer Kraulins dazu erklärte, haben viele, unter anderen die GEKE, diese Entscheidung scharf kritisiert. Darunter waren auch lutherische Kirchen und Werke in Deutschland, die ihre finanzielle Hilfe für die lettische lutherische Kirche teilweise einschränkten oder einstellten. Kraulins zufolge beeinflusst die Synodenentscheidung die Beziehungen zu den Partnerkirchen nicht direkt: „Unsere Partnergemeinden sind mehrheitlich in der Nordkirche, der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche.“ Das alles seien lutherische Landeskirchen, mit denen man im Lutherischen Weltbund verbunden bleibe.

 

Nordkirche sorgt sich um partnerschaftliche Beziehungen

 

Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt (Schwerin), hatte in einem schriftlichen Grußwort ihre Sorge um die Zukunft der partnerschaftlichen Beziehungen ausgedrückt: „Wir fragen uns deshalb, wie unsere Partnerbeziehung im Falle solcher Beschlüsse fortgeführt werden kann, denn beide Beschlüsse würden wichtige gemeinsame Begegnungspunkte erschweren oder aufkündigen.“

 

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands hatte die Leuenberger Konkordie 1975 unterzeichnet. Sie gilt als Gründungsdokument der GEKE. Pfarrer Kraulins zufolge hatte der damalige Erzbischof Janis Matulis (1911–1985) über diesen Schritt entschieden. Man habe darüber in der Kirche nicht diskutiert. Es sei vielmehr der Versuch gewesen, „die Kirche vor der Willkür des sowjetischen Staates zu schützen“. Zur GEKE gehören nach eigenen Angaben 94 evangelische Kirchen aus über 30 Ländern mit rund 50 Millionen Mitgliedern.

 

Wie Kraulins weiter gegenüber IDEA erklärte, ist die Bedeutung der Abendmahlsfrömmigkeit in der lutherischen Kirche Lettlands in den letzten 30 Jahren deutlich gewachsen. Beim Abendmahlsverständnis sei man eng mit „den katholischen und orthodoxen Brüdern und Schwestern“ im Land verbunden: „So erleben wir, dass wir trotz Unterschieden eine Kirche Christi sind.“

 

ILC: Lettische lutherische Kirche eine große Bereicherung

 

Der Vorsitzende des Internationalen Lutherischen Rates, Bischof Hans-Jörg Voigt (Hannover), begrüßt den Beschluss zum ILC-Beitritt: „Der geistliche und theologische Eintrag der lettischen lutherischen Kirche wird für den ILC eine große Bereicherung sein.“

 

Voigt ist Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Deutschland. Zum ILC gehören 54 Kirchen mit 7,2 Millionen Mitgliedern. Der Zusammenschluss betrachtet die Bibel als unfehlbares Wort Gottes. Seine Mitgliedskirchen lehnen die Frauenordination ab. Eine Doppelmitgliedschaft im ILC und Lutherischen Weltbund ist möglich. Dieser umfasst 148 Kirchen in 99 Ländern mit über 77 Millionen Mitgliedern.


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