Zum Inhalt wechseln

Welcome to Irrglaube und Wahrheit
Register now to gain access to all of our features. Once registered and logged in, you will be able to create topics, post replies to existing threads, give reputation to your fellow members, get your own private messenger, post status updates, manage your profile and so much more. If you already have an account, login here - otherwise create an account for free today!
Foto

Evangelikaler ABC kritisiert Beihilfe zur Selbsttötung: Kirche soll Klarheit schaffen


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
Keine Antworten in diesem Thema

#1
Rolf

Rolf

    Administrator

  • Administrator

  • PIPPIPPIP
  • 27189 Beiträge
  • Land: Country Flag

Please Login HERE or Register HERE to see this link!

 

 

 

 

Evangelikaler ABC kritisiert Beihilfe zur Selbsttötung: Kirche soll Klarheit schaffen

 

 

 

 

Veröffentlicht: 30. Juni 2021 Autor: 

Please Login HERE or Register HERE to see this link!

 

 

Der bayerische Diakoniepräsident Michael Bammessel hat dafür geworben, das christliche Verständnis der Würde des Menschen auch in die Debatte um Beihilfe zur Selbsttötung einzubringen.

 

foto-michael-bammessel-gunzenhausen.jpg?

Maßgeblich sei für ihn das so genannte „Kronenkreuz“ der Diakonie, also die Verbindung von Kreuz und Krone: Auch in Menschen, die schweres Leid tragen, leuchte durch Christus der Glanz Gottes.

 

Kein Leben sei daher wertlos: „Deshalb können wir als Diakonie auch nicht Herr über Leben und Tod spielen“, betonte Bammessel (siehe Foto) bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC) im mittelfränkischen Gunzenhausen.

 

Gerade auch im größten Leid gehe es darum, die Würde des Menschen zum Leuchten zu bringen. Vor diesem Hintergrund sei es für ihn undenkbar, dass diakonische Einrichtungen Beihilfe zur Selbsttötung anböten.

 

Eine Debatte dazu hatten mehrere evangelische Theologien, darunter der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, angestoßen. Bammessel äußerte Verständnis für die aufgeworfenen Fragen, da in diakonischen Einrichtungen auch Menschen mit Einstellungen betreut würden, die er selbst nicht teile: „Auch sie verdienen unseren Respekt und unsere Begleitung.“

 

foto-ralf-frisch-gunzenhausen.jpg?w=157

Er könne sich beispielsweise nicht vorstellen, einem Suizid-Willigen ein Gebet zu verweigern. Es wäre auch fatal, so Bammessel, wenn Menschen den Eindruck gewönnen, man könne über das Thema Sterben nicht mit Kirchenvertretern reden, weil sie kein Verständnis für die Angst vor einem womöglich qualvollen Sterben hätten.

 

Auch Professor Ralf Frisch (siehe Foto) von der Evangelischen Hochschule Nürnberg warnte vor einer Art Besserwisserei, die den Gesprächsfaden zu schnell abreißen lasse. Damit sei aber nicht der Verzicht auf eine dezidiert christliche Position gemeint, so Frisch, der den Selbstbestimmungsbegriff des Sterbehilfe-Urteils des Bundesverfassungsgerichts einer deutlichen Kritik unterzog:

 

„Christen können nicht für eine Selbstbestimmung stehen, die den Menschen nicht vor seiner Selbstzerstörung schützt. Christen stehen vielmehr für einen ‚Paternalismus‘ im besten Sinn des Wortes. Unsere Selbstbestimmung steht letztlich nicht in unseren Händen, sondern in den Händen Gottes, des Vaters. Wenn Gott in den Raum des Sterben-Wollens und des Um-das-Leben-Ringens eintritt, dann verändert sich etwas, vielleicht sogar alles.“

 

foto-uwe-heimowski-gunzenhausen.jpg?w=15

Evangelische Ethik und Seelsorge sollten gerade beim Thema des assistierten Suizids den Mut haben, Gott zur Sprache zu bringen. Beim Gedanken, dass der assistierte Suizid – wie von einzelnen Theologen vorgeschlagen – zu einer Art Kasualie (kirchlichem Ritual) werde, grusele ihn hingegen.

 

Uwe Heimowski (siehe Foto), der Politik-Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, erinnerte an die Ernsthaftigkeit der Debatte im Bundestag, als dieser 2015 gewerbsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe stellte.

 

Er hoffe, dass in der kommenden Legislaturperiode genauso intensiv über eine Neuregelung diskutiert werde, nachdem das Bundesverfassungsgericht das Gesetz im Februar 2020 unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht für verfassungswidrig erklärt hatte: Das Recht auf selbstbestimmtes Leben beinhalte, so die Karlsruher Richter, auch das Recht auf Sterbehilfe.

 

vieweger.jpg?w=135

Diese Entscheidung sei ein klarer Bruch mit der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, kritisierte ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger (siehe Foto).

Karlsruhe habe eine Art Grundrecht zum Suizid postuliert, das nicht einmal auf schwere oder unheilbare Krankheitszustände oder bestimmte Lebens- und Krankheitsphasen beschränkt sei. Hier werde Autonomie zum Maßstab aller Dinge gemacht: „Da dürfen wir als Kirche nicht mal den kleinen Finger reichen“, so Vieweger.

 

Auch der ABC-Vorsitzende Till Roth riet zu Klarheit. Man könne nicht aus Sorge, wie kirchliches Handeln in einer säkularen Gesellschaft ankomme, auf biblische Wahrheit verzichten. Sowohl das Evangelium als auch die Gebote Gottes seien zu predigen – und damit auch die göttlichen Maßstäbe für eigutes und gottgefälliges Leben.

 

 

Text und Fotos: Pressemitteilung des ABC


  • 0