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Kontroverse in „Gnadau“: Missionswerk verlässt Dachverband


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Kontroverse in „Gnadau“: Missionswerk verlässt Dachverband

 

 

 

 

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Der Missionsleiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich. Foto: Privat

 

 

Freudenberg (idea) – Die Mission für Süd-Ost-Europa (MSOE/Freudenberg) hat ihren Austritt aus dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband erklärt. Das bestätigte ihr Missionsleiter Friedemann Wunderlich gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

 

Am 22. Januar informierte das Missionswerk die Verbände und Werke der pietistischen Dachorganisation über seinen Schritt. Den Gnadauer Vorstand hatte MSOE bereits am 28. November darüber in Kenntnis gesetzt. Zur Begründung teilte der MSOE-Vorstand damals mit, dass ihnen seit einigen Jahren die veränderte theologische Ausrichtung des Gnadauer Verbandes große Mühe bereite. Die Bibel werde nicht mehr uneingeschränkt als Gottes Wort angesehen, sagte Wunderlich gegenüber idea.

 

MSOE: Aufweichung in der Schriftfrage können wir nicht mittragen

 

Konkret nennt das Missionswerk in seinem Schreiben an den Gnadauer Vorstand vier Gründe. Erstens könne man die Aufweichung in der Schriftfrage durch eine plurale Sichtweise nicht mittragen und verantworten. Ferner könne man die sich daraus ergebenden ethischen Einordnungen im Gegensatz zur traditionellen Gemeindepraxis auch im Ansatz nicht gutheißen. Drittens schade die neue Offenheit Gnadaus den Beziehungen der MSOE zu ihren Missionsfreunden und zu ihren Partnerverbänden im In- und Ausland. Da zudem der Vorstand Gnadaus mehrheitlich für eine Wiederwahl seines Präses Michael Diener (Kassel) eingetreten sei, „stellt er sich hinter seine plurale Sichtweise in der Schriftfrage mit ihren ethischen Folgen sowie ihrer Repräsentation“.

 

Zum Hintergrund: Der Vorstand hatte Diener mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gebeten, sich 2021 für eine dritte sechsjährige Amtszeit zu entscheiden. Bei der Mitgliederversammlung im September hatte Diener daraufhin gesagt, dass er dafür zur Verfügung stehe. In einem im Dezember verschickten Schreiben an die Mitgliederversammlung teilte Diener dann mit, dass er seine Bereitschaft auch aus persönlichen Gründen zurückziehe. Offensichtlich gebe es „eine Gruppe in Gnadau, die, bei aller ausgedrückten Wertschätzung, eben dennoch ganz erhebliche Bedenken gegenüber meiner erneuten Kandidatur hat“, so Diener.

 

Wenn die Grundlagen undeutlich werden, ist der geistliche Niedergang nicht weit

 

In dem MSOE-Schreiben heißt es weiter: „Wenn die Grundlagen um Bibel und Nachfolge undeutlich werden, ist der geistliche Niedergang nicht mehr weit. Und wie können intensiv Brücken geschlagen werden zu einer Kirche, in der die reformatorischen Bekenntnisse immer mehr praktisch infrage gestellt und ihr entgegengesetzte Meinungen gefördert werden?“ Für weitere Auseinandersetzungen könne und wolle man die begrenzte Kraft nicht einsetzen.

 

Im Anschreiben an die Verbände betont Wunderlich zudem, dass der Verzicht Dieners nichts an der Entscheidung des Werks ändere. Den Austritt erklärte MSOE zum 31. Dezember 2019. Laut dem Gnadauer Vorstand wird er zum Ende 2020 wirksam.

 

Generalsekretär Frank Spatz: Wir bedauern den Austritt ausdrücklich

 

Wie der Gnadauer Generalsekretär Frank Spatz gegenüber idea sagte, bedauert der Gnadauer Vorstand den Austritt der MSOE ausdrücklich: „Präses und Vorstand haben in mehreren Kontakten und Gesprächen immer wieder darauf hingewiesen, dass die theologische Grundausrichtung des Gnadauer Verbandes seit vielen Jahrzehnten unverändert geblieben ist. Die Autorität der Heiligen Schrift für Lehre und Leben ist Grundlage unseres Wirkens.“

 

Die 1961 verfasste und 1981 von der Gnadauer Mitgliederversammlung bestätigte Erklärung zur Hermeneutik sei für alle Gremien des Gnadauer Verbandes nach wie vor gültig: „Das schließt aber unterschiedliche Erkenntnisse in der Schriftauslegung mit ein.“

 

Erst 2016 habe die Gnadauer Mitgliederversammlung in der Verlautbarung „Gottes Wort vertrauen – Barmherzigkeit leben“ unter anderem bekräftigt: „Wir achten die Bibel als Gottes Wort, auf das wir hören und dem wir im Leben und Sterben vertrauen. Die Heilige Schrift allein ist der Maßstab für all das, was wir glauben und verkünden.“ Es gebe keine Bestrebungen im Gnadauer Vorstand, an dieser Linie etwas zu ändern, so Spatz.

 

Die Mission für Süd-Ost-Europa beschäftigt rund 120 Mitarbeiter aus 23 Ländern in Europa und Asien. Sie verbreitet evangelistische Literatur in etwa 150 Sprachen.

 

Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband umfasst 34 regionale Gemeinschaftsverbände, 16 Diakonissen-Mutterhäuser, 13 theologische Ausbildungsstätten, sechs Missionsgesellschaften, sechs Jugendverbände und 13 sonstige Werke. Die Mitgliederversammlung tagt vom 13. bis 15. Februar in Elbingerode im Harz.


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