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Jesus died spiritually (JDS) / "Identifikationslehre"

JDS Identifikationslehre

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Eine Antwort in diesem Thema

#1
Christoph

Christoph

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  • Land: Country Flag

Hallo ihr,
 
ich möchte eine Diskussion über die sogenannte "Identifikationslehre" anfangen. Diese Lehre beinhaltet u.a. den Gedanken: "Jesus died spiritually", und deswegen werden beide Begriffe häufig in einem Atemzug genannt. So wie ich das sehe, wird in diversen Beiträgen innerhalb dieses Forums behauptet, dass dies eine Irrlehre sei, z.B. in: http://irrglaube-und...de-auf-dem-weg/
 
Ich will auch nicht unerwähnt lassen, dass es auf der Seite

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eine längere Ausarbeitung von Joachim Hübel gibt, dass es sich bei "JDS" um eine Irrlehre handelt.

Wie dem auch sei - ich kann diese Lehre und den/die Gedanken dahinter nachvollziehen. Und ich möchte daher versuchen, das einfach am Wort Gottes nüchtern und sachlich zu betrachten - und lasse mich dann aber auch gerne eines Besseren belehren - wenn es am Wort gezeigt werden kann.
 

"Jesus died spiritually"
Es geht darum, dass Jesus am Kreuz nicht nur körperlich, sondern vorallem geistlich gestorben ist (Jesus died spiritually = Jesus starb geistlich). Das bedeutet nämlich, dass er die totale Trennung von Gott erlebt hat, dass der Tod "Macht über Jesus hatte" und dass Gott ihn dann aber nach drei Tagen aus dem Totenreich machtvoll herausgeholt und auferweckt hat.
 
Wie lässt sich das aus der Schrift zeigen?
 
Zum einen steht im Alten Testament, dass der Mensch sterben würde wenn er vom Baum der Erkenntnis essen würde:
 
1 Mose 2,17b
denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!
 
So, als Adam und Eva davon gegessen haben, sind sie ja nicht tot umgefallen, sondern waren noch weiterhin lebendig und sprachen sogar mit Gott. D.h., dass die Bibel unter "sterben" und "Tod" eventuell etwas anderes versteht als wir. Es geht bei "Tod" und "sterben" eben um den geistlichen Tod: Das "Leben aus Gott", die innige Gemeinschaft mit Ihm geht vorbei, man stirbt "geistlich".
 
Mit diesem geistlichen Tod kam dann auch erst der körperliche Tod in die Welt der Menschen.
 
Das nur mal so als Einstieg in die Diskussion ...
 
Jetzt eine andere Bibelstelle:
 
Röm 6,9
da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.
 
Die Phrase "nicht mehr" ist doch interessant! Denn die sagt aus, dass es eine Zeit gab, in der der Tod über Jesus geherrscht hat! Sonst würde Paulus doch wohl sowas nicht schreiben.
 
Was steht da im Griechischen bei "nicht mehr"?
 
ouketi (Strong 3765):
nicht mehr, nicht (mehr) länger, nicht weiter, nicht ferner, nicht auch
 
D.h., das scheint kein Übersetzungsfehler zu sein oder so.
 
Es gab also eine Zeit, in der der Tod (eine Person, ein Angestellter des Teufels) über Jesus geherrscht hat.
 
Ich behaupte jetzt hier nicht, dass Jesus vom Tod oder von Dämonen drei Tage gequält wurde oder so - denn so entnehme ich das zumindest nicht dieser Bibelstelle. Ist das vielleicht das Hauptproblem mit dieser Lehre? Dass Leute sagen, Jesus wurde drei Tage "gequält"?
 
In Apostelgeschichte 2,24 ist vielleicht ein Hinweis, was "da unten los war".
 
Apg 2,24
Den hat Gott auferweckt, nachdem er die Wehen/Schmerzen des Todes aufgelöst hatte, wie es denn nicht möglich war, dass er von ihm (dem Tod) behalten würde.
 
Also, da steht was von "Wehen/Schmerzen des Todes". Und eben an anderer Stelle: "Der Tod herrschte über Jesus". Und wenn der Tod über einen herrscht - so toll ist das bestimmt nicht - denn zum Wort "herrschen" ist folgendes zu sagen mit Hilfe des Griechisch-Lexikons:
 
Strong: 2961 kyrieúō (from 2962 /kýrios, "lord") – properly, to exercise rights over one's own property as an owner with full dominion (lordship) over this jurisdiction.
 
Der Tod herrschte also über Jesus.
 
Aber was passierte nach den drei Tagen? Hier geschah die Wiedergeburt Jesu - im Totenreich!
 
In Kol 1,18 heißt es:
Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe
 
Jesus ist der Erstgeborene aus den Toten. Er war der erste Mensch, der geistlich tot war und zu neuem Leben kam. Er war der erste, und danach kommen wir. Wenn wir uns Jesus zuwenden, Buße tun, umkehren, Jesus glauben, dann werden wir wiedergeboren. So wie Jesus, der der Erstgeborene war/ist.
 
Denn wir sind ohne Bekehrung auch geistlich tot:
 
Eph 2,1
Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden

 
Die Leute wollten zu Jesu Zeiten ja damals ein "Zeichen". Er sagte dazu in Mt 12,39:
... und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten.
 
Wie war das mit Jona? Der war drei Tage in diesem Fisch drin, einem Ort der Dunkelheit, ein Ort der Trennung, ein Ort, wo er sich nicht selbst helfen konnte. So hat es Jesus gemacht. Der war drei Tage im Totenreich und hat dort für uns den "Tod geschmeckt".
 
Hebr 2,9
Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte.

 
Und aus diesem Zustand hat Gott Jesus herausgerettet.
 
Apg 2,24
Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen/Schmerzen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde
.

 
Und wir sind auch mit auferweckt ...
 
Röm 6,4
So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so werden auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.
 
 
Jesus rief am Kreuz (Mt 27,46):
... um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Elí, Elí, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
 
Weil der Vater die Sünde der Menschheit auf Jesus gelegt hatte, MUSSTE er ihn verlassen und sich trennen, sich von seinem Sohn abwenden. Eben weil der Vater heilig ist und mit Sünde keine Gemeinschaft haben kann. Das ist doch Teil des Erlösungswerkes: Jesus nimmt den ganzen Fluch auf sich (Gottesferne, Krankheit, etc.), damit wir den Segen haben dürfen (Gottesnähe, Gesundheit etc.). Das ist der Tausch am Kreuz. Er hängt da FÜR UNS - wir hätten dort eigentlich hängen müssen.
 
 
Identifikationslehre
Und das ist, so wie ich das verstanden habe, die "Identifikationslehre": Dabei geht es um unsere Einheit mit ihm bei dem Tausch, der am Kreuz passiert ist. Er nimmt all das Schlechte, damit wir das Gute haben können, z.B. erduldet er den geistlichen Tod, die Trennung von Gott, wird "zur Sünde für uns", damit wir Gott nahe kommen können.
 
2Kor 5,21
Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.
 
Wo ist denn jetzt genau das anstößige/falsche/irrige an dieser Lehre, dass Jesus geistlich gestorben ist bzw. mit uns getauscht hat am Kreuz? Wo ist genau das Problem? Oder liegt an anderer Stelle ein Missverständnis vor? Wird unter dem Begriff "Jesus died spiritually" noch etwas anderes verstanden? Vielleicht ist der Begriff "Identifikationslehre" missverständlich?
 
Begrifflich ist es wohl so zu verstehen: Jesus identifiziert sich (am Kreuz) mit uns, mit unserer Sünde, mit unserem Getrennt-Sein von Gott. Und wir dürfen/sollen uns jetzt (nach dem Kreuz) mit ihm identifizieren, mit seiner Gerechtigkeit vor Gott, mit seiner Sohnschaft, seinem Angenommen-Sein etc.
 
Wenn ich das jetzt richtig sehe, dann lehrt doch z.B. auch der Bibellehrer Derek inhaltlich das gleiche - bei ihm heisst er nur nicht "Identifikationslehre", sondern einfach die Lehre vom "Tausch am Kreuz":
 
Ich zitiere von

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Der Schlüssel ist, dass am Kreuz ein von Gott angeordneter Tausch stattgefunden hat. All das Böse, das gerechterweise der Menschheit zugestanden wäre – jedem einzelnen von uns, wurde auf Jesus gelegt, damit all das Gute, das dem sündlosen Gehorsam Jesu zugestanden ist, für uns Gläubige zur Verfügung stehen würde. Das ist sehr einfach, sehr grundlegend, doch je mehr man in diese Wahrheit eintaucht, sieht man, dass sie alles beinhaltet, was man jemals brauchen wird. Ich werde es noch einfacher formulieren. All das Böse, das uns zugestanden ist, kam auf Jesus, damit all das Gute, das Jesus zugestanden ist, für uns zur Verfügung stehen kann. Das ist die Gnade Gottes.
(www.ibl-dpm.de/index.php/biblische-schatztruhe/lehrartikel/83-der-tausch-am-kreuz)
 
 
Und es gibt noch andere Lehrer, die inhaltlich dasselbe aussagen. Dabei beziehen sie sich auf das, was wir "in Christus" haben, was mit uns "in Christus"/"in ihm" passiert ist oder was er "für uns" getan hat. Die nennen das dann aber nicht "Identifikationslehre", sondern vielleicht Lehre über unsere "Identität in Christus" ...
 
 
Ich habe den Eindruck, dass da irgendwo ein Missverständnis vorliegt. Wieso wird behauptet, dass die Identifikationslehre/JDS eine Irrlehre sei?
 
 
Zum Schluss möchte ich kurz zitieren, was der JDS-Lehre genau "vorgeworfen" wird, zumindest von diesem Beitrag:
http://irrglaube-und...de-auf-dem-weg/
 
---------------------
Nach dieser Lehre starb Jesus nicht nur physisch, sondern auch geistlich. Er sei in der Hölle angeblich vom Teufel drei Tage und Nächte lang gequält worden und habe so unsere Erlösung bewirkt.
Problemanzeige: Diese Lehre schmälert das vollbrachte Werk Christi und stilisiert den Teufel ungewollt zum Miterlöser. Außerdem war diese Lehre der Christenheit jahrtausendelang unbekannt.

---------------------
 
Zum Punkt des "drei Tage gequält werdens" habe ich ja oben etwas geschrieben: Es steht geschrieben, dass eine Zeit gab, in der der Tod Herrschaft über Jesus hatte. Wie das genau aussah, wissen wir nicht, höchstens dass da etwas steht von "Wehen/Schmerzen" des Todes.
 
Ich kann nicht nachvollziehen, dass diese Lehre das vollbrachte Werk Christ schmälern soll. Ganz im Gegenteil! Er ist FÜR UNS in die tiefsten Tiefen abgestiegen, an die untersten Örter, hat sich unter die Finsternis gebeugt. Das ist doch kein Schmälern des Werkes! Da kommt doch Dankbarkeit! Das hat er für uns getan!
 
Und nun zum Vorwurf, dass der Teufel zum Miterlöser stilisiert wird:
 
Das ist doch gerade das Geniale, der Clue, Gottes Weisheit, der Erlösungsplan, den Gott verborgen hat.
 
1 Kor 2,7-8
sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat, die keiner der Herrscher dieser Weltzeit erkannt hat — denn wenn sie sie erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt!
 
Wenn der Teufel gewusst hätte, was er da tut, dann hätte er Jesus nicht geholt.
 
Der Clue ist doch, dass der Teufel Jesus zu Unrecht geholt hat! Und diese Rechtsgrundlage ist der Grund, dass Gott Jesus wiederaufwecken konnte, zurückholen konnte aus dem Totenreich. Und deswegen hat Jesus den Teufel besiegt - auf dieser Basis - ein für alle mal. Der Teufel hat sich an dieser Stelle "übernommen". Jesus hatte zwar unsere Sünde auf sich geladen, aber er hatte selbst nicht gesündigt! Das war die "Falle", die Gott ihm gestellt hatte. Der Teufel hat das Recht des Todes dort angewandt, wo er es nicht hätte anwenden dürfen. Er war blind vor Wut und Zorn und hat sich übernommen.
 
Ich finde das einfach genial und finde nicht, dass das in irgendeiner Weise das Erlösungswerk schmälert oder den Teufel zum Miterlöser stilisiert. Das ist einfach die Weisheit Gottes, wie er den Teufel auf einer Rechtsgrundlage besiegt hat.
 
 
LG und viel Segen,
Christoph


Bearbeitet von Christoph, 20 September 2019 - 11:54.

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#2
Rolf

Rolf

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Lieber Christof,

 

da ich zeitlich momentan sehr angespannt bin möchte ich Dir zum thema folgenden Link zur Prüfung anbefehlen:

 

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Herzliche Grüße und Gottes Segen

 

 

Rolf


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