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Asia Bibi äußert sich über ihre Zeit im Gefängnis


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Rolf

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Asia Bibi äußert sich über ihre Zeit im Gefängnis

 

 

 

 

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Die ehemals zum Tode verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi. Archivfoto: asianews

London (idea) – Die ehemals zum Tode verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi hat an die vielen Menschen in ihrem Heimatland erinnert, die sich wegen falscher Blasphemievorwürfe in Haft befinden. Die Katholikin äußerte sich in einem Interview mit der britischen Sonntagszeitung „Sunday Telegraph“ (London). Nach Angaben der Sonntagszeitung handelt es sich um das erste Interview nach Bibis Freilassung. Sie appellierte darin an die Weltgemeinschaft, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Betroffenen werde ohne ausreichende Beweise oder Ermittlungen Gotteslästerung vorgeworfen. Bibi war 2010 in Pakistan zum Tode verurteilt worden. Sie wurde beschuldigt, als „Ungläubige“ durch Berührung eines Gefäßes das Wasser für muslimische Feldarbeiterinnen verunreinigt und sich im Streit beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Das Oberste Gericht hob das Urteil im Oktober 2018 mit der Begründung auf, die Vorwürfe gegen sie seien juristisch schwach begründet. Die Entscheidung löste gewalttätige Proteste radikaler Muslime aus. Bibi musste sich mehrere Monate im Land verstecken und reiste im Mai 2019 nach Kanada aus.

 

Bibi: Blasphemievorwürfe haben mein Leben zerstört

 

Im Interview sprach die 54-Jährige auch über ihre Zeit in der Haft. Die falschen Vorwürfe hätten ihr Leben zerstört. In der Haft habe sie manchmal den Mut verloren. Sie habe sich gefragt, ob sie jemals aus dem Gefängnis freikommen und was als Nächstes passieren würde. „Als meine Töchter mich im Gefängnis besuchten, weinte ich nie vor ihnen, aber nachdem sie gegangen waren, weinte ich allein, voller Schmerz und Trauer. Ich habe immer an sie gedacht, wie sie wohl leben.“ Nach der Freilassung mussten sich Bibi und ihr Ehemann laut Sunday Telegraph bis zu ihrer Ausreise nach Kanada zuerst in den Hügeln vor der Hauptstadt Islamabad und dann in der Hafenstadt Karachi versteckt halten. Sie hätten zwar Zugang zu einem Fernseher und einem Handy gehabt, hätten das Haus jedoch nicht verlassen dürfen. Diese belastende Situation habe dazu geführt, dass Bibi mit Depressionen zu kämpfen hatte und wegen Herzproblemen behandelt werden musste. Als sie schließlich ausreisen konnte, habe sie aus Sicherheitsgründen sich weder von ihrer Heimatstadt noch von ihrem Vater verabschieden können: „Mein Herz brach als ich das Land verließ, ohne mich mit meiner Familie treffen zu können. Pakistan ist meine Heimat, ich liebe dieses Land.“

 

EU-Sonderbeauftragter: Bibis Geschichte könnte Grundlage für Reformen sein

 

Vor der Ausreise Bibis nach Kanada hatten bereits mehrere europäische Länder wie Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien angeboten, sie aufzunehmen. Auch der Sonderbeauftragte für die Förderung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der Europäischen Union, Jan Figel, bemühte sich laut Sunday Telegraph in Gesprächen mit dem pakistanischen Generalstaatsanwalt, Anwar Mansoor Khan, und der Bundesministerin für Menschenrechte, Shireen Mazari, um die Ausreise Bibis. Sunday Telegraph zufolge hatte Bibi tatsächlich auch in die EU ausreisen wollen. Jedoch hätten ihre Töchter in der Zwischenzeit in Kanada Zuflucht gefunden, und auch für sie seien „Arrangements getroffen worden, denen sie zu folgen hatte“. Sie soll jedoch darauf hoffen, mit ihrer Familie in den kommenden Monaten in ein europäisches Land ziehen zu können. Figel lobte Bibi als mutige Frau und liebende Mutter. „Ihre Geschichte und das hochprofessionelle Urteil des Obersten Gerichtshofs können als Grundlage für Reformen in Pakistan dienen, das ein sehr veraltetes System von Blasphemiegesetzen hat, das leicht gegen Nachbarn und unschuldige Menschen missbraucht werden kann.“ Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) sitzen in Pakistan mehr als 1.000 Menschen unter Androhung der Todesstrafe wegen angeblicher Gotteslästerung in Gefängnissen. Rund 200 von ihnen sind Christen. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.

 


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