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Von Unentschiedenheit, Schwäche und Glaubenseifer


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Rolf

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C.H.Spurgeon




Von Unentschiedenheit, Schwäche und Glaubenseifer.


Früher waren die Menschen viel eher zu starr und einseitig in ihren Überzeugungen. Wenn einer einmal einen Weg eingeschlagen hatte, so verlangte er, dass alle anderen denselben Weg gingen. Wenn einer etwas glaubte, so glaubte er recht und entschieden - das war gut; aber er verachtete und verabscheute alle, die nicht ganz in derselben Weise glaubten wie er - das war unrecht. Er hatte die gute Absicht, andere zu bekehren, aber sein Eifer und seine vermeintliche Unfehlbarkeit verleiteten ihn dazu, solche, die sich nicht gewinnen ließen, zu verfolgen, oder doch zu verlästern und zu hassen. Die besten Christen trennten sich voneinander und schlossen sich zu besonderen Gemeinschaften zusammen, weil sie in ganz unwesentlichen Dingen verschiedener Ansicht waren. Die Menschen kämpften mit Eifer für den Glauben - aber in der Hitze des Kampfes wurde gar oft die Liebe vergessen. Dieser Fanatismus, ein Auswuchs an dem Baum des echten Glaubenseifers, ist abgeschnitten worden.

Wie kann unserem mattherzigen, schwachen, unentschiedenen Geschlecht aufgeholfen werden? Strenge äußere Kirchlichkeit, allerlei Regeln und Gesetze helfen dagegen nicht. Die Erneuerung muss von innen anfangen. Gottes Gnade muss den Schwachen einen neuen, gewissen Geist geben. Ein tiefes Sündenbewusstsein, ein Erleben des Gesetzes im Gewissen, ein Einblick in die Torheit und Schwäche der menschlichen Natur - das sind die Grundlagen für einen tüchtigen Charakter. Wenn unsre Buße gründlicher, unser Glaube einfältiger wäre, dann wären wir auch klarer und sicherer in unsern Ansichten.

Ein demütiges Gefühl unsrer Sündhaftigkeit und der Allmacht der göttlichen Gnade, ein Anteil an dem erneuernden Werk des heiligen Geistes, ein reichliches Erleben der geistlichen und ewigen Wahrheiten - wer diese Dinge besitzt, der hat das Zeug, um ein gläubiger, ein recht entschieden gläubiger Christ zu sein. Er sitzt zu Jesu Füßen und lernt von ihm. Dann zeugt er auch mutig vor den Menschen, und sie merken, bei wem er gelernt hat. Sein Herr ist ihm dann so wichtig, dass er nicht mehr um das Lob der Menschen buhlt; er hält die Wahrheit so fest, dass sie ihm nicht zum Spielball der Tagesmeinungen werden kann. Er ist nicht schwach und mattherzig, sondern fest und unbeweglich und nimmt immer zu in dem Werk des Herrn.

Das macht ihn aber nicht lieblos und hart gegen die Irrenden. Er weiß ja, dass es nur unverdiente Gnade ist, die ihn erleuchtet hat; wie sollte er denen zürnen, die noch in der Finsternis sitzen? Festhalten an der Wahrheit braucht uns nicht engherzig und lieblos zu machen; im Gegenteil: Wahrheit und Liebe, Wahrheit und Barmherzigkeit gehören zusammen. Es ist vielleicht schwer, den Irrtum von Herzen zu hassen und den Irrenden von Herzen zu lieben, aber der heilige Geist kann es uns lehren. Es wird dann bei uns nicht mehr heißen: schwach und unentschieden, sondern: entschieden aber weitherzig.
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