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Kristina Schröder: Der Staat hat Familien nicht zu sagen, wie sie leben sollen


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Rolf

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Kristina Schröder: Der Staat hat Familien nicht zu sagen, wie sie leben sollen

 

 

 

 

 

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Die frühere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. Foto: Laurence Chaperon
 

Berlin (idea) – Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Familien zu sagen, wie sie leben sollen. Stattdessen sollte er es Familien ermöglichen, so leben zu können, wie sie wollen. Das schreibt die frühere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), in einem Essay in der Tageszeitung „Die Welt“ (Ausgabe 20. Juli), in dem sie für eine Wahlfreiheit plädiert. Nicht alle Eltern wünschten sich die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Das müsse der Staat akzeptieren, so Schröder.

 

Eine Verurteilung von Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen, verbietet sich

 

Wer der Überzeugung sei, die Betreuung von unter dreijährigen Kindern in einer Einrichtung schade dem Kind, der dürfe in einem freien Land dieser Überzeugung sein, schreibt Schröder: „Und es steht dem Staat noch nicht einmal zu, apodiktisch zu behaupten, dass das Gegenteil der Fall sei, denn dafür gibt es keine hinreichenden wissenschaftlichen Beweise.“ Auch die Ergebnisse der US-amerikanischen „NICHD-Studie“, die laut Schröder weltweit umfassendste derzeit vorliegende Längsschnittstudie zu den Auswirkungen einer frühen Tagesbetreuung, weise darauf hin, dass ein sehr früher und umfassender Besuch der Kita negative Folgen haben könne. Eindeutige Vorteile durch einen frühen Kitabesuch ließen sich hingegen nicht belegen, „zumindest nicht bei den Kindern, die nicht aus sehr bildungsfernen oder gar gewaltaffinen Problemfamilien stammen“. Kitas seien bei Kleinkindern in der Regel nicht besser als eine Betreuung zu Hause: „Und daher verbietet es sich, Eltern zu verurteilen, die daraus die Konsequenz ziehen, in den ersten Jahren die Betreuung ihrer Kinder komplett selbst zu übernehmen, wie es in der Debatte um das Betreuungsgeld mit Begriffen wie ,Herdprämie‘, ,Bildungsfernhalteprämie‘ oder gar ,Verdummungsprämie‘ in bemerkenswert verächtlicher Weise geschehen ist.“

 

Beim Familienministerium wird aus „Kinderbetreuung“ eine „frühkindliche Bildung“

 

Diese Haltung sei inzwischen aber in Regierungs- und gar Verwaltungspraxis fest verankert. So spreche selbst ihr eigenes ehemaliges Ministerium – das nun von Franziska Giffey (SPD) geführte Familienministerium – konsequent nur von „frühkindlicher Bildung“. Sie selbst habe diese Formulierung aus möglichst allen Vorlagen wieder rausgestrichen und durch das neutrale Wort „Kinderbetreuung“ ersetzt. Als sie privat in Berlin für ihre Töchter den obligatorischen Antrag auf einen Kita-Gutschein gestellt habe, habe sie das Formular „Anmeldung zur Förderung von Kindern“ unterschreiben müssen. Der Titel erschien der Stadt Berlin, so Schröder, offenbar passender als eine schlichte „Anmeldung zum Besuch einer Kita“.

 

Kinder wollen viel mit Mama und Papa zusammen sein

 

Sie selbst sei nach den Geburten ihrer ersten beiden Töchter (Juni 2011 und Juni 2014) wieder früh als Ministerin und Bundestagsabgeordnete eingestiegen. Wer früh wieder arbeiten gehe, verpasse wichtige Momente mit seinen Kindern: „Daran kann kein noch so ausgefeiltes Betreuungskonzept und auch keine 24-Stunden-Kita etwas ändern.“ Das gehe natürlich auch auf Kosten der Kinder, „denn die haben, zumindest wenn sie noch klein sind, ein anrührendes Bedürfnis: möglichst viel mit ihrer Mama und mit ihrem Papa zusammen zu sein.“ Die dreifache Mutter war von November 2009 bis Dezember 2013 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mitglied des Bundestages war sie von 2002 bis 2017.


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