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Auch der Pietismus ist von Anpassung bedroht


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Peter Hahne
20. Juni 2019
 
 
 

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Auch der Pietismus ist von Anpassung bedroht

 

 

 

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In Herrenberg sprach der Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein vor über 800 Besuchern zum Thema „Jesus begegnet den Ängstlichen“. Foto: Benni Röhm

Stuttgart/Karlsruhe (idea) – Tausende evangelische Christen haben am katholischen Fronleichnamstag (20. Juni) in Baden-Württemberg an eigenen Glaubenstreffen teilgenommen. Unter dem Motto „Jesus begeistert“ feierten sie an 17 Orten einen „Christustag“, der vor allem von Bibelarbeiten geprägt war. Veranstalter waren die theologisch konservativen Vereinigungen „Lebendige Gemeinde – ChristusBewegung in Württemberg“ und „ChristusBewegung Baden“. Nach deren Angaben war die Teilnehmerzahl mit rund 9.000 ebenso hoch wie im Vorjahr.

 
 

Dekan Albrecht: Von Jesus Begeisterte „drehen nicht ab“

 

Der Vorsitzende der württembergischen ChristusBewegung, Dekan Ralf Albrecht (Nagold), sagte in Bad Liebenzell vor rund 600 Besuchern, Begeisterung durch den Heiligen Geist gehe von der Botschaft Jesu aus und führe wieder dorthin. Wen der Geist Gottes begeistere, den setze er auch in Bewegung und befähige ihn unter anderem zur Vergebung. Von Jesus Begeisterte „drehen nicht ab oder werden übereuphorisch“. Vielmehr ändere sich ihr ganzes Leben zum Positiven. Der Direktor der Werke „Hilfe für Brüder“ und „Christliche Fachkräfte International“, Ulrich Weinhold (Stuttgart), rief zum Vertrauen in die Kraft Gottes auf. Wenn eine Gemeinde „geistlich tot“ sei, sollten Christen umso mehr darauf vertrauen, dass Gott Wunder tun und neues Leben einhauchen könne. Das gelte auch für das persönliche Leben.

 

„Wo die Kirche Klartext redet, erreicht sie die Außenstehenden“

 

In Schwäbisch Gmünd vertrat der Journalist und Bestsellerautor Peter Hahne (Berlin) die Ansicht, dass auch der Pietismus die Bibel und die Einzigartigkeit Jesu aus dem Blick zu verlieren drohe. Weite Teile dieser Bewegung hätten sich dem „Mainstream“ angepasst, beklagte er vor den rund 1.200 Teilnehmern. Von Sünde und Hölle werde nicht mehr gesprochen. Hahne: „Sie entschärfen die Bibel, als würden sie einem Tiger die Krallen abschneiden und meinen, sie hätten ein zahmes Tier.“ Das ehemalige EKD-Ratsmitglied ermutigte dazu, die biblische Botschaft klar und unmissverständlich zu verkündigen: „Wo die Kirche Klartext redet, spitzen die Leute die Ohren, vor allem die Außenstehenden.“ In Stuttgart äußerte sich der aus dem Sudan stammende Theologe Yassir Eric (Korntal bei Stuttgart) unter anderem zum Beschluss der württembergischen Landessynode, unter engen Bedingungen öffentliche Segnungsgottesdienste von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zuzulassen. Er bezeichnete die Entscheidung als „Schande“. Für diese Aussage bekam er starken Applaus der rund 700 Besucher.

 

Parzany: Christen in Deutschland lassen sich zu leicht einschüchtern

 

Hauptredner in Mannheim war der Leiter des Netzwerks Bibel und Bekenntnis, der Evangelist Ulrich Parzany (Kassel). Er vertrat die Ansicht, dass sich Christen in Deutschland zu leicht einschüchtern lassen, obwohl Religionsfreiheit herrsche und sie normalerweise nicht bedroht werden. Parzany wies darauf hin, dass es viele Länder gebe, in denen Christen alles für ihren Glauben aufgeben müssten, oft auch ihr Leben. In Deutschland dagegen könnten die Christen ihren Glauben weitgehend frei leben. Dennoch scheuten viele das offene Bekenntnis zu Jesus oder zur bleibenden Gültigkeit des Wortes Gottes, der Bibel. Das Evangelium sei jedoch immer schon auf Widerstand gestoßen. Das hätten auch die Apostel erleben müssen, die bis auf Johannes mutmaßlich alle den Märtyrertod gestorben seien. Doch heute müsse er in vielen Gemeinden und vor allem bei den Kirchenleitungen eine Anpassung an den Zeitgeist erkennen, so Parzany. Der Rat der EKD habe dies 2017 unter Beweis gestellt, als er noch vor der Abstimmung im Bundestag erklärt habe, die sogenannte „Ehe für alle“ zu begrüßen. Ein solches Verhalten könne er nur als „Speichelleckerei“ bezeichnen.

 

Altlandesbischof Maier: Die Vollmacht des Heiligen Geistes ist stärker als alle Waffen

 

Der württembergische Altlandesbischof Prof. Gerhard Maier (Tübingen) sprach im Bibelkonferenzzentrum Langensteinbacher Höhe in Karlsbad. Wie er sagte, hat Christus seinen Jüngern den Heiligen Geist gesandt, dessen Vollmacht alle Waffen der Welt an Kraft übertreffe. Das müsse betont werden, weil die Sendung durch Jesus Christus immer auch Leid bedeute, vor allem in den Ländern, in denen Christen verfolgt würden, aber zunehmend auch in Deutschland. Gleichzeitig sei diese Sendung jedoch mit dem Geschenk verbunden, anderen Menschen dienen zu dürfen. Diese Botschaft sei durch nichts zu übertreffen. Zentraler Ausgangspunkt aller christlichen Lehre bleibe die Auferstehung Christi von den Toten. Dieses Ereignis sei historisch so gut belegt, dass es weitaus weniger Aufwand erfordere, daran zu glauben, als es bestreiten zu wollen.

 

Jeder Christ soll seinen Glauben bezeugen

 

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Pfarrern in Württemberg „Confessio“, Pfarrer Tobias Eißler (Ostfildern-Ruit), bedauerte in Kraichtal-Bahnbrücken bei Karlsruhe, dass es heute auch unter Christen üblich sei, die Botschaft von Jesus Christus für sich zu behalten. Der Theologe fragte, ob das etwa daran liege, dass „wir so müde sind, so angepasst, so feige?“. Eißler verwies auf den Erzmärtyrer Stephanus, der als erster Jünger Jesu sein Leben für seinen Glauben gegeben habe. „Märtyrer“ bedeute jedoch nichts als anderes als „Zeuge“ und ein solcher könne jeder Christ sein, auch derjenige, der nicht mit dem Tod bedroht werde.

 

Wie Jesus Ängstlichen begegnet

 

In Herrenberg sprach der Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein vor über 800 Besuchern zum Thema „Jesus begegnet den Ängstlichen“ (Johannes 20, 19-23). Nach seinen Worten hat der Bericht von der Erscheinung des auferstandenen Christus vor seinen verängstigten Jüngern eine gesellschaftspolitisch und kirchlich ungeahnte Aktualität. Auf die Gefahr des Verlustes, auf Bedrohung und Überforderung reagierten Menschen mit Angst. Diese bewirke Verschlossenheit, Panik und Enge. Eckstein: „Angst und Enge hängen aufs Engste zusammen.“ Jesus breche die Türen der Eingeschlossenen nicht von außen mit Gewalt auf. Er habe die Vollmacht, durch Wände zu gehen und die Verschlossenen durch seine Liebe zu überwältigen.

 

Mit Wundern im Alltag rechnen

 

Die Theologin und Evangelistin Elke Werner (Marburg) sagte in Balingen, viele Christen vergäßen im Alltag, dass Gott auch heute noch Wunder vollbringe. Allerdings müsse man „sie auch sehn“, wie es im Lied „Wunder gibt es immer wieder“ der Schlagersängerin Katja Ebstein heiße. Wunder seien jedoch kein Selbstzweck, sondern verwiesen auf die Autorität des Vaters im Himmel. Das sei auch bei den Wundern der Fall, von denen in der Bibel berichtet werde.

 

Allianzvorsitzender: Nichtchristen mit mehr Offenheit begegnen

 

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr) rief in Ulm dazu auf, Nichtchristen nicht mehr als „Kirchendistanzierte“ zu betrachten, sondern als „Suchende“: Ihnen werde laut dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,18) „die Suche nach dem Vater zugetraut“. Die Kirche müsse sich fragen, ob es nicht manchmal an der inneren Einstellung der Christen liege, dass Außenstehende nur schwer Zugang zur Gemeinde fänden. Vielleicht sei es an der Zeit, Mauern im Kopf abzubauen gegenüber Menschen, die keine „fromme“ Sozialisation erfahren hätten. Immerhin sei Jesus auch allen, denen er begegnet sei, mit großer Offenheit entgegengetreten, auch jenen, die am Rand der Gesellschaft gestanden hätten.

 

ChristusBewegung Baden: Christlichen Glauben auch gegenüber Muslimen bekennen

 

Die ChristusBewegung Baden stellte bei den Christustag-Veranstaltungen in Kraichtal-Bahnbrücken, Mannheim, Pforzheim-Eutingen und Strümpfelbrunn ein „Wort zur Orientierung“ vor. Darin ruft sie Christen dazu auf, begeistert ihren Glauben gegenüber anderen Menschen zu bezeugen, auch gegenüber Muslimen. Dazu sei aber „kein Papier der Kirchenleitung“ nötig, das Regeln für den Umgang mit ihnen formuliere, heißt es im Blick auf das umstrittene Gesprächspapier „Christen und Muslime“. Christen seien grundsätzlich in der Lage, Muslimen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen und dennoch ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus abzulegen. Generell sei es wichtig, sich mit der Lebenswelt von Nichtchristen zu beschäftigen, um ihnen verständnisvoll begegnen zu können. Jesus habe das schließlich auch getan, indem er Mensch geworden sei. Vorsitzender der ChristusBewegung Baden ist Pfarrer Lothar Mößner (Kleinsteinbach bei Karlsruhe).

 


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