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Debatte um Homo-Segnung: Bei den Methodisten brodelt es


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Debatte um Homo-Segnung: Bei den Methodisten brodelt es

 

 

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Der Kirchenvorstand der EmK in Deutschland bei seiner Tagung in Fulda. Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Fulda (idea) – Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Deutschland will den Beschluss ihrer weltweiten Generalkonferenz zur Homosexualität nicht umsetzen. Das geht aus einer „Botschaft“ des deutschen Kirchenvorstandes an die Gemeinden hervor, die auf der Frühjahrssitzung des Gremiums in Fulda verabschiedet und auf der Internetseite der EmK veröffentlicht wurde. Bei theologisch konservativen Methodisten stößt das schnelle „Vorpreschen“ auf Kritik. Das oberste kirchenleitende Gremium der weltweiten EmK hatte sich am 26. Februar in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) mit knapper Mehrheit (53 Prozent) für den sogenannten „Traditional Plan“ entschieden, wonach in der 12,5 Millionen Mitglieder zählenden Kirche auch künftig die Ordination Homosexueller und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften weiterhin verboten bleiben. Praktizierte Homosexualität sei nicht vereinbar mit der christlichen Lehre. Nun heißt es in der Botschaft des deutschen Kirchenvorstandes, dass man demokratisch getroffene Entscheidungen achte. Man sei aber „einstimmig der Meinung, dass diese Bestimmungen des Tradition Plan für unsere Kirche in Deutschland nicht akzeptabel sind“. Den von der Generalkonferenz eingeschlagenen Weg „von Gesinnungskontrolle und verschärften Strafen“ gehe man in Deutschland nicht mit. Alle Gruppierungen innerhalb der EmK in Deutschland werden eingeladen, an einem Weg zur Bewahrung der Einheit mitzuwirken. Ein „Runder Tisch“, zu dem Menschen verschiedener Gruppierungen und Richtungen eingeladen werden, soll bis Mitte Mai seine Arbeit aufnehmen. Es gelte, auch ohne Einigkeit in wichtigen Fragen zusammenzubleiben. In der Bewertung von Homosexualität sei man sich weder im Kirchenvorstand noch in der Gesamtkirche einig. Man wolle „eine Kirche werden, in der sowohl homosexuell empfindende Menschen ordiniert und bei einer Eheschließung gesegnet werden können als auch traditionell eingestellte Menschen ihre Vorstellungen und Lebensweisen bewahren können“.

 

Prof. Raedel: Ich verstehe das als Bruch mit der Gesamtkirche

 

Die Entscheidung des Kirchenvorstandes ist inzwischen auf scharfe Kritik gestoßen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, der Evangelisch-methodistische Theologe Christoph Raedel (Gießen), der die Entscheidung der Generalkonferenz begrüßt hatte, zeigt sich über das Votum der deutschen Kirchenleitung irritiert. Unmittelbar nach der Generalkonferenz habe es noch geheißen, dass hinsichtlich der Konsequenzen für die Emk in Deutschland „kein Grund zur Eile“ bestehe: „Jetzt prescht die Kirchenleitung vor“, sagte Raedel auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Das Signal sei deutlich: „Eine demokratisch von der weltweiten Kirche getroffene Entscheidung soll nicht umgesetzt werden. Ich verstehe das als Bruch mit der Gesamtkirche und als Missachtung des Votums der Delegierten.“ Er habe den Eindruck, „dass eine ohnehin schon kleine Freikirche, die ähnlich den evangelischen Landeskirchen versucht, sich als Spiegelbild der Gesellschaft zu verstehen, sich selbst überflüssig macht.“ Raedel: „Ob dies der Weg in die Zukunft ist?“

 

Pastor Müller: Heiligung und nicht Verwirrung verbreiten

 

Ähnlich äußerte sich auch der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche, Manfred Müller (Uhldingen/Bodensee), gegenüber idea. Die Gemeinde Jesu brauche klare Orientierung, die sie allein in Gottes Wort finde. Dort werde eindeutig erklärt, dass Gott die Menschen „als Mann und Frau“ geschaffen habe (Matthäus 19,4). Müller: „Auftrag der EmK ist es, schriftgemäße Heiligung über die Lande zu verbreiten – nicht Verwirrung.“ Durch ihre ganze Geschichte hindurch habe die EmK Sündern die Liebe Gottes nahegebracht und sie zur Buße gerufen, statt sie in ihrem Tun zu bestärken. „Dass das möglich ist, ist der Kern des Evangeliums.“ Gott habe dieser Bewegung unbeschreiblichen Segen und große Erweckungen geschenkt: „Dieses Erbe droht jetzt verraten zu werden.“ Die Absicht, homosexuell empfindende Menschen zu ordinieren und bei einer Eheschließung zu segnen, sei „eine Verleugnung der klaren biblischen Anweisungen und eine falsche Lehre“ sowie Verrat an dem Erbe John Wesleys (1703–1791), dem Begründer der EmK. Er habe den Methodisten zugerufen: „Haltet euch an die Bibel! Seid nicht klüger als die Schrift!“ Zudem sei eine Segnung homosexueller Partner seelsorgerlich unredlich, „denn der Mensch kann nicht segnen, was Gott nicht segnet“. Müller ist Missionsleiter des Werks HMK.

 

Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung?

 

Unterdessen wurde bekannt, dass die weltweite EmK eine Untersuchungskommission eingerichtet hat, um möglicherweise irreguläre Stimmabgaben bei der Generalkonferenz zu prüfen. Fragen über die Teilnahme von nicht stimmberechtigten Delegierten wurden in der Tageszeitung „New York Times“ aufgeworfen. Ihren Angaben zufolge wurden „wenigstens vier Stimmzettel“ von nicht autorisierten Personen abgegeben. Die Zeitung berief sich auf Kirchendokumente und Interviews. Die Personen sollen aus afrikanischen Kirchendelegationen stammen. Dem Bericht zufolge hätten Delegierte ihre Stimme abgegeben, die wegen Visaproblemen gar nicht in die USA eingereist gewesen seien. Im Informationsdienst der Evangelisch-methodistischen Kirche ist von „einer sehr begrenzten Zahl“ irregulärer Stimmen die Rede. Laut dem Sekretär der Generalversammlung, Gary Graves (Lexington/US-Bundesstaat Kentucky), ist die Zahl nicht hoch genug, um das Resultat der Abstimmung zu verändern. Die Evangelisch-methodistische Kirche ist eine evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung im 18. Jahrhundert in England hervorgegangen ist. Führende Persönlichkeiten am Anfang der Bewegung waren die Brüder John Wesley (1703–1791) und Charles Wesley (1707–1788). Heute gehören in aller Welt etwa zwölf Millionen Menschen zur EmK. In Deutschland zählt sie rund 50.000 Kirchenglieder und Kirchenangehörige in etwa 500 Gemeinden. Die EmK ist Teil des Weltrates Methodistischer Kirchen, der über 70 Kirchen mit mehr als 51 Millionen Mitgliedern umfasst.

 


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