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Gewalt in deutschen Schulen außer Kontrolle


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Rolf

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Gewalt in deutschen Schulen außer Kontrolle

 

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Nina Stec

Gewalt in Schulen ist in Deutschland trauriger Alltag. Der Umgang unter Mitschülern wird stets rauer und aggressiver. In den letzten sieben Jahren vervierfachte sich die Zahl der Beleidigungen und Drohungen an Schulen, auch Straftaten wie schwere Körperverletzung nahmen zu. Meistens beginnt das Mobbing verbal durch Beleidigungen und Angstmacherei bis hin zu Todesdrohungen, danach folgen körperliche und in manchen Fällen gar sexuelle Gewalt und Cybermobbing. Ein besonders dramatischer Fall ereignete sich etwa am 23. Januar dieses Jahres, als an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen in Nordrhein-Westfalen ein 14-jähriger Junge von seinem ein Jahr älteren Mitschüler erstochen wurde. 

Lehrer und Schulleiter aus mehreren Bundesländern, reagieren angesichts des Ausmaßes der Aggressionen mit Überforderung und Hilflosigkeit. Immer häufiger kommt es zu Polizeieinsätzen an Schulen, weil Lehrer mit gewalttätigen Schülern nicht zurechtkommen.  Auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) musste eingestehen: „Manche Situationen lassen sich pädagogisch nicht mehr lösen.“ 

Statistiken mehrerer Landeskriminalämter bestätigen den Anstieg der Kriminalität an Schulen, darunter Bayern, Niedersachsen, NRW, Thüringen und Berlin. Der Anteil an besonders verhaltensauffälligen und aggressiven Schülern an den Förderschulen hat sich in den vergangenen sieben Jahren verzehnfacht, während ihre Zahl an den regulären Schulen von etwa 2700 auf knapp 4000 Schüler anstieg. Interkulturelle Konflikte unter Schülern nehmen vor allem an sogenannten Brennpunkt-Schulen zu, in denen mehrheitlich die Kinder von bildungsfernen Familien unterrichtet werden und die oft einen Migrantenanteil von 80 bis 90 Prozent aufweisen. An solchen Schulen ist das Aggressionspotential besonders hoch, vor allem wenn Kinder von Geflüchteten dazu kommen, die aufgrund von Kriegs- und Gewalterfahrungen traumatisiert sind. 

Neben Gewalttaten zwischen Schülern stehen auch Gewalt und Mobbing gegen Lehrer mittlerweile traurigerweise an der Tagesordnung jeder zweiten deutschen Schule. Haupt- Real- und Gesamtschulen sind sogar zu beinahe 60 Prozent davon betroffen, bei Gymnasien sind es knapp 35 Prozent. Täter sind dabei nicht nur die Schüler, sondern auch deren Eltern. Nach einer Umfrage an Schulleiter handelt es sich in den meisten Fällen handelt es sich um Bedrohungen und Beleidigungen, 26 Prozent gaben an, dass es zu körperlichen Angriffen auf Lehrkräfte gekommen sei, in jeder fünften Schule gab es Fälle von Cybermobbing. 39 Prozent der Schulleiter klagen, dass es sich bei der Gewalt gegen Pädagogen um ein Tabuthema handele, über das nicht offen gesprochen werde und dass es zu wenig Unterstützung seitens der Politik dagegen gebe. In einigen Landesministerien ist bei diesem Thema immer noch von „Einzelfällen“ die Rede. Um die genaue Dimension des Problems aufzuzeigen, fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) öffentliche Statistiken zu Drohungen und Gewalttaten gegen Lehrer. Außerdem solle stärker in Fachkräfte wie Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter investiert werden und Lehrer spezielle Fortbildungen erhalten, um besser auf Konfliktsituationen vorbereitet zu sein und im Ernstfall richtig handeln zu können.

Die Ursachen für die Verrohung des Schulklimas sind vielfältiger Natur. Allerdings kann festgehalten werden, dass für viele Kinder und Jugendliche die Grenzen des tolerablen immer mehr verschwimmen und sie auch keine Konsequenzen mehr fürchten. Einer der Gründe sind die permanent präsenten und oft extremen Gesamtdarstellungen, denen Minderjährige qua Internet und Fernsehen, vor allem durch nicht altersgerechte Computer-, Konsolen- und Onlinespiele ausgesetzt sind. Durch die martialischen Bilder beeinflusst, sinken die Hemmschwelle bei verbaler und körperlicher Gewalt und die Fahrigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Der „Held“ im Videospiel, der in gnadenloser Selbstjustiz seine Feinde hinweglyncht, wird zum Vorbild des minderjährigen Spielers, vor allem wenn es ihm in seiner eigenen Familie an Vorbildern mangelt. 

Das Fehlen von „Nestwärme“, also einer liebevollen Familie mit verlässlichen Bindungen, ist eine der Hauptursachen für das steigende Gewaltpotential bei Kindern und Jugendlichen. Wenn es in der Familie an Wertevermittlung hapert, etwa weil viele Eltern das lieber den Lehrern überlassen wollen, da diese das durch ihre Ausbildung „besser können“ und über das gewalttätige Verhalten von Kindern hinweggesehen wird, fördert das die Gewalttätigkeit orientierungsloser Minderjähriger. Denn die moralische Erziehung an der Schule kann die Aufgabe der Eltern nicht ersetzen, zumal Klassenlehrer in der Regel für über 25 Schüler gleichzeitig zuständig sind und dabei nicht auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingehen können. Um Gewalt vorzubeugen, brauchen Kinder die Orientierung an klar gezogenen Grenzen, deren Einhaltung auch konsequent gefordert wird, und positive Identifikationsfiguren, am besten aus den Reihen der eigenen Familie. 

Quellen:
Himmelrath, Armin, Angriffe auf Lehrer: Gewalt und Mobbing an jeder zweiten Schule,

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, o. O. 2018.
Klesmann, Martin, Prügel, Drohungen, Mobbing Lehrer sind mit der Gewalt an Schulen völlig überfordert,

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, Berlin 2018. 

Kohlmeier, Matthias, Gewalt an Schulen: Tritt vors Schienbein, Schlag in die Magengrube,

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, o. O. 2018. 

Noffke, Oliver, Polizei registriert deutlich mehr Straftaten an Berliner Schulen,

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, o. O. 2018. 

O.A., Gewalt an Schulen: VBE sieht Ursache auch in Horrorfilmen und Ballerspielen,

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, o. O. 2018. 

O. A., Mehr Kriminalfälle: Tatort Schule,

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, o. O. 2018. 

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