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Missionsbefehl gilt nicht für alle Christen


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Rolf

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„Theologisches Lesebuch“
 
 
13. Dezember 2017
 
 
 
Missionsbefehl gilt nicht für alle Christen

 

 

 

 

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Christen sollten Muslimen nicht in Konversionsabsicht begegnen, sondern nur einladend und fröhlich vom eigenen Glauben Zeugnis zu geben. Foto: pixabay.com

Düsseldorf (idea) – Der Missionsbefehl von Jesus (Matthäus 28,16-20) gilt nicht für alle Christen. Dieser Ansicht sind der Studentenpfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland, Andreas Mühling (Trier), und der Ausbildungsdezernent der Landeskirche, Bernd Wander (Düsseldorf). Die beiden äußern sich in einem 106-seitigen „Theologischen Lesebuch“ mit dem Titel „In der Begegnung mit Muslimen“. Die Landeskirche hat es zur Vorbereitung der Landessynode im Januar 2018 in Bad Neuenahr an die Synodalen verschickt. Hintergrund ist, dass derzeit in der rheinischen Kirche über das Thema Mission unter Muslimen diskutiert wird. Der Diskussionsprozess soll in einer Positionsbestimmung auf der Landessynode münden. Das Lesebuch wurde von der „Arbeitsgemeinschaft Islam“ unter der Leitung von Superintendentin Ilka Werner (Solingen) zusammengestellt. Einige der 20 Beiträge setzen sich kritisch mit der Mission unter Muslimen auseinander. Wie Mühling und Wander schreiben, handelt es sich bei dem „sogenannten Missionsbefehl“ um eine Beauftragung der Apostel durch Jesus Christus. Er sei nicht als Auftrag an alle Christen zu verstehen.

 

„Auch der Islam steht in biblischer Tradition“

 

Der Theologe David Kannemann (Wuppertal) erinnert in einem weiteren Beitrag daran, dass die rheinische Kirche sich bereits für einen Verzicht auf die Mission unter Juden entschieden habe. Zwar gebe es zwischen Judentum und Islam große Unterschiede, schreibt Kannemann. „Dennoch kommen wir nicht umhin, wahrzunehmen, dass auch der Islam in biblischer Tradition steht und dass muslimische und jüdische Menschen in vielen theologischen Fragen näher beieinander sind als jüdische und christliche Menschen“, so Kannemann.

 

Aus dem Neuen Testament ist keine Ablehnung des Islam ablesbar

 

Die Schulreferentin der rheinischen Kirche, Pastorin Beate Sträter (Bonn), vertritt die These, „exklusive Ansprüche“ des Christentums im Neuen Testament (Johannes 14,6 und Apostelgeschichte 4,12) könnten nicht ohne weiteres als „zeitlose und ewige Wahrheiten behauptet“ werden. Sie dürften nicht „aus ihren historischen Kontexten“ gerissen werden. „Besonders schwierig“ sei es, aus ihnen eine Ablehnung von Religionen abzuleiten, „die es damals noch nicht gab, wie z. B. den Islam, oder die unbekannt waren, wie asiatische Religionen“. In einem weiteren Beitrag schreibt Sträter, die Frage, ob es in Christentum und Islam „um denselben Gott geht“, sei „nicht eindeutig beantwortbar“. Um sie zu beantworten, „müssten wir an Gottes Stelle oder am Ende der Geschichte stehen – was wir nicht tun“. Die Frage müsse „in gewisser Weise offengehalten werden“. Grundsätzlich lasse sich „die Vielfalt verschiedener Religionen nicht vereinheitlichen“, schreibt Sträter. So wie es seit dem Turmbau von Babel (1. Mose 11) eine Vielzahl von Sprachen gebe, gehöre auch eine Vielzahl von Religionen „zur Signatur der Schöpfung“.

 

Christen sollen „einladend und fröhlich Zeugnis geben“

 

In einem weiteren Beitrag setzt sich der für Flüchtlingsfragen zuständige Kirchenrat der rheinischen Kirche, Rafael Nikodemus (Düsseldorf), mit der Mission unter muslimischen Flüchtlingen auseinander. Christen sollten ihnen „nicht in Konversionsabsicht“ begegnen, aber doch so, dass die „eigene Identität als Christen erkennbar“ werde: „Wir sind also gefordert, unser Eigenes nicht zu verstecken, sondern einladend und fröhlich vom eigenen Glauben Zeugnis zu geben.“ Wenn Muslime den Wunsch äußerten, getauft zu werden, gelte: „Jeder Mensch, der Interesse an unseren Gottesdiensten und Gemeindeleben zeigt, ist uns willkommen. Wir freuen uns über alle, die getauft werden möchten und sich zur kirchlichen Gemeinschaft halten“.

 

Der Verzicht auf Mission stößt auf breite Kritik

 

Die Landeskirche hatte 2015 eine Arbeitshilfe „Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ herausgegeben. Darin spricht sich die zweitgrößte deutsche Landeskirche gegen eine Missionierung unter Muslimen aus. Die Arbeitshilfe war auf breite Kritik gestoßen. So hatte etwa der Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der rheinischen Kirche, Pfarrer Christoph Nötzel (Wuppertal), einige Aussagen als „bedenklich“ bezeichnet. Der Missionsbefehl werde uminterpretiert, das Evangelium relativiert und die Verkündigung Jesu auf ihre Ethik reduziert. Der Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, der Theologieprofessor Michael Herbst (Greifswald), sagte, dass man Muslime nicht im Sinn des Evangeliums liebe, wenn man nicht mehr wolle, dass sie den Trost des Evangeliums erfahren. Kritik kam ferner vom Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich (Freudenberg bei Siegen), dem Missions- und Religionswissenschaftler Prof. Henning Wrogemann (Wuppertal), dem Islam-Experten der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Friedmann Eißler (Berlin), und dem Lutherischen Konvent im Rheinland.


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