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Sind konservative Christen in der EKD nicht gewollt?


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Rolf

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Sind konservative Christen in der EKD nicht gewollt?

 

 

 

 

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Die Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, im Streitgespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Internationalen Martin Luther Stiftung, Michael Inacker. Foto: idea/M. Pletz

Berlin (idea) – Auf die schleichende Säkularisierung in Deutschland haben die beiden Volkskirchen noch keine Antwort gefunden. Diese Ansicht äußerte der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Martin Luther Stiftung, Michael Inacker (Kleinmachnow bei Potsdam), in einem Streitgespräch mit der Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann (Berlin). Dazu eingeladen hatte die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Anlass ist das am 31. Oktober endende 500-jährige Reformationsjubiläum. Im Blick auf die evangelische Kirche forderte Inacker, sie solle lauter und deutlicher auftreten sowie Protestanten außerhalb des „Mainstreams“ ansprechen – „also nicht nur bei Grünen und SPD und weich gespülten CDU-Politikern“. Die Kirchen praktizierten eine „Hinterzimmer-Diplomatie“ und verließen sich darauf, dass sie bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Gehör fänden: „Das wird künftig nicht mehr funktionieren.“ Die Kirchenleitungen hätten den Wechsel von der Volks- zur Minderheitenkirche noch nicht verstanden. Inacker: „Viele Kirchenvertreter tun immer noch so, als seien die Kirchen die tragenden Säulen dieser Gesellschaft. Sie werden aber mehr und mehr auf schmückendes Beiwerk reduziert.“ Deshalb sollte die Kirche lautstark auftreten. Inacker fragt: „Warum organisiert sie nicht eine Demonstration für den Erhalt des Reformationstages am 31. Oktober vor dem Bundestag in Berlin? Gegen Atomraketen ist sie doch auch auf die Straße gegangen.“ Inacker wirft den Gremien der Kirchenleitungen vor, eine Kommunikation zu betreiben, die mit sich selbst beschäftigt sei: „Das rot-grüne Milieu beglückwünscht sich dort fortwährend selbst.

 

Käßmann zu Inacker: „Gehen Sie doch in die Synode!“

 

Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Käßmann entgegnete: „Das höre ich schon seit 20 Jahren. Gehen Sie doch in die Synode und ändern Sie es!“ Darauf Inacker: „Ich habe den Eindruck, dass konservative evangelische Christen letztlich nicht gewollt sind.“ Käßmann weist die von ihm vorgebrachte Kritik an der Kirche zurück. Die von Inacker angeregte Demo zum Reformationstag könne man gerne machen: „Aber soll das die Reformation retten?“ Die EKD befasse sich schon viele Jahre mit der Säkularisierung: „Aber das eine Konzept als Allheilmittel gibt es eben nicht.“ Als Reaktion auf diese Entwicklung habe die Kirche zum Beispiel viel in die Gründung evangelischer Schulen im Osten Deutschlands investiert. Dadurch erreiche sie zahlreiche Kinder, die in nichtchristlichen Haushalten aufgewachsen seien. Die Investition in evangelische Kindertagesstätten habe sich ebenso gelohnt: „Auch dort werden Kinder an den christlichen Glauben herangeführt.“

 

Gegensätzliche Bilanz des Reformationsjubiläums

 

Die beiden Gesprächsteilnehmer ziehen ferner eine völlig unterschiedliche Bilanz des Reformationsjubiläums. Für Inacker war es eine vertane Chance. Er habe sich davon einen geistlichen Aufbruch in Europa erhofft: „Davon sehe ich jedoch nichts.“ Die EKD habe mit ihrer Strategie vor allem die kirchlich Engagierten angesprochen, weniger die Kirchendistanzierten und fast gar nicht die vielen Nichtmitglieder. Auf die Frage „Wie werde ich Christ?“ habe das Jubiläum in weiten Teilen keine Antwort gebracht. Käßmann widerspricht. Allein mit dem Europäischen Stationenweg habe man die Öffentlichkeit in 67 Städten Europas erreicht. Es sei auch ein großer Erfolg, dass der 31. Oktober deutschlandweit als Feiertag begangen werde. Den Fernsehfilm „Katharina von Bora“ hätten mehr als sieben Millionen Zuschauer gesehen. Das sei eine „großartige Einschaltquote“. Auch die großen Sonderausstellungen waren laut Käßmann herausragend besucht.


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