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Warum christliche Lobpreismusik so erfolgreich ist


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Rolf

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Warum christliche Lobpreismusik so erfolgreich ist

 

 

 

 

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Oft stehe bei moderner Lobpreismusik die persönliche Beziehung zu Gott und seinem Sohn Jesus im Vordergrund. Foto: pixabay.com

Köln (idea) – Christliche Lobpreismusik ist mittlerweile in landes- und freikirchlichen sowie katholischen Gemeinden sehr beliebt. Das berichtet der Deutschlandfunk (Köln). Ein Beispiel sei der Verlag „Hillsong Music Australia“, der mittlerweile fast 20 Millionen CDs verkauft habe. Lobpreismusik sei so erfolgreich, weil die Melodien sofort ins Ohr gingen und die Texte eingängig seien. Oft stehe die persönliche Beziehung zu Gott und seinem Sohn Jesus im Vordergrund. „Ich“ und „Du“ seien zentrale Wörter. Das Emotionale werde betont.

 

Wer seinen Glaube als Herzenssache betrachtet, liebt Lobpreismusik

 

Der Pfarrer der Evangelischen Luther-Kirchengemeinde Solingen, Christian Menge, äußert die Ansicht, dass die protestantische Kirche lange „viel zu verkopft“ gewesen sei: „Jetzt gehen wir ein Stück in die andere Richtung.“ Mit Lobpreismusik könnten die Menschen stärker etwas anfangen, „für die Glaube auch eine Sache des Herzens ist oder die von ihrem Typ her eher Bauchmenschen sind“.

 

Martin Pepper: Lobpreis schafft ein Gemeinschaftsgefühl

 

Laut dem Lobpreissänger Martin Pepper (Berlin) schafft diese Musik ein Gemeinschaftsgefühl. Das „mystische Einssein mit einer großen Masse von lauter Individualisten“ sei ein Erlebnis, das man sonst auch in Popkonzerten suche. Der Lobpreismusiker und Komponist Lothar Kosse (Köln) meint, dass die Schlichtheit eines Liedes nicht unbedingt ein negatives Merkmal sein müsse. Er bemühe sich, geistliche Lieder in eine leicht verständliche Sprache zu fassen, etwa in seinem Werk „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ über das Leid des Hiob.

 

Die Gefahr: Viele Lieder sind oberflächlich und einseitig

 

Der englische Literaturwissenschaftler und Autor von Lobpreisliedern, Nick Page, warnt hingegen vor Oberflächlichkeit und Einseitigkeit: „Es geht in immer denselben Begriffen um immer dasselbe.“ Die Lieder sprächen „immer weniger von den Attributen Gottes, den Taten Jesu oder sonstigen Wahrheiten des Evangeliums, sondern von – tja, von mir“. Die Lobpreisgottesdienste hätten das Gotteslob der Gemeinde zu einem Unterhaltungsevent verformt: „Wir sollten prüfen, ob wir hier Gott verherrlichen oder nur eine herrliche Band genießen.“

 

Kulturbeauftragter der EKD: Musikalische Vielfalt ist eine Bereicherung

 

Der Kulturbeauftragte der EKD, Johann Hinrich Claussen (Berlin), hält nichts davon, verschiedene musikalische Formen gegeneinander auszuspielen. Vielfalt sei eine Bereicherung. „Wir müssen uns der eigenen Tradition nicht schämen, müssen uns nicht entschuldigen, dass wir gerne auch mal Bach hören. Das ist ein großer Schatz, und den sollten wir selbstbewusst auch pflegen.“ Jede Zeit habe ihre eigenen Lieder: „Unsere Zeit – das zeigt sich dann eben auch in diesen Liedern – ist ganz zentral geprägt von der persönlichen Suche nach dem Glück.“ Demgegenüber verblasse die „alte orthodoxe, aber auch evangelikale Frage nach der eigenen Schuld, der eigenen Sünde, der eigenen Erlösungsbedürftigkeit“. Gerade junge Leute könne man mit Lobpreisbands erreichen, weil ihnen die Klänge und die Instrumente – Schlagzeug, Keyboard, Bass, Gitarre – aus der Popmusik vertraut seien.


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