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Wie die Parteien zu den Kirchen stehen


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Rolf

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Wie die Parteien zu den Kirchen stehen

 

 

 

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Der CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet bekennt sich auch im Wahlkampf zum christlichen Glauben. Foto: NRW-CDU/Sondermann

Düsseldorf (idea) – Die Parteien in Nordrhein-Westfalen unterscheiden sich stark in ihrer Stellung zu den Kirchen. Das geht aus den Programmen zur Landtagswahl am 14. Mai hervor. Darin betonen SPD und CDU ihr gutes Verhältnis zu den Kirchen. So würdigen die Sozialdemokraten das Reformationsjubiläum 2017 als „wichtigen Anlass, sich an dieses Fundament zu erinnern“ und versprechen, „das gute Miteinander mit den Kirchen auszubauen“. Die Christdemokraten bekennen sich zu „einer Leitkultur auf dem Fundament unserer christlich-jüdisch-abendländischen Wurzeln“ und wenden sich „gegen alle Bestrebungen, Religion aus dem Alltag von Staat und Gesellschaft vollständig oder auch nur weitestgehend hinauszudrängen“. So seien „Bestrebungen, christliche Traditionen wie beispielsweise das Sankt-Martins-Fest zu säkularisieren oder christliche Symbole aus dem öffentlichen Raum zu entfernen“, entschieden zurückzuweisen.

 

Die Ministerpräsidentin ist evangelisch, ihr Herausforderer katholisch

 

Sowohl Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) als auch der CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet bekennen sich zu ihrem christlichen Glauben. Kraft wurde katholisch erzogen, verließ aber als junge Frau die Kirche, war nach eigenen Angaben „lange heimatlos“ und wurde schließlich Mitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland. Laschet ist Katholik. Der katholische Glaube und christliche Werte hätten in seinem Leben immer eine große Rolle gespielt, erklärte er bei einer Podiumsdiskussion der Evangelischen Freikirche Köln-Ostheim am 28. April.

 

Grüne und Linkspartei wollen Christliches zurückdrängen

 

Eine größere Distanz zu den Kirchen lassen dagegen die Programme der kleineren Parteien erkennen. Im Programm der FDP findet sich der allgemeine Hinweis, der Staat dürfe „Religion und Religionsgemeinschaften weder privilegieren noch benachteiligen“. Die Grünen fordern, religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden zu verbannen, christliche Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsgrundschulen umzuwandeln und Kirchenaustrittsgebühren abzuschaffen. An Grundschulen soll nach den Vorstellungen der Partei ein Fach „Philosophieren mit Kindern“ eingeführt werden. Es sei „verstärkt darauf zu achten, dass Schulen über die Freiwilligkeit der Teilnahme am konfessionellen Religionsunterricht informieren“, so das Wahlprogramm. Darüber hinaus wollen die Grünen das Verbot von Tanz- und Kulturveranstaltungen an „stillen Feiertagen“ abschaffen. Noch weiter geht die Linkspartei: Sie fordert, das Netz kommunaler Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen auszubauen, damit kein Kind zum Besuch eines kirchlichen Kindergartens gezwungen sei. Außerdem will „Die Linke“ den Religionsunterricht von staatlichen Schulen verbannen und die staatliche Finanzierung der theologischen Fakultäten an Universitäten abschaffen. Im Landtagswahlprogramm der AfD spielt das Verhältnis der Partei zu den Kirchen keine Rolle.

 

Das sagen die Parteien zum Islam

 

Unterschiedliche Akzente setzen die Parteien auch zum Thema Islam. Die SPD kündigt einen „konstanten Dialog“ mit islamischen Verbänden an. Die CDU fordert, die Religionsausübung der Muslime in Deutschland müsse „vom Einfluss fremder Staaten“ befreit werden. Die Grünen vertreten in ihrem Programm die Ansicht, die großen muslimischen Verbände – die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Zentralrat der Muslime, der Islamrat und der Verband der Islamischen Kulturzentren – erfüllten zur Zeit nicht die Voraussetzungen für eine Anerkennung als Religionsgemeinschaften. Die AfD fordert, Imame dürften nur auf Deutsch predigen.

 

Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus

 

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen könnte es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD kommen. Nach einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF liegen beide Parteien mit jeweils 32 Prozent in der Wählergunst gleichauf. Drittstärkste Kraft würde nach dieser Befragung die FDP mit zwölf Prozent. Die Grünen kommen auf 7,5 Prozent und die Linkspartei sowie die AfD auf jeweils sechs Prozent. Bei einem solchen Ergebnis hätte die bisherige rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsidentin Kraft keine Mehrheit mehr. Als wahrscheinlich gilt, dass das Bundesland in Zukunft von einer großen Koalition aus CDU und SPD regiert wird. Die Landtagswahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl am 24. September. Von den 61,5 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland leben 13,1 Millionen in Nordrhein-Westfalen.


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