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Missbrauch? Begrüßung

Verwirrt Erschöpft verletz

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33 Antworten in diesem Thema

#21
Neo12345

Neo12345

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  • Land: Country Flag

Wahnsinn, wie du mich verstehst.... Ja, genau so ist das mit der Festplatte!!!!! Danke, dass du das so gut ausgedrückt hast!! :) das ermutigt mich immer mehr. Ja, ich lese in der Bibel. Klar gibt es da Sachen, die gut sind, aber ich trau manchen Sachen gar nicht mehr oder ich achte dann nur wieder auf meine Fehler/ Sünden, die ich begehe. Ich habe ständig das Gefühl, falsch zu sein oder nicht genug zu machen und wenn ich dann eine Sünde begehe, denke ich gleich, dass ich bestraft werde. Beispiel: ich bin bald 2,5 Jahre mit meiner Freundin zusammen und wir haben uns eigentlich dafür entschieden zusammen zu bleiben und sie zieht auch bald zu mir und natürlich ist da schon mehr gelaufen als nur Händchen halten und ich weiss einfach, dass der Sex in eine Ehe eigentlich gehört. Und damit kam ich noch nicht so zurecht. Oder ich denke allgemein, dass mein Verhalten als Christ zu schlecht ist... Ich fühle mich manchmal minderwertig, aber bestimmt auch, weil ich so runtergebuttert wurden bin von der Kollegin. Ich sollte auch diesen perfektionismus ablegen, der durch diese Sache entstanden ist. Also alles versuchen richtig zu machen.


Ich sage mir auch immer - Jesus ist liebe, aber leider war diese nicht spürbar in der Zeit.

Und klar habe ich Millionen Dinge für die ich dankbar sein kann und das bin ich auch und das sage ich ihm auch.

Ich bleibe an der Vergebung dran! Danke für deine Zeit und Hilfe! Bedeutet mir viel!

Hoffe lesen uns bald wieder


  • 0

#22
Rolf

Rolf

    Administrator

  • Administrator

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  • 25138 Beiträge
  • Land: Country Flag

Auch bei mir hat es leider etwas gedauert, da ich am Wochenende voll ausgebucht war und für meine Termine auch Vorbereitungen treffen musste.

 

Ich kann mich dem nur anschließen, dass Vergebung der Weg ist. In meiner Seelsorgearbeit erlebe ich es öfter, dass Menschen aufgrund negativer Erfahrungen solche Gedanken haben wie Du. Es gibt ein Buch mit dem Titel: "Von Gott enttäuscht". Darin wird das Probhlem aufgezeigt. Es scheibt fast ein Mechanismus in uns zu sein, dass Menschen, denen schlimmes Unrecht verfährt, deshalb mit Gott hadern. Die Frage: Warum hat Gott das zugelassen taucht ebenso auf wie der Gedanke: Gott hat mich verworfen. Tatsächlich ist nicht Gott, sondern der Mench für das Unrecht verantwortlich.

 

Das Geheimnis um frei zu werden, auch in den gedanken, liegt im Loslassen, nicht im Gegenankämpfen. Vergebung ist deshalb so wichtig, weil das, was uns angetan wurde, in uns arbeitet.

 

Ich hänge Dir hier mal an, was ich in meinem Seelsorgeunterricht meinen Schülern zum Thema Vergebung sage.

 

 

Herzliche Grüße

 

Rolf

 

 

VERGEBUNG -

 

DER WICHTIGSTE SCHRITT

ZU INNERER HEILUNG !

 

Ich möchte mit einem
Zitat von Eugen Roth beginnen, das heißt:

 

”Wer dir vom Nachbarn häßlich spricht,

erfreut durch Witz - doch trau ihm nicht.

Meinst du, er würde über jeden -

nur über dich nicht - Böses reden ?”

 

                             

Wir finden viele wichtige Bibelstellen zum Thema Vergebung:

 

Liebe deckt alle Vergehen zu.

 

               Spr. 10:12

 

 

Gerechte Lippen begraben den Haß.

 

               Spr. 10:18

 

Wenn ihr betet, dann sollt ihr euren Mitmenschen verzeihen, falls ihr etwas gegen sie habt, damit euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen auch vergibt.

 

               Mark. 11:25

 

Da trat Petrus zu Jesus und fragte ihn: Herr, wenn mein Bruder an mir schuldig wird, wie oft muß ich ihm verzeihen ?

Siebenmal ? Nein, nicht siebenmal, antwortete Jesus, sondern siebzig mal

siebenmal.

 

               Math. 18:21-22

 

 

Wenn euch jemand Unrecht tut, dann zahlt es ihm nicht mit gleicher Münze heim.

 

               Röm.:12:17

 

Kommt miteinander aus. tragt  es  keinem nach, wenn er euch Unrecht getan hat, sondern verzeiht einander, wie der Herr Euch verziehen hat.

 

               Kol.:3:13

 

Wenn Christus beleidigt wurde, antwortete er nicht mit einer Beleidigung. Wenn er leiden mußte, stieß er keine Drohungen aus, sondern setzte seine Hoffnungen auf Gott, den gerechten Richter.

 

               1.Petr.2:23

 

Vergeltet Böses nicht mit Bösem, und beantwortet Beleidigung nicht mit Beleidigung. Im Gegenteil, segnet.

 

               1. Petr. 3:9

 

 

Vergebung Gottes:

 

Wo die Sünde ihr volles Maß erreicht hat, dort übersteigt Gottes Liebe alles Maß.

 

               Röm.: 5:20

 

Christus war ohne Sünde. Ihm hat Gott unsere ganze Schuld aufgeladen, damit wir durch ihn so werden, wie es Gott gefällt.

 

               2.Kor.:5:21

 

Sei mir gnädig, o Gott, nach deiner Güte, nach deinem großen Erbarmen tilge meine Verfehlung.

 

               Psalm 51:3

 

 

Wir hatten  darüber gesprochen, daß Ablehnung die wohl größte seelische Verletzung ausmacht, den größten komplex

an seelischen Verwundungen, die einem  in der Seelsorge begegnen.

 

Ablehnung ist eine ganz tiefe Verwundung

der Seele, die genau wie eine körperliche Verletzung behandelt werden muß.

Eine Wunde, die man reinigen muß, damit keine Infektionen entstehen.

 

Wir haben gesehen, daß Jesus selbst auf das Schärfste mit Ablehnung konfrontiert wurde, und wie er darauf reagierte.

 

Ablehnung verursacht ganz tiefen seelischen Schmerz, weil da wo Ablehnung ist, keine Liebe ist.

 

Liebe aber ist unumgänglich für eine gesunde persönliche Entwicklung.

 

Gott will nicht, daß wir unsere Persönlichkeit schädigen oder ablehnen, sondern daß wir sie ihm unterordnen.

 

Wir haben gesehen, wie Ablehnung durch Ängste Menschen verändert.

 

Menschen gewöhnen sich Abwehrmechanismen und Anpassungstechniken an, die uns vom Schöpfungsgedanken, den Gott mit unser Leben hatte, wegbringen.

 

Ursachen für Ablehnung sind vielfach. Sie können schon vor der Geburt beginnen und sich durchs ganze Leben fortschreiben.

 

Wir haben uns Abwehrmechanismen wie Rebellion, Bitterkeit, Selbstmitleid, Realitätsflucht, Minderwertigkeitsgefühle    etc. angeschaut, sowie    Anpassungs- techniken wie Perfektionismus, falsches Mitleid, falsche Verantwortung, Sexuelle Freizügigkeit etc., und festgestellt, daß dies alles Irrwege sind.

 

Wir haben gesehen daß, Gott uns nicht vergibt, weil wir es verdient hätten, sondern aufgrund seiner unendlichen Liebe.

 

Er hat uns Vergebung befohlen !!

            Mark. 11:25

 

 

So laßt uns nun den großen Bereich der Vergebung betrachten:

 

1.  Was ist denn nun Vergebung ?

 

2.  Zwei Dinge sind wichtig:

    Vergebung für schuld, die ich

    begangen habe.

    Vergebung für Schuld, die Andere

    an mir getan haben.

 

3. Lesen wir zunächst Psalm 32:

 

4.  Denn als ich es verschweigen wollte...

Was wollte David denn verschweigen ?

Unvergebene schuld / Sünde !

 

5. Was ist das ?

   - Enttäuschung

   - Bitterkeit

   - Verachtung

   - Selbstmitleid

   - Lüge

   - Furcht

   - Selbstanklagen

   - Versklavung

   - Selbstmordgedanken

 

6. Jeder Versuch der Selbstheilung ist bereits im Ansatz zum Scheitern verurteilt.

 

Die Bibel nennt den Weg:  Befreiende Vergebung durch das Blut Jesu.

 

7.  Beispiel: Fleck in der Hose

Unsere eigenen Bemühungen reichen nicht aus um Schuld und Sünde zu zersetzen und zu zerstören.

 

8. Darum sagte David: Darum bekannte ich dir meine Sünde.

 

        1.Joh. 1:9

 

9. Gewißheit das Gott dir vergeben hat.

 

10. Jesus lehrte seine Jünger beten: Und vergib uns unsere schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

 

11. Was Jesus lehrte, war von allergrößter Bedeutung.

 

12. Viele Christen ahnen nicht was sie sich antun, wenn sie Befreiende Vergebung nicht praktizieren !

 

13. Krankheiten sind oft Ursache

für Unversöhnlichkeit.

"Ich habe meinem Mann nicht verziehen und mir selbst auch nicht."

 

14. es fehlt Freude, Friede, Kraft...

 

15. Gott fordert uns zur Versöhnung auf.

 

16. Hab den Mut um Vergebung zu bitten.

 

17. Vergeben heißt auch, den anderen von deinem Urteil frei zu setzen.

 

18. Segnen und nicht richten:

 

             Eph. 4:32

 

So: Jetzt ganz ernsthaft:

 

19. wir sind alle Gotteskinder

 

20. wir haben alle einen Vater im Himmel

 

21. Wir dürfen ihm alles sagen, was uns bedrückt.

 

22. manche Gebete werden scheinbar nicht gehört.

 

23. Wachstumsstillstand

 

24. Blockaden

 

25. Hauptursache ist Vergebung, die wir einem anderen nicht geben, dem wir Böses- oder der uns Böses getan hat.

 

26. Das wird eine ganz bittere Wurzel in unserem Leben

 

 

27. Gottes Heilsplan geht weiter

 

28. Wir empfangen nicht nur Vergebung, sondern Gnade.

 

29. wo die Sünde groß ist, ist die Gnade noch größer.

 

30. Gott bringt uns in einen höheren Stand, als wir vorher waren.

 

31. ein Mensch, der mit Vergebung so umgeht, ist wie ein aufgeblasener Plastiksack, der mit Wasser gefüllt ist.

 

Wenn da jemand reinsticht, spritzt das Wasser aus dem Sack.

 

32. was da aus dem Sack herausspritzt, soll Gnade sein für den, der uns unrecht tut.

 

33. Jesus will uns zu Kanälen seiner heiligen heilenden Kraft machen.

 

34. Voraussetzung, daß wir so ein aufgeblasener Plastiksack sind, ist, daß wir voll von Gnade sind.

 

34. und noch ein bestechender Satz:

Gott will denen Gnade erweisen, die das Unrecht tun.

 

35. Er will Sünde nicht mehr anrechnen.

 

36. Menschen haben uns verängstigt, beraubt, verstoßen, verletzt, beleidigt, gequält...

 

37. Und Gott stellt an uns eine massive Forderung, obwohl wir Unrecht erlitten haben:

Er verlangt, daß wir vergeben.

 

Warum ??

 

38. Weil Unrecht, das ich zu unrecht erlitten habe, in mir arbeitet, in mir lebt.

 

39. eine Blutvergiftung kann den ganzen Menschen bis zum Tode verletzen.

 

40. Unrecht entwickelt Bitterkeit, qualvolle Zustände.

 

41 nach einem halben Jahr so ---, nach einem ganzen Jahr so ------------ !

 

42. wir wissen heute daß Krankheiten wie Arthritis, Magenbeschwerden, Leber, Gallenkrankheiten etc. oft von nicht bereinigtem Unrecht herrühren.

 

43. Ausmaß steht oft in keinem Verhältnis zur Ursache.

- Unverhältnismäßig -

 

44. Wir hatten gesagt: Jesus lehrt uns das beten:  Vergib uns, wie wir vergeben...

 

45 das ist eine prozentuale Angelegenheit.

 

46. Das Maß der Vergebung hast du selbst in der Hand, indem du sie gewährst.

 

47.Matth. 18 erklärt uns unmißverständlich Vergebung

 

 

Von der Vergebung

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   23 Darum ist das Himmelreich gleich einem König, der mit seinen Knechten rechnen wollte. 24 Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. 25 Da er's nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. 26 Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. 27 Da jammerte den Herrn des Knechtes, und er ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch.
   28 Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! 29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dir's alles bezahlen. 30 Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war.
  

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48. Vergebung kann ein Prozeß sein !

 

49. 70 X 7x

 

50. Hier kommt zweimal die sieben vor

Das ist die Zahl der Vollkommenheit oder auch der biblischen Grenzenlosigkeit.

 

51. 490 = Aufbau ! Vergebende Liebe dient zum Aufbau des Leibes Jesu.

 

52. je nachdem, wie tief der Stachel sitzt, und wie früh die Verletzung in unserem Leben stattgefunden hat, kann Vergebung tatsächlich ein Prozeß sein.

 

 

53. der Knecht in Matth. 18 hatte eine Schuld, umgerechnet in Arbeitsjahren von 166.000 Jahren.

 

54. Er lügt dem König frech ins Gesicht und sagt:  Das will ich dir bezahlen !

 

55. Wir können uns dieses Schuldmaß nicht vorstellen.

 

56. das geht zurückgerechnet bis vor die Eiszeit

 

57 Erkennen wir die Dimension unserer Schuld, die wir vor Gott haben ?

 

58. Eine unbezahlbare Last beim Herrn.

 

59. die Lage ist aussichtsslos. der Knecht wirft sich auf die Knie und bittet um Gnade.

 

60. und nun kommt das unfaßbare.  diesem hochverschuldeten Mann wird seine Schuld erlassen. ohne Diskussion, ohne Rückfrage: Du bist sogar ein freier Mann!

 

61. Welch ein Gnadenbeweis !!

 

62. Der König ändert seine Gesinnung wegen des Flehens um Gnade.

Wegen der Bitte um Barmherzigkeit.

Und der König hat sofort reagiert !

 

63. Der Knecht wird auf die Gnadenstufe gestellt. Keine Schuld, keine Versklavung; Freiheit in jeder Beziehung.

 

64.  Und was macht dieser Mann ?

Er geht vor die Tür und trifft einen Mitknecht, der ihm umgerechnet eine schuld von 100 Tg. Arbeitsleistung schuldet.

 

65. Welch eine geringe Schuld.

100 Silbergroschen = 100 Arbeitstage

66. er zwingt den Mann wg. dieser Schuld ins Gefängnis, ruiniert ihn.

 

67. an den geistigen Ort der Peinigung.

 

68. Gott stellt uns hier Schuldverhältnisse vor Augen:

 

Was dir auch geschehen ist in dieser Welt, es ist wie 100Tg. Arbeitsleistung im Verhältnis zu 166.000 Jahren bei mir.

 

69. Er hat damit Maßstäbe für Vergebung gesetzt.

 

70.  Er vergibt ohne Diskussion

 

71. Und das erwartet er von uns auch.

 

Wenn uns jemand Unrecht getan hat, was ist zu tun ?

 

72. Ich danke dir, daß du mir vergeben hast und ich vergebe jetzt auch.

 

73. Wenn wir selbst verletzt haben, liegen die Dinge umgekehrt.

 

74. wir sollen und müssen zum anderen gehen und um Vergebung bitten.

 

75. Je schneller, desto besser.

 

76. Machen wir es zu unserem Lebensstil den ersten Schritt zu machen.

 

77. Wenn wir Vergebung verweigern, sind die folgen verheerend.

 

78. es spielt keine rolle, von wem die schuld herrührt.

 

79. Wir sind so grausam wie der Knecht, wir wehren uns, unser Stolz bäumt sich auf...

 

80. wir sind doch schließlich benachteiligt !

 

 

81. dann bitte Gott im Gebet:  Herr, schenk mir die Kraft, zu vergeben.

 

82. wenn wir Vergebung verweigern, kooperieren wir mit dem Teufel.

 

 

- Dicke Schuldketten

- schon von Kindheit an ?

- Schlimmste Verkettung ist, daß uns schon erlassene schuld wieder aufgebürdet ist.

 

- Wenn ich Buße getan habe und wieder Streit anfange, kann das ganze Erlassene

zurückkommen

 

- Unversöhnlichkeit kennzeichnet ganze Familien über Generationen

 

- Wir haben in Jesus den Schlüssel und die Freiheit, die Ketten aufzuschließen, damit wir nicht in der Ewigkeit noch schuldig werden.

 

- wir haben Verantwortung für unsere Mitmenschen, die von unserer Vergebung

abhängig sind, damit sie frei werden.

 

 

Ich fasse zusammen:

 

Menschen haben uns so tief verletzt, daß es vielleicht Jahre dauert, bis wir darüber hinwegkommen, wenn überhaupt.

Wir hegen einen Groll. wir sagen die schlimmsten dinge zu und über diese Menschen - oder grübeln darüber, was wir ihnen am liebsten sagen würden.

 

Wir wollen Rache.

 

In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil für uns am Heilsamsten. Ich verzeihe dir zu sagen ist das Wirkungsvollste, was du tun kannst.

 

Verzeihen heißt nicht klein beigeben; es bedeutet loslassen. sobald man verzeiht ist man nicht mehr gefühlsmäßig an die Person gekettet, die einen verletzt hat.

 

Wer verzeiht, befreit sich aus dem Alptraum eines anderen und gibt seinem eigenen leben Würde.

 

wir sollten uns nicht gegen das Vergeben sträuben, denn Vergebung bedeutet nicht Kapitulation oder Schwäche. Es bedeutet nicht, zuzugeben, daß man selbst im Unrecht und der andere im Recht ist.

Es bedeutet zunächst auch  nicht, dem anderen zu helfen.

 

Es geht vielmehr darum, sich selbst das Messer aus dem Leib zu ziehen.

Verzeihen ist gut für Leib, Seele und Geist.

 

 

Wenn wir den Sinn und das geistliche Prinzip von Vergebung verstanden haben, erst dann wird es uns gelingen, ungerechtfertigte Schuldgefühle abzuschütteln.

 

Und an unserem falschen Perfektionismus zu arbeiten !

 

Es ist wichtig, Beziehungen zu Menschen zu pflegen, die unser persönliches Wachstum unterstützen.

 

 

 

Ich sage noch einmal:

 

Was bin ich wirklich wert ?

 

Wenn wir die Antwort finden wollen müssen wir zur Kenntnis nehmen:

 

Unsere größte Schwäche als Christen  liegt darin, daß wir Gott, unseren Vater nicht richtig kennen.

 

Deshalb wissen wir auch nicht, was wir durch diese Vater - Kind - Beziehung wert sind.

Wir verwenden viel Zeit auf zahlreiche religiöse Tätigkeiten, aber wir kennen Gott nicht.

 

Wir haben falsche Vorstellungen, wer Gott ist. Und unsere Vorstellungen  sind oft weit unter der Würde des Allerhöchsten.

 

In Psalm 46:11 steht geschrieben: ”Seid still und erkennt, dass ich Gott bin !”

 

Wir sind heute nicht still, sondern zu geschäftig.

Es geht uns heute oft mehr darum, ein sieghaftes Leben zu haben, als Gott zu kennen.

 

Überall da, wo ein siegreiches Leben verlangt und erwartet wird, ohne dass man Gott so zeigt, wie er wirklich ist, scheitern die Bemühungen.

Wer ist Gott ?  Was hat Gott mit meinem Selbstwertgefühl zu tun ?

 

Eine Zeitungsreklame zeigte einen Hund und eine Katze, die friedlich beisammenlagen.

 

Der Text der unter dem Bild war, lautete:

”Ein prominentes, sehr bedeutendes Paar. Ihren hohen Rang verdanken sie ihrem Besitzer !

 

Du und ich sind wertvoll, durch den, dem wir gehören.

 

In Psalm 100:3 lesen wir:

”Gott hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk...”

 

Das Neue Testament drückt das so aus:

”Ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater !

Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi...”  (Röm. 8: 15,17)

 

Stellt Euch das mal vor:  Erben Gottes, das heißt: Alles, was Gott gehört, gehört auch uns !

Wir können uns an den gedeckten Tisch Gottes setzen und zulangen. Alle seine Hilfsquellen stehen uns zur Verfügung !

 

Stell Dir vor, wie nachhaltig das Dein Selbstwertgefühl stärkt, wenn Du Dir das jeden Tag bewußt machst.

 

Den Vater kennenzulernen, daß heißt Gott, ist sowohl eine sehr persönliche als auch eine erhabene Angelegenheit.

 

Der Apostel Paulus schreibt in 2. Petrus 1: 2-4:

”Gott gebe Euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn !

Alles was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft.

 

Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde der Welt.”

 

Wir bekommen Anteil, an seiner göttlichen Natur.

Was für ein Selbstbild.

 

Doch was ist die Voraussetzung dafür ?

Gott immer besser kennenzulernen. Dann läßt er uns an seiner Natur, an seinem Wesen teilhaben.

 

Im alten Testament schreibt der Prophet Hosea:

”Laßt uns darauf acht haben und danach trachten, den Herrn zu erkennen; denn er wird hervorbrechen, wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen, wie eine Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.

 

Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.” (Hosea 6:3,6)

 

Gott, mein Vater, dem ich gehöre, sagt mir also:

 

Ich will, daß Du mich kennenlernst, damit ich Dich segnen kann.

 

Leider besteht unser christliches Leben aber vielfach nur aus Aktivitäten.  Christen sind immer in Bewegung und vollauf beschäftigt, nehmen sich aber keine Zeit, um auf Gottes Angebot einzugehen:

”Seid still und erkennt, daß ich Gott bin.”

 

Das eigene Handeln und die Erkenntnis Gottes sollen in einem ausgewogenen Verhältnis zu einander stehen.

 

James I. Packer schreibt in seinem Buch ”Gott erkennen”:

 

”Wir sind grausam uns selbst gegenüber, wenn wir versuchen, ohne Kenntnis von Gott in dieser Welt zu leben, die doch sein Werk ist, und die er lenkt.

Die Welt wird zu einem fremden, irrwitzigen und schreckensvollen Ort und das Leben in ihr enttäuscht und unerfreulich für den, der nichts von Gott weiß.

 

Wenn man die Beschäftigung mit Gott vernachlässigt, verurteilt man sich selbst, blindlings durchs Leben zu tappen und zu stolpern, ohne Orientierung und ohne von der Umwelt etwas zu verstehen. So kann man sein Leben vertun und seine Seele verlieren.”

 

Wer ist Gott ?

 

Im Westminster - Katechismus lautet die Antwort:

 

”Gott ist Geist, unendlich, ewig, unwandelbar in seinem Wesen, seiner Weisheit, Kraft, Heiligkeit, Gerechtigkeit, Güte und Wahrheit.”

 

In Jesaja 45:5-6 lesen wir:

 

”Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe Dich gerüstet, obgleich Du mich nicht kanntest, damit man erfahre in Ost und West, daß außer mir nichts ist. Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr.”

 

So ist mein Vater !

Und er ist auch Euer Vater !

 

Wie wirkt sich das auf unser Selbstwertgefühl aus ?

 

Mir geht es wie dem kleinen Jungen, der sich selbstbewußt aufrichtete und sagte: ”Das ist mein Papa.” - und damit zum Ausdruck brachte, daß ”sein Papa” ihn wertvoll machte.

 

Ich bin wertvoll, weil Gott mein Vater ist !

 

Mein Leben ist wertvoll, weil ich an meinen ”Vater” gebunden bin.

 

Ich richte mich nach Gottes Wertsystem, und nicht nach menschlichen Werten.

 

Das Wertsystem der Welt ist der Lebensmaßstab, nach dem sich der Mensch ”in Adam ” ( also der alte Mensch) richtet.

 

Der alte Mensch in Adam hat egoistische Wesenszüge. Dazu gehört Materialismus, Genußsucht, sexuelle Begierde, Habsucht und Geltungsdrang.

 

Paulus geht sogar noch weiter.  Er sagt:

Der ungläubige Mensch lebt nicht nur nach den Maßstäben dieser Welt, sondern er gehorcht sogar dem Widersacher... (Eph.:2:2)

 

Der alten Natur entspringen unter anderem:

 

Furcht,

Stolz,

Haß,

krankhafte Ängste,

Kritiksucht,

Eifersucht,

Spannungszustände,

Faulheit,

Unsicherheit,

Herrschsucht,

Aggressivität,

Ichbezogenheit,

Überempfindlichkeit,

Zorn,

Ungeduld,

Hemmungen,

Schuld,

Perfektionismus,

Starrsinn,

Depression,

Verantwortungslosigkeit,

Sorgen,

religiöser Übereifer,

Verbitterung,

Arbeitssucht,

u.s.w.

 

Weil der ”alte Mensch in Adam ist” ist er nicht ansprechbar auf Gottes Leitung und Kraft, sondern er wird beherrscht und gelenkt von seinem Ego und vom Widersacher Gottes.

 

Was immer der Nichtchrist an Selbstwertgefühl aufbauen will, kann nur durch eigene Anstrengung geschehen.

 

Und die eigenen Anstrengungen verursachen Strenge, Nachgiebigkeit, Vergleichen mit anderen, Perfektionismus, Überbehütung, Nörgelei, Unnach-

giebigkeit, Herrschsucht, an Bedingungen geknüpfte Liebe u.s.w.

 

Und alle diese Dinge sorgen für eine nachhaltige Schädigung des Selbstwertgefühls.

 

 Ich habe Euch einige Schritte gezeigt, wie man aus dem alten Leben herauskommt.

 

 

Ich komme zum Schluß, indem ich noch einmal mit einem Zitat von Bertrand Russel zusammenfasse, wie alle diese nachfolgend genannten Schritte funktionieren.

 

 

Der Kern der Sache, wenn wir eine stabile Welt haben wollen,

ist etwas Einfaches und Altmodisches,

etwas, das zu erwähnen ich mich beinahe schäme,

aus Furcht vor dem spöttischen Lächeln,

mit dem weise Zyniker meine Worte aufnehmen werden.

Was ich meine, ist Liebe.  Christliche Liebe.

 

- Bertrand Russell -

 

 


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#23
Kranich

Kranich

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Hallo mal wieder,

 

wenn ich deine Beiträge lese, merke ich ganz deutlich, dass du einen großen Gesprächsbedarf hast. Du bräuchtest einen Raum, in dem du all die Fragen stellen kannst und gute Impulse bekommst. So gerne ich dir hier auch schreibe, glaube ich, dass es für dich wichtig wäre, dir einen regelmäßigen Hauskreis oder etwas ähnliches zu suchen. Wir Christen brauchen andere Christen, um zu wachsen. Wir müssen mit anderen Christen in Beziehung gehen und aus der Beziehung heraus können dann Dinge angesprochen und angegangen werden.

 

Außerdem darf ich dir versichern: vieles von dem, was du beschreibst, beschäftigt andere Christen genau so. Das "Nicht genügen" z.B., die Angst vor Strafe bei Fehlverhalten, die Konflikte in uns, wenn wir Dinge tun, von denen wir eigentlich wissen, dass es anders laufen sollte. All das gehört zu einem Christenleben dazu und genau deshalb brauchen wir die Gnade Gottes.

Mein Tip an dich: such dir eine Konkordanz und lies mal ganz konzentriert alle Stellen zum Thema "Gnade", lass das einfach auf dich wirken.

 

Dein Beispiel, dass du oben geschrieben hast: Möchtest du dazu einen Kommentar von mir haben? Ist ja sehr persönlich und war vielleicht eben nur als Beispiel gedacht.

 

Und vergiss eins nicht: Gott hat dich geschaffen, genauso wie du bist. Er hält dich immer aus, auch in all deinen Zweifeln und Fragen. Deine Aufgabe ist, an ihm dranzubleiben und er geht dann seinen Weg mit dir. "Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollenenden!" (irgendwo im Neuen Testament, kann mir Stellen immer so schlecht merken)


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#24
Neo12345

Neo12345

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Hallo ihr beiden. Mit der Vergebung bin ich auch einer Meinung. Ich habe das auch vor Gott gebracht und werde es immer wieder aussprechen. Ich Zweifel natürlich fast an allem und kann das nach der Sache auch alles gar nicht mehr so ernst nehmen und fühle mich halt verarscht von allem, weil ich so missbraucht wurde und mich frage... Wo war Gott? Ich liebe Jesus... Echt.. Für jede Sekunde, die ich hier sein darf auf Erden und ich weiss auch, dass das Fakten sind, dass Gott Liebe ist! Ich muss das halt anders kennenlernen. Die Leute da haben ja nur vom Teufel geredet und und und.. Schreckliche Zeit.. Krankhafte Angst war das... Nicht mehr normal.. Dachte, ich dreh durch und werde verrückt...

Dass ich einen großen Gesprächsbedarf habe, hast du richtig erkannt. Das ist echt so. Weil mich das alles verdreht hat und ich die Bibel nicht mehr als was gutes gesehen habe...


Ja, ich möchte einen Kommentar von dir haben :)

Ich bleibe defenitiv an Gott dran!!! Auch als es mir so schlecht ging, habe ich daran festgehalten!! Hoffe er hat das alles gesehen... Hätte mich für ihn geopfert. Jedenfalls kam es mir so vor...
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#25
Kranich

Kranich

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Mal zum Thema Bibel: Du schreibst, dass du nur noch wenig ernst nehmen kannst und dass du "der Sache nicht mehr traust".

Also hier ganz klar: du kannst Gott immer trauen und es schmerzt ihn, wenn du kein Vertrauen zu ihm hast. Das heißt nicht, dass er mit einem Feuersturm über dich herfällt, wenn du ihm nicht vertrauen kannst, sondern er fühlt sich einfach so, wie sich ein Vater fühlt, dessen Sohn zu ihm sagt: "Ich trau dir nicht." Du hast noch keine Kids, aber wenn das meine zu mir sagen würden, es wäre wie ein Messerstich ins Herz. Und diese Art Schmerz ist es, die Gott dann wohl auch fühlt, weil er sich Nähe zu dir wünscht und dein volles Vertrauen.

 

Bitte trenne noch deutlicher diese verkorksten Typen und das, was sie mit dir angestellt haben und das, wie Gott zu dir ist und wie er über dich denkt. Die Bibel ist absolut vertrauenswürdig, sie ist Gottes Wort. Zwar denke ich nicht, dass sie "verbalinspiriert" ist, sprich, dass sie so wörtlich von Gott diktiert wurde, aber ich bin überzeugt, dass alles, was in der Bibel steht, da drin steht, damit Gott dadurch mit mir sprechen kann. Klar verstehe ich nicht alles immer gleich gut, manche Sachen überlese ich und im nächsten Jahr frage ich mich, wieso mich das nicht schon früher umgehauen hat. So wirkt der Heilige Geist. Er lehrt uns, die Schrift zu verstehen. Gottes Wort ist keine Verhandlungssache.

 

Ein anderes Thema sind die Menschen und ihre Verirrungen. Ich denke, diese Leute, mit denen du zu tun hattest, sind davon überzeugt, dass sie das Richtige getan haben. Es ist eine große Herausforderung für uns Christen, die "Geister" zu unterscheiden. Das ist ja eine der Gaben, die im Neuen Testament zu finden sind.

 

Gott begegnet uns auf so unterschiedliche Weise. Auch immer noch abhängig davon, was für Persönlichkeiten wir sind, welche Geschichte wir haben. Wenn du zurück denkst, wo ist Gott dir begegnet? Welche von Personen unabhängige Erfahrungen hast du mit ihm gemacht?

 

Und jetzt noch zur heiklen :rolleyes: Frage mit dem Sex vor der Ehe. Wenn du davon schreibst, habe ich den Eindruck, du hast mal gehört, Sex gehört in die Ehe, jetzt konntest du es nicht einhalten, hast irgendwie ein Problem damit, dich dann aber entschieden, es doch zu ignorieren. Der Punkt ist ja nicht, dass da irgendwelche Christen eine Regel aufstellen, an die sich alle anderen halten sollen. Sondern die Frage ist: "Warum glauben viele Christen, dass Gott es so geregelt hat, dass Sex nur in der Ehe stattfinden soll?" Was denkst du denn? Warum könnte Gott das so wollen?


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#26
Neo12345

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Ich denke auch, dass die Bibel die Wahrheit ist und ich glaube auch, dass sie von Gott ist. Ich nehme das schon ernst. Aber ich fühle mich immer noch so getrieben und sehe nur Aufforderungen. Ich fühle mich manchmal schlecht und denke, dass ich ihm nie gerecht werden kann und ich brauch einfach mal ne dicke Packung liebe von ihm. Ich wurde echt mies behandelt, denke ich. Ich will das gar nicht immer so klein reden. Denn für mich war es die Hölle. Es waren echt Ängste, die sich immer mehr gesteigert haben. Ich habe selbst nach der Therapie noch teilweise Zwangsgedanken. Habe manchmal Angst, dass ich dem Teufel diene, weil die damals gesagt hat. Wenn es mir gut geht und ich das Leben genieße, diene ich dem Teufel. Ich will Jesus gehören.

Und das sage ich fast täglich 100000 mal zu mir selber. Aber ich finde keine Ruhe. Obwohl es mit der Therapie besser geworden ist.


Dieses trennen muss ich hinkriegen. Bin denke mal auf einem guten Weg. Verblasst mit der Zeit. Auch wenn die Verletzungen noch spürbar sind.

Verkorkste Leute trifft es gut :D


Gute Erfahrungen mit Gott, als ich meine neue Arbeit bekommen habe. Da habe ich echte Hilfe erfahren und bin froh darüber.
Als ich meinen Seelsorger getroffen habe..
Menschen in der Therapie getroffen habe, die mich verstanden haben.

Sex vor der Ehe... Geschützter Rahmen, weniger Verletzungen... Würde ich sagen. Aber geschützt ist die Ehe anscheinend heutzutage auch nicht....


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#27
Neo12345

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Bin ich überhaupt noch gläubig? Irgendwie manchmal das Gefühl, dass Gott weggegangen ist oder ich den Glauben verloren habe. Oder ich bin einfach noch so sauer auf diese Sache. Aber ich muss lernen das zu trennen... Das stimmt... Ach man...


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#28
Kranich

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Es tut mir leid, wenn ich dich so höre. Vielleicht ist jetzt auch einfach mal was ganz anderes dran. Vielleicht darfst du mal eine Grübelpause einlegen....Wie wäre es, wenn du dich eine Weile lang einfach nicht mehr fragst, ob du noch glaubst oder nicht.... Klingt komisch, aber aus Gedankenkarussellen muss man aussteigen, und da ich überzeugt bin, dass Gott seine Kinder kennt, weiß er um dein verwirrtes Herz und kann dich verstehen.

 

Und noch einmal (auch wenn das jetzt Druck aufbaut): such dir Leute, die du regelmäßig siehst und mit denen du regelmäßig ganz normal über Glaubenssachen sprechen kannst. Du wirst nicht weiterkommen, wenn du alleine in deiner eigenen Suppe kochst, glaub mir.


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#29
Neo12345

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Hallo Kranich, könntest du noch auf dem Beitrag davor eingehen? Würde mich freuen! Diese Zwangsgedanken nerven mich halt auch total. Ständig diese Angst falsch zu sein oder was falsch zu machen. Am liebsten würde ich alles perfekt machen für Jesus, aber das kann ich nicht. Und ich hasse es, wenn ich weiss, dass es vielleicht eine Sünde ist und es trotzdem tue. Kann ich mich überhaupt noch als Christ bezeichnen? Ist mein Leben bei ihm wirklich sicher durch die Bekehrung? Und ich muss diese Lügen aus dem Kopf bekommen.... Fühlt sich an wie eine Trennung... :D

Danke für alles Kranich!


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#30
Kranich

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So, da bin ich wieder. Habe mir deine Posts nochmal durchgelesen und natürlich wieder einiges dazu zu bemerken ;)

 

Du hast geschrieben, dass du manchmal denkst (durch diese Typen verursacht): Wenn es mir gut geht und ich das Leben genieße, diene ich dem Teufel.

Hallo!!!!!! Was ist denn das für ein Schrott! Das ist nicht nur Schrott, das ist eine riesengroße LÜGE!

Du darfst dein Leben genießen. Ich denke mal, Gott hat dir einiges an Gutem getan, du hast eine Arbeitsstelle, die dir taugt, eine Freundin, die du liebst, einen guten Seelsorger usw. Für diese ganzen Geschenke darfst du dankbar sein, auf der Straße tanzen, sie von ganzem Herzen genießen!

Ich kann mir jetzt auch überhaupt nicht erklären, wie so eine Haltung biblisch begründet sein soll...im Gegenteil, Gott liebt es doch, wenn es uns gut geht.

Welches Interesse sollte er an einem geduckten, kleinen, ängstlichen Herzen haben. Versteh nicht, wie die auf so Zeug kommen.

 

Du schreibst von guten Erfahrungen, die du gemacht hast. Da habe ich mal eine super Predigt drüber gehört. Und zwar ging es darum, dass die Israeliten im AT immer dann, wenn sie mit Gott eine besondere Erfahrung gemacht haben, einen Altar aufgerichtet haben, um sich immer daran zu erinnen. Z.B. nach dem Fall von Jericho. Und genauso sollen wir uns immer wieder an alles erinnern, was wir mit Gott erlebt haben und zwar besonders dann, wenn wir in schwierigen Zeiten sind.

 

Und zu der Sache, mit dem Perfekt-sein-wollen: Es gibt da eine gute Liedzeile von Manfred Siebald: "Nahm mich, wie ich war, doch lässt mich nicht, wie er mich fand."

Gott hat dich so angenommen, wie du bist und ab jetzt verändert er dich. Du hast die Verantwortung, dich ihm immer wieder auszusetzen, im Bibellesen, im Gebet, im Gottesdienst, im Lobpreis, dein Part ist, nach ihm zu suchen. Aber die Veränderung, die bewirkt er allein in deinem Herzen. So wie die Traube an der Weinreben sich nicht aus eigener Kraft reifen lassen kann, sondern nur reift in der Verbindung zum Weinstock, so wachsen wir nicht, weil wir uns besonders viel anstrengen, uns geistlich verausgaben, sondern weil wir uns nach ihm sehnen und bei ihm bleiben wollen. Und das spüre ich doch bei dir, also mach dir keine Sorgen.

 

Und ja, mit der Bekehrung gehörst du zu ihm. PUNKT!!!!

 

Ein Tip noch von mir zum Thema "Lügen im eigenen Leben, die man nicht losbekommt." Ich habe das mal so gelernt: wenn mir eine solche Lüge über mich und/oder meine Beziehung zu Gott kommt (wie z.B. "du bist so anstrengend, nicht mal Gott kann dich aushalten"), dann formuliere ich diese Lüge als Satz und bete dann in etwa so: "Vater, ich weiß, dass das eine Lüge ist und in deinem Namen sage ich mich davon los und bitte dich, mich zu befreien."

 

Und jetzt noch zu der Sache mit dem Sex vor der Ehe. Ich sehe das so (und bin mir bewusst, dass es bei den Christen da durchaus auch viele andere Sichten gibt):

 

Im AT im Schöpfungsbericht gibt es bei 1. Mose 2 einen Vers (24), in dem steht: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen und sie werden sein ein Fleisch."

 

Meine Erfahrung ist, dass Sex sehr viel tiefer geht, als sich die allermeisten Leute auch nur vorstellen können, bzw. realisieren. Es ist eben nicht einfach nur ein großes Lustempfinden, das man befriedigt, so wie man die Lust nach Essen und Trinken befriedigt. Sondern Sex ist ein Weg, um eine tiefe Bindung aufzubauen. Man wird eins mit der Person, mit der man schläft und das führt zu einer ganz starken Bindung.

Und nach meinem Verständnis gehört diese Bindung nur einer Person in meinem Leben, nämlich meinem Mann.

 

Ich hatte auch vor der Ehe Sex mit einem Mann, von dem ich überzeugt war, dass wir zusammen bleiben. Sind wir nicht und ich habe lange Jahre damit kämpfen müssen, die Erinnerungen an den Sex mit ihm zur Seite zu schieben, wenn ich mit meinem Mann Sex hatte.

Mein Mann und ich haben uns bewusst entschieden, bis zur Hochzeit zu warten und das hatte ein paar große Vorteile:

1. Sex ist ein ganz starker Faktor. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, kann er dazu führen, dass man sich nicht ernsthaft genug mit wichtigen Fragen zum Thema "Partnerschaft" auseinander setzt, wenn es im Bett gut klappt. Dadurch laufen Beziehungen oft viel länger, als sie eigentlich würden und die Trennung ist deutlich schmerzhafter.

2. Wir konnten uns beim Sex sehr gut langsam aufeinander einstellen, wir lernen miteinander und ich kann wirklich sagen: sind in einem Schutzraum geborgen!! Außerdem können wir sagen: der Sex wird immer besser!!

 

Ist die Ehe geschützt? In unserer Gesellschaft wirkt es nicht so, aber ich bin sicher: Gott gibt jeder Ehe seine Zusage, dass er dabei ist, schützt und hilft.

 

Ich weiß jetzt nicht, wie es mit deiner Freundin ist, ob sie Christin ist, oder eh wenig anfangen kann mit christlicher Sexualethik....., habt ihr denn schon mal über so etwas gesprochen, hast du ihr deine Zweifel dazu denn schon mal erzählt?

 

Du schreibst, dass ihr vielleicht bald zusammen zieht.

Also für mich ist das schon ein bisschen schwierig: wenn ich mich entscheide, mit jemanden zusammen zu bleiben, dann sollte ich auch über die Ehe nachdenken. Wenn ich über die Ehe mit dieser Person nicht nachdenken will, warum ziehe ich dann mit ihr zusammen? Damit ich mich bei den ersten Schwierigkeiten trennen kann? Ich finde Zusammenziehen ohne Trauschein nicht so sinnvoll, obwohl das in unserer Gesellschaft natürlich absolut Usus ist.

 

Wie du das handhabst, ist letztlich deine Entscheidung. Ich kann nur sagen, ich wünschte mir, ich wäre damals konsequenter gewesen, das hätte mir einiges an Leid erspart.


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#31
Neo12345

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Ich weiss noch, als es mir so körperlich schlecht ging und ich echt mit mir zu kämpfen hatte, da hab ich der Kollegin das damals geäußert.

Ich habe zu ihr gesagt, irgendwie macht mir das alles nur grosse Angst und ich kann das nicht mehr und da meinte diese Kollegin.... Tja, das ist der Teufel. Er will dich von Gott fernhalten. Du kannst dich gerne von Gott Lossagen, ein schönes Leben auf der Erde führen, dann dienst du aber dem Teufel und landest in der Hölle.

Dieser Satz hat sich so eingebrannt. In dem Moment wusste ich gar nicht, wie mir geschieht... Ich war wieder am Boden und total gelähmt und die Kollegin hatte natürlich wieder ordentlich Macht über mich. Hat sie ja auf Arbeit immer gut ausgespielt.

Meine Freundin hat das alles miterlebt... Also wie es mir ging... Sie dachte sich damals nur so, wenn das Christ sein heisst, dann will sie keine Christin sein. Ich bin ja dann irgendwann von Arbeit abgehauen und habe gekündigt und alles wurde etwas besser. Ausser das ich viele Ängste hatte, die teilweise immer noch da sind...

Hatte dann Kontakt mit meinem Seelsorger und meine Freundin ist da mal mitgekommen... Hat irgendwann Jesus ihr Leben gegeben und will sich bald taufen lassen. Starke Sache... Was Gott alles bewirkt. Aber meine Freundin ist auch froh, dass ich dort rausgekommen bin. Sie hat gemerkt, wie mich das damals negativ verändert hat.


Ich bin auch noch am überlegen mit dem zusammenziehen. Ob wir das nun machen oder nicht.

Über den Sex habe ich mit ihr schon gesprochen. Habe ihr gesagt, dass ich das erstmal gerne reduzieren würde, damit wir uns näher kommen. Und andere Aktivitäten zusammen machen, die uns näher bringen. Damit war sie einverstanden. Und das will ich auch eigentlich erstmal so durchziehen.

Und ja, ich habe Sehnsucht nach Gott und bin dann in so ein Loch gefallen durch diese Leute... Unglaublich... Alles Panik mache... Und Gehirnwäsche.... Und jetzt habe ich das Gefühl beim beten als würde nix ankommen oder ich würde nicht mehr richtig gläubig sein.. Aber die Therapeuten meinten auch, dass das Zeit braucht. Und ich barmherzig mit mir umgehen soll.

Dass Sex viel tiefer geht, ist mir Bewusst. Habe auch bei meinem Seelsorger Buße getan, weil ich schon sehr früh sexuelle Erfahrungen hatte... Ich mache so viel Fehler und frage mich, wie Gott mich noch lieben kann.... Und ich wollte doch einfach nur zu ihm gehören! Ich gehöre zu ihm, nur die Verletzungen überdecken das vielleicht alles..


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#32
Kranich

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Wow, wenn ich höre, welchen Weg deine Freundin und du gegangen seid und was für eine Geschichte ihr schon miteinander habt.... da siehste!!!! Gott war immer da (also der, der dich liebt und nicht der, der dir Angst machen will).

Dein Mädel kennt dich also schon in allen Verfassungen und ihr seid zusammen geblieben, das ist auf jeden Fall schon mal ein ganz toller Baustein für eure Beziehung. Und wenn sie sich sogar selbst bekehrt hat, dann könnt ihr ja auch über Glaubenssachen sprechen. Ich habe selbst lange Zeit geglaubt, es sei nicht so wichtig, ob der Partner auch gläubig ist, oder nicht. Jetzt habe ich einen gläubigen Mann und der Unterschied ist riesig. Nicht nur, dass wir über Glaubenssachen reden können, nein, Gott arbeitet an ihm und an mir und wir erleben, wie Gott richtig wichtige Dinge in unserem Leben zum Besseren führt.

 

Und das mit dem Sex.... da bist du ja auch schon auf einem richtig guten Weg unterwegs.

Wenn ich deine Posts so lese, denke ich immer mehr: da ist schon so viel passiert, den Rest wird Gott auch noch heilen, da bin ich überzeugt.

 

Manchmal ist beim Beten und Glauben auch einfach Durchhalten gefragt. Auf der einen Seite will Gott unsere Gefühle ansprechen und uns ganz begegnen, auch auf der emotionalen Ebene, auf der anderen Seite sollen wir uns nicht auf unsere Gefühle verlassen, denn sie täuschen und laufen manchmal in eine ganz falsche Richtung. Bete also weiter und vertraue darauf, irgendwann spürst du Gott auch wieder. Mal abgesehen davon: ich spüre Gott auch oft nicht, so im Alltagsgewimmel, aber trotzdem ist er da, das ist meine Zuversicht.

 

Barmherzigkeit ist ein gutes Stichwort, wir urteilen viel härter über uns selbst, als Gott es jemals tun würde. Aus diesem Selbsturteil herauszufinden und dahin zu finden, sich selbst anzunehmen, so wie Gott uns angenommen hat, das ist eine Lebensaufgabe. Auch nicht nur für dich, sondern für viele andere Christen auch, du siehst also, du bist voll der Normalo!


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#33
Neo12345

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Habe die Geschichte im groben nochmal zusammengefasst. Reihenfolge ist glaube ein bisschen durcheinander. Aber der Inhalt stimmt.
Ich heiße Markus und bin mittlerweile 24 Jahre alt.
Ich bin ein sehr emotionaler und sensibler Mensch. Jedenfalls würden mich andere so einschätzen.
Ich denke auch, dass ich sensibel bin..sensibel für die Dinge, die um mich herum geschehen und für meine Mitmenschen, aber leider auch sehr angreifbar dadurch.
Ich arbeite als Heilerziehungspfleger in einer Außenwohgruppe für geistig und seelisch behinderte Menschen und bin dort als leitender Gruppenleiter eingestellt.
Um das Glaubensthema zu durchleuchten, muss ich erstmal alles von ganz vorne erzählen.

Ich wurde als Baby getauft ( ich weiß, viele zählen diese Taufe nicht - komme aber später nochmal dazu ).
Meine Großeltern sind/waren sehr gläubige Menschen. Meine Oma ist leider Ende 2013 verstorben.
Mein Vater hat mich damals als ich 11/12 immer Sonntags mit in die Kirche genommen. ( mittlerweile geht er gar nicht mehr hin, ich glaube auch, er ist gar nicht richtig bekehrt )
Ich fand Kirche als Kind immer langweilig und wollte eigentlich nie richtig mitgehen, doch manchmal fand ich es dennoch ganz cool.
Ich habe als Kind immer das Gefühl gehabt, dass es Gott gibt und habe auch als Kind von ihm gesprochen, so wie ich es in Erinnerung habe.
In der Schule nahm ich am Religionsunterricht teil, hatte Christenlehre und wurde mit 14 konfirmiert.
Danach hat sich das mit dem Glauben irgendwie verlaufen.
Ich hatte mit 15 meine erste Freundin, wurde sehr verletzt und bin nach dieser Beziehung irgendwie in ein großes Loch gefallen. Die Beziehung ging fast 2 Jahre und ich habe jeden Tag Zeit mit diesem Mädchen verbracht. Danach fingen bei mir starke Panikattacken an. Ich glaube, sowas konnte man damals echt als Depression beschreiben.
Ich habe danach was mit mehren Mädchen gehabt und hatte total das falsche Bild von Frauen und dachte, alle wären gleich.
Heute bereue ich diese Zeit sehr und wünschte mir, ich könnte es nochmal Rückgänig machen.

Die Jahre vergingen... ich habe meine 10. Klasse beendet, danach eine Ausbildung zum Sozialassisetenten gemacht und darauf meinen Heilerziehungspfleger, den ich 2013 im Juli beendet habe.

2013 Ende September , als ich dann 20 Jahre alt war, habe ich meine erste Arbeitstelle in einem Wohnheim für geistig und körperlich behinderte Menschen gefunden.
Auf dieser Arbeit bin ich direkt mit einer Kollegin in Kontakt gekommen. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, wie Menschen sein können.
Diese Frau hat mich eigentlich gleich von Anfang an, an die Hand genommen.
Sie war sehr selbstbewusst und dominant.
Sie hat mich einen Monat nachdem ich dort angefangen habe immer auf den Glauben angesprochen.
Ich fand das auch nicht schlimm, weil ich ja selbst irgendwo an Gott geglaubt habe und habe mir somit nix dabei gedacht.
Ein Kollege von mir, der auch ein guter Freund von mir ist, hat dort auch gearbeitet. Mein Kollege ist ein ganz lieber Mensch, steht auf Rock und ist auch tätowiert.
Als diese Kollegin immer vom Glauben gesprochen hat, ist sie auch auf die Tattoos von meinem Kollegen zu sprechen gekommen und meinte, er hätte sich damit an den Teufel verschrieben. Bei ihrem Ehemann war es genauso.
Ich habe mir erstmal so gedacht.. HÄ? Wie an den Teufel verschrieben, was redet sie da?
Solche Bemerkungen kamen öfter von ihr und ich wusste überhaupt nicht, was sie meint.

Im Dezember 2013 ist dann leider meine Oma verstorben, von der ich oben schon geschrieben habe. Eine sehr liebe Frau, auch gläubig gewesen, nur leider sehr krank gewesen...

Die Kollegin schenkte mir zu Weihnachten, ein Kreuz, wo das "Vater Unser" drauf stand.
Heute liegt das Kreuz in irgendeiner Mülltonne.

Auf Arbeit hat man mir das damals sehr angemerkt, dass es mich ziemlich mitgenommen hat, dass meine Oma gestorben ist.
Ich musste an einem Tag auf Arbeit mit der Kollegin in ein Krankenhaus fahren, um einen Bewohner zu besuchen. Wir saßen zusammen in der Cafeteria. In der Cafeteria sind wir dann irgendwie auf meine Oma zu sprechen gekommen und ich erzählte der Kollegin, dass meine Oma auch gläubig gewesen sei.
Daraufhin fragte mich die Kollegin, ob ich nicht auch an Gott glauben würde. Ich bejahte ihre Frage und meinte, ich möchte mich jetzt wieder mehr mit dem Glauben beschäftigen, jetzt wo meine Oma verstorben ist.
Sie lenkte gleich ein und meinte, dass das kein richtiger Glaube sei. Sie kam dann mit Argumenten wie, nur weil ein Mensch in die Kirche geht, heißt es nicht, dass er auch Christ ist usw. Solche Dummen Sprüche kamen davon ihr.

Ich war irgendwie leicht verunsichert und fragte sie, wieso es denn kein richtiger Glaube sei, den ich habe.
Sie sagte mir, dass ich den Teufel kennen müsste und redete von geistlichen Verträgen und geistlichen Angriffen und das ihre Oma sie an den Teufel verschrieben hat und solche Geschichten.
Sie redete von Hexen, die einen verfluchen können, über Dämonen usw.

Wir fuhren aus dem Krankenhaus zurück und sie redete immer weiter davon. Ich meinte ihr, dass mir das alles irgendwie ganz schön Angst macht und mir auch gerade komisch ist, wenn sie die ganze Zeit von solchen Sachen erzählt.
Und irgendwo dachte ich innerlich.... Na die muss ja ganz schön Ahnung haben...


Jedenfalls beunruhigte mich das Thema immer mehr und mir fiel ein, dass wir in meinem Ort,wo ich wohne, eine Frau haben, die von den Einwohnern immer als eine Art Hexe betitelt wurde. Diese Frau hat sich auch immer als solche bezeichnet.
Sie ist Friseurin und hat ihren eigenen Laden, wo ich damals als Kind immer zum Harre schneiden ging.
Die hat ein Buch über Geister geschrieben mit denen sie gependelt hat und solche Storys.
Dieses Buch hatte sie mir damals mitgegeben, als ich 17 war oder so. Ich habe das Zuhause gelesen und es war auch mega unheimlich.
Es war nur ein kleines Buch und auch nicht lang. Irgendwann hatte ich das einer Freundin ausgeliehen und ich glaube, dort liegt es immer noch.
Diese Frau hat mich damals, als mit meiner Freundin Schluss war, auch gefragt, wie es mir denn so gehen würde und ich habe ihr damals Einblicke in meine emotionalen Zustände gegeben.
Sie gab mir damals ein kleines Blatt mit einem Spruch drauf ( da stand drauf "mir geht es gut" oder sowas ), ein getrocknetes Ahorn Blatt und eine kleine Flasche mit und meinte, dass ich die Flasche immer bei mir tragen soll und wenn es mir dolle schlecht geht, soll ich diesen Spruch sagen und das Ahornblatt verbrennen.
Das kam mir als 17 Jähriger echt komisch vor und ich habe das Zeug natürlich erstmal mit nach Hause genommen.
Ich habe diese kleine Flasche aufgedreht ( das war in so einer kleinen Feigling Flasche drin ) und feststellen müssen, dass da ja nur Wasser drin ist.
Als ich damals nochmal beim Friseur war, fragte ich sie natürlich, was denn da überhaupt drin sei. Sie meinte, dort ist Mondwasser drin..:
Ich dachte nur so... Was? Mondwasser? Was ist das denn für ein Scheiß?

Also machte ich mich auf die Socken und googelte Zuhause erstmal was Mondwasser ist. Als ich dann herausgefunden habe, dass es irgendwas mit Hexerei und alles so tun hatte, habe ich das Zeug in meinen kleinen Schrank gepackt, zusammen mit den Blättern.
Ich habe das also NIE benutzt. Ich habe mir einmal oder zweimal gesagt, dass es mir gut geht, aber habe weder so ein Ahorn Blatt verbrannt gehabt oder ähnliches.
Ich habe das Zeug dann irgendwann in die Tonne geschmissen, als ich es wieder gefunden habe.



Diese Geschichte erzählte ich natürlich der Kollegin und sie meinte, dass ich dem Teufel angehören würde und nicht zu Jesus gehören würde und gab mir irgendwann 4-5 CD´s mit von ihrem Pfarrer und von dem Onkel des Pfarrers.
Auf diesen CD´s ging es um das "Sprachengebet". Ich wusste damals nicht mal, was das ist. Um den Teufel ging es ständig auf diesen CD´s und dass er der ja überall ist. Es ging auf diesen CD´s um Hexen, Nixen, Zwerge, Kobolde und was weiß ich nicht alles.
Und wer das Sprachengebet nicht hat, ist geistlich Tod. Und das ist die erste Gabe, die man erhält.
Die Lehre auf diesen CD´s war auch mega komisch und wird glaube nirgendwo so gelehrt.... Alles ein bisschen verdreht...
Es waren viele Sachen, die ich leider nicht mehr genau weiß. Aber diese CD´s haben mir noch mehr Angst gemacht und ich habe echt an meinem Glauben gezweifelt und habe der Kollegin natürlich geglaubt, dass ich dem Teufel angehören würde und irgendwelche dämonischen Bindungen hätte.

Jedenfalls machte ich mir so meine Gedanken, hatte Angst, dass das alles stimmt, was sie sagt und mir ging es dadurch nicht so gut.
Sie meinte, ich kann sie auch immer anrufen, wenn es mir nicht so gut geht.
In der einen Nacht habe ich dann unterbewusst anscheiend viel gegrübelt und bin wach geworden... Hatte schlecht geträumt und habe diese Kollegin angerufen.
Sie meinte, sie kennt das alles und das ist der Teufel, der mir Angst macht und mich nur von Gott wegziehen will. Sie meinte, sie macht jetzt etwas, was sehr komisch klingen wird, aber es wird mir helfen.
Sie fing an mit ihrem Mann in verschiedenen Sprachen zu beten. Ich habe am Telefon natürlich nichts verstanden und war total verwirrt und dachte... was ist das denn jetzt?
Nach ein paar Minuten sagte sie.... So, Markus... Ich habe gerade Drachen bei dir gesehen, aber die Engel sind da und beschützen dich und wir wünschen dir eine gute Nacht ...... sowas halt... ich war ein wenig verstört, habe auch eine gute Nacht gewünscht und aufgelegt.

Dadurch, dass mir das alles Angst gemacht hat, wollte ich mich eigentlich ein bisschen von ihr abwenden, aber das war irgendwie nicht möglich.
Auf der anderen Seite wollte ich wissen, was die da gemacht haben und was das ist..

Ich war Abends immer alleine mit der Kollegin auf Arbeit. Irgendwann kam der Mann von ihr auch immer auf Arbeit zu uns und hat sie besucht.
Wir saßen dann zu 3. auf Arbeit und die beiden redeten wieder vom Glauben und von geistlichen Sachen und dass sie jeden Abend was sehen.
Der Mann erzählte mir, dass er seinen Vater oder so im Krankenhaus besucht hatte und plötzlich hat er haufen Spinnen gesehen und fing an in Sprachen zu beten und merkte dann, wie es seinem Vater besser ging.

Irgendwie war das für mich alles verrückt, was die erzählten und mir machte das Angst... Das haben sie natürlich mitbekommen... Die Kollegin sagte dann zu ihrem Mann.... Dann lass ihn... Wir können ja hier keinen bekehren.... Wenn er nicht richtig glaubt, können wir doch nix machen...
( Solche Sätze sind dann gefallen - Sie haben sich also als die vollkommenen dargestellt und mir eigentlich immer eingeredet, ich würde nicht richtig gläubig sein und nicht zu Jesus gehören )

Jedenfalls ließ mich das Thema nicht los..... Ich bin dann irgendwann zu meinem Opa und versuchte mit ihm darüber zu reden. Ich dachte, er würde mich verstehen und könnte mir was darüber sagen, aber leider ist er schon sehr alt und hat das alles gar nicht mehr verstanden.
Es beunruhigte mich noch mehr. Also nahm ich die CD´s mit zu meinem Opa und zeigte ihm diese... Er wollte sie aber gar nicht erst anhören und meinte, ich soll mich nicht auf so einen Mist einlassen und einfach an Jesus glauben.. Nicht, dass ich noch in eine Sekte gerate...
Ich dachte so... Ok.. er ist alt.. vielleicht versteht er es auch nur nicht...
Die Unruhe und die Unsicherheit stieg weiter an, weil keiner mir so richtig die Fragen beantworten konnte, die ich hatte. Ich habe nicht mal zu dieser Zeit darüber nachgedacht einfach einen Pfarrer aus meinem Ort zu fragen... Vielleicht habe ich mich auch nicht getraut...

Auf Arbeit sagte ich der Kollegin dann, dass mich das nicht in Ruhe lässt, was sie mir erzählt hat und dass es mir schlecht geht..
Das mit meiner Oma war da gerade mal 2 Monate her.
Sie sagte mir, dass sie einen Pfarrer kennt, der mir helfen könnte. Ich willigte ein.
An einem freien Wochenende sind wir dann mit ihrem Mann zu diesem Pfarrer gefahren.
Das war im Jahr 2014 Februar ungefähr...
Angekommen bei diesem Pfarrer, erzählte die Kollegin meine Geschichte mit der Hexe...
Dann hat der Pfarrer gesagt, ok, dann fangen wir mal an zu beten...
Plötzlich beteten, der Pfarrer, die Kollegin und der Mann in verschiedenen Sprachen...
Der Pfarrer posaunte teilweise richtig.... alles verrückt gewesen..
Und meinte dann nach 1 Minute.... Ohja... Ich sehe, diese Hexe hat ganz viel Macht in eurem Ort.
Sie beteten weiter und weiter.... meine Kollegin hustete dabei wie verrückt und der Mann von ihr verließ den Raum öfter, weil ihm angeblich so schlecht war.
Ich wusste überhaupt nicht, was dort mit mir passiert, bis ich irgendwann anfing zu weinen, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte.
Es war also mit Gefühlen verbunden.
Die Kollegin fragte mich..wieso weinst du denn jetzt... Er befreit dich jetzt.
Und das beten ging weiter...
Es wurde immer lauter und stärker, bis sie dann irgendwann fertig waren.
Der Pfarrer fragte mich, wie es mir denn jetzt gehen würde...
Ich habe eigentlich nichts gemerkt und sagte ihm... ja es geht
Am Ende sollte ich dem noch irgendwas nachplappern und habe mich von irgendwas losgesagt... aber es hatte nix mit dieser Hexen Geschichte zu tun gehabt... so weit ich mich erinnern kann..
Ich habe das einfach nachgeredet... dann hat er nochmal in Sprachen gebetet und rumposaunt und hat gefragt, ob ich die Geistestaufe erhalten möchte oder so... Und ob ich denn jetzt was gemerkt hätte?
Aber ich habe nichts gemerkt.... Ich fragte auch, wieso er denn so rumposaunen würde... und warum die Kollegin hustet und ihr Mann auch..
Dass er so rumposaunt kommt vom Heiligen Geist, meinte er....
Und das Husten kommt von den Dämonen...
Der Mann hätte sich auch angeblich übergeben bei seiner "Befreiung" usw.

Wir fuhren dann irgendwann wieder zurück und ich habe versucht zu verdrängen, was passiert ist. Ich habe mir auch dann nichts mehr weiter dabei gedacht.

An dem selben Tag bin ich noch nach zu meiner Freundin gefahren ( also nicht von der ich am Anfang erzählt habe, sondern eine andere )

Wir gingen gemeinsam was essen, ich habe dann auch bei ihr geschlafen. Und in der Nacht war ich erstmal eine weile wach und habe darüber nachgedacht, was die eigentlich mit mir gemacht haben. Es gab mir ein ungutes Gefühl, weil ich nicht genau wusste, was dort passiert ist.
Ich unterdrückte meine unguten Gefühle und versuchte einzuschlafen..

Ich hatte dann 2 wochen Urlaub und war erstmal von Arbeit weg. Als ich dann wieder auf Arbeit kam, fragte mich die Kollegin, wie es mir denn gehen würde usw.
Und mir ging es zu diesem Zeitpunkt auch noch relativ gut, obwohl ich das immer noch im Hinterkopf hatte, was passiert ist.
Ich fing irgendwann im Internet zu googlen über diese Begriffe - Sprachengebet, Befreiungsdienst usw.
Über das Sprachengebet gab es auch sehr viel positives zu lesen und ich dachte... na ok, wenn das hier so positiv ist, täuschen mich meine Gefühle nur und ich mache mir grundlos Sorgen...
Über diese Befreiungsdienst Sache habe ich nicht so gutes gelesen und irgendwie passte das auch alles zusammen, was die mit mir gemacht haben...
Und es machte mir Angst und ich dachte so... Ach naja.. vielleicht ist das auch nur Zufall und außerdem gehören die ja zu Gott... es wird schon alles richtig sein, was die machen. Ich dachte, diese Leute meinten es gut mit mir....

2014 im Mai - also 3 Monate später ging die Beziehung zu meiner damaligen Freund in die Brüche, was mich wieder in ein sehr großes Loch fallen ließ - körperliche Symptome waren die Folge. Ich glaube, bei jeder Trennung wird die Seele in Mitleidenschaft gezogen und es wirkt sich dann körperlich aus. Jedenfalls ist das bei mir der Fall gewesen. Vielleicht auch, weil ich so sensibel bin.

Diesen Umstand erzählte ich natürlich auch dieser Kollegin. Die Kollegin wusste eigentlich alles über mich und erzählen tat ich ihr eh alles, weil ich gedacht habe, dass ich ihr vertrauen kann.

Zu dieser Zeit sagte sie dann, hast du denn mal wieder ein Termin bei "Dietrich" gemacht. ( so hieß der Pfarrer )
Ich so... Nein, wieso?

Sie so.. na dann mach das mal... Sie kam immer wieder darauf zu sprechen, dass es noch haufen Bindungen geben würde und er mich davon befreien müsste.
Die Trennung nahm mich so mit, dass ich irgendwie gar keine andere Möglichkeit sah. Also habe ich bei dem Typen angerufen, einen Termin ausgemacht , mich in mein Auto gesetzt und 200km weit gefahren. ( Laut den Aussagen der Kollegin müsste man nämlich auch mal viel Weg auf sich nehmen, schließlich ist es ja für Gott )

Da angekommen, erzählte ich ihm, dass es mir nicht so gut geht, dass meine Freundin Schluss gemacht hat und ich nicht richtig essen kann.
Dann wollte ich noch ein paar Fragen stellen über das Sprachengebet und ob das auch alles so richtig, was hier gemacht wird.
Ich bin aber irgendwie gar nicht richtig zu Wort gekommen und er meinte dann... Wie jeder eine Trennung verbeitet, ist von jedem selber abhängig, fangen wir mal an zu beten...

Er betete wieder wie wild in Sprachen, hat rumposaunt und hörte dann wieder auf und meinte.... OH, hier stand gerade eine Hexe im Raum... der gefällt das gar nicht..... beten wir mal weiter...
Ich saß da also.. Hände gefaltet... und habe ihn zugeguckt, wie er betet...
Er fragte mich, ob meine Eltern denn einen Bauernhof gehabt hätten... Ich so... Ne.... mein Vater hat ne Gärtnerei ...
Naja..jedenfalls sehe ich, dass du verflucht bist von einem Bauernzauber, aber kein Problem.. das haben wir gleich.. und er betete weiter...
Das war mir mega unheimlich, als er meinte, hier stand gerade eine Hexe Raum.
Ich erzählte ihm, dass ich als Kind immer mit Licht schlafen wollte, weil ich Angst im dunkeln hatte und dachte, da wär immer was im Raum.. eine Gestalt oder so...

( WELCHES KIND HATTE KEINE ANGST VOR MONSTERN UNTER SEINEM BETT ? )

Naja jedenfalls betete er wieder wie wild in Sprachen und meinte, er sieht den Tod bei mir.. Also den Sensemann, aber das ist kein Problem.. gegen den können wir auch ankämpfen. Dann redete er irgendwas von Illuminaten und son Zeug ...
Irgendwann war die ganze Show dann gelaufen... er begleitete mich mit vor die Tür und meinte dann am Ende... Naja wir werden ja dann sehen, wie die Dinge sich entwickeln..

Ich fuhr nach Hause und habe gegrübelt und gegrübelt.... DEN TOD hat er gesehen? den Tod? oh man.. meine Gedanken spielten verrückt ... Ich wollte einfach nur nach Hause.... Nächsten Tag bin ich total fertig aufgewacht, weil es mich die Nacht nicht in Ruhe gelassen hat, also rief ich den Pfarrer einfach an und sagte ihm, dass es mir Angst machen würde.
Er meinte nur, das hätte er ja noch nie erlebt, dass das irgendwem Angst macht.
Und irgendwie hat er dann das Gespräch abgewirkt...
Ich war total damit beschäftigt und mir ließ das einfach keine Ruhe mehr..
In Sprachen konnte ich auch nicht beten.... Ich bete normal in meinem Zimmer und dachte wirklich, der Teufel wäre hinter mir her...
Ich hatte Angst und mir war total unwohl beim beten, weil ich immer dachte, irgendwas ist da..


Auf Arbeit hat mich die Kollegin irgendwann angesprochen und meinte.. Na, warst bei Dietrich? Ich dachte.. woher weiß sie das denn?
Ich so.. Ja, war ich. Aber irgendwie macht mir das alles Angst...

Sie so.. Ja, Markus.. das kennen wir alles.. das ist der Teufel.. die Dämonen.. die wollen dich vom Weg abringen usw.
Immer wieder sagte die das...
Damit hat sie meine vorhandenen Ängste verstärkt und neue ausgelöst...
Sie meinte, ich könnte auch mal zu ihr nach Hause kommen zum beten, wenn es mir helfen würde.
Ich willigte ein, weil ich dachte, die könnten mir helfen.
Also bin ich einen Abend nach der Arbeit zu ihr nach Hause.
Wir saßen bei ihr in der Stube .. Sie auf der Couch, der Mann mit einer Bibel auf dem Fußboden.
Die beiden beteten in Sprachen... und die Kollegin guckte mich von der Seite an.. Ich saß natürlich total ängstlich da und wusste nicht, was ich machen soll.
Sie meinte, ich soll mitbeten, sonst würde das doch auch nichts bringen.
Ich habe dann irgendwas gebetet... "Jesus sei bitte bei mir"
Sie meinte dann... Ich müsste auch in Sprachen beten... Ich sagte, ich kann das nicht.. Sie meinte...Ja, weil dein Verstand dich blockiert. Du musst es einfach machen....Ich habe mich aber nicht getraut, weil ich mich total unwohl gefühlt habe.
Der Mann meinte dann.... Ich merke, du hast dein Herz noch nicht aufgemacht für Jesus.., Lass ihn in dein Herz rein.
Der Teufel wütet hier ganz schön rum.. Ich habe ihn eben gesehen, wie er hinter dir stand.
Du hast eine Mauer um dein Herz gebildet.. Da kommt Jesus nicht rein..:
Also betete ich weiter und meinte dann ängstlich... Jesus komm in mein Leben usw.
Die Kollegin rief dann irgendwelche Freunde von ihr an... ein altes Ehepaar war das.. Sie erklärte dem Ehepaar, dass sie hier mit mir sitzt.. und meinten dann, sie würden hier für mich beten usw.
Das Ehepaar betete dann übers Telefon mit.. auch in Sprachen... und die ältere Frau rief dann manchmal durchs Telefon... "Satan, lass deine Finger von Markus und lass Jesus in sein Herz rein" usw.....

Ich fühlte mich aber nicht besser, sondern schlechter danach....
Die Kollegin fragte mich, wie es mir denn gehen würde... Ich sagte zu ihr... schon besser, obwohl das nicht der Fall war.
Ich wollte da einfach nur weg..
Also bin ich irgendwann nach Hause und dachte mir... WAS muss ich denn noch machen, um zu Jesus gehören.. Meine Zweifel wurden immer stärker.. Und ich wurde immer verunsichereter und die Angst in meiner Seele stieg immer weiter an..
Ich versuchte Zuhause in Sprachen zu beten und habe irgendwas gelabert und dachte, das wäre es jetzt... Es hat sich fast so ähnlich angehört, wie das Gebet von der Kollegin.. Ich denke mal, ich habe versucht, das irgendwie nachzumachen und habe dann daraus versucht mein eigenes zu machen...

Auf Arbeit bekam ich mal eine Panikattacke und musste auf Klo rennen und habe mich übergeben, weil ich immer verwirrter wurde und nur noch mit Angst auf Arbeit kam. Ich fand die Kollegin eigentlich ziemlich unheimlich, aber trotzdem bin ich immer wieder zu ihr hin. Ich war ihr Laufburche auf Arbeit... Andere Kollegen haben gesagt, die hat mich wie einen Sklaven behandelt...
Jedenfalls war ich dann oben auf Klo... Und habe einen Freund angerufen und ich habe ihm die Story erzählt mit dem Bauernzauber und meinte dann zu ihm... Nicht, dass das alles stimmt und ich bin wirklich verflucht... Ich musste mich gerade übergeben und meine Ängste werden auch immer stärker..

Ich glaube, er wusste gar nicht, was ich meine.... Er meinte, ich soll mich erstmal beruhigen... usw.
Naja haben dann irgendwann aufgelegt und ich habe der Kollegin eine Nachricht über Handy geschrieben, dass ich oben auf Klo bin.
Sie kam dann dort hin, hat sich hinter mich gestellt und angefangen in Sprachen zu beten .... und dann wieder normal.. Sie sagte... Lasst Markus in Ruhe... Jesus du bist der Sieger usw.
Ich hatte an meinem Handgelenk ein Armband.... das war von H&M.. Mit Holzperlen... Die Kollegin fragte mich, woher ich das habe..
Ich sagte, das habe ich aus einem ganz normalen Laden aus dem Einkaufscenter.. von H&M.
Sie sagte... Ja, du musst wissen, Gegenstände können auch okkult belastet sein. Sie erzählte mir, dass sie sich mal eine Uhr gekauft hat und dann hat ihr jemand beim Hauskreis oder so gesagt, dass diese okkult belastet sei und dann hat sie diese sofort weggeschmissen.

( Damals hab ich diesen Unsinn natürlich geglaubt)


Sie meinte dann, das sind die finsteren Mächte, die mich von Jesus wegbringen wollen. Sie erzählte mir dann noch, dass sie jeden 2. Samstag im Monat zum Hauskreis mit ihrem Mann fährt.
Ich bin natürlich dann irgendwann mitgefahren.
In diesem Hauskreis dachte ich, dass wir uns über die Bibel austauschen würden.
Zu Beginn wurden dort 2 Lieder gesungen, was ich noch normal fand...
Danach hat der eine Typ die Waffenrüstung runtergelabert... Und dann ging es los.....
In den Hauskreisen ging es darum, dass alle zusammen in Sprachen beteten..... Nach 2 Minuten ungefähr, wurde in die Runde gefragt, ob irgendwer was gesehen hätte... Ein Typ hat immer das gleiche gesehen.. Dunkle Drachen, Dunkle Kirchen... und was weiss ich nicht alles...
Der Pfarrer hat Neptun gesehen und ein großes Meer...
Alles komische Sachen..

Da war ich bestimmt 5-6 mal mit.. Einmal fragte mich der Pfarrer auch, wie es mir denn gehen würde... Eigentlich ging es mir total schlecht, aber ich sagte, schon besser.....Er so... und warst du mal beim Arzt? Der Arzt hat bestimmt "Psyche" gesagt, oder? Aber wir wissen ja woran es liegt...

Die haben ständig von irgendwelchen Belastungen gesprochen, die jederzet auf einen übergehen können...

In meinem Kopf ging es also nur noch um den Teufel, Dämonen, geistliche Angriffe ... und vieles mehr.. Ich bin in einen richtigen inneren Konflikt geraten und dachte.... das soll die frohe Botschaft sein? Also noch ein bisschen länger und ich gehe krachen...

Zuhause machte ich mir meine Gedanken... ich forschte nach.. Ich wollte wissen, was diese Leute dort praktizieren...
Denn wenn ich diese Leute gefragt habe, hieß es... Ich glaube nicht genug oder ich bete nicht genug...
Ich fand vieles im Internet, aber irgendwie hat nicht immer alles zu 100% gepasst und ich habe mich zu dieser Zeit auch nicht so richtig getraut etwas dagegen zu sagen, weil ich immer das Gefühl hatte, ich würde dann gegen Gott schießen..:


Weil ich so viele Fragen hatte und die Kollegin immer irgendwo ausgewichen ist oder mit diesen Sätzen kam, dass ich nicht genug glaube, hat sie mir die Nummer von dem alten Ehepaar gegeben und meinte, ich soll dort doch mal anrufen oder hinfahren. Sie würden all das bestätigen.
Und was habe ich gemacht? Ich habe dort angerufen. Und was haben sie mir erzählt? Genau den selben Mist eigentlich.
Die Kollegin hat dann im Jahr 2014 noch geheiratet, dort wurde ich auch eingeladen und dort habe ich dann auch diesen Pfarrer wieder gesehen und das alte Ehepaar kennengelernt.
Ich hatte viele Fragen... aber dieses Ehepaar hatte nicht die passenden Antworten irgendwie.. und mir war eh die ganze Zeit schon komisch, weil ich zu dieser Zeit schon die "Befreiungsdienste" hinter mir hatte.
Naja jedenfalls habe ich die ältere Frau ( Ehepaar ) gefragt, ob sie denn mal in Sprachen beten könnte... Hat sie gemacht... Dabei wurde mir ganz anders...
Wir unterhielten uns so noch ein bisschen auf der Hochzeit und irgendwann bin ich dann abgehauen.. Eigentlich kamen die mir genauso komisch vor, wie meine Kollegin und der Mann...

Und trotzdem bin ich dort irgendwann hingefahren, weil ich Antworten haben wollte.
Mir ging es zu dieser Zeit körperlich echt beschissen, weil ich ja die ganze Zeit mit Unruhe und innerlicher Zerrissenheit zu kämpfen hatte.
Meine Psyche war echt am Ende..
Bei dem Ehepaar war ich ingesamt 2-3 mal..
Sie erzählten mir, dass auch meine Vorfahren Hexen waren oder Okkult belastet waren und es mir deswegen so schlecht gehen würde...
Und verwiesen auf die Stelle im Mose Kapitel hin...
(Heute verstehe ich die Stelle anders.)
Sie meinten... bis ins 4.Glied....
Das Ehepaar redete davon, dass sie gestern auch wieder Dämonen im Haus hatten und das Pfarrer Dietrich da war und sie die zusammen vertrieben haben...
In mir stieg die Angst erneut und meine Unruhe wurde stärker..
Ich wurde einfach immer mehr verunsichert...
Wir beteten dann bei denen... Ich habe da auch schon irgendwas in Sprachen gelabert.. und irgendwann fuhr ich wieder mit einem mulmigen Gefühl nach Hause...
Das Ehepaar meinte noch, ich soll doch ruhig öfter BibelTV gucken, Joyce Meyer gucken.. die wäre gut...
Meine Kollegin hat die auch geguckt...
Ich habe mich Zuhause also teilweise so unter Druck gesetzt und habe mir auf Youtube ständig diese Scheisse reingezogen... Seit ich dort weg bin, NIE WIEDER.
Ich wollte das alles gar nicht, aber ich dachte, es würde mir dann besser gehen..

Ich habe damals mit 18 Kraftsport begonnen und habe diesen Sport teilweise echt gelebt. Ich liebe diesen Sport sehr.
Und habe ihn auch zu dieser Zeit ausgeführt, wo das mit dieser Gruppe war. Ich wollte mich irgendwie von den ganzen Sachen ablenken..
Ich hatte teilweise schon richtige Zwangsgedanken... auch Gedanken, die sich gegen Gott richteten... Dann dieses Dämonenzeug im Kopf...
Ich bin die ganze Zeit mit Unruhe rumgelaufen, was natürlich auf Dauer nicht gut für den Körper und fürs Herz ist...
Beim Sport überkamen mich wieder diese Gedanken gegen Gott ( jedenfalls gegen den Gott, den sie mir zeigten ) und alles sowas..
Ich erzählte der Kollegin das und sie fing wieder an... DAS KENNEN WIR ALLES.. DER TEUFEL WILL DICH WEGBRINGEN VON GOTT.
Beim Sport ist die Unruhe, dann zu riesen grosser Panik geworden, weil ich diesen Gedanken nicht mehr standhalten konnte und es mir zu sehr Angst gemacht hat und ich wirklich dachte, mein innerer Konflikt hätte jetzt damit zu tun, dass der Teufel in mir ist und meine Gedanken manipuliert.
Ich habe mega Herzrasen bekommen und bin so schnell wie möglich nach Hause und habe mich in mein Bett gelegt... Ich habe meine Laptop angeschmissen und nochmal gegoogelt und nachgeforcht.. Ich wollte jetzt eine Antwort haben.. Ich wollte es wissen... ich bin dann wieder auf die Sachen gestoßen, die ich schon mal auf hatte. Und habe dann nach Sekten gesucht.. und Merkmale einer Sekte.. .. Irgendwie hat das gepasst und in dem Moment, als ich das gelesen habe, hat es mich komplett aus der Bahn geworfen.... Mein Herzrasen wurde so stark, dass ich hätte heulen können. Ich wollte schreien, aber es ging nicht... ich wollte weinen, aber konnte nicht... ich habe innerlich zu Jesus gerufen und dachte.. hol mich aus dieser Scheiße raus... hol mich aus dem ganzen Scheiß raus, was die mit mir gemacht haben....
Ich lag die ganze Nacht wach, wäre am liebsten rausgerannt und hätte mich am liebsten auf die Straße gestellt und ganz laut JESUS geschrien...

Ich musste nächsten Tag auf Arbeit... Körperlich total fertig... Ich hatte frühdienst mit der Kollegin.. Ich wollte ihr irgendwie aus dem Weg gehen... Und sie hat mich wegen irgendeiner Sache extrem angeschrien, weil ich in ihrer Küche auf Arbeit mal mit Bewohnern gekocht habe und die Töpfe nicht richtig sauber gemacht habe.
Ich wollte aber an dem Tag nicht mit ihr reden und einfach nur weg von IHR und weg von der Arbeit...
Ich kam irgendwann nur noch mit Schwindelattacken auf Arbeit und wollte mit der Kollegin nix mehr zu tun haben,weil die mir immer so eine Angst gemacht hat, aber ich es erst da irgendwie gecheckt habe...
Mir ging körperlich so schlecht, dass ich so dumm war und nach jedem Strohhalm gegriffen habe....
Meine Mutter hat mir damals von ihrer Freundin so einen Flyer mitgebracht...."innere blockaden lösen" - "Energie wieder fließen lassen"
Ich wusste nicht, was das ist, aber irgendwann rief ich da an und machte einen Termin aus...
Es war eine Heilpraktekerin.... Es ging da um "psychosomatische Energetik"...
Ich wusste zu dieser Zeit nicht, was das ist und habe mich darauf eingelassen...( kannst ja gerne mal googlen, was das für ein Schwachsinn ist)
Ich bestellte mir bestimmt 20 kleine Flaschen voll mit Globulis im Wert von 300 Euro... ich dachte, da wäre ein ganz normaler Wirkstoff drin...
Ich nahm diese Sachen bestimmt 1-2 Monate, aber anstatt sich mein Zustand besserte, verschlechterte er sich irgendwie...
( Das war im Frühjahr 2015 glaube ich )

Mit der Kollegin musste ich immer noch irgendwie auskommen und eigentlich hatte sie immer noch sehr große Macht über mich.. Ich nahm auch wieder Kontakt zu dem Ehepaar auf und bin dort auch nochmal hingefahren..

Ich bin irgendwann auf Arbeit fast umgeklappt... Mir war nur noch schwindelig, ich hatte starke Ängste und wusste nicht mehr, wo mir der Kopf steht..Ich bin dann im Krankenhaus gelandet... Natürlich haben sie nix gefunden...
Im Krankenhaus war ich immer noch im Kontakt mit der Heilpraktikerin... Sie meinte, ich müsste Geduld haben, die Medikamente brauchen eine Weile bis sie wirken... usw.
Ich habe ihr vertraut, dass es besser wird und nahm immer fleißig weiter diese Globulis...
Ich war dann auch irgendwann noch bei einer anderen Heilpraktikerin und habe da auch nochmal gut Geld gelassen..die hat bei mir so eine Art Kiniesiologie oder so gemacht..Muskeltest und meinen Körper befragt... auch zu dieser Zeit wusste ich nicht, was mit mir passiert oder worauf ich mich da einlasse.
Ich bin also von der einen scheiße in die nächste scheiße gekommen...


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#34
Neo12345

Neo12345

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  • Land: Country Flag

2015 März / April
Irgendwann habe ich den MUT gefasst und wollte Kontakt aufbauen zu dem Pfarrer in meinem Ort.. Ich hatte mega Angst...Ich habe zu diesen Zeitpunkt keinem mehr vertraut,weil ich dachte, wenn der mir jetzt die selbe scheiße erzählt, wie meine Kollegin und dieser Kreis, bin ich verloren..
Er tat es nicht... Wir trafen uns und ich habe ihm alles erzählt... Ich habe ihm die CD´s gegeben, die mir die Kollegin mitgegeben hatte usw.
Er hat sich das alles angehört....
Wir trafen uns in regelmäßigen Abständen und er hat mir gesagt, dass es Missbrauch war .... ... Ich wurde ja als Baby getauft... Und habe bei meinem Pfarrer einfach nochmal eine Tauferinnerung gemacht... Er meinte.. 2 mal Taufen geht nicht.. Aber ich kann diese Taufe nochmal bestätigen, was wir getan haben..


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